[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung der in den Oberbegriffen
der Ansprüche 1 und 5 angegebenen Gattungen.
[0002] Die Erzeugung von Zeichen wie z. B. alphanumerischen Zeichen in Werkstückoberflächen
dient beispielsweise in der Automobilindustrie dem Zweck, Werkstücke wie Fahrgestelle,
Motoren od. dgl. mit weitgehend fälschungssicheren Markierungen in Form von Beschriftungen
oder sonstigen Kennzeichnungen zu versehen. Als Prägewerkzeuge werden hierfür insbesondere
Prägenadeln verwendet, die die Zeichen entweder matrixförmig aus einer Mehrzahl von
Punkten zusammensetzen (Nadelprägen) oder in Klarschrift darstellen, indem die Prägenadel
in die Werkstückoberfläche gedrückt und dann quer dazu bewegt wird (Ritzmarkieren
oder Prägen durch Druckumformen).
[0003] In den beiden zuletzt genannten Fällen, in denen die einzelnen Zeichen als durchgehende,
im Wesentlichen V-förmige Ritzlinien oder Rillen ausgebildet sind, wird zur Erzielung
eines gut lesbaren, gleichförmigen Schriftbildes zunehmend gefordert, dass die Zeichen
eine durchgehend gleichförmige, nachfolgend kurz als Prägetiefe bezeichnete Ritz-
oder Rillentiefe aufweisen, die z. B. 0,2 mm beträgt. Da eine visuelle Endkontrolle
der Prägetiefe praktisch unmöglich ist und die üblicherweise verwendeten Prägevorrichtungen
nicht sicherstellen, dass eine vorgegebene Prägetiefe auch tatsächlich erreicht und
eingehalten wird, werden Verfahren und Vorrichtungen der eingangs bezeichneten Gattungen
benötigt, mittels derer die Prägetiefe automatisch ermittelt und die Einhaltung einer
vorgewählten Prägetiefe automatisch sichergestellt werden kann.
[0004] Bekannte Verfahren und Vorrichtungen der eingangs bezeichneten Gattungen verwenden
zur Ermittlung der Prägetiefe durchweg optische Mittel (z. B.
DE 199 30 272 A1,
DE 10 2005 037 411 A1), die mit Laserlicht arbeitende Sensoren od. dgl. aufweisen. Als Nachteil ergibt
sich hierbei, dass eine Messung der tatsächlich erzielten Prägetiefe erst in einem
auf die Prägung folgenden Arbeitsgang möglich und anfällig gegenüber Verschmutzung,
insbesondere dem beim Ritzmarkieren unvermeidlichen Auswurf des verdrängten Materials
ist. Die erhaltenen Prägetiefen entsprechen daher nicht ausreichend sicher den vorgegebenen
Sollwerten. Bekannt ist es außerdem, zunächst den Abstand der Prägenadel von der Werkstückoberfläche
mittels eines kapazitiven Näherungssensors zu ermitteln und die Prägenadel dann in
Richtung der Werkstückoberfläche vorzuschieben. Auch diese Methode erlaubt keine hohe
Genauigkeit, weil sich das Werkstück, falls es z. B. als Blech ausgebildet ist, während
des Prägevorgangs verbiegen kann und dann zu einer Prägetiefe führt, die kleiner als
die gewünschte Prägetiefe ist.
[0005] Möglich wäre schließlich eine Überprüfung der geprägten Kennzeichnungen mit Hilfe
einer Kamera. Hierdurch kann jedoch in der Regel nur festgestellt werden, ob die gewünschten
Zeichen tatsächlich vorhanden sind. Außerdem wirken sich z.B. vorhandene Schmutzteilchen
(Auswurf), wechselnde Lichtverhältnisse und unterschiedliche Farben der Werkstücke
ungünstig auf die Messergebnisse aus, weshalb auch mit diesen Verfahren und Vorrichtungen
eine schlechte Verfügbarkeit erzielt wird.
[0006] Ausgehend davon liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, das Verfahren
und die Vorrichtung der eingangs bezeichneten Gattungen so weiterzubilden, dass eine
schnelle, während des Prägevorgangs und mit hoher Genauigkeit erfolgende Ermittlung
der Prägetiefe möglich ist und dadurch fehlerhaft gekennzeichnete Werkstücke weitgehend
vermieden werden.
[0007] Gelöst wird dieses Problem erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen der
Ansprüche 1 und 5.
[0008] Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, dass der Abstandssensor, da er zusammen
mit der Nadel senkrecht und parallel zur Werkstückoberfläche bewegt wird, während
des Prägevorgangs ständig seinen Abstand von der Werkstückoberfläche anzeigt, der
unter Einbeziehung eines zu Beginn des Prägevorgangs und beim Aufliegen der Prägenadel
auf der Werkstückoberfläche ermittelten Referenzwertes gleichzeitig ein genaues Maß
für die aktuelle Prägetiefe liefert. Je näher der Abstandssenor an der Prägenadel
angeordnet wird, umso genauer ist die ermittelte Prägetiefe, da auf diese Weise eine
etwaige Durchbiegung des Werkstücks neutralisiert wird. Schließlich kann der Einfluss
eines etwaigen Verschleißes der Prägenadel dadurch weitgehend kompensiert werden,
dass vor der Erzeugung eines jeden Zeichens ein neuer Referenzwert ermittelt wird.
[0009] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen in unterschiedlichen Maßstäben:
Fig. 1 eine schematische, perspektivische Ansicht einer Prägeeinheit zur Durchführung
von Ritzmarkierungen;
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht eines Nadelkopfes der Prägeeinheit nach Fig. 1;
Fig. 3 den Nadelkopf nach Fig. 2 in einer teilweise aufgebrochenen und geschnittenen
Darstellung;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer mit einem optischen Sensor versehenen
Einrichtung zur Erfassung von Relativbewegungen zwischen der Prägeeinheit und den
Werkstück;
Fig. 5 und 6 das der Erfindung zugrundeliegende Messprinzip für die Prägestufe anhand
je einer Vorderansicht der Prägenadel und eines Abstandssensors;
Fig. 7 eine Regeleinrichtung zur Regelung der Prägetiefe mittels der Prägeeinheit
nach Fig. 1 bis 5;
Fig. 8 eine Einrichtung zur Überwachung der Bewegung der Prägenadel parallel zu einer
Werkstückoberfläche; und
Fig. 9 und 10 eine perspektivische Darstellung und eine Vorderansicht einer mit einem
mechanischen Taster versehenen Einrichtung zur Erfassung von Relativbewegungen zwischen
der Prägeeinheit und dem Werkstück.
[0011] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung in Form einer Prägeeinheit 1 zum Herstellen von Kennzeichnungen
nach dem Verfahren des so genannten Ritzmarkierens. Die Prägeeinheit 1 enthält einen
Grundrahmen, von dem in Fig. 1 nur eine obere Deckplatte 2, eine dazu parallele Seitenwand
2a und eine Seitenwand 3 dargestellt sind. Der Grundrahmen wird in üblicher Weise
an einem Handlingsystem wie z. B. einem Roboterarm montiert, um die Prägeeinheit 1
auf diejenige Stelle einer Werkstückoberfläche aufsetzen zu können, an der eine Markierung
angebracht werden soll. An der Zwischenwand 2a des Grundrahmens ist wenigstens eine
parallel zu einer Y-Achse eines gedachten Koordinatensystems erstreckte Führung 4
befestigt, längs derer ein nur schematisch angedeuteter Y-Schlitten 5 hin- und herbewegbar
ist. An einer Unterseite des Y-Schlittens 5 ist wenigstens eine parallel zur X-Achse
des gedachten Koordinatensystems erstreckte Führung 6 montiert, längs derer ein X-Schlitten
7 hin- und herbewegbar gelagert ist. Die Bewegung des Y-Schlittens 5 erfolgt z. B.
mit Hilfe eines am Grundrahmen befestigten Schrittmotors 8, der mittels einer Zahnriemenscheibe
9 und eines nicht dargestellten Zahnriemens eine Zahnriemenscheibe 10 antreibt, die
auf einer Gewindespindel sitzt, die eine Gewindebohrung des Y-Schlittens 5 durchragt.
In entsprechender Weise wird der X-Schlitten 7 z. B. mit Hilfe eines Schrittmotors
11 angetrieben, der mittels einer Montageplatte 12 am Y-Schlitten 5 befestigt ist
und eine Zahnriemenscheibe 14 aufweist, die mittels eines nicht dargestellten Zahnriemens
eine Zahnriemenscheibe 15 in Umdrehungen versetzen kann. Diese ist auf einer in der
Montageplatte 11 drehbar gelagerten Gewindespindel 16 befestigt, die eine Gewindebohrung
des X-Schlittens 7 durchragt.
[0012] An der Unterseite des X-Schlittens 7 ist ein Präge- oder Nadelkopf 17 befestigt,
in dem eine Prägenadel 18 beweglich gelagert ist und parallel zur Z-Achse des gedachten
Koordinatensystems hin- und herbewegt werden kann.
[0013] Die insoweit beschriebene Prägeeinheit 1 kann im Übrigen so ausgebildet sein, wie
dem allgemeinen Stand der Technik entspricht. Daher können insbesondere die Schrittmotoren
8 und 11, wie dies bei XY-Tischen allgemein üblich ist, mit nicht dargestellten Steuereinheiten
derart in Umdrehungen versetzt werden, dass die Prägenadel 18 in X- und Y-Richtung
entlang der Oberfläche eines in Fig. 1 nicht dargestellten Werkstücks bewegt wird,
um ein oder mehrere Zeichen zu schreiben und durch einen Ritzvorgang in der Werkstückoberfläche
auszubilden. Da derartige Steuerungen dem Fachmann geläufig sind, wird auf ihre nähere
Beschreibung verzichtet.
[0014] Fig. 2 und 3 zeigen Einzelheiten des am X-Schlitten 7 befestigten Nadelkopfes 17.
Dieser enthält in einem oberen Teil eine Halteplatte 19, an deren Unterseite ein Gehäuse
20 befestigt ist, das einen vorzugsweise zylindrischen Hohlraum 21 umgibt. In dem
Hohlraum 21 ist als Mittel zum Eindrücken der Prägenadel 18 in die Werkstückoberfläche
ein ebenfalls vorzugsweise zylindrischer Kolben 22 in Z-Richtung verschiebbar gelagert,
der zusammen mit dem Gehäuse 20 eine Zylinder/Kolben-Anordnung bildet. Ein in Fig.
3 oberes Ende des Hohlraums 21 ist mit einer eine durchgehende Öffnung 23 aufweisenden
Deckwand 24 verschlossen. Die Öffnung 23 dient dazu, über eine mit ihr verbundene,
nicht dargestellte Leitung ein Druckmedium, vorzugsweise Druckluft in den Hohlraum
21 einzuführen und dadurch auf den Kolben 22 einzuwirken.
[0015] Auf der von der Öffnung 23 abgewandten Seite des Kolbens 22 ist ein Bodenteil 25
befestigt, das eine mit dem Kolben 22 koaxiale, in Z-Richtung erstreckte Führungsbohrung
26 aufweist. In der Führungsbohrung 26 sind mit Gleitsitz Führungsansätze 27 verschiebbar
gelagert, die an einer am Kolben 22 befestigten Kolbenstange 28 vorgesehen sind, an
deren unterem Ende die Prägenadel 18 vorzugsweise leicht auswechselbar befestigt ist
(vgl. auch Fig. 5 und 6). Ein die Kolbenstange 28 lose umgebender Ring 29 liegt auf
einer an einem Übergang vom Hohlraum 21 zur Führungsbohrung 26 ausgebildeten Schulter
auf und stützt das untere Ende einer Druckfeder 30 ab, deren oberes Ende am Kolben
22 anliegt. Dadurch wird der Kolben 22 in Fig. 3 nach oben in eine Ausgangslage vorgespannt,
aus welcher er mittels des durch die Öffnung 23 in den Hohlraum 21 eingeführten Druckmediums
in Z-Richtung und in Fig. 3 nach unten vorgeschoben werden kann.
[0016] In einem unteren Abschnitt der Kolbenstange 28 ist eine radial erstreckte Halterung
31 befestigt, die durch eine seitliche Aussparung 32 (Fig. 2) des Bodenteils 25 nach
außen ragt. In dieser Halterung 31 ist ein parallel zur Prägenadel 18 erstreckter
Abstandsensor 33 befestigt, wobei die Aussparung 32 so ausgebildet ist, dass die Halterung
31 und damit auch der Abstandsensor 33 alle in Z-Richtung erfolgenden Bewegungen der
Prägenadel 18 mitmachen kann. Das untere Ende des Abstandsensors 33 weist von der
Unterseite bzw. Spitze 18a der Prägenadel 18 einen Abstand A auf, (Fig. 3), der wenigstens
so groß ist, wie der gewünschten Prägetiefe der herzustellenden Zeichen entspricht.
Vorzugsweise ist der Abstand A außerdem um so viel größer als die Prägetiefe, wie
einer tolierbaren Abnutzung der Prägespitze 18a beim Gebrauch entspricht. Dadurch
wird erreicht, dass der Abstandsensor 33 stets oberhalb einer Werkstückoberfläche
angeordnet ist und diese daher nicht berührt, selbst wenn die Prägenadel 18 mit der
maximalen Prägetiefe in die Werkstückoberfläche eingedrückt wird.
[0017] Fig. 4 zeigt ein Werkstück 34 mit einer zu beschriftenden Oberfläche 34a und in starker
Vereinfachung das Absetzen der Prägeeinheit 1 mittels eines Roboterarms od. dgl. auf
der Oberfläche 34a derart, dass die Prägenadel 18 mit Hilfe der hier nicht dargestellten
X- und Y-Schlitten 7 bzw. 5 parallel zur Oberfläche 34a längs einer mit Zeichen zu
versehenen Beschriftungszone 35 hin- und herbewegt werden kann. Das Bodenteil 25 durchragt
dazu zweckmäßig eine in einem Boden des Grundrahmens ausgebildete Aussparung 36. An
einer der Seitenwand 3 gegenüberliegenden weiteren Seitenwand 3a des Grundrahmens
der Prägeeinheit 1 ist ein Sensor 37 angeordnet, der z. B. ein optischer Sensor ist,
ein auf die Oberfläche 34a gerichtetes Lichtbündel aussendet und ein von der Oberfläche
34a reflektiertes Lichtbündel empfängt. Anhand der auf diese Weise erhaltenen Sensorsignale
lässt sich nach Art eines Bewegungsmelders feststellen, ob sich die Prägeeinheit 1
während einer Prägephase in X-und/oder Y-Richtung relativ zum Werkstück 34 bewegt
oder ob wie erforderlich keine solche Relativbewegung stattfindet. Bei Bedarf kann
der Prägevorgang unterbrochen und für eine verschiebungsfreie Lagerung der Prägeeinheit
1 auf dem Werkstück 34 gesorgt werden.
[0018] Fig. 5 und 6 zeigen, wie mittels des Abstandsensors 33 eine exakte Messung der Prägetiefe
vorgenommen werden kann, wenn die Oberfläche 34a durch Ritzen mit einem Zeichen 34b
(Fig. 6) versehen werden soll. Vor Beginn des Ritzvorgangs wird die Prägenadel 18
zunächst dadurch, dass der Kolben 22 (Fig. 3) durch die Öffnung 23 hindurch mit einem
ersten, vergleichsweise geringen Druck beaufschlagt wird, in Z-Richtung soweit vorgeschoben,
dass sie sich mit ihrer Spitze 18a auf die Oberfläche 34a aufsetzt, ohne in diese
einzudringen. Das Erreichen dieses Zustandes kann z. B. mit Hilfe eines nicht dargestellten
Sensors, z. B. eines Geschwindigkeitssensors, eines elektrischen, die Berührung zwischen
der Spitze 18a und der Oberfläche 34a anzeigenden Kontaktsensors od. dgl., überwacht
werden, der dem Kolben 22 oder der Kolbenstange 28 zugeordnet wird und ein Signal
abgibt, wenn die Geschwindigkeit v = 0 entsprechend dem Stillstand der Prägenadel
18 erreicht ist oder eine Berührung stattfindet. Alternativ kann der Druck des Druckmediums
auch so gewählt werden, dass zwar eine Berührung, aber kein Eindringen der Prägenadel
18 in die Oberfläche 34a möglich ist, und eine vorgegebene Zeitlang abgewartet werden,
innerhalb von der die Prägenadel 18 mit Sicherheit auf die Werkstückoberfläche 34a
aufgesetzt ist. Der erhaltene Endzustand ist in Fig. 5 dargestellt, wonach der Abstandsensor
33 (bzw. seine der Oberfläche 34a zugewandte Unterseite) einen ersten Abstand L1 von
der Werkstückoberfläche 34a aufzeigt.
[0019] In einem nächsten Verfahrensschritt wird jetzt der Druck des durch die Öffnung 23
eingeführten Druckmediums so stark vergrößert, dass die Spitze 18a der Prägenadel
18 entsprechend Fig. 6 bis zu einer gewünschten Prägetiefe L3 in die Oberfläche 34a
eindringt. Ist diese Prägetiefe L3 erreicht, gibt der Abstandsensor 33 ein Signal
L2 ab, das dem Wert L2 = L1 - L3 entspricht. Daraus folgt, dass die aktuelle Prägetiefe
L3 stets gleich der Differenz L1 - L2 ist. Wird daher der beim Aufsetzen der Prägenadel
18 auf der Oberfläche 34a gemessene Abstand L1 als Referenzwert bei der nachfolgenden
Ausbildung eines Zeichens 34b durch Ritzen verwendet, dann gibt die Differenz L3 =
L1 - L2 an jeder Stelle des sich bildenden Zeichens 34b den aktuellen Istwert der
Prägetiefe an. Folglich ist es erfindungsgemäß möglich, während eines Prägevorgangs
die aktuelle Prägetiefe L3 nicht nur permanent zu messen, sondern bei Bedarf auch
durch Steuerung des auf den Kolben 22 wirkenden Drucks zu verändern. Eine Rückstellung
der Prägenadel 18 in einer von der Werkstückoberfläche 34a abgewandten Richtung wird
jeweils durch die Druckfeder 30 bewirkt.
[0020] Bei einem derzeit für am besten gehaltenen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
die Differenz L3 = L1 - L2 als Regelgröße für eine den Druck auf den Kolben 22 festlegende,
in Fig. 7 vereinfacht dargestellte Regeleinrichtung verwendet. Die Regeleinrichtung
enthält einen Regler 38, eine an diesen angeschlossene Stelleinrichtung 39, beispielsweise
in Form eines Druckregelventils, das in eine mit der Öffnung 23 (Fig. 1) verbundene
Leitung geschaltet ist und den Druck des auf den Kolben 22 einwirkenden Druckmediums
steuert, und die von der Stelleinrichtung 39 beaufschlagte Prägenadel 18, die fest
mit dem Abstandsensor 33 verbunden ist. Das vom Abstandsensor 33 abgegebene Signal
wird einem Vergleicher 40 zugeführt, in dem es mit einem vorgebenen, von einem Sollwertgeber
41 abgegebenen Sollwert verglichen wird. Das aus dem Vergleich resultierende Differenzsignal
wird dem Regler 38 zugeführt.
[0021] Beim Betrieb der Prägeeinheit 1 arbeitet die Regeleinrichtung vorzugsweise wie folgt:
[0022] Vor Beginn der Prägung eines Zeichens 34b wird die Prägenadel 18 zunächst unter Steuerung
der Schrittmotoren 8 und 11 wie beschrieben vorzugsweise dort auf die Werkstückoberfläche
34a aufgesetzt, wo der Prägevorgang beginnen soll. Der sich dabei gemäß Fig. 5 ergebende
Abstand L1 (z. B. 1 mm), wird als Referenzwert in den Sollwertgeber 41 übernommen
und dort zu einem Sollwert für den Prägevorgang modifiziert, der der Differenz L2
= L1 - L3 entspricht, worin L3 ein fest vorgegebener Sollwert für die Prägetiefe ist.
Im Anschluss daran wird der Prägevorgang gestartet, indem die Regelvorrichtung nach
Fig. 7 eingeschaltet wird, wodurch das aktuelle Ausgangssignal des Abstandsenors 33
im Vergleicher 40 mit dem Sollwert L1 - L3 verglichen wird. Das dem Regler 38 zugeführte
Differenzsignal steuert die Stelleinrichtug 39, z. B. das Druckregelventil für die
Zylinder/Kolben-Anordnung 21, 22 (Fig. 3), in der Weise, dass die Prägenadel 18 bis
zur gewünschten Prägetiefe L3 (Fig. 6) in die Werkstückoberfläche 34a eindringt. Sobald
der Abstandsensor 33 dies dadurch anzeigt, dass sein Ausgangswert dem Abstand L2 entspricht,
werden die Y-und X-Motoren 8 und 11 (Fig. 1) eingeschaltet, um das betreffende Zeichen
34b in die Oberfläche 34a zu schreiben.
[0023] Nach Beendigung des Prägevorgangs wird die Prägenadel 18 durch Entlüftung der Zylinder/Kolben-Anordnung
21, 22 mittels der Druckfeder 30 von der Werkstückoberfläche 34a abgehoben und nacheinander
an die Startpunkte für die nächsten Zeichen gebracht, wobei die beschriebenen Verfahrensschritte
jeweils entsprechend wiederholt werden. Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht
daher darin, dass die Ermittlung des Referenzwertes L1 vor der Prägung eines jeden
einzelnen Zeichens neu vorgenommen werden kann. Selbst wenn sich dabei die Prägenadel
18 beim Prägen eines Zeichens geringfügig abnutzt oder sich der Abstand zwischen der
Spitze 18a und der Unterseite des Sensors 33 aus irgendeinem Grund geändert haben
sollte, wird das nächste Zeichen dennoch mit der vorgegebenen Prägetiefe geritzt,
da sich in diesem Fall der Referenzwert L1 entsprechend ändert und der im Sollwertgeber
41 gebildete Differenzwert entsprechend angepasst wird. Auf diese Weise kann die Prägetiefe
L3 zumindest solange absolut konstant gehalten werden, bis die Prägenadel 18 auf einen
nicht mehr tolerierbaren Wert abgenutzt ist.
[0024] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ergibt sich dadurch, dass in die Bildung des Referenzwertes
L1 auch etwaige Durchbiegungen des Werkstücks 34 eingehen. Sollte das Werkstück 34
nämlich von der Prägenadel 18, bevor diese in die Oberfläche 34a eindringt, geringfügig
durchgebogen werden, dann ändert sich dadurch der für die Regelung benötigte Referenzwert
L1 nicht, da der Abstandsensor 33 die Bewegungen der Prägenadel 18 ständig mitmacht.
Daher ist es besonders vorteilhaft, wenn der Abstandsensor 33 möglichst dicht, d.
h. so dicht, wie es die Einbauverhältnisse zulassen, neben der Prägenadel 18 angeordnet
wird. Etwaige Verformungen des Werkstücks 34 wirken sich dann allenfalls in vernachlässigbarer
Weise auf den Referenzwert L1 aus.
[0025] Durch die Erfindung kann somit bereits während einer Prägephase sichergestellt werden,
dass eine vorgebene Prägetiefe L3 auch tatsächlich erreicht und eingehalten wird.
Nimmt die Prägetiefe L3 aus irgendeinem Grund einen außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs
liegenden Wert an, was durch den Vergleicher 40 überwacht werden kann, wird der Prägevorgang
vorzugsweise unterbrochen, um das Anbringen fehlerhafter Markierungen auf der Werkstückoberfläche
34a grundsätzlich auszuschließen.
[0026] Die anhand der Fig. 4 beschriebene Überwachung von Bewegungen der Prägeeinheit 1
relativ zum Werkstück 34 stellt weiterhin sicher, dass der Prägevorgang nicht durch
eine mangelhafte Montage der Prägeeinheit 1 auf dem Werkstück 34 gestört wird.
[0027] In einer Weiterbildung der Erfindung wird schließlich auch sichergestellt, dass die
verschiedenen Zeichen an den vorgegebenen X- und Y-Positionen angebracht und wie vorgesehen
ausgebildet werden. Hierzu ist vorgesehen, an den Führungen 4 und 6 selbst oder einem
dazu parallelen Teil des Grundrahmens oder des Y-Schlittens 5, wie in Fig. 8 für die
Führung 6 beispielhaft dargestellt ist, einen z. B. durch Strichmarkierungen 42 oder
sonstwie skalierten Maßstab 43 anzubringen und diesem einen am entsprechenden Schlitten,
hier dem X-Schlitten 7, befestigten Sensor 44 zuzuordnen. Bei der Verschiebung des
X-Schlittens 7 zählt der Sensor 43 z. B. die vorbeiwandernden Strichmarkierungen 42.
Die erreichte Zahl der Strichmarkierungen wird mit der Sollwertvorgabe für den X-Schlitten
7 verglichen, so dass bei Gleichheit sichergestellt ist, dass der X-Schlitten 7 die
richtige Position erreicht hat. Entsprechend wird im Hinblick auf den Y-Schlitten
5 vorgegangen.
[0028] Fig. 9 und 10 zeigen schließlich ein alternatives Ausführungsbeispiel einer Einrichtung
zur Erfassung von Relativbewegungen zwischen der Prägeeinheit 1 und dem Werkstück
34 während eines Prägevorgangs. Im Gegensatz zu Fig. 4 weist die Einrichtung nach
Fig. 9 und 10 einen z. B. an der Seitenwand 3a befestigten, mechanischen Taster 45
auf. Dieser ist mit einem Kugelgelenk 46 schwenkbar in einer mit der Seitenwand 3a
verbundenen Halterung 47 befestigt und bei auf die Werkstückoberfläche 34a abgesenkter
Prägenadel 18 mittels eines Gummipuffers 48 auf der Werkstückoberfläche 34a abgestützt.
Gleichzeitig ist die Prägeeinheit 1 mittels wenigstens eines Stützfußes 49 auf der
Werkstückoberfläche 34a abgestützt. Relativverschiebungen der Prägeeinheit 1 und des
Werkstücks 34 in X- und/oder Y-Richtung haben daher eine Verschwenkung des Tasters
45 im Kugelgelenk 46 zur Folge. Diese Verschwenkung wird mittels eines z. B. induktiv
wirkenden, der Oberseite des Tasters 45 zugeordneten Sensors 50 abgetastet und bei
Überschreiten des vorgewählten Toleranzbereichs zur Abschaltung des Prägevorgangs
genutzt.
[0029] Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, das
auf vielfache Weise abgewandelt werden könnte. Das gilt insbesondere für die Art und
Ausbildung der verschiedenen Sensoren. Anstelle des Abstandsensors 33, der besonders
bevorzugt ein induktiv oder nach dem Wirbelstromprinzip arbeitender Sensor ist, der
analoge oder digitale Abstandssignale liefert, könnte beispielsweise ein kapazitiv
oder optisch arbeitender Sensor vorgesehen werden. Dabei soll die Angabe "Befestigung
des Abstandsensors 33 an der Prägenadel 18" in der Beschreibung und in den nachfolgenden
Ansprüchen natürlich auch den Fall einschließen, dass der Abstandsensor 33 nicht mit
der Prägenadel 18 selbst, sondern mit einer diese aufnehmenden Halterung, z. B. der
Kolbenstange 28 (Fig. 3), verbunden ist. Weiter kann es zweckmäßig sein, am Umfang
der Prägenadel 18 zwei oder mehr Abstandsensoren 33 ver-teilt anzuordnen. Dadurch
können Fehler erkannt und kompensiert werden, die sich dadurch ergeben könnten, dass
der Abstandsensor 33 beim Eindringen der Prägenadel 18 in die Werkstückoberfläche
34a über einer Rille oder Nut eines bereits fertigen, vorher angebrachten Zeichens
oder Zeichenteils zu liegen kommt. Weiter ist klar, dass die beschriebene Bestimmung
der Prägetiefe L3 unabhängig davon ist, ob die Prägung des Zeichens 34b durch Ritzen
oder durch plastische Verformung der Werkstückoberfläche 34a erfolgt. Weiter ist es
zweckmäßig, den Abstandsensor 33, da er berührungslos arbeiten muss, mit seiner Unterseite
zumindest um so viel oberhalb der Spitze 18a der Prägenadel 18 anzuordnen, dass die
Abstandsmessung auch dann noch funktioniert, wenn die Prägenadel 18 um ein maximal
tolerierbares Maß abgenutzt ist. Die Regelvorrichtung nach Fig. 7 kann z. B. dadurch
abgewandelt werden, dass zwischen dem Abstandsensor 33 und dem Vergleicher 40 eine
gestrichelt angedeutete Subtraktionsstufe 51 geschaltet wird, in der die Differenz
zwischen dem Referenzwert L1 und dem nach dem Einschalten der Regelvorrichtung aktuell
erhaltenen Abstand L2 gebildet wird, der dem Istwert der Prägetiefe L3 entspricht.
In diesem Fall würde vom Sollwertgeber 41 lediglich ein Sollwert für die Prägetiefe
L3 vorgegeben. In jedem Fall ist die Prägetiefe L3 die eigentliche Regelgröße, die
konstant zu regeln ist. Weiter ist klar, dass die beschriebene Überwachung der verschiedenen
Funktionen und die Regelung der Prägetiefe L3 vorzugsweise mit Hilfe von Mikroprozessorsteuerungen
od. dgl. und damit vollautomatisch durchgeführt wird. Schließlich versteht sich, dass
die verschiedenen Merkmale auch in anderen als den beschriebenen und dargestellten
Kombinationen angewendet werden können.
1. Verfahren zur Erzeugung eines Zeichens (34b) in einer Werkstückoberfläche (34a) durch
Prägen, wobei eine Prägenadel (18) in die Werkstückoberfläche (34a) eingedrückt und
parallel zu dieser bewegt wird und wobei die sich dadurch ergebende Prägetiefe (L3) des Zeichens (34b) unter Anwendung eines Abstandsensors
(33) ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass als Abstandsensor (33) ein an der Prägenadel (18) befestigter und zusammen mit dieser
bewegbarer Abstandsensor (33) verwendet wird, die Prägenadel (18) vor Beginn der Prägung
auf die Werkstückoberfläche (34a) aufgesetzt und ein sich dadurch ergebender erster Abstand (L1) des Sensors (33) von der Werkstückoberfläche (34a)
gemessen wird, die Prägenadel (18) dann in die Werkstückoberfläche (34a) eingedrückt
und ein dadurch ergebender zweiter Abstand (L2) des Sensors (33) von der Werkstückoberfläche (34a)
gemessen wird und die Prägetiefe (L3) aus der Differenz (L1 - L2) der beiden Abstände
ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägetiefe (23) während der Erzeugung des Zeichens (34b) als Regelgröße auf einen
vorgewählten Wert konstant geregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägenadel (18) durch Ausübung eines Drucks in die Werkstückoberfläche (34a)
eingedrückt wird und die Regelung der Prägetiefe (L3) unter Anwendung des Drucks als
Stellgröße erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägung des Zeichens (34b) abgebrochen wird, wenn die Prägetiefe (L3) einen außerhalb
eines vorgewählten Toleranzbereichs liegenden Wert annimmt.
5. Vorrichtung zur Erzeugung eines Zeichens (34b) in einer Werkstückoberfläche (34a)
durch Prägen, enthaltend eine auf die Werkstückoberfläche (34a) aufsetzbare und parallel
zu dieser bewegbare Prägenadel (18), Mittel (21, 22) zum Eindrücken der Prägenadel
(18) in die Werkstückoberfläche (34a) zwecks Durchführung von Prägungen und einen
Abstandsensor (33), dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandsensor (33) an der Prägenadel (18) befestigt und zur Ermittlung der während
des Prägevorgangs erhaltenen Prägetiefe (L3) eingerichtet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandsensor (33) unmittelbar neben der Prägenadel (18) und mit seiner Unterseite
zumindest um so viel oberhalb einer äußeren Spitze (18a) der Prägenadel (18) angeordnet
ist, wie einer gewünschten Prägetiefe (L3) entspricht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägenadel (18) in einem Nadelkopf (17), der an einem in zwei Richtungen (X,
Y) und parallel zur Werkstückoberfläche (34a) verschiebbaren Schlitten (7) montiert
ist, in einer dritten Richtung (Z) hin- und herbewegbar gelagert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (21, 22) zur Eindrückung der Prägenadel (18) in die Werkstückoberfläche
(34a) eine in einer dritten Richtung (Z) auf die Prägenadel (18) einwirkende Zylinder/-
Kolben-Anordnung enthalten.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Stelleinrichtung (39) zur Einstellung des Drucks in der Zylinder/Kolben-Anordnung
(21, 22) derart aufweist, dass die Prägenadel (18) mit einer vorgewählten Prägetiefe
(23) in die Werkstückoberfläche (34a) eindringt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (39) ein Bestandteil einer Regeleinrichtung für den Druck ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Regelgröße der Regeleinrichtung die Prägetiefe (L3) verwendet wird, die sich
aus der Differenz eines Abstands (L1) des Abstandsensors (33) von der Werkstückoberfläche
(34a) bei auf dieser aufsitzender Prägenadel (18) und eines Abstands (L2) des Abstandsensors
(33) von der Werkstückoberfläche (34a) bei in diese eingedrückter Prägenadel (18)
ergibt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Einrichtung (32, 45) zur Erfassung von Relativbewegungen zwischen der Prägeeinheit
(1) und dem Werkstück (34) während eines Prägevorgangs aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung einen optischen Sensor (32) enthält.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung einen mechanischen Taster (45) enthält.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens zwei, am Umfang der Prägenadel (18) verteilt angeordnete Abstandsensoren
(33) enthält.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel (42, 43, 44) zur Überwachung der in X- und/oder Y-Richtung erfolgenden
Bewegungen der Prägenadel (18) aufweist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Abstandsensoren (33) an einer Kolbenstange (28) befestigt sind, in der
die Prägenadel (18) leicht auswechselbar montiert ist.