[0001] Die Erfindung betrifft Ultrahochkohlenstoffhaltige Stähle oder Ultra High Carbon
Steel (UHC) mit reduzierter Dichte und hoher Zunderbeständigkeit gemäß Anspruch 1,
sowie die Herstellung von Bauteilen durch Halbwarmumformung gemäß Anspruch 8 sowie
Anspruch 9. UHC Stähle sind bereits seit längerem bekannt. Sie wurden insbesondere
hinsichtlich ihrer superplastischen Eigenschaften entwickelt. Die superplastische
Verformung verläuft in einem engen Prozessfenster aus Temperatur und Umformgeschwindigkeit
(Dehnrate (ε')). Bei der superplastischen Umformung können Dehnwerte von einigen 100
bis 1000% erreicht werden. Typisch sind hierbei eine Umformtemperatur oberhalb ca.
50% der Schmelztemperatur (idealerweise im Bereich der α -> γ Umwandlung) und eine
sehr geringe Umformgeschwindigkeit von etwa 10
-2 bis 10
-5 s
-1. Werden die jeweils optimale Temperatur und/oder Umformgeschwindigkeit überschritten,
so findet eine Zerstörung des für die guten mechanischen Eigenschaften erforderlichen
Gefüges statt. Die idealen Geschwindigkeiten der superplastischen Umformung liegen
damit deutlich unterhalb der Grenze der industriellen Akzeptabilität für Serienprodukte
die bei etwa 0.1/s liegt.
Unlegierte UHC-Stähle, wie beispielsweise aus der
US 3.951.697 bekannt weisen nur einen geringen superplastischen Effekt auf, da das Gefüge gegen
Kornwachstum instabil ist.
[0002] In der
US 4.448.613 sind Herstellungsverfahren des superplastischen Gefüges für UHC-Stähle beschrieben.
Es wird auch die Einstellung der superplastischen Gefüge für UHC Stähle mit geringen
Legeierungszusätzen an Cr, Mn und Si beschrieben.
[0003] In der
US 4.533.390 wird vorgeschlagen, einen UHC-Stahl mit dem sehr hohen Si-Gehalt (3-7%), durch Legierungszusätze
von Cr, Mo, W, Ti und deren Kombinationen eine Erhöhung der A1-Temperatur, eine Stabilisierung
des Gefüges gegen Kornwachstum und eine Verbesserung der superplastischen Eigenschaften
zu erreichen. Die hohen Si-Gehalte machen die Stähle unter Gebrauchsbedingungen sehr
spröde.
[0004] In der
US 4.769.214 werden UHC-Stähle mit hohem Al-Anteil (bevorzugt 0.5 bis zu 6.4%) beschrieben. Dabei
wird auf gute superplastische Eigenschaften, insbesondere guter Umformbarkeit bei
superplastischen Bedingungen (und Oxidationsbeständigkeit abgezielt. Zur Stabilisierung
des Gefüges werden Legierungszusätze aus Cr und/oder Mo angegeben. Mit einem Al-Anteil
größer als 6.4% wurde eine starke Verringerung der Warm- und Kaltumformbarkeit festgestellt.
Die bevorzugten UHC-Stähle weisen Al-Gehalte < 6.4 % auf.
[0005] Eine besonders wichtige Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit der Formgebungsverfahren
hat die Umformbarkeit des Werkstoffs. Eine gute Umformbarkeit beinhaltet einen hohen
ohne Bauteilschädigung erreichbaren Umformgrad, eine niedrige Fließspannung beim Umformen
und eine möglichst niedrige Umformtemperatur. Erst hierdurch werden auch komplex geformte
Bauteile in wenigen kostengünstigen Umformschritten verfügbar.
[0006] Beim Kaltschmieden (Kaltfließpressen) sind zwar eine hohe Maßgenauigkeit, hohe Oberflächenqualität
und eine hohe Bauteilfestigkeit (durch Kaltverfestigung) möglich; dem stehen aber
die Nachteile teils ausgesprochen hoher erforderlicher Umformkräfte entgegen.
[0007] Beim Warmschmieden (ca. 1100°C - 1250°C) zeigen die Werkstoffe ein hohes Umformvermögen
(geeignet für formkomplexe Bauteile), aber es ist nur geringe Maßgenauigkeit und schlechtere
Oberflächenqualität möglich. Besonders nachteilig ist die hohe thermomechanische Werkzeugbelastung
bzw. der entsprechend hohe Werkzeugverschleiß. Formgebungsverfahren im Hochtemperaturbereich,
beispielsweise bei Schmiedetemperatur führen zu hohen Werkzeugkosten, da entweder
hoher Verschleiß vorliegt oder teure Hochtemperaturwerkzeuge verwendet werden müssen.
Darüber hinaus werden die umzuformenden Rohlinge aus Kostengründen an Luft bearbeitet
und hierdurch oxidativ geschädigt. Dies führt beispielsweise bei Stählen zur Verzunderung.
Vor der Weiterverarbeitung der hierdurch hergestellten Bauteile muss zumindest auf
der Oberfläche nachbearbeitet werden. Eine near net shape Herstellung von Bauteilen
ist bei diesen Temperaturen dadurch nur sehr eingeschränkt erreichbar.
[0008] Eine weitere hohe Bedeutung für die Massenfertigung, insbesondere in der Kraftfahrzeugindustrie
spielt eine hohe Prozessgeschwindigkeit im Umformprozess. Die sehr niedrigen Umformgeschwindigkeiten
der superplastischen Umformung sind für die Serienfertigung von Bauteilen daher nicht
akzeptabel.
[0009] Bei den bekannten UHC-Stählen mit geringem Al-Gehalt steht bei den üblichen Umformtemperaturen
um ca. 750-950°C eine deutliche Verzunderung zu befürchten, was zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand
führen kann. Diese Stähle sind nicht für den Leichtbau geeignet.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Leichtbaustahl bereit zu stellen, der sich bei
Temperaturen unterhalb der Warmschmiedetemperaturen an Luft mit möglichst hohen Umformgeschwindigkeiten
bearbeiten lässt, sowie Umformverfahren aufzuzeigen, die hohe Umformgeschwindigkeiten
und eine möglichst geringe Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften der Stähle,
sowie möglichst geringe thermomechanische Belastung der Umformwerkzeuge gewährleisten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Ultrahochkohlenstoffhaltigen oder
UHC-Leichtbaustahl mit verbesserter Umformbarkeit und Zunderbeständigkeit mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren zur Herstellung von warmumgeformten
Bauteilen aus UHC-Leichtbaustählen durch Warmumformung bei einer Temperatur von 800
bis 980°C an Luft mit den Merkmalen des Anspruchs 8, oder durch ein Verfahren zur
Herstellung von warmumgeformten Bauteilen aus UHC-Leichtbaustählen durch Warmumformung
bei einer Temperatur von 880 bis 1050°C an Luft mit den Merkmalen des Anspruchs 9.
Zusammenfassend werden im Folgenden die Umformprozesse bei einer Temperatur im Bereich
von 800 bis 1050°C als Warmumformen bezeichnet.
Erfindungsgemäß ist somit für den UHC-Leichtbaustahl mit verbesserter Zunderbeständigkeit
die folgende Legierungszusammensetzung laut Anspruch 1 vorgesehen (Zusammensetzungen
im folgenden in Gew.% soweit nicht anders angegeben).
C: 1 bis 1,6
Al : 5 bis 10
Cr: 0,5 bis 3
Si: 0,1 bis 2,8
[0010] Rest Eisen und üblichen stahlbegleitende Verunreinigungen.
[0011] Besondere Bedeutung kommt dabei den Legierungselementen Al und Si zu, welche in dem
erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustahl neben einander vorliegen.
[0012] Sowohl das Al als auch das Si tragen zu einer signifikanten Verringerung der Dichte
der UHC-Stähle bei. Somit handelt es sich um insbesondere für den Kraftfahrzeugbau
interessante Leichtbaustähle.
So liegt die Dichte für einen UHC-Leichtbaustahl mit 0,4% Si und 6,7% Al bei 7 g/ccm
gegenüber dem konventionellen Stahl 25MoCr4 mit einer Dichte von 7,8 g/ccm.
[0013] Überraschend wurde festgestellt, dass das Si die A1-Umwandlungstemperatur in der
gegebenen Legierungszusammensetzung in hohem Maße beeinflussen kann. Das hohe Gehalt
an Al erhöht dabei die Si-Empfindlichkeit der Legierung deutlich. In der Al-haltigen
Legierung führt bereits eine geringe Steigerung von Si-Legierungszusätzen zu einer
signifikanten Erhöhung der A1-Umwandlungstemperatur. Dies bedeutet, dass durch die
Zulegierung des Si eine Erhöhung der optimalen Umformtemperatur erreicht wird. Unter
der optimalen Umformtemperatur ist insbesondere die Temperatur zu verstehen, welche
möglichst hohe Umformgeschwindigkeiten ohne Schädigung des Gefüges zulässt.
[0014] So wird beispielsweise die A1 Umwandlungstemperatur von ca. 820°C für einen 6.5%Al,
1.5%Cr, 1.35%C, 0.04%Si UHC-Leichtbaustahl durch Erhöhung des Si-Anteils auf nur 0,4%
bereits auf 865°C gesteigert.
[0015] Die Erhöhung der A1-Umwandlungstemperatur verschiebt die optimale Umformtemperatur
zu höheren Werten, wobei das Temperaturniveau der Warmumformung noch unterhalb des
Bereichs der Schmiedetemperaturen bleibt. Dies bringt für die Warmumformung wesentliche
Vorteile. Da der Warmumformprozess bei höheren Temperaturen durchgeführt werden kann,
verringert sich die Fließspannung des UHC-Leichtbaustahls. Insgesamt verbessert sich
das Umformvermögen des UHC-Leichtbaustahls bei der optimalen Umformtemperatur. Die
für Bauteil und Werkszeuge ungünstigen Temperaturen des Warmschmiedens werden nicht
erreicht.
[0016] Gegenüber den Schmiedestählen tritt eine deutliche Verbesserung der mechanischen
Eigenschaften bei Raumtemperatur auf.
[0017] Der Al-Gehalt hat neben der Verringerung der Dichte auch den sehr bedeutenden Effekt,
einer starken Verringerung der Zunderbildung bei den Temperaturen der Warmumformung.
Da sich nur dünne Zunderschichten bilden, bei denen nur eine geringe Oberflächen-Nachbearbeitung
erforderlich ist, eignen sich die erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustähle insbesondere
auch für near-net-shape Prozesse. Bei den erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustählen konnten
92 bis 99% Reduzierung der Korrosionsgeschwindigkeit gegenüber den konventionellen
Stählen 25MoCr4 erreicht werden.
[0018] Überraschenderweise zeigt auch der Si-Gehalt einen signifikanten Einfluss auf die
Abnahme der Verzunderung.
[0019] Durch den Zusatz an Si bleiben die superplastischen Eigenschaften erhalten, wobei
teilweise eine leichte Erhöhung des Umformvermögens bei hoher Geschwindigkeit gemessen
werden konnte.
Auch die mechanischen Eigenschaften bei Raumtemperatur werden durch das üblicherweise
stark versprödend wirkende Si nicht nachteilig verändert. Die erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustähle
zeigen nur geringfügig verringerte Bruchdehnungen gegenüber Si-freien UHC Stählen.
[0020] Si wird bei der Stahlherstellung in der Regel beim Legierungserschmelzen ohne besondere
Vorsichtsmaßnahmen aus der Ofenauskleidung in die Legierungsschmelze aufgenommen.
Für Si-arme Stahlsorten ist dieses Verhalten problematisch und muss durch aufwändige
Maßnahmen unterbunden werden. Für die erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustähle stellt
diese Si-Aufnahme aufgrund ihres ohnehin schon hohen Si-Gehaltes dagegen kein Problem
mehr dar. Kostengünstige metallurgische Herstellungsverfahren sind daher anwendbar.
[0021] Es hat sich gezeigt, dass sich die Legierungselemente Al und Si gegenseitig günstig
beeinflussen. Daher ist das Al/Si-Verhältnis von besonderem Interesse. Bevorzugt wird
ein Al/Si-Verhältnis zwischen 10 und 20 gewählt. Besonders bevorzugt liegt das Al/Si-Verhältnis
bei einem Al-Gehalt von 6 bis 7% bei 14 bis 16.
[0022] Da sich durch einen hohen Si-Gehalt die Bruchdehnung verschlechtert beziehungsweise
die Spröde des Stahls bei Raumtemperatur zunimmt ist der Si-Legierungsanteil für die
meisten Anwendungen auf Werte unterhalb ca. 2,8% zu begrenzen.
Der bevorzugte Si-Gehalt stellt einen Kompromiss zwischen Erhöhung der optimalen Umformtemperatur
und Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften dar und liegt bevorzugt im Bereich
von 0,3 bis 1,2 Gew.%, besonders bevorzugt bei 0,4 bis 0,8.
Aufgrund der hohen Gehalte an Al und Si besteht die Gefahr, dass in der Legierung
unerwünschter Graphit gebildet wird. Diesem wird durch Zulegierung einer geeigneten
Cr-Menge begegnet, die auf die Einzelkomponenten Si und Al abgestimmt werden muss.
Eine besonders bevorzugte Zusammensetzung in Gew.% ist gegeben durch:
C: 1,2 bis 1,4
Al : 5,5 bis 7
Cr: 1 bis 2
Si: 0,3 bis 0,6
[0023] Rest Eisen und übliche stahlbegleitende Verunreinigungen.
[0024] Bei den stahlbegleitenden Verunreinigungen kann es sich im Sinne der erfindungsgemäßen
Legierung ebenfalls um die typischen Stahllegierungsbegleiter Ni-, Mo-, Nb- und/oder
V handeln. In der Regel sind Anteile dieser Elemente in einer Menge unterhalb 1% unkritisch.
Laut Anspruch 1 liegt der Ni-, Mo- und/oder V-Gehalt unterhalb 0,15 Gew.%. Besonders
bevorzugt werden zumindest Ni und/oder V auf unter 0,05% eingestellt.
[0025] In der Erfindung enthält der UHC-Leichtbaustahl weitere stabilisierende Legierungselemente
ausgewählt aus der Gruppe Nb, Ti, Mg und/oder N. Der Gehalt dieser Legierungselemente
wird laut Anspruch 1 auf Werte unter 0,8, bevorzugt unterhalb 0,5% begrenzt. Besonders
bevorzugt liegt die Summe dieser Elemente im Bereich von 0,02 bis 0,5 Gew.%.
[0026] Es ist als weiterer Vorteil der Erfindung anzusehen, dass bei dem erfindungsgemäßen
UHC-Leichtbaustahl auf die Zulegierung der sehr teuren Legierungselemente Ni, Mo und/oder
V verzichtet werden kann.
[0027] Die UHC-Stähle sind nach ihrer metallurgischen Herstellung in aller Regel nicht in
einem Gefügezustand, der eine hohe Umformgeschwindigkeit der Warmumformung zulässt.
Ein hierfür ideales Gefüge entspricht typischerweise einem Gefüge mit superplastischen
Eigenschaften. Für die aus Wirtschaftlichkeitserwägungen verfahrensgemäß bevorzugte
Warmumformung, statt der superplastischen Umformung, kann in der Regel jedoch in weiten
Grenzen von diesem optimalen superplastischen Gefüge abgewichen werden. Wichtig ist,
dass eine homogene, feinkörnige, sphäroide und gegen Kornwachstum und Graphitbildung
stabile Karbidverteilung in einer ebenfalls feinkörnigen und gegen Kornwachstum stabilen
Ferritmatrix vorliegt. Die Korngröße der Gefüge liegt bevorzugt unterhalb 10 µm. Besonders
bevorzugt liegt die mittlere Korngröße unterhalb 1,5µm. Der Überwiegende Teil der
Körner ist bevorzugt sphäroid, wobei geringe Mengen an lamellarem Karbid für die Eigenschaften
des UHC-Stahls tolerierbar sind.
[0028] Erst durch eine besondere thermo-mechanische Behandlung wird ein Gefüge ausgebildet,
das die erforderlichen feinen Kristallite, bzw. Körner enthält. Es müssen mindestens
zwei Phasen ausgebildet werden, die ein Kornwachstum verhindern.
[0029] Die entsprechenden Phasen sind bei den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen im Wesentlichen
aus der Hauptphase α-Ferrit und Nebenphasen aus κ-Carbiden aufgebaut. Al und Si stabilisieren
dabei das Gefüge gegen Kornwachstum.
[0030] Um dieses Gefüge einzustellen wird zunächst ein relativ homogenes Material aus Perlit
hergestellt, das eine lamellare Mischung aus Ferrit und Zementit ist. In einem zweiten
Schritt wird diese Perlit-Struktur in eine Mikrostruktur umgewandelt, bei welcher
die Carbide überwiegend sphäroidisch und der Ferrit ultrafeinkörnig vorliegen.
[0031] Das Gefüge der UHC-Leichtbaustähle weist bevorzugt feine sphäroide Karbide auf. Die
mittlere Querschnittsfläche der sphäroiden Karbide liegt bevorzugt unterhalb 8 µm
2, besonders bevorzugt unterhalb 3 µm
2.
[0032] Bevorzugt liegt der Volumenanteil der feinen sphäroiden Karbide bei 25 bis 30 %.
Die Häufigkeit an lichtmikroskopisch bestimmbaren Karbidteilchen oder Teilchen oberhalb
500nm pro Flächenelement sollte oberhalb 50.000 Karbidteilchen/mm
2, bevorzugt oberhalb 150.000 Karbidteilchen/mm
2 liegen.
[0033] Eine sphäroide Form ist dabei wesentlich günstiger als eine lamellare Form der Karbidteilchen.
Bevorzugt liegt die mittlere Elongation der Carbidteilchen unterhalb 1,8. Besonders
bevorzugt werden sehr rundliche Teilchen gebildet, mit einer mittleren Elongation
zwischen 1 und 1,5.
[0034] Bei den erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustählen kann für die Herstellung eines superplastischen
Gefüges wie folgt vorgegangen werden:
A. Weitgehend vollständige Austenitisierung, je nach C, Si, Al und Cr-Gehalt insbesondere
bei 1000-1150°C. Hierbei findet eine homogene Verteilung des Kohlenstoffs und der
Begleitelemente in der groben γ-Phase statt.
B. Abkühlung unter Warmumformung, gegebenenfalls mit zyklischer Temperaturführung
im Temperaturbereich von 1100 bis 700°C; Hierbei werden sphäroide κ-Karbide erzeugt.
Die Umformung findet nahe an der A1 Temperatur, oberhalb und unterhalb dieser statt.
Gegebenenfalls kann zwischengeglüht werden, um die mittlere Abkühlgeschwindigkeit
zu reduzieren oder die Temperatur um die A1-Temperatur pendeln zu lassen.
C. Luftabkühlung; Hierbei findet keine Gefügeumwandlung mehr statt.
[0035] Im Schritt B. werden typischerweise Umformgrade oberhalb 1,5 angewendet. Bevorzugt
werden Umformgrade bei 1,7 bis 4 angewendet.
[0036] Die erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustähle werden bevorzugt zur Herstellung von Fahrwerksbauteilen,
Getriebeteilen, oder Zahnräder für Kraftfahrzeuge verwendet. Eine besonders anspruchsvolle
Anwendung stellen Pleuel dar, welche bislang nicht in befriedigender Weise als Leichtbauteil
zur Verfügung standen.
[0037] Weitere bevorzugte Anwendungen sind Bauteile für Verbrennungsmotoren und Getriebekomponenten
von Kraftfahrzeugen.
[0038] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von warmumgeformten
Bauteilen aus UHC-Leichtbaustählen.
[0039] Zur Herstellung von Bauteilen ist erfindungsgemäß vorgesehen, einen UHC-Leichtbaustahl
der Zusammensetzung (Gew.%)
C: 1 bis 1,6
Al : 5 bis 10
Cr: 0,5 bis 3
Si: 0,1 bis 0,8
[0040] Rest Eisen und üblichen stahlbegleitenden Verunreinigungen, bei einer Temperatur
im Bereich von 800 bis 980°C an Luft warm umzuformen.
[0041] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist zur Herstellung von Bauteilen
vorgesehen, an einem UHC-Leichtbaustahl der Zusammensetzung
C: 1 bis 1,6
Al : 5 bis 10
Cr: 0,5 bis 3
Si: 0,8 bis 2,8
[0042] Rest Eisen und üblichen stahlbegleitenden Verunreinigungen, bei einer Temperatur
im Bereich von 880 bis 1050°C an Luft eine Warmumformung durchzuführen.
[0043] Bei der Warmumformung können im Prinzip die unterschiedlichen im Maschinenbau bekannten
Verfahren für die Herstellung komplex geformter Bauteile aus Metallen angewendet werden.
Gegebenenfalls ist eine entsprechende Anpassung der Kaltverfahren an das Warmumformen
vorzunehmen. Zu den geeigneten Verfahren gehören unter anderem das Warm-Fließpressen,
das Querwalzen, das Warm-Bohrungsdrücken, das Warm-Rundkneten, das Warm-Verzahnungswalzen,
das Warm-Stauchkneten oder die Innenhochdruckumformung sowie das Schmieden.
[0044] Aufgrund ihres A1- und Si-Gehaltes sind die aufgeführten UHC-Stähle bei der Warmumformung
nicht auf eine besondere Schutzgasatmosphäre angewiesen. Die Warmumformung kann daher
unter Luftzutritt stattfinden.
[0045] Die Temperaturen der erfindungsgemäß angewendeten Warmumformung liegen deutlich unterhalb
der Schmiedetemperatur der jeweiligen Legierung. Diese vergleichsweise geringeren
Temperaturen haben einen weiteren bedeutenden Vorteil für die Umformwerkzeuge. Häufig
können konventionelle Stahlwerkzeuge statt der sonst erforderlichen Hochtemperaturwerkzeuge
eingesetzt werden.
[0046] Für die UHC-Leichtbaustähle wird bei der Warmumformung bevorzugt bei einem Prozessdruck
unterhalb von 150 bis 180 MPa und einer Umformgeschwindigkeit oder Formänderungsgeschwindigkeit
(ε'=relative Längenänderung/Anfangslänge pro Zeiteinheit) oberhalb von 0,1/s gearbeitet.
Die Auslegung des Prozesses kann auf geringen Prozessdruck oder auf hohe Umformgeschwindigkeiten
optimiert werden, je nach gewähltem Umformverfahren oder Umformwerkzeug. Besonders
bevorzugte Umformungsgeschwindigkeiten liegen oberhalb 0,5/s.
[0047] Werden UHC-Leichtbaustähle eingesetzt, die ein superplastisches Gefüge aufweisen
sind auch unter den nicht superplastischen Bedingungen der Warmumformung sehr hohe
Umformgrade erzielbar. Bevorzugt werden bei der Warmumformung Dehnungen des Rohlings
im Bereich von 50 bis 300% durchgeführt.
[0048] In der Regel sind mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch für komplexe Bauteile
keine oder zumindest wesentlich reduzierte spanabhebende weitere Verfahrensschritte
erforderlich, womit sich auch eine bessere Werkstoffausnutzung ergibt. Ebenso lassen
sich gegebenenfalls mehrere gesonderte hintereinender gelagerte Umformprozesse zu
einem einzigen erfindungsgemäßen Umformprozess zusammenlegen. Mit den erfindungsgemäßen
UHC-Leichtbaustählen ist auch die über mehrere Warm-Prozesse kumulierte Verzunderung
vergleichsweise gering. Die Prozesskette zur Erzeugung der fertigen Bauteile ist in
vorteilhafter Weise verkürzt.
[0049] Besonders bevorzugt wird nach der Warmumformung des UHC-Leichtbaustahls keine spanabhebende
Oberflächen-Nachbehandlung zur Entfernung der Zunderschicht vorgenommen.
[0050] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in bevorzugter Weise als near-net-shape Verfahren
geführt, so dass das Bauteil nach der Umformung in möglichst gebrauchsfertigem Zustand
anfällt und nur noch gegebenenfalls an besonderen Funktionsflächen nachbearbeitet
werden muss. Reinigung und Polieren der Oberflächen sind erheblich leichter als bei
den bekannten Stählen.
[0051] Die erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustähle weisen ebenfalls eine gute Härtbarkeit
(bis >60 HRC ohne Einsatzhärten) auf.
[0052] Bevorzugt findet nach dem Warmumformen ein Härteprozess statt. Dieser wird insbesondere
direkt aus der Prozesswärme des Umformprozesses und unter Luftabschreckung geführt.
Danach kann in bekannter Weise angelassen werden. Für derartig vergütete UHC-Leichtbaustähle
wurden bei Raumtemperatur Zugfestigkeiten von 1500 MPa bei einer Dehnung von 8% gemessen.
Beispiele:
[0053] Im folgenden Beispiel wurden die Eigenschaften zwischen einem quasi Si-freien UHC-Leichtbaustahl,
einem konventionellen Stahl und einem erfindungsgemäßen UHC-Leichtbaustahl verglichen
(siehe Tabelle 1).
[0054] Für die UHC-Stähle wurde der Al- und Cr-Gehalt sowie der Herstellungs-Umformgrad
im wesentlichen gleich gehalten und der Si-Gehalt von 0,039% (UHC-Stahl Si0,04) auf
0,38% (UHC-Stahl Si0,4) erhöht.
[0055] Im Vergleich zum 25MoCr4 ergibt sich eine wesentliche Dichtereduzierung bei vergleichsweise
besseren Hochtemperatureigenschaften; Zugfestigkeit und Bruchdehnung bei 910°C sind
erheblich gesteigert.
[0056] Der Vergleich zwischen UHC-Stahl Si0,04 und UHC-Stahl Si0,4 zeigt einen deutlichen
günstigen Einfluss der Si-Zugabe auf die A1-Umwandlungstemperatur, die von 805 auf
865°C gesteigert wird. Auch die Dichte wird nochmals gesenkt, von 7,11 auf 7,01 g/ccm.
Die Versprödung, welche durch die Verringerung der Bruchdehnung von 12,4 auf 6,5%
charakterisiert ist, hält sich noch in akzeptablem Rahmen.
Tabelle 1
| |
UHC-Stahl Si0,04 |
UHC-Stahl Si0,4 |
Referenz 25 MoCr 4-Grobkorngeglüht |
| Si-Anteil |
0.039 Gew.% Si |
0.380 Gew.% Si |
- |
| Al-Anteil |
6.49 Gew.% Al |
6.72 Gew.% Al |
- |
| C-Anteil |
1.35 Gew.% C |
1.32 Gew.% C |
|
| Cr-Anteil |
1,57 Gew.% Cr |
1,54 Gew.% C |
|
| Herstellungs-Umformprad |
φH = 1.7 |
φH = 1.6 |
- |
| GRUNDEIGENSCHAFTEN |
|
|
|
| Dichte |
7.11 g/cm3 |
7.01 g/cm3 |
7.83 g/cm3 |
| E-Modul |
209.0 GPa |
- |
209.9 GPa |
| Mikrohärte |
301.0 HV30 |
311.0 HV30 |
252.0 HV30 |
| Makrohärte |
29.6 HRC |
27.8 HRC |
24.4 HRC |
| GEFÜGE |
|
|
|
| Beschreibung |
Feine sphäroide Karbide |
Grobe sphäroide Karbide |
- |
| Statistik |
|
|
|
| Volumenanteil Karbidteilchen |
20.4% |
26.7% |
- |
| Anzahl Karbidteilchen |
141.000 /mm2 |
69.000 /mm2 |
- |
| Größe |
|
|
|
| Mittlere Fläche Karbidteilchen |
1.4 µm2 |
3.9 µm2 |
- |
| Mittlere Ausdehnung Karbidteilchen |
1.9 µm |
2.9 µm |
- |
| Form |
|
|
|
| Mittlere Elongation Karbidteilchen |
1.80 |
1.76 |
- |
| PHASENUMWANDLUNG |
|
|
|
| Start (Ac1) |
ca. 820°C |
ca. 865°C |
- |
| Ende (Acm) |
ca. 905°C |
ca. 1000°C |
- |
| RT-EIGENSCHAFTEN |
|
|
|
| Streckgrenze |
698 MPa |
676 MPa |
- |
| Zugfestigkeit |
934 MPa |
>940 MPa |
- |
| Bruchdehnung |
12.4% |
6.5% |
- |
| HT-EIGENSCHAFTEN |
|
|
25 MoCr 4 - Kaltscherfähig |
| 910°C - 1.0/s |
|
|
|
| Zugfestigkeit |
172 MPa |
215 MPa |
144 MPa |
| Bruchdehnung |
74% |
102% |
60% |
[0057] In Fig. 1 sind die Ergebnisse der Hochtemperatur-Korrosionsbeständigkeit der beiden
UHC-Leichtbaustähle Stähle dargestellt. Es wird die Zunderbildung bei 860°C und 910°C
des UHC-Stahls mit 0.04%Si gegen den UHC-Stahl mit 0.4%Si gezeigt(UHC-Stahl Si0,04
versus UHC-Stahl Si0,4).
[0058] An Proben einer Abmessung von 100x20x3mm wurde bei 860°C und an 910°C die Zunderbildung
an Luft für bis zu 60 Minuten gemessen. Die Gewichtszunahme ist dabei wesentliche
Messgröße für die Zunderbildung.
[0059] Der Si-Gehalt hat signifikanten Einfluss auf die Abnahme der Verzunderung. Bei 910°C
findet beim Übergang von 0,04 auf 0,4% Si eine Abnahme der Verzunderung um 70% statt.
Bei der für die Warmumformung besonders relevanten Temperatur von 860°C liegt die
relative Abnahme der Verzunderung sogar bei 98%.
[0060] Vergleichsuntersuchungen zwischen UHC0, 4Si und 25MoCr4 sind in Fig.2 dargestellt.
25MoCr4 zeigt bei beiden Temperaturen gegenüber UHC0, 4Si eine um 92 bis 99% höhere
Verzunderung.
1. UHC-Leichtbaustahl mit verbesserter Zunderbeständigkeit,
gekennzeichnet durch eine Zusammensetzung in Gew.%
C: 1 bis 1,6
Al: 5 bis 10
Cr: 0,5 bis 3
Si: 0,1 bis 2,8
gegebenenfalls stabilisierende Legierungselemente ausgewählt aus der Gruppe Nb, Ti,
Mg und/oder N in einer Menge von 0,02 bis 0,8 Gew.%,
und gegebenenfalls die weiteren Legierungselemente Ni- Mo- und/
oder V-Gehalt unterhalb 0,15 Gew.% Rest Eisen
und üblichen stahlbegleitende Verunreinigungen.
2. UHC-Leichtbaustahl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Al/Si-Verhältnis zwischen 10 und 20 liegt.
3. UHC-Leichtbaustahl nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der UHC-Leichtbaustahl stabilisierende Legierungselemente ausgewählt aus der Gruppe
Nb, Ti, Mg und/oder N in einer Menge von 0,02 bis unterhalb 0,8 Gew.% enthält.
4. UHC-Leichtbaustahl nach einem der voran gegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet, durch eine Zusammensetzung in Gew.%
C: 1,2 bis 1,4
Al : 5,5 bis 7.0
Cr: 1 bis 2.0
Si: 0,3 bis 0,6
gegebenenfalls Ni, Mo und/oder V in einem Gehalt unterhalb 0,15
Rest Eisen und übliche stahlbegleitende Verunreinigungen.
5. UHC-Leichtbaustahl nach einem der voran gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Ni- Mo- und/oder V-Gehalt unterhalb 0,15 Gew.% liegt.
6. UHC-Leichtbaustahl nach einem der voran gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gefüge feine sphäroide Karbide mit mittleren Querschnittsflächen unterhalb 8 µm2 aufweist.
7. UHC-Leichtbaustahl nach einem der voran gegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gefüge grobe sphäroide Karbide in einem Volumenanteil von 25 bis 30 % aufweist.
8. Verfahren zur Herstellung von warmumgeformten Bauteilen aus UHC-Leichtbaustählen nach
einem der vorangegangenen Ansprüche mit einem UHC-Leichtbaustahl der einen Si-Gehalt
unterhalb 0,8 aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Warmumformung bei einer Temperatur von 800 bis 980°C an Luft durchgeführt wird.
9. Verfahren zur Herstellung von warmumgeformten Bauteilen aus UHC-Leichtbaustählen gemäß
einem der vorangegangenen Ansprüche mit einem UHC-Leichtbaustahl der einen Si-Gehalt
oberhalb 0,8 aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Warmumformung bei einer Temperatur von 880 bis 1050°C an Luft durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Formänderungsgeschwindigkeit (ε') der Warmumformung auf Werte oberhalb 0,1 /
s eingestellt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass am UHC-Leichtbaustahl vor der Warmumformung eine Herstellungs-Warmumformung mit einem
Umformgrad von 1,5 bis 4 durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Warmumformung des Rohlings zumindest teilweise bis zu einem Umformgrad > 2 geführt
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das umgeformte Bauteil aus der Prozesshärte des Warmumformens unter Luftabschreckung
gehärtet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass Fahrwerksbauteile, Getriebeteile, Zahnräder oder ein Leichtbaupleuel für Kraftfahrzeuge
gebildet werden.
15. Verwendung eines UHC-Stahls nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zur Herstellung von Bauteilen
für Verbrennungsmotoren und Getriebekomponenten von Kraftfahrzeugen.
1. UHC light-weight steel with improved scale resistance,
characterised by a composition in % w/w of
C: 1 to 1.6
Al: 5 to 10
Cr: 0.5 to 3
Si: 0.1 to 2.8
if applicable stabilising alloying elements selected from the group Nb, Ti, Mg and/or
N in a quantity of 0,02 to 0.8 % w/w,
and if applicable the further alloying elements with an Ni, Mo and/
or V content below 0.15 % w/
w
rest iron
and the usual impurities which accompany steel.
2. UHC light-weight steel according to claim 1,
characterised in that
the Al/Si ratio is between 10 and 20.
3. UHC light-weight steel according to claim 1 or 2,
characterised in that
the UHC light-weight steel contains stabilising alloying elements selected from the
group Nb, Ti, Mg and/or N in a quantity of 0.02 to below 0.8 % w/w.
4. UHC light-weight steel according to any of the preceding claims,
characterised by a composition in % w/w of
C: 1.2 to 1.4
Al : 5.5 to 7.0
Cr: 1 to 2.0
Si: 0.3 to 0.6
if applicable Ni, Mo and/or V with a content below 0.15 rest iron and the usual impurities
which accompany steel.
5. UHC light-weight steel according to any of the preceding claims, characterised in that
the Ni, Mo and/or V content is below 0.15 % w/w.
6. UHC light-weight steel according to any of the preceding claims, characterised in that
the structure comprises fine spheroidal carbides with average cross-sectional areas
below 8 µm2.
7. UHC light-weight steel according to any of the preceding claims, characterised in that
the structure comprises coarse spheroidal carbides at a volume fraction of 25% to
30%.
8. Method for producing hot-formed components from UHC light-weight steels according
to any of the preceding claims with a UHC light-weight steel having an Si content
below 0.8,
characterised in that
the hot forming process is carried out in air at a temperature of 800 to 980°C.
9. Method for producing hot-formed components from UHC light-weight steels according
to any of the preceding claims with a UHC light-weight steel having an Si content
above 0.8,
characterised in that
the hot forming process is carried out in air at a temperature of 880 to 1050°C.
10. Method according to claim 8 or 9,
characterised in that
the deformation rate (ε') of the hot forming process is set to values above 0.1/s.
11. Method according to any of claims 8 to 10,
characterised in that
before the hot-forming process, the UHC light-weight steel is subjected to a manufacturing
hot forming process with a forming level of 1.5 to 4.
12. Method according to any of claims 8 to 11,
characterised in that
the hot forming process of the blank is at least partially carried out to a forming
level > 2.
13. Method according to any of claims 8 to 12,
characterised in that
the formed component is hardened from the process hardness of the hot forming process
with air quenching.
14. Method according to any of claims 8 to 13,
characterised in that
vehicle components, gearbox components, gears or a light-weight connecting rod for
motor vehicles is/are formed.
15. Use of a UHC light-weight steel according to any of claims 1 to 7 for producing components
for internal combustion engines and gearbox parts of motor vehicles.
1. Acier de construction léger UHC ayant une meilleure résistance à l'oxydation caractérisé par sa composition en pourcentage en poids de 1 à 1,6 de C, de 5 à 10 de Al, de 0,5 à
3 de Cr et de 0,1 à 2,8 de Si, éventuellement d'éléments d'alliage stabilisant sélectionnés
dans le groupe Nb, Ti, Mg et/ou N dans une quantité comprise entre 0,02 et 0,8 % en
poids, et éventuellement d'autres éléments d'alliage de teneur en Ni-Mo et/ou V inférieure
à 0,15 % en poids, le reste étant du fer et des impuretés ordinaires accompagnant
l'acier.
2. Acier de construction léger UHC selon la revendication 1, caractérisé en ce que le rapport Al/Si se situe entre 10 et 20.
3. Acier de construction léger UHC selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que l'acier de construction léger UHC contient des éléments d'alliage stabilisant sélectionnés
dans le groupe Nb, Ti, Mg et/ou N dans une quantité comprise entre 0,02 et 0,8 % en
poids.
4. Acier de construction léger UHC selon l'une quelconque des revendications, caractérisé par sa composition en pourcentage en poids de 1,2 à 1,4 de C, de 5,5 à 7,0 de Al, de
1 à 2,0 de Cr et de 0,3 et 0,6 de Si, éventuellement de Ni, Mo et/ou de V d'une teneur
inférieure à 0,15, le reste étant du fer et des impuretés ordinaires accompagnant
l'acier.
5. Acier de construction léger UHC selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la teneur en Ni- Mo et/ou en V se situe en-dessous de 0,15 % en poids.
6. Acier de construction léger UHC selon l'une quelconque des revendications, caractérisé en ce que le joint comporte du carbure sphérique fin ayant des surfaces de section transversale
moyennes inférieures à 8 µm2.
7. Acier de construction léger UHC selon l'une quelconque des revendications, caractérisé en ce que le joint comporte du carbure sphérique dans une proportion volumique comprise entre
25 et 30 %.
8. Procédé de fabrication d'éléments façonnés à chaud constitués d'aciers de construction
légers UHC selon l'une quelconque des revendications précédentes à l'aide d'un acier
de construction léger UHC qui a une teneur en Si inférieure à 0,8, caractérisé en ce que le façonnage à chaud est effectué à l'air à une température comprise entre 800 et
980°C.
9. Procédé de fabrication d'éléments structuraux façonnés à chaud constitués d'aciers
de construction légers UHC selon l'une quelconque des revendications précédentes à
l'aide d'un acier de construction léger UHC qui a une teneur en Si supérieure à 0,8,
caractérisé en ce que le façonnage à chaud est effectué à l'air à une température comprise entre 880 et
1 050°C.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 ou 9, caractérisé en ce que la vitesse de déformation (ε') du façonnage à chaud est réglée sur les valeurs supérieure
à 0,1/s.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que sur l'acier de construction léger UHC avant le façonnage à chaud est effectuée un
façonnage/fabrication à chaud à un degré de façonnage compris entre 1,5 et 4.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que le façonnage à chaud de la pièce brute est effectué au moins en partie jusqu'à un
degré de façonnage > 2.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 12, caractérisé en ce que l'élément structural façonné à partir de la dureté de processus du façonnage à chaud
est durci par trempe à l'air.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 13, caractérisé en ce que des éléments structuraux de châssis, des éléments de fonctionnement, des roues dentées
ou une bielle de construction légère sont conçus pour des véhicules automobiles.
15. Utilisation d'un acier UHC selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, destiné
à la fabrication d'éléments structuraux pour des moteurs à combustion interne et des
composants de transmission pour des véhicules automobiles.