(19)
(11) EP 2 111 984 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.10.2009  Patentblatt  2009/44

(21) Anmeldenummer: 09005259.8

(22) Anmeldetag:  09.04.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 13/00(2006.01)
B41F 13/008(2006.01)
B41F 13/004(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 22.04.2008 DE 102008001318

(71) Anmelder: Manroland AG
63075 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Hummel, Peter, Dipl.-Ing.
    63069 Offenbach (DE)
  • Ortner, Robert, Dipl.-Ing.
    63755 Alzenau (DE)

(74) Vertreter: Stahl, Dietmar 
Manroland AG Intellectual Property Bogen (IPB) Postfach 10 12 64
63012 Offenbach
63012 Offenbach (DE)

   


(54) Druckmaschine


(57) Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine, insbesondere Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken, wobei jedes Druckwerk einen Gegendruckzylinder (3), einen auf dem Gegendruckzylinder (3) abrollenden Gummizylinder (2), einen auf dem Gummizylinder (2) abrollenden Formzylinder (1), ein Farbwerk (4) und ein Feuchtwerk (5) umfasst, wobei zumindest der Gegendruckzylinder (3) und der Gummizylinder (2) jedes Druckwerks im Fortdruckbetrieb von einem Hauptantrieb (6) der Druckmaschine antreibbar sind, wobei dem Formzylinder (1) jedes Druckwerks zum eigenmotorischen Antrieb desselben ein Direktantrieb (7) zugeordnet ist, der den Formzylinder (1) im Fortdruckbetrieb synchron zum Gummizylinder (2) des jeweiligen Druckwerks antreibt. Erfindungsgemäß ist dem Feuchtwerk (5) ein separater Direktantrieb (8) zugeordnet, der das Feuchtwerk (5) im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt. (Fig. 1)




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Aus dem Stand der Technik, nämlich aus der EP 0 812 683 A1, ist eine Bogendruckmaschine mit mehreren Druckwerken bekannt, wobei jedes der Druckwerke einen Gegendruckzylinder, einen auf dem Gegendruckzylinder abrollenden Gummizylinder, einen auf dem Gummizylinder abrollenden Formzylinder sowie ein Farbwerk und ein Feuchtwerk umfasst. Bei der dort offenbarten Bogendruckmaschine werden die Gegendruckzylinder, die Gummizylinder, die Farbwerke sowie die Feuchtwerke der Druckwerke von einem Hauptantrieb angetrieben. Den Formzylindern der Druckwerke sind hingegen Eigenantriebe bzw. Direktantriebe zugeordnet, welche die Formzylinder entkoppelt vom Hauptantrieb der Druckmaschine eigenmotorisch antreiben. Unter Fortdruckbedingungen der Druckwerke werden nach diesem Stand der Technik die Gegendruckzylinder, die Gummizylinder, die Farbwerke sowie die Feuchtwerke der Druckwerke vom Hauptantrieb angetrieben, die Formzylinder der Druckwerke werden hingegen von den jeweiligen Direktantrieben angetrieben, und zwar synchronisiert zum Hauptantrieb.

[0003] An einer solchen Druckmaschine, deren Formzylinder im Fortdruckbetrieb mit Hilfe von den Formzylindern zugeordneten Direktantrieben angetrieben werden, können sich Druckqualitätsstörungen ausbilden, die durch Drehmomentschwankungen im entsprechenden Druckwerk verursacht werden. Es besteht daher ein Bedarf an einer Druckmaschine, mit Hilfe dessen durch Drehmomentschwankungen verursachte Druckqualitätsstörungen vermieden werden können.

[0004] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde eine neuartige Druckmaschine zu schaffen.

[0005] Dieses Problem wird durch eine Druckmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist dem Feuchtwerk ein separater Direktantrieb zugeordnet, der das Feuchtwerk im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb sowie vom Direktantrieb des Formzylinders antreibt.

[0006] Mit der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, den Feuchtwerken der Druckwerke jeweils einen separaten Direktantrieb zuzuordnen. Im Fortdruckbetrieb wird dann ein Feuchtwerk von dem demselben zugeordneten Direktantrieb eigenmotorisch angetrieben. In diesem Fall besteht dann keine mechanische Antriebverbindung über Zahnräder zwischen dem Farbwerk und dem Formzylinder sowie Gummizylinder des jeweiligen Druckwerks, sodass eine Rückwirkung des Feuchtwerkantriebs auf die Zylinder des Druckwerks vermieden werden kann. Hierdurch können Drehmomentschwankungen im Druckwerk vermieden werden, sodass Druckqualitätsstörungen durch Drehmomentschwankungen eliminiert werden können.

[0007] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist auch dem Farbwerk der Druckwerke jeweils mindestens ein separater Direktantrieb zugeordnet, der das Farbwerk im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb sowie vom Direktantrieb des Formzylinders antreibt. Dann, wenn nicht nur dem Feuchtwerk sondern auch dem Farbwerk der Druckwerke jeweils ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, können auch Rückwirkungen des Farbwerkantriebs auf die Zylinder des Druckwerks vermieden werden, wodurch durch Drehmomentschwankungen verursachte Druckqualitätsstörungen weiter reduziert werden können.

[0008] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1:
einen stark schematisierten Ausschnitt aus einer erfindungsgemä- ßen Druckmaschine im Bereich eines Druckwerks.


[0009] Fig. 1 zeigt stark schematisiert ein Druckwerk einer als Bogendruckmaschine ausgebildeten Druckmaschine, wobei das Druckwerk der Fig. 1 einen Formzylinder 1, einen auf dem Formzylinder 1 abrollenden Gummizylinder 2 und einen aus dem Gummizylinder 2 abrollenden Gegendruckzylinder 3 umfasst. Der Formzylinder 1 wird auch als Plattenzylinder und der Gummizylinder 2 als Übertragungszylinder bezeichnet. Neben diesen Zylindern 1, 2 und 3 verfügt das Druckwerk der Fig. 1 weiterhin über ein Farbwerk 4 und ein Feuchtwerk 5. Vom Farbwerk 4 sind Farbauftragwalzen und vom Feuchtwerk 5 ist eine Feuchtauftragwalze gezeigt.

[0010] Zumindest der Gegendruckzylinder 3 und der Gummizylinder 2 des Druckwerks der Fig. 1 sind von einem Hauptantrieb 6 antreibbar. Dem Übertragungszylinder 1 ist ein Direktantrieb 7 zugeordnet, um den Formzylinder 1 eigenmotorisch anzutreiben. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Druckwerk werden unter Fortdruckbedingungen der Gummizylinder 2, der Gegendruckzylinder 3 sowie das Farbwerk 4 vom Hauptantrieb 6 angetrieben. Der Plattenzylinder 1 wird vom Direktantrieb 7 eigenmotorisch angetrieben, und zwar synchron zum Gummizylinder 2.

[0011] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist im Feuchtwerk 5 ein separater Direktantrieb zugeordnet, der dass Feuchtwerk 5 unter Fortdruckbedingungen eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb 6 der Druckmaschine und vom Direktantrieb 7 des Formzylinders 1 des jeweiligen Druckwerks antreibt. Dabei ist der Direktantrieb 8 des Feuchtwerks 5 vorzugsweise der Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks 5 zugeordnet, der dann die Feuchtauftragwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch antreibt. Die Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks 5 kann dabei vom Direktantrieb 8 derart angetrieben werden, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Feuchtauftragwalze entweder der Umfangsgeschwindigkeit des Formzylinders 1 entspricht oder von derselben abweicht.

[0012] Bedingt dadurch, dass dem Feuchtwerk 5, insbesondere der Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks 5, ein Direktantrieb zugeordnet ist, besteht keine Rückwirkung des Feuchtwerkantriebs bzw. Feuchtauftragwalzenantriebs auf die Zylinder 1, 2 und 3 des Druckwerks. Durch Drehmomentschwankungen verursachte Druckqualitätsstörungen können so reduziert bzw. vermieden werden.

[0013] Der Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks 5 kann eine Kupplung zugeordnet sein, die im Fortdruckbetrieb zum Auskuppeln der Feuchtauftragwalze und damit des Feuchtwerks 5 vom Hauptantrieb 6 geöffnet ist, die jedoch in einem Notbetrieb geschlossen werden kann, um z. B. bei einem Ausfall des dem Feuchtwerk 5 zugeordneten Direktantriebs 8 das Feuchtwerk 5 vom Hauptantrieb 6 aus antreiben zu können.

[0014] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass auch dem Farbwerk 4 eines jeden Druckwerks mindestens ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, um das Farbwerk 4 im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb 6 der Druckmaschine sowie vom Direktantrieb 7 des Formzylinders 1 anzutreiben.

[0015] So ist es z. B. möglich, einer Farbauftragwalze des Farbwerks 4 einen separaten Direktantrieb zuzuordnen, der dann die oder jede Farbauftragwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch antreibt. Ebenso ist es möglich, einer changierenden Farbreiberwalze einen separaten Direktantrieb zuzuordnen, der dann die Farbreiberwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch antreibt. Ebenso kann einer Farbheberwalze ein separater Direktantrieb zugeordnet sein, um im Fortdruckbetrieb die Farbheberwalze eigenmotorisch anzutreiben. Hierdurch ist es möglich, eine Rückwirkung des Farbwerkantriebs auf die Zylinder 1, 2 und 3 des jeweiligen Druckwerks auszuschließen und so durch Drehmomentschwankungen verursachte Druckqualitätsstörungen weiter zu verringern bzw. zu vermeiden. Auch dem Farbwerk 4 kann eine Kupplung zugeordnet sein, die im Fortdruckbetrieb dann, wenn das Farbwerk 4 eigenmotorisch angetrieben wird, geöffnet ist, die hingegen in einem Notbetrieb geschlossen werden kann, um das Farbwerk 4 wieder an den Hauptantrieb 6 der Druckmaschine anzukoppeln.

Bezugszeichenliste



[0016] 
1
Formzylinder
2
Gummizylinder
3
Gegendruckzylinder
4
Farbwerk
5
Feuchtwerk
6
Hauptantrieb
7
Direktantrieb
8
Direktantrieb



Ansprüche

1. Druckmaschine, insbesondere Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken, wobei jedes Druckwerk einen Gegendruckzylinder (3), einen auf dem Gegendruckzylinder (3) abrollenden Gummizylinder (2), einen auf dem Gummizylinder (2) abrollenden Formzylinder (1), ein Farbwerk (4) und ein Feuchtwerk (5) umfasst, wobei zumindest der Gegendruckzylinder (3) und der Gummizylinder (2) jedes Druckwerks im Fortdruckbetrieb von einem Hauptantrieb (6) der Druckmaschine antreibbar sind, wobei dem Formzylinder (1) jedes Druckwerks zum eigenmotorischen Antrieb desselben ein Direktantrieb (7) zugeordnet ist, der den Formzylinder (1) im Fortdruckbetrieb synchron zum Gummizylinder (2) des jeweiligen Druckwerks antreibt, dadurch gekennzeichnet, dass dem Feuchtwerk (5) ein separater Direktantrieb (8) zugeordnet ist, der das Feuchtwerk (5) im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 
2. Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der separate Direktantrieb (8) des Feuchtwerks (5) einer auf dem Formzylinder (1) abrollenden Feuchtauftragwalze des Feuchtwerks (5) zugeordnet ist, der die Feuchtauftragwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 
3. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Feuchtauftragwalze eine Kupplung zugeordnet ist, die im Fortdruckbetrieb zum Auskuppeln der Feuchtauftragwalze und damit des Feuchtwerks (5) vom Hauptantrieb (6) geöffnet ist, und die in einem Notbetrieb schließbar ist, um das Feuchtwerk (5) an den Hauptantrieb (6) anzukuppeln.
 
4. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem Farbwerk (4) mindestens ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, der das Farbwerk (4) im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 
5. Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass einer Farbauftragwalze ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, der die Farbauftragwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 
6. Druckmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass einer Farbreiberwalze ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, der die Farbreiberwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 
7. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass einer Farbheberwalze ein separater Direktantrieb zugeordnet ist, der die Farbheberwalze im Fortdruckbetrieb eigenmotorisch und damit unabhängig vom Hauptantrieb (6) sowie vom Direktantrieb (7) des Formzylinders (1) antreibt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente