[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzhaube zur Abdeckung des rotierenden Sägeblatts
einer Tischkreissäge nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine Schutzhaube dieser Gattung ist bekannt aus
DE-U 90 04 162 der Anmelderin. Diese Schutzhaube hat sich bisher in großem Maße bewährt, nicht zuletzt
wegen ihrer einfachen Konstruktion und ihrer zuverlässigen Funktion. Dies beruht darauf,
dass die Schutzhaube in ihrer Ruhestellung mit ihrem unteren Rand immer auf dem Tisch
der Kreissäge aufliegt und erst bei Zuführung eines zu sägenden Werkstücks dadurch
angehoben wird, dass dieses gegen den nach oben geneigten Einlaufrand stößt, so dass
die Schutzhaube in eine schräge Einlaufstellung kippt. Bei weiterem Vorschub des Werkstücks
wird die Schutzhaube in eine Lage angehoben, in der der untere Rand mit einem der
Werkstückdicke entsprechenden Abstand parallel über dem Tisch liegt. Wenn das Werkstück
schließlich den hinteren Teil der Schutzhaube erreicht, kippt diese aufgrund ihres
Eigengewichtes mit dem Einlaufende nach unten und verdeckt dadurch erneut den vorderen
Teil des Sägeblattes. Wenn das Werkstück vollständig durchgeschoben ist, fällt die
Schutzhaube wieder in die Ruhestellung auf den Tisch zurück.
[0003] Zu Beginn der Zuführung eines zu sägenden Werkstücks stößt dieses mit seiner vorderen
Kante gegen den geradlinig nach oben geneigten Einlaufrand und muß an diesem entlang
gleiten, um die Schutzhaube an ihrem Einlaufende nach oben anzuheben. Aufgrund der
mehr oder weniger starken Reibung zwischen dem Werkstück und dem geneigten Einlaufrand
stehen dieser Öffnungsbewegung Reibungskräfte entgegen, die auch vom Neigungswinkel
des Einlaufrandes abhängen. Dadurch wird ein sanftes Einschieben des Werkstücks behindert,
insbesondere im Fall von hohen Werkstücken, die über eine verhältnismäßig lange Strecke
an dem Einlaufrand entlang vorgeschoben werden müssen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schutzhaube für Kreissägen zur Verfügung
zu stellen, die ein sanftes Anheben auf die Werkstückhöhe gewährleistet und bei der
der Verschiebeweg am Einlaufrand entlang möglichst kurz ist.
[0005] Bei einer Schutzhaube der angegebenen Gattung wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass das Einlaufende als ein gesondertes Einlaufteil ausgebildet ist,
das an der Schutzhaube um eine Schwenkachse frei drehbar angebracht ist.
[0006] Mit dieser Lösung wird erreicht, dass zu Beginn der Zuführung des Werkstücks das
Einlaufteil zunächst über einen bestimmten Winkel gegen die Schutzhaube schwenkt,
bevor es diese dann in die gekippte Stellung anhebt, in welcher sich das gegenüberliegende
Ende der Schutzhaube auf dem Tisch abstützt. Bei dieser Schwenkbewegung zu Beginn
der Werkstückzufuhr treten keine Reibungskräfte zwischen Werkstück und Einlaufende
des Einlaufteils auf, was das sanfte Anheben der Schutzhaube auch bei höheren Werkstücken
gewährleistet.
[0007] In Weiterbildung der Erfindung ist die Schwenkachse des Einlaufteils zugleich die
Schwenkachse der Schutzhaube, wobei in vorteilhafter Weise das Einlaufteil als ein
Kreissegment mit dem Mittelpunkt auf der Schwenkachse ausgebildet ist.
[0008] Aufgrund dieser Maßnahmen ist das Einlaufteil gegenüber einem Einlaufende des Standes
der Technik mit einem festen, geradlinig nach oben geneigten Einlaufrand kürzer, was
einerseits die Einlaufphase verringert und andererseits die Sicht auf die Schnittstelle
verbessert.
[0009] Zu einer verbesserten Sichtkontrolle des Schnittvorgangs trägt ferner die zusätzliche
Maßnahme bei, dass die zueinander parallelen Wände des Einlaufteils und der Schutzhaube
aus durchsichtigem Kunststoff bestehen.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels, das in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigen:
Figur 1 die perspektivische Ansicht einer Schutzhaube gemäß der Erfindung, wobei sich
das Einlaufteil in der nach oben geschwenkten Ausgangsstellung befindet,
Figur 2 die Schutzhaube der Figur 1 mit dem Einlaufteil in einer Zwischenstellung,
Figur 3 die Schutzhaube mit dem Einlaufteil in der am weitesten eingeschwenkten Endstellung,
Figur 4 eine Seitenansicht der Schutzhaube im eingebauten Zustand in ihrer Ruhestellung,
Figuren 5 bis 9 der Figur 4 entsprechende Ansichten der Schutzhaube in den verschiedenen
Phasen beim Durchschieben eines zu sägenden Werkstücks.
[0011] In den Figuren 4 bis 9 ist ein Tisch 10 einer Kreissäge zu erkennen, deren drehbar
angetriebenes Sägeblatt 12 durch einen Spalt 14 über den Tisch 10 nach oben vorsteht.
Zur Abdeckung dieses Teils des Sägeblattes 12 dient eine Schutzhaube 16, die gemäß
den Figuren 1 bis 3 aus parallelen Wänden 18 besteht, die über eine oberen Abstandsleiste
20 miteinander verbunden sind; die Abstandsleiste 20 geht in eine schräg zum Tisch
10 hin geneigte Vorderwand 22 über, deren unteres Ende einen zum Tisch 10 hin offenen
Einschnitt 24 hat. Auf der Abstandsleiste 20 ist ein Saugstutzen 68 für den Anschluß
einer Saugleitung angebracht, die mit einer Staubabsaugvorrichtung verbunden werden
kann.
[0012] Die Schutzhaube 16 ist über eine horizontale Schwenkachse 26 zwischen zwei zueinander
parallelen Schenkeln 28 eines Tragarms 30 frei schwenkbar gelagert, so dass sie in
ihrer in Figur 4 gezeigten Ruhestellung mit ihrem unteren, geraden Rand 32 auf dem
Tisch 10 aufliegt und dabei das Sägeblatt 12 überdeckt.
[0013] Der Tragarm 30 ist mit seinem hinteren Ende, das der Schwenkachse 26 gegenüberliegt,
über eine zu dieser parallele Lagerachse 34 an einem Spaltkeil 36 frei schwenkbar
gelagert, der im unteren Bereich ein Langloch 38 zu seiner Befestigung unterhalb des
Tisches 10 hat.
[0014] Ein Klemmhebel 40 dient dazu, den Tragarm 30 mit der Schutzhaube 16 rasch und einfach
von dem Spaltkeil 36 zu entfernen beziehungsweise an diesem zu montieren.
[0015] Die Vorderwand 22 der Schutzhaube 16 liegt im Bereich von deren Einlaufende 42 (vgl.
Figur 4), gegen das ein zu sägendes Werkstück 44, beispielsweise ein Brett oder eine
Leiste, zugeführt wird. Gemäß der Erfindung ist dieses Einlaufende 42 als ein Einlaufteil
46 ausgebildet, das an der Schutzhaube 16 um eine Schwenkachse frei drehbar angebracht
ist; diese Schwenkachse ist vorzugsweise zugleich die Schwenkachse 26 der Schutzhaube
16.
[0016] Das Einlaufteil 46 ist, wie das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt, bevorzugt
als ein Kreissegment ausgebildet, dessen Mittelpunkt auf der Schwenkachse 26 liegt.
Das Einlaufende 42 der Schutzhaube 16 ist ebenfalls, wie in Figur 2 zu erkennen, als
nach oben geneigter Einlaufrand 48 ausgebildet, der die Form eines Kreissektors mit
demselben Radius wie das Kreissegment des Einlaufteils 46 hat.
[0017] Das Einlaufteil 46 besteht aus zwei parallelen kreissegmentförmigen Wänden 50, die
das Einlaufende 42 der Schutzhaube 16 umschließen und wie diese aus durchsichtigem
Kunststoff bestehen. Die beiden Wände 50 des Einlaufteils 46 sind durch eine Frontwand
52 verbunden, welche der Vorderwand 22 der Schutzhaube 16 gegenüberliegt (vgl. Figur
2). In die Frontwand 52 ist ein Fenster 54 eingebaut, das die Sicht auf die Schnittstelle
verbessert und an das sich nach unten eine schlitzförmige Öffnung 56 anschließt.
[0018] Der Schwenkwinkel des Einlaufteils 46 um die Schwenkachse 26 wird durch Anschlagelemente
begrenzt, die aus einem kreisbogenförmigen Schlitz 58 in wenigstens einer Wand 50
des Einlaufteils 46 und einem darin eingreifenden Stift 60 bestehen, der von der gegenüberliegenden
Seite der Vorderwand 22 der Schutzhaube 16 absteht; der Radiusmittelpunkt des kreisbogenförmigen
Schlitzes 58 liegt auf der Schwenkachse 26.
[0019] Aus den Figuren 4 bis 9 ergibt sich die Wirkungsweise der erfindungsgemäß ausgebildeten
Schutzhaube 16 mit ihrem Einlaufteil 46. Dieses befindet sich in der in den Figuren
1 und 4 dargestellten Ruhestellung in seiner am weitesten nach oben geschwenkten Ausgangsstellung,
in der das untere Ende des kreisbogenförmigen Schlitzes 58 an dem Stift 60 anliegt.
In dieser Ausgangsstellung wird das Einlaufteil 46 durch eine Rückstellfeder 62 gehalten,
beispielsweise eine Blattfeder, die mittels einer Schraube 64 an der Abstandsleiste
20 befestigt ist und deren freies Ende gegen die Frontwand 52 des Einlaufteils 46
drückt.
[0020] Wenn gemäß den Figuren 5 und 6 ein zu sägendes Werkstück 44 zugeführt wird, stößt
dieses mit seiner vorderen Kante gegen den unteren Rand des kreissegmentförmigen Einlaufteils
46 und dreht dieses durch Reibungsmitnahme um die Schwenkachse 26. In Figur 2 ist
eine Zwischenstellung angedeutet, während Figur 3 die Endstellung zeigt, in der das
obere Ende des kreisbogenförmigen Schlitzes 58 zur Anlage an dem Stift 60 kommt.
[0021] Auf diese Weise erfolgt zu Beginn des Sägevorgangs ein sanftes Anheben der Schutzhaube
16 in ihre geneigte Lage, bei der sie sich, wie Figur 7 zeigt, mit ihrer hinteren
Kante 66 noch auf dem Tisch 10 abstützt. Erst mit weitere Zuführung des Werkstücks
44 hebt dieses den unteren Rand 32 des Sägeblattes 12 in seine parallele Lage über
dem Tisch 10 (vgl. Figur 8), bis gegen Ende des Sägevorgangs die Schutzhaube 16 mit
ihrem Einlaufteil 46 vorn nach unten kippt. Nachdem das Werkstück 44 vollständig durchgeschoben
ist, fällt die Schutzhaube 16 wieder in ihre Ruhestellung auf den Tisch 10 zurück.
[0022] Durch geeignete Maßnahmen kann der durch den kreisbogenförmigen Schlitz 58 vorgegebene
Schwenkwinkel des Einlaufteils 46 begrenzt werden, beispielsweise durch ein verstellbares
Verschlusselement, wodurch das Einlaufteil 46 in der in Figur 1 gezeigten Ausgangsstellung
schon um einen kleinen Winkel gegen die Schutzhaube 16 verschwenkt ist. In dieser
Ausgangsstellung liegt das Einlaufteil 46 bereits näher an dem Sägeblatt 12. Dies
ist vor allem für dünne Werkstücke 44 und damit für kleine Schnitthöhen günstig, um
die Sicht auf die Schnittstelle zu verbessern.
1. Schutzhaube zur Abdeckung des rotierenden Sägeblatts (12) einer Tischkreissäge, an
der die Schutzhaube (16) mittels eines Spaltkeils (36) , der sich über den Tisch (10)
der Tischkreissäge erhebt, und eines daran um eine horizontale Lagerachse (34) schwenkbar
gelagerten Tragarms (30) anbringbar ist, an dem die Schutzhaube (16) um eine zur Lagerachse
(34) parallele Schwenkachse (26) frei schwenkbar so gelagert ist, dass sie in Ruhestellung
mit ihrem unteren Rand (32) auf dem Tisch (10) aufliegt und das Sägeblatt (12) überdeckt,
wobei der untere Rand (32) der Schutzhaube (16) in einen der Zuführrichtung für ein
zu sägendes Werkstück (44) zugewandten, vom Tisch (10) aus nach oben geneigten Einlaufrand
(48) übergeht, der an einem Einlaufende (42) der Schutzhaube (16) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufende (42) als ein gesondertes Einlaufteil (46) ausgebildet ist, das an
der Schutzhaube (16) um eine Schwenkachse frei drehbar angebracht ist.
2. Schutzhaube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse des Einlaufteils (46) zugleich die Schwenkachse (26) der Schutzhaube
(16) ist.
3. Schutzhaube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufteil (46) als ein Kreissegment mit dem Mittelpunkt auf der Schwenkachse
(26) ausgebildet ist.
4. Schutzhaube nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der am Einlaufende (42) der Schutzhaube (16) ausgebildete, nach oben geneigte Einlaufrand
(48) die Form eines Kreissektors mit demselben Radius wie das Kreissegment des Einlaufteils
(46) hat.
5. Schutzhaube nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlaufteil (46) aus zwei parallelen, kreissegmentförmigen Wänden (50) besteht,
die das Einlaufende (42) der Schutzhaube (16) umschließen und durch eine Frontwand
(52) verbunden sind.
6. Schutzhaube nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in die Frontwand (52) ein Fenster (54) eingebaut ist.
7. Schutzhaube nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Frontwand (52) des Einlaufteils (46) eine das Einlaufende (42) der Schutzhaube
(16) abschließende Vorderwand (22) gegenüberliegt, die einen zum Tisch (10) hin weisenden
Einschnitt (24) hat.
8. Schutzhaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkwinkel des Einlaufteils (46) durch einstellbare Anschlagelemente (58,
60) begrenzbar ist.
9. Schutzhaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schutzhaube (16) eine Rückstellfeder (62) angebracht ist, die in Wirkverbindung
mit dem Einlaufteil (46) ist und dieses in seiner Ruhestellung in die am weitesten
nach oben ausgeschwenkte Ausgangsstellung dreht.
10. Schutzhaube nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zueinander parallelen Wände (50; 18) des Einlaufteils (46) und der Schutzhaube
(16) aus durch-sichtigem Kunststoff bestehen.