[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Waschmittel, enthaltend Carboxylgruppen tragende
Benzophenon- oder Benzoesäureanilid-Derivate, die als Proteaseinhibitoren wirken und
somit geeignete Enzymstabilisatoren sind.
[0002] Der Einsatz von Enzymen in Waschmitteln ist im Stand der Technik etabliert. Sie dienen
dazu, das Leistungsspektrum der betreffenden Mittel entsprechend ihren speziellen
Aktivitäten zu erweitern. Hierzu gehören insbesondere hydrolytische Enzyme wie Proteasen,
Amylasen, Lipasen und Cellulasen. Die ersten drei genannten hydrolysieren Proteine,
Stärke und Fette und tragen somit unmittelbar zur Schmutzentfemung bei. Cellulasen
werden insbesondere wegen ihrer Gewebewirkung eingesetzt. Eine weitere Gruppe von
Waschmittelenzymen sind oxidative Enzyme, insbesondere Oxidasen, die ggf. im Zusammenspiel
mit anderen Komponenten vorzugsweise dazu dienen, Anschmutzungen zu bleichen oder
die bleichenden Agentien in situ zu erzeugen. Neben diesen Enzymen, die einer fortwährenden
Optimierung unterworfen werden, werden laufend weitere Enzyme für den Einsatz in Waschmitteln
bereitgestellt, um insbesondere spezielle Anschmutzungen optimal angehen zu können,
wie beispielsweise Pektinasen, β-Glucanasen, Mannanasen oder weitere Hemicellulasen
zur Hydrolyse insbesondere spezieller pflanzlicher Polymere.
[0003] Die am längsten etablierten und in praktisch allen modernen, leistungsfähigen Waschmitteln
enthaltenen Enzyme sind Proteasen und hierunter insbesondere Serin-Proteasen, zu denen
auch die Subtilasen zählen. Sie bewirken den Abbau proteinhaltiger Anschmutzungen
auf dem Reinigungsgut. Allerdings hydrolysieren sie auch sich selbst (Autoproteolyse)
und alle anderen in den betreffenden Mitteln enthaltenen Proteine, d.h. insbesondere
auch weitere Enzyme. Dies geschieht besonders während des Reinigungsvorgangs, d.h.
in der wässrigen Waschflotte, wenn vergleichsweise günstige Reaktionsbedingungen vorliegen.
Dies geschieht aber auch während der Lagerung der betreffenden Mittel, weshalb mit
zunehmender Lagerdauer immer auch ein gewisser Verlust von Enzymaktivitäten, beispielsweise
der Proteaseaktivität, einhergeht. In der Regel ist die Enzymaktivität in dem Waschmittel
umgekehrt proportional zur Lagerdauer, mit fortschreitender Lagerdauer nimmt die Enzymaktivität
immer weiter ab. Besonders problematisch ist dies in gelförmigen oder flüssigen und
insbesondere in wasserhaltigen Rezepturen, weil in diesem mit dem enthaltenen Wasser
sowohl das Reaktionsmedium als auch das Hydrolyse-Reagenz zur Verfügung stehen.
[0004] Ein Ziel bei der Entwicklung von Waschmitteln besteht somit darin, die enthaltenen
Enzyme besonders während der Lagerung zu stabilisieren. Darunter wird der Schutz gegen
verschiedene ungünstige Einflüsse verstanden, wie beispielsweise gegen Denaturierung
oder Zerfall durch physikalische Einflüsse oder Oxidation. Ein Schwerpunkt dieser
Entwicklungen besteht im Schutz der enthaltenen Proteine und/oder Enzyme gegen proteolytische
Spaltung. Diese kann durch den Aufbau physikalischer Barrieren erfolgen, etwa durch
Verkapselung der Enzyme in speziellen Enzymgranulaten oder durch Konfektionierung
der Mittel in Zwei- oder Mehrkammersystemen. Ein anderer vielfach beschrittener Weg
besteht darin, den Mitteln chemische Verbindungen zuzusetzen, die die Proteasen inhibieren
und somit insgesamt als Stabilisatoren für die Proteasen und die anderen enthaltenen
Proteine und Enzyme wirken. Es muss sich dabei um reversible Proteaseinhibitoren handeln,
da die Proteaseaktivität nur vorübergehend, insbesondere während der Lagerung, nicht
aber mehr während des Reinigungsprozesses unterbunden werden soll.
[0005] Als reversible Proteaseinhibitoren sind im Stand der Technik Polyole, insbesondere
Glycerin und 1,2-Propylenglycol, Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren
oder deren Salze oder Ester etabliert. Darunter sind vor allem Derivate mit aromatischen
Gruppen, etwa ortho-, meta- oder para-substituierte Phenylboronsäuren zu erwähnen,
insbesondere 4-Formylphenyl-Boronsäure (4-FPBA) beziehungsweise die Salze oder Ester
der genannten Verbindungen. Ein besonders guter Schutz ergibt sich, wenn Borsäurederivate
zusammen mit Polyolen eingesetzt werden, da sie dann einen das Enzym stabilisierenden
Komplex bilden können. Auch Peptidaldehyde, das heißt Oligopeptide mit reduziertem
C-Terminus, insbesondere solche aus 2 bis 50 Monomeren, sind zu diesem Zweck beschrieben.
Zu den peptidischen reversiblen Proteaseinhibitoren gehören unter anderem Ovomucoid
und Leupeptin. Auch spezifische, reversible Peptid-Inhibitoren sowie Fusionsproteine
aus Proteasen und spezifischen Peptid-Inhibitoren werden hierfür eingesetzt.
[0006] Polyole wie Glycerin und 1,2-Propylenglycol haben sich jedoch aufgrund ihrer hohen
notwendingen Einsatzkonzentrationen als unvorteilhaft erwiesen, weil die übrigen Wirkstoffe
der betreffenden Mittel damit nur noch in entsprechend geringeren Anteilen enthalten
sein können.
[0007] Unter den bereits in vergleichsweise niedriger Konzentration wirksamen Serin-Protease-Inhibitoren
nehmen Borsäurederivate eine herausragende Stellung ein. Beispielsweise offenbart
die internationale Patentanmeldung
WO 96/21716 A1 dass als Proteaseinhibitoren wirkende Borsäurederivate auch geeignet sind, Enzyme
in Waschmitteln zu stabilisieren. Eine Auswahl besonders leistungsfähiger Stabilisatoren
sind offenbart in der internationalen Patentanmeldung
WO 96/41859 A1.
[0008] Unabhängig von ihrer stabilisierenden Wirkung weisen die Borsäurederivate jedoch
einen entscheidenden Nachteil auf. Viele Borsäurederivate, wie beispielsweise Borat,
bilden mit einigen anderen Waschmittelinhaltsstoffen unerwünschte Nebenprodukte, so
dass diese in den betreffenden Mitteln nicht mehr für den erwünschten Reinigungsszweck
zur Verfügung stehen oder sogar als Verunreinigung auf dem Waschgut zurückbleiben.
[0009] Es stellte sich somit die Aufgabe, borfreie chemische Verbindungen zu identifizieren,
die als Proteaseinhibitoren wirken und somit als Enzymstabilisatoren in Waschmitteln
geeignet sind.
[0010] Hierbei war der Einsatz in insgesamt flüssigen, gelförmigen oder pastösen Waschmitteln
von besonderem Interesse, und darunter insbesondere in solchen, die Wasser enthalten.
[0011] Diese Aufgabe wird durch folgende Mittel gelöst:
Waschmittel, enthaltend eine Protease und eine Verbindung der allgemeinen Strukturformel:

in der
- (a) X für eine Carbonylgruppe (C=O) oder eine Säureamidgruppe (NHCO) steht,
- (b) R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt,
- (c) R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt, und
- (d) optional zwei der Reste R1 bis R10 (A) und (B), die zueinander orthoständig sind,
(A) eine in (b) und/oder (c) genannte obligatorische oder gegebenenfalls weitere Carboxylgruppe
(COOH) und (B) eine Hydroxymethylgruppe sind, die als solche Gruppen oder optional
als Gruppierung -CH2-O-CO- vorliegen und somit zusammen mit den sie tragenden C-Atomen des Rings ein fünfgliedriges
Lacton darstellen.
[0012] Unter einem Waschmittel sind erfindungsgemäß alle Mittel zu verstehen, die sich zum
Waschen von insbesondere Textilien eignen. Hierfür geeignete Inhaltsstoffe werden
weiter unten detailliert ausgeführt.
[0013] Unter einer Protease sind erfindungsgemäß alle Enzyme zu verstehen, die in der Lage
sind, Säureamidverknüpfungen von Proteinen zu hydrolysieren. Auch die Proteasen werden
weiter unten detailliert ausgeführt.
[0014] Bei der in der allgemeinen Strukturformel dargestellten Verbindung handelt es sich
um eine aromatische Verbindung mit zwei Benzolringen, die gemäß Merkmal (a) über eine
Keto- oder eine Säureamidgruppe verknüpft sind. Es handelt sich somit um ein Benzophenon-
oder ein Benzoesäureanilid-Derivat.
[0015] Dieses Benzophenon-Derivat kann gemäß den Merkmalen (b) und (c) in beiden Ringen
als Reste R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) bzw. R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2)
Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH), eine Methyl- (CH
3), eine Ethyl- (C
2H
5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH
2OH), eine Aminogruppe (NH
2) und/oder ein Halogen tragen. Voraussetzung ist, daß in jedem der beiden Ringe mindestens
eine Carboxylgruppe (COOH) vorliegt.
[0016] Das gleiche gilt für ein derartiges Benzoesäureanilid-Derivat. Hierbei können die
Ringe 1 und 2 unterschieden werden, wobei Ring 1 derjenige ist, der sich auf die Benzoesäure
bzw. deren Substitutionsprodukt zurückführen läßt, und Ring 2 derjenige, der sich
auf das Anilin bzw. dessen Substitutionsprodukt zurückführen läßt. Auch dieses Benzoesäureanilid-Derivat
kann als R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) bzw. R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2)
Wasserstoff (H), eine Carboxyl-(COOH), eine Methyl- (CH
3), eine Ethyl- (C
2H
5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl-(CH
2OH), eine Aminogruppe (NH
2) und/oder ein Halogen tragen. Voraussetzung ist wiederum, daß in jedem der beiden
Ringe mindestens eine Carboxylgruppe (COOH) vorliegt.
[0017] Erfindungsrelevant ist gemäß Merkmal (d) auch ein derartiges Benzophenon- oder Benzoesäureanilid-Derivat,
welches in einem der beiden Ringe 1 oder 2 als mögliche Substituenten zwei der Reste
R1 bis R10 (A) und (B) aufweist, die zueinander orthoständig sind, (A) eine in (b)
und/oder (c) genannte obligatorische oder gegebenenfalls weitere Carboxylgruppe (COOH)
und (B) eine Hydroxymethylgruppe sind, die als solche Gruppen oder optional als Gruppierung
-CH
2-O-CO- vorliegen und somit zusammen mit den sie tragenden C-Atomen des Rings ein fünfgliedriges
Lacton darstellen.
[0018] Es ist also möglich, dass zwei der gemäß (b) und (c) möglichen Substituenten (A)
und (B) eine Carboxylgruppe (COOH) bzw. eine Hydroxymethylgruppe sind, in einem Ring
unmittelbar benachbart, d.h. zueinander orthoständig sind und in Form der Hydroxylgruppe
und der Carboxymethylgruppe nebeneinander vorliegen. In diesem Fall kann es dazu kommen,
dass diese beiden Gruppen miteinander ein Lacton ausbilden und In Lactonform an die
zu inhibierende Protease binden. Es ist auch möglich, dass die Bindung ohne vorherige
Ausbildung der Lactonform stattfindet. Es ist zur Verwirklichung der vorliegenden
Erfindung auch möglich, bereits bei der Synthese die Lactonform vorzugeben und das
bereits gebildete Lacton als Stabilisator dem betreffenden Mittel zuzugeben. Die am
besten geeignete Form ist anhand der zu inhibierenden Protease und des ins Auge gefassten
Stabilisators experimentell zu ermitteln, was dem Fachmann keine grundlegenden Schwierigkeiten
bereitet.
[0019] Bei der Zählung der Carboxylgruppen gemäß den Merkmalen (b) und (c) und den bevorzugten
Ausführungsformen, die auf die Anzahl der pro Molekül enthaltenen Carboxylgruppen
bezug nehmen, wird diese Lacton-Carboxylgruppe als Carboxylgruppe gemäß Merkmal (b)
bzw. (c) mitgezählt, kann aber auch zusätzlich neben einer weiteren, Carboxylgruppe
vorliegen.
[0020] Die vorliegende Erfindung umfaßt die genannten Verbindungen in allen protonierten
und/oder deprotonierten Formen. Insbesondere die Carboxylgruppe(n) (COOH) und ggf.
die Aminogruppe(n) (NH
2) liegen je nach pH-Wert des umgebenden Mediums als Carboxylat- (COO
-) bzw. als Ammoniumgruppen (NH
3+) vor. Gegebenenfalls sind entgegengesetzt geladene Kationen (H
+, Na
+, K
+ oder ähnliche) bzw. Anionen (Cl
-, Br
-, Formiat, Acetat etc.) anwesend. In all diesen Formen kann die vorliegende Erfindung
verwirklicht werden. Entscheidend ist jeweils die Wechselwirkung zwischen der erfindungsrelevanten
Verbindung und der erfindungsgemäß zu inhibierenden/- stabilisierenden Protease.
[0021] Ohne an diese Theorie gebunden sein wollen, wird erfindungsgemäß davon ausgegangen,
daß die erfindungsrelevanten Verbindungen mit der erfindungsgemäß zu inhibierenden/stabilisierenden
Protease einen Komplex ausbilden. Dieser sieht wahrscheinlich so aus, daß sich die
erfindungsrelevante Verbindung in die Substratbindungstasche der Protease einlagert
und dort nicht-kovalent gebunden wird. Auf diese Weise wird das aktive Zentrum der
Protease durch eine nicht durch dieses Enzym hydrolysierbare Verbindung blockiert
und steht nicht für eine Hydrolyse anderer zugegener Proteine zur Verfügung. Hierbei
handelt es sich um eine reversible Bindung, d.h. um ein Gleichgewicht zwischen Assoziation
und Dissoziation. Der Gleichgewichtskoeffizient dieser Reaktion wird als Inhibitionskonstante
oder K
i bezeichnet.
[0022] Der erste Vorteil der erfindungsrelevanten Verbindungen gegenüber dem Stand der Technik
besteht neben ihrem gegenüber den Polyolen geringeren Volumenbedarf darin, daß sie
günstige Inhibitionskonstanten bezüglich der in Waschmitteln einsetzbaren Proteasen
aufweisen. Dies gilt beispielsweise für Serin-Proteasen, aber auch für Metalloproteasen.
Die Inhibitoren binden somit reversibel, d.h. sie gehen nicht zu feste und nicht zu
lose vorübergehende Wechselwirkungen mit dem Enzym ein. Vorteilhafterweise liegt damit
während der Lagerung der Großteil der erfindungsrelevanten Protease in Form eines
Protease-Inhibitor-Komplexes vor. Die Protease und ggf. weitere enthaltene Proteine,
insbesondere weitere Enzyme werden auf diese Weise gegenüber einer Proteolyse durch
dieses Enzym geschützt (gegen Proteolyse stabilisiert). Andererseits wird im Augenblick
der Verdünnung des erfindungsgemäßen Mittels mit Wasser zur Herstellung einer wäßrigen
Wasch- bzw. Reinigungsflotte während des Reinigungsvorgangs das Bindungsgleichgewicht
in Richtung Dissoziation verschoben, so daß sich der Komplex auflöst und der Großteil
der erfindungsreievanten Protease proteolytisch aktiv wird. Es handelt sich bei den
erfindungsrelevanten Verbindungen also gemäß der formulierten Aufgabe um funktionierende
Protease-Inhibitoren und somit Enzym-Stabilisatoren für Waschmittel.
[0023] Der zweite Vorteil der erfindungsrelevanten Verbindungen gegenüber dem Stand der
Technik besteht darin, daß sie als Elemente lediglich C, H, N und O und gegebenenfalls
Halogenide und/oder Schwefel aufweisen und insbesondere frei von Bor sind. Sie bilden
somit nicht die unerwünschten, auf Bor zurückzuführenden Nebenprodukte mit anderen
Waschmittelinhaltsstoffen.
[0024] Ferner verfügen sie insbesondere aufgrund der in jedem aromatischen Ring enthaltenen
Carboxylgruppen über eine gute Wasserlöslichkeit, so daß sie in entsprechende Mittel
einfach eingearbeitet werden können und ein Ausfällen während der Lagerung vermieden
wird.
[0025] Grundsätzlich wirken die genannten Verbindungen vermutlich deshalb als reversible
Inhibitoren, weil sie dem Substrat der Proteasen, insbesondere hinsichtlich der zu
hydrolysierenden Säureamidbindung, strukturell gleichen. Umgekehrt lassen sich also
grundsätzlich alle Proteasen durch die efindungsrelevanten Verbindungen inhibieren,
so diese erfindungsgemäß als Protease-Inhibitoren geeignet sind. Dies gilt insbesondere
für Serin-Proteasen, wie anhand der Beispiele zur vorliegenden Anmeldung mit der positiven
Wirkung der dort experimentell beschriebenen Verbindungen anhand von Serin-Proteasen,
konkret Subtilasen, noch spezieller Subtilisinen gezeigt worden ist, und zwar anhand
einer Variante des Subtilisins aus Bacillus lentus DSM 5483.
[0026] Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung betreffen:
- die Verwendung einer oben beschriebenen Verbindung als reversibler Inhibitor und/oder
Stabilisator einer Protease, im Rahmen einer Waschmittelrezeptur;
- Waschverfahren, in dem eine Protease zur Wirkung kommt, die mit einer oben beschriebenen
Verbindung inhibiert und/oder stabilisiert ist;
- die Verwendung eines erfindungsgemäßen Waschmittels zum Waschen und/oder Reinigen
von Textilien sowie
- die Verwendung einer Protease und einer oben beschriebenen Verbindung zur Herstellung
eines Waschmittels.
[0027] Besonders bevorzugt wird in allen erfindungsgemäßen Aspekten die stabilisierende
Verbindung aus einem der folgenden Stabilisatoren ausgewählt:
| |
Strukturformel |
Name |
| a) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| b) |

|
3,3'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| c) |

|
2-(3-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| d) |

|
4,4'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| e) |

|
2,2'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| f) |

|
3-(4-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| g) |

|
2-[[(3-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| h) |

|
2-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| i) |

|
2-[(2-Carboxybenzoyl)amino]-Benzoesäure |
| j) |

|
2-Amino-2',4-carbonylbis-Benzoesäure |
| k) |

|
3-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| l) |

|
4-[(4-Carboxybenzoyl)amino]-Benzoesäure |
| m) |

|
4-(2-Carboxybenzoyl)-1,2-Benzoldicarboxylsäure |
| n) |

|
2-(2-Carboxybenzoyl)-1,4-Benzold icarboxylsäu re |
| o) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)-1,4-Benzoldicarboxylsäure |
| p) |

|
4-(3-Carboxybenzoyl)-1,2-Benzoldicarboxylsäure |
| r) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-3-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| s) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-1-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
[0028] Erfindungsgemäß sind solche Waschmittel bevorzugt, in denen die stabilisierende Verbindung
bezüglich der enthaltenen Protease eine Inhibitionskonstante (Ki) von 0,01 bis 10
mM, vorzugsweise 0,1 bis 5, besonders bevorzugt 0,5 bis 2 aufweist.
[0029] Die Inhibitionskonstante K
i kann auf folgende Weise ermittelt werden:
Für die Charakterisierung eines reversiblen Inhibitors der enzymatischen Aktivität,
ist die Inhibitionskonstante Ki eine charakteristische und entscheidende Größe. Ki beschreibt das Gleichgewicht zwischen Enzym, Inhibitor und Enzym-Inhibitor Komplex
für eine reversible Bindung. Der Enzym-Inhibitor Komplex ist dabei katalytisch nicht
aktiv und inhibiert die Reaktion durch Herabsetzung der Konzentration von freiem Enzym,
das noch zur Bindung von Substrat zur Verfügung steht. Der Ki ist dementsprechend
definiert als:

[0030] Darin bedeuten [E], [I] und [EI] die jeweiligen molaren Gleichgewichtskonzentrationen
von Enzym (E), Inhibitor (I) und dem Enzym-Inhibitor-Komplex (EI). Dieser Definition
entsprechend ist eine Substanz mit einem kleinen Ki unter den jeweiligen Testbedingungen
ein guter Inhibitor.
[0031] Die Bestimmung des K
i erfolgt auf der Grundlage des Aktivitätstests der Protease in Anwesenheit des entsprechenden
Inhibitors. Über die im Stand der Technik etablierte und dem Fachmann bekannte Michaelis-Menten-Kinetik
(
Leonor Michaelis, Maud Menten (1913). Die Kinetik der Invertinwirkung, Biochem. Z.
49:333-369) werden die enzymatischen Parameter K
m, und k
cat in Anwesenheit verschiedener Konzentrationen des Inhibitors bestimmt. Für eine Michaelis-Menten-Kinetik
gilt vereinfacht:

[0032] Hierin bedeuten:
E: Enzym
S: Substrat
ES: Enzym-Substrat-Komplex
P: Produkt
k1,k-1,k2: Geschwindigkeitskonstanten
[0033] Hierin ist k
2 ein Maß der maximalen Reaktionsgeschwindigkeit bei Substratsättigung (Vmax), auch
Wechselzahl, molekulare Aktivität, "turnover number" oder kcat genannt (kcat = Vmax/
[Eo], wobei [Eo] die Ausgangskonzentration des Enzyms ist). Die Michaeliskonstante
(d.h. die Substratkonzentration, die bei der Halbsättigung vorliegt, bei der die Umsatzgeschwindigkeit
also v = Vmax/2 beträgt), ergibt sich zu
K
m = k
-1 / k
1 (Michaelis-Menten-Fall, gegeben wenn k
2<<k
1) oder bzw. allgemeiner zu
K
m = k
-1 + k
2 / k
1 (Briggs-Haldane-Situation, gegeben für den Fall, dass k
2 gegenüber k
1 nicht vernachlässigt werden kann).
[0034] Die Sättigungsfunktion eines "Michaelis-Menten Enzyms" ergibt sich unter Verwendung
der Parameter Km und Vmax wie folgt:

[0035] Hierin bedeutet: v: Bildungsgeschwindigkeit von P (v = "Geschwindigkeit") [mol l-1
s-1]
vmax: maximale Geschwindigkeit [mol l-1 s-1]
Km: Michaelis-Menten-Konstante [mol l-1]
[S]: Substratkonzentration [mol l-1]
[0036] Durch die Bestimmung der Anfangskatalyse-Rate (V
Anf.) - für Proteasen der Anfangshydrolyse-Rate - bei verschiedenen Substratkonzentrationen
[S] und Einpassung der experimentellen Daten in nachstehende Gleichung 1 wird die
Inhibitionskonstante K
i erhalten.

[0037] Hierin steht [l] wiederum für die Inhibitor-Konzentration.
[0038] Alternativ kann K
l unter Verwendung der Cheng-Prusoff-Gleichung (
Gleichung 2, Cheng Y., Prusoff W.H. (1973) Biochem.Pharmacol. 22, 3099-3108) über den IC
50-Wert bestimmt werden. Die Bestimmung des IC
50-Werts erfolgt über die Bestimmung der katalytischen Aktivität an einem Substrat in
Anwesenheit verschiedener Konzentrationen des Inhibitors und der Anpassung der experimentellen
Daten an eine sigmoidale Dosis-Wirkungs-Gleichung mit variabler Steigung (Pseudo-Hill-Steigungen).
Es handelt sich dabei um die Inhibitor-Konzentration, die nötig ist, um eine 50%ige
Inhibition zu erreichen.
[0039] K
i ergibt sich damit aus folgender Gleichung 2:

[0040] Darin bedeuten [S] die Substratkonzentration im Test und K
d die Dissoziationskonstante für das Substrat, die bei der IC
50-Konzentration des Inhibitors als identisch mit K
m für das Substrat gesetzt werden kann.
[0041] Die auf diese Weise bestimmbaren K
l-Werte kennzeichnen die Verbindung in Bezug auf das eingesetzte Enzym. In Beispiel
1 wurde die Restaktivität einer Protease, nämlich die Bacillus lentus-Alkalische Protease
F49 (gemäß
WO 95/23221 A1) in Gegenwart eines Inhibitors bestimmt. Da es sich dabei um eine typische Subtilisin-Protease
handelt, sind die mit diesem Enzym erhaltenen Werte auch für andere Serin-Proteasen,
insbesondere andere Subtilisin-Proteasen typisch. Der exakte Wert für eine interessierende
Protease muß im Zweifel anhand der jeweils konkreten Protease ermittelt werden.
[0042] In erfindungsgemäßen Waschmitteln, die in einer bevorzugten Ausführung in überwiegend
fester Form vorliegen und in einer zweiten Ausführung in überwiegend flüssiger, pastöser
oder Gelform vorliegen, ist die Protease insbesondere in einem Gehalt von 2 µg bis
20 mg pro g des Mittels, vorzugsweise von 5 µg bis 17,5 mg pro g des Mittels, besonders
bevorzugt von 20 µg bis 15 mg pro g des Mittels, ganz besonders bevorzugt von 50 µg
bis 10 µg des Mittels enthalten.
[0043] Der Stabilisator ist in erfindungsgemäßen Mitteln insbesondere in einem Gehalt bis
zu 50 mg pro g des Mittels, vorzugsweise bis zu 10 mg besonders bevorzugt bis zu 7
mg ganz besonders bevorzugt bis zu 5 mg pro g des Mittels enthalten. Weiterhin ist
bevorzugt, dass der Stabilisator in einem Gehalt von 0,01 bis 100 x K
i (bezogen auf die enthaltene Protease), vorzugsweise 0,1 bis 10 x K
l besonders bevorzugt 1 bis 5 x K
i enthalten ist.
[0044] Vorzugsweise liegt das molare Verhältnis von Stabilisator zur Protease im Bereich
von 1:1 bis 1.000:1, insbesondere von 1:1 bis 500:1, besonders bevorzugt von 1:1 bis
100:1, ganz besonders bevorzugt von 1:1 bis 20:1.
[0045] Neben dem Stabilisator gemäß der oben angegebenen allgemeinen Formel kann ein erfindungsgemäßes
Mittel mindestens einen weiteren Stabilisator enthalten. In einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist das Waschmittel somit dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens
einen weiteren Stabilisator enthält. In einem solchen Mittel sind daher mindestens
zwei Verbindungen vorhanden, die eine Stabilisierung eines enthaltenen Enzyms, vorzugsweise
einer Protease, bewirken. Bevorzugt wirken diese Verbindungen synergistisch, d.h.
die durch beide Verbindungen erreichte Stabilisierungswirkung übersteigt die Summe
der beiden einzelnen Stabilisierungswirkungen. In einer bevozugten Ausführungsform
handelt es sich bei dem/den Stabilisator(en) um ein oder mehrere Polyole, insbesondere
um Glycerin oder 1,2-Ethylenglycol, um ein Antioxidans, um Lactat oder ein oder mehrere
Lactatderivate oder Kombinationen hiervon. Ebenfalls bevorzugt handelt es sich um
eine oder mehrere derjenigen enzymstabilisierenden bzw. -inhibierenden Verbindungen,
die in den internationalen Patentanmeldungen
WO 07/113241 A1 oder
WO 02/008398 offenbart sind.
[0046] Bei der erfindungsgemäß stabilisierten beziehungsweise reversibel inhibierten Protease
handelt es sich vorzugsweise um eine Serin-Protease, insbesondere um eine Subtilase,
besonders bevorzugt um ein Subtilisin.
[0047] Beispiele für solche Proteasen sind die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease
PB92, die Subtilisine 147 und 309, die Alkalische Protease aus Bacillus lentus, Subtilisin
DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren Sinne zuzuordnenden
Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7. Subtilisin Carlsberg
ist in weiterentwickelter Form unter dem Handelsnamen Alcalase® von der Firma Novozymes
A/S, Bagsværd, Dänemark, erhältlich. Die Subtilisine 147 und 309 werden unter den
Handelsnamen Esperase®, beziehungsweise Savinase® von der Firma Novozymes vertrieben.
Von der Protease aus Bacillus lentus DSM 5483 leiten sich die unter der Bezeichnung
BLAP® geführten Protease-Varianten ab.
[0048] Weitere Proteasen sind beispielsweise die unter den Handelsnamen Durazym
®, Relase
®, Everlase
®, Nafizym, Natalase
®, Kannase
® und Ovozymes
® von der Firma Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect
®, Purafect
® OxP und Properase
® von der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol
® von der Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen
Wuxi
® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather
® und Protease P
® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter der Bezeichnung
Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen Enzyme.
[0049] Überraschenderweise wurde festgestellt, dass solche Proteasen besonders gut durch
die erläuterten Verbindungen stabilisiert bzw. reversibel inhibiert werden. Zudem
werden auch bestimmte Varianten von Proteasen, d.h. auch Varianten der genannten Proteasen,
durch diese Verbindungen besonders vorteilhaft stabilisiert. Solche Protease-Varianten
sind Teil der nachfolgend beschriebenen Erfindungsgegenstände.
[0050] Eine erfindungsgemäß stabilisierte beziehungsweise reversibel inhibierte Protease
kann ein Wildtypenzym oder eine Protease-Variante sein. Unter Wildtypenzym ist zu
verstehen, dass das Enzym in einem natürlich vorkommenden Organismus bzw. in einem
natürlichen Habitat vorhanden ist aus diesem isoliert werden kann. Enzyme sind jedoch
veränderbar und werden zum Teil gezielt verändert, insbesondere um ihre Eigenschaften
den vorgesehenen Einsatzzwecken anzupassen oder um ihre katalytische Aktivität zu
beeinflussen. Diese Veränderungen erfolgen durch oftmals durch Änderung der Aminosäuresequenz
des Enzyms. Solche Veränderungen können dabei gezielt und somit ortsgerichtet oder
zufällig, beispielsweise durch Zufallsmutageneseverfahren, erfolgen. Unter einer Enzym-Variante
werden Enzyme verstanden, die aus einem Ausgangsenzym, beispielsweise einem Wildtyp-Enzym,
durch Veränderung der Aminosäuresequenz erzeugt wurden. Die Veränderung der Aminosäuresequenz
erfolgt vorzugsweise durch Mutationen, wobei Aminosäure-Substitutionen, Deletionen,
Insertionen oder Kombinationen hiervon vorgenommen sein können. Das Einbringen solcher
Mutationen in Proteine ist Stand der Technik und dem Fachmann auf dem Gebiet der Enzymtechnologie
hinlänglich bekannt. Grundsätzlich können alle Enzyme derartig verändert sein. Erfindungsgemäß
bevorzugt sind Protease-Varianten. Diese wurden aus einer Ausgangsprotease, beispielsweise
einer Wildtyp-Protease, durch Veränderung der Aminosäuresequenz erzeugt, wobei bevorzugt
Aminosäure-Substitutionen, Deletionen, Insertionen oder Kombinationen hiervon vorgenommen
wurden. Die Ausgangsprotease muss jedoch nicht zwingend eine natürlich vorkommende
Wildtyp-Protease sein, auch eine aus dem Stand der Technik bekannte Protease, an der
bereits Veränderungen vorgenommen wurden, kann weiterentwickelt werden und daher erneut
als Ausgangsprotease zur Erzeugung weiter Protease-Varianten dienen. Somit können
beispielsweise alle der vorstehend beschriebenen Proteasen unverändert in erfindungsgemäßen
Mitteln eingesetzt sein und durch die beschriebenen Verbindungen stabilisert sein.
Sie können aber auch das Ausgangsenzym für eine Variante darstellen, welche dann in
einem erfindungsgemäßen Mittel enthalten und durch die beschriebenen Verbindungen
stabilisiert ist.
[0051] Unter allen beschriebenen Proteasen bzw. Varianten weiter bevorzugt ist das Wildtypenzym
bzw. das Ausgangsenzym der Variante:
- Die Alkalische Protease aus Bacillus amyloliquefaciens (BPN'),
- Die Alkalische Protease aus Bacillus licheniformis (Subtilisin Carlsberg),
- Die Alkalische Protease PB92,
- Subtilisin 147 und/oder Subtilisin 309 (Savinase)
- Die Alkalische Protease aus Bacillus lentus, vorzugsweise aus Bacillus lentus DSM
5483,
- Die Alkalische Protease aus Bacillus alcalophilus (DSM 11233),
- die Alkalische Protease aus Bacillus gibsonii (DSM 14391) oder eine hierzu mindestens
zu 70% identische Alkalische Protease,
- die Alkalische Protease aus Bacillus sp. (DSM 14390) oder eine hierzu mindestens zu
98,5% identische Alkalische Protease,
- die Alkalische Protease aus Bacillus sp. (DSM 14392) oder eine hierzu mindestens zu
98,1% identische Alkalische Protease,
- die Alkalische Protease aus Bacillus gibsonii (DSM 14393) oder eine hierzu mindestens
zu 70% identische Alkalische Protease.
[0052] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Waschmittel daher dadurch
gekennzeichnet, dass die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine
Veränderung einer Aminosäure erhalten wurde, wobei die Veränderung eine Substitution,
Insertion oder Deletion einer Aminosäure ist, und sie zu der Ausgangsprotease auf
Aminosäureebene zu mindestens 90%, vorzugsweise mindestens 92,5%, besonders bevorzugt
mindestens 95% und ganz besonders bevorzugt mindestens 97,5% identisch ist.
[0053] Verfahren zur Durchführung und Erstellung von Sequenzvergleichen, sogenannte Alignments,
sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Enzymtechnologie bekannt. Durch solche Sequenzvergleiche
werden für zu vergleichende Sequenzen beispielsweise die Identitäts- oder Homologiewerte
ermittelt. Solch ein Vergleich geschieht dadurch, dass ähnliche Abfolgen in den Nukleotid-
oder Aminosäuresequenzen der betrachteten Proteine einander zugeordnet werden. Dies
nennt man Homologisierung. Eine tabellarische Zuordnung der betreffenden Positionen
wird als Alignment bezeichnet. Bei der Analyse von Nukleotidsequenzen sind wiederum
beide komplementären Stränge und jeweils allen drei möglichen Leserastern zu berücksichtigen;
ebenso die Degeneriertheit des genetischen Codes und die organismenspezifische Verwendung
der Codons (Codon-Usage). Inzwischen werden Alignments über Computerprogramme erstellt,
wie beispielsweise durch die Algorithmen FASTA oder BLAST; dieses Vorgehen wird beispielsweise
von
D. J. Lipman und W. R. Pearson (1985) in Science, Band 227, S. 1435-1441 beschrieben.
[0054] Eine Zusammenstellung aller in den verglichenen Sequenzen übereinstimmenden Positionen
wird als Konsensus-Sequenz bezeichnet.
[0055] Solch ein Vergleich erlaubt auch eine Aussage über die Ähnlichkeit oder Homologie
der verglichenen Sequenzen zueinander. Diese wird in Prozent Identität, das heißt
dem Anteil der identischen Nukleotide oder Aminosäurereste an denselben bzw. in einem
Alignment einander entsprechenden Positionen wiedergegeben. Ein weiter gefasster Homologiebegriff
bezieht die konservierten Aminosäure-Austausche in diesen Wert mit ein. Es ist dann
von Prozent Ähnlichkeit die Rede. Solche Aussagen können über ganze Proteine oder
Gene oder nur über einzelne Bereiche getroffen werden.
[0056] Homologe Bereiche von verschiedenen Proteinen sind durch Übereinstimmungen in der
Aminosäuresequenz definiert. Diese können auch durch identische Funktion gekennzeichnet
sein. Sie geht bis zu völligen Identitäten in kleinsten Bereichen, sogenannten Boxen,
die nur wenige Aminosäuren umfassen und meist für die Gesamtaktivität essentielle
Funktionen ausüben. Unter den Funktionen der homologen Bereiche sind kleinste Teilfunktionen
der vom gesamten Protein ausgeübten Funktion zu verstehen, wie beispielsweise die
Ausbildung einzelner Wasserstoffbrückenbindungen zur Komplexierung eines Substrats
oder Übergangskomplexes.
[0057] Insbesondere dienen solche Sequenzvergleiche bzw. Alignments auch zur Ermittlung
von einander entsprechenden Positionen in unterschiedlichen Molekülen. So kann beispielsweise
in einem Alignment von unterschiedlichen Enzymen festgestellt werden, welche Positionen
in der jeweiligen Aminosäure- oder Nukleinsäuresequenz einander entsprechen, auch
wenn die jeweiligen Sequenzen beispielsweise unterschiedliche Gesamtlängen oder unterschiedliche
Domänen bzw. Teilsequenzen aufweisen oder wenn innerhalb einer Sequenz zusätzliche
Aminosäuren bzw. Nukleotide vorhanden sind. Einer bestimmten Position in einer ersten
Sequenz kann daher eine entsprechende Position in einer zweiten Sequenz konkret zugeordnet
werden, wobei es durchaus möglich ist, dass sich die einander entsprechenden Positionen
an unterschiedlichen Stellen im Molekül befinden. Ferner können an den entsprechenden
Positionen unterschiedliche Aminosäurereste vorhanden sein. Daher wird für solche
Sequenzvergleiche bzw. zur Bestimmung einer Position konkret angegeben, um welche
Position es sich handelt und von welchem Enzym ausgegangen wird, d.h. welche Zählweise
der Positionsbestimmung zu Grunde zu legen ist.
[0058] Für die nachfolgenden Erfindungsgegenstände wird zur Positionsbestimmung die Aminosäuresequenz
des reifen (mature) Proteins der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus DSM 5483
verwendet, die in der internationalen Offenlegungsschrift
WO 91/02792 A1 offenbart ist und eine Länge von 269 Aminosäureresten aufweist (in der vorliegenden
Anmeldung bezeichnet als Alkalischen Protease aus Bacillus lentus).
[0059] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Waschmittel dadurch gekennzeichnet,
dass die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine Veränderung einer
Aminosäure erhalten wurde, wobei die Veränderung eine Substitution oder Insertion
einer Aminosäure in demjenigen Bereich der Aminosäuresequenz ist, der den Positionen
95 bis 103 der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus in einem Alignment zugeordnet
ist.
[0060] Besonders bevorzugt handelt es sich bei einer solchen Protease-Variante um eine Variante
mit einer Insertion einer einzelnen Aminosäure nach einer oder mehrerer der Positionen
95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102 und/oder 103 und ganz besonders bevorzugt zwischen
den Positionen 97 und 98 und/oder den Positionen 99 und 100.
[0061] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Waschmittel dadurch gekennzeichnet,
dass die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine Veränderung einer
Aminosäure erhalten wurde, die den Positionen 3, 4, 36, 42, 43, 47, 56, 61, 69, 87,
96, 99, 101, 102, 104, 114, 118, 120, 130, 139, 141, 142, 154, 157, 188, 193, 199,
205, 211, 224, 229, 236, 237, 242, 243, 250, 253, 255 und 268 der Alkalischen Protease
aus Bacillus lentus in einem Alignment zugeordnet sind, wobei die Veränderung eine
Substitution, Insertion oder Deletion einer Aminosäure ist.
[0062] Besonders bevorzugt erfolgt eine Aminosäureänderung gegenüber dem Ausgangsmotekül
in einer oder mehreren der folgenden Positionen: 3, 4, 43, 61, 188, 193, 199, 211,
224, 250 und 253 (Zählung gemäß der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus), besonders
bevorzugt mit einem oder mehreren der Aminosäureaustausche X3T, X4I, X43V, X61A, X188P,
X193M, X199I, X211L, X211D, X211E, X211G, X211N oder X211Q, X224V, X250G und/oder
X253N. Insbesondere handelt es sich bei der Protease um eine Variante mit einer Punktmutation
in Position 211, vorzugsweise mit einer Substitution einer einzelnen Aminosäure in
dieser Position, besonders bevorzugt mit der Aminosäuresubstitution X211 L. Die vorstehenden
Positionsangaben beziehen sich wiederum auf diejenigen Aminosäurereste, die den genannten
Positionen der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus in einem Alignment zugeordnet
sind.
[0063] Erfindungsgemäße Mittel können neben der Protease ein oder mehrere weitere Enzyme
enthalten, insbesondere aus folgender Gruppe: eine oder mehrere weitere Proteasen,
Amylasen, Hemicellulasen, Cellulasen, Lipasen und Oxidoreduktasen. Bei der Amylase
handelt es sich vorzugsweise um eine α-Amylase. Bei der Hemicellulase handelt es sich
vorzugsweise um eine β-Glucanase, eine Pektinase, eine Pullulanase und/oder eine Mannanase.
Bei der Cellulase handelt es sich vorzugsweise um ein Cellulase-Gemisch oder eine
Einkomponentencellulase, vorzugsweise bzw. überwiegend um eine Endoglucanase und/oder
eine Cellobiohydrolase. Bei der Oxidoreduktase handelt es sich vorzugsweise um eine
Oxidase, insbesondere eine Cholin-Oxidase, oder um eine Perhydrolase.
[0064] Erfindungsgemäße Mittel enthalten vorzugsweise mindestens einen Komplexbildner und/oder
Buildersubstanzen, wobei es sich bei dem Builder insbesondere um einen Zeolith-Builder
handelt, und/oder ein nichtionisches Tensid, wobei es sich bei dem nichtionischen
Tensid vorzugsweise um einen Hydroxymischether handelt, und/oder optischen Aufheller,
wobei es sich bei dem optischen Aufheller um Diphenylverbindungen, insbesondere um
Distyryl-Biphenylderivate, und/oder um Stilbentriazin-Derivate handelt.
Beispiele
Beispiel 1
Untersuchung der Protease-Restaktivität in Gegenwart eines Inhibitors
[0065] Zum Nachweis, dass die unten aufgeführten Verbindungen eine die Protease-Aktivität
inhibierende Wirkung ausüben, wurde die proteolytische Restaktivität der Bacillus
lentus-Alkalische Protease F49 (gemäß
WO 95/23221 A1) in Anwesenheit dieser Verbindungen ermittelt.
[0066] In parallelen Reaktionsansätzen wurden in 100 mM Tris-Puffer, pH 6,8, 0,1% (w/v)
BrijTM35 das Substrat Succinyl Alanin-Alanin-Prolin-Phenylalanin-para-Nitroanilid
(AAPFpNA; Bachem L-1400) und 5 x 10
-9 bzw. 1 x 10
-8 M der Protease vorgelegt. Hinzu kamen die in Tabelle 1 aufgeführten zu testenden
Verbindungen in einer Endkonzentration von 10 mM. Sie waren jeweils in wasserfreiem
DMSO gelöst, wobei Effekte von DMSO auf die enzymatische Aktivität über die entsprechende
Referenz mit derselben Menge DMSO, aber ohne die betreffende Verbindung korrigiert
wurden. Die Inkubation erfolgte für 5 min bei pH 8,6 und 25°C. Dabei entspricht 1
U 1µmol gespaltenem Substrat pro Minute.
[0067] Auf diese Weise wurden folgende Verbindungen untersucht:
V1: 2-[[(3-carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure
V2: 2-[(2-carboxybenzoyl)amino]-Benzoesäure
V3: 2-[[(4-carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure
V4: 2-(4-carboxybenzoyl)-Benzoesäure
V5: 4-(2-carboxybenzoyl)-1,2-Benzoldicarboxylsäure
[0068] Sie führten alle zu einer Restaktivität der Protease von 50% oder weniger. Hierunter
ist V1 der stärkste und damit am besten geeigente Protease-Inhibitor bzw. Stabilisator,
gefolgt von V2, V3, V4 (praktisch genauso gut wie V3) und V5.
[0069] Aufgrund dieser Ergebnisse sind diese Verbindungen auch dazu geeignet, die enzymatischen
Aktivitäten in Protease enthaltenden Wasch- und Reinigungsmitteln während der Lagerung
zu stabilisieren.
Beispiel 2
[0070] Untersuchung der Lagerstabilität proteasehaltiger Wasch- und Reinigungsmittel in
Gegenwart von Protease-Inhibitoren
[0071] Als Basisrezeptur wurde ein Flüssigwaschmittel mit folgender Zusammensetzung angesetzt
(alle Angaben in Gewichts-Prozent): 0,3-0,5% Xanthan Gum, 0,2-0,4% Anti-Schaummittel,
6-7% Glycerin, 0,3-0,5% Ethanol, 4-7% FAEOS, 24-28% Nichtionische Tenside, 1 % Borsäure,
1-2% Natriumcitrat (Dihydrat), 2-4% Soda, 14-16% Kokosnuss-Fettsäuren, 0,5% HEDP,
0-0,4% PVP, 0-0,05% optischer Aufheller, 0-0,001% Farbstoff, Rest: demineralisiertes
Wasser.
[0073] Die Lagerung erfolgte über verschieden lange Zeiträume in luftdicht verschlossenen
Gefäßen bei 30°C.
[0074] Zur Auswertung wurden die Anfangswerte für die proteolytische Aktivität des betreffenden
Mittels mit den nach der Lagerung bestimmten Werten verglichen. Je höher die nach
der Lagerung verbleibende Aktivität war, desto besser war die enthaltene Protease
während der Lagerung inaktiviert und desto besser eignet sich die betreffende Verbindung
als erfindungsgemäßer Stabilisator.
[0075] Alle untersuchten Verbindungen zeigten eine eindeutig stabilisierende Wirkung.
1. Waschmittel, enthaltend eine Protease und eine Verbindung der allgemeinen Strukturformel:

in der
(a) X für eine Carbonylgruppe (C=O) oder eine Säureamidgruppe (NHCO) steht,
(b) R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt,
(c) R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt, und
(d) optional zwei der Reste R1 bis R10 (A) und (B), die zueinander orthoständig sind,
(A) eine in (b) und/oder (c) genannte obligatorische oder gegebenenfalls weitere Carboxylgruppe
(COOH) und (B) eine Hydroxymethylgruppe sind, die als solche Gruppen oder optional
als Gruppierung -CH2-O-CO- vorliegen und somit zusammen mit den sie tragenden C-Atomen des Rings ein fünfgliedriges
Lacton darstellen.
2. Waschmittel nach Anspruch 1, wobei die stabilisierende Verbindung in jedem der beiden
aromatischen Ringe 1 bis 3, vorzugsweise 1 oder 2, ganz besonders bevorzugt in beiden
Ringen zusammen 2 oder 3 Carboxylgruppen trägt, wobei eine gemäß (d) in ein Lacton
eingebundene Carboxylgruppe mitgerechnet wird.
3. Waschmittel nach Anspruch 1 oder 2, wobei die stabilisierende Verbindung bezüglich
der enthaltenen Protease eine Inhibitionskonstante (Ki) von 0,01 bis 10 mM, vorzugsweise 0,1 bis 5, besonders bevorzugt 0,5 bis 2 aufweist.
4. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die stabilisierende Verbindung
aus einem der folgenden Stabilisatoren ausgewählt ist:
| |
Strukturformel |
Name |
| a) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| b) |

|
3,3'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| c) |

|
2-(3-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| d) |

|
4,4'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| e) |

|
2,2'-Carbonylbis-Benzoesäure |
| f) |

|
3-(4-Carboxybenzoyl)-Benzoesäure |
| g) |

|
2-[[(3-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| h) |

|
2-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| i) |

|
2-[(2-Carboxybenzoyl)amino]-Benzoesäure |
| j) |

|
2-Amino-2',4-carbonylbis-Benzoesäure |
| k) |

|
3-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| l) |

|
4-[(4-Carboxybenzoyl)amino]-Benzoesäure |
| m) |

|
4-(2-Carboxybenzoyl)-1,2-Benzoldicarboxylsäure |
| n) |

|
2-(2-Carboxybenzoyl)-1,4-Benzoldicarboxylsäure |
| o) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)-1,4-Benzoldicarboxylsäure |
| p) |

|
4-(3-Carboxybenzoyl)-1,2-Benzoldicarboxylsäure |
| r) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-3-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
| s) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-1-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]-Benzoesäure |
5. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4 in überwiegend fester Form.
6. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4 in überwiegend flüssiger, pastöser oder
Gelform.
7. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Protease in einem Gehalt von
2 µg bis 20 mg pro g des Mittels, vorzugsweise von 5 µg bis 17,5 mg pro g des Mittels,
besonders bevorzugt von 20 µg bis 15 mg pro g des Mittels, ganz besonders bevorzugt
von 50 µg bis 10 µg des Mittels enthalten ist.
8. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Stabilisator in einem Gehalt
bis zu 50 mg pro g des Mittels, vorzugsweise bis zu 10 mg besonders bevorzugt bis
zu 7 mg ganz besonders bevorzugt bis zu 5 mg pro g des Mittels enthalten ist.
9. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das molare Verhältnis von Stabilisator
zur Protease im Bereich von 1:1 bis 1.000:1, insbesondere von 1:1 bis 500:1, besonders
bevorzugt von 1:1 bis 100:1, ganz besonders bevorzugt von 1:1 bis 20:1 liegt.
10. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Stabilisator in einem Gehalt
von 0,01 bis 100 x Ki (bezogen auf die enthaltene Protease), vorzugsweise 0,1 bis 10 x Ki besonders bevorzugt 1 bis 5 x Ki enthalten ist.
11. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei es sich bei der Protease um eine
Serin-Protease, vorzugsweise um eine Subtilase, besonders bevorzugt um ein Subtilisin
handelt.
12. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine Veränderung einer
Aminosäure erhalten wurde, wobei die Veränderung eine Substitution, Insertion oder
Deletion einer Aminosäure ist, und sie zu der Ausgangsprotease auf Aminosäureebene
zu mindestens 90%, vorzugsweise mindestens 92,5%, besonders bevorzugt mindestens 95%
und ganz besonders bevorzugt mindestens 97,5% identisch ist, und/oder
(b) die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine Veränderung einer
Aminosäure erhalten wurde, wobei die Veränderung eine Substitution oder Insertion
einer Aminosäure in demjenigen Bereich der Aminosäuresequenz ist, der den Positionen
95 bis 103 der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus in einem Alignment zugeordnet
ist, und/oder
(c) die Protease aus einer Ausgangsprotease durch mindestens eine Veränderung einer
Aminosäure erhalten wurde, die den Positionen 3, 4, 36, 42, 43, 47, 56, 61, 69, 87,
96, 99, 101, 102, 104, 114, 118, 120, 130, 139, 141, 142, 154, 157, 188, 193, 199,
205, 211, 224, 229, 236, 237, 242, 243, 250, 253, 255 und 268 der Alkalischen Protease
aus Bacillus lentus in einem Alignment zugeordnet sind, wobei die Veränderung eine
Substitution, Insertion oder Deletion einer Aminosäure ist.
13. Verwendung einer Verbindung der allgemeinen Strukturformel:

in der
(a) X für eine Carbonylgruppe (C=O) oder eine Säureamidgruppe (NHCO) steht,
(b) R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt,
(c) R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt, und
(d) optional zwei der Reste R1 bis R10 (A) und (B), die zueinander orthoständig sind,
(A) eine in (b) und/oder (c) genannte obligatorische oder gegebenenfalls weitere Carboxylgruppe
(COOH) und (B) eine Hydroxymethylgruppe sind, die als solche Gruppen oder optional
als Gruppierung -CH2-O-CO- vorliegen und somit zusammen mit den sie tragenden C-Atomen des Rings ein fünfgliedriges
Lacton darstellen,
als reversibler Inhibitor einer Protease im Rahmen einer Waschmittelrezeptur.
14. Verwendung eines Waschmittels nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zum Waschen und/oder
Reinigen von Textilien.
15. Verwendung einer Protease und einer Verbindung der allgemeinen Strukturformel:

in der
(a) X für eine Carbonylgruppe (C=O) oder eine Säureamidgruppe (NHCO) steht,
(b) R1, R2, R3, R4 und R5 (in Ring 1) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt,
(c) R6, R7, R8, R9 und R10 (in Ring 2) für Wasserstoff (H), eine Carboxyl- (COOH),
eine Methyl- (CH3), eine Ethyl- (C2H5), eine Hydroxyl- (OH), eine Hydroxymethyl- (CH2OH), eine Aminogruppe (NH2) und/oder ein Halogen stehen, wobei in diesem Ring mindestens eine Carboxylgruppe
(COOH) vorliegt, und
(d) optional zwei der Reste R1 bis R10 (A) und (B), die zueinander orthoständig sind,
(A) eine in (b) und/oder (c) genannte obligatorische oder gegebenenfalls weitere Carboxylgruppe
(COOH) und (B) eine Hydroxymethylgruppe sind, die als solche Gruppen oder optional
als Gruppierung -CH2-O-CO- vorliegen und somit zusammen mit den sie tragenden C-Atomen des Rings ein fünfgliedriges
Lacton darstellen.
zur Herstellung eines Waschmittels.
1. A washing agent, containing a protease and a compound of the general structural formula

in which
(a) X stands for a carbonyl group (C=O) or an acid amide group (NHCO),
(b) R1, R2, R3, R4 and R5 (in ring 1) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring,
(c) R6, R7, R8, R9 and R10 (in ring 2) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring and
(d) optionally two of the radicals R1 to R10 (A) and (B), which are in ortho position
to one another, (A) is an obligatory carboxyl group (COOH) mentioned in (b) and/or
(c) or optionally an additional carboxyl group (COOH), and (B) is a hydroxymethyl
group, which are present as such groups or optionally as the group -CH2-O-CO-and thus together with the carbon atoms of the ring containing them denote a
five-membered lactone.
2. The washing agent according to claim 1, wherein the stabilizing compound has, in each
of the two aromatic rings, 1 to 3 carboxyl groups, preferably 1 or 2 carboxyl groups,
most preferably 2 or 3 carboxyl groups in both rings together, wherein a carboxyl
group bound in a lactone according to (d) is also counted.
3. The washing agent according to claim 1 or 2, wherein the stabilizing compound has
an inhibition constant (Ki) of 0.01 to 10 mM preferably 0.1 to 5, especially preferably 0.5 to 2, with respect
to the protease contained therein.
4. The washing agent according to any one of Claims 1 to 3, wherein the stabilizing compound
is selected from one of the following stabilizers:
| |
Structural formula |
Name |
| a) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)benzoic acid |
| b) |

|
3,3'-Carbonylbisbenzoic acid |
| c) |

|
2-(3-Carboxybenzoyl)benzoic acid |
| d) |

|
4,4'-Carbonylbisbenzoic acid |
| e) |

|
2,2'-Carbonylbisbenzoic acid |
| f) |

|
3-(4-Carboxybenzoyl)benzoic acid |
| g) |

|
2-[[(3-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-benzoic acid |
| h) |

|
2-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-benzoic acid |
| i) |

|
2-[(2-Carboxybenzoyl)amino]benzoic acid |
| j) |

|
2-Amino-2',4-carbonylbisbenzoic acid |
| k) |

|
3-[[(4-Carboxyphenyl)amino]carbonyl]-benzoic acid |
| l) |

|
4-[(4-Carboxybenzoyl)amino]benzoic acid |
| m) |

|
4-(2-Carboxylbenzoyl)-1,2-benzenedicarboxylic acid |
| n) |

|
2-(2-Carboxybenzoyl)-1,4-benzene-dicarboxylic acid |
| o) |

|
2-(4-Carboxybenzoyl)-1,4-benzene-dicarboxylic acid |
| p) |

|
4-(3-carboxybenzoyl)-1,2-benzenedicarboxylic acid |
| r) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-3-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]benzoic acid |
| s) |

|
2-[[(1,3-Dihydro-1-oxo-5-isobenzofuranyl)amino]carbonyl]benzoic acid |
5. The washing agent according to any one of Claims 1 to 4 in predominantly solid form.
6. The washing agent according to any one of Claims 1 to 4 in predominantly liquid, paste
or gel form.
7. The washing agent according to any one of Claims 1 to 6, wherein the protease is present
in an amount of 2 µg to 20 mg per g of the agent, preferably from 5 µg to 17.5 mg
per g of the agent, more preferably from 20 µg to 15 mg per g of the agent, most preferably
from 50 µg to 10 µg of the agent.
8. The washing agent according to any one of Claims 1 to 7, wherein the stabilizer is
present in an amount of up to 50 mg per g of the agent, preferably up to 10 mg, more
preferably up to 7 mg, most preferably up to 5 mg per g of the agent.
9. The washing agent according to any one of Claims 1 to 8, wherein the molar ratio of
stabilizer to protease is in the range of 1:1 to 1000:1, in particular from 1:1 to
500:1, more preferably from 1:1 to 100:1, most preferably from 1:1 to 20:1.
10. The washing agent according to any one of Claims 1 to 9, wherein the stabilizer is
present in an amount of 0.01 to 100 × Ki (based on the protease contained therein), preferably 0.1 to 10 × Ki, more preferably 1 to 5 × Ki.
11. The washing agent according to any one of Claims 1 to 10, wherein the protease is
a serine protease, preferably a subtilase, more preferably a subtilisin.
12. The washing agent according to any one of Claims 1 to 11,
characterized in that
(a) the protease is obtained from a starting protease by at least one change in an
amino acid, such that the change is a substitution, insertion or deletion of an amino
acid and it is at least 90% identical to the starting protease on an amino acid level,
preferably at least 92.5% identical, especially preferably at least 95% identical
and most especially preferably at least 97.5% identical, and/or
(b) the protease is obtained from a starting protease by at least one change in an
amino acid, such that the change is a substitution or insertion of an amino acid in
the area of the amino acid sequence assigned to positions 95 to 103 of the alkaline
protease from Bacillus lentus in an alignment, and/or
(c) the protease is obtained from a starting protease by at least one change in an
amino acid assigned to positions 3, 4, 36, 42, 43, 47, 56, 61, 69, 87, 96, 99, 101,
102, 104, 114, 118, 120, 130, 139, 141, 142, 154, 157, 188, 193, 199, 205, 211, 224,
229, 236, 237, 242, 243, 250, 253, 255 and 268 of the alkaline protease from Bacillus lentus in an alignment, such that the change is a substitution, insertion or deletion of
an amino acid.
13. Use of a compound of the general structural formula

in which
(a) X stands for a carbonyl group (C=O) or an acid amide group (NHCO),
(b) R1, R2, R3, R4 and R5 (in ring 1) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring,
(c) R6, R7, R8, R9 and R10 (in ring 2) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring, and
(d) optionally two of the radicals R1 to R10 are (A) and (B), which are in ortho position
to one another, (A) is an obligatory carboxyl group (COOH) mentioned in (b) and/or
(c) or optionally an additional carboxyl group, and (B) is a hydroxymethyl group,
which are present as such groups or optionally as the group -CH2-O-CO- and thus together with the carbon atoms of the ring containing them denote
a five-membered lactone,
as a reversible inhibitor of a protease within the context of a washing agent recipe.
14. The use of a washing agent according to any one of Claims 1 to 12 for washing and/or
cleaning textiles.
15. The use of a protease and a compound of the general structural formula

in which
(a) X stands for a carbonyl group (C=O) or an acid amide group (NHCO),
(b) R1, R2, R3, R4 and R5 (in ring 1) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring,
(c) R6, R7, R8, R9 and R10 (in ring 2) stand for hydrogen (H), a carboxyl group (COOH),
a methyl group (CH3), an ethyl group (C2H5), a hydroxyl group (OH), a hydroxymethyl group (CH2OH), an amino group (NH2) and/or a halogen, wherein at least one carboxyl group (COOH) is present in this
ring, and
(d) optionally two of the radicals R1 to R10 are (A) and (B), which are in ortho position
to one another, (A) is an obligatory carboxyl group (COOH) mentioned in (b) and/or
(c) or optionally an additional carboxyl group (COOH), and (B) is a hydroxymethyl
group, which are present as such groups or optionally as the group -CH2-O-CO- and thus together with the carbon atoms of the ring containing them denote
a five-membered lactone, for producing a washing agent.
1. Agent de lavage contenant une protéase et un composé répondant à la formule développée
générale :

dans laquelle
(a) X représente un groupe carbonyle (C=O) ou un groupe d'amide d'acide (NHCO) ;
(b) R1, R2, R3, R4 et R5 (dans le noyau 1) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ;
(c) R6, R7, R8, R9 et R10 (dans le noyau 2) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ; et
(d) de manière facultative, deux des résidus R1 à R10 (A) et (B), qui sont disposés
en position ortho l'un par rapport à l'autre, (A) représentent un groupe carboxyle
(COOH) obligatoire mentionné sous (b) et/ou (c) ou éventuellement un autre groupe
carboxyle (COOH), et (B) un groupe hydroxyméthyle, qui sont présents sous la forme
desdits groupes ou de manière facultative sous la forme d'un groupement -CH2-O-CO- et représentent ainsi ensemble avec les atomes de carbone du noyau qui les
porte, une lactone à cinq membres.
2. Agent de lavage selon la revendication 1, dans lequel le composé stabilisateur dans
chacun des deux noyaux aromatiques porte de 1 à 3, de préférence 1 ou 2, de manière
tout particulièrement préférée dans les deux noyaux ensemble 2 ou 3 groupes carboxyle,
un groupe carboxyle intégré dans une lactone conformément à (d) étant compris dans
le calcul.
3. Agent de lavage selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le composé stabilisateur
présente, par rapport à la protéase qu'il contient, une constante d'inhibition (Ki) de 0,01 à 10 mM, de préférence de 0,1 à 5, de manière particulièrement préférée
de 0,5 à 2.
4. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel le composé
stabilisateur est choisi parmi un des stabilisateurs indiqués ci-après :
| |
Formule développée |
Nom |
| a) |

|
acide 2-(4-carboxybenzoyl)-benzoïque |
| b) |

|
acide 3,3'-carbonylbis-benzoïque |
| c) |

|
acide 2-(3-carboxybenzoyl)-benzoïque |
| d) |

|
acide 4,4'-carbonylbis-benzoïque |
| e) |

|
acide 2,2'-carbonylbis-benzoïque |
| f) |

|
acide 3-(4-carboxybenzoyl)-benzoïque |
| g) |

|
acide 2-[[(3-carboxyphényl)amino]carbonyl]-benzoïque |
| h) |

|
acide 2-[[(4-carboxyphényl)amino]carbonyl]-benzoïque |
| i) |

|
acide 2-[(2-carboxybenzoyl)amino]-benzoïque |
| j) |

|
acide 2-amino-2',4-carbonylbis-benzoïque |
| k) |

|
acide 3-[[(4-carboxyphényl)amino]carbonyl]-benzoïque |
| l) |

|
acide 4-[(4-carboxybenzoyl)amino]carbonyl]-benzoïque |
| m) |

|
acide 4-(2-carboxybenzoyl)-1,2-benzènedicarboxylique |
| n) |

|
acide 2-(2-carboxybenzoyl)-1,4-benzènedicarboxylique |
| o) |

|
acide 2-(4-carboxybenzoyl)-1,4-benzènedicarboxylique |
| p) |

|
acide 4-(3-carboxybenzoyl)-1,2-benzènedicarboxylique |
| r) |

|
acide 2-[[(1,3-dihydro-3-oxo-5-isobenzofuranyl)-amino]-carbonyl]-benzoïque |
| s) |

|
acide 2-[[(1,3-dihydro-1-oxo-5-isobenzofuranyl)-amino]carbonyl]-benzoïque |
5. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, principalement sous
forme solide.
6. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, principalement sous
forme liquide, pâteuse ou sous forme de gel.
7. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, dans lequel la protéase
est contenue en une teneur de 2 µg à 20 mg par g de l'agent, de préférence de 5 µg
à 17,5 mg par g de l'agent, de manière particulièrement préférée de 20 µg à 15 mg
par g de l'agent, de manière tout particulièrement préférée de 50 µg à 10 µg de l'agent.
8. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, dans lequel le stabilisateur
est contenu en une teneur s'élevant jusqu'à 50 mg par g de l'agent, de préférence
jusqu'à 10 mg, de manière particulièrement préférée jusqu'à 7 mg, de manière tout
particulièrement préférée jusqu'à 5 mg par g de l'agent.
9. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, dans lequel le rapport
molaire du stabilisateur à la protéase se situe dans la plage de 1:1 à 1000:1, en
particulier de 1:1 à 500:1, de manière particulièrement préférée de 1:1 à 100:1, de
manière tout particulièrement préférée de 1:1 à 20:1.
10. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, dans lequel le stabilisateur
est contenu en une teneur de 0,01 à 100 x Ki (rapporté à la protéase contenue), de préférence de 0,1 à 10 x Ki, de manière particulièrement préférée de 1 à 5 x Ki.
11. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, dans lequel, en
ce qui concerne la protéase, il s'agit d'une sérine-protéase de préférence d'une subtilase,
de manière particulièrement préférée d'une subtilisine.
12. Agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 11,
caractérisé en ce que
(a) on obtient la protéase à partir d'une protéase de départ via au moins une modification
d'un acide aminé, la modification représentant une substitution, une insertion ou
une délétion d'un acide aminé, et elle est identique à la protéase de départ, sur
le plan des acides aminés, à concurrence d'au moins 90 %, de préférence d'au moins
92,5 %, de manière particulièrement préférée d'au moins 95 % et de manière tout particulièrement
préférée d'au moins 97,5 % ; et/ou
(b) on obtient la protéase à partir d'une protéase de départ via au moins une modification
d'un acide aminé, la modification représentant une substitution ou une insertion d'
un acide aminé dans le domaine de la séquence d'acides aminés qui est attribué dans
un alignement aux positions 95 à 103 de la protéase alcaline de Bacillus lentus, et/ou
(c) on obtient la protéase à partir d'une protéase de départ via au moins une modification
d'un acide aminé, qui est attribué dans un alignement aux positions 3, 4, 36, 42,
43, 47, 56, 61, 69, 87, 96, 99, 101, 102, 104, 114, 118, 120, 130, 139, 141, 142,
154, 157, 188, 193, 199, 205, 211, 224, 229, 236, 237, 242, 243, 250, 253, 255 et
268 de la protéase alcaline de Bacillus lentus, la modification représentant une substitution,
une insertion ou une délétion d'un acide aminé.
13. Utilisation d'un composé répondant à la formule développée générale

dans laquelle
(a) X représente un groupe carbonyle (C=O) ou un groupe d'amide d'acide (NHCO) ;
(b) R1, R2, R3, R4 et R5 (dans le noyau 1) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ;
(c) R6, R7, R8, R9 et R10 (dans le noyau 2) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ; et
(d) de manière facultative, deux des résidus R1 à R10 (A) et (B), qui sont disposés
en position ortho l'un par rapport à l'autre, (A) représentent un groupe carboxyle
(COOH) obligatoire mentionné sous (b) et/ou (c) ou éventuellement un autre groupe
carboxyle (COOH), et (B) un groupe hydroxyméthyle, qui sont présents sous la forme
desdits groupes ou de manière facultative sous la forme d'un groupement -CH2-O-CO- et représentent ainsi ensemble avec les atomes de carbone du noyau qui les
porte, une lactone à cinq membres,
à titre d'inhibiteur réversible d'une protéase dans le cadre d'une formulation d'agent
de lavage.
14. Utilisation d'un agent de lavage selon l'une quelconque des revendications 1 à 12,
pour le lavage et/ou le nettoyage des textiles.
15. Utilisation d'une protéase et d'un composé répondant à la formule développée générale
:

dans laquelle
(a) X représente un groupe carbonyle (C=O) ou un groupe d'amide d'acide (NHCO) ;
(b) R1, R2, R3, R4 et R5 (dans le noyau 1) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ;
(c) R6, R7, R8, R9 et R10 (dans le noyau 2) représentent un atome d'hydrogène (H),
un groupe carboxyle (COOH), un groupe méthyle (CH3), un groupe éthyle (C2H5), un groupe hydroxyle (OH), un groupe hydroxyméthyle (CH2OH), un groupe amino (NH2) et/ou un atome d'halogène, au moins un groupe carboxyle (COOH) étant présent dans
ce noyau ; et
(d) de manière facultative, deux des résidus R1 à R10 (A) et (B), qui sont disposés
en position ortho l'un par rapport à l'autre, (A) représentent un groupe carboxyle
(COOH) obligatoire mentionné sous (b) et/ou (c) ou éventuellement un autre groupe
carboxyle (COOH), et (B) un groupe hydroxyméthyle, qui sont présents sous la forme
desdits groupes ou de manière facultative sous la forme d'un groupement -CH2-O-CO- et représentent ainsi ensemble avec les atomes de carbone du noyau qui les
porte, une lactone à cinq membres,
pour la production d'un agent de lavage.