[0001] Die Erfindung betrifft ein Rückenlehnenteil für einen Personensitz, insbesondere
einen Bürostuhl.
[0002] Aus der WO 02/ 071900 ist ein Stuhlrücken-Kernstück bekannt, dessen oberer Teil gegen
biegen wiederstandsfähiger ist als dessen unterer Teil. Dieses Kernstück besitzt einen
mittleren Bereich, der die Wirbelsäule begleitet und um horizontale Achsen biegbar
ist. Und er besitzt seitlich von diesem abstehende Rippen. Die Rippen sind miteinander
mittels balgartigen Verbindungen verbunden, oder aber durch Schlitze getrennt. Am
mittleren Teil sind sie über Stege angeordnet. Die Rippen sind daher gegeneinander
beweglich und folgen den Biegungen des mittleren Bereichs. Gleichzeitig sind sie nach
vorne hin gebogen und stützen den Rücken seitlich ab. Dabei geben sie um vertikale
Achsen biegend einem Druck des Rückens nach und passen sich dem Rückenverlauf durch
ein Drehen in den Stegen an.
[0003] Dieses Stuhlrücken-Kernstück muss gepolstert werden. Dabei muss das Polster die Bewegungen
der einzelnen Rippen gegeneinander aufnehmen können. Diese Bewegungen sind indes in
einer Grössenordnung, die für Polster ungeeignet sind, selbst wenn die Rippenteilung
eng ist, so dass 11 Rippen pro Seite vorgesehen sind. Diese schmalen Rippen sind zudem
empfindlich gegenüber Einzelbelastungen.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist die Aufgabe der Erfindung, eine Rückenlehne
zu schaffen, die eine ähnlich dynamische Abstützung des Rückens erlaubt und bei die
einzelnen Rippen höhere Einzellasten aufnehmen können und dennoch der Bewegung des
Mittelteils folgen.
[0005] Für eine klare Ausdrucksweise wird in dieser Schrift "in Längsrichtung" gebraucht
als eine Ausrichtung parallel zur Wirbelsäulenrichtung, und "in Querrichtung" senkrecht
zu dieser, parallel zu einer Linie von Seite zu Seite der Rückenlehnenschale verlaufend.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer elastisch verformbaren Stuhlrücken-Schale gemäss dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 erfindungsgemäss durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst. Die Schale besitzt demnach in bekannter Art einen Mittelteil,
der einer Wirbelsäule entlang einen Rücken in Längsrichtung stützt und zwischen oberen
und unteren Befestigungspunkten aufgespannt ist, und Rippen, die seitlich vom Mittelteil
abstehen. Die Rippen sind durch seitliche Einschnitte von einander getrennt, nach
vorne gebogen und somit gegeneinander beweglich ausgebildet.
[0007] Zur Lösung der Aufgabe sind bei dieser Schale im Mittelteil längliche Öffnungen ausgebildet,
die in Querrichtung verlaufen und an beiden Enden zwischen zwei in Längsrichtung einander
benachbarten seitlichen Einschnitten enden. Dies hat den Vorteil, dass die Rippen
jeweils über zwei Stege mit dem Mittelteil verbunden sind, und das Mittelteil zwischen
diesen beiden Stegen unterbrochen und daher sehr beweglich ist. Dies erlaubt relativ
grosse Abmessungen der Rippen in der Längsrichtung ohne Behinderung von deren Beweglichkeit
infolge einer Krümmungsänderung des Mittelteils. Der Mittelteil ist durch die länglichen
Öffnungen in Stegbereiche unterteilt. In Längsrichtung benachbarte Stegbereiche sind
nicht direkt miteinander verbunden, sondern sind über die Stege mit den Rippen verbunden,
welche die benachbarten Stegbereiche elastisch miteinander verknüpfen. Dies hat zur
Folge, dass Biegungen in der Längsrichtung, die dem Rückenverlauf folgen, bei ihrer
Veränderung jeweils die Rippen mit in diese Veränderung einbeziehen müssen.
[0008] Die Biegung des Material erstreckt sich daher über zwei mäandernde Streifen im Übergang
zwischen Mittelteil und Rippen. Diese mäandernde Form der die Kräfte übertragenden
Streifen hat den Vorteil, dass die Verformung der Schale entlang einer längeren Linie
geschieht, als wenn der Streifen gestreckt wäre. Die Verformung ist daher pro Längenabschnitt
geringer. Zudem ergibt sich eine Verwindung der Schale in den Stegen, so dass in die
Verformung gleichermassen die Rippen wie die Stegbereiche des Mittelteil mit einbezogen
sind. Zwei in Längsrichtung benachbarte Verwindungen sind jeweils gegenläufig. Eine
Längenveränderungen in Folge von Biegungsänderungen der Schale wird im Bereich dieser
Öffnungen aufgenommen.
[0009] Es hat sich gezeigt, dass mit einer solchen Ausbildung der Schale eine elastische,
und bezüglich Steifigkeit gut dimensionierbare Kunststoffform gefunden wurde. Die
Steifigkeit und Biegbarkeit der Schale kann nicht nur über die Dicke des Materials
der Schale, sondern auch über die Dimensionen der Einschnitte und Öffnungen gestaltet
werden.
[0010] Vorteilhaft ist die Schale in neben einander angeordnete Drittel annähernd gleicher
Breite gegliedert. Von diesen sind das mittlere Drittel durch den Mittelteil und die
äusseren Drittel durch die Rippen gebildet. Diese Drittelung hat den Vorteil, dass
in einem in Querrichtung wenig gewölbten Mittelbereich die Biegbarkeit in Längsrichtung
gegeben ist, und in einem in Querrichtung stärker gewölbten Randbereich die Biegbarkeit
der einzelnen Rippen auch Querrichtung gegeben ist.
[0011] Die Enden der Einschnitte und die Enden der Öffnungen enden in zwei Bereichen, die
sich parallel zur Längsrichtung erstrecken. Dabei haben das Ende des Einschnittes
und das Ende der Öffnung in Querrichtung zweckmässigerweise einen Abstand von einander
zwischen 2 cm und -6 cm. Zwei Zentimeter Abstand bedeutet, dass zwei in Längsrichtung
verlaufende Streifen von je 2 cm Breite zwischen dem Mittelteil und den Rippen vorhanden
sind. Minus sechs Zentimeter Abstand bedeutet, dass die Einschnitte und die Öffnungen
um sechs Zentimeter überlappen. Vorteilhafte Ausführungen sind, wenn die Enden einen
Abstand in Querrichtung von 1 bis -3 cm haben, besonders bevorzugt wird ein Abstand
von ± 0.5 cm. Abstände der Enden zwischen 0 und einer geringen Überlappung sind besonders
bevorzugt. Im dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel liegen die Enden von Öffnungen
und Einschnitten praktisch auf einer gestreckten Linie.
[0012] Die Schale ist in bekannter Art in Querrichtung konkav gewölbt, um den Rücken zu
umfassen. In einem mittleren Bereich ist diese Wölbung geringer ausgebildet als in
den Seitenbereichen mit den Rippen. Über die Länge der Öffnungen weist die Schale
eine vorderseitig konkave Wölbung von zweckmässigerweise maximal 1 cm auf. Eine stärkere
Wölbung der Schale im Mittelteil steht ihrer Biegbarkeit um in Querrichtung verlaufende
Achsen stärker entgegen. Eine geringere Wölbung wird bereits als nicht mehr der Rückenwölbung
folgend empfunden. Diese Massgabe ist weniger für die Bestimmung der Wölbung gedacht,
sondern mehr zur Bestimmung der Länge der Öffnungen.
[0013] Bevorzugt werden fünf Öffnungen zwischen sechs Stegbereichen des Mittelteils, sowie
fünf Rippen und vier Einschnitte zu jeder Seite. Diese Anzahlen können indes auch
um eins erhöht oder erniedrigt werden, ohne dass vom konstruktiven Grundgedanken abgewichen
wird. Wesentlich dabei ist, dass die Rippen deutlich flächige Elemente sind, und dass
sie mit zwei flächigen Stegen in zwei benachbarte Stegbereiche des Mittelteils übergehen.
Diese Flächigkeit der Bereiche ist bei hohen Anzahlen an Rippen und Öffnungen nicht
mehr gegeben. Bei geringeren Anzahlen hingegen, ist die gewünschte Flexibilität der
Rückenschale nicht mehr gegeben. Die einzelnen Rippen werden dann zu eigenständig
in ihrer Bewegung unter Last.
[0014] Zweckmässigerweise sind Befestigungsstellen zur Befestigung der Schale an einem Trägerteil
am Mittelteil ausgebildet. Besonders zweckmässig ist ihre Ausbildung zwei Stegbereichen
des Mittelteils, nämlich dem zweitobersten und dem untersten Stegbereich. Eine Befestigung
in den Öffnungen ist indes auch denkbar.
[0015] Mit Vorteil legen die einen der Befestigungen die Schale in ihrer Lage zu einem Trägerteil
fest, während die anderen eine Beweglichkeit der Schale gegenüber dem Trägerteil zulassen.
Bevorzugt wird, wenn die Befestigung in oberen Befestigungsstellen die Schale in ihrer
Lage zu einem Trägerteil festlegen. Vorteilhaft ist insbesondere, wenn die Befestigung
in unteren Befestigungsstellen der Schale eine Beweglichkeit bezüglich Lage zum Trägerteil
erlauben. Dies Beweglichkeit in unteren Befestigungspunkten hat den Vorteil, dass
die Bosswölbung stärker beeinflussbar ist, als wenn diese Beweglichkeit in den unteren
Befestigungspunkten nicht gegeben wäre. Die Festlegung der Relativlage in den oberen
Befestigungspunkten ist auch deshalb zweckmässiger, weil im Brustwirbelsäulenbereich
die geringeren Biegungsunterschiede notwendig sind und sich die Rückenschale über
die Befestigungspunkte hinaus erstreckt. Der Radius der Wölbung in Längsrichtung der
Rückenschale ist damit um die oberen Befestigungspunkte unter Last vergrösserbar.
[0016] Zur Komfortsteigerung kann eine Polsterung vorgesehen sein. Diese liegt zweckmässigerweise
in horizontalen Streifen vor. Diese Streifen erstrecken sich von Rippe zu Rippe in
Querrichtung.
[0017] Die Streifen der Polsterung sind mit Vorteil in Endbereichen an den Rippen befestigt
ist und im Bereich über dem Mittelteil lediglich gegen eine vertikale Verschiebung
gesichert. Im Mittelteil sollten die Streifen eine kleine Bewegung im Bereich der
Öffnungen, also eine Erweiterung oder Verengung der Öffnungsweite zulassen, damit
die Beweglichkeit des Rückenteils erhalten bleibt. Dazu haben Verbindungen zwischen
den Streifen und dem Mittelteil ein geringes Spiel. Kurzbeschreibung der Figuren:
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Rückenschale gemäss der Erfindung, bei der die Abstände zwischen
den Öffnungen und den Einschnitten positiv sind.
- Fig. 2
- zeigt schematisch eine Rückenschale gemäss der Erfindung, bei der die Abstände zwischen
den Öffnungen und den Einschnitten negativ sind.
- Fig. 3
- zeigt schematisch eine Rückenschale gemäss der Erfindung, bei der die Öffnungen und
Einschnitte kompliziertere Formen aufweisen und die Rippen gespalten sind.
- Fig. 4
- zeigt schematisch einen vertikalen Schnitt durch eine Rückenschale mit den Befestigungspunkten
und einem Trägerteil.
- Fig. 5
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer bevorzugten Rückenschale von der Rückseite
her.
- Fig. 6
- zeigt die bevorzugte Rückenschale von der Seite.
- Fig. 7
- zeigt die bevorzugte Rückenschale von der Rückseite.
- Fig. 8
- zeigt die bevorzugte Rückenschale leicht perspektivisch von der Vorderseite her.
- Fig. 9
- zeigt die bevorzugte Rückenschale mit Polsterung leicht perspektivisch von der Vorderseite
her.
[0018] Die in Figuren 1 bis 3 dargestellten Rückenschale 11 besitzen eine linke Seite 13
mit Rippen 15 und Einschnitten 17 zwischen den Rippen, ein Mittelteil 19 mit durch
Öffnungen 21 zwischen Stegbereichen 23, und eine rechte Seite 25 mit Rippen 15 und
Einschnitten 17. Die Öffnungen 21 sind jeweils auf der Höhe der Rippen 15 angeordnet.
Die Einschnitte 17 sind jeweils auf der Höhe der Stegbereiche 23 angeordnet. Dies
ergibt eine mäandernde Flächenlinie 29 (einseitig als graue Schlangenlinie dargestellt),
die jeweils um die Enden der Öffnungen und Einschnitte schlängelt. Diese Flächenlinie
29 ist symmetrisch zu einer in Längsrichtung sich erstreckenden Symmetrieachse der
Rückenschale auf beiden Seiten ausgebildet.
[0019] In Figur 1 ist eine Version dargestellt, bei der die Enden der Einschnitte 17 und
die Enden der länglichen Öffnungen 21 im Mittelteil 19 einen positiven Abstand haben.
Dadurch ergibt sich ein in Längsrichtung durchgehender Streifen, der eine Neutralzone
zwischen den drei Bereichen "Mittelteil" und "Rippen" bildet. Diese Neutralzone kann
in Längsrichtung keine Längenveränderung erfahren, wenn die Rückenschale unter Last
gebogen wird. Der für die Kraftübertragung von Stegbereich 23 auf Rippe 15 und von
Rippe 15 auf Stegbereich 23 wirksame Querschnitt der Rückenschale, das heisst der
Querschnitt der Stege 27 zwischen den Rippen 15 und den Stegbereichen 23 ist breiter
als die Breite des die Neutralzone bildenden Streifens. Dadurch ist eine elastische
Verbindung von Rippen 15 und Mittelteil 19 gegeben, die sowohl den Mittelteil 19 mit
den Rippen 15 koppelt, als auch dem Mittelteil eine Biegbarkeit um Achsen in Querrichtung
und den Rippen eine Biegbarkeit um Achsen in Längsrichtung gewährt.
[0020] Diese elastische Verbindung kann dadurch beeinflusst werden, dass die Länge der Stege
gewählt wird. Mit längeren Stegen wird die Schale beweglicher, mit kürzeren steifer.
Längere Stege ergeben sich, wenn die Enden der Öffnungen und die Enden der Einschnitte
einander näher kommen oder sogar überschneiden.
[0021] In Figur 2 ist eine Variante einer Rückenschale 11 dargestellt, bei der die Einschnitte
17 und die Öffnungen 21 in Querrichtung der Schale 11 einander überlappen. Die Breite
der Stege 27 kann auch durch die Teilung (Anzahl Einschnitte und Stegbereiche, bzw.
Rippen und Öffnungen), die Breite der Einschnitte und die Breite der Öffnungen beeinflusst
werden. Die Schlangenlinie 29, entlang welcher die Kräfte in Längsrichtung übertragen
werden, ist länger als in Figur 1. Dadurch ergibt sich eine geringere Verwindung des
Querschnittes der Stege 27 pro Längenabschnitt.
[0022] Die Öffnungen 21 und Einschnitte 17 müssen nicht, wie in Figuren 1 und 2 dargestellt,
in gestreckten Linien enden. Sie können durchaus auch unterschiedlich lang sein. Sie
können ferner auch verwinkeltere Formen aufweisen. Zur Illustration dieser Gegebenheiten
dient die Figur 3. Die Öffnungen 21 haben drei Bereiche: Einen mittleren mit in Längsrichtung
grösserer Abmessung, und zwei Seitenbereiche mit in Längsrichtung geringerer Abmessung.
Die Einschnitte 17 haben zwei Bereiche, nämlichen einen äusseren mit in Längsrichtung
geringerer Abmessung und einen inneren mit in Längsrichtung einer grösseren Abmessung.
Durch die Dimensionierung dieser Bereiche kann die Stärke des die Kräfte in Längsrichtung
übertragenden Schlangenlinienbereichs beeinflusst werden. In einem Bossbereich sind
hier die Ausschnitte entsprechend kleiner gemacht als im Brustbereich. Die Einschnitte
und Öffnungen überlappen teilweise, aber nicht überall. Die erste und unterste Öffnung
überlappt mit den ersten und untersten Einschnitten gar nicht. Die zweite Öffnung
überlappt mit den ersten Einschnitten, aber mit den zweiten noch mehr. Am meisten
überlappt die 4. Öffnung mit den angrenzenden Einschnitten. Die 5 und 6. Öffnung überlappen
wieder weniger. Auf diese Weise kann die Steifigkeit in verschiedenen Bereichen beeinflusst
werden. Die Schlangenlinie 29, entlang welcher die Kräfte in Längsrichtung übertragen
werden, hat Bereiche, in denen sie weit ausholt und daher ein weichere Schale bildet,
und Bereiche, in denen sie mehr gestreckt ist, und daher eine härtere Schale 11 bildet.
[0023] Die Einschnitte sind im äusseren Bereich schmaler als im inneren Bereich. Lediglich
im inneren Bereich beeinflusst die Breite der Einschnitte 17 die Breite der Stege
27. Durch diese Formgebung der Einschnitte kann daher die Beweglichkeit der Schale
beeinflusst werden, ohne dass dadurch die Breite der Rippen begrenzt wird. In Figur
2 sind die Rippen 15 gespalten, so dass sie zwei Enden besitzen.
[0024] In Figur 3 sind ferner die Befestigungspunkte 31,33 eingezeichnet. Diese liegen auf
Stegbereichen 21, und zwar auf dem zweitobersten und dem untersten Stegbereich.
[0025] In Figur 4 ist die Befestigung der Schale 11 an einem Trägerteil 35 dargestellt.
Die Schale 11 ist an den oberen Befestigungspunkten 31 winkelsteif oder drehbar gelagert.
In den unteren Befestigungspunkten 33 jedoch ist sie mit einem Hebel 37 am Trägerteil
35 angelenkt. Dieser Hebel 37 erlaubt eine Streckung der Boss- und Brustbereichswölbung
der Schale 11. Der Hebel 37 ist zweckmässigerweise federbelastet, um die Schale 11
vor zu spannen.
[0026] In den Figuren 5 bis 9 ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel dargestellt. Dieses
weist wieder den Mittelteil 19 auf, an den seitlich Rippen 15 anschliessen. Die Einschnitte
17 zwischen den Rippen 15 sind konisch nach innen verengt ausgebildet. Die Öffnungen
21 im Mittelteil 19 reichen bis an die Enden der Einschnitte 27 heran. Es gibt weder
eine deutliche Überlappung noch einen deutlichen Abstand. Optisch wirken die Enden
auf einer gestreckten Linie.
[0027] Die Rückschale 11 ist mit Bosswölbung und Brustbereichwölbung ausgebildet und bildet
so eine Lordosenstütze. Die Krümmung der Lordosenstütze ist belastungsabhängig, da
das Material der Schale elastisch biegsam ist. Der Schlangenlinienbereich (hier nicht
eingezeichnet), über den die Kräfte auf die oberen und unteren Befestigungspunkte
31, 33 abgetragen werden, ist dadurch verwindbar. Dies erlaubt der Lordosenstütze,
den tatsächlichen Wölbungen eines angelehnten Rückens zu folgen. Durch Druck auf die
Bosswölbung wird diese abgeflacht und ein Bereich darüber aufgewölbt. Durch Druck
auf diesen geschieht das umgekehrte.
[0028] In den oberen Befestigungspunkten 31 ist die Schale über Gummipuffer (nicht dargestellt)
an dem Trägerteil 35 befestigt. Diese verleihen der Rückenschale eine gewisse Beweglichkeit
auch gegenüber diesem Trägerteil 35. Die Rückenschale 11 kann insgesamt verwunden
werden, wenn beispielsweise eine Schulter einseitig gegen die obersten Rippen drückt.
[0029] In den unteren Befestigungspunkten sind einer solchen Verwindung enge Grenzen gesetzt,
dafür lässt diese untere Befestigung zum, dass sich die Befestigungspunkte 33 in Längsrichtung
verschieben und die Schale 11 in diesen Befestigungspunkten 33 verschwenkt werden
kann. Dies ermöglicht die Wölbungsänderungen des Boss unter Last.
[0030] Die Rippen sind, wie aus Figuren 6 und 8 ersichtlich, unterschiedlich stark nach
vorne gebogen. Sie fassen den Rücken im Bossbereich mehr als im Schulterbereich.
[0031] In Figuren 8 und 9 ist die Rückenschale einmal ohne Polsterung (Figur 8) und einmal
mit Polsterung 39 (Fig. 9) dargestellt. Die Polsterung 39 besteht aus Streifen, die
quer über die Schale gelegt sind. Sie reichen vom linken zum rechten Rand der Schale
und bis in die Enden der Rippen. Dabei überdecken sie die Öffnungen. Diese Öffnungen
sind dann nur auf der Rückseite der Schale sichtbar. Die Polsterstreifen sind einzeln
an der Schale befestigt. Die beiden untersten Polsterstreifen sind zusammengefasst,
um einem Hosenbund und einem Gürtel keine Möglichkeit zum Einhängen im zweituntersten
Polsterstreifen zu geben. Die Polsterstreifen sind an ihren Enden mit den Rippen fest
verbunden. Im Mittelbereich sind sie so an die Stegbereiche angebunden, dass eine
Bewegung der Polsterstreifen in Längsrichtung unterbunden, aber eine geringe Beweglichkeit
zwischen den Stegbereichen und dem Polsterstreifen gegeben ist.
1. Elastisch verformbare Rückenschale (11), die zwischen oberen und unteren Befestigungspunkten
aufgespannt ist, welche einen Mittelteil (19), der einen Rücken in Längsrichtung stützt,
und Rippen (15) umfasst, die in Querrichtung seitlich vom Mittelteil (19) abstehen,
welche Rippen (15) durch seitliche Einschnitte (17) von einander getrennt, nach vorne
gebogen und gegeneinander beweglich ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Mittelteil längliche Öffnungen (21) ausgebildet sind, die in Querrichtung verlaufen
und an beiden Enden zwischen den Enden von zwei in Längsrichtung benachbarten seitlichen
Einschnitten (17) enden.
2. Rückenschale gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (11) in Querrichtung in neben einander angeordnete Drittel (13,19,25)
annähernd gleicher Breite gegliedert ist, von denen das mittlere Drittel durch den
Mittelteil (19) und die äusseren Drittel (13,25) durch die Rippen (15) gebildet sind.
3. Rückenschale gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Einschnitte (17) und die Enden der Öffnungen (21) in zwei Bereichen
liegen, die sich parallel zur Längsrichtung erstrecken, und dass das Ende des Einschnittes
(17) und das Ende der Öffnung (21) in Querrichtung einen Abstand von einander zwischen
2 cm und -6 cm, vorteilhaft zwischen 0 und -1 cm haben.
4. Rückenschale nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (11) über die Länge der Öffnungen (21) eine vorderseitig konkave Wölbung
von maximal 1 cm aufweist.
5. Rückenschale nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch vier bis sechs Öffnungen (21) zwischen fünf bis sieben Stegbereichen (23) des Mittelteils
(19), sowie vier bis sechs Rippen (15) und drei bis fünf Einschnitte (17) zu jeder
Seite.
6. Rückenschale nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Befestigungsstellen (31,33) zur Befestigung der Schale an einem Trägerteil (35) am
Mittelteil (19), insbesondere an zwei Stegbereichen (23) des Mittelteils (19), ausgebildet
sind.
7. Rückenschale nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung in oberen Befestigungsstellen (31) die Schale (11) in ihrer Lage
zum Trägerteil (35) festlegen.
8. Rückenschale nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung in unteren Befestigungsstellen (33) der Schale (11) eine Beweglichkeit
bezüglich der Lage in Längsrichtung der Schale (11) zum Trägerteil (35) erlauben.
9. Rückenschale nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine Polsterung (39) in horizontalen Streifen.
10. Rückenschale nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Streifen der Polsterung (39) in Endbereichen an den Rippen (15) befestigt ist
und im Bereich über dem Mittelteil (19) lediglich gegen eine vertikale Verschiebung
gesichert ist.