[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung der Funktion eines mit einem
Schlüssel bedienbaren Sicherheitsmoduls, welches einen Schliesszylinder mit einem
Mitnehmer aufweist, der aus einer definierten Ruheposition in wenigstens eine definierte
Betriebsposition bewegbar ist, wobei die Betriebsposition durch einen der Betriebsposition
zugeordneten Schaltkontakt erfasst wird und ein Signal erzeugt wird, welches angibt,
ob der Mitnehmer sich in der Betriebsposition befindet oder nicht. Ferner betrifft
die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Üblicherweise sind Sicherheitsmodule zum Schutz gegen Manipulation bzw. Sabotage
durch ein Gehäuse sowie spezielle Sabotagekontakte geschützt, die ein Öffnen des Gehäuses
melden. Bei Gehäusen ohne Bohrschutz kann jedoch ein Anbohren des Gehäuses unbemerkt
bleiben. Ein Saboteur könnte das Gehäuse zum Beispiel in der Nähe eines Schaltkontaktes
aufbohren und den Schaltkontakt mit einem dünnen spitzen Gegenstand betätigen, wodurch
eine manipulierte Aktion ausgelöst werden könnte.
[0003] Aus der Patentanmeldung
US 2006/0254 330 A1 ist ein Verfahren der eingangs genannten Art bekannt. Obwohl bei dem bekannten Verfahren
unterschiedliche Betriebspositionen durch diesen zugeordnete Schaltkontakte erfasst
werden, werden die Schaltkontakte bezüglich einer Manipulation jedoch nicht überwacht.
Beim Stand der Technik kann somit nicht festgestellt werden, ob ein Schaltkontakt
wirklich durch den Mitnehmer des Schliesszylinders betätigt wurde oder nicht. Demzufolge
kann durch Manipulation des Schaltkontaktes eine Aktion ausgelöst werden, ohne dass
diese Manipulation erkannt wird.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Überwachung der
Funktion eines mit einem Schlüssel bedienbaren Sicherheitsmoduls vorzuschlagen, bei
dem eine Manipulation der Schaltkontakte zuverlässig erkannt werden kann.
[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Ruheposition des Mitnehmers des Schliesszylinders
durch einen der Ruheposition zugeordneten Schaltkontakt überwacht wird und dabei ein
Signal erzeugt wird, welches angibt, ob der Mitnehmer sich in der Ruheposition befindet
oder nicht und dass die von den Schaltkontakten der Ruhe- und Betriebsposition erhaltenen
Signale zur Erkennung einer Manipulation oder eines Fehlers ausgewertet werden.
[0006] Die Erfindung bedingt bzgl. des konstruktiven Aufbaus des Sicherheitsmoduls, dass
der Mitnehmer des Schliesszylinders zur Betätigung des der Betriebsposition zugeordneten
Schaltkontaktes seine Ruheposition verlassen muss. Bei der Erfindung wird die Ruheposition
des Mitnehmers durch einen der Ruheposition zugeordneten Schaltkontakt permanent überwacht
und solange der Mitnehmer sich in der Ruheposition befindet, darf kein Schaltkontakt
der Betriebsposition durch den Mitnehmer betätigt, d. h. geschlossen sein. Sollte
dies dennoch der Fall sein, so handelt es sich um eine Manipulation und es erfolgt
eine Alarmmeldung. In dem Fall, dass mehrere Betriebspositionen vorhanden sind, wird
jede Betriebsposition durch einen entsprechenden Schaltkontakt überwacht und bei gleichzeitiger
Betätigung mehrerer Schaltkontakte erfolgt eine Fehlermeldung.
[0007] Die Erfindung ermöglicht somit einen wirksamen Schutz gegen eine Manipulation der
Schaltkontakte ohne dass hierzu ein spezielles Gehäuse mit Bohrschutz notwendig ist.
Das Sicherheitsmodul kann somit einfach und kostengünstig aufgebaut werden.
[0008] Vorzugsweise umfasst das Sicherheitsmodul ein Printed Circuit Board (PCB) auf dem
der Schliesszylinder mit Mitnehmer angeordnet ist. Das PCB kann hierbei entsprechende
Ausgänge zur Programmierung der durch das Sicherheitsmodul auslösbaren Aktionen aufweisen.
[0009] Gemäss einer Weiterbildung der Erfindung wird bei der Überwachung der Betriebsposition
die Zeitdauer des in der Betriebsposition befindlichen Mitnehmers durch die Betätigungsdauer
des der Betriebsposition zugeordneten Schaltkontaktes erfasst und ausgewertet. Je
nach Zeitdauer der Betätigung des Schaltkontaktes können unterschiedliche Aktionen
ausgelöst werden, die durch den Benutzer frei programmierbar sind. Dadurch kann das
Sicherheitsmodul für unterschiedliche Betriebsarten eingesetzt werden, wobei der Benutzer
je nach Betriebsart die durch das Sicherheitsmodul auslösbaren Aktionen festlegen
kann.
[0010] Das Sicherheitsmodul kann beispielsweise allein betrieben werden und als Aktion ein
Öffnen oder Schliessen eines Garagentores oder eine zeitlich begrenzte oder dauerhafte
Freischaltung eines Zutritts zu einem Gebäude auslösen. Das Sicherheitsmodul kann
auch in Verbindung mit einem sogenannten Keypad verwendet werden, wobei das Keypad
nur nach einer Freischaltung durch das Sicherheitsmodul Eingaben annimmt. Dabei kann
das Sicherheitsmodul die Bedienung des Keypad für die Zeitdauer der Bedienung oder
zeitlich unbegrenzt frei schalten.
[0011] Das Sicherheitsmodul kann mit oder ohne Keypad zum Beispiel über einen E-Bus mit
einer Einbruchsmeldeanlage oder Alarmanlage verbunden werden, wobei das Sicherheitsmodul
als Aktion ein zeitlich begrenztes oder unbegrenztes Scharfschalten oder Unscharfschalten
der Anlage auslösen kann.
[0012] Die für die jeweilige Betriebsart notwendigen Einstellungen können hierbei vor Ort
erfolgen, indem ein Installateur die auf dem PCB vorgesehenen Ausgänge zur Programmierung
den Betriebspositionen zuordnet. Auch kann die Möglichkeit der freien Programmierung
der durch das Sicherheitsmodul auslösbaren Aktionen gesperrt werden, wenn dies wegen
sicherheitstechnischer Zulassungsvorschriften notwendig sein sollte.
[0013] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und
den Ansprüchen.
[0014] Es zeigen:
Figur 1 ein Funktionsblockschaltbild des Sicherheitsmoduls mit einem in der Ruheposition
befindlichen Mitnehmer,
Figur 2 und 3 ein Funktionsblockschaltbild des Sicherheitsmoduls mit einem in einer
ersten und zweiten Betriebsposition befindlichen Mitnehmer und
Figur 4 ein Funktionsblockschaltbild des Sicherheitsmoduls mit angeschlossener Einbruchsmelde-
oder Alarmanlage.
[0015] Figuren 1 bis 3 zeigen jeweils ein mit einem Schlüssel bedienbares Sicherheitsmodul
10, wobei der Schlüssel nicht dargestellt ist. Das Sicherheitsmodul 10 umfasst einen
Schliesszylinder 1 mit einem beweglichen Mitnehmer, der durch den in den Schliesszylinder
einführbaren Schlüssel, aus einer definierten Ruheposition 3 in unterschiedliche Betriebspositionen
8 und 9 bewegbar ist. Der Schliesszylinder 1 ist vorzugsweise auf einem sogenannten
Printed Circuit Board angeordnet, welches Bestandteil des Sicherheitsmoduls 10 sein
kann.
[0016] Der Ruheposition 3 ist ein Schaltkontakt 5 zugeordnet und den Betriebspositionen
8 und 9 sind die Schaltkontakte 4 und 6 zugeordnet. Der Schliesszylinder 1 ist konstruktiv
so aufgebaut, dass im einwandfreien Betrieb stets nur ein einziger Schaltkontakt durch
den Mitnehmer 2 betätigt bzw. geschlossen werden kann.
[0017] Die Ruheposition 3 des Mitnehmers 2 wird durch den Schaltkontakt 5 permanent überwacht,
wobei der Schaltkontakt 5 geschlossen ist, wenn der Mitnehmer 2 sich in der Ruheposition
3 befindet. In diesem Fall wird das von dem Schaltkontakt 5 gelieferte Signal 15 mit
denen von den Schaltkontakten 4 und 6 der Betriebspositionen 8 und 9 gelieferten Signalen
14 und 16 von einem Mikrocontroller 7 zur Erkennung einer Manipulation oder eines
Fehlers ausgewertet. Die Auswertung der von den Schaltkontakten 4, 5 und 6 gelieferten
Signale durch den Mikrocontroller 7 ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
| Betriebskontakt 4 |
Betriebskontakt 6 |
Ruhekontakt 5 |
Erläuterung |
| offen |
offen |
geschlossen |
Ruhestellung des Mitnehmers, es erfolgt keine Aktion. |
| offen |
offen |
offen |
Mitnehmer bewegt sich, es ist kein Betriebskontakt geschlossen, es erfolgt keine Aktion |
| geschlossen |
offen |
offen |
Betriebskontakt 4 ist geschlossen, Auslösen der programmierten Aktion |
| offen |
geschlossen |
offen |
Betriebskontakt 6 ist geschlossen, Auslösen der programmierten Aktion |
| geschlossen |
offen |
geschlossen |
Manipulation erkannt, Auslösen einer Alarmmeldung. |
| offen |
geschlossen |
geschlossen |
Manipulation erkannt, Auslösen einer Alarmmeldung. |
| geschlossen |
geschlossen |
offen |
Ungültiger Zustand, Auslösen einer Fehlermeldung. |
| geschlossen |
geschlossen |
geschlossen |
Ungültiger Zustand, Auslösen einer Fehlermeldung. |
[0018] Im Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren 1 bis 3 wird das Sicherheitsmodul 10 allein
betrieben und kann als Aktion zum Beispiel ein Öffnen oder Schliessen eines Garagentores
oder eine zeitlich begrenzte oder dauerhafte Freischaltung des Zutritts zu einem Gebäude
auslösen.
[0019] Figur 4 zeigt das in Figur 1 dargestellte Sicherheitsmodul 10, welches über eine
elektrische Leitung oder einen E-Bus 17 an eine Einbruchsmelde- oder Alarmanlage 20
angeschlossen ist. Bei dieser Betriebsart kann das Sicherheitsmodul eine zeitlich
begrenzte oder dauerhafte Scharfschaltung der jeweiligen Anlage 20 auslösen. Das Sicherheitsmodul
kann auch in Verbindung mit einem hier nicht dargestellten Keypad verwendet werden.
1. Verfahren zur Überwachung der Funktion eines mit einem Schlüssel bedienbaren Sicherheitsmoduls
(10), welches einen Schliesszylinder (1) mit einem Mitnehmer (2) aufweist, der aus
einer definierten Ruheposition (3) in wenigstens eine definierte Betriebsposition
(8, 9) bewegbar ist, wobei die Betriebsposition (8, 9) mittels eines der Betriebsposition
zugeordneten Schaltkontaktes (4, 6) erfasst wird und ein Signal (14, 16) erzeugt wird,
welches angibt, ob der Mitnehmer sich in der Betriebsposition befindet oder nicht,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ruheposition (3) des Mitnehmers (2) mittels eines der Ruheposition zugeordneten
Schaltkontaktes (5) überwacht wird und dabei ein Signal (15) erzeugt wird, welches
angibt, ob der Mitnehmer sich in der Ruheposition befindet oder nicht und dass die
von den Schaltkontakten(4, 5, 6) erhaltenen Signale (14, 15, 16)zur Erkennung einer
Manipulation oder eines Fehlers ausgewertet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (2) in mehrere definierte Betriebspositionen (8, 9) bewegbar ist, wobei
jede Betriebsposition durch einen Schaltkontakt ( 4, 6) überwacht wird und dabei ein
Signal (14, 16) erzeugt wird, welches angibt, ob der Mitnehmer sich in der Betriebspositionen
(8, 9) befindet oder nicht und dass die Betriebspositionen (8, 9) unterschiedliche
Aktionen auslösen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktionen eine zeitlich begrenzte oder dauerhafte Freischaltung eines Zutritts
zu einem Gebäude oder eine zeitlich begrenzte oder dauerhafte Scharfschaltung einer
Einbruchsmeldeanlage oder Alarmanlage darstellen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorliegen von Signalen (14, 15, 16) die gleichzeitig eine Ruhe- und eine Betriebsposition
des Mitnehmers melden eine Alarmmeldung oder bei Vorliegen von Signalen (14,16), die
gleichzeitig mehrere Betriebspositionen des Mitnehmers (2) melden eine Fehlermeldung
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überwachung der Betriebsposition (8, 9) durch den Schaltkontakt (4, 6)die Zeitdauer
der Betätigung des Schaltkontaktes (4, 6) durch den in der Betriebsposition befindlichen
Mitnehmer erfasst und ausgewertet wird und in Abhängigkeit von der Zeitdauer der Betätigung
des Schaltkontaktes unterschiedliche Aktionen ausgelöst werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit
einem Schlüsselbedienbaren Sicherheitsmodul(10), welches einen Schliesszylinder (1)
mit einem Mitnehmer (2) aufweist, der aus einer definierten Ruheposition (3) in eine
oder mehrere Betriebspositionen (8, 9) bewegbar ist, wobei die jeweilige Betriebsposition
(8 ,9) durch den der Betriebsposition zugeordneten Schaltkontakt (4, 6) erfasst wird
und der Schaltkontakt (4,6)ein Signal (14, 16) liefert, welches angibt, ob der Mitnehmer
sich einer Betriebsposition befindet oder nicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Ruheposition (3) des Mitnehmers (2) durch einen der Ruheposition (3) zugeordneten
Schaltkontakt (5) überwacht wird und der Schaltkontakt (5) ein Signal (15) liefert,
welches angibt, ob der Mitnehmer sich in der Ruheposition befindet oder nicht und
dass ein Mikrocontroller (7) die von den Schaltkontakten (4, 5, 6) gelieferten Signale
(14, 15, 16) zur Erkennung einer Manipulation oder eines Fehlers auswertet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikrocontroller (7) bei Vorliegen von Signalen (14,15, 16), die gleichzeitig
eine Ruhe- und eine Betriebsposition des Mitnehmers (2)melden, eine Alarmmeldung erzeugt
oder der Mikrocontroller (7) bei Vorliegen von Signalen, die gleichzeitig mehrere
Betriebspositionen (14, 16) des Mitnehmers (2) melden eine Fehlermeldung erzeugt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer des in der Betriebsposition (8, 9)befindlichen Mitnehmers (2) durch
den Schaltkontakt (4, 6) erfasst und vom Mikrocontroller (7)ausgewertet wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von der Zeitdauer der Mikrocontroller (7) unterschiedliche Aktionen
steuert.
10. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung in Verbindung mit einer Einbruchsmelde- oder einer Alarmanlage (20)
oder einem Keypad verwendet wird.