[0001] Die Erfindung betrifft eine Schließzylinderanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bei einem aus der
DE 39 18 445 C1 bekannten Schließzylinder besteht eine Entsperrvorrichtung aus einem verschiebbaren
Riegel, der im gesperrten Zustand durch einen als Falle ausgebildeten abgefallenen
Anker eines Elektromagneten blockiert ist und im entsperrten Zustand bei angezogenem
Anker durch einen eingesteckten Schlüssel axial verschoben werden kann. Danach kann
ein Schließbart durch den Schlüssel betätigt werden. Die Energieversorgung des Elektromagneten
erfolgt über Schlüsselkontakte von einer im Schlüsselgriff angeordneten Batterie.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schließzylinderanordnung zu schaffen,
die besser gegen Gewalteinwirkung geschützt ist.
[0004] Diese Aufgabe wird bei eine Schließzylinderanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch die Merkmale dieses Anspruchs gelöst.
[0005] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist die Betätigungsvorrichtung im entkuppelten Zustand
der Kupplung wirkungslos. Bei Betätigung wird ein Leerweg oder eine Leerrotation vollführt,
ohne dass eine Blockade überwunden werden muss. Erst nach Einkuppeln der Kupplung
wird der Schließbart kraft- oder formschlüssig mit der Betätigungsvorrichtung verbunden.
Die zum Betätigen der Kupplung nötige Energie wird berührungslos eingespeist, so dass
weder irgendwelche Kontakte beschädigt werden können, noch eine schädigende Überspannung
aufgebracht werden kann.
[0007] Vorzugsweise ist der Steuerschaltung eine im Schließzylinder angeordnete Induktionsspule
vorgeschaltet, die über eine externe Induktionsspule und Energiequelle mit Energie
gespeist wird.
[0008] Dadurch kann über kurze Distanz die zum Betätigen des Aktors nötige Energie durch
ein Fenster im Gehäuse des Schließzylinders übertragen werden.
[0009] Die externe Induktionsspule und Energiequelle kann in einem geschützten Bereich angeordnet
sein.
[0010] In diesem Fall kann der Schließzylinder in einfacher Weise so ausgestaltet werden,
dass der Aktor bereits bei Versorgung der externen Induktionsspule mit Energie aktiviert
wird.
[0011] Alternativ kann die externe Induktionsspule und Energiequelle in einem von einem
Nutzer mitgeführten Schlüssel oder Bediengerät angeordnet sein.
[0012] Ein Nutzer benötigt in diesem Fall einen kompatiblen Schlüssel oder ein kompatibles
Bediengerät, um den Aktor über die Induktionsspule mit Energie zu versorgen. Dafür
ist diese Lösung aber autark und nicht auf einen Netzanschluss angewiesen.
[0013] Vorzugsweise umfasst die Steuerschaltung einen elektrischen Energiespeicher, der
über die Induktionsspule aufladbar ist und wobei der Aktor über die Steuerschaltung
in der Anschaltphase mit einem vom Energiespeicher bezogenen erhöhten Anschaltstrom
und in der Haltephase mit einem von der Induktionsspule bezogenen geringeren Haltestrom
beaufschlage ist.
[0014] Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Energiebilanz des Schließzylinders
nicht auf den Anfangsenergiebedarf des Aktors ausgelegt sein muss, sonder geringer
dimensioniert werden kann.
[0015] Ergänzend kann die Entsperrvorrichtung eine elektrische Notöffnungsvorrichtung umfassen,
die der Steuerschaltung vorgeschaltet ist und aus einer zusätzlichen, zum ungeschützten
Bereich weisenden Induktionsspule oder aus galvanischen Kontakten besteht.
[0016] Diese elektrische Notöffnungsvorrichtung ermöglicht es, das Zylinderschloss auch
bei Versagen der bestimmungsgemäßen Öffnungsmöglichkeit zerstörungsfrei zu öffnen.
[0017] Die Entsperrvorrichtung kann eine mechanische Notöffnungsvorrichtung umfassen, die
aus einem Zugangskanal zur Kupplung und einer Sollbruchöffnung im Schließzylinder
besteht.
[0018] Bei dieser Ausführung kann das Zylinderschloss auch dann mit mäßigem Aufwand geöffnet
werden, wenn alle elektrischen Komponenten ausfallen.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung ist die Betätigungsvorrichtung ein fest eingebauter federbelasteter
Druck-, Dreh- oder Ziehknopf.
[0020] Durch die Integration des Druck-, Dreh- oder Ziehknopfes in den Schließzylinder wird
eine einfache, schnelle und ergonomische Bedienung ermöglicht.
[0021] Alternativ ist die Betätigungsvorrichtung eine formschlüssige Aufnahme für einen
von außen eingeführten batteriebetriebenen Schlüssel mit einem kompatiblen Einsteckansatz
oder Aufsteckansatz.
[0022] Dadurch lassen sich zusätzliche Sicherheitsfunktionen implementieren. Außerdem kann
der Schließzylinder versenkt oder oberflächenbündig ohne vorstehende Teile eingebaut
werden.
[0023] Weiterhin kann die Steuerschaltung durch eine externe oder eine im Schließzylinder
angeordnete interne Codeauswerteschaltung gesteuert sein.
[0024] Die Freigabe des Schließzylinders zur Betätigung kann so nach unterschiedlichen Sicherheitskriterien
erfolgen.
[0025] Mittels einer zentralen Codeauswerteschaltung kann über eine Steuerleitung die Energieversorgung
der externen Induktionsspule im geschützten Bereich ein- und ausgeschaltet werden.
[0026] Bei dieser Lösung muss im Schließzylinder selbst keine Codeauswerteschaltung implementiert
sein, wodurch ein kostengünstiger Aufbau möglich ist.
[0027] Alternativ zu einem mechanischen Schaltkontakt kann die externe Induktionsspule Bestandteil
eines Schließzylinder-Anwesenheitssensors sein, mittels dem über eine Auswerteschaltung
die Kopplung zu der im Schließzylinder angeordneten Induktionsspule überwachbar ist.
[0028] Eine Anwesenheitsüberwachung des Schließzylinders ist auf diese Weise ohne zusätzlichen
Anwesenheitskontakt möglich.
[0029] Durch eine zweite Induktionsspule kann durch Annäherung an den Schließzylinder aus
dem ungeschützten Bereich bei Ausfall der regulären Öffnungsfunktion eine Notöffnung
erfolgen.
[0030] Alternativ zur.zentralen externen Codeauswertung kann mittels einer internen Codeauswerteschaltung
im Schließzylinder bei Codeübereinstimmung die Steuerschaltung über einen Steuerausgang
der Codeauswerteschaltung direkt aktiviert werden und damit der Schließzylinder freigeschaltet
werden.
[0031] Diese Ausgestaltung ermöglicht einen autarken Betrieb des Schließzylinders auch bei
der Codeauswertung.
[0032] Die im Schließzylinder angeordnete Induktionsspule kann als kombinierter Energie-
und Codeempfänger ausgebildet sein, der Energie und Code von einem in die Schlüsselaufnahme
eingeführten Schlüssel empfängt.
[0033] Durch die Doppelnutzung der Induktionsspule wird bei den engen baulichen Verhältnissen
im Schließzylinder der zur Verfügung stehende Platz und die elektronischen Komponenten
optimal genutzt.
[0034] Bei einer praktischen Ausgestaltung umfasst die Kupplung der Entsperrvorrichtung
einen federbelasteten Kipphebel, der mit der Betätigungsvorrichtung gekoppelt und
zwischen einer Eingriffsposition und einer Nichteingriffsposition mit dem Schließbart
schwenkbar ist. Eine Stützfläche des Kipphebels ist auf einer federbelasteten Wippe
abgestützt, die zwischen eine Einkoppelposition und einer Auskoppelposition des Kipphebels
schwenkbar ist. Die Wippe ist durch einen Aktor in dessen aktivem Zustand in der entspannten
Position fixiert und in dessen passiven Zustand durch Kraftbeaufschlagung des Kipphebels
schwenkbar.
[0035] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das in
der Zeichnung dargestellt ist.
[0036] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Schließzylinders mit Betätigungsknopf und Energiespeisung
von einem schützen Bereich,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Schließzylinders mit Schlüssel zur Energiespeisung
und Codeübertragung,
- Fig. 3
- eine Sicht auf eine Betätigungsvorrichtung und einen Schließbart des Schließzylinders
im unbetätigten Zustand,
- Fig. 4
- eine Sicht auf eine Betätigungsvorrichtung und einen Schließbart des Schließzylinders
im entsperrten und betätigten Zustand,
- Fig. 5
- eine Ansicht und einen Schnitt durch einen Schließzylinder im unbetätigten Zustand,
- Fig. 6
- eine Ansicht und einen Schnitt durch einen Schließzylinder im gesperrten und betätigten
Zustand,
- Fig. 7
- eine Ansicht und einen Schnitt durch einen Schließzylinder im entsperrten und betätigten
Zustand.
- Fig. 8
- einen Türbetätigungsgriff mit einem Schließzylinder nach der Erfindung im geschlossenen
Zustand,
- Fig. 9
- einen Türbetätigungsgriff mit einem Schließzylinder nach der Erfindung im geöffneten
Zustand,
- Fig. 10
- ein vereinfachtes Blockschaltbild einer externen Zentrale mit einer Station im geschützten
Bereich und eines Schließzylinders und
- Fig. 11
- ein vereinfachtes Blockschaltbild eines Schlüssels und eines Schließzylinders
[0037] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Schließzylinders 10 mit Schließbart
12, Betätigungsknopf 14 einer Betätigungsvorrichtung und Energiespeisung über eine
Induktionsspule als Bestandteil eines Serienschwingkreises 16 von einem schützen Bereich
aus. Ist die Induktionsspule des Serienschwingkreises 16 ausgeschaltet, kann der Betätigungsknopf
14 nur leer gedrückt werden, ohne den Schließbart 12 zu bewegen. Bei eingeschalteter
Induktionsspule des Serienschwingkreises 16 wird die Kupplung einer internen Entsperrvorrichtung
des Schließzylinders eingekuppelt, der eine kraft- oder formschlüssige Verbindung
zwischen der Betätigungsvorrichtung und dem Schließbart 12 herstellt. Bei Drücken
des Betätigungsknopfes 14 wird auch der Schließbart 12 bewegt.
[0038] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Schließzylinders 10 mit Schließbart
12 und einem Schlüssel 18 zur Energiespeisung und Codeübertragung. Bei Einstecken
des Schlüssels 18 mit seinem kompatiblen Einsteckansatz 23 in eine Schlüsselaufnahme
20 des Schließzylinders 10 wird über eine Induktionsspule 22 des Schlüssels 18 Energie
zu einer internen Induktionsspule des Schließzylinders 10 übertragen.
[0039] Gleichzeitig wird auch ein Code übertragen und durch eine interne Codeauswerteschaltung
im Schließzylinder 10 ausgewertet. Bei positivem Auswerteergebnis wird die Kupplung
einer internen Entsperrvorrichtung des Schließzylinders eingekuppelt. Durch Drehen
oder Drücken des Schlüssels 18 kann dann auch der Schließbart 13 bewegt werden.
[0040] Fig. 3 zeigt eine Sicht auf eine Betätigungsvorrichtung 24 mit einem Betätigungsknopf
14 und einem Schließbart 12 des Schließzylinders 10 im unbetätigten Zustand. Der Schließbart
12 besteht aus zwei um Achsen 26, 28 schwenkbaren Flügeln 30, 32, die durch eine Feder
34 gespreizt werden. Die Betätigungsvorrichtung 24 ist als zwischen einem Anschlagbolzen
36 verschiebbarer Stift 38 ausgebildet und im unbetätigten Zustand durch eine Feder
40 nach außen gedrückt.
[0041] Mit dem Stift 38 ist ein federbelasteter Kipphebel 42 gelenkig verbunden, der Bestandteil
einer Kupplung einer Entsperrvorrichtung ist. Der Kipphebel 42 kann zwei unterschiedliche
Kipppositionen einnehmen. In einer ausgekuppelten Position vollzieht er beim Eindrücken
des Stiftes 38 zusammen mit diesem lediglich einen Leerweg.
[0042] In einer in Fig. 4 gezeigten eingekuppelten Position jedoch gelangt bei Eindrücken
des Stiftes 38 und Mitnahme des Kipphebel 42 eine stirnseitige Stoßfläche 44 in Eingriff
mit Betätigungsflächen 46, 48 der schwenkbaren Flügeln 30, 32 und schwenkt diese einwärts.
Fig. 4 zeigt dementsprechend eine Sicht auf die Betätigungsvorrichtung 24 im entsperrten
und betätigten Zustand.
[0043] Fig. 5 zeigt eine Ansicht und einen Schnitt durch einen Schließzylinder 10 im unbetätigten
Zustand. Der Kipphebel 42 ist um eine Achse 50 kippbar am Stift 38 gelagert und durch
eine Druckfeder 52 vorgespannt, die eine geneigte Ausrichtung des Kipphebels 42 anstrebt.
Eine Stützfläche 54 des Kipphebels 42 ist auf einer Wippe 56 abgestützt, die durch
eine Feder 58 vorgespannt ist und eine waagerechte Lage der Wippe 56 anstrebt. Unterhalb
der Wippe 56 befindet sich ein Elektromagnet 60 mit einem schwenkbaren Anker 62. Der
Anker 62 ist durch eine Feder 64 vorgespannt, die eine abgefallene Position des Ankers
62 anstrebt. In der abgefallenen Position' des Ankers 62 fixiert er die Wippe 56 in
ihrer waagerechten Lage. Auf einer Platine 70 sind ein Gleichrichter, ein Energiespeicher
und eine Steuerschaltung für den Elektromagneten 60 angeordnet.
[0044] Der Elektromagnet 60 kann über eine Induktionsspule 66 von extern mit Energie versorgt
werden und zieht dann den Anker 62 an. Bei abgefallenem Anker 62 bleibt die Wippe
56 in ihrer waagerechten Lage fixiert. Wird nun über den Betätigungsknopf 14 der Stift
38 eingedrückt, so gleitet die profilierte Stützfläche 54 des mitgenommenen Kipphebels
42 über die fixierte Wippe 56 und richtet den Kipphebel 42 waagerecht aus. In der
waagerechten Position gelangt die Stoßfläche 44 nicht in Eingriff mit Betätigungsflächen
46, 48 der schwenkbaren Flügeln 30, 32, sondern unterfährt die Betätigungsflächen
46, 48. Der Kipphebel 42 vollzieht einen Leerweg und die schwenkbaren Flügeln 30,
32 verbleiben in der gespreizten Position. Dieser Zustand ist in Fig. 6 dargestellt,
dem gesperrten und betätigten Zustand.
[0045] Bei Energieversorgung der Induktionsspule 66 von extern wird der Elektromagnet 60
aktiviert und zieht den Anker 62 an. Die Wippe 56 bleibt zunächst durch die Federvorspannung
noch in ihrer waagerechten Lage, kann jetzt aber nachgeben, wenn sie mit einer Kraft
beaufschlagt wird, die die Kraft der Feder 58 überwindet. Wird diesmal über den Betätigungsknopf
14 der Stift 38 eingedrückt, so gleitet die profilierte und in Teilen als schiefe
Ebene ausgebildete Stützfläche 54 des mitgenommenen Kipphebels 42 ebenfalls über die
Wippe 56. Die Kraft der Druckfeder 52 ist aber stärker als die Kraft der Feder 58
und die profilierte Stützfläche 54 des mitgenommenen Kipphebels 42 lässt die Wippe
56 nach unten schwenken, während der Kipphebel 42 seine geneigte Position beibehält.
Dabei gelangt die Stoßfläche 44 in Eingriff mit den Betätigungsflächen 46, 48 der
schwenkbaren Flügeln 30, 32 und schwenkt diese einwärts. Dieser Zustand ist in Fig.
7 dargestellt, dem entsperrten und betätigten Zustand.
[0046] Durch konstruktive Abwandlung der beschriebenen Kupplung als Bestandteil der internen
Entsperrvorrichtung des Schließzylinders kann auch eine als Drehzylinder ausgebildete
Betätigungsvorrichtung mit einem drehbaren Schließbart kraft- oder formschlüssig verbunden
werden. Der Drehzylinder kann mit einem Drehknopf oder einem Schlüssel bestätigt werden.
Im ausgekuppelten Zustand lässt er sich frei durchdrehen, im eingekuppelten Zustand
nimmt er den drehbaren Schließbart mit, um z. B. eine Schlossmechanik zu betätigen.
[0047] Fig. 8 zeigt einen Türbetätigungsgriff 72 mit einem Schließzylinder 10 in einer Ausgestaltung
nach der Erfindung im geschlossenen Zustand und Fig. 9 im geöffneten Zustand.
[0048] Ein Schließzylinder 10 mit einem Druckknopf 14 ist in einen schwenk- und drehbaren
Türbetätigungsgriff 72 eingebaut. Im geschlossenen Zustand greift der Türbetätigungsgriff
72 in eine Nut eines an einer Tür 74 befestigten Türbeschlags 76 ein und ist so formschlüssig
gegen Drehen gesichert. Auf der Rückseite der Tür 74 ist der Türbeschlag 76 zu einer
Hülse mit Nuten im Hülsenmantel geformt. Die gespreizten Flügel des Schließbarts 12
greifen in diese Nuten ein und fixieren über den Schließzylinder 10 den Türbetätigungsgriff
72 in der Nut der Hülse. Auf einer Platine 78 im geschützten Bereich ist eine externe
Induktionsspule eines Serienschwingkreises 16 zur Energieversorgung des Schließzylinders
10 angeordnet.
[0049] Ist die Energieversorgung ausgeschaltet, so kann der Druckknopf 14 nur leer ohne
Einwirkung auf den Schließbart 12 eingedrückt werden. Ist die Energieversorgung eingeschaltet,
so werden mit Drücken des Druckknopfes 14 die Flügel des Schließbarts 12 eingeschwenkt
und der Türbetätigungsgriff 72 kann an seinem unteren durch einen Hinterschnitt gebildeten
Nippel 82 mit einem Finger erfasst und herausgeschwenkt werden. Anschließend kann
er gedreht werden, um über seinen Vierkant 84 eine Türfalle zurückzuziehen, so dass
die Tür 74 geöffnet werden kann. Beim nachfolgenden Schließen der Tür 74 wird der
Türbetätigungsgriff 72 wieder in Flucht mit dem Türbeschlag 76 gedreht und angedrückt.
Die angeschrägten Flügel des Schließbarts 14 ziehen sich beim Einführen in die Hülse
des Türbeschlags'76 zunächst selbständig zurück und spreizen sich anschließend unter
Federkraft in die Nuten im Hülsenmantel. Über einen ebenfalls auf der Platine 78 angeordneten
Schalter 80 kann mechanisch überwacht werden, ob der Türbetätigungsgriff 72 mit Schließzylinder
10 angedrückt und damit die Tür 74 verriegelt ist oder nicht. Die Anwesenheit des
Schließzylinders 10 kann auch elektronisch durch Erfassung der Bedampfung der Induktionsspule
des Serienschwingkreises 16 überwacht werden.
[0050] Fig. 10 zeigt ein vereinfachtes Blockschaltbild einer externen Zentrale 116 mit einer
Station 118 im geschützten Bereich und eines Schließzylinders 10. Die externe Zentrale
116 umfasst Codeauswerteschaltung 88 und einen Alarmgeber 92. Die Station 118 umfasst
eine Wechselspannungsquelle 86, die über eine Steuerleitung von der Codeauswerteschaltung
88 gesteuert ist, und eine Induktionsspule Serienschwingkreises eines Serienschwingkreises
16. Ferner umfasst die Station 118 einen Schließzylinder-Anwesenheitssensor, dessen
Bestandteil dieselbe Induktionsspule des Serienschwingkreises 16 in Verbindung mit
einer Erkennungsschaltung 90 sein kann oder ein mechanischer Schalter 80. Die Erkennungsschaltung
90 ist über eine Signalleitung mit dem Alarmgeber 92 verbunden.
[0051] Der Schließzylinder 10 umfasst eine interne Induktionsspule 66, der ein Gleichrichter
94, ein Energiespeicher 96 und eine Steuerschaltung 98 nachgeschaltet sind. An die
Steuerschaltung 98 ist ein Aktor 100 angeschlossen. Die Steuerschaltung 98 verfügt
über eine Steuercharakteristik, nach der zunächst ein Ladevorgang des Energiespeichers
96 abgewartet wird, danach der Aktor 100 in der Anschaltphase mit einem vom Energiespeicher
96 bezogenen erhöhten Anschaltstrom und schließlich in der Haltephase mit einem von
der Induktionsspule 66 bezogenen geringeren Haltestrom beaufschlagt wird. Eine zusätzliche
interne Induktionsspule 102, die an den Gleichrichter 94 angeschlossen ist und dem
ungeschützten Bereich benachbart ist, ermöglicht eine Energieversorgung zur Notöffnung.
[0052] Fig. 11 zeigt ein vereinfachtes Blockschaltbild eines Schlüssels 18 und eines Schließzylinders
10. Der Schlüssel 18 umfasst eine Wechselspannungsquelle 104, eine kombinierte Codegeber-
und Codeauswerteschaltung 106, einen Melder 108, einen Taster 110, eine Batterie 112
und eine Induktionsspule 22.
[0053] Der Schließzylinder 10 umfasst zusätzlich zu den Fig. 10 beschriebenen Komponenten
eine kombinierte Codeauswerte- und Rückmeldeschaltung 114. Mit der Codeauswerteschaltung
114 wird die Steuerschaltung 98 bei positivem Auswerteergebnis aktiviert.
[0054] Bei Betätigen des Tasters 110 im Schlüssel 18 wird der Schließzylinder 10 mit Energie
versorgt und ein Code von der Codegeberschaltung 106 im Schlüssel 18 zur Codeauswerteschaltung
114 im Schließzylinder 10 übertragen. Bei positiver Auswertung wird die Steuerschaltung
98 zur Betätigung des Aktors 100 aktiviert und einen Rückmeldung zum Schlüssel 18
übertragen und über den Melder 108 gemeldet.
1. Schließzylinderanordnung, bestehend aus einem Gehäuse mit einem Schließbart, einer
Entsperrvorrichtung und einer Betätigungsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Entsperrvorrichtung eine zwischen der Betätigungsvorrichtung und dem Schließbart
angeordnete Kupplung umfasst, die im gesperrten Zustand entkuppelt und im entsperrten
Zustand eingekuppelt ist, dass die Kupplung über einen elektromagnetischen oder piezoelektrischen
Aktor mit einer Steuerschaltung betätigbar ist, die berührungslos extern mit Energie
gespeist ist.
2. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschaltung eine im Schließzylinder angeordnete Induktionsspule vorgeschaltet
ist, die über eine externe Induktionsspule und Energiequelle mit Energie gespeist
ist.
3. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die externe Induktionsspule und Energiequelle in einem geschützten Bereich angeordnet
ist.
4. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die externe Induktionsspule und Energiequelle in einem von einem Nutzer mitgeführten
Schlüssel oder Bediengerät angeordnet ist.
5. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerschaltung einen elektrischen Energiespeicher umfasst, der über die Induktionsspule
aufladbar ist und der Aktor über die Steuerschaltung in der Anschaltphase mit einem
vom Energiespeicher bezogenen erhöhten Anschaltstrom und in der Haltephase mit einem
von der Induktionsspule bezogenen geringeren Haltestrom beaufschlagt ist.
6. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Entsperrvorrichtung eine elektrische Notöffnungsvorrichtung umfasst, die der
Steuerschaltung vorgeschaltet ist und aus einer zusätzlichen, zum ungeschützten Bereich
weisenden Induktionsspule oder aus galvanischen Kontakten besteht.
7. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Entsperrvorrichtung eine mechanische Notöffnungsvorrichtung umfasst, die aus
einem Zugangskanal zur Kupplung und einer Sollbruchöffnung im Schließzylinder besteht.
8. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsvorrichtung ein fest eingebauter federbelasteter Druck-, Dreh- oder
Ziehknopf ist.
9. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsvorrichtung eine Schlüsselaufnahme mit einem von außen eingeführten
Schlüssel ist.
10. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerschaltung durch eine externe oder eine im Schließzylinder angeordnete interne
Codeauswerteschaltung gesteuert ist.
11. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer zentralen externen Codeauswerteschaltung über eine Steuerleitung die
Energieversorgung der externen Induktionsspule im geschützten Bereich ein- und ausschaltbar
ist.
12. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die externe Induktionsspule Bestandteil eines Schließzylinder-Anwesenheitssensors
ist, mittels dem über eine Auswerteschaltung die Kopplung zu der im Schließzylinder
angeordneten Induktionsspule überwachbar ist.
13. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer internen Codeauswerteschaltung im Schließzylinder bei Codeübereinstimmung
die Steuerschaltung über einen Steuerausgang der Codeauswerteschaltung direkt aktivierbar
ist.
14. Schließzylinderanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die im Schließzylinder angeordnete Induktionsspule als kombinierter Energie- und
Codeempfänger ausgebildet ist, der Energie und Code von einem in die Schlüsselaufnahme
eingeführten Schlüssel empfängt.
15. Schließzylinderanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung der Entsperrvorrichtung einen federbelasteten Kipphebel umfasst, der
mit der Betätigungsvorrichtung gekoppelt ist und zwischen einer Eingriffsposition
und einer Nichteingriffsposition mit dem Schließbart schwenkbär ist, dass eine Stützfläche
des Kipphebels auf einer federbelasteten Wippe abgestützt ist, die zwischen eine Einkoppelposition
und einer Auskoppelposition des Kipphebels schwenkbar ist und dass die Wippe durch
einen Aktor in dessen aktivem Zustand in der entspannten Position fixiert und in dessen
passiven Zustand durch Kraftbeaufschlagung des Kipphebels schwenkbar ist.