[0001] Die Erfindung betrifft eine Spinn- oder Zwirnmaschine mit Einzelspindelantrieb, enthaltend
ein Maschinengestell, welches eine Mehrzahl von Arbeitsstellen aufnimmt, die steuerungstechnisch
in mehrere Sektionen aufgeteilt sind, wobei jede Sektion mehrere Arbeitsstellen umfasst,
und pro Arbeitsstelle eine Spindeleinheit mit einer Spindel und einem drehzahlgeregelten
Spindelantrieb vorgesehen ist, und pro Spindeleinheit eine Spindelantriebselektronik-Einheit
vorgesehen ist, im weiteren enthaltend eine Maschinensteuer-Einheit zur Ansteuerung
der Spindeln und eine Sektionselektronik-Einheit pro Sektion, welche über eine Datenleitung
mit der Maschinensteuer-Einheit verbunden sind, wobei an jeweils eine Sektionselektronik-Einheit
eine Mehrzahl von Spindelantriebselektronik-Einheiten über eine Datenleitung angeschlossen
sind, welche durch die Maschinensteuer-Einheit über die ihnen zugeordnete Sektionselektronik-Einheit
ansteuerbar sind.
[0002] Spinn- oder Zwirnmaschinen mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen mit Einzelspindelantrieb
weisen eine komplexe Ansteuerung und Verdrahtung auf. So müssen z. B. die Antriebsmotoren
der Spindeln einzeln angesteuert werden. Dazu braucht jede Spindel eine eigene Spinnstellenelektronik,
welche direkt oder indirekt über eine Sektionselektronik mit der Maschinensteuerung
kommunizieren kann. Die Spinnstellenelektronik befindet sich zusammen mit dem Spindelmotor
in einer gemeinsamen Baueinheit, welche wiederum zusammen mit der Spindel die Spindeleinheit
bilden. In diesem Zusammenhang muss man sich vergegenwärtigen, dass die Antriebsmotoren
jeweils zusammen mit der dazugehörigen Antriebselektronik, auch Treiber genannt, als
physische Einheit produziert, ausgeliefert und in die Textilmaschine eingebaut werden.
Der Antriebsmotor und die dazugehörige Antriebselektronik werden als untrennbare physische
Einheit angesehen, da deren Einzelelemente wie Antriebsmotor und Antriebselektronik
für sich alleine nicht einsatzfähig sind.
[0003] Es hat sich gezeigt, dass die herkömmliche Bauweise von Spinnmaschinen mit Einzelspindelantrieb
mit einer direkten Ansteuerung der einzelnen Spindeln durch die Maschinensteuerung
steuerungstechnisch aber auch hinsichtlich des Verkabelungs- und Montageaufwandes
sehr aufwändig und teuer ist. Immerhin kann eine grosse Spinnmaschine bis zu 1'600
Spindeln umfassen. Man ist daher dazu übergegangen, Konzepte zu entwickeln, gemäss
welchen die Spindeln steuerungstechnisch zu Sektionen zusammen gefasst werden. Die
Spindelantriebselektronik-Einheiten der Spindelantriebe einer Sektion kommunizieren
dabei nicht mehr direkt mit der Maschinensteuerung, sondern mit einer Sektionselektronik
mit eigener Intelligenz. Die Maschinensteuerung andererseits steuert die Spindeln
nun nicht mehr direkt an, sondern über die übergeordnete Sektionselektronik. Es liegt
dann an der Sektionselektronik aufgrund der von der Maschinensteuerung empfangenen
Befehle die ihr zugeordneten Spindelantriebe zu steuern.
[0004] So beschreibt die
EP-A-0 389 849 ein Steuerungssystem für eine Ringspinnmaschine mit einer Vielzahl von Spinnstellen,
die sektionsweise gemeinsam überwach- und steuerbar sind. Der Spinnstelle ist zur
autonomen Ausführung, wenigstens eines Teils der Betriebsfunktionen, eine Spindelantriebselektronik
zugeordnet. Einer jeweils mehrere Spinnstellen umfassende Sektion ist eine der Spindelantriebselektronik
übergeordnete Sektionselektronik mit eigener Intelligenz zugeordnet, welche wiederum
mit einer weiteren in einer übergeordneten Hierarchieebene vorgesehenen Maschinensteuerung
verbunden ist. Auch die Sektionselektronik ist zur autonomen Ausführung wenigsten
eines Teils der Betriebsfunktionen, wie z. B. Fadenbrucherfassung ausgelegt.
[0005] Obwohl dieses Konzept wesentliche Verbesserung zumindest in den Steuerungsabläufen
einer Spinnmaschine gebracht hat, bringt die konstruktive Umsetzung dieses an sich
vorteilhaften Steuerungskonzeptes nach wie vor erhebliche Nachteile mit sich. So ist
der Herstellungs-, Montage- und Verkabelungsaufwand der entsprechenden Spinnmaschine
weiterhin sehr gross.
[0006] Der hohe Verkabelungsaufwand rührt daher, dass die Sektionselektronik über einen
Datenbus mit der Maschinensteuerung verbunden und die an den Spindelantrieben vorgesehene
Spinnstellenelektronik wiederum jeweils einzeln oder über einen Bus mit der Sektionselektronik
verdrahtet ist. Neben dem Verkabelungsaufwand für die Datenleitungen kommt ferner
der Verdrahtungsaufwand zur Versorgung der Spindelantriebe mit elektrischer Energie
hinzu. Im weiteren muss auch die Sektionselektronik und die Spindelantriebselektronik
über Versorgungsleitungen mit elektrischer Energie versorgt werden. Da die Elektronik
eine andere Versorgungsspannung aufweist als die Spindelantriebe, muss zudem eine
separate Verdrahtung vorgenommen werden.
[0007] Neben dem hohen und kostspieligen Verdrahtungsaufwand, welcher durch geschultes und
entsprechend teures Fachpersonal in der Regel von Hand bewältigt werden muss, machen
auch die Fertigungskosten für die als separate Bausteine gefertigten Sektionselektronik-
und Spindelantriebselektronik-Einheiten sowie für die Verdrahtung zu schaffen.
[0008] Aufgabe vorliegender Erfindung es daher, ein neues Baukonzept zur Organisation der Steuerungselektronik
und Energieversorgung in einer Spinn- oder Zwirnmaschine vorzuschlagen, um die oben
genannten Nachteile zu beseitigen oder zumindest erheblich zu mindern.
[0009] Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass mehrere Spindelantriebselektronik-Einheiten
einer Sektion und die Sektionselektronik-Einheit auf einer gemeinsamen Leiterplatte
angeordnet sind, und die Spindelantriebselektronik-Einheiten über Datenleitungen in
Form von Leiterbahnen mit der Sektionselektronik-Einheit verbunden sind und die Sektionselektronik-Einheit
über eine Verbindungsschnittstelle und Datenleitung mit der Maschinensteuer-Einheit
verbunden ist, und die Spindelantriebselektronik-Einheiten über Verbindungsschnittstellen
und Speiseleitungen mit den Spindelantrieben verbunden ist.
[0010] Die Spinnmaschine kann eine Ringspinn-, Schlaufenspinn-, Topfspinn- oder Trichterspinnmaschine
sein. Die Spinn- oder Zwirnmaschine kann ein- oder zweiseitig ausgebildet sein. Zweiseitig
bedeutet, dass in Maschinenquerschnittsansicht in spiegelbildlicher Anordnung auf
zwei Seiten Spinn- oder Zwirnstellen angeordnet sind. Bei einseitigen Maschinen sind
entsprechend nur auf einer Seite Arbeitsstellen angeordnet. Unter dem allein stehenden
Begriff "Sektion" ist in dieser Anmeldung eine steuerungstechnische Sektion mit einer
Mehrzahl von Arbeitsstellen, d.h. Spinn- oder Zwirnstellen, zu verstehen, deren Spindelantriebselektronik-Einheiten
über eine gemeinsame Sektionselektronik-Einheit angesteuert bzw. verwaltet wird. Eine
solche Sektion kann sich auf eine Maschinenseite begrenzen und eine Mehrzahl von benachbarten
Arbeitsstellen umfassen. Die genannte Sektion kann aber auch maschinenseitenübergreifend
sein und eine Mehrzahl von beidseits der Spinn- oder Zwirnmaschine angeordnete, und
auf der zugehörigen Maschinenseite jeweils benachbarte Spinn- oder Zwirnstellen umfassen.
[0011] Eine Sektion kann z. B. 24 Arbeitsstellen, d. h. Spindelantriebsmotoren, auf einer
Maschinenseite umfassen. In bevorzugter Weiterentwicklung der Erfindung enthält eine
Sektion genau eine Leiterplatte mit der Sektionselektronik-Einheit sowie den Spindelantriebselektronik-Einheiten
aller dieser Sektion zugeordneten Arbeitsstellen bzw. Spindelantriebe.
[0012] Unter Leiterplatte, auch Leiterkarte oder Platine genannt, soll ein Träger aus isolierendem
Material, insbesondere Kunststoff, mit auf dem Träger festliegenden bzw. festhaftenden
leitenden Verbindungen, auch Leiterbahnen genannt, verstanden werden. Eine Leiterbahn
liegt in der Form einer elektrisch leitenden Schicht auf dem Träger vor. Diese Schicht
leitfähigen Materials ist in der Regel relativ dünn. Die Herstellung der Leiterbahnen
kann durch einen Ätz- bzw. Druckprozess geschehen.
[0013] Die Leiterplatte dient der mechanischen Befestigung der Sektionselektronik-Einheit
und der Spindelantriebselektronik-Einheiten sowie der elektrischen Verbindung (Daten-
bzw. Signalleitungen) dieser elektronischen Bauteile miteinander über Leiterbahnen
für den Signal- bzw. Datenaustausch. In Weiterbildung der Erfindung liegen nicht nur
die Daten- bzw. Signalverbindungen zwischen der Sektionselektronik und der Spindelelektronik
in Form von Leiterbahnen vor, sondern auch die Versorgungsleitungen der Sektionselektronik
und/oder der Spindelantriebselektronik mit elektrischer Energie liegen als Leiterbahnen
auf dem Träger vor. Im weiteren liegen bevorzugt auch die Versorgungsleitungen zu
den Leistungsstufen der Spindelantriebselektronik-Einheiten zur letztendlichen Versorgung
der Spindelantriebe mit elektrischer Energie als Leiterbahnen auf dem Träger vor.
Die mechanische Befestigung der Elektronikbausteine kann z. B. über elektrisch leitende
Steckverbindungen, wie Pin und/oder Lötverbindungen erfolgen.
[0014] Die Maschinensteuerung enthält bevorzugt eine zentrale Steuerungseinheit, z. B. eine
speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), mit einem Hauptprozessor (CPU), mittels welchem
die Spinnmaschine gesteuert wird. Im Zusammenhang mit vorliegendem Steuerungskonzept,
welches verschiedene Hierarchieebenen kennt, ist die Maschinensteuerung als sogenannter
Master zu betrachten. Die Maschinensteuerung ist vorzugsweise zumindest für einen
Teil der Betriebsfunktionen für einen Steuereingriff in die Arbeitsstellen, vorzugsweise
über die betreffende Sektionselektronik-Einheit und die zugeordnete Spindelantriebselektronik-Einheit
ausgelegt. So wird z. B. das Hochfahren der Maschine (z. B. der Anspinnprozess) und
das geplante Herunterfahren der Maschine (z. B. der Abspinnprozess) durch die Maschinensteuerung
gesteuert.
[0015] Die Sektionselektronik-Einheit beinhaltet einen Controller, welcher vorzugsweise
die autonome Ausübung von Betriebsfunktionen durch die Sektionselektronik erlaubt.
Als Controller ist eine elektronische Einheit mit integrierten Schaltkreisen bezeichnet,
die verschiedene Vorgänge steuert, regelt bzw. schaltet. Ferner kann der Controller
in einem gewissen Sinne auch die CPU der Maschinensteuerung in ihrer Aufgabenbewältigung
unterstützen. Der Controller dient ferner der Regelung des Datenverkehrs zwischen
Maschinensteuerung und der Spindelantriebselektronik. Der Controller enthält bevorzugt
einen Prozessor, d.h. eine Recheneinheit. Der Controller ist bevorzugt ein Mikrocontroller.
Da die Grenze zwischen Controller und Mikroprozessor mitunter unklar ist, soll unter
den Begriff Controller auch ein Mikroprozessor fallen. Es ist auch denkbar, dass der
Controller eine CPLD (Complex Programmable Logic Device) ist. Mit einer CPLD ist die
Funktionalität auf der Ebene Sektionselektronik jedoch sehr eingeschränkt, weshalb
eine CPLD eher weniger in Frage kommt.
[0016] Der Controller ist vorzugsweise über einen Optokoppler mit der Kommunikationsschnittstelle
verbunden. Der Optokoppler ist ein opto-elektronisches Verbund-Bauelement, welches
der Übertragung eines elektrischen Signals bei gleichzeitiger galvanischer Trennung
(elektrischer Isolierung) zwischen Ein- und Ausgangsstromkreis dient.
[0017] Die Spindelantriebselektronik-Einheit dient der direkten Ansteuerung des dieser zugeordneten
Spindelantriebsmotors. Sie beinhaltet einen Controller, welcher vorzugsweise die autonome
Ausübung von Betriebsfunktionen, wie z. B. die Steuerung bzw. Schaltung der Leistungsstufe,
die Messung der Strom- bzw. Leistungsaufnahme durch den Spindelantrieb oder die Verwaltung
einer externen Anzeige oder eines Handschalters wahrnimmt. Als Controller ist eine
elektronische Einheit mit integrierten Schaltkreisen bezeichnet, die verschiedene
Vorgänge steuert, regelt bzw. schaltet. Der Controller enthält bevorzugt einen Prozessor,
d.h. eine Recheneinheit. Der Controller ist bevorzugt ein Mikrocontroller. Da die
Grenze zwischen Controller und Mikroprozessor mitunter unklar ist, soll unter den
Begriff Controller auch ein Mikroprozessor fallen. Es ist auch denkbar, dass der Controller
eine CPLD (Complex Programmable Logic Device) ist. Mit einer CPLD ist die Funktionalität
auf der Ebene Spindelantriebselektronik jedoch sehr eingeschränkt, weshalb eine CPLD
eher weniger in Frage kommt.
[0018] Ferner enthält die Spindelantriebselektronik-Einheit eine Leistungsstufe, auch Leistungstreiber
oder Power Stage genannt, über welche die Leistungsversorgung des Spindelantriebs
erfolgt. Der Leistungstreiber ist ein Bauelement, das zwischen die Steuerung (Controller)
und den Verbraucher (Spindelantrieb) geschaltet wird, um eine direkte Belastung der
Steuerung durch den Stromfluss des Verbrauchers zu vermeiden und den Spannungspegel
anzupassen. Dazu wird die Betriebsspannung des Verbrauchers an den Leistungstreiber
angelegt und die Steuerung schaltet auf der Eingangsseite mit vorhersehbarem Stromfluss
diese Betriebsspannung auf die Ausgangsseite des Leistungstreibers durch. Über die
Leistungsstufe wird folglich die Stromversorgung der zugehörigen Spindelmotoren geschaltet.
[0019] Mehrere Spindelantriebselektronik-Einheiten können auch physisch auf einem gemeinsamen
Träger, z. B. Chip, zusammengefasst sein, wobei jedoch jede Spindelantriebselektronik-Einheit
einen eigenen Controller sowie eine eigene Leistungsstufe und eine eigene Schnittstellen
beibehält.
[0020] Gemäss einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der einer
jeweiligen Arbeitsstelle zugeordnete Spindelantrieb über die zugeordnete Spindelantriebselektronik-Einheit
bzw. die übergeordnete Sektionselektronik-Einheit elektronisch und zweckmässigerweise
auch mittels eines Handschalters abschaltbar ist. Grundsätzlich kann eine jeweilige
Spinn- bzw. Zwirnstelle jedoch auch vom Master abgeschaltet werden, was bei bestimmten
Störfällen besonders zweckmässig ist.
[0021] Zur autonomen Stilllegung oder auch Aktivierung einer Arbeitsstelle enthält die Spindelantriebselektronik-Einheit
eine Schnittstellenelektronik, insbesondere eine Digitale I/O-(Eingang/Ausgangs)-Schnittstelle,
über welche z. B. ein Handschaltgerät zum manuellen Ein- und Ausschalten des Spindelantriebes
vor Ort, d. h. unmittelbar an der Spinnstelle angeschlossen werden kann. Das Handschaltgerät
mit entsprechender ON/OFF-Eingabefunktion ist zweckmässig an der Spinnstelle, z. B.
bei der Spindelbank neben der Spindel angeordnet. Auf diese Weise kann das Spinnpersonal
die Spindel z. B. nach behobenem Fadenbruch vor Ort manuell wieder einschalten oder
bei einer erkannten Störung ausschalten. Die Ansteuerung des Spindelantriebs über
das Handschaltgerät erfolgt also autonom von der Maschinensteuerung, und wird über
die Spindelantriebselektronik-Einheit und/oder ggf. über die Sektionselektronik-Einheit
ausgeführt.
[0022] Ferner kann die Schnittstellenelektronik der Spindelantriebselektronik-Einheit auch
zum Anschliessen einer Anzeige (Arbeitsstellenanzeige), insbesondere einer Störungsanzeige
dienen. Die Anzeige, welche z.B. eine optische Anzeige (Leuchte) sein kann, kann z.
B. einen Fadenbruch, eine stillstehende Spindel, eine Schleichspindel oder eine andere
Störung an der Arbeitsstelle anzeigen. Die Anzeige kann ebenfalls autonom von der
Maschinensteuerung durch die Spindelantriebselektronik-Einheit und/oder ggf. über
die Sektionselektronik-Einheit betätigt werden. Ferner kann zusätzlich oder alternativ
dazu auch eine mit der Sektionselektronik-Einheit verbundene Sektionsanzeige vorgesehen
sein, welche z. B. die Störung an einer der Sektion zugeordneten Arbeitsstellen anzeigt.
Die Sektionsanzeige ist entsprechend im Bereich der Sektion angeordnet. Es kann vorgesehen
sein, dass die genannten Anzeigen auch über die Maschinensteuerung angesteuert werden
können.
Im weiteren kann auch ein Fadenwächter und/oder eine Luntenstoppeinrichtung an die
zugehörige Spindelantriebselektronik-Einheit oder die Sektionselektronik-Einheit angeschlossen
sein. Wird z. B. eine Arbeitsstelle wegen einer Störung durch die Sektions- oder die
Spindelantriebselektronik-Einheit ausgeschaltet, so kann diese Einheit über die Luntenstoppeinrichtung
auch einen Luntenstopp veranlassen.
[0023] Hinsichtlich weitergehenden Ausführungen betreffend die Ausübung verschiedenster
Betriebsfunktionen durch die Maschinensteuerung, Sektionssteuerung und Spindelantriebssteuerung
sowie deren Aufgabenteilung wird auf die
EP-A-0 389 849 verwiesen.
[0024] Der Spindelantrieb ist ein Elektromotor, insbesondere ein BLDC-Motor (Bürstenloser
Gleichstrommotor). Der Elektromotor kann jedoch auch ein Synchron oder Asynchronmotor
sein. Die Leistungsstufe kann entsprechend dem verwendeten Motortyp einen Wandler,
z. B. einen Frequenzumrichter, beinhalten.
[0025] Von der Maschinensteuerung führt eine Daten- bzw. Signalleitung zu den Sektionselektronik-Einheiten
und verbindet diese mit der Maschinensteuerung. Die Datenleitung ist bevorzugt ein
Datenbus. Die Sektionselektronik-Einheiten sind vorteilhaft durch den Datenbus miteinander
verbunden, auf den die Maschinensteuerung Zugriff hat. Der Datenbus erstreckt sich
zweckmässigerweise längs der jeweiligen Textilmaschine entlang der beiden Maschinenseiten.
Der Datenbus kann aufgeteilt auf die beiden Maschinenseiten einen linken und rechten
Ast mit z. B. jeweils einem Abschlusswiderstand aufweisen. Die beiden Äste laufen
in der Maschinensteuerung zusammen. Der Datenbus kann jedoch auch als Ringbus oder
als Sternbus ausgebildet sein. Der Datenbus kann ein serieller oder paralleler Bus
sein. Der Datenbus kann als elektrischer Leiter, als Lichtleiter oder aus einer Kombination
von Beidem ausgebildet sein.
[0026] Neben dem Datenbus mit seinen z. B. elektrischen Leitern für die gewöhnliche Kommunikation
kann zwischen der Ebene der Maschinensteuerung und der Ebene der Sektionselektronik-Einheiten
zusätzlich ein optischer oder elektrischer Leiter zur schnellen Übermittlung von digitalen
Signalen vorgesehen sein. Dieser zusätzliche Leiter kann separat ausgeführt oder in
den Datenbus integriert sein. Der zusätzliche Leiter führt jedoch bevorzugt über jeweils
einen separaten Eingang (Digitaler I/O) zur Sektionselektronik-Einheit. Diese zusätzliche
Signalleitung stellt bevorzugt eine direkte Hardwareverbindung zwischen der Maschinensteuerung
oder einem Netzausfallsensorsystem und der Sektionselektronik-Einheiten oder direkt
den Spindelantriebselektronik-Einheiten her.
[0027] Diese zusätzliche Signalleitung dient z. B. der unmittelbaren Übermittlung von Steuerbefehlen
bei einem Netzausfall zwecks Umschalten der Spindelantriebsmotoren auf Generatorbetrieb.
Diesem Vorgehen liegt die an sich bekannte Idee zugrunde, dass bei einem Netzausfall
der oder die Spindelantriebe auf einen Generatorbetrieb umgeschaltet werden, damit
mittel der generatorisch erzeugten Leistung die schneller auslaufenden Streckwerksantriebe
in Koordination mit den sich verlangsamenden Spindeln kontrolliert heruntergefahren
werden können. Ohne diese generatorische Rückspeisung würden die Streckwerkswalzen
im Vergleich zu den Spindeln relativ schnell und unkontrolliert auslaufen, was zu
Fadenbrüchen führen würde. Weitere Details in Bezug auf das Konzept, welches hinter
dem generatorischen Betrieb der Spindelantriebe bei Netzausfall steckt, können z.
B. der
DE-C-43 120 23 oder der
EP-B-451 534 entnommen werden.
[0028] Grundsätzlich sollte die Umstellung auf den Generatorbetrieb möglichst verzögerungsfrei
stattfinden. Der Weg des Steuersignals über die gewöhnliche Kommunikationsleitung
beansprucht jedoch relativ viel Zeit, bis dieses an seinem Bestimmungsort angekommen
ist und der Steuerbefehl entsprechend umgesetzt werden kann. Mit einer digitalen Signalleitung
der beschriebenen Art kann das Steuersignal von der Maschinensteuerung oder sogar
direkt von einem Netzausfallsensorsystem zur Sektionselektronik-Einheit geführt werden,
welche dann die Umstellung auf eine Spindelantriebs-Rekuperation veranlasst.
[0029] Im Hinblick auf einen optimalen Informationsfluss sowie eine Reduzierung des Verkabelungsaufwands
ist es zweckmässig, wenn sämtliche Daten von und zu den Arbeitsstellen bzw. deren
Spindelantriebselektronik-Einheiten durch die zugeordnete Sektionselektronik-Einheit
steuerbar und konzentrierbar sind. Dies bedeutet auch, dass die Leiterplatte über
ausschliesslich eine Verbindungsschnittstelle für den Daten- und Signalaustausch mit
der Maschinensteuerung verfügt.
[0030] Die Arbeitsstellen können Sensoren oder anderweitige Mittel zur Bestimmung bestimmter
Parameter an den Arbeitsstellen enthalten. So kann z. B. die Strom- bzw. Leistungsaufnahme
durch den Spindelantrieb oder die Spindeldrehzahl durch die Spindelantriebselektronik,
ggf. mittels Sensoren, erfasst werden. Aus diesen Messdaten können Informationen über
Fadenbrüche oder Fadenspannung ermittelt werden. Die betreffende Spindel bzw. der
dieser zugeordnete Antrieb kann bei einem Fadenbruch durch die Spindelantriebs- oder
Sektionselektronik-Einheit autonom stillgesetzt werden.
[0031] Zumindest ein Teil der, z. B. von der Sensorik der Arbeitsstellen, erfassten Signale
kann über die betreffende Spindelantriebselektronik-Einheiten und die übergeordnete
Sektionselektronik-Einheit für eine Auswertung und/oder übergeordnete Anzeige der
Maschinensteuer-Einheit zuführbar sein. Der Maschinensteuer-Einheit werden für eine
solche Auswertung bzw. Anzeige beispielsweise ein Fadenbruch, eine Handabschaltung,
die Spindeldrehzahl und/oder andere dergl. repräsentierende Signale zugeführt.
[0032] Die Spinn- bzw. Zwirnmaschine kann konstruktionstechnisch nach dem Baukastenprinzip
sektionsweise aufgebaut sein, wobei einer solchen konstruktionstechnischen Sektion,
nachfolgend einfach Maschinensektion genannt, eine Mehrzahl von Spinn- oder Zwirnstellen
zugeordnet sind. Die Sektionsaufteilung der Maschine erlaubt einen modularen Aufbau
der Spinn- bzw. Zwirnmaschine. Die Spinn- bzw. Zwirnmaschine wird in diesem Fall aus
aneinander gereihten Sektion aufgebaut. Das Maschinengestell weist natürlich ebenfalls
einen entsprechenden sektionsweisen Aufbau auf. Die konstruktionstechnische Sektionsbauweise
muss nicht mit der steuerungstechnischen Sektionsbauweise, wie oben beschrieben, übereinstimmen.
Vorteilhafterweise ist jedoch die steuerungstechnische Zusammenfassung der Arbeitsstellen
zu Sektionen und die entsprechende Zuordnung einer jeweiligen Sektionselektronik-Einheit
durch die herstellungsbedingte konstruktiove Unterteilung der Maschine in Maschinensektionen,
d. h. durch die strukturelle Sektionsbauweise, vorgegeben. D.h., dass z. B. eine oder
mehrere zusammengefasste, insbesondere zwei zusammengefasste, steuerungstechnische
Sektionen hinsichtlich der Zuordnung der Arbeitsstellen mit einer Maschinensektion
übereinstimmen.
[0033] Dies kann z. B. bedeuten, dass einer Maschinensektion, welche bekanntlich Arbeitsstellen
von beiden Maschinenseiten umfasst, zwei Leiterplatten mit jeweils einer Sektionselektronik-Einheit
zugeordnet sind, wobei die beiden Leiterplatten jeweils die Hälfte der Arbeitsstellen
dieser Maschinensektion abdecken, indem jeder Leiterplatte die Arbeitsstellen einer
Maschinenseite steuerungstechnisch zugeordnet ist (siehe dazu auch das Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3b). Es kann jedoch pro Maschinensektion auch nur eine Leiterplatte mit
einer Sektionselektronik-Einheit vorgesehen sein, welcher entsprechend die Arbeitsstellen
beider Maschinenseiten steuerungstechnisch zugeordnet sind (siehe dazu auch das Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3a). Entsprechend den oben genannten Ausführungsformen befinden sich auf
einer Leiterplatte jeweils Spindelantriebselektronik-Einheiten für Arbeitsstellen
von nur einer Maschinenseite oder für Arbeitsstellen von beiden Maschinenseiten.
[0034] Die Anwendung eines solchen Baukastenprinzips ermöglicht eine Vormontage von Maschinensektionen
im Fabrikationsbetrieb, was die Montagezeiten im Spinnereibetrieb beträchtlich verringert.
[0035] Die Stromversorgung der Spindelantriebe erfolgt ebenfalls bevorzugt über die Leiterplatte.
In der europäischen Patentanmeldung Nr.
07021866.4 wird ein Konzept zur Versorgung der Spindelantriebsmotoren einer Spinnmaschine mit
Strom beschrieben. In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung stützt sich die Stromversorgung
der Spindelantriebsmotoren auf das in dieser Anmeldung beschriebene Konzept. Das genannte
Stromversorgungskonzept gemäss der genannten Patentanmeldung hat jedoch nur indirekt
mit vorliegender Erfindung etwas zu tun.
[0036] Die Leistungsversorgung der Spindelantriebe erfolgt, insbesondere wenn BLDC-Spindelmotoren
verwendet werden, bevorzugt über eine 270 V (Volt) Gleichspannungsquelle (z. B. über
einen DC-Bus) nach dem Versorgungskonzept gemäss der genannten europäischen Patentanmeldung
Nr.
07021866.4. Der DC-Bus besteht hier aus einer ersten Gleichspannungsschiene mit der Spannung
U1 (z. B. +270 V), einer zweiten Gleichspannungsschiene mit der Spannung U2 (z. B.
-270 V) und einer dritten Gleichspannungsschiene (z. B. 0 V). Ein erstes Gleichspannungsnetz
wird durch die erste und dritte Gleichspannungsschiene und ein zweites Gleichspannungsnetz
wird durch die zweite und dritte Gleichspannungsschiene gebildet. Das erste und zweite
Gleichspannungsnetz liefern den Gleichstrom der Spannung von 270 V. Aus der ersten
und zweiten Gleichspannungsschiene kann ferner ein drittes Gleichspannungsnetz mit
einem Gleichstrom der Spannung 540 V gebildet werden. Für weitergehende Erläuterungen
zu den genannten Gleichspannungsnetzen wird wiederum auf die europ. Patentanmeldung
Nr.
07021866.4 verwiesen.
[0037] Beziehen nun die Leistungsstufen der Spindelantriebselektronik-Einheiten ihre Energie
aus einem oben beschriebenen DC-Bus, so ist vorteilhaft darauf zu achten, dass die
aufeinander folgenden Leistungsstufen innerhalb einer Leiterplatte, aber auch über
sämtliche nacheinander in Maschinenlängsrichtung angeordneten Leiterplatten hinweg
immer abwechslungsweise vom ersten und zweiten Netz gespiesen werden. Auf diese Weise
wird die Symmetrie der Stromversorgung gewährleistet und das Versorgungssystem läuft
stabil. Die Leiterplatte ist zur abwechselnden Versorgung der einzelnen Leistungsstufen
vom ersten und zweiten Gleichspannungsnetz entsprechend mit Verbindungsschnittstellen
und Leiterbahnen ausgerüstet.
[0038] Aus dem oben genannten Grund ist es auch vorzuziehen, dass die Sektionselektronik-Einheiten,
wenn sie nicht bereits über die Datenbusverbindung mit elektrischer Energie versorgt
werden, und insbesondere die Spindelantriebselektronik-Einheiten über das dritte Gleichstromnetz
von 540 V und nicht über das erste oder zweite Gleichstromnetz von 270 V gespiesen
werden. Letzteres ist zwar auch möglich, stört jedoch die Versorgungssymmetrie und
kann daher das Versorgungssystem instabil machen. Bei einer Speisung vom dritten Gleichstromnetz
ist dem Wandler ggf. ein Transformator zuzuordnen.
[0039] Grundsätzlich kann auch in Abhängigkeit der eingesetzten Spindelantriebe eine andere
Spannungsquelle, z. B eine Wechselspannungsquelle, gewählt werden. Die Leistungsstufen
der Spindelantriebselektronik-Einheiten sind über entsprechende Leitungsverbindungen
mit einer Spannungsquelle verbunden. Die Speiseleitungen sind auf der Leiterplatte,
wie bereits erwähnt vorzugsweise als Leiterbahnen ausgebildet. Die Leiterplatte ist
bevorzugt über ausschliesslich eine Verbindungsschnittstelle für die Leistungsversorgung
der Leistungsstufen bzw. der Spindelantriebe mit einer externen Spannungsquelle verbunden.
Bei Speisung der Leistungsstufe mit wechselnder Spannungsquelle gemäss den obigen
Ausführungen ist die Leiterplatte über ausschliesslich zwei Verbindungsschnittstellen
für die Leistungsversorgung der Leistungsstufen bzw. der Spindelantriebe mit zwei
externen Spannungsquellen (erstes und zweites Gleichspannungsnetz) verbunden. Natürlich
kann die Leiterplatte theoretisch für jede Leistungsstufe eine separate Verbindungsschnittstelle
zu einer externen Spannungsquelle aufweisen. Diese Lösung wird jedoch aus wirtschaftlichen
Überlegungen nicht bevorzugt.
[0040] Die Sektionselektronik-Einheiten und/oder Spindelantriebselektronik-Einheiten müssen
ebenfalls mit elektrischer Energie versorgt werden, jedoch mit Energie geringerer
Spannung als die Spindelantriebe, d. h. z. B. mit einer Spannung von 5 V, 15 V oder
24 V. Die Leitungen zur Versorgung der genannten Elektronikbausteine sind auf der
Leiterplatte ebenfalls bevorzugt als Leiterbahnen ausgebildet. Hinsichtlich der Spannungsquelle
kann:
- a. die Leiterplatte über, bevorzugt ausschliesslich, eine weitere Verbindungsschnittstelle
für die Leistungsversorgung der Elektronikbaugruppen mit einer externen Spannungsquelle
verbunden sein (z. B. drittes Gleichspannungsnetz); oder kann
- b. die Leistungsversorgung der Elektronikbaugruppe über die oben beschriebene Spannungsversorgung
für die Leistungsstufen (z. B. erstes oder zweites Gleichspannungsnetz) erfolgen.
[0041] Im Fall b. wird entweder auf der Leiterplatte nach der Verbindungsschnittstelle oder
bei der Verbindungsschnittstelle oder ausserhalb der Leiterplatte die Spannungsversorgung
für die Elektronikbaugruppen abgezweigt. Auf alle Fälle erfolgt hier die Spannungsversorgung
einer Leiterplatte über ausschliesslich eine gemeinsame Spannungsquelle.
[0042] Auf der Leiterplatte ist bevorzugt ein Wandler, insbesondere ein Spannungswandler,
vorgesehen, welcher z. B. eine Eingangs-Gleichspannung (von z. B. 270 V oder 540 V)
in eine tiefere Ausgangs-Gleichspannung (von z. B. 5 V oder 15 V) umwandelt. Je nach
dem ob die Eingangsspannung eine Gleich- oder Wechselspannung ist, kommt dem Wandler
auch eine Stromrichterfunktion zu. Ein Wandler ist insbesondere dann notwendig, wenn
die Spannung von der Spannungsversorgung für die Leistungsstufen abgenommen wird und
entsprechend auf ein tieferes Niveau übersetzt werden muss.
[0043] Zusammenfassend kann bzw. können gemäss Erfindung direkt auf der Leiterplatte oder
an, jeweils einem auf der Leiterplatte fest angebrachten Kabelende:
- eine gemeinsame Verbindungsschnittstelle zum Anschluss der Sektionselektronik-Einheit
an eine externe Daten- bzw. Signalleitung (Datenbus);
- eine gemeinsame Verbindungsschnittstelle zum Anschluss der Spannungsversorgung der
Spindelantriebselektronik-Einheiten und/oder der Sektionselektronik-Einheit an eine
externe Spannungsquelle;
- eine gemeinsame Verbindungsschnittstelle zum Anschluss der Spannungsversorgung der
Leistungsstufen der Spindelantriebselektronik-Einheiten an eine externe Spannungsquelle
(DC-Bus);
- Verbindungsschnittstellen zum Anschluss der Spannungsversorgung der Spindelantriebe
an die Spindelantriebselektronik-Einheiten, d.h. Leistungsstufen;
- Verbindungsschnittstellen zum Anschluss externer Geräte, wie Anzeigen oder Handschalter
an die Spindelantriebselektronik-Einheiten
vorgesehen sein.
[0044] Die Sektionselektronik-Einheit kann ihre Spannungsversorgung auch unabhängig von
den Spindelantriebselektronik-Einheiten über den Datenbus erhalten.
[0045] Die besagten Verbindungsschnittstellen können z. B. feste Verbindungen, wie z. B.
Lötverbindungen, oder lösbare Verbindungen, wie z. B. Steck- bzw. Steckerverbindungen
oder Aufschnappkontaktierungen sein. Wird die Verbindung von der Leiterplatte nach
extern durch Kabelenden erstellt, so sind die Kabelenden bevorzugt über feste Verbindungen,
z. B. über Lötverbindungen, entweder mit den zugehörigen Leiterbahnen auf der Leiterplatte
oder direkt mit der entsprechenden Sektionselektronik- bzw. Spindelantriebselektronik-Einheiten
verbunden. Am freien Ende des Kabelendes ist dann jeweils die Verbindungsschnittstelle
der oben beschriebenen Art zum Anschluss des Kabelendes an die externe Versorgung
vorgesehen.
[0046] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind an der Leiterplatte über eine,
bevorzugt feste Verbindung, so genannte Kabelenden mit Verbindungsschnittstelle, auch
Kabelschwänze genannt, angebracht über welche der Spindelmotor mit elektrischer Energie
gespiesen wird. Das Kabelende verfügt bevorzugt über einen Steckverbinder, mittels
welchem dieses direkt oder indirekt über eine Spindelbank an der Spindeleinheit angeschlossen
werden kann.
[0047] Die Steckverbindung kann z. B. zwischen Kabelende und der Spindelbank ausgeführt
werden, auf welcher ein entsprechender Steckeranschluss angebracht ist. Die Spindeleinheit
selbst kann über eine weitere Steck- bzw. Aufsteckverbindung auf der Spindelbank,
welche mit dem Steckeranschluss für das Kabelende leitend verbunden ist, an der Spindelbank
angeschlossen werden. Auf diese Weise können die Kabelenden der Leiterplatte am Steckeranschluss
an der Spindelbank angeschlossen werden, unabhängig davon, ob bereits eine Spindeleinheit
montiert ist oder nicht. Andererseits können Spindeleinheiten beliebig von der Spindelbank
entfernt werden, ohne dass die Kabelendverbindungen gelöst werden müssen.
[0048] Auch die Verbindungsleitungen zur Anzeige und/oder zum Handschalter können wie oben
beschrieben als Kabelenden mit Verbindungsschnittstelle, z. B. Steckverbinder, ausgebildet
sein, welche über eine, bevorzugt feste Verbindung an der Leiterplatte angeschlossen
sind. Die Steckverbinder werden direkt oder indirekt mit der Anzeige bzw. dem Handschalter
über einen Steckanschluss verbunden.
[0049] Unter Steckanschluss sollen im Rahmen dieser Anmeldung der männliche oder weibliche
Teil eines Steckverbinders gemeint sein. Ein Steckanschluss kann z. B. ein Stecker
oder Einbaustecker bzw. eine Kupplung oder Buchse sein. Die Steckverbindungen können
mit einer lösbaren "Snap in" bzw. Aufschnappkontaktierung ausgerüstet sein.
[0050] Im weiteren kann auch die Speiseleitung einer Leiterplatte zur Versorgung der Leistungsstufen
mit elektrischer Energie über ein, vorzugsweise fest mit der Leiterplatte verbundenes
Kabelende mit Verbindungsschnittstelle, z. B. Steckverbinder, verfügen. Das Kabelende
ist z. B. über den Steckverbinder oder eine Aufschnappkontaktierung an eine zentrale
Spannungsversorgungsleitung (DC-Bus) anschliessbar.
[0051] In einer Abwandlung vorliegender Erfindung ist es auch denkbar, dass die Kommunikation
zwischen Maschinensteuerung und Sektionselektronik-Einheit und/oder zwischen Sektionselektronik-Einheit
und Spindelantriebselektronik-Einheit auf die Energieversorgung aufmoduliert ist.
D.h., die Kommunikation erfolgt über die Speiseleitung. In diesem Fall würden z. B.
die Kommunikationsleitungen, d.h. Datenbus, zwischen Maschinensteuerung und Sektionselektronik-Einheit
wegfallen. Gemäss dieser Ausführung könnte die Datenleitung zwischen Sektionselektronik-Einheiten
und den Spindelantriebselektronik-Einheiten gemäss Kennzeichen des Anspruchs 1 sowohl
Datenleitung wie auch Speiseleitung sein. Ferner könnte die Datenleitung zwischen
Maschinensteuerung und Sektionselektronik-Einheit gemäss Oberbegriff und Kennzeichen
des Anspruchs 1 sowohl Datenleitung als auch Speiseleitung sein.
[0052] Die Leiterplatte wäre entsprechend nur noch teilweise oder überhaupt nicht mehr mit
separaten Kommunikationsleiterbahnen versehen. Es kann z. B. vorgesehen sein, dass
Datenverkehr und Versorgungsspannung über eine gemeinsame Leitung und eine gemeinsame
Schnittstelle zur Leiterplatte geführt werden. Datenverkehr und Versorgungsspannung
könnten dann z. B. bei einem der Sektionselektronik-Einheit vorgeschalteten Wandler
oder in der Sektionselektronik-Einheit selbst voneinander getrennt und auf separaten
Leiterbahnen weiter geführt werden, z. B. zur Spindelantriebselektronik-Einheit geführt
werden.
[0053] Aufgrund der hierarchischen Aufteilung zwischen Maschinensteuerung / Sektionselektronik-Einheit
/ Spindelantriebselektronik-Einheit ist selbst bei einer grossen Anzahl von zu überwachenden
und zu steuernden Arbeitsstellen mit geringem Aufwand stets problemlos eine solche
Gesamtregelung der Spinn- oder Zwirnmaschine durchführbar. Die Herstellungskosten
lassen sich nicht zuletzt aufgrund des minimalen Verkabelungsaufwands sowie der hochautomatisierten
Herstellung von bestückten Leiterplatten mit ebenfalls vollautomatisch aufgebrachten
Leiterbahnen beträchtlich reduzieren. Einzelne Funktionsbereiche lassen sich klar
voneinander trennen. Die sich für die Steuerung der Spinn- bzw. Zwirnmaschine ergebenden
Variationsmöglichkeiten werden nicht zuletzt dadurch beträchtlich gesteigert, dass
die gemäss einer besonders bevorzugten Ausführung der Erfindung auf unterschiedlichen
hierarchischen Ebenen vorgesehen Sektionselektronik-Einheiten und Spindelantriebselektronik-Einheiten
Baugruppen mit eigener Intelligenz sind. Es liegen auf mehreren Hierarchieebenen mehrere
Subsysteme vor, denen die Maschinensteuereinheit beispielsweise als Master zugeordnet
ist. Demnach ist die zur Steuerung und zum Betrieb der gesamten Spinn- bzw. Zwirnmaschine
erforderliche Intelligenz auf verschiedene Ebenen aufgeteilt. In einer Richtung senkrecht
zu den jeweiligen Hierarchieebenen ist ferner nur noch ein kleiner Verkabelungsaufwand
erforderlich. Die Aufteilung der Funktionen auf die verschiedenen Hierarchieebenen
kann nun problemlos beispielsweise auch nach Kostenkriterien vorgenommen werden.
[0054] Die Leiterplatte mit den genannten Komponenten liegt als Baugruppe vor, welche separat
gefertigt und als Einheit in die Spinn- bzw. Zwirnmaschine eingebaut wird. Über einfache
lösbare Verbindungen, wie Steckverbindungen, lässt sich die Leiterplatte schnell und
ohne grossen Aufwand an die externen Spannungsquellen, die Daten- bzw. Signalleitungen
und die Verbraucher (Spindelantriebe) anschliessen. Die Spindeleinheiten, wie auch
die ganze Verkabelung innerhalb der Spinn- bzw. Zwirnmaschine lassen sich separat
und unabhängig von der Steuerungselektronik auf der Leiterplatte installieren.
[0055] Neben der jeweiligen Spindelantriebselektronik-Einheit kann zusätzlich oder alternativ
auch die jeweilige Sektionselektronik-Einheit zur automatischen Ausführung wenigstens
eines Teils der Betriebsfunktionen ausgelegt sein. Damit können neben der übergeordneten
Maschinensteuereinheit auch die auf den unteren Hierarchieebenen vorgesehenen Baugruppen
autonom zumindest einzelne Betriebsfunktionen ausführen.
[0056] Hierbei kann die betreffende Spindelantriebselektronik-Einheit bzw. Sektionselektronik-Einheit
beispielsweise zur autonomen Ausführung einer oder mehrerer der folgenden Funktionen
Fadenbrucherfassung, Luntenstopp, Einzelspindel-Antriebssteuerung, thermische Überwachung
der Einzelspindelantriebe, Luntenumschaltung, Spindeldrehzahlmessung, Fadenspannungsmessung,
Kommunikation mit einem zugeordneten Wanderautomaten, Spinnstellen-Bedienerführung,
Störungsanzeigen, Handschalter und/oder weiterer Sensorfunktionen ausgelegt sein.
Vorzugsweise ist ein Fadenbruch und/oder eine erhöhte Fadenspannung durch die jeweilige
Spindelantriebselektronik-Einheit über die Strom- bzw. Leistungsaufnahme des der jeweiligen
Arbeitsstelle zugeordneten Elektromotorantriebs bestimmbar.
[0057] Von der Maschinensteuereinheit selbst erfolgt z. B. die Anlauf- und/oder Ablaufsteuerung,
welche beispielsweise sowohl bei einer normalen Abschaltung als auch bei einer Notabschaltung
bei Netzausfall wirksam werden kann.
[0058] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Leiterplatte mit Elektronikbaugruppen;
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung eines Verbundes von Leiterplatten;
- Fig. 3a:
- eine erste Ausführungsform der Organisation der Elektronikbaugruppen in einer Spinn-
bzw. Zwirnmaschine;
- Fig. 3b:
- eine zweite Ausführungsform der Organisation der Elektronikbaugruppen in einer Spinn-
bzw. Zwirnmaschine.
[0059] Die Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer erfindungsgemässen Leiterplatte 2.1.
Diese enthält eine Mehrzahl von Spindelantriebselektronik-Einheiten 5.1, 5.2, 5.3
und eine Sektionselektronik-Einheit 3, welche über Daten-/Signalleitungen 34 in Form
einer Leiterbahn miteinander kommunizierend verbunden sind. Die Sektionselektronik-Einheit
3 ist über eine Steckverbindung 35 mit einem Datenbus 33 verbunden, auf welchen eine,
auf einer weiteren übergeordneten Hierarchieebene vorgesehene Maschinensteuer-Einheit
(nicht gezeigt) Zugriff hat.
[0060] Die Sektionselektronik-Einheit 3 weist einen Controller 31 sowie eine Schnittstellenelektronik
32 auf. Die Spindelantriebselektronik-Einheiten 5.1, 5.2, 5.3 weisen ebenfalls jeweils
einen Controller 51, eine Schnittstellenelektronik 53, sowie eine Leistungsstufe 52
auf. Eine Verbindungsleitung 8.1, 8.2, 8.3, 8.4 in Form eines Kabelendes mit Steckverbinder
10.1, 10.2, 10.3, 10.4 ist jeweils mit der Spindelantriebselektronik-Einheit 5.1,
5.2, 5.3 über eine feste Verbindung an der Leiterplatte 2.1, z. B. Lötverbindung,
verbunden. Die Verbindungsleitung 8.1, 8.2, 8.3, 8.4 ist über den Steckverbinder 10.1,
10.2, 10.3, 10.4 an einen Handschalter 7.1, 7.2, 7.3, 7.4 angeschlossen. Anstelle
oder zusätzlich zum Handschalter 7.1, 7.2, 7.3, 7.4 kann auch eine (Störungs-) Anzeige
oder Luntenstoppeinrichtung (Beides nicht gezeigt) vorgesehen sein.
[0061] Die Leistungsstufen 52 der Spindelantriebselektronik-Einheiten 5.1, 5.2, 5.3 werden
über eine Speiseleitung 41 in Form von Leiterbahnen mit elektrischer Energie versorgt.
Mit der Speiseleitung 41 ist eine Verbindungsleitung 47 in Form eines Kabelendes mit
Steckverbinder 44 fest verbunden, z. B. über eine Lötverbindung auf der Leiterplatte
2.1. Die Verbindungsleitung 47 ist über den Steckverbinder 44 an eine externe Spannungsquelle
46 angeschlossen. Die elektrische Energie, z. B. 270 V Gleichspannung, wird über die
Verbindungsleitung 47 und die Speiseleitungen 41 auf der Leiterplatte 2.1 den Leistungsstufen
52 der Spindelantriebselektronik-Einheiten 5.1, 5.2, 5.3 zugeführt.
[0062] Mit den Spindelantriebselektronik-Einheiten 5.1, 5.2, 5.3 ist jeweils eine Speiseleitung
9.1, 9.2, 9.3 in Form eines Kabelendes mit Steckerverbindung 11.1, 11.2, 11.3 fest
verbunden. Das Kabelende 9.1, 9.2, 9.3 kann jeweils direkt an die Spindelantriebselektronik-Einheiten
oder an eine Leiterbahn an der Leiterplatte angebracht sein, z. B. über ein Lötverbindung.
Die Speiseleitung 9.1, 9.2, 9.3, über welche die Spannungsversorgung für den Spindelmotor
6.1, 6.2, 6.3 erfolgt, ist direkt oder indirekt mit dem Spindelmotor 6.1, 6.2, 6.3
verbunden. Die Spindelmotoren 6.1, 6.2, 6.3 sind hier BLDC-Motoren.
[0063] Auf der Leiterplatte 2.1 ist ferner ein Spannungswandler 4 vorgesehen, zur Versorgung
der Elektronikbausteine auf der Leiterplatte, d.h. der Sektionselektronik-Einheit
und der Spindelantriebselektronik-Einheiten, mit elektrischer Energie einer bestimmten
Spannung. Die elektrische Energie vom Spannungswandler 4 wird den elektronischen Baugruppen
3, 5 über Leiterbahnen 42 zugeführt. Der Spannungswandler 4 kann nun z. B. über eine
entsprechende Versorgungsleitung 43a (Leiterbahn) elektrische Energie von der Spindelantriebs-Versorgungsleitung
41 abnehmen und auf die notwendig tiefere Spannung von z. B. 5 V oder 15 V übersetzen.
Der Spannungswandler 4 kann jedoch seine elektrische Energie auch von einer separaten,
zur Leiterplatte 2.1 geführten Speiseleitung 43b in Form eines Kabelendes mit Steckverbinder
45 über eine weitere externe Spannungsquelle beziehen. Hierzu wird das Kabelende 43b
über eine Steckerverbindung 45 mit einer externen Spannungsquelle (nicht gezeigt)
verbunden. Die Sektionselektronik-Einheit 3 selbst kann ihre elektrische Energie anstatt
über den genannten Spannungswandler 4 auch über eine separate Versorgungsleitung mittels
Datenbus 33 erhalten.
[0064] Die Fig. 2 zeigt einen Systemverbund zwischen verschiedenen Sektionen einer zweiseitigen
Spinn- bzw. Zwirnmaschine. Die Spinn- bzw. Zwirnmaschine enthält eine Mehrzahl von
Leiterplatten 2.1 bis 2.n+3, welche in Maschinenlängsrichtung hintereinander angeordnet
sind. Jede Leiterplatte 2.1 bis 2.n+3 entspricht einer Sektion mit einer bestimmten
Anzahl Arbeitsstellen, wobei eine solche Sektion sich jeweils auf eine Maschinenseite
81, 82 beschränkt. Die Leiterplatten 2.1 bis 2.n+3 sind über einen Ringbus 33 miteinander
und mit einer übergeordneten Maschinensteuerung 1 verbunden. Die übereinstimmenden
Elemente gemäss Fig. 1 und 2 tragen zwar dieselben Bezugszeichen, dies bedeutet jedoch
nicht, dass die Leiterplatte gemäss Fig. 1 nicht auch in einer anderen Form von Verbund
von Leiterplatten organisiert sein kann.
[0065] Gemäss der in Fig. 3a gezeigten erste Ausführungsform zur Organisation der Elektronikbaugruppen
in einer Spinn- bzw. Zwirnmaschine umfasst eine jeweils auf einer Leiterplatte 62.1,
62.2, 62.3, 62.4 umgesetzte steuertechnischen Sektion mehrere benachbarte Arbeitsstellen
auf beiden Maschinenseite 83, 84. D. h. eine Leiterplatte weist Spindelantriebselektronik-Einheiten
für beide Maschinenseiten 83, 84 aufweist. Entsprechend führen Leitungsverbindungen
66 von den Leiterplatten 62.1, 62.2, 62.3, 62.4 weg zu den auf jeweils einer Spindelbank
61a, 61b befestigten Spindelantrieben 64 zu beiden Maschinenseiten 83, 84 hin. Die
Leiterplatten 62.1, 62.2, 62.3, 62.4 befinden sich zwischen den beiden Maschinenseiten
83, 84 und sind hintereinander in Maschinenlängsrichtung 65 angeordnet. Die Leiterplatten
62.1, 62.2, 62.3, 62.4 sind über einen Datenbus 63 miteinander und einer Maschinensteuerung
(nicht gezeigt) verbunden. Der Datenbus 63 kann in einer geeigneten Form aufgebaut
sein. Seine konkrete Ausprägung ist im Zusammenhang mit der Erfindung von untergeordneter
Bedeutung.
[0066] Da eine Maschinensektion einer Spinn- bzw. Zwirnmaschine immer Arbeitsstellen auf
beiden Seiten der Maschine umfasst, können die steuertechnische Sektion und die Maschinensektion
in diesem Beispiel miteinander übereinstimmen. Dies bedeutet, dass eine Maschinensektion
jeweils genau eine Leiterplatte mit einer Sektionselektronik aufweist.
[0067] Gemäss der in Fig. 3b gezeigten zweiten Ausführungsform zur Organisation der Elektronikbaugruppen
in einer Spinn- bzw. Zwirnmaschine umfasst eine jeweils auf einer Leiterplatte 72.1
bis 72.n+3 umgesetzte steuertechnische Sektion ausschliesslich mehrere benachbarte
Arbeitsstellen auf einer Maschinenseite 85, 86. D. h. jede Maschinenseite 85, 86 verfügt
über separate Leiterplatten 72.1 bis 72.n+3 und jede Leiterplatte 72.1 bis 72.n+3
weist Spindelantriebselektronik-Einheiten für nur eine Maschinenseite 85, 86 auf.
Entsprechend führen nur zu einer Maschinenseite 85, 86 hin Leitungsverbindungen von
den Leiterplatten 72.1 bis 72.n+3 weg zu den auf jeweils einer Spindelbank 71a, 71b
befestigten Spindelantrieben 74 hin. Die Leiterplatten 72.1 bis 72.n+3 sind jeweils
hintereinander in Maschinenlängsrichtung 75 angeordnet. Die Leiterplatten 72.1 bis
72.n+3 sind über einen Datenbus 73 miteinander und einer Maschinensteuerung (nicht
gezeigt) verbunden. Der Datenbus 73 kann in einer geeigneten Form aufgebaut sein.
Seine konkrete Ausprägung ist im Zusammenhang mit der Erfindung von untergeordneter
Bedeutung.
[0068] Da eine Maschinensektion einer Spinn- bzw. Zwirnmaschine immer Arbeitsstellen auf
beiden Seiten der Maschine umfasst, stimmen eine steuertechnische Sektion und die
Maschinensektion nicht miteinander überein. Gemäss einer bevorzugten Ausführung enthält
eine Maschinensektion jeweils zwei Leiterplatten 72.1, 72.n+3, wobei jeder Leiterplatte
steuerungstechnisch jeweils die Arbeitsstellen einer Maschinenseite 85, 86 zugeordnet
sind. Grundsätzlich kann eine Maschinensektion eine beliebige gerade Anzahl von Leiterplatten
enthalten.
[0069] Eine Maschinensektion kann z. B. 48 Spinnstellen umfassen, je 24 Spinnstellen zu
beiden Maschinenseiten. Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3a enthält eine Leiterplatten
bevorzugt 48 Spindelantriebselektronik-Einheiten und gemäss dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3b enthält eine Leiterplatte jeweils 24 Spindelantriebselektronik-Einheiten.
1. Spinn- oder Zwirnmaschine mit Einzelspindelantrieb, enthaltend ein Maschinengestell,
welches eine Mehrzahl von Arbeitsstellen aufnimmt, die steuerungstechnisch in mehrere
Sektionen aufgeteilt sind, wobei eine Sektion mehrere Arbeitsstellen umfasst, und
pro Arbeitsstelle eine Spindeleinheit mit einer Spindel und einem drehzahlgeregelten
Spindelantrieb (6) vorgesehen ist, und pro Spindeleinheit eine Spindelantriebselektronik-Einheit
(5) vorgesehen ist, im weiteren enthaltend eine Maschinensteuer-Einheit (1) zur Ansteuerung
der Spindeln und eine Sektionselektronik-Einheit (3) pro Sektion, welche über eine
Datenleitung (33) mit der Maschinensteuer-Einheit (1) verbunden sind, wobei an jeweils
eine Sektionselektronik-Einheit (3) eine Mehrzahl von Spindelantriebselektronik-Einheiten
(6) über eine Datenleitung (34) angeschlossen sind, welche durch die Maschinensteuer-Einheit
(1) über die ihnen zugeordnete Sektionselektronik-Einheit (3) ansteuerbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Spindelantriebselektronik-Einheiten (5) einer Sektion und die Sektionselektronik-Einheit
(3) auf einer gemeinsamen Leiterplatte (2) angeordnet sind, und die Spindelantriebselektronik-Einheiten
(6) über Datenleitungen in Form von Leiterbahnen (34) mit der Sektionselektronik-Einheit
(3) verbunden sind und die Sektionselektronik-Einheit (3) über eine Verbindungsschnittstelle
(35) und Datenleitung (33) mit der Maschinensteuer-Einheit (1) verbunden ist, und
die Spindelantriebselektronik-Einheiten (5) über Verbindungsschnittstellen (11) und
Speiseleitungen (9) mit den Spindelantrieben (6) verbunden ist.
2. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 1, wobei die Spindelantriebselektronik-Einheiten
(5) eine Schnittstellenelektronik (53), insbesondere einen digitalen I/O-Schnittstelle
zum Anschliessen einer Anzeige und/oder eines Start/Stop-Schalters (7) enthalten und
von den Spindelantriebselektronik-Einheiten (5) jeweils eine Signal- und Speiseleitung
(8) für eine Anzeige und/oder einen Start/Stop-Schalter wegführen.
3. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei pro Sektion eine
Leiterplatte (2) mit einer Sektionselektronik-Einheit (3) und einer Mehrzahl von Spindelantriebselektronik-Einheiten
(5) vorgesehen sind, welche den dieser Sektion zugehörigen Arbeitsstellen zugeordnet
sind, und in Maschinenlängsrichtung (75) hintereinander eine Mehrzahl von Leiterplatten
(2) angeordnet sind, welche den jeweiligen Maschinensektionen zugeordnet sind.
4. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Sektionselektronik-Einheiten
(3) durch einen Datenbus (33) miteinander und mit der Maschinensteuerung (1) verbunden
sind.
5. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Spindelantriebselektronik-Einheit
(5) einen Controller (51), eine Leistungsstufe (52) und eine Schnittstellenelektronik
(53) enthält.
6. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Sektionselektronik-Einheit
(3) einen Controller (31) und eine Schnittstellenelektronik (32) enthält.
7. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 5, wobei die Versorgungsspannung zur Versorgung
der Spindelantriebe (6) über eine oder mehrere Verbindungsschnittstellen (44) und
Versorgungsleitungen (47) der Leiterplatte (2) zugeführt und auf der Leiterplatte
(2) über Leiterbahnen (41) den Leistungsstufen (52) der Spindelelektronik-Einheiten
(5) zugeführt wird.
8. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Versorgungsspannung
zur Versorgung der Spindelantriebselektronik und/oder Sektionselektronik über eine
oder mehrere Verbindungsschnittstellen (45) und Versorgungsleitungen (43b) der Leiterplatte
(2) zugeführt und auf der Leiterplatte (2) über Leiterbahnen (41) den Spindelantriebselektronik-Einheiten
(5) und/oder der Sektionselektronik-Einheit (3) zugeführt wird.
9. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 8, wobei auf der Leiterplatte (2) ein Wandler
(4) angebracht ist, welcher eine Eingangs-Spannung und ggf. Eingangs-Frequenz in eine
Ausgangs-Spannung und ggf. eine Ausgangs-Frequenz wandelt, mit welcher die Spindelantriebselektronik
und/oder die Sektionselektronik gespiesen werden.
10. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei sich die Sektionen
jeweils auf einer Maschinenseite (85, 86) entlang einer bestimmten Anzahl, aufeinander
folgenden Arbeitsstellen in Maschinenlängsrichtung erstrecken.
11. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei sich die Sektionen
jeweils maschinenseitenübergreifend entlang einer bestimmten Anzahl, auf beiden Maschinenseiten
(83, 84) einander gegenüber liegenden und in Maschinenlängsrichtung aufeinander folgenden
Arbeitsstellen erstrecken.
12. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 1, wobei die Spindeleinheiten (74) in definierten
Abständen zueinander auf einer sich in Maschinenlängsrichtung (77) erstreckenden Spindelbank
(71 a, 71 b) befestigt sind, und die Leiterplatten (72) über ein Halterungssystem
im dazugehörigen Sektionsbereich am Maschinengestell oder einem mit dem Maschinengestell
verbundenen Bauteil befestigt sind.
13. Spinn- oder Zwirnmaschine nach Anspruch 1, wobei die Leiterplatten (72) in Maschinenquerschnittsansicht
in der Maschinenmitte zwischen zwei Maschinenseiten oder bei der, die dazugehörigen
Spindeleinheiten (74) aufnehmenden Spindelbank (71 a, 71 b) befestigt sind.
14. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei bei maschinenseitenübergreifenden
Sektionen auf einer Leiterplatte (62) Spindelantriebselektronik-Einheiten für die
Arbeitsstellen beider Maschinenseiten angeordnet sind, und von der Leiterplatte (62)
zu beiden Maschinenseiten (83, 84) hin Versorgungsleitungen zu den Spindelantrieben
(64) führen.
15. Spinn- oder Zwirnmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei auf einer Leiterplatte
(72) Spindelantriebselektronik-Einheiten für die Arbeitsstellen jeweils einer Maschinenseite
(85, 86) angeordnet sind, und von der Leiterplatte (72) zu der einen Maschinenseite
hin Versorgungsleitungen zu den Spindelantrieben (74) führen.