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EP 2 110 267 A2 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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21.10.2009 Patentblatt 2009/43 |
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Anmeldetag: 06.04.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
15.04.2008 DE 102008018853
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Anmelder: Witex Flooring Products GmbH |
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32832 Augustdorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Goldberg, Ludger
33759 Schloss Holte-Stukenbrock (DE)
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Vertreter: Steinmeister, Helmut |
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Patentanwälte
TER MEER STEINMEISTER & PARTNER GbR
Artur-Ladebeck-Strasse 51 33617 Bielefeld 33617 Bielefeld (DE) |
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Verfahren zur Herstellung einer Bauplatte |
(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer plastischen Oberflächenstruktur
einer Bauplatte, insbesondere Boden- oder Wandplatte, welche Bauplatte eine aus thermoplastischem
oder duroplastischem Kunststoff bestehende Oberflächenschicht aufweist. Auf die Oberflächenschicht
wird ein Druckmuster aufgedruckt, das in vorgegebenen Positionen Bereiche mit besonderen
Eigenschaften aufweist, und über der Oberflächenschicht wird ein Strahlungsfeld hoher
Intensität angelegt, dessen Strahlen sich bevorzugt auf die besonderen Bereiche richten,
so dass diese geschmolzen, ausgebrannt oder in anderer Weise thermisch verändert werden.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer plastischen Oberflächenstruktur
einer Bauplatte, insbesondere Boden- oder Wandplatte, welche Bauplatte eine aus thermoplastischem
oder duroplastischem Kunststoff bestehende Oberflächenschicht aufweist.
[0002] Insbesondere in der Form sogenannter Laminat-Paneele haben in letzter Zeit Fußbodenplatten
weite Verbreitung gefunden, die vor allem aus einem Kern aus Holzwerkstoffplatten,
wie etwa MDF oder HDF und wenigstens einer dekorativen Oberschicht in der Form einer
bedruckten Kunststofffolie bestehen. Bei der Herstellung dieser dekorativen Kunststofffolien
sind Holz- oder auch Steinmotive verwendet worden, die gegenüber echten Holz- oder
Steinplatten kaum zu unterscheiden sind. Dabei ist es als nachteilig angesehen worden,
dass die Druckmotive in gewissen Grenzen eine plastische Oberflächenstruktur vortäuschen,
die sich beispielsweise aus der Maserung von Holzabbildungen ergab, ohne dass eine
wirkliche plastische Oberfläche vorlag.
[0003] In der weiteren Entwicklung ist man daher dazu übergegangen, beim Verpressen des
Holzwerkstoffkerns mit der Dekorschicht und ggf. weiteren Schichten, insbesondere
einer abriebfesten, transparenten Deckschicht sogenannte Pressbleche in die Presse
einzulegen, die entsprechend den Höhen und Tiefen der Oberflächenabbildung eine plastische
Struktur aufweisen. In der Fachsprache wird in diesem Zusammenhang mit der Herstellung
von "Poren" gesprochen.
[0004] Naturgemäß ist es verhältnismäßig aufwendig, Pressbleche dieser Art herzustellen,
deren plastische Struktur exakt synchron zu den Vorgaben eines jeweiligen Bildmusters
ausgeführt ist. Ebenso schwierig ist es, eine Presse entsprechend genau einzustellen.
Andererseits ist die genaue Synchronisation des Bildes mit dem Relief der Pressbleche
entscheidend für den Erfolg. Auf der anderen Seite kann jeweils ein bestimmtes Pressblech
nur für ein bestimmtes Bildmotiv verwendet werden, so dass eine große Anzahl von Pressblechen
vorgehalten werden muß. Das bisher verwendete Verfahren zur Herstellung eines mit
Poren versehenen Laminats ist daher aufwendig und insgesamt nicht befriedigend.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art,
für die Herstellung einer plastischen, reliefartigen Bauplatte mit Kunststoffschicht
als Dekorschicht zu schaffen, das gegenüber dem bisher angewendeten Verfahren einfacher
und kostengünstiger ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist das erfindungsgemäße Verfahren
dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberflächenschicht ein Druckmuster aufgedruckt wird, das in vorgegebenen
Positionen Bereiche mit besonderen Eigenschaften aufweist und dass über der Oberflächenschicht
ein Strahlungsfeld hoher Intensität angelegt wird, dessen Strahlen sich bevorzugt
auf die besonderen Bereiche richten, so dass diese geschmolzen oder ausgebrannt werden.
[0007] Auf diese Weise können etwa sogenannte Poren hergestellt werden, indem die Kunststoff-Oberflächenschicht
der Platte durch Einschmelzungen oder Ausbrennungen eine reliefartige Oberflächenstruktur
erhält.
[0008] Die Oberflächenschicht der Platte kann eine Folie, oder auch ein Kunststoff-Lack
sein. Die besonderen Bereiche des Druckes auf der Oberfläche können beispielsweise
elektrisch leitend oder auch magnetisch sein. Dadurch können beispielsweise die Strahlen
eines elektrischen oder elektromagnetischen Feldes in besonderer Weise durch die besonderen
Bereiche angezogen werden. Auf diese Weise kann es zu einer starken Erwärmung oder
ggf. auch Verbrennung der besonderen Bereiche kommen.
[0009] Die besonderen Bereiche können aber auch aus einer Farbe bestehen, die beispielsweise
Wärmestrahlen mehr oder weniger absorbiert oder reflektiert.
[0010] Der Aufdruck mit den besonderen Bereichen, die die Strahlung in besonderem Maße anziehen,
ist naturgemäß mit dem Druckbild der Dekorschicht zu synchronisieren. Das ist wesentlich
einfacher als die Synchronisation des Druckbildes mit einem Pressblech.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht nur für Boden- oder Wandplatten anwendbar,
sondern für kunststoffbeschichtete Flächen mit Dekoraufdruck in jeder Form, also etwa
auch für Deckentäfelungen, Möbelteile usw.
[0012] Eine erste Realisierungsmöglichkeit liegt in einer Bestrahlung eines leitfähigen
Aufdrucks durch ein elektrisches Hochspannungsfeld. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten,
die Wirkung einer Oberflächenbehandlung durch die Oberfläche selbst zu steuern, beispielsweise
ein Farbaufdruck von verschiedenen Farben, die mehr oder weniger eine Wärmestrahlung,
beispielsweise eine Infrarotstrahlung, absorbieren oder reflektieren.
1. Verfahren zur Herstellung einer plastischen Oberflächenstruktur einer Bauplatte, insbesondere
Boden- oder Wandplatte, welche Bauplatte eine aus thermoplastischem oder duroplastischem
Kunststoff bestehende Oberflächenschicht aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberflächenschicht ein Druckmuster aufgedruckt wird, das in vorgegebenen
Positionen Bereiche mit besonderen Eigenschaften aufweist, und dass über der Oberflächenschicht
ein Strahlungsfeld hoher Intensität angelegt wird, dessen Strahlen sich bevorzugt
auf die besonderen Bereiche richten, so dass diese geschmolzen, ausgebrannt oder in
anderer Weise thermisch verändert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die besonderen Bereiche elektrisch leitfähig sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die besonderen Bereiche einen Farbaufdruck mit einer Farbe mit mehr oder weniger
reflektierenden Eigenschaften aufweisen.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlungsfeld ein elektrisches Feld ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlungsfeld eine UV-Strahlung abgibt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlungsfeld ein Infrarot-Strahlungsfeld ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffoberflächen eine Kunststofffolie umfaßt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffoberflächenschicht durch einen Lack erzeugt ist.