[0001] Die Erfindung betrifft einen Platinensatz für Stricksysteme zur Erzeugung von Plüschware,
insbesondere zum Einsatz in Rundstrickmaschinen. Ein Stricksystem im Sinne dieser
Anmeldung umfasst alle Teile die notwendig sind um ein Maschenpaar bestehend aus einer
Grundmasche und einer Plüschmasche zu bilden.
[0002] Zur Herstellung von Plüsch werden z.B. Stricksysteme verwendet, wie sie aus der
DE 30 35 582 C2, der
DE 31 45 307 C2 oder auch der
DE 41 29 845 A1 bekannt sind. Zu diesen Stricksystemen gehören jeweils mindestens eine Nadel sowie
eine Platine mit einer quer zu der Nadel gerichteten schlitzartigen Ausnehmung. Oberhalb
des Schlitzes weist die Platine eine quer zu der Nadel gerichtete (Niederhalter-)Nase
auf, deren obere Kante zur Aufnahme eines Plüschhenkels dient. Die im Schlitz liegende
Kante dient als Kulierkante.
[0003] Aus der
DE 30 35 582 geht dabei eine Sonderlösung hervor, bei der zusätzlich zu der mit dem Schlitz versehenen
Platine eine zweite Platine vorgesehen ist, deren Flachseite an der erstgenannten
Platine anliegt. Die zweite Platine weist einen Vorsprung auf, der den Schlitz der
ersten Platine teilweise verdecken kann. Damit lässt sich durch eine Relativverschiebung
zwischen beiden Platinen die wirksame Schlitzlänge verändern, beispielsweise um Plüschhenkel
nachzuspannen, wenn die zugeordnete Nadel ausgetrieben ist.
[0004] Die Arbeitsweise solcher bekannten Maschenbildungssysteme folgt einem gemeinsamen
Prinzip. Mittels eines geeigneten Fadenführers werden Grund- und Plüschfaden getrennt
zugeführt. Der Grundfaden kommt in herkömmlicher Weise auf der Abschlagkante (Kuliere)
der Plüschplatine zu liegen während der Plüschfaden auf der genannten oberen bezüglich
der Kuliere erhöhten Platinennase liegt. Anschließend werden die neu gebildeten Maschen,
Grundfaden und Plüschfaden gemeinsam abgeschlagen. Diesem Prinzip folgen sowohl bekannte
Ausführungsformen mit nur einer Platine pro Stricksystem wie auch Systeme mit zwei
Platinen pro Stricksystem.
[0005] Die Höhe der Plüschhenkel ergibt sich dabei aus dem Abstand der Kuliere der Plüschplatine
zu der Innenkante des Hakens der (Zungen-)Nadel und damit aus den Abmessungen der
eingesetzten Plüschplatinen. Soll die Plüschhenkelhöhe geändert werden, müssen die
Plüschplatinen ausgetauscht werden. Dies ist bei z.B. 4000 Platinen pro Rundstrickmaschine
mit einem erheblichen Aufwand verbunden.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind außerdem Spezialplatinen bekannt, die eine Verstellung
der Plüschhenkelhöhe gestatten. Dazu wird auf die
JP 2005-299056 A verwiesen. Diese Druckschrift offenbart eine Grundplatine mit einer Abschlagkante
und eine an der Grundplatine schwenkbar gelagerte Plüschplatine, deren Nase in einem
variablen Abstand über der Abschlagkante steht. Der Plüschplatine ist eine Stellvorrichtung
zugeordnet, über die die Schwenkposition der Plüschplatine definiert einstellbar ist.
[0007] Die Einstellung der Schwenkposition der Plüschplatine ist kritisch. Ist die Schwenkposition
nicht für alle Stricksysteme und Plüschplatinen gleich, kann keine einheitliche Plüschware
erzielt werden. Vielmehr wäre mit Streifenbildung zu rechnen.
[0008] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit anzugeben, an einer
Strickmaschine die Plüschhenkelhöhe wunschgemäß einstellen zu können.
[0009] Die Erfindung wird mit einem Platinensatz nach Anspruch 1 gelöst:
Der erfindungsgemäße Platinensatz gestattet eine einfache Einstellung der Plüschhenkelhöhe.
Dabei wird weder ein komplizierter Plüschplatinenschwenkmechanismus notwendig, noch
müssen die Platinen einer Rundstrickmaschine ausgetauscht werden, wenn die Plüschhenkelhöhe
verstellt werden soll. Erreicht wird dies, indem Platinenpaare bestehend aus Kulierplatine
und Plüschplatine vorgesehen werden, wobei der Kulierplatine und der Plüschplatine
unterschiedliche Führungsflächen eines Platinenbetts zugeordnet sind. Beide Platinen
sind vorzugsweise gemeinsam in einem einzigen Kanal des Platinenrings angeordnet.
Die Ansteuerung der Platinen kann in herkömmlicher Weise durch Platinenschlösser erfolgen,
die auf die Füße der Platinen einwirken. Grundsätzlich genügt zum Antreiben eine gemeinsame
Schlossbahn für beide Platinen. Die Platinen werden durch diese Schlossbahn in Platinenlängsrichtung
synchron bewegt. Es ist alternativ möglich, zwei oder mehrere Schlossbahnen vorzusehen,
um die Platinen getrennt ansteuern zu können, d.h. unabhängig voneinander in Platinenlängsrichtung
vor und zurück bewegen zu können.
[0010] Mit dem erfindungsgemäßen Konzept ist es möglich, die Kulierplatine und die Plüschplatine
in einer Höhenrichtung in Bezug aufeinander zu verstellen. Die Höhenrichtung wird
senkrecht zu dem Boden des Kanals des Platinenrings, d.h. parallel zu den Kanalwänden
und quer zur Platinenlängsrichtung begriffen. Vorzugsweise wird nur die Plüschplatine
in der Höhe verstellt während die Kulierplatine nicht verstellt wird. Demgemäß sind
der Plüschplatine höhenverstellbare Führungsflächen des Platinenbetts zugeordnet,
während der Kulierplatine Führungsflächen des Platinenbetts zugeordnet sind, die nicht
höhenverstellbar sind. Die verstellbaren Führungsflächen sind an entsprechend verstellbaren
Auflageelementen ausgebildet. Damit kann die Höhe der Kulierplatine dem Nadelhub angepasst
sein, der meist nicht veränderlich ist. Durch die Höhenverstellung der Plüschplatine
kann die Länge der Plüschhenkel und somit auch die Florhöhe des zu erzeugenden Plüschs
verstellt werden.
[0011] Die Führungsflächen des Platinenbetts sind vorzugsweise verstellbare Auflageelemente,
die in Kanälen des Platinenrings angeordnet sind oder auch durch gesonderte, z.B.
an dem Strickzylinder angeordnete Elemente gebildet werden. Die verstellbaren Elemente
und ihre Führungsflächen erstrecken sich quer zu den Kanälen, in denen die Platinen
sitzen. Die Relativverstellung von Kulierplatine und Plüschplatine kann auch durch
Relativverstellung des Platinenrings und des Strickzylinders erfolgen, z.B. wenn die
Kulierplatinen an dem Strickzylinder und die Plüschplatinen an dem Platinenring gelagert
sind.
[0012] Die Kulierplatine und die Plüschplatine sitzen auf den Führungsflächen, vorzugsweise
jeweils mit geraden Kanten und gleiten auf den Führungsflächen. Die Führungskanten
sind dabei vorzugsweise in Platinenlängsrichtung orientiert. Die Führungskanten der
Kulierplatine und die Führungskanten der Plüschplatine sind vorzugsweise voneinander
in Längsrichtung beabstandet, um mit den unterschiedlichen Führungsflächen des Platinenbetts
in Eingriff zu kommen. Ergänzend oder alternativ können die Führungskanten der Plüschplatine
von den Führungskanten der Kulierplatine in Höhenrichtung, d.h. quer zu der Kantenlängsrichtung
voneinander beabstandet sein. Damit ist ein kompakter Aufbau der Führungselemente
erzielbar.
[0013] Vorzugsweise ist zumindest eine der beiden Platinen an derjenigen Stelle mit einer
Ausnehmung versehen, wo die benachbarte Platine eine Führungskante aufweist. Auf diese
Weise kann sichergestellt werden, dass jede Platine nur mit der jeweils ihr zugeordneten
Führungsfläche in Eingriff kommt. Damit unterscheiden sich die zu dem erfindungsgemäßen
Platinensatz gehörigen Kulierplatinen von denjenigen nach dem Stand der Technik dadurch,
dass zusätzliche Ausnehmungen vorgesehen sind, die verhindern, dass die den Plüschplatinen
zugeordnete Höhenverstelleinrichtung auf die Kulierplatinen wirkt.
[0014] Die beiden Platinen des erfindungsgemäßen Platinensatzes sind gemeinsam in einem
Kanal des Platinenrings angeordnet. Die Plüschplatine liegt nicht auf dem Boden des
Führungskanals sondern auf mindestens einem Auflageteil, das in seiner Höhe verstellbar
ist. Es kann ein zweites Lager dadurch gebildet werden, dass ein höhenverstellbares
Halteelement z.B. in eine stirnseitige Ausnehmung der Plüschplatine eingreift.
[0015] Die Plüschplatine kann mit oder ohne Niederhalternase ausgebildet werden. Die einzelnen
Elemente der Höhenverstellvorrichtung können an unterschiedlichen Stellen der Rundstrickmaschine,
beispielsweise an dem Platinentragring und/oder an dem Strickzylinder angeordnet werden.
[0016] Die Plüschplatine und die Kulierplatine können prinzipiell miteinander verbunden
werden, wobei die Verbindung eine Relativbewegung der beiden Platinen zumindest in
Höhenrichtung zulässt. Vorzugsweise stehen die Plüschplatine und die Kulierplatine
jedoch in loser Beziehung zueinander. D.h. sie sind miteinander nicht verbunden sondern
liegen Flachseite an Flachseite gemeinsam in dem Führungskanal des entsprechenden
Platinenbetts (beispielsweise des Platinenrings) und werden durch die Wände des Platinenkanals
zusammen gehalten.
[0017] Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
der Beschreibung, der Zeichnung oder Ansprüchen. Die Beschreibung beschränkt sich
auf wesentliche Aspekte der Erfindung und sonstiger Gegebenheiten. Die Zeichnung ist
ergänzend heranzuziehen. Sie offenbart weitere Details.
[0018] In der Zeichnung sind Beispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:
Figur 1 ein Stricksystem eingebettet in Platinenring und Strickzylinder in schematisierter
Vertikalschnittdarstellung,
Figur 2 ein Stricksystem in entsprechender Darstellung und abgewandelter Ausführungsform,
Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Stricksystems in Vertikalschnittdarstellung,
Figur 4 Stricksysteme nach Figur 3 in Draufsicht,
Figur 5 Stricksysteme nach Figur 3 in Vorderansicht,
Figur 6 eine weitere abgewandelte Ausführungsform eines Stricksystems in schematisierter
Vertikalschnittdarstellung und
Figur 7 eine weiter abgewandelte Ausführungsform des Stricksystems in Vertikalschnittdarstellung.
[0019] In Figur 1 ist ein Stricksystem zur Herstellung eines Gestricks mit Plüsch veranschaulicht.
Zu dem Stricksystem gehört eine Nadel 2, z.B. in Form einer Zungennadel. Die Nadel
2 weist einen Schaft auf, der endseitig einen Haken 3 trägt. Diesem ist eine schwenkbar
gelagerte Zunge 4 zugeordnet. Die Nadel 2 ist in einem Nadelkanal 5 eines Strickzylinders
6 längs, im Ausführungsbeispiel vertikal bewegbar gehalten. Zylinderfedern 7 halten
die Nadel 2 im jeweiligen Nadelkanal.
[0020] Dem Strickzylinder 6 ist ein Platinenring 8 zugeordnet, der radial orientierte Kanäle
9 zur Aufnahme von Platinenpaaren 10 aufweist. Den Kanal 9 begrenzende radial und
vertikal orientierte Kanalwände sind vorhanden, aber nicht dargestellt. Zu jedem Platinenpaar
10 gehört eine Kulierplatine 11 und eine Plüschplatine 12. Die Kulierplatine 11 und
die Plüschplatine 12 sind flache Blechteile, die mit einander zugewandten Flachseiten
an einander anliegen. Sie weisen jeweils einen Antriebsfuß 13, 14 auf, der in einen
Schlosskanal 15 eines Platinenschlosses 16 ragt. Eine Relativverdrehung des Platinenschlosses
16 gegen den Platinenring 8 um eine vertikale Drehachse, die konzentrisch zu der Drehachse
des Nadelzylinders 6 ist, führt zu einer synchronen Bewegung der Kulierplatine 11
und der Plüschplatine 12, deren Antriebsfüße 13, 14 dem unrunden Schlosskanal 15 folgen.
[0021] Die Kulierplatine 11 weist an ihrer in Figur 1 unteren Schmalseite eine Führungskante
17, 18 auf, die durch eine Ausnehmung 19 unterbrochen ist und die dem Boden 20 des
Platinenkanals 9 zugewandt ist. Der Boden 20 bildet eine Führungsfläche für die Führungskante
17, 18. Die Kulierplatine 11 gleitet in Platinenlängsrichtung 21, die mit der Radialrichtung
des Platinenrings 8 und mit der Längsrichtung der Führungskante 17, 18 übereinstimmt,
auf dem Boden 20 hin und her.
[0022] Die Führungskante 17 kann so lang ausgebildet sein, dass sie an der Nadel 2 vorbeiläuft,
um bedarfsweise auf einer weiteren Führungsfläche 22 zu gleiten, die beispielsweise
an der oberen ringförmigen Stirnseite des Nadelzylinders 6 ausgebildet ist.
[0023] Die Führungskante 17 kann auch in zwei parallel ausgebildeten in der Höhe beanstandeten
Ebenen ausgebildet sein.
[0024] Die Kulierplatine 11 ist in ihrer Höhe nicht verstellbar. Unabhängig von allen gewählten
Einstellungen arbeitet sie auf dem Boden 20 hin und her gleitend in gegebener Höhe.
Ihre an ihrem vorderen Ende vorgesehene obere Kante 23 dient zum Kulieren des Gestricks.
[0025] Die zu dem Platinenpaar 10 gehörige Plüschplatine 12 ist höhenverstellbar angeordnet.
Dazu ist in dem Platinenring 8 ein den Boden 20 durchsetzender Kanal 24 angeordnet,
der quer zu dem Platinenkanal 9 verläuft. In dem Kanal 24 ist eine höhenverstellbare
Auflage 25 vorgesehen, deren Oberseite eine Führungsfläche 26 für die Plüschplatine
12 bildet. Die Plüschplatine 12 weist an ihrer Unterseite eine gerade Führungskante
27 auf, die auf der Führungsfläche 26 in Kantenlängsrichtung (Pfeil 21) hin und her
gehend gleiten kann. Die Auflage 25 bleibt dabei vorzugsweise in Ruhe und bestimmt
die Höhenposition, auf der die Plüschplatine 12 gleitet. Die eigentliche Führungskante
27 ist derjenige Teil der unteren Schmalseite der Plüschplatine 12, der mit der Auflagefläche
26 in Berührung kommen kann. Entsprechendes gilt in Bezug auf die Führungskante 17
im Hinblick auf die Auflageflächen 20, 22. Die Führungskante 27 der Plüschplatine
12 kann wie die Führungskante 17 der Platine 11 auch in zwei parallel ausgebildeten
in der Höhe beanstandeten Ebenen ausgebildet sein.
[0026] Die Plüschplatine 12 kann an ihrem vorderen, dem Kopf der Nadel 2 benachbarten Ende
einen Längsschlitz 28 aufweisen, der von zwei vorzugsweise geraden Kanten 29, 30 begrenzt
wird. Dieser Längsschlitz 28 erstreckt sich in Nadellängsrichtung. Er dient als Lagerschlitz
zur Lagerung der Plüschplatine 12 an einer höhenverstellbaren Auflage 31, die z.B.
an der Stirnseite des Strickzylinders 6 angeordnet ist. Die Kanten 29, 30 bilden Führungskanten,
denen vorzugsweise ebene Führungsflächen 32, 33 der höhenverstellbaren Auflage 31
zugeordnet sind. Zwischen einzelnen Platinenpaaren 10 können an der Auflage 31 vorgesehene,
in Figur 1 gestrichelt angedeutete Stege 47 vorgesehen sein, zwischen denen die Kulierplatine
11 und die Plüschplatine 12 gefasst sind.
[0027] Wie aus Figur 1 ersichtlich, sind die Führungskanten 17, 18 der Kulierplatine 11
von der Führungskante 27 der Plüschplatine bezogen auf die Platinenlängsrichtung 21
beabstandet. Hingegen sind die Führungskanten 27, 30 der Plüschplatine 12 gegen die
Führungskante 17 der Kulierplatine 11 in Höhenrichtung beabstandet. Die Kulierplatine
11 weist in Nachbarschaft zu der Führungskante 27 der Plüschplatine 12 die Ausnehmung
19 auf. Die Plüschplatine 12 weist in ihrem Endbereich, der vom Antriebsfuß 14 abliegt,
in Nachbarschaft zu der Führungskante 17 der Kulierplatine 11 eine Ausnehmung in Gestalt
des Schlitzes 28 auf. Die Kulierplatine 11 weist in ihrem Endbereich, der vom Antriebsfuß
13 abliegt einen Schlitz 48 auf. Dieser Schlitz 48 ist in seinen Abmessungen größer
als der Schlitz 28 der Plüschplatine 12, vorzugsweise weist er eine größere Höhe auf.
Dadurch kann die Auflage 31 die in den Schlitz 48 reicht in der Höhe verstellt werden,
ohne dass dadurch die Position der Kulierplatine 11 beeinflusst wird. Die Auflage
31 reicht zusätzlich in den Schlitz 28 der Plüschplatine 12 und kann zu Höhenverstellung
dieser dienen. Die Höhe des Schlitzes 48 der Kulierplatine 11 beschreiben den Bewegungsraum
des Schlitzes 28 in vertikaler Richtung der Plüschplatine 12.
[0028] Die Plüschplatine 19 weist eine Plüschnase 34 zur temporären Aufnahme einer Halbmasche
zur Ausbildung von Plüschhenkeln auf. Durch Höhenverstellung der Plüschplatine 12
in Bezug auf die Kulierplatine 11 kann der Vertikalabstand der oberen Kante der Plüschnase
34 von der Kante 23 und somit die Größe oder Länge der Plüschhenkel verstellt werden.
Die Plüschnase 34 dient zusätzlich als Niederhalter für das unter ihr liegende Gestrick.
[0029] Das insoweit beschriebene Stricksystem arbeitet wie folgt:
In Betrieb wird die Nadel 2 vertikal auf und ab bewegt, wobei sie im ausgetriebenen
Zustand jeweils einen Grundfaden und einen Plüschfaden aufnimmt. Mit dem Grundfaden
bildet sie ein Gestrick, indem sie im Rückhub jeweils den Faden durch die auf dem
Nadelschaft sitzende Halbmasche zieht, die ihre Auflage auf der Kante 23 findet. Den
Plüschfaden legt die Nadel dabei auf der Plüschnase 34 ab.
[0030] Sollen größere Plüschhenkel gestrickt werden, muss die Plüschplatine 12 nach oben
verstellt werden. Dies geschieht, indem die Auflagen 25, 31 synchron zueinander relativ
zu dem Strickzylinder 6 und dem Platinenring 8 vertikal nach oben verstellt werden.
Zur Verkleinerung der Plüschhenkel werden die Auflagen 31, 25 hingegen vertikal nach
unten verstellt. Die Stellbewegung ist etwa parallel zu der Austriebsbewegung der
Nadel 2 und quer zu der Längsrichtung 21 der Platinen 11, 12 gerichtet.
[0031] Figur 2 veranschaulicht ein geringfügig abgewandeltes Ausführungsbeispiel. Die vorstehende
Beschreibung gilt unter Zugrundelegung gleicher Bezugszeichen entsprechend. Ergänzend
wird darauf hingewiesen, dass die Kulierplatine 11 mit einem gestrichelt veranschaulichten
Niederhalter 35 versehen ist, der neben der Plüschnase 34 steht. Der Niederhalter
35 dient dazu, das Aufsteigen des Gestricks beim Austreiben der Nadel 2 zu verhindern.
Diese sonst der Plüschnase 34 der Plüschplatine 12 zukommende Funktion wird nun auf
den Niederhalter 35 der Kulierplatine 11 übertragen. Dadurch sind größere Verstellhübe
zwischen der Kulierplatine 11 und der Plüschplatine 12 möglich, ohne deren Funktion
zu gefährden.
[0032] Eine abgewandelte Ausführungsform des vorstehend beschriebenen Stricksystems zeigen
die Figuren 3 bis 5. Es werden in der nachfolgenden Beschreibung für Teile, die mit
den vorbeschriebenen Teilen im Wesentlichen, insbesondere hinsichtlich ihrer Funktion
übereinstimmen, gleiche Namen und Bezugszeichen verwendet, wobei ergänzend zur nachfolgenden
Erläuterung auf die vorstehende Beschreibung verwiesen wird.
[0033] Bei der Ausführungsform nach Figur 3 ist die Plüschplatine 12 in dem Platinenkanal
des Platinenrings 8 angeordnet während die Abschlagplatine bzw. Kulierplatine 11 in
entsprechenden, an dem Strickzylinder 6 ausgebildeten Kanälen sitzt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
übernimmt der Platinenring 8 die Funktion der Auflage 25 und die Führungsfläche 26
übernimmt die Funktion des Bodens 20. Vorzugsweise ist die Kulierplatine 11 formschlüssig
an dem Strickzylinder 6 gehalten. Dadurch ist die Kulierplatine 11 ortsfest gehalten
und weist keinen Antriebsfuß auf. Solche Kanäle können sich beispielsweise ausgehend
von der Stirnseite des Strickzylinders 6 über eine seiner Wandungsflächen erstrecken.
Die der Maschenbildung dienende Abschlagplatine 11 überlappt sich mit dem Arbeitsteil
der Plüschplatine 12 in Nachbarschaft der Nadel 2 bzw. des Hakens 3. Die Plüschplatine
12 ist vorzugsweise als flaches Blech ausgebildet, das an der Plüschnase 34 und dem
sich an sie anschließenden Teil seitlich abgewinkelt sein kann. Diese Maßnahme kann
dazu genutzt werden, die Oberkante 36 der Plüschplatine 12, wie Figur 5 zeigt, mittig
zwischen benachbarte Nadeln 2, 2' bzw. deren Haken 3, 3' einzustellen. Die Abschlagplatine
11 kann, wie insbesondere Figur 4 zeigt, einen breiten Stützabschnitt 37 aufweisen,
der den Abstand zwischen benachbarten Plüschplatinen 12 überbrückt.
[0034] Bei dieser Ausführungsform kann der gesamte Platinenring 8 höhenverstellbar ausgebildet
sein. Ebenso kann das Platinenschloss 16 synchron höhenverstellbar sein, um den Abstand
zwischen dem Platinenschloss 16 und dem Platinenring 8 konstant zu halten. Der Platinenring
8 kann mittels Linearführungen 38, 39 vertikal verstellbar gelagert sein. Die Linearführungen
38, 39 können an einen Platinenträgerring 40 angeordnet sein. Zur Höhenverstellung
ist dann z.B. zwischen dem Platinenträgerring 40 und dem Platinenring 8 eine Höhenverstelleinrichtung
41 angeordnet. Der Platinenträgerring 40 kann über eine Klemmeinrichtung 42 mit dem
Nadelzylinder 6 verbunden sein.
[0035] Eine weitere abgewandelte Ausführungsform veranschaulicht Figur 6. Diese beruht grundsätzlich
auf der Ausführungsform nach Figur 1 oder 2, wobei unter Zugrundelegung gleicher Bezugszeichen
auf die entsprechende Beschreibung verwiesen wird. Um Unterschied zu der betreffenden
Beschreibung ist jedoch die Auflage 31 nicht an dem Strickzylinder 6 sondern an dem
Platinenring 8 angeordnet. Die Auflage 31 greift mit einem entsprechenden Vorsprung
in einen Schlitz 28', der an dem hinteren Ende der Plüschplatine 12 angeordnet ist.
Dagegen ist die Auflage 25 in einem radialen Abstand zu der Auflage 31 z.B. an dem
dem Strickzylinder 6 zugewandten Ende des Platinenrings 8 angeordnet. Während die
Plüschplatine 12 mit ihren Führungskanten 27, 29, 30 an den verstellbaren Auflagen
25, 31 gelagert ist, ist die Kulierplatine 11 mit ihren Führungskanten 17, 18 an bzgl.
der Austriebsrichtung der Nadel 2 ortsfesten Elementen und Flächen 20, 22 gelagert.
[0036] Die Verstellung der Plüschgröße erfolgt durch Verstellung der Höhe der Plüschnase
34 in Bezug auf die Kante 23 der Kulierplatine 11 wie vorstehend beschrieben.
[0037] Basierend auf den vorstehenden Ausführungsformen ist eine weitere Ausführungsform
der Erfindung möglich, bei der die Kulierplatine 11 von der Plüschplatine 12 angetrieben
wird. Nur die Plüschplatine 12 weist den Fuß 14 auf während die Kulierplatine 11 bezogen
auf die Platinenlängsrichtung 21 mit der Plüschplatine 12 verbunden ist. In Verstellrichtung,
die mit der Nadelaustriebsrichtung übereinstimmt, kann die Kulierplatine 11 gegen
die Plüschplatine 12 bewegt werden. Dies wird durch Linearführungen, beispielsweise
Kulissenführungen in Gestalt von Langlöchern 43, 44 ermöglicht, die in einer der Platinen,
beispielsweise der Plüschplatine 12 vorgesehen sind, während in diese Langlöcher 43,
44 greifende Nasen, Zapfen oder sonstige Vorsprünge 45, 46 mit der Kulierplatine 11
verbunden sind. Die Relativverstellung der Plüschplatine 12 zu der Kulierplatine 11
erfolgt hier durch Höhenverstellung der Kulierplatine 11 mittels der Auflage 31. Diese
greift in den Schlitz 28', der in diesem Fall an der Kulierplatine 11 ausgebildet
ist. Auch durch diese Maßnahme lässt sich die Plüschhenkelhöhe verstellen.
[0038] Es wird ein Platinensatz vorgeschlagen, zu dem eine Kulierplatine 11 und eine Plüschplatine
12 gehören. Die Platinen 11, 12 sind gemeinsam quer zu einer Stricknadel 2 bewegbar.
Sie weisen voneinander beabstandete Kanten zur Aufnahme von Maschen auf. Zur Verstellung
des Abstands dieser Kanten können die Platinen 11, 12 in Nadelaustriebsrichtung relativ
zueinander bewegt werden. Dazu weisen sie voneinander beabstandete Führungskanten
17, 18; 27, 29, 30 auf, die mit unterschiedlichen Auflageflächen bzw. Führungsflächen
20, 22; 26, 32, 33 in Berührung stehen.
Bezugszeichen
[0039]
- 1
- Stricksystem
- 2, 2'
- Nadel
- 3, 3'
- Haken
- 4
- Zunge
- 5
- Nadelkanal
- 6
- Strickzylinder
- 7
- Zylinderfedern
- 8
- Platinenring
- 9
- Platinenkanal
- 10
- Platinenpaar
- 11
- Kulierplatine
- 12
- Plüschplatine
- 13, 14
- Antriebsfuß
- 15
- Schlosskanal
- 16
- Platinenschloss
- 17, 18
- Führungskante
- 19
- Ausnehmung
- 20
- Boden
- 21
- Platinenlängsrichtung
- 22
- Führungsfläche
- 23
- Kante
- 24
- Kanal
- 25
- Auflage
- 26
- Führungsfläche
- 27
- Führungskante
- 28, 28'
- Längsschlitz
- 29, 30
- Kanten/Führungskanten
- 31
- Auflage
- 32, 33
- Führungsflächen
- 34
- Plüschnase
- 35
- Niederhalter
- 36
- Kante
- 37
- Stützabschnitt
- 38, 39
- Linearführung
- 40
- Platinenträgerring
- 41
- Höhenverstelleinrichtung
- 42
- Klemmeinrichtung
- 43, 44
- Langlöcher
- 45, 46
- Nasen
- 47
- Stege
- 48
- Schlitz
1. Platinensatz für Stricksysteme (1) zur Erzeugung von Plüschware,
mit einer Kulierplatine (11) und mit einer Plüschplatine (12), die jeweils Flachseiten
aufweisen und in Gebrauch mit zwei einander zugewandten Flachseiten aneinander anliegen,
wobei die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) voneinander beabstandete Führungskanten
(17, 18; 27, 29, 30) aufweisen, die unterschiedlichen Führungsflächen (20, 22; 26,
32, 33) einer Platinenaufnahmeeinrichtung zugeordnet sind.
2. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) gerade Kanten sind.
3. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) in Platinenlängsrichtung (21) orientiert
sind.
4. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) der Platinen (11, 12) in Platinenlängsrichtung
(21) voneinander beabstandet sind.
5. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) der Platinen (11, 12) quer
zu der Platinenlängsrichtung (21) voneinander beabstandet sind.
6. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu einer Führungskante (17, 18; 27, 29, 30) einer der Platinen (11, 12) benachbart
eine Ausnehmung (19, 28) der anderen Platine (12, 11) angeordnet ist.
7. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) von einer gemeinsamen Antriebseinrichtung
(16) angetrieben sind.
8. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) jeweils einen Antriebsfuß (13,
14) aufweisen.
9. Platinensatz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsfüße (13, 14) der Kulierplatine (11) und der Plüschplatine (12) mit dem
gleichen Schloss (16) in Verbindung stehen.
10. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Plüschplatine (11) und die Kulierplatine (12) untereinander in loser Beziehung
stehen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Platinensatz zum Einsatz in einer Platinenaufnahmeeinrichtung für Stricksysteme (1)
zur Erzeugung von Plüschware,
mit einer Kulierplatine (11) und mit einer Plüschplatine (12), die jeweils Flachseiten
aufweisen und in Gebrauch mit zwei einander zugewandten Flachseiten aneinander anliegen,
wobei die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) voneinander beabstandete Führungskanten
(17, 18; 27, 29, 30) aufweisen, die unterschiedlichen Führungsflächen (20, 22; 26,
32, 33) der Platinenaufnahmeeinrichtung zugeordnet sind.
2. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) gerade Kanten sind.
3. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) in Platinenlängsrichtung (21) orientiert
sind.
4. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) der Platinen (11, 12) in Platinenlängsrichtung
(21) voneinander beabstandet sind.
5. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verschiedenen Führungskanten (17, 18; 27, 29, 30) der Platinen (11, 12) quer
zu der Platinenlängsrichtung (21) voneinander beabstandet sind.
6. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu einer Führungskante (17, 18; 27, 29, 30) einer der Platinen (11, 12) benachbart
eine Ausnehmung (19, 28) der anderen Platine (12, 11) angeordnet ist.
7. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) von einer gemeinsamen Antriebseinrichtung
(16) angetrieben sind.
8. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulierplatine (11) und die Plüschplatine (12) jeweils einen Antriebsfuß (13,
14) aufweisen.
9. Platinensatz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsfüße (13, 14) der Kulierplatine (11) und der Plüschplatine (12) mit dem
gleichen Schloss (16) in Verbindung stehen.
10. Platinensatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Plüschplatine (11) und die Kulierplatine (12) untereinander in loser Beziehung
stehen.