[0001] Die Erfindung betrifft eine Schwelle für ein Gleis für Schienenfahrzeuge mit einem
Schwellenkörper, der in Gebrauchslage eine Schienen zugewandte Oberseite und eine
dazu gegenüberliegende, auf einem Schotterbett zu verlegende Unterseite aufweist und
wahlweise mit einer schwingungsdämpfenden Beschichtung versehen ist, wobei im Bereich
der Unterseite des Schwellenkörpers Schotterkörner gehalten sind, welche von der Schwelle
abstehen und in Gebrauchslage der Schwelle benachbarte Schotterkörner des Schotterbetts
kontaktieren, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Schwellen für Gleisanlagen wurden zumeist aus Holz gefertigt, allerdings wird zunehmend
auch Beton verwendet. Die Erfahrung mit Betonschwellen hat allerdings gezeigt, dass
etwa bei einer Verlegung des Gleises in einem Schotterbett die Schotterkörner die
Betonschwellen im eingebauten Zustand nur punktuell berühren. Damit kommt es an den
(geringen) Berührflächen bei der Überfahrt von Schienenfahrzeugen zu großen lokalen
Belastungen der Schotterkörner. Die Folge ist die rasche Abnützung und mitunter auch
die Zerstörung des Schotters, was negative Auswirkungen auf die Lagequalität des Gleises
hat.
[0003] Dieser Effekt war bei Holzschwellen nicht festgestellt worden. Es zeigte sich vielmehr,
dass Holzschwellen nach einer gewissen Liegedauer an der Unterseite Einkerbungen bzw.
Abdrücke der Schotterkörner aufweisen. Holz erweist sich somit als ausreichend weich,
um ein Eindrücken der (harten) Schotterkörner in die Schwelle zu ermöglichen. Dadurch
wird die Kontaktfläche erhöht und die lokale Schotterbeanspruchung reduziert. Zur
Verminderung der Schotterbeanspruchung wird in den letzten Jahren immer öfter an der
Unterseite der Betonschwelle eine Schicht eines elastischen Werkstoffes eingebracht,
die - wie bei der Holzschwelle - die Kontaktfläche zwischen Betonschwelle und Schotterbett
erhöhen soll. Diese Beschichtung wird im gegenständlichen Fachgebiet auch als "Besohlung"
der Schwellen bezeichnet.
[0004] Im Hinblick auf den Erschütterungsschutz ist es mitunter vorteilhaft, eine elastische
Beschichtung vorzusehen, um einerseits das dynamische Verhalten der Gleisanlage zu
optimieren und andererseits die Schwingungsübertragung von der Schwelle auf den Untergrund
und somit die Entstehung und Ausbreitung von Körperschall zu reduzieren. Die Besohlung
an der Unterseite des Schwellenkörpers kann dafür verwendet werden.
[0005] Praktische Versuche mit besohlten Schwellen haben wiederum gezeigt, dass für eine
gute Lagequalität des Gleises die elastische Beschichtung unter der Schwelle relativ
hart sein muss. Demgegenüber benötigt man eine relativ weiche Beschichtung unter der
Schwelle, wenn man den Schwingungsschutz eines Gleises erhöhen will, d.h. wenn man
die Übertragung der bei der Zugüberfahrt entstehenden Vibrationen und Erschütterungen
mindern will. Ist die elastische Beschichtung hinreichend weich, würde zwar das Schotterbett
geschont, die Lagequalität des Gleises würde allerdings beeinträchtigt werden. In
solchem Falle wäre die Position der Gleise nicht hinreichend definiert und zuverlässig
gesichert.
[0006] Insbesondere erweist es sich bei der Anordnung von schwingungsdämpfenden Beschichtungen
an Schwellen als schwierig, den Einfluss dieser Beschichtungen auf das Schwingungs-
und Schallabstrahlverhalten des in akustischer Hinsicht komplexen Schwellen-/Gleissystems
einzuschätzen.
[0007] Um einen guten Kontakt des Schwellenkörpers zum umliegenden Schotterbett zu ermöglichen,
ist es aus der
JP 9 256 302 A bekannt, einen Gleis-Schwellenkörper mit einer zerklüfteten Unterseite zu versehen
oder an der Schwellenkörper-Unterseite Schotterkörner mittels Polystyrolschaum anzuhaften.
Die an der Schwellenkörper-Unterseite gehaltenen Schotterkörner sind von der gleichen
Art bzw. weisen die gleiche Form und Größe auf wie die in Gebrauchslage dazu benachbarten
Schotterkörner des Schotterbetts, sodass sich zwischen dem Schwellenkörper und dem
Schotterbett eine nur ungenügende und unflexible Verzahnung ergibt.
[0008] Es ist daher das Ziel der vorliegenden Erfindung, den Kontakt zwischen dem Schwellenkörper
der Schwelle und dem Schotterbett zu verbessern und eine erhöhte Lagequalität des
Gleises auch über eine längere Nutzungszeit hinweg sicherzustellen.
[0009] Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, den Schwingungsschutz des Gleises zu erhöhen
und von auf den Gleisen fahrenden Schienenfahrzeugen hervorgerufene Schall- und Erschütterungswirkungen
zu minimieren. Das Schwingungsverhalten des Schwellen-/Gleissystems soll dabei jedoch
ausreichend stabilisiert sein, insbesondere sollen keine unkalkulierbaren Schwingungseffekte
entstehen. Eine solche Schwelle soll des Weiteren einfach und kostengünstig zu fertigen
sein.
[0010] Die genannte Aufgabe wird durch eine Schwelle mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht.
Anspruch 1 bezieht sich auf eine Schwelle für ein Gleis für Schienenfahrzeuge mit
einem Schwellenkörper, der in Gebrauchslage eine den Schienen zugewandte Oberseite
und eine dazu gegenüberliegende, auf einem Schotterbett zu verlegende Unterseite aufweist
und wahlweise mit einer schwingungsdämpfenden Beschichtung versehen ist, wobei im
Bereich der Unterseite des Schwellenkörpers Schotterkörner gehalten sind, welche von
der Schwelle abstehen, und in Gebrauchslage der Schwelle benachbarte Schotterkörner
des Schotterbetts kontaktieren.
[0011] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass die Volumina der überwiegenden Anzahl der
an der Schwelle gehaltenen Schotterkörner jeweils ein Drittel bis zwei Drittel, vorzugsweise
45 bis 55 % der Volumina der in Gebrauchslage der Schwelle dazu benachbarten Schotterkörner
des Schotterbetts betragen.
[0012] Indem also am Schwellenkörper in das umliegende Schotterbett hineinragende Schotterkörner
vorgesehen sind, welche gegenüber den im Schotterbett vorhandenen Schotterkörnern
eine deutlich geringere Größe aufweisen, ergibt sich eine hinsichtlich der Lagestabilität
der Schwelle und somit des Gleises sehr vorteilhafte Verzahnung der an der Schwelle
angebrachten (relativ statischen) Schotterkörner mit den benachbarten (losen oder
relativ zueinander komprimierten) Schotterkörnern des Schotterbetts.
[0013] Ein durchschnittliches am Schwellenkörper gehaltenes Schotterkorn weist also die
genannte Größe auf bzw. das Volumen dieses Schotterkorns beträgt 1/3 - 2/3, vorzugsweise
45 - 55 % des Volumens eines durchschnittlichen Schotterkorns des Schotterbetts.
[0014] Es versteht sich, dass zur Erzielung des erfindungsgemäßen Verzahnungseffekts nicht
sämtliche am Schwellenkörper gehaltenen Schotterkörner ein um die genannten Relationen
kleineres Volumen aufweisen müssen, sondern im Zuge des Fertigungsprozesses der erfindungsgemäßen
Schwelle auch einige von der angestrebten Größe abweichende Schotterkörner am Schwellenkörper
angebracht sein können. Jedenfalls weist mindestens die Hälfte der am Schwellenkörper
gehaltenen Schotterkörner die genannte Größe auf.
[0015] Die an der Schwelle angebrachten Schotterkörner können sich hierbei optimal in die
Zwischenräume zwischen den Schotterkörnern des Schotterbetts einfügen. Auf diese Weise
wird zwischen den an der Schwelle gehaltenen Schotterkörnern und den umliegenden Schotterkörnern
des Schotterbetts ein besonders vorteilhafter Verzahnungseffekt erzielt. Somit ist
eine optimale Lastverteilung zwischen Schwelle und Schotterbett möglich.
[0016] Durch die Bereitstellung einer auf diese Weise naturnah ausgestalteten Kontaktoberfläche
der Schwelle zum umliegenden Schotterbett werden benachbarte Schotterkörner des Schotterbetts
somit nicht mehr durch hohe lokale Druckbelastung abgenützt oder zermalmt, sondern
können ihre Form und Struktur auch bei fortgesetztem Schienfahrzeugbetrieb im Wesentlichen
bewahren.
[0017] Selbstverständlich muss es sich bei den an der Schwelle gehaltenen Schotterkörnern
nicht um natürlichen Gesteinsbruch handeln, sondern es können auch artifiziell gefertigte
Elemente aus beliebigen Materialien Einsatz finden, um mit den benachbarten Schotterkörnern
des Schotterbetts eine Verzahnung herzustellen.
[0018] Insbesondere dann, wenn die an der Schwelle gehaltenen Schotterkörner gemäß den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 2 aus einem abriebfesteren Material bestehen als die in Gebrauchslage
der Schwelle dazu benachbarten Schotterkörner des Schotterbetts, wird eine besonders
dauerhafte Struktur der Schwelle erzielt. Zufolge der im Vergleich zu den Schotterkörnern
des Schotterbetts höheren Abriebfestigkeit bzw. Härte der an der Schwelle gehaltenen
Schotterkörner ergibt sich eine größere Verschleißresistenz und somit eine höhere
Lebensdauer der erfindungsgemäßen Schwelle.
[0019] Eine besonders einfache und kostengünstige Herstellung erfindungsgemäßer Schwellen
wird gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 3 ermöglicht, indem der Schwellenkörper
aus Beton gefertigt ist und die Schotterkörner unmittelbar in den Schwellenkörper
teilweise versenkt bzw. eingegossen sind.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Schwelle gemäß den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 4 ist es jedoch vorgesehen, dass die Unterseite
des Schwellenkörpers eine Beschichtung aufweist, in welcher die Schotterkörner gehalten,
vorzugsweise eingegossen bzw. teilweise versenkt sind. Auf diese Weise wird zusätzlich
zur beschriebenen Lagestabilisierung der Schwelle bzw. des Gleises das weitere Ziel
der Erfindung realisiert, den Schwingungsschutz des Gleises zu erhöhen und von auf
den Gleisen fahrenden Schienenfahrzeugen hervorgerufene Schall- und Erschütterungswirkungen
zu minimieren. Bei der Beschichtung kann es sich auch um ein vorgefertigtes, separates
Element handeln, welches an die Unterseite des Schwellenkörpers angeklebt oder in
sonstiger Weise befestigt wird.
[0021] Um eine optimale Dämpfung von während des Schienenfahrzeugbetriebs auftretenden Vibrationen
und Erschütterungen bzw. damit verbundenen Geräuschen zu erzielen und gleichzeitig
jedoch das Schwingungsverhalten des Schwellen-/Gleissystems ausreichend zu stabilisieren,
besteht eine solche Beschichtung in einer bevorzugten Ausführungsform gemäß den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 5 aus einem viskoelastischen oder viskoplastischen Werkstoff,
also aus Materialien mit teilweise elastischem, teilweise viskosem Verhalten. Derartige
Werkstoffe relaxieren nach erfolgter Belastung nur unvollständig, während verbleibende
Energie in Form von Fließvorgängen bzw. Retardation abgebaut wird. Die Viskoelastizität
bzw. Viskoplastizität der gegenständlichen Beschichtungswerkstoffe ist temperatur-,
zeit- und frequenzabhängig. Die Zusammensetzung viskoelastischer Beschichtungswerkstoffe
kann etwa so ausgesteuert werden, dass die Beschichtung bei langsamer Kräfteeinwirkung
bzw. Gewichtsbelastung zäh wie eine hochviskose Flüssigkeit reagiert, bei plötzlicher
Kräfteeinwirkung bzw. Gewichtsbelastung dagegen elastisch wie ein Festkörper.
[0022] Weist der Beschichtungswerkstoff überwiegend viskoplastische Eigenschaften auf, wie
dies etwa bei einem bitumenhältigen Werkstoff der Fall ist, so kann sich die die Schotterkörner
haltende Beschichtung unter einer Kraft- bzw. Gewichtseinwirkung verformen und behält
diese Form auch nach einer solchen Einwirkung im Wesentlichen bei. Auf diese Weise
können die einzelnen mittels der Beschichtung an der Schwelle gehaltenen Schotterkörner
ihre Lage relativ zu den benachbarten Schotterkörnern des Schotterbetts in geeigneter
Weise anpassen und behalten diese ideal verzahnte Lage nach erfolgter Betriebsbeanspruchung
durch das Gleis frequentierende Schienenfahrzeuge auch weiterhin bei.
[0023] Selbstverständlich können die beschriebenen Elastizitäts- und Plastizitätseigenschaften
der Beschichtung aufgrund definierter Werkstoffzusammensetzungen graduell ausgesteuert
werden, sodass also eine irreversible Verformung der Beschichtung nur bis zu einem
definierten Maß zugelassen wird, während die Beschichtung ansonsten im Belastungsfalle
im Wesentlichen elastisch reagiert, sich also wieder in ihre ursprüngliche Form zurückbegibt.
[0024] Beim Beschichtungswerkstoff kann es sich gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 6 um Gummigranulat oder Bitumen bzw. einem Bitumengemisch oder extrudiertes
Polystyrol oder Kautschuk handeln.
[0025] Selbstverständlich können als Beschichtungswerkstoffe jedoch auch klassische elastische
Materialien, welche also nach temporärer Deformation zufolge einer statischen oder
dynamischen Belastung ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen wieder vollkommen einnehmen,
Einsatz finden.
[0026] Gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 7 ist es weiterhin möglich, dass
die Beschichtung aus einem im Wesentlichen starren Werkstoff, vorzugsweise aus Beton
besteht. Eine im Wesentlichen starre Beschichtung gewährleistet höchste Lagestabilität
der Schwelle im Schotterbett, wobei im Sinne einer ökonomischen Fertigung der Schwelle
kostengünstige Werkstoffe wie etwa Beton herangezogen werden können.
[0027] In einer alternativen Ausführung der erfindungsgemäßen Schwelle gemäß den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 8 kann die Beschichtung auch aus Holz oder aus einem Holzverbundwerkstoff
ausgeführt sein. Neben der kostengünstigen Herstellung derartiger Holz-Beschichtungen
erweist sich der Werkstoff Holz im vorliegenden Anwendungsgebiet auch hinsichtlich
seiner plastischen Eigenschaften und leichten Bearbeitbarkeit als vorteilhaft.
[0028] Um einerseits das dynamische Verhalten bzw. die Lagestabilität der Schwelle zu optimieren
und andererseits eine zufrieden stellende Reduktion der Schwingungsübertragung von
der Schwelle zum Schotterbett zu erzielen, weist die Beschichtung gemäß den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 9 eine Dicke von 10 bis 50 mm auf.
[0029] Um besonderen Anforderung an die Schwelle hinsichtlich Schwingungsdämpfung und/oder
Lagestabilität gerecht zu werden, kann es gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 10 auch vorgesehen sein, dass die Beschichtung aus mehreren Schichten aufgebaut
ist. Auf diese Weise können z.B. aufgrund ihrer Plastizitäts-, Elastizitäts- oder
schwingungsdämpfenden Eigenschaften besonders hervorragende Werkstoffe miteinander
kombiniert werden.
[0030] Gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 11 ist es vorgesehen, dass die
Unterseite des Schwellenkörpers ausgesparte Bereiche aufweist, in welchen keine Schotterkörner
gehalten bzw. keine Beschichtung angebracht ist. Diesem Merkmal zufolge wird eine
sichere und platzsparende Lagerung der erfindungsgemäßen Schwellen ermöglicht. Indem
einzelne Schwellen in jenen an der Unterseite des Schwellenkörpers ausgesparten Bereichen
z.B. auf Staffelhölzern auflagern, kann eine beliebige Anzahl an Schwellen in kompakter
Weise übereinander gestapelt und auf diese Weise gelagert oder transportiert werden.
[0031] In einer bevorzugten Ausführung der erfindungsgemäßen Schwelle gemäß den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 12 ist es vorgesehen, dass nur jene Bereiche der Unterseite
des Schwellenkörpers mit Schotterkörnern versehen sind, in welchen - in einer Draufsicht
auf die in Gebrauchslage befindliche Schwelle betrachtet - die am Schwellenkörper
aufliegenden Schienen verlaufen.
[0032] Eine derartige Fertigungsvariante erweist sich als besonders fertigungsökonomisch
und ressourcenschonend.
[0033] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig.1
- eine schematische Darstellung des Querschnitts einer erfindungsgemäßen Schwelle
- Fig.2
- eine schematische Darstellung mehrerer übereinander gestapelter erfindungsgemäßer
Schwellen
- Fig.3
- eine schematische Darstellung miteinander verzahnter Schotterkörner der erfindungsgemäßen
Schwelle und des Schotterbetts
[0034] In Fig.1 ist ein Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Schwelle 1 gezeigt, die
in einem Schotterbett 10 verlegt ist. Die Schwelle 1 umfasst einen Schwellenkörper
2 mit einer Oberseite 3, auf der eine Schiene 6 in einschlägig bekannter Weise montiert
ist, sowie eine Unterseite 4. Die Schwelle 1 kann einen einteilig ausgeführten Schwellenkörper
2 aufweisen, in dessen beiden Endbereichen jeweils eine Schiene 6 montiert wird, oder
auch zwei separate Schwellenkörper 2, die durch einen geeigneten Distanzhalter verbunden
sind. Im letzteren Fall werden die beiden Schwellenkörper 2 auch als Bi-Block-Schwelle
bezeichnet. Der Schwellenkörper 2 wird in der Regel aus Beton bestehen, selbstverständlich
kann dieser aber auch aus anderen Materialien, etwa aus Holz gefertigt sein.
[0035] Das Schotterbett 10, in welchem die Schwelle 1 verlegt ist, besteht aus einer Vielzahl
an Schotterkörnern 10b, welche durch externe Krafteinwirkung in ihrer Lage zueinander
komprimiert sind, um einen möglichst stabilen Untergrund für die aufgelegte Schwelle
1 zu bieten. Bei den Schotterkörnern 10b kann es sich um Gesteinsbruch, Kieselsteine
oder auch andere beliebige Materialien in beliebiger Korngröße bzw. Form handeln.
[0036] Die Schwelle 1 und die daran montierten Schienen 6 stellen das Gleis dar, welches
auch als Gleisrost bezeichnet wird.
[0037] Der Gleisrost hat nicht nur die Funktion der Abtragung der durch Schienenfahrzeuge
7 verursachten Radlasten in das Schotterbett 10 bzw. in den Untergrund, sondern ist
auch hinsichtlich seines Schwingungsverhaltens im Zusammenwirken mit dem vorüberfahrenden
Schienenfahrzeug 7 zu optimieren. Da der Gleisrost, bestehend aus Schienen 6, allfälligen
Schienenzwischenlagen, Schienenbefestigung, Schwellen 1 und Schotterbett 10 ein höchst
komplexes Schwingungssystem ist, hat das Hinzufügen oder Weglassen einzelner schwingungsfähiger
Schichten große Auswirkungen auf das Schwingungsverhalten des Gesamtsystems.
[0038] Um sowohl das Schwingungsverhalten als auch die Lagestabilität des Gleisrostes bzw.
der Schwelle 1 zu optimieren, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass im Bereich der
Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 eigens zur Verzahnung mit den benachbarten Schotterkörnern
10b des Schotterbetts 10 angeordnete Schotterkörner 10a gehalten sind, deren Volumina
jeweils ein Drittel bis zwei Drittel, vorzugsweise 45 bis 55 % der Volumina der in
Gebrauchslage der Schwelle 1 dazu benachbarten Schotterkörner 10b des Schotterbetts
10 betragen.
[0039] Wie in einer Darstellung gemäß Fig.3 ersichtlich, ergibt sich zufolge einer erfindungsgemäßen
Größendimensionierung der am Schwellenkörper 2 gehaltenen Schotterkörner 10a ein besonders
vorteilhafter Verzahnungseffekt der Schwelle 1 mit den benachbarten Schotterkörnern
10b des Schotterbetts 10. Hierbei können sich die am Schwellenkörper 2 angebrachten
Schotterkörner 10a optimal in zwischen benachbarten Schotterkörnern 10b des Schotterbetts
10 ausgebildete Zwischenräume einfügen.
[0040] Es versteht sich, dass die angeführten Größenkriterien nicht auf sämtliche am Schwellenkörper
2 gehaltenen Schotterkörner 10a zutreffen müssen und dass ein gewisses Quantum dieser
Schotterkörner 10a auch ein von der angestrebten Idealproportionierung abweichendes
Volumen aufweisen kann. Jedenfalls ist mindestens die Hälfte der zur Anordnung am
Schwellenkörper 2 vorgesehenen Schotterkörner 10a so ausgewählt, dass deren Volumina
jeweils im Wesentlichen halb so groß sind wie die Volumina der in Gebrauchslage der
Schwelle 1 dazu benachbarten Schotterkörner 10b des Schotterbetts 10.
[0041] An der Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 ist eine viskoelastische oder viskoplastische
Beschichtung 5 angebracht, welche die Schotterkörner 10a abschnittsweise umfasst und
sicher verankert. Gemäß Fig.1 ist etwa die obere Hälfte der Schotterkörner 10a in
der Beschichtung 5 versenkt und somit eine ausreichende lastabtragende Oberfläche
gegeben. Die in der Beschichtung 5 gehaltenen Schotterkörner 10a stehen mit etwa ihrer
unteren Hälfte von der Schwelle 1 ab und ragen in das umliegende Schotterbett 10 hinein,
sodass also in Gebrauchslage der Schwelle 1 die benachbarten Schotterkörner 10b des
Schotterbetts 10 an vielen Punkten kontaktiert werden und sich eine solide Verzahnung
von Schwelle 1 und Schotterbett 10 ergibt.
[0042] Durch die mittels der Beschichtung 5 am Schwellenkörper 2 gehaltenen Schotterkörner
10a wird also eine Oberflächenstruktur der Schwellen-Unterseite 4 ausgebildet, welche
sich in idealer Weise an die angrenzende Schotterschicht des Schotterbetts 10 anfügt
und dadurch eine optimale Lastverteilung zwischen Schwelle 1 und Schotterbett 10 ermöglicht.
Da fortan kein unmittelbarer Kontakt der ebenen Unterseite 4 des Schwellenkörpers
2 mit den benachbarten Schotterkörnern 10b des Schotterbetts 10 und somit keine extreme
Flächenpressung mehr stattfindet, können diese auch einen belastungsintensiven Schienfahrzeugbetrieb
im Wesentlichen unbeschadet überstehen. Gleichzeitig ist gewährleistet, dass einmal
im Schotterbett 10 verlegte und ausgerichtete erfindungsgemäße Schwellen 1 ihre Lage
bewahren und die Stabilität des Gleisrostes somit nicht gefährden.
[0043] Je nach den geforderten schwingungsdämpfenden bzw. Stabilitätseigenschaften der Schwelle
1 kann die Beschichtung 5 aus einem mehr oder weniger elastischen, plastischen oder
im Wesentlichen starren Werkstoff bzw. aus einer Kombination von solchen Werkstoffen
gefertigt sein.
[0044] Falls für eine Gleisanlage etwa besonders hohe schwingungs- bzw. geräuschdämpfende
Eigenschaften gefordert werden, empfiehlt es sich, einen vorwiegend viskoelastischen
Werkstoff wie etwa Gummigranulat (z.B. aus Altreifen), natürlichen oder synthetischen
Kautschuk oder extrudierten Kunststoff-Hartschaum (z.B. Polystyrol) für die Beschichtung
5 heranzuziehen.
[0045] Insbesondere eignet sich zu diesem Zweck ein in vielfachen Einsatzgebieten der Bautechnik
und des Maschinenbaus als "Sylomer" bekannter Werkstoff, bei welchem es sich um ein
spezielles PUR Elastomer mit feinzelliger und kompakter Struktur handelt. Die feinzellige
Struktur von Sylomer stellt bei statischer und dynamischer Beanspruchung das notwendige
Verformungsvolumen in sich zur Verfügung, wobei die statische Belastbarkeit dieses
Werkstoffs im Bereich von 0,005 N/mm
2 - 3,0 N/mm
2 (0,5 t/m
2 - 300 t/m
2) liegt. Da die statischen und dynamischen Produkteigenschaften hier exakt definiert
sind, kann die Wirksamkeit der elastischen Schwellenlagerung genau vorausberechnet
werden.
[0046] Zum Einsatz als Beschichtung 5 sind jedoch auch viele andere Werkstoffe denkbar,
z.B. diverse Bitumen-Mischungen sowie Holz oder Holzfaserplatten bzw. ein Holzverbundwerkstoff.
Selbstverständlich kann anstelle einer einzelnen Werkstoffkomponente auch ein Verbund
aus beliebig vielen geeigneten Werkstoffen eingesetzt werden, welche gemeinsam die
gewünschten (Visko-)Elastizitäts- und Stabilitätseigenschaften realisieren.
[0047] Die die Schotterkörner 10a haltende Beschichtung 5 kann also auch aus einem überwiegend
plastischen bzw. viskoplastischen Werkstoff bestehen, welcher sich also unter einer
Kraft- bzw. Gewichtseinwirkung bis zu einem bestimmten Grad irreversibel verformt,
sodass sich die an der Schwelle 1 gehaltenen Schotterkörner 10a bei Gewichtsbelastung
in ihrer Lage relativ zu den benachbarten Schotterkörnern 10b des Schotterbetts 10
verdrehen können und diese ideal verzahnte Lage auch fortan beibehalten.
[0048] Selbstverständlich können die beschriebenen Elastizitäts- und Plastizitätseigenschaften
der Beschichtung aufgrund definierter Werkstoffzusammensetzungen graduell ausgesteuert
werden, sodass also eine irreversible Verformung der Beschichtung nur bis zu einem
gewissen Maß zugelassen wird, während die Beschichtung ansonsten im Belastungsfalle
auch elastisch reagiert, sich also wieder in ihre ursprüngliche Form zurückbegibt.
[0049] Das dynamische Verhalten bzw. die Lagestabilität der Schwelle 1 sowie die Vibrations-
und Geräuschdämpfung können auch durch die Wahl der Dicke 5' der Beschichtung 5 ausgesteuert
werden. Versuche in der Praxis haben gezeigt, dass eine Dicke 5' von etwa 10 bis 50
mm den Anforderungen hinsichtlich einer Reduktion von Körperschall und einer ausreichenden
Lagestabilität entspricht. Das konkrete Maß der Dicke 5' der Beschichtung 5 wird jeweils
vom verwendeten Werkstoff sowie vom vorliegenden Belastungsfall abhängen. Typische
Größenordnungen der bei vorüberfahrenden Schienenfahrzeugen auftretenden, statischen
Belastungen an der Schwellenunterseite betragen bei einer maximalen Achslast von 225
kN etwa 200 kN/m
2, welchen bei den oben erwähnten Materialien die genannten Schichtdicken im Bereich
von 10 bis 20 mm entsprechen.
[0050] Zur Anbringung der Beschichtung 5 am Schwellenkörper 2 und zur Bestückung der Beschichtung
5 mit Schotterkörnern 10a bestehen vielerlei Möglichkeiten. In einer bevorzugten Herstellungsweise
wird ein die Beschichtung 5 bildendes Medium etwa durch Erhitzen in einen flüssigen
bzw. zähflüssigen Zustand gebracht und unmittelbar auf die Unterseite 4 des Schwellenkörpers
2 aufgetragen. Bevor die Beschichtung 5 abgekühlt ist, werden in der Folge die beschriebenen
Schotterkörner 10a in einer definierten Anordnungsdichte bzw. Struktur in die Beschichtung
5 integriert, z.B. bis zu einer gewünschten Tiefe in die Beschichtung 5 eingedrückt.
Nach dem Aushärten der Beschichtung 5 sind die darin aufgebrachten Schotterkörner
10a mit der Beschichtung 5 je nach Wahl des Beschichtungswerkstoffs elastisch/ plastisch
oder starr verbunden. Die Beschichtung 5 besitzt in solchem Falle eine ausreichende
Adhäsionskraft, um sich mit der Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 bleibend zu verbinden.
Selbstverständlich kann es sich bei der Beschichtung 5 auch um UV-härtende Medien
handeln.
[0051] Gleichfalls können auch Klebstoffe eingesetzt werden, um eine fixe Verbindung von
Beschichtung 5 und Schwellenkörper 2 zu gewährleisten. Hierbei sei angemerkt, dass
es sich bei der Beschichtung 5 auch um ein vorgefertigtes Element z.B. in Mattenform
handeln kann, welches mit Schotterkörnern 10a bestückt und in der Folge mit geeigneten
Befestigungsmitteln an der Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 angebracht wird. Prinzipiell
ist auch ein loses Aufsetzten des Schwellenkörpers 2 auf ein derartiges im Schotterbett
10 positioniertes Beschichtungselement 5 denkbar.
[0052] Was das Bestücken der Beschichtung 5 mit Schotterkörnern 10a betrifft, so können
diese - z.B. mittels einer geeigneten Streuvorrichtung - entweder lose auf die noch
flüssige/zähflüssige Beschichtung 5 aufgestreut bzw. eingedrückt werden, oder die
Schotterkörner 10a können bereits mittels eines Verbundmediums, z.B. eines Netzes
in exakt gewünschter Anordnungsdichte und Lage miteinander verbunden sein, um eine
solche Anordnung von Schotterkörnern 10a in der Folge auf die flüssige/zähflüssige
Beschichtung 5 anzubringen/einzudrücken.
[0053] Alternativ dazu können die Schotterkörner 10a auch in den noch feuchten Beton des
Schwellenkörpers 2 eingedrückt werden, sodass die Schotterkörner 10a nach Aushärten
des Betons starr mit der Schwelle 1 verbunden sind.
[0054] Wie anhand von Fig.1 zu ersehen, sind die Schotterkörner 10a so in der Beschichtung
5 angeordnet, dass die Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 von ihnen nicht kontaktiert
wird, sondern noch eine ausreichend dicke Zone der Beschichtung 5 verbleibt, um aufgrund
ihrer Elastizitätseigenschaften einen gewünschten Vibrations- bzw. Schallschutz der
Gleisanlage zu gewährleisten und eine direkte Weiterleitung des vom Schwellenkörper
2 ausgehenden Körperschalls an die der Schwellenkörper-Unterseite 4 zugewandten Schotterkörner
10b des Schotterbetts 10 zu verhindern.
[0055] Da es sich bei den in die Beschichtung 5 zu integrierenden Schotterkörnern 10a, wie
bereits erwähnt, nicht notwendigerweise um natürlichen Gesteinsbruch handeln muss,
ist es weiterhin denkbar, die Beschichtung 5 in Form eines einheitlichen Elementes
auszuführen, welches an seiner der Schwellkörper-Unterseite 4 abgewandten bzw. dem
Schotterbett 10 zugewandten Seite mit einer reliefartigen, mit der Form und Anordnungsdichte
der benachbarten Schotterkörner 10b des Schotterbetts 10 korrespondierenden Oberfläche
ausgestattet ist. Solche Beschichtungselemente 5 wären z.B. in einfacher Weise in
einem Guss- oder Pressverfahren herstellbar und können gleich den oben beschriebenen
Werkstoffen beliebige Elastizitäts- oder Plastizitätseigenschaften aufweisen.
[0056] Üblicherweise handelt es sich bei den Schotterkörnern 10a um Gesteinsbruch oder Kieselsteine.
[0057] Um eine besonders dauerhafte Struktur der Schwelle 1 zu erzielen, bestehen die an
der Schwelle 1 gehaltenen Schotterkörner 10 in einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante
aus einem abriebfesteren Material als die in Gebrauchslage der Schwelle 1 dazu benachbarten
Schotterkörner 10b des Schotterbetts 10.
[0058] Wie bereits einleitend erwähnt wurde, muss für eine gute Lagequalität des Gleises
die Beschichtung 5 relativ hart sein. Demgegenüber benötigt man eine relativ weiche
Beschichtung 5, wenn man den Schwingungsschutz eines Gleises erhöhen will. Ist die
Beschichtung 5 hinreichend weich, würde zwar das Schotterbett 10 geschont werden,
die Lagequalität des Gleises wäre allerdings beeinträchtigt. Aus diesem Grund kann
es vorteilhaft sein, dass die Beschichtung 5 aus mehreren Schichten mit jeweils spezifischen
Eigenschaften aufgebaut ist, oder dass zusätzliche Schichtlagen bzw. Dämpfungs- oder
Lagerungselemente aus geeignetem Material in beliebigen Bereichen des Schwellenkörpers
2 angeordnet sind, z.B. in Form einer zusätzlichen schwingungsdämpfenden Schicht zwischen
Schiene 6 und Oberseite 3 des Schwellenkörpers 2 (nicht dargestellt).
[0059] In einer besonderen Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Schwelle 1 kann der
Schwellenkörper 2 aus Beton gefertigt sein, wobei die Schotterkörner 10a unmittelbar
in den Schwellenkörper 2 teilweise eingegossen bzw. eingedrückt sind.
[0060] Bei der Herstellung des Schwellenkörpers 2 werden die hierbei vorgesehenen Schotterkörner
10a abschnittsweise in den noch weichen Beton eingebracht, z.B. bis zu deren Hälfte
eingedrückt.
[0061] Hinsichtlich der Geometrie bzw. des Verlaufs des Schwellenkörpers 2 und der Beschichtung
5 ist eine Vielzahl an Variationen denkbar, ohne von der erfindungswesentlichen Idee
abzuweichen. So ist es etwa möglich, dass die Beschichtung 5 nicht nur gemäß der schematischen
Darstellung in Fig.1 eine an der Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 verlaufende Ebene
bildet, sondern dass die mit Schotterkörnern 10a bestückte Beschichtung 5 den Schwellenkörper
2 auch in anderen Bereichen umfasst, z.B. schuhförmig umgibt.
[0062] Um eine sichere und platzsparende Lagerung der erfindungsgemäßen Schwellen 1 zu ermöglichen,
weist die Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 ausgesparte Bereiche 9 auf, in welchen
keine Schotterkörner 10a gehalten sind bzw. keine Beschichtung 5 angebracht ist (siehe
Fig.2). Einzelne Schwellen 1 können in einfacher Weise übereinandergestapelt und sicher
transportiert werden, indem diese mit jenen an der Unterseite 4 des Schwellenkörpers
2 ausgesparten Bereichen 9 auf Staffelhölzern 8 oder auf anderen geeigneten Lagerungselementen
auflagern. Gemäß Fig.2 sind hierbei jeweils zwei parallele Bahnen an ausgesparten
Bereichen 9 pro Schwelle 1 vorgesehen. Da der flächenmäßige Anteil der an der Unterseite
4 des Schwellenkörpers 2 vorgesehenen ausgesparten Bereiche 9 relativ gering ist und
die Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 ansonsten durchgängig mit einer Beschichtung
5 samt zugeordneten Schotterkörnern 10a versehen ist, kann die den Schallschutz und
die Lagestabilität der Schwellen 1 beeinträchtigende Wirkung der ausgesparten Bereiche
9 vernachlässigt werden.
[0063] In einer speziellen Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorgesehen, dass im
Wesentlichen nur jene Bereiche der Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 mit Schotterkörnern
10a versehen sind, auf welche - in einer Draufsicht auf die in Gebrauchslage befindliche
Schwelle 1, also in Normalrichtung auf die Unterseite 4 des Schwellenkörpers 2 betrachtet
- eine Querschnittsfläche der am Schwellenkörper 2 aufliegenden Schienen 6 projizierbar
ist.
1. Schwelle (1) für ein Gleis für Schienenfahrzeuge mit einem Schwellenkörper (2), der
in Gebrauchslage eine Schienen (6) zugewandte Oberseite (3) und eine dazu gegenüberliegende,
auf einem Schotterbett (10) zu verlegende Unterseite (4) aufweist und wahlweise mit
einer schwingungsdämpfenden Beschichtung (5) versehen ist, wobei im Bereich der Unterseite
(4) des Schwellenkörpers (2) Schotterkörner (10a) gehalten sind, welche von der Schwelle
(1) abstehen und in Gebrauchslage der Schwelle (1) benachbarte Schotterkörner (10b)
des Schotterbetts (10) kontaktieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Volumina der überwiegenden Anzahl der an der Schwelle (1) gehaltenen Schotterkörner
(10a) jeweils ein Drittel bis zwei Drittel, vorzugsweise 45-55 % der Volumina der
in Gebrauchslage der Schwelle (1) dazu benachbarten Schotterkörner (10b) des Schotterbetts
(10) betragen.
2. Schwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die an der Schwelle (1) gehaltenen Schotterkörner (10a) aus einem abriebfesteren
Material bestehen als die in Gebrauchslage der Schwelle (1) dazu benachbarten Schotterkörner
(10b) des Schotterbetts (10).
3. Schwelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenkörper (2) aus Beton gefertigt ist und die Schotterkörner (10a) unmittelbar
in den Schwellenkörper (2) teilweise versenkt bzw. eingegossen sind.
4. Schwelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite (4) des Schwellenkörpers (2) eine Beschichtung (5) aufweist, in welcher
die Schotterkörner (10a) gehalten, vorzugsweise eingegossen sind.
5. Schwelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) aus einem viskoelastischen oder viskoplastischen Werkstoff besteht.
6. Schwelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) aus Gummigranulat oder Bitumen bzw. einem Bitumengemisch oder
extrudiertem Polystyrol oder Kautschuk besteht.
7. Schwelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) aus einem im Wesentlichen starren Werkstoff, vorzugsweise aus
Beton besteht.
8. Schwelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) aus Holz oder einem Holzverbundwerkstoff besteht.
9. Schwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) eine Dicke (5') von 10 bis 50 mm aufweist.
10. Schwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (5) aus mehreren Schichten besteht.
11. Schwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite (4) des Schwellenkörpers (2) ausgesparte Bereiche (9) aufweist, in
welchen keine Schotterkörner (10a) gehalten bzw. keine Beschichtung (5) angebracht
ist.
12. Schwelle nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass nur jene Bereiche der Unterseite (4) des Schwellenkörpers (2) mit Schotterkörnern
(10a) versehen sind, in welchen - in einer Draufsicht auf die in Gebrauchslage befindliche
Schwelle (1) betrachtet - die am Schwellenkörper (2) aufliegenden Schienen (6) verlaufen.