[0001] Die Erfindung betrifft einen Waschtrockner mit einem Laugenbehälter und einer darin
drehbar angeordneten Trommel zur Aufnahme von Wäsche, einem Wasserzulaufstrang und
einem Wasserablaufstrang, einem Belüftungskanal, welcher den Laugenbehälter mit einer
Umgebung des Waschtrockners verbindet, sowie einem Trockenkanal umfassend einen Kondensator
mit einer zugeordneten Sprüheinrichtung zum Besprühen des Kondensators mit einer Flüssigkeit,
ein Gebläse zum Treiben eines Luftstroms von einem Einlass zu einem Auslass durch
den Trockenkanal und einem Heizer zum Aufheizen des Luftstroms, wobei die Heizung
stromabwärts in Bezug auf den Kondensator angeordnet ist und wobei der Trockenkanal
an dem Einlass sowie dem Auslass in den Laugenbehälter mündet.
[0002] Ein solcher Waschtrockner geht hervor aus der
EP 0 499 029 A1. Dort ist der Kondensator im Trocknungskanal so ausgeführt, dass die Kühlung des
mit Feuchtigkeit angereicherten Luftstroms durch das Einsprühen von Wasser erfolgt.
Hinter dem Kondensator und vor dem Gebläse mündet ein Nebenluftkanal, durch welchen
Luft aus dem oberen Innenraum des Waschtrockners in den Trocknungskanal eingesaugt
wird. Dies erfolgt in erster Linie zur Nutzung von Abwärme, durch welche die Luft
m oberen Innenraum erwärmt wird. Entsprechend der durch den Nebenluftkanal eingesaugten
Luft tritt Luft durch einen Waschmittelzulaufkanal, welcher den Laugenbehälter mit
einer Waschmitteleinspüleinrichtung verbindet, aus dem Waschtrockner aus. Da diese
Luft ebenfalls Feuchtigkeit enthält, wird ihr ein Teil des im Laugenbehälter gesammelten
und von dort mit der Laugenpumpe abgepumpten Kondensats im Gegenstrom zugeführt, um
diese Feuchtigkeit ebenfalls zu kondensieren. Für einen Waschtrockner mit einem wassergekühlten
Kondensator ist dies eine sachgerechte Ausführung, sie ist aber dann nicht oder allenfalls
unter zusätzlichen Schwierigkeiten anwendbar, wenn der Kondensator anders als durch
Wasser gekühlt werden soll oder aus einem anderen Grund Wasser zur Bewirkung der Kondensation
in dem Waschmittelzulaufkanal nicht zur Verfügung steht.
[0003] Ein Aspekt, der jedenfalls dann relevant ist, wenn ein wasserführendes Hausgerät
wie eine Waschmaschine oder ein Waschtrockner zur Vermarktung in Deutschland bestimmt
ist, besteht in der Anforderung, dass unter allen Umständen sichergestellt sein muss,
dass selbst bei einem Abfall des Drucks in der Frischwasserversorgung unter den Druck
der Umgebung des Hausgeräts sichergestellt sein muss, dass keinerlei Flüssigkeit außer
unverändertem Frischwasser in die Frischwasserversorgung zurückgesaugt werden kann.
Zu diesem Zweck ist in jedweder Wasserleitung im Hausgerät eine "freie Luftstrecke"
vorzusehen. Zum Nachweis der Erfüllung dieser Anforderung hat ein Hausgerät eine vom
Deutschen Verband für das Gas- und Wasserfach (DVGW) definierte Rücksaugprüfung an
einem entsprechenden Hausgerät zu bestehen. Diese Problematik ist beschrieben in den
Schriften
DE 38 22 392 A1 und
EP 0 719 884 B1, jeweils für den Fall einer Waschmaschine ohne die zusätzliche Funktionalität eines
Trockners. Beschrieben sind dort Einrichtungen zum Einspülen von Wasser und Waschmitteln
oder zum Abführen von Lauge und sogenannte "freie Luftstrecken". Eine freie Luftstrecke
ist eine Einrichtung, in der eine ansonsten in einer Leitung geführte Flüssigkeit,
insbesondere Frischwasser, offen zur umgebenden Luft geführt wird; Tritt in der Leitung
ein Unterdruck ein, so wird durch die freie Luftstrecke Luft in die Leitung eingesaugt,
so dass die Verbindung zu Leitungsteilen hinter der freien Luftstrecke unterbrochen
wird. Für einen Waschtrockner gelten diese Ausführungen zur Rücksaugprüfung gleichermaßen
wie für jedwedes andere wasserführende Hausgerät. Erschwert wird die entsprechende
Problematik beim Waschtrockner aber dadurch, dass darin während eines Trocknungsprozesses
mittels strömender Prozessluft spezifische Druckgefälle innerhalb des beim vorhergehenden
Waschprozess wasserführenden Volumens auftreten, die je nach Auslegung des Gesamtsystems
zu unerwünschten Leckagen von Prozessluft durch freie Luftstrecken und andere Komponenten
des Systems führen können.
[0004] Ein Aspekt, der für eine Vermarktung einer Waschmaschine oder eines Waschtrockners
in den USA relevant ist, besteht darin, eine ausreichende Belüftung der Trommel für
den Fall vorzusehen, dass ein Kind in die Trommel einsteigt und die Tür der Maschine
geschlossen wird. Zu solchen und anderen Aspekten, die für die Auslegung eines weltweit
vermarktbaren Waschtrockners von Bedeutung sind, wird auf die
EP 0 829 568 B1, die
DE 199 21 441 A1 und die
WO 2005/031058 A1 verwiesen. Auch solcher Vorgabe entsprechende Belüftungssysteme können in einem Waschtrockner
unerwünschte Leckagen von Prozessluft verursachen, wie oben beschrieben.
[0005] Darüber hinaus ist zu verweisen auf Bestimmungen, welche die Leckage von Feuchtigkeit
aus einer Trockenmaschine, in der das Trocknen mittels zirkulierender Prozessluft
und somit ohne vorbestimmten Austrag von Feuchtigkeit aus der Trockenmaschine erfolgt,
begrenzen. Demgemäß müssen in einer solchen Trockenmaschine wenigstens 80% der durch
das Trocknen zu beseitigenden Feuchtigkeit aufgefangen und zur kontrollierten Entsorgung
bereitgestellt werden.
[0006] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen weiterentwickelten Waschtrockner
der eingangs definierten Gattung anzugeben, dessen Belüftungseinrichtung allen oben
beschriebenen Kriterien genügt. Dabei soll die Möglichkeit des Besprühen des Kondensators
mit Flüssigkeit beibehalten werden, um den Kondensator von Flusen, das sind feinste
Fasern, die sich während des Trocknens von der zu trocknenden Wäsche ablösen und sich
wegen der dort herrschenden feuchten Bedingungen bevorzugt niederschlagen, reinigen
zu können.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe angegeben wird ein Waschtrockner gemäß dem beigefügten
unabhängigen Patentanspruch. Bevorzugte Weiterbildungen dieses Waschtrockners sind
in abhängigen Patentansprüchen angegeben. Dabei sind Gegenstände abhängiger Patentansprüche
bevorzugt miteinander kombinierbar auch dann, wenn hierin nicht explizit darauf hingewiesen
wird.
[0008] Der erfindungsgemäße Waschtrockner mit einem Laugenbehälter und einer darin drehbar
angeordneten Trommel zur Aufnahme von Wäsche, einem Wasserzulaufstrang und einem Wasserablaufstrang,
einem Belüftungskanal, welcher den Laugenbehälter mit einer Umgebung des Waschtrockners
verbindet, sowie einem Trockenkanal umfassend einen Kondensator mit einer zugeordneten
Sprüheinrichtung zum Besprühen des Kondensators mit einer Flüssigkeit, ein Gebläse
zum Treiben eines Luftstroms von einem Einlass zu einem Auslass durch den Trockenkanal
und einem Heizer zum Aufheizen des Luftstroms, wobei die Heizung stromabwärts in Bezug
auf den Kondensator angeordnet ist und wobei der Trockenkanal an dem Einlass sowie
dem Auslass in den Laugenbehälter mündet, zeichnet sich dadurch aus, dass der Kondensator
eingerichtet ist zum indirekten Kühlen des Luftstroms, und dass die Sprüheinrichtung
eine von dem Trocknungskanal separierte und mit diesem kommunizierende freie Luftstrecke
aufweist, wobei der Belüftungskanal mit der freien Luftstrecke und einem zum Wasserzulaufstrang
gehörigen Einspülgehäuse verbunden ist.
[0009] Erfindungsgemäß ist bei dem Waschtrockner ein indirekt gekühlter Kondensator vorgesehen,
was bedeutet, dass es in ihm keinen direkten, unmittelbaren Kontakt zwischen dem jeweils
verwendeten Kühlmittel und dem Luftstrom, mittels dessen Wäsche getrocknet wird, gibt.
Die Nutzung von kaltem Frischwasser zum Kühlen im Kondensator ist damit ausgeschlossen.
so wird ein hinsichtlich der wertvollen Ressource, die Frischwasser ist, besonders
sparsamer Waschtrockner geschaffen und eine auch vom Standpunkt des verantwortungsvollen
Umgangs mit natürlichen Ressourcen attraktive Alternative zu den derzeit überwiegend
vermarkteten Waschtrocknern mit wassergekühlten Kondensatoren geboten.
[0010] Erfindungsgemäß ist ein Belüftungssystem in einem solchen Waschtrockner geschaffen,
welches allen aufgeführten Anforderungen entsprechen kann und neben der Einhaltung
der aufgeführten Sicherheitsanforderungen die Möglichkeit des Spülens des Kondensators
mit Flüssigkeit, insbesondere Kondensat oder Frischwasser, bietet. Unter der Voraussetzung,
dass die notwendige zumindest eine freie Luftstrecke des Wasserzulaufstrangs zwischen
dem Frischwasseranschluss des Waschtrockners und dem Einspülgehäuse liegt, welches
seinerseits offen zur umgebenden Luft ist, steht der geschlossene Prozessluftkreislauf
des Waschtrockners durch den Wasserzulaufstrang zwischen dem Laugenbehälter und dem
Einspülgehäuse einerseits und durch die freie Luftstrecke der Sprüheinrichtung andererseits
in Verbindung mit der umgebenden Luft. Diese beiden Verbindungen sind erfindungsgemäß
zusammengeführt im Einspülgehäuse, in welches der vom Laugenbehälter kommende Teil
des Wasserzulaufstrangs und der von der Sprüheinrichtung kommende Belüftungskanal
einmünden. In jedem Falle, in dem während eines Trocknungsprozesses durch das den
Prozessluftstrom treibende Gebläse eine Druckdifferenz zwischen dem Laugenbehälter
und der Sprüheinrichtung ausgebildet wird, kann ein Druckausgleich durch einen Ausgleichsstrom
von Prozessluft, die durch den Wasserzulaufstrang und den Belüftungskanal in weitgehend
geschlossenem Kreislauf fließt, geschaffen werden. Eine unerwünschte Leckage von feuchter
Prozessluft wird dadurch sicher vermieden. Die Richtung des Ausgleichsstroms hängt
dabei insbesondere von der Positionierung des Gebläses im Trockenkanal ab; sie ist
für die grundsätzliche Funktion des Druckausgleichs ohne Leckage nicht von wesentlicher
Bedeutung.
[0011] Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Waschtrockner die Sprüheinrichtung stromabwärts
des Kondensators angeordnet. So kann das Abspülen des Kondensators zur Beseitigung
von Flusen im Gegenstrom zur strömenden Prozessluft erfolgen und der dem Kondensator
nachfolgende Bereich des Trocknungskanals am besten frei von Flusen gehalten werden.
[0012] Bevorzugt ist ebenso bei dem erfindungsgemäßen Waschtrockner, dass das Gebläse zwischen
der Sprüheinrichtung und dem Heizer angeordnet ist. So wird das Gebläse weitgehend
frei von Flusen gehalten und ein besonders langer unbeeinträchtigter Betrieb des Gebläses
gesichert. Bei dieser Platzierung des Gebläses liegt übrigens die Sprüheinrichtung
in deren unmittelbarem Ansaugbereich, somit also in einem Bereich besonders niedrigen
Drucks innerhalb des Kreislaufs der zirkulierenden Prozessluft im Trockenkanal. Der
Laugenbehälter folgt dahingegen kurz hinter dem Ausblasbereich des Gebläses und damit
in einem Bereich besonders hohen Drucks innerhalb des Kreislaufs der zirkulierenden
Prozessluft. Es ergibt sich demnach ein Ausgleichsstrom, der den Kreislauf durch den
Wasserzulaufstrang verlässt und ihm durch den Belüftungskanal und die Sprüheinrichtung
wieder zufließt. Zu einer Leckage feuchter Prozessluft durch das Einspülgehäuse kann
es dabei nicht kommen.
[0013] Im erfindungsgemäßen Waschtrockner kann der Wasserzulaufstrang einen zwischen dem
Einspülgehäuse und dem Laugenbehälter angeordneten Siphon aufweisen; ein solcher Siphon
kann nützlich sein, um Dampf und Geruch, die bei einem bei relativ hoher Temperatur
ablaufenden Waschprozess entstehen können, abzufangen und vom Einspülgehäuse fernzuhalten.
Ein solcher Siphon würde den oben erwähnten Ausgleichsstrom reduzieren oder unterbinden,
was die Erreichung des Ziels der Vermeidung einer unerwünschten Leckage feuchter Prozessluft
aber in keiner Weise beeinträchtigt. Außerdem kann der Siphon das Auskondensieren
mitgeführter Feuchtigkeit aus dem Ausgleichsstrom bewirken, was dem genannten Ziel
noch zusätzlich dient.
[0014] Besonders bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Waschtrockner auch, dass der Kondensator
ein durch Luft gekühlter Kondensator ist. Damit wird ein recht einfach aufgebauter
und hinsichtlich der wertvollen Ressource, die Frischwasser ist, besonders sparsamer
Waschtrockner geschaffen und eine auch vom Standpunkt des verantwortungsvollen Umgangs
mit natürlichen Ressourcen attraktive Alternative zu den derzeit überwiegend vermarkteten
Waschtrocknern mit wassergekühlten Kondensatoren geboten.
[0015] Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Waschtrockner auch, dass der Heizer ein elektrischer
Heizer ist.
[0016] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, den Kondensator und den Heizer durch eine
Wärmepumpe zu realisieren, indem der Kondensator eine Wärmesenke und der Heizer eine
Wärmequelle der Wärmepumpe darstellen. In einer solchen Wärmepumpe, die jedenfalls
für einfache Wäschetrockner in verschiedenen Ausführungsformen bekannt ist, wird Wärme,
die der Prozessluft im Kondensator entzogen wird, zum Heizer gepumpt und der Prozessluft
dort wieder zugeführt. Dieser Pumpprozess erfordert nach den Grundregeln der Thermodynamik
einen gewissen Einsatz von Energie und erfolgt keinesfalls ohne einen minimalen Energieverlust;
allemal kann aber die Verwendung einer Wärmepumpe einen noch weniger Energie verbrauchenden
Trocknungsprozess ermöglichen. Eine solche Wärmepumpe kann als Kompressor-Wärmepumpe
ausgeführt sein, in welcher ein Kältemittel zirkuliert, welches zyklisch im Kondensator
unter Aufnehmen von Wärme aus dem Luftstrom verdampft und im Kondensator unter Abgeben
von Wärme an den Luftstrom verflüssigt wird. Denkbar ist auch eine mittels eines reversiblen
Sorptionsprozesses, eines regenerativen Gaskreisprozesses oder des Peltier-Effektes
arbeitende Wärmepumpe.
[0017] Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Waschtrockner weiter, dass der Laugenbehälter
eine bezüglich einer Vertikalen senkrechte Mittelebene aufweist, wobei der Einlass
unterhalb sowie der Auslass oberhalb der Mittelebene am Laugenbehälter angebracht
sind.
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert.
Die Zeichnung ist teilweise schematisiert und nicht maßstäblich ausgeführt; für zusätzliche
Hinweise zur vollständigen Realisierung eines solchen Ausführungsbeispiels sind das
relevante Wissen einer einschlägig bewanderten Fachperson sowie die hierein zitierten
Dokumente des Standes der Technik heranzuziehen. Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- einen Waschtrockner mit einem Belüftungskanal;
- Figur 2 und Figur 3
- Ansichten eines Belüftungskanals nebst weiteren Komponenten des Waschtrockners.
[0019] Figur 1 zeigt eine schematisierte Ansicht der wichtigsten funktionellen Komponenten
eines Waschtrockners 1, welche real gemäß geläufiger Praxis in einem vorliegend nicht
gezeigten Gehäuse anzuordnen und mit einer ebenfalls vorliegend nicht gezeigten Steuereinrichtung
zwecks Steuerung gemäß vorgegebener Programme zu verbinden sind. Der Waschtrockner
1 umfasst einen Laugenbehälter 2 zur Aufnehmen von Waschlauge für einen Waschprozess,
in welchem Laugenbehälter 2 eine Trommel 3 zum Aufnehmen der zu behandelnden Wäsche
4 angeordnet ist. Ein Wasserzulaufstrang 5 bis 10 dient dem Zulauf von Wasser oder
Waschlauge zum Laugenbehälter 2. Er umfasst eine an ein Wasserversorgungsnetz anzuschließende
Wasserzulaufleitung 5 mit einem steuerbaren Wasserzulaufventil 6. Die Wasserzulaufleitung
5 mündet in ein Einspülgehäuse 7, in welchem sich eine herausziehbare Einspülschale
8 zum Vorlegen von Wäschepflegemitteln wie Waschmittel und Weichspüler befindet. Aus
der Einspülschale 8 und dem Einspülgehäuse 7 gelangt das ggf. mit Wäschepflegemittel
versetzte Wasser - dann als Wasch- oder Spüllauge bezeichnet - durch die Laugenzuführleitung
9 in den Laugenbehälter 2. Die Laugenzuführleitung 9 enthält einen Siphon 10, welcher
insbesondere bei Waschprozessen, die bei relativ hoher Temperatur ablaufen, als Geruchssperre
zwischen dem Laugenbehälter 2 und der Umgebung des Waschtrockners 1 dient. Ein Wasserablaufstrang
11, 12, 13 umfassend eine an den Laugenbehälter 2 angeschlossene Laugenablaufleitung
11, eine Laugenpumpe 12 und eine Steigleitung 13, wobei die Steigleitung 13 aus dem
Waschtrockner 1 herausführt und an ein Abwassersystem anzuschließen ist, ist zum Abführen
der Wasch- oder Spüllauge und überhaupt jedweden Abwassers, insbesondere im Anschluss
an einen Waschprozess, vorgesehen. Nicht dargestellt sind vorliegend an sich bekannte
Einzelheiten des Anschlusses der Laugenablaufleitung 11, beispielsweise ein Ablaufventil.
Mit den bislang erwähnten Komponenten ist der Waschtrockner 1 ausgerüstet zur Durchführung
an sich bekannter Waschprozesse zum Waschen der Wäsche 4, deren nähere Erläuterung
sich hier erübrigt.
[0020] Um mit dem Waschtrockner 1 auch Trockenprozesse zum Trocknen der Wäsche 4 durchführen
zu können, ist er ausgerüstet mit einem Trockenkanal 14, 15, 16, 17, 18, 19. Dieser
erstreckt sich von einem Einlass 14 am Laugenbehälter 2 bis zu einem Auslass 19 am
Laugenbehälter 2, Er enthält eine Trockenluftführung 15 zum Führen von Trockenluft
in einem den Laugenbehälter 2 einschließenden im Wesentlichen geschlossenen Kreislauf.
In der Trockenluftführung 15 angeordnet sind ein Kondensator 16, ein Gebläse 17 und
ein Heizer 18. Mittels des Heizers 18 wird die zirkulierende Trockenluft erwärmt und
gelangt vom Heizer 18 durch den Auslass 19 in den Laugenbehälter 2, um dort Feuchtigkeit
aus der Wäsche 5 aufzunehmen. Danach gelangt die mit Feuchtigkeit beladene Trockenluft
durch den Einlass 14 zum Kondensator 16, wo sie abgekühlt wird, damit die Feuchtigkeit
in flüssiger Form auskondensiert. Das somit erzeugte Kondensat gelangt zurück in den
Laugenbehälter 2 und wird von dort durch den Wasserablaufstrang 11, 12, 13 abgeführt.
Die von der Feuchtigkeit befreite Trockenluft gelangt durch die Trockenluftführung
weiter zum Gebläse 17, welches sie in ihrem Kreislauf antreibt, und weiter zum Heizer
18, wo sie erneut erwärmt wird, um wieder in den Laugenbehälter 2 und zur Wäsche 5
zu gelangen.
[0021] Der Kondensator 16 ist als indirekt kühlender Kondensator 16 ausgeführt, und zwar
als mittels Luft, die in offenem Kreislauf aus der Umgebung des Waschtrockners 1 entnommen
und nach dem Durchfließen des Kondensators 16 wieder dorthin entlassen wird, gekühlter
Kondensator 16. In dem Kondensator 16 kommt es nicht zum unmittelbaren Kontakt zwischen
dem Luftstrom, mittels dessen die Wäsche getrocknet wird, und dem Kühlmittel im Kondensator
16, als welches hier Luft aus der Umgebung fungiert. Der Heizer 18 ist dabei als elektrischer
Heizer 18 ausgeführt, wie es in der Tat einer günstigen Konfiguration des Waschtrockners
1 entspricht.
[0022] Ebenso bevorzugt ist aber auch eine Konfiguration des Waschtrockners 1, bei der der
Kondensator 16 und der Heizer 18 Komponenten einer Wärmepumpe sind, in welcher der
Kondensator 16 eine Wärmesenke 16 und der Heizer 18 eine Wärmequelle 18 bildet. Figur
1 ist in diesem Sinne als Repräsentant auch der Konfiguration des Waschtrockners 1
mit einer Wärmepumpe 16, 18 zu verstehen. Eine solche Wärmepumpe 16, 18 kann als Kompressor-Wärmepumpe
ausgeführt sein, in welcher ein Kältemittel zirkuliert, welches zyklisch im Kondensator
16 unter Aufnehmen von Wärme aus dem Luftstrom verdampft und im Kondensator 18 unter
Abgeben von Wärme an den Luftstrom verflüssigt wird. Denkbar ist auch eine mittels
eines reversiblen Sorptionsprozesses, eines regenerativen Gaskreisprozesses oder des
Peltier-Effektes arbeitende Wärmepumpe.
[0023] Die zirkulierende Trockenluft entreißt der trocknenden Wäsche feine Faserteile, sogenannte
Flusen, und führt diese in den Trocknungskanal 14 bis 19 ein. Diese Flusen schlagen
sich aufgrund der dort herrschenden Nässe, welche einen gewissen Klebeeffekt bewirkt,
bevorzugt am Kondensator 16 nieder. Deshalb ist der Kondensator 16 mit einer Sprüheinrichtung
21 versehen, mit welcher seine der Trockenluft und den von dieser mitgeführten Flusen
ausgesetzten Flächen mit Wasser abgesprüht und so gereinigt werden können. Die Sprüheinrichtung
21 ist bezüglich der strömenden Trockenluft stromabwärts des Kondensators 16 und bezüglich
einer Vertikalen 25 oberhalb dessen und vor dem Gebläse 17 angeordnet, damit das gesprühte
Wasser mit den Flusen und wie das angefallene Kondensat durch den Kondensator 16 und
durch den Einlass 14 in den Laugenbehälter 2 fließen kann. Der Sprüheinrichtung 21
fließt Wasser aus dem genannten Wasserversorgungsnetz über eine Sprühleitung 22 und
ein steuerbares Sprühventil 23 zu; die Sprüheinrichtung 21 wird während eines Trocknungsprozesses
insbesondere zu mehreren Zeitpunkten kurzzeitig nach Bedarf betrieben.
[0024] Wie eingangs dieses Textes beschrieben, bedarf der Waschtrockner 1 einer definierten
Belüftung, um allfällig auftretende Druckdifferenzen zur Umgebung des Waschtrockners
1 zu kontrollieren und insbesondere unkontrollierten Austritt von Flüssigkeit oder
anderer Feuchtigkeit zu verhindern, um eine ausreichende Luftzufuhr in einem bestimmten
Notfall sicherzustellen, und um beim Auftreten eines Unterdrucks im Wasserversorgungsnetz
ein unkontrolliertes Rücksaugen von Flüssigkeit aus dem Waschtrockner 1 zu verhindern.
Dazu ist der Waschtrockner 1 ausgestattet mit einem Belüftungskanal 20. Dieser Belüftungskanal
20 ist so verlegt und angeschlossen, dass auch während eines Trocknungsprozesses,
während dessen es aufgrund der strömenden Trockenluft zu wesentlichen Druckdifferenzen
im Trockenkanal 14 bis 19 kommt, ein Austreten von Trockenluft und eine damit möglicherweise
verbundene Leckage von Feuchtigkeit aus dem Waschtrockner 1 verhindert werden. Dazu
ist der Belüftungskanal 20 einerseits an die Sprüheinrichtung 21 und andererseits
an die Einspülschale 8 angeschlossen. Damit besteht über die Einspülschale 8 ein einziger
Kontakt zur Umgebung des Waschtrockners 1, und damit ist das Austreten von Trockenluft
in die Umgebung ausgeschlossen. Ein zweiter Kreislauf von Trockenluft durch den Belüftungskanal
20 wird unterdrückt durch den Siphon 10 in der Laugenzuführleitung 9; Flüssigkeit,
die in dem Siphon 10 steht, bewirkt darüber hinaus eine gewisse Kondensation in Trockenluft,
die in diesem zweiten Kreislauf durch die Laugenzuführleitung 9 in den Belüftungskanal
20 strömt. Außerdem wird in der Sprüheinrichtung 21 eine freie Luftstrecke 24 geschaffen,
die mit dem Trockenkanal 14 bis 19 kommuniziert, aber von diesem räumlich distanziert
ist und so ein insbesondere unkontrolliertes Rücksaugen von Flüssigkeit in die Sprühleitung
22 zu verhindern vermag.
[0025] Hinsichtlich der räumlichen Anordnung des Trockenkanals 14 bis 19 wird bemerkt, dass
der Einlass 14 bezüglich einer Vertikalen 25 und einer Mittelebene 26, die senkrecht
zur Vertikalen 25 ausgerichtet ist, unterhalb der Mittelebene 26 und der Auslass 19
oberhalb der Mittelebene 26 angeordnet ist.
[0026] Die Figuren 2 und 3 zeigen Ansichten einer konkreten Ausführungsform der Anordnung
umfassend ein Oberteil der Einspülschale 8 mit Teilen der Wasserzuführleitung 5 (die
vorliegend gemäß herkömmlicher Praxis in zwei zueinander parallele Teile verzweigt
ist) und dem Belüftungskanal 20, welcher zur Sprüheinrichtung 21 führt, die ihrerseits
auf den Kondensator 16 aufgesetzt ist, wobei auch noch die Sprühleitung 22 und ein
Teil des Gebläses 17, hier als Radialgebläse ausgeführt, erkennbar sind. Figur 3 zeigt
Einzelheiten der Sprüheinrichtung 21, insbesondere die freie Luftstrecke 24.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Waschtrockner
- 2
- Laugenbehälter
- 3
- Trommel
- 4
- Wäsche
- 5
- Wasserzulaufstrang, Wasserzulaufleitung
- 6
- Wasserzulaufstrang, Wasserzulaufventil
- 7
- Wasserzulaufstrang, Einspülgehäuse
- 8
- Wasserzulaufstrang, Einspülschale
- 9
- Wasserzulaufstrang, Laugenzuführleitung
- 10
- Wasserzulaufstrang, Siphon
- 11
- Wasserablaufstrang, Laugenablaufleitung
- 12
- Wasserablaufstrang, Laugenpumpe
- 13
- Wasserablaufstrang, Steigleitung
- 14
- Trockenkanal, Einlass
- 15
- Trockenkanal, Trockenluftführung
- 16
- Trockenkanal, Kondensator
- 17
- Trockenkanal, Gebläse
- 18
- Trockenkanal, Heizer
- 19
- Trockenkanal, Auslass
- 20
- Belüftungskanal
- 21
- Sprüheinrichtung
- 22
- Sprühleitung
- 23
- Sprühventil
- 24
- Freie Luftstrecke
- 25
- Vertikale
- 26
- Mittelebene
1. Waschtrockner (1) mit einem Laugenbehälter (2) und einer darin drehbar angeordneten
Trommel (3) zur Aufnahme von Wäsche (4), einem Wasserzulaufstrang (5, 6, 7, 8, 9,
10) und einem Wasserablaufstrang (11, 12, 13), einem Belüftungskanal (20), welcher
den Laugenbehälter (2) mit einer Umgebung des Waschtrockners (1) verbindet, sowie
einem Trockenkanal (14, 15, 16, 17, 18, 19) umfassend einen Kondensator (16) mit einer
zugeordneten Sprüheinrichtung (21) zum Besprühen des Kondensators (16) mit einer Flüssigkeit,
ein Gebläse (17) zum Treiben eines Luftstroms von einem Einlass (14) zu einem Auslass
(19) durch den Trockenkanal (14, 15, 16, 17, 18, 19) und einem Heizer (18) zum Aufheizen
des Luftstroms, wobei der Heizer (18) stromabwärts in Bezug auf den Kondensator (16)
angeordnet ist und wobei der Trockenkanal (14, 15, 16, 17, 18, 19) an dem Einlass
(14) sowie dem Auslass (19) in den Laugenbehälter (2) mündet, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensator (16) eingerichtet ist zum indirekten Kühlen des Luftstroms, und dass
die Sprüheinrichtung (21) eine von dem Trocknungskanal (14, 15, 16, 17, 18, 19) separierte
und mit diesem kommunizierende freie Luftstrecke (24) aufweist, wobei der Belüftungskanal
(20) mit der freien Luftstrecke (24) und einem zum Wasserzulaufstrang (5, 6, 7, 8,
9, 10) gehörigen Einspülgehäuse (7) verbunden ist.
2. Waschtrockner (1) nach Anspruch 1, bei welchem die Sprüheinrichtung (21) stromabwärts
des Kondensators (16) angeordnet ist.
3. Waschtrockner (1) nach einem der vorigen Ansprüche, bei dem das Gebläse (17) zwischen
der Sprüheinrichtung (21) und dem Heizer (18) angeordnet ist.
4. Waschtrockner (1) nach einem der vorigen Ansprüche, bei dem der Wasserzulaufstrang
(5, 6, 7, 8, 9, 10) einen zwischen dem Einspülgehäuse (7) und dem Laugenbehälter (2)
angeordneten Siphon (10) aufweist.
5. Waschtrockner (1) nach einem der vorigen Ansprüche, bei dem der Kondensator (16) ein
durch Luft gekühlter Kondensator (16) ist.
6. Waschtrockner (1) nach einem der vorigen Ansprüche, bei dem der Heizer (18) ein elektrischer
Heizer (18) ist.
7. Waschtrockner (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der Kondensator (16) eine
Wärmesenke (16) und der Heizer (18) eine Wärmequelle (18) einer Wärmepumpe (16, 18)
darstellen.
8. Waschtrockner (1) nach einem der vorigen Ansprüche, bei dem der Laugenbehälter (2)
eine bezüglich einer Vertikalen (25) senkrechte Mittelebene (26) aufweist, und bei
dem der Einlass (14) unterhalb sowie der Auslass (19) unterhalb der Mittelebene (26)
am Laugenbehälter (2) angebracht ist.