[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Antriebsvorrichtung zur Erzeugung einer Pilgerschrittbewegung
für die Abreisswalzen einer Kämmmaschine nach dem Oberbegriff nach Anspruch 1.
[0002] Für den Abreiss- und Lötvorgang bei einer Kämmmaschine führen die Abreisswalzen eine
Pilgerschrittbewegung durch. D.h., vor einem weiteren Abreissvorgang wird das bereits
gebildete Faservlies um einen bestimmten Betrag in Richtung des Zangenaggregates zurückbefördert,
um ein neues Faserpaket mit dem Ende des Faservlieses zu verbinden. Das erfordert
einen sehr speziellen Antrieb um eine derartige Pilgerschrittbewegung für die Abreisswalzen
zu erzeugen.
In der
DE-PS 1 685 575 wurde eine Ausführung beschrieben, wobei diese Bewegung unter Verwendung eines Differentialgetriebes
erzeugt wird. Dabei wird der Steg des Differentialgetriebes, in welchem die Sonnenräder
gelagert sind, über ein kontinuierlich angetriebenes Zahnrad angetrieben, welches
mit einem mit dem Steg verbundenen Stegrad in Antriebsverbindung steht. Das Zahnrad
sitzt im vorliegenden Fall drehfest auf der Antriebswelle für den Rundkamm. Über einen
Exzenterantrieb, der mit einem Hebelgetriebe in Verbindung steht, wird auf die Differentialgetriebeachse
und somit auf ein, mit ihr verbundenes erstes Sonnenrad eine diskontinuierliche Bewegung
übertragen. Über diese diskontinuierliche Bewegung wird die zuvor beschriebene kontinuierliche
Antriebsbewegung überlagert und die gewünschte Pilgerschrittbewegung für die Abreisswalzen
erzeugt. Diese Getriebeausführung hat sich lange Jahre bewährt, erfordert jedoch eine
aufwendige und stabile Ausführung, um die entstehenden hohen Beschleunigungskräfte
auffangen zu können. Bei immer höheren Anforderungen an die Kammspielzahlen sind auch
irgendwann die Grenzen der Belastbarkeit dieser Getriebeausführung erreicht.
Es sind deshalb schon mehrere Vorschläge gemacht worden, um die Pilgerschrittbewegung
mit anderen Mitteln und Getriebeeinheiten zu realisieren. Zum einen wurde vorgeschlagen,
die Abreisswalzen direkt über einen oder mehrere Elektromotoren anzutreiben. Eine
derartige Lösung ist z. B. aus der
EP-374 723 zu entnehmen. Des Weiteren ist aus der
US-PS 3,604,063 eine variable Getriebeeinheit bekannt, wobei spezielle Kurven- und Nockengetriebeeinheiten
eingesetzt werden, um die gewünschte Pilgerschrittbewegung zu erzielen.
Aus der
US-PS 1,818,555 ist eine Ausführung bekannt, wobei eine konstante Drehbewegung einer Antriebsachse
unter Verwendung eines Differentialgetriebes mit unrunden Zahnrädern in eine Pilgerschrittbewegung
umgewandelt wird, welche über eine, mit einem Sonnenrad verbundene Ausgangswelle über
eine nachfolgende Getriebestufe die Abreisswalzen antreibt. Die Verwendung von unrunden
Zahnrädern für den Antrieb der Rundkammachse bei Kämmmaschinen ist bereits schon aus
der Veröffentlichung der
DE-85247 aus dem Jahre 1895 bekannt geworden.
Ebenso ist in der nach veröffentlichten
CN-200710022458.7 eine Vorrichtung beschrieben worden, wobei äquivalent zur zitierten US'555 die Verwendung
eines Differentialgetriebes mit Getriebestufen mit unrunden Zahnrädern vorgeschlagen
wird. Einziger Unterschied zur US'555 ist lediglich das der Antrieb des Steges über
ein äusseres Stegrad erfolgt, während bei der Lösung der US'555 der Antrieb des Steges
über eine zentrale Welle erfolgt.
Bei den beschriebenen Lösungen der US'555 und der CN'458.7 kann zwar anhand der verwendeten
Getriebestufen mit unrunden Zahnrädern eine entsprechende Pilgerschrittbewegung erzielt
werden, jedoch ist eine Anpassung dieser Bewegung (z. B. eine zeitliche Verschiebung
in Bezug auf den Antrieb der übrigen Aggregate) nicht vorgesehen.
Die Erfindung stellt sich nunmehr die Aufgabe eine die bekannten Lösungen, wobei ein
Differentialgetriebe mit Getriebestufen mit unrunden Zahnrädern für den Antrieb der
Abreisswalzen vorgeschlagen wird derart weiterzubilden, so dass mit einfachen Mitteln
eine zeitliche Anpassung der Bewegungskurve für den Antrieb der Abreisswalzen ermöglicht
wird.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, indem vorgeschlagen wird, dass Mittel vorzusehen,
über welche die Antriebsverbindung zwischen der Antriebswelle und dem angetriebenen
Steg des Differentialgetriebes entkoppelbar ist und eine Verstellung der Drehwinkelposition
zwischen dem Steg und der Antriebswelle ermöglichen. Der Begriff "entkoppelbar" beinhaltet
auch, dass die Antriebsverbindung im Anschluss an die Verstellung wieder geschlossen
werden kann.
[0003] Mit der vorgeschlagenen Vorrichtung kann z. B. der Abreisszeitpunkt der Abreisswalzen
in bezug auf die Zangenbewegung eingestellt werden.
[0004] Dabei wird eine spezielle Lösung vorgeschlagen, wobei das Zahnrad auf der Antriebswelle
über Befestigungsmittel lösbar befestigt ist und die Winkelposition zwischen der Antriebswelle
und dem Zahnrad über Mittel einstellbar ist.
[0005] Des weiteren ist eine Lösung möglich, wobei vorgeschlagen wird, das Stegrad auf dem
Steg des Differentialgetriebes über Mittel lösbar zu befestigten und - in Umfangsrichtung
des Steges gesehen - gegenüber dem Steg in seiner Winkelposition über Stellmittel
einstellbar vorzusehen.
Vorteilhafterweise kann das Differentialgetriebe mit zwei Getriebestufen versehen
sein, wobei die Planetenräder der ersten und der zweiten Getriebestufe drehfest auf
einer gemeinsamen Welle in koaxialem Abstand befestigt sind und das Sonnenrad der
zweiten Getriebestufe drehfest mit der Abtriebswelle verbunden ist und auch das Sonnenrad
und das oder die Planetenräder der zweiten Getriebestufe als Unrundzahnräder ausgebildet
sind. Mit der Verwendung von zwei Getriebestufen mit unrunden Zahnrädern wird die
Flexibilität des Differentialgetriebes noch erhöht. Das heisst, die Anpassung des
Getriebes zum Erhalt eines optimierten Bewegungsverlaufes der Abreisswalzen wird durch
den Einsatz der zweiten Getriebestufe mit unrunden Zahnrädern noch erhöht. Es wäre
jedoch auch eine Kombination denkbar, wobei an der zweiten Getriebestufe runde Zahnräder
zum Einsatz kommen. In jedem Fall kann die benötigte Übersetzung auf zwei Getriebestufen
optimal verteilt werden.
[0006] Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand nachfolgender Ausführungsbeispiele näher
aufgezeigt und beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäss ausgebildeten Differentialgetriebes
mit Unrundzahnrädern.
- Fig. 2
- eine Ansicht X nach Fig. 1
- Fig. 3
- ein Diagramm mit einem Kurvenverlauf der Abreisswalzenbewegung während eines Kammspieles
- Fig. 4
- eine vergrösserte Teilansicht nach Fig.1 mit einem Beispiel für die Befestigung und
Verstellung für das Stegrad des Differentialgetriebes
[0007] Fig. 1 zeigt ein Differentialgetriebe 1 mit einem umlaufenden Steg 2, der auf der
einen Seite über das Lager 6 drehbar gelagert ist. Das Lager 6 stützt sich dabei auf
einer zentralen Welle 5 ab, welche im vorliegenden Fall drehfest im Maschinengestell
MS gelagert ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Steg 2 in einem Lager 7
drehbar gelagert. Das Lager 7 stützt sich dabei auf einer Hohlwelle 9 ab, welche sich
über die schematisch angedeuteten Lager 8 auf der bereits beschriebenen Welle 5 abstützt.
Hierzu wären natürlich auch andere Lagerungsmöglichkeiten denkbar.
Der umlaufende Steg 2 ist mit einem Stegrad 3 versehen, welches fest mit dem Steg
verbunden ist. Ein andere Alternative wird in einer vergrösserten Darstellung in Fig.
4 gezeigt, wobei das Stegrad 3 mit einem überragenden Grundkörper 12 versehen ist.
Am das Stegrad überragenden Teil des Grundkörpers 12 sind auf beiden Seiten Längsschlitze
14 vorgesehen deren Längserstreckung in Umfangsrichtung des Steges 2 verläuft. Durch
diese Schlitze 14 ragt jeweils eine oder mehrere Schrauben 13, welche in Gewindebohrungen
15 des Steges 2 befestigt sind. Durch das Festziehen der Schrauben 13 wird das Stegrad
3 gegenüber dem Steg 2 fixiert. Nach Lösen der Schrauben 13, von welchen mehrere verteilt
auf dem Umfang des Steges 2 vorhanden sind, kann das Stegrad gegenüber dem Steg um
einen Betrag in Umfangsrichtung verdreht werden, wodurch sich seine Winkelposition
gegenüber dem Steg verändert. Dadurch sind Einstellmöglichkeiten in bezug auf die
Lage der Abreissposition der Abreisswalzen zum Zangenaggregat (nicht gezeigt) möglich.
Dies wird später noch näher beschrieben.
Mit dem Stegrad 3 ist ein Zahnrad Z im Eingriff und in Antriebsverbindung. Das Zahnrad
Z ist dabei drehfest auf einer im Maschinengestell gelagerten Antriebswelle 20 befestigt,
welche über eine schematisch angedeutete Getriebeeinheit G mit einem Motor M in Antriebsverbindung
steht. In Fig. 1 wird eine weitere Einstellmöglichkeit (in bezug auf das Beispiel
nach Fig.4) gezeigt, wobei das Zahnrad Z mit einer Hohlwelle 22 verbunden ist, welche
einen Flansch 23 aufweist und koaxial zur Antriebswelle 20 verläuft. Dem Flansch 23
steht ein Flansch 25 gegenüber, welcher ebenfalls koaxial zur Welle 20 verläuft und
über eine Feder 28, die in eine Nut 29 der Welle 20 ragt, drehfest mit der Welle 20
verbunden ist. Um eine axiale Verschiebung des Flansches 25 zu unterbinden, ist der
Flansch mit einer schematisch angedeuteten Schraube 27 gesichert. Über die schematisch
gezeigte Schraubverbindung 24 werden beide Flansche 23, 25 gegeneinander fixiert.
Dadurch ist auch das Zahnrad Z drehfest auf der Welle 20 fixiert. Wie in Fig. 2 (Ansicht
X nach Fig.1) zu entnehmen, ist im Bereich der Schraubverbindung 24 jeweils ein Langloch
30 vorgesehen, über welche nach gelöster Schraubverbindung 24 eine Veränderung der
Winkelposition zwischen dem Zahnrad Z und der Welle 20 durchgeführt werden kann. Auch
mit dieser Einrichtung ist eine Verschiebung des Abreisszeitpunktes der Abreisswalzen
zur Position des Zangenaggregates möglich.
Der Antrieb der Abreisswalzen A1, A2 erfolgt über das kontinuierlich angetriebene
Zahnrad Z, welches über das Stegrad 3 den Steg 2 in Drehbewegung versetzt. Durch diese
Drehbewegung werden auch die mit dem Steg 2 verbundenen Lageraufnahmen L1, L2 bewegt,
in welchen über die Welle 33 die unrunden Planetenräder U1 und U3 drehbar gelagert
sind. Beide Planetenräder U1, U2 sind drehfest auf der Welle 33 befestigt. Das Planetenrad
U1 rollt dabei auf dem feststehenden unrunden Sonnenrad U2 der ersten Getriebestufe
G1 ab, wodurch entsprechend der unrunden Formen eine resultierende ungleichförmige
Drehbewegung der Welle 33 erzeugt wird. Diese Drehbewegung wird über das zweite Planetenrad
U3 in der zweiten Getriebestufe G2 auf das unrunde Sonnenrad U4 übertragen. Das Sonnenrad
U4 ist fest mit einer Hohlwelle 9 verbunden, die, wie bereits beschrieben, über die
Lager 8 auf der fix gelagerten Welle 5 drehbar gelagert ist.
Am gegenüberliegenden Ende der Hohlwelle 9 ist fix ein Zahnrad Z1 befestigt, welches
wiederum mit den Zahnrädern Z2 und Z3 in Antriebsverbindung steht. Die Zahnräder Z2,
Z3 sind über die Wellen W1, W2 mit den Abreiswalzen A1, A2 verbunden. Die Abreisswalzen
A1, A2, bzw. die Wellen W1, W2 sind über die schematisch angedeuteten Lager L im Maschinengestell
MS gelagert.
Die durch die beiden Getriebestufen erzielte Bewegungskurve der Abreisswalzen A1,
A2 ist schematisch im Diagramm nach Fig.3 gezeigt. Im ersten Bereich führen die Abreisswalzen
eine Rückwärtsbewegung aus, wodurch das bereits gebildete Faservlies in Richtung des
Zangenaggregates zurückbefördert wird. Dann erfolgt eine Reversierbewegung und die
Abreisswalzen bewegen sich vorwärts um den Abreisvorgang durchzuführen. Der die 0-Linie
überragende Betrag stellt dann den eigentlichen Förderbetrag des Faservlieses dar.
Mit der vorgeschlagenen Verwendung von Unrundzahnrädern im Differentialgetriebe für
den Antrieb der Abreisswalzen in Verbindung mit den beanspruchten Einstellmitteln
erhält man einerseits einen kompakten und überschaubaren Antrieb, welcher aufgrund
der gegebenen Freiheitsgrade durch die Unrundzahnräder optimal auf einen gewünschten
Bewegungsablauf der Abreisszylinder auslegbar ist und andererseits eine Einstellbarkeit
auf unterschiedliche Rahmenbedingungen (z. B. Materialwechsel). Im Rahmen der Erfindung
sind noch eine Vielzahl von Ausführungsvarianten möglich.
1. Antriebsvorrichtung zur Erzeugung einer Pilgerschrittbewegung für die Abreisswalzen
(A1, A2) einer Kämmmaschine mir einer, über ein Antriebsmittel (G, M) kontinuierlich
angetriebenen Antriebswelle (20), auf welcher drehfest ein Zahnrad (Z) befestigt ist,
das mit einem Stegrad (3) eines Differentialgetriebes (1) in Antriebsverbindung steht
und die Abtriebswelle (9) des Differentialgetriebes (1) mit den Abreisswalzen (A1,A2)
über weitere Antriebsmittel (Z2, Z3) in Antriebsverbindung steht, wobei das Differentialgetriebe
(1) wenigstens eine Getriebestufe (G2) aufweist, welche aus einem, auf der Abtriebswelle
(9) drehfest befestigten Sonnenrad (U4) und wenigstens einem im Steg (2) drehbar gelagerten
Planetenrad (U3) besteht, das mit dem Sonnenrad (U4) im Eingriff steht, wobei das
Sonnenrad (U4) und das oder die Planetenräder (U3) als Unrundzahnräder ausgebildet
sind, um die Pilgerschrittbewegung zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (13, 22, 23, 24) vorgesehen sind, über welche die Antriebsverbindung zwischen
der Antriebswelle (20) und dem angetriebenen Steg (2) des Differentialgetriebes entkoppelbar
ist und eine Verstellung der Drehwinkelposition zwischen dem Steg (2) und der Antriebswelle
(20) ermöglichen.
2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zahnrad (Z) auf der Antriebswelle (20) über Befestigungsmittel (22, 23, 24) lösbar
befestigt ist und die Winkelposition zwischen der Antriebswelle (20) und dem Zahnrad
(Z) über Mittel (30, 24) einstellbar ist.
3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Stegrad (3) auf dem Steg (2) des Differentialgetriebes (1) über Mittel (13) lösbar
befestigt ist und - in Umfangsrichtung des Steges (2) gesehen - gegenüber dem Steg
in seiner Winkelposition über Stellmittel (12, 14) einstellbar ist.
4. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Differentialgetriebe (1) mit zwei Getriebestufen (G1, G2) versehen ist, wobei
die Planetenräder (U1, U3) der ersten und der zweiten Getriebestufe (G1, G2) drehfest
auf einer gemeinsamen Welle (33) in koaxialem Abstand befestigt sind und das Sonnenrad
(U4) der zweiten Getriebestufe (G2) drehfest mit der Abtriebswelle (9) verbunden ist
und auch das Sonnenrad (U4) und das oder die Planetenräder U3) der zweiten Getriebestufe
(G2) als Unrundzahnräder ausgebildet sind.