[0001] Die Erfindung betrifft Platten, insbesondere Bodenplatten für einen Hohlraumboden,
wobei die einzelnen Bodenplatten durch eine Verzahnung miteinander verbunden sind.
[0002] Aus
DE 299 07 178 ist ein Hohlraumboden bekannt, bei dem Bodenplatten über eine Verzahnung miteinander
verbunden und auf Stützen über einem Rohfußboden angeordnet sind. Die Flanken der
längs der Stirnseiten der Bodenplatten angeordneten Zähne und Nuten weisen einen Winkel
zur Ebene der Plattenoberfläche auf, um den Eingriff der Zähne in die entsprechend
geformten Nuten an der benachbarten Platte zu erleichtern. Wenn bei einer solchen
Verzahnung die Platten 1' und 2' nicht dicht aneinander liegen, wie Fig 3 zeigt, ergibt
sich senkrecht zur Plattenebene ein Spiel X zwischen Zahnflanken und Nutflanken, sodass
sich beim Verlegen des Bodens an der Oberfläche der Platten ein Versatz V zwischen
benachbarten Platten ergeben kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verzahnung der Bodenplatten so auszubilden,
dass beim Verlegen des Bodens ein Versatz an der Oberfläche der Platten relativ zueinander
minimiert bzw. verhindert wird, auch wenn die einzelnen Bodenplatten stirnseitig nicht
dicht aneinander liegen und die Verzahnung schräge Zahn- und Nutflanken aufweist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dadurch,
dass an wenigstens einem Führungszahn der Verzahnung ein Neigungswinkel der Zahnflanken
wenigstens abschnittsweise kleiner als der Neigungswinkel der übrigen Zahnflanken
vorgesehen ist, wird ein möglicher Versatz benachbarter Platten senkrecht zur Plattenoberfläche
minimiert bzw. ausgeschaltet, auch wenn die beiden Platten stirnseitig nicht dicht
aneinander liegen, weil der flache Neigungswinkel der Flanken des Führungszahns in
Verbindung mit einer entsprechend geformten Flanke an einer Führungsnut nur ein minimales
Spiel zwischen Zahnflanke und Nutflanke zulässt, auch wenn an den anderen Zähnen ein
größerer Abstand zwischen den benachbarten Flanken vorhanden ist.
[0005] Die Erfindung wird beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch benachbarte Bodenplatten mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung,
wobei sich die beiden benachbarten Platten in einem Abstand voneinander befinden,
- Fig. 2
- die Bodenplatten nach Fig. 1 im Eingriff miteinander, und
- Fig. 3
- eine Darstellung einer bekannten Verzahnung mit nicht aneinander liegenden Bodenplatten.
[0006] Fig. 1 zeigt in einem Querschnitt senkrecht zur Plattenoberfläche 1 a und 2a die
Ausgestaltung der Verzahnung an zwei benachbarten Bodenplatten 1 und 2. Die in Fig.
1 wiedergegebene Verzahnung an der Bodenplatte 2 entspricht der Formgebung der Verzahnung
auf der nicht dargestellten linken Stirnseite der Bodenplatte 1 und die Form der Verzahnung
der Bodenplatte 1 entspricht der an der nicht dargestellten rechten Stirnseite der
Bodenplatte 2 ausgebildeten Verzahnung.
[0007] An der Bodenplatte 1 sind zwei im Querschnitt etwa trapezförmige Zähne 1.1 und 1.2
ausgebildet, deren Zahnflanken 1.1a und 1.2a einen Winkel von beispielsweise 15° zur
Oberfläche 1a der Platte aufweisen. Zwischen den beiden Zähnen 1.1 und 1.2 ist ein
Führungszahn 1.3 ausgebildet, dessen Flanken bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
auf dem innen liegenden Abschnitt 1.3a einen Neigungswinkel von etwa 2° und auf einem
äußeren Abschnitt 1.3b einen Neigungswinkel von beispielsweise etwa 19° aufweisen.
[0008] In entsprechender Weise ist an der gegenüberliegenden Bodenplatte 2 eine Führungsnut
2.3 zur Aufnahme des Führungszahns 1.3 zwischen Zähnen 2.4 und 2.5 ausgebildet, die
auf dem äußeren Abschnitt 2.3a ihrer Flanken einen Neigungswinkel von 2° und auf dem
innen liegenden Abschnitt 2.3b einen Neigungswinkel von 19° entsprechend den Neigungswinkeln
der Flanken am Führungszahn 1.3 aufweisen. Die Tiefe der Führungsnut 2.3 entspricht
der Höhe des Führungszahns 1.3.
[0009] Die der Führungsnut 2.3 benachbarten Zähne 2.4 und 2.5 haben jeweils auf der von
der Führungsnut 2.3 abliegenden Flanke einen Neigungswinkel von 15° entsprechend den
Zahnflanken an den Zähnen 1.1 und 1.2 der Platte 1, während sie auf den die Führungsnut
2.3 begrenzenden Flanken eine den Flanken des Führungszahns 1.3 entsprechende Formgebung
haben.
[0010] Die Basis des Führungszahns 1.3 ist vorzugsweise größer als die des benachbarten
Zahns 1.1. Beispielsweise hat die Basis des Führungszahns 1.3 eine Breite von 7,5
mm, während der Zahn 1.1 eine Breite der Basis von 6,75 mm aufweist.
[0011] Die Eingriffstiefe der Zähne bzw. die Zahnhöhe beträgt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
4,2 mm. Die Stirnfläche der Zähne 1.1 und 1.2 und der gegenüberliegende Nutboden haben
eine Abmessung von z. B. 4,5 mm.
[0012] Bei dem in Fig. 1 unteren Zahn 1.2 der Platte 1 erstreckt sich die äußere Flanke
1.2a bis auf etwa die halbe Zahnhöhe, wobei sich ein Abschnitt 1.2b senkrecht zur
Plattenoberfläche erstreckt, sodass die an der Unterseite der Platte 1 ausgebildete,
nach unten offene Nut nur die halbe Tiefe der Nuten zwischen den Zähnen 1.1 und 1.2
aufweist. In entsprechender Weise ist an der Oberseite in Fig. 1 ein Zahn 1.4 ausgebildet,
der nur die halbe Höhe des benachbarten Zahns 1.1 hat und von der Oberfläche 1a begrenzt
wird. Somit sind die jeweils äußeren Bereiche der Verzahnung nur etwa über die Hälfte
der Zahnhöhe bzw. Nuttiefe ausgebildet, wobei die Außenränder der Bodenplatten 1 und
2 mit ihren Stirnflächen 1.2b aneinander liegen und keinen Zwischenraum bilden, wie
Fig. 2 zeigt, während die Stirnfläche der Zähne am gegenüberliegenden Nutboden nicht
anliegt.
[0013] Der innen liegende Flankenabschnitt 1.3a am Führungszahn 1.3 bzw. der äußere Flankenabschnitt
2.3a an der Führungsnut 2.3 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel über die
Hälfte der Zahnhöhe ausgebildet, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel 2,1
mm beträgt. In entsprechender Weise ist am Führungszahn 1.3 der äußere Flankenabschnitt
1.3b und der innere Flankenabschnitt 2.3b an der Führungsnut über eine Höhen- bzw.
Tiefenabmessung von 2,1 mm ausgebildet.
[0014] Es ist auch möglich, den verringerten Neigungswinkel von beispielsweise 2° an den
Flanken des Führungszahns 1.3 bzw. an den Flanken der Führungsnut 2.3 über die gesamte
Zahnhöhe bzw. Nuttiefe auszubilden. Die dargestellte Ausführungsform mit vergrößerter
Neigung des äußeren Flankenabschnitts 1.3b am Führungszahn erleichtert den Eingriff
an der benachbarten Platte, kann aber auch entfallen.
[0015] Vorzugsweise werden die verzahnten Stirnflächen der Bodenplatten 1 und 2 mittels
eines Klebemittels miteinander verklebt. Als vorteilhaft hat sich ein Klebemittel
erwiesen, das eine kurze Abbindezeit hat und durch seine quellende Wirkung eine schnelle
Belastbarkeit des Bodens gewährleistet. Die Verzahnung ist vorzugsweise so ausgebildet,
dass sich im Eingriffszustand nach Fig. 2 ein Zwischenraum zwischen Nutgrund und Stirnseite
eines Zahns ergibt, der beispielsweise 0,1 - 0,2 mm betragen kann. Hierdurch ergibt
sich eine Druckentlastung bei der Verbindung der Bodenplatten. Überschüssiges Klebemittel,
das durch die aneinander liegenden Zahnflanken in den Nutgrund verdrängt wird, kann
in dem so ausgebildeten Zwischenraum aufgenommen werden. Fig. 2 zeigt den Eingriffszustand
der Platten 1 und 2, wobei die Zahn- und Nutflanken dicht aneinander liegen. Es ist
aber auch möglich, dass sich zwischen Zahn- und Nutflanken eine Kleberschicht befindet.
[0016] Die Dicke der Bodenplatten kann 40 - 60 mm bei einem Kantenmaß von z. B. 600 x 600
mm oder 600 x 1200 mm betragen. Das für die Bodenplatten verwendete Material besteht
vorzugsweise aus Gipsfasermaterial, das aus 90 - 97 % Recycling-Produkten wie Altpapier
bestehen kann. Vorzugsweise werden Bodenplatten aus Kalziumsulfat verwendet. Es können
aber auch andere Materialien für die beschriebenen Bodenplatten verwendet werden.
Bevorzugt wird eine Mischung aus Kraftpapier und Gips bzw. Gipsfasermaterial.
[0017] Die Dichte des verwendeten Materials beträgt 1250 bis 1800 kg/m
3, vorzugsweise 1750 kg/m
3.
[0018] Die Bodenplatten 1 und 2 sind vorzugsweise quadratisch ausgebildet, wobei das Verzahnungsprofil
der Bodenplatte 1 in Fig. 1 an zwei benachbarten, im Winkel zueinander liegenden Stirnseiten
ausgebildet ist, während an den beiden anderen Stirnseiten der gleichen Bodenplatte
1 das Verzahnungsprofil der Bodenplatte 2 in Fig. 1 ausgebildet ist. Hierdurch ist
eine Verwendung von Anschnittplatten (Restplatten) durch Verdrehen möglich.
[0019] Die verzahnten und miteinander verklebten Bodenplatten werden auf höhenverstellbaren
Stützen über einem Rohfußboden aufgestellt, wobei jeweils an den vier aneinander liegenden
Ecken benachbarter Bodenplatten eine Stütze vorgesehen wird, die eine entsprechende
Auflagefläche für die vier Ecken der benachbarten Bodenplatten aufweist. Vorzugsweise
wird die Auflagefläche der Stützen so ausgelegt, dass die Bodenplatten auf der Auflagefläche
aufgeklebt werden können.
[0020] Die beschriebene Verzahnung von benachbarten Platten kann auch bei anderen Verkleidungsplatten
vorgesehen werden, sie ist nicht auf Bodenplatten beschränkt.
[0021] Es können auch zwei Führungszähne an der Stirnseite einer Platte vorgesehen werden,
je nach Ausgestaltung der Zahnbreite und Plattendicke.
[0022] Beim Zusammensetzen der Platten erleichtert der vordere Abschnitt des Führungszahns
mit größerem Flankenwinkel den Eingriff der Verzahnung ineinander, während der innen
liegende Flankenabschnitt 1.3a mit verringertem Neigungswinkel eine Zentrierung des
Eingriffs ergibt. Durch die abgesetzte Ausgestaltung des Flankenwinkels am Führungszahn
1.3 ergibt sich somit ein leichteres Zusammensetzen benachbarter Platten im Verhältnis
zu einem Führungszahn 1.3, der über die gesamte Flankenhöhe einen verringerten Neigungswinkel
aufweist.
[0023] Der Führungszahn 1.3 dient vor allem in der Klebephase zur optimalen Zentrierung
der darunter und darüber liegenden Klebezapfen 1.1 und 1.2. Fig. 2 zeigt ein Spiel
von 0,05 mm zwischen den Flanken der Klebezähne 1.1 und 1.2 und der zugeordneten Nutflanke.
Dieses Spiel von 0,05 mm dient zur Aufnahme eines dünnen Kleberfilms. Wenn die Klebefuge
kleiner ist, wird sich das gesamte Klebermaterial in dem durch den Aufnahmespalt von
0,2 mm zwischen Stirnseite des Zahns und Nutboden gebildeten Raum ansammeln, sodass
an den Zahnflanken keine Verklebung mehr stattfindet. Dies wird durch das geringe
Spiel von 0,05 mm verhindert. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass im Wesentlichen
über die gesamte Fläche der Verzahnung eine Klebeverbindung stattfindet. Das Spiel
zwischen Zahn- und Nutflanken im Eingriffszustand, bei dem die äußeren Ränder der
Platten dicht aneinander liegen, wie Fig. 2 zeigt, kann zwischen etwa 0,05 bis etwa
0,15 mm betragen.
[0024] Der geringfügige Abstand von ca. 0,05 bis 0,1 mm zwischen Zahn- und Nutflanken wird
vorzugsweise auch an dem äußeren Abschnitt 1.3b des Führungszahns 1.3 und dem Abschnitt
2.3b der Führungsnut 2.3 vorgesehen.
[0025] Anstelle der dargestellten Trapezform der Zähne kann auch eine gerundete Zahnform
vorgesehen werden, wobei vor allem die Ecken der Zähne abgerundet sein können.
[0026] Die in Fig. 1 wiedergegebenen Maßangaben stellen ein Ausführungsbeispiel dar. Sie
können variiert werden, insbesondere auch hinsichtlich des Unterschieds im Neigungswinkel
zwischen den stärker geneigten Zahn- und Nutflanken und dem geringeren Neigungswinkel
der Flanken am Führungszahn. Auch kann die Zahnbreite und die Zahntiefe je nach Plattenstärke
variieren. Bei einer Plattenstärke von etwa 60 mm kann ein weiterer Klebezahn entsprechend
den Zähnen 1.1 und 1.2 vorgesehen werden, auf dessen Flanken und Stirnseite eine Klebeverbindung
vorgesehen wird.
1. Durch eine Verzahnung miteinander verbundene Platten (1, 2), insbesondere Bodenplatten
für einen Hohlraumboden, wobei auf wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Stirnseiten
einer Platte Zähne (1.1, 1.2), die parallel zur Oberfläche der Platte verlaufen, und
dazwischen liegende Nuten für den Eingriff mit den Zähnen (2.4, 2.5) einer benachbarten
Platte(2) angeordnet sind, und wobei die Flanken der Zähne und Nuten zur Ebene der
Plattenoberfläche (1a, 2a) einen Neigungswinkel aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Führungszahn (1.3) vorgesehen ist, dessen Flanken wenigstens abschnittsweise
einen kleineren Neigungswinkel zur Oberfläche der Platte haben als die übrigen Zähne
(1.1, 1.2),
wobei auf der gegenüberliegenden Stirnseite der benachbarten Platte (2) eine Führungsnut
(2.3) mit entsprechendem Neigungswinkel der Flanken zur Aufnahme des Führungszahns
(1.3) ausgebildet ist.
2. Platten nach Anspruch 1, wobei die Querschnittsform der Zähne trapezförmig ausgebildet
ist.
3. Platten nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Basis des Führungszahns (1.3) eine größere
Breite hat als die der benachbarten Zähne (1.1, 1.2).
4. Platten nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Flanken am Führungszahn
(1.3) nur über einen innen liegenden Abschnitt (1.3a) den geringeren Neigungswinkel
aufweisen.
5. Platten nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der verringerte Neigungswinkel
der Flanken am Führungszahn (1.3) bzw. an der Führungsnut 2.3, etwa 2° und der Neigungswinkel
der Flanken an den benachbarten Zähnen etwa 15° beträgt.
6. Platten nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im Eingriffszustand zwischen
den Zahn- und Nutflanken mit größerem Neigungswinkel ein Spielraum von etwa 0,05 bis
0,15 mm und an der Stirnseite der Zähne (1.1 bis 1.3) ein Abstand von etwa 0,1 bis
0,2 mm zum gegenüberliegenden Nutboden vorgesehen ist.