[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen elektrischen Flächenheizkörper nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 37 11 035 C2 ist ein gattungsgemäßer Flächenheizkörper bekannt. Als elektrische Heizeinrichtung
wird hierbei ein Heizleiter in Form eines Flachdrahtes auf eine Strahlungsfolie meanderförmig
aufgedruckt, aufkaschiert oder in ähnlicher Weise aufgebracht. Die Strahlungsfolie
ist wiederum mit einer Wärmedämmplatte zu einer Baueinheit verbunden. Die Baueinheit
bestehend aus Heizleiter, Strahlungsfolie und Wärmedämmplatte wird an der Rückseite
einer Platte aus wärmeleitfähigem Material befestigt. Die Konstruktion ist in ihrer
Herstellung aufwendig und daher teuer.
[0003] Aus der
WO 03/073792 A2 ist ein Flächenheizkörper bekannt, der eine Platte aus wärmeleitfähigem Material,
z. B. Marmor, sowie eine zusätzliche Trägerplatte mit einer beheizbaren Deckschicht
zur Beheizung der Platte aufweist. Gemäß einer Ausgestaltung dieser Idee sind als
Heizelement fein verteilte Graphiteilchen in einer hitzebeständigen Kunststofffolie
untergebracht. Auch diese Anordnung ist in ihrer Konstruktion aufwendig und teuer
in der Umsetzung.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen neuartigen elektrischen
Flächenheizkörper der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, welcher eine
besonders einfach zu realisierende Konstruktion gewährleistet, gleichzeitig jedoch
eine im Vergleich zum Stand der Technik erhöhte Heizwirksamkeit entfaltet.
[0005] Die vorstehende Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Flächenheizkörper dadurch gelöst,
dass als elektrische Heizeinrichtung Karbonfasern vorgesehen sind, die Bestandteile
eines temperaturbeständigen Trägers sind. Die Verwendung von Karbonfasern ermöglicht
es, Letztere in einen flächigen Träger in einfacher und kostengünstiger Weise einzubringen,
beispielsweise einzuweben. Zum anderen gewährleistet die Verwendung von den Karbonfasern
einen vorteilhaften Wirkungsgrad und hohe Flexibilität beim Beheizen der Platte.
[0006] Vorteilhafterweise handelt es sich bei dem Träger um ein Gewebe aus temperaturbeständigen
Fasern. Dieses Gewebe kann auf der Grundlage üblicher Webverfahren hergestellt werden.
[0007] Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Gewebe um ein Glasfasergewebe. Dieses eignet
sich ganz besonders aufgrund seiner Temperaturbeständigkeit, Karbonfasern aufzunehmen.
[0008] Gemäß der Erfindung sind die Karbonfasern in das Gewebe eingewoben, beispielsweise
in Form von so genannten Schussfäden. Die Art des Einsatzes der Karbonfasern ermöglicht
es zudem, in einfacher Weise eine unterschiedliche Anordnung derselben am Träger vorzusehen.
Dies dient dazu, bestimmte Bereiche des Trägers, beispielsweise dessen Randbereiche,
stärker zu erhitzen, um wiederum ein besseres Verhältnis von Heizleistung des Flächenheizkörpers
und notwendiger elektrischer Energie zu erreichen. Insbesondere kann die Platte hierdurch
mit einer idealen Heizleistungsverteilung betrieben werden.
[0009] Die Anordnung der Karbonfasern am Träger ist vorzugsweise unterschiedlich, so dass
die Heizleistung im Randbereich des Trägers beispielsweise höher ist als im Mittelbereich.
[0010] Insbesondere kann der Abstand der Karbonfasern in dem Gewebe zueinander variiert
werden, um eine solche unterschiedliche Anordnung zu gewährleisten.
[0011] Der Träger ist in einfacher Weise mit der Platte durch Aufkleben verbunden, so dass
aufwendige Montagearbeiten bzw. Bearbeitungen der Platte wegfallen.
[0012] Zweckmäßigerweise kann eine vorzugsweise innenseitig Wärme reflektierende Abdeckplatte
auf der der Platte gegenüber liegenden Seite des Trägers zum Schutz vor mechanischer
Beeinträchtigung vorgesehen sein.
[0013] Alternativ oder zusätzlich können die Karbonfasern bereichsweise mit unterschiedlicher
elektrischer Leistung betrieben werden, so dass sich hierdurch ein unterschiedlicher
Heizeffekt in Bezug auf die jeweilige Position an der Platte einstellt.
[0014] Alternativ oder zusätzlich hierzu können die Karbonfasern auch einen unterschiedlichen
elektrischen Widerstand haben, so dass bei Anlegen eines Stroms sich unterschiedliche
Heizleistungen ergeben.
[0015] Diejenigen Karbonfasern, die einen höheren elektrischen Widerstand aufweisen, befinden
sich zweckmäßigerweise im Randbereich des Trägers.
[0016] Gemäß einer besonderen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird ein Teil der
Karbonfasern aktiviert, so dass dieser Teil der Karbonfasern Hitzeenergie erzeugen
kann, wohingegen der weitere Teil der Karbonfasern deaktiviert ist und keine Hitzeenergie
erzeugt. Hierdurch kann durch geeignete Wahl der deaktivierten Karbonfasern ein Energieprofil
über die Fläche des Trägers erstellt werden.
[0017] Darüber hinaus ist es möglich, ausgehend von Standardgeweben, bei denen ein gleichmäßiger
Abstand der Karbonfasern eingestellt ist, dennoch ein unterschiedliches Heizprofil
durch entsprechende Deaktivierung einzelner Karbonfasern zu erzielen. Somit kann von
einem vergleichsweise einfach und günstig zur Verfügung zu stellenden Trägermaterial
eine individuelle Heizcharakteristik erstellt werden.
[0018] Die Deaktivierung erfolgt zweckmäßigerweise durch einfaches Durchtrennen der Karbonfasern
an den Bereichen, an denen die Hitzeentwicklung etwas zurückgenommen werden soll.
[0019] Eine Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird nachstehend näher erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine stark vereinfachte schematische Darstellung einer Ausgestaltung eines Flächenheizkörpers
gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Flächenheizkörpers gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine stark vereinfachte schematische Teildarstellung des Trägers als Bestandteil des
erfindungsgemäßen Flächenheizkörpers.
[0020] Bezugsziffer 1 in Fig. 1 kennzeichnet den Flächenheizkörper in seiner Gesamtheit.
Er umfasst eine massive Platte 2 aus gut leitfähigem Material wie z. B. Naturstein
wie etwa Marmor, Keramik oder Glas. Auch Metall wäre geeignet. Die Platte 2 dient
dazu, die in ihr gespeicherte Wärme nach außen, insbesondere nach vorne, abzustrahlen.
[0021] Auf der in Fig. 1 ersichtlichen Rückseite der Platte 2 befinden sich ein flächiger
Träger 3 aus einem Gewebe aus temperaturbeständigen Fasern, beispielsweise Glasfasern
4 sowie Karbonfasern 5, die als Heizelemente vorgesehen sind. Hierzu stehen die Karbonfasern
über eine geeignete elektrische Verbindung 10 mit dem Stromnetz in Verbindung.
[0022] An der Unterseite des Flächenheizkörpers 1 befindet sich beispielsweise sowohl an
dessen Vorder- als auch Rückseite jeweils ein Fußteil 6 bzw. 7, so dass der Flächenheizkörper
1 an der gewünschten Stelle aufgestellt werden kann.
[0023] Lediglich mit strichlierter Darstellung angedeutet ist eine Deckplatte 6 an der Rückseite
des Flächenheizkörpers 1, die dazu dient, den Träger 3 vor mechanischen Beeinflussungen
zu schützen.
[0024] Der Träger 3 wird als Gewebe in einfacher Weise auf die Rückseite der Platte 2 aufgeklebt.
Die Klebeschicht ist in Fig. 2 mit der Bezugsziffer 8 gekennzeichnet.
[0025] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind die Karbonfasern 5 in den Träger 3 in unterschiedlicher
Anordnung, im Beispiel von Fig. 1 in unterschiedlichem Abstand A angeordnet. Hieraus
resultiert, dass im Bereich der engeren Anordnung der Karbonfasern 5, also im seitlichen
Randbereich von Fig. 1, eine im Vergleich zum Mittelteil erhöhte Temperatur (beispielsweise
110°C) auf die Platte 2 einwirkt als im Mittelbereich (beispielsweise 100°C). Durch
das Einweben der Karbonfasern 5 in das Gewebe kann die vorgenannte Änderung der Anordnung
der Karbonfasern 5 in einfacher Weise durchgeführt werden.
[0026] Die Abdeckplatte 6 weist eine Wärmereflektionsschicht 9 auf, die dafür sorgt, dass
die von den Karbonfasern 5 erzeugte, nach hinten abgestrahlte Wärme zurück, d. h.
in Richtung der Platte 2 reflektiert wird.
[0027] Fig. 3 zeigt in einer stark vereinfachten Ausschnittdarstellung den Träger 3, welcher
ein Gewebe darstellt. In das Gewebe aus einzelnen kreuzweise verlaufenden Glasfasern
4 werden einzelne Karbonfasern 5 in entsprechender Orientierung, beispielsweise in
Schussrichtung, eingewoben, und zwar in Fig. 3 mit einem gleich bleibenden Abstand
zueinander. An einer bestimmten Stelle des Trägers 3 wird dann der Abstand der Karbonfasern
5 zueinander bedarfsweise verändert oder einzelne Karbonfasern 5 in dem Webmuster
des Trägers 3 deaktiviert (siehe nachfolgende Ausführungen), um in diesem Bereich
eine erhöhte bzw. reduzierte Heizleistung zu gewährleisten.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird ein Teil der Karbonfasern,
die in den Träger 3 eingewoben sind, dadurch deaktiviert, dass sie durchtrennt werden.
Im Bereich dieser durchtrennten Karbonfasern ist folglich ein elektrischer Stromfluss
nicht möglich und damit eine Erwärmung der betreffenden Karbonfaser nicht gegeben.
Durch gezielte Auswahl derjenigen Karbonfasern, die deaktiviert werden sollen, kann
die Einstellung einer gezielten Heizcharakteristik über die Gesamtfläche des Trägers
3 eingestellt werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0029]
- 1
- Flächenheizkörper
- 2
- Platte
- 3
- Träger
- 4
- Glasfaser
- 5
- Karbonfaser
- 6
- Fußteil
- 7
- Fußteil
- 8
- Klebeschicht
- 9
- Deckplatte
- 10
- elektrische Verbindung
1. Elektrischer Flächenheizkörper mit
• einer Platte aus wärmeleitfähigem Material, insbesondere Naturstein, Keramik, Glas
oder Metall, die bei Beheizung Wärme abstrahlt,
• einer mit der Platte in Verbindung stehenden elektrischen Heizeinrichtung zur Erhitzung
der Platte,
• einer Halterung zur Befestigung des Flächenheizkörpers an einer Wand oder
• einem Fußteil zum Aufstellen des Flächenheizkörpers,
dadurch gekennzeichnet, dass
als elektrische Heizeinrichtung Karbonfasern (5) vorgesehen sind, die Bestandteile
eines temperaturbeständigen Trägers (3) sind, der mit der Platte (2) in Kontakt steht.
2. Flächenheizkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich bei dem Träger (3) um ein flächiges Gewebe aus temperaturbeständigen Fasern
handelt.
3. Flächenheizkörper nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Fasern Glasfasern (4) vorgesehen sind.
4. Flächenheizkörper nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Karbonfasern (5) in das Gewebe eingewoben sind.
5. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Karbonfasern (5) in unterschiedlicher Anordnung am Träger (3) vorgesehen sind.
6. Flächenheizkörper nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Abstand der Karbonfasern (5) zueinander variiert.
7. Flächenheizkörper nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Abstand der Karbonfasern (5) im Randbereich des Trägers (3) geringer ist.
8. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Teil der Karbonfasern (5) aktiviert sind, d.h. Heizenergie erzeugt, wohingegen
der andere Teil der Karbonfasern deaktiviert ist, d.h. keine Heizenergie erzeugt.
9. Flächenheizkörper nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Teil der Karbonfasern (5), der keine Heizenergie erzeugt, dadurch deaktiviert ist, dass die Karbonfasern (5) durchtrennt sind.
10. Flächenheizkörper nach einem der Ansprüche 1 - 4 sowie 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Karbonfasern (5) in einem gleichmäßigen Abstand zueinander angeordnet sind.
11. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Träger (3) auf die Platte (2) aufgeklebt ist.
12. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Abdeckplatte (6) vorgesehen ist, so dass sich der Träger (3) zwischen der Abdeckplatte
(6) und der Platte (2) befindet.
13. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Karbonfasern (5) bereichsweise mit unterschiedlicher elektrischer Leistung betreibbar
sind.
14. Flächenheizkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
Karbonfasern (5) mit unterschiedlichem elektrischen Widerstand innerhalb des Trägers
(2) vorgesehen sind.
15. Flächenheizkörper nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Karbonfasern (5) mit höherem elektrischen Widerstand im Randbereich des Trägers
(3) befinden.