[0001] Die Erfindung betrifft ein Normlichtsystem einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Als farbliche Referenz bei der Ausführung eines Druckauftrags auf einer Druckmaschine,
wie z. B. auf einer Rollenrotationsdruckmaschine oder auf einer Bogendruckmaschine,
dient nach der Praxis üblicherweise ein auf einem Farbtintenstrahldrucker angefertigtes
Referenzmuster, wobei ein Drucker die auf der Druckmaschine gedruckten Druckexemplare
mit diesem Referenzmuster an einem Leitstand der Druckmaschine vergleicht. Solche
auf einem Farbtintenstrahldrucker geduckten Referenzmuster bezeichnet man auch als
Hardcopyproof. Um einen von einer Raumbeleuchtung unabhängigen, visuellen Vergleich
zwischen den gedruckten Druckexemplaren und dem als farbliche Referenz dienenden Hardcopyproof
zu ermöglichen, ist dem Leitstand der Druckmaschine mindestens eine Normlichtquelle
zugeordnet, mit Hilfe derer der Leitstand zumindest partiell ausgeleuchtet werden
kann.
[0003] Weiterhin ist es aus der Praxis bereits bekannt, zusätzlich zu dem oder als Ersatz
für das auf dem Farbtintenstrahldrucker angefertigte Hardcopyproof eine farbliche
Referenz auf einem farbverbindlichen Monitor zu visualisieren. Die Visualisierung
einer farblichen Referenz auf einem farbverbindlichen Monitor wird auch als Softproof
bezeichnet. Der zuverlässige visuelle Vergleich zwischen den gedruckten Druckexemplaren
und einem als farbliche Referenz dienenden Softproof bereitet jedoch an aus der Praxis
bekannten Druckmaschinenleitständen Schwierigkeiten, da die Helligkeit und/oder der
Kontrast von farbverbindlichen Monitoren eingeschränkt ist.
[0004] Aus der
DE 10 2006 038 200 A1 ist ein Leitstand einer Druckmaschine bekannt, der mindestens einen farbverbindlichen
Monitor zur Visualisierung mindestens eines als farbliche Referenz für in einem Druckprozess
gedruckte Druckexemplare dienenden Softproof und ein mindestens eine Normlichtquelle
aufweisendes Normlichtsystem zur zumindest partiellen Ausleuchtung des Leitstands
umfasst. Die von der oder jeder Normlichtquelle erzeugte Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
ist veränderbar, um so die von der oder jeder Normlichtquelle erzeugte Leuchtstärke
bzw. Leuchtintensität an eine mit dem oder jedem farbverbindlichen Monitor erzielbare
Helligkeit und/oder einen mit dem oder jedem farbverbindlichen Monitor erzielbaren
Kontrast anzupassen.
[0005] Zur Anpassung bzw. Veränderung der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des Normlichtsystems
wird in der
DE 10 2006 038 200 A1 vorgeschlagen, die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität entweder über eine Dimmereinrichtung
stufenlos bzw. kontinuierlich oder über die Veränderung der Anzahl der eingeschalteten
Normlichtquellen in Stufen bzw. diskontinuierlich zu ändern. Die abgestufte Anpassung
der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des Normlichtsystems durch das gezielte Einschalten
bzw. Ausschalten von Normlichtquellen ist zu grob, um in Verbindung mit einem Softproofsystem
Verwendung finden zu können. Das stufenlose Verstellen der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
der Normlichteinrichtung über eine Dimmereinrichtung erlaubt zwar eine hochgenaue
Anpassung des Normlichtsystems an ein Softproofsystem, bei einem häufigen Wechsel
der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität bereite jedoch die Rückkehr in einen definierten
Modus für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des Normlichts Schwierigkeiten.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde ein neuartiges
Normlichtsystem einer Druckmaschine zu schaffen.
[0007] Dieses Problem wird durch ein Normlichtsystem gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß weist dasselbe mindestens zwei Modi für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts auf, wobei in mindestens einem Modus die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts über die Einstelleinrichtung einstellbar ist, und wobei mit Hilfe einer
Umschalteinrichtung zwischen den Modi ohne Neueinstellung der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts gewechselt werden kann.
[0009] Mit der hier vorliegenden Erfindung wird ein Normlichtsystem einer Druckmaschine
vorgeschlagen, welches mindestens zwei Modi für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts aufweist, wobei mindestens ein Modus hinsichtlich der Leuchtstärke
bzw. Leuchtintensität einstellbar ist, und zwar derart, dass ohne erneute Einstellung
der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des Normlichts zwischen den einzelnen Modi
gewechselt bzw. umgeschaltet werden kann. Hierdurch kann selbst bei einem häufigen
Wechsel des Betriebsmoduls des Normlichtsystems für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts problemlos nach jedem Wechsel eine definierte Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des Normlichts bereitgestellt werden.
[0010] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- eine schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Normlichtsystems einer Druckmaschine.
[0011] Fig. 1 zeigt eine stark schematisierte Darstellung eines erfindungsgemäßen Normlichtsystems
1 einer Druckmaschine, insbesondere eines Druckmaschinenleitstands, wobei gemäß Fig.
1 das Normlichtsystem 1 mehrere Normlichtquellen 2 umfasst.
[0012] Mit einem solchen Normlichtsystem ist eine normgerechte Ausleuchtung von bedruckten
Bedruckstoffen im Bereich eines Druckmaschinenleitstands möglich, nämlich mit einer
Farbtemperatur von 5000 K und einer Leuchtstärke von 2000 Ix.
[0013] Das Normlichtsystem 1 der Fig. 1 ist durch zwei Modi 3, 4 für die Leuchtstärke bzw.
Leuchtintensität des Normlichts gekennzeichnet. Beim Modus 3 handelt es sich um einen
ersten Modus mit einer fest vorgegebenen bzw. nicht einstellbaren Leuchtstärke bzw.
Leuchtintensität des Normlichts. Beim Modus 4 hingegen handelt es sich um einen Modus
für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des Normlichts, der hinsichtlich seiner
Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität veränderbar bzw. einstellbar ist, nämlich mit Hilfe
einer Einstelleinrichtung 5. Die Einstelleinrichtung 5 kann z. B. als Dimmereinrichtung
ausgebildet sein, um im zweiten Modus 4 die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des
von den Normlichtquellen 2 imitierten Normlichts stufenlos bzw. kontinuierlich zu
verändern.
[0014] Mit Hilfe einer Umschalteinrichtung 7 kann zwischen dem Modi 3, 4 gewechselt werden,
und zwar ohne erforderliche Neueinstellung der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
innerhalb jedes Modus 3 bzw. 4. Hierzu ist zwischen den Modi 3, 4 vorzugsweise derart
wechselbar, dass bei Umschaltung vom zweiten Modus 4 in den ersten Modus 3 Normlicht
in der fest vorgegebenen bzw. nicht einstellbaren Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität
des ersten Modus 3 emittierbar ist, und dass bei Umschaltung vom ersten Modus 3 in
den zweiten Modus 4 Normlicht in derjenigen Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des
zweiten Modus 4 emittierbar ist, in welcher der zweite Modus 4 zuletzt Normlicht emittiert
hat.
[0015] Hierzu ist dem Normlichtsystem 1 mindestens eine Speichereinrichtung 6 zugeordnet,
um zumindest eine zuletzt im zweiten Modus 4 über die Einstelleinrichtung 5 eingestellte
Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität zu speichern.
[0016] Die Speichereinrichtung 6 kann integraler Bestandteil des Normlichtsystems sein oder
alternativ als separate, externe Baugruppe des Normlichtsystems ausgeführt sein.
[0017] Der Moduswechsel mit Hilfe der Umschalteinrichtung 7 kann entweder softwarebasiert
bzw. automatisiert oder durch manuelle Betätigung eines Bedienelements 8 erfolgen.
Bei dem Bedienelement 8 kann es sich um einen Hardwareschalter handeln, der in eine
Pultoberfläche eines Druckmaschinenleitstands integriert ist oder im Bereich der Normlichtquellen
2 des Normlichtsystems positioniert ist. Alternativ kann es sich bei dem Bedienelement
8 auch um einen Softwareschalter handeln, der auf einer Oberfläche eines Touchscreenmonitors
angezeigt und durch Berühren des Touchscreens betätigt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0018]
- 1
- Normlichtsystem
- 2
- Normlichtquelle
- 3
- erster Modus
- 4
- zweiter Modus
- 5
- Einstelleinrichtung
- 6
- Speichereinrichtung
- 7
- Umschalteinrichtung
- 8
- Bedienelement
1. Normlichtsystem einer Druckmaschine, insbesondere eines Druckmaschinenleitstands,
mit mindestens einer Normlichtquelle, und mit einer Einstelleinrichtung zur Einstellung
der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des von der oder jeder Normlichtquelle emittierten
Normlichts, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe mindestens zwei Modi für die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität aufweist,
wobei in mindestens einem Modus die Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität über die Einstelleinrichtung
(5) einstellbar ist, und wobei mit Hilfe einer Umschalteinrichtung (7) die Modi ohne
Neueinstellung der Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität wechselbar sind.
2. Normlichtsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe mindestens einen ersten Modus (3) mit einer fest vorgegebenen bzw. nicht
einstellbaren Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität aufweist.
3. Normlichtsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe mindestens einen zweiten Modus (4) mit einer einstellbaren Leuchtstärke
bzw. Leuchtintensität aufweist.
4. Normlichtsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Modi derart wechselbar sind, dass bei Umschaltung von einem zweiten Modus (4)
in einen ersten Modus (3) Normlicht in der fest vorgegebenen bzw. nicht einstellbaren
Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des ersten Modus emittierbar ist, und dass bei
Umschaltung von einem ersten Modus (3) in einen zweiten Modus (4) Normlicht in derjenigen
Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des zweiten Modus emittierbar ist, in welcher der
jeweilige zweite Modus zuletzt Normlicht emittiert hat.
5. Normlichtsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass demselben eine Speichereinrichtung (6) zugeordnet ist, um zumindest eine zuletzt
eingestellte Leuchtstärke bzw. Leuchtintensität des oder jedes zweiten Modus zu speichern.
6. Normlichtsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Speichereinrichtung (6) integraler Bestandteil des Normlichtsystems ist.
7. Normlichtsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Speichereinrichtung (6) als separate, externe Baugruppe des Normlichtsystems
ausgebildet ist.
8. Normlichtsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Moduswechsel über die Umschalteinrichtung (7) softwarebasiert erfolgt.
9. Normlichtsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Moduswechsel über die Umschalteinrichtung (7) durch manuelle Betätigung eines
Bedienelements (8) erfolgt.
10. Normlichtsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement (8) als Hardwareschalter ausgebildet und in die Pultoberfläche
eines Druckmaschinenleitstands integriert ist.
11. Normlichtsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement (8) als Softwareschalter ausgebildet und in die Oberfläche eines
Touchscreenmonitors integriert ist.
12. Normlichtsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement (8) als Hardwareschalter ausgebildet und im Bereich der oder jeder
Normlichtquelle (2) positioniert ist.