[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ausstoßer zum Ausstoßen eines bewegbaren
Möbelteils aus einer geschlossenen Endlage in bzw. an einem Möbelkorpus, mit einem
durch eine elektrische Antriebseinheit, insbesondere Elektromotor, antreibbaren ersten
Ausstoßhebel.
[0002] Besonders bei sehr breiten bewegbaren Möbelteilen, insbesondere sehr breiten Schubläden,
werden gattungsgemäße Ausstoßer in der Regel mittig am Möbelkorpus angeordnet, da
es bei einer einseitigen dezentralen Anordnung zu einer ungünstigen Kraftausübung
(Gefahr des Verkantens) auf das bewegbare Möbelteil kommt siehe z.B.
WO2007/006061 A1.
[0003] Andererseits ist es bei gattungsgemäßen Ausstoßern wünschenswert, diese mit einer
Touch-Latch-Funktionalität zu versehen, das heißt diese derart auszugestalten, dass
sie bei einer Zug- oder Druckausübung auf den Ausstoßhebel die elektrische Antriebseinheit
aktivieren und das bewegbare Möbelteil aus der geschlossenen Endlage ausstoßen. Um
diese Funktionalität im vollen Umfang, das heißt auch für eine druckinduzierte Auslösung
zuzulassen, ist es natürlich notwendig, auch in der geschlossenen Endlage des bewegbaren
Möbelteils noch genug Freiraum für eine geringfügige Bewegung des bewegbaren Möbelteils
in den Möbelkorpus hinein bzw. auf diesen zu zuzulassen. Gerade bei sehr breiten bewegbaren
Möbelteilen ist die oben beschriebene mittige Anordnung eines Ausstoßers hinsichtlich
der Touch-Latch-Funktionalität problematisch, da nicht davon ausgegangen werden kann,
dass jeder Benutzer die für die Auslösung notwendige Kraft mittig auf das bewegbare
Möbelteil aufbringt.
[0004] Unabhängig davon, ob gattungsgemäße Ausstoßer eine Touch-Latch-Funktionalität aufweisen,
hat es sich herausgestellt, dass auch die mittige Anordnung eines Ausstoßers bei einem
sehr breiten bewegbaren Möbelteil hinsichtlich der Kraftausübung nicht optimal ist.
Genau im mittigen Bereich des bewegbaren Möbelteils tritt nämlich eine relativ große
Verformung des bewegbaren Möbelteils, zum Beispiel der Schubladenrückwand auf.
[0005] Beide diskutierten Probleme könnten natürlich durch die Anordnung von zwei Ausstoßern
jeweils in der Nähe der einander gegenüberliegenden Seitenwänden des Möbelkorpus vermieden
werden. Diese Lösung ist allerdings aus wirtschaftlichen Gründen nicht wünschenswert.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher einen einzelnen gattungsgemäßen Ausstoßer derart
weiterzuentwickeln, dass er zumindest eines der oben diskutierten Probleme behebt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Ausstoßer mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Durch das Vorsehen eines weiteren Ausstoßhebels, welcher mit dem ersten Ausstoßhebel
mechanisch gekoppelt ist, entfällt die Notwendigkeit zwei gesonderte Ausstoßer im
Möbelkoprus anzuordnen. Gleichzeitig wird zumindest das Problem der ungünstigen Kraftausübung
auf das bewegbare Möbelteil behoben, da bei einem Ausstoßer nach Anspruch 1 die Kraft
am Rand des bewegbaren Möbelteils aufgebracht wird, wodurch sich eine geringere Verformung
des bewegbaren Möbelteils ergibt.
[0009] Ist vorgesehen, dass der Ausstoßer eine Touch-Latch-Funktionalität aufweist, so kann
auch das Problem der mittig nur schwer detektierbaren Auslösung behoben werden, wenn
vorgesehen ist, dass der weitere Ausstoßhebel derart mit dem ersten Ausstoßhebel mechanisch
gekoppelt ist, dass eine Bewegung des weiteren Ausstoßhebels durch einen eine Bewegung
des ersten Ausstoßhebels überwachenden Sensor detektierbar ist.
[0010] Dies gestattet es eine in der Nähe beider einander gegenüberliegenden Seitenwände
auf das bewegbare Möbelteil ausgeübte Kraft zu detektieren.
[0011] Vorteilhaft ist weiters, dass bei beiden diskutierten Ausführungsbeispielen eine
Montage an der Rückwand oder einer Seitenwand des Möbelkorpus unter Vermeidung eines
Trägerprofils möglich ist.
[0012] Eine besonders einfache Ausführungsform für die mechanische Koppelung stellt eine
Stange dar.
[0013] Es sind aber prinzipiell auch aufwendigere mechanische Vorrichtungen zum mechanischen
Koppeln der Ausstoßhebel, wie beispielsweise ein Hebelwerk, denkbar.
[0014] Schutz wird auch begehrt für ein Möbel mit einem Möbelkorpus und einem Ausstoßer
nach einem der vorgenannten Ausführungsbeispiele, wobei der erste Ausstoßhebel und
der weitere Ausstoßhebel an einander gegenüberliegenden Seitenwänden des Möbelkorpus
angeordnet sind.
[0015] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der Figuren sowie
der Figurenbeschreibung. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Möbels,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Möbels bei entfernter Rückwand,
- Fig. 3a bis 3d
- eine Darstellung entsprechend Fig. 2 sowie Detailansichten hierzu,
- Fig. 4a, 4b
- eine weitere Darstellung entsprechend Fig. 2 mit einer weiteren Detailansicht,
- Fig. 5a, 5b
- eine Detaildarstellung eines erfindungsgemäßen Ausstoßers in perspektivischer Ansicht
und einer Schnittdarstellung durch die Mittelebene.
[0016] Fig. 1 zeigt ein Möbel 8 mit einem Möbelkorpus 5 und drei im Möbelkorpus bewegbar
gelagerten Möbelteilen 9, welche in diesem Ausführungsbeispiel als Schubladen ausgebildet
sind. Die Erfindung lässt sich jedoch auch bei als Möbeltüren ausgebildeten bewegbaren
Möbelteilen 9 einsetzen.
[0017] Fig. 2 zeigt das in Fig. 1 dargestellte Möbel 8 bei entfernter Rückwand und teilweise
aus dem Möbelkorpus 5 heraus bewegten bewegbaren Möbelteilen 9.
[0018] Für die untersten beiden bewegbaren Möbelteile 9 sind jeweils ein erfindungsgemäßer
Ausstoßer 1 vorgesehen. Beim untersten bewegbaren Möbelteil 9 ist dabei der erste
Ausstoßhebel 2 an der Seitenwand 6 angeordnet, während der weitere Ausstoßhebel 3
an der Seitenwand 7 angeordnet ist. Beim mittleren bewegbaren Möbelteil 9 ist die
Anordnung genau umgedreht.
[0019] Jeder Ausstoßer 1 verfügt über einen Gehäuseteil 10, in welchem die elektrische Antriebseinheit,
eine Steuer- bzw. Regeleinrichtung für die Antriebseinheit, ein Getriebe und ein Sensor
(zum Beispiel Drehpotentiometer) zum Detektieren der Bewegung des ersten Ausstoßhebels
2 angeordnet sind.
[0020] Die Fig. 3 und 4 zeigen Detailansichten zu dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Möbel
8.
[0021] Die Fig. 5a zeigt einen erfindungsgemäßen Ausstoßer 1 mit dem ersten Ausstoßhebel
2, wobei erkennbar ist, dass in diesem Ausführungsbeispiel mit der Stange 4 ein Mitnehmer
12 drehfest verbunden ist. Der Mitnehmer 12 ist dabei so ausgebildet und relativ zum
ersten Ausstoßhebel 2 angeordnet, dass er diesen bei einer leichten Verdrehung der
Stange 4 mitdreht. Dies ist von Bedeutung, wenn durch eine Betätigung des weiteren
Ausstoßhebels 3 eine Auslösung des Ausstoßers 1 erfolgen soll.
[0022] Wird nämlich das bewegbare Möbelteil 9 auf jener Seite des Möbelkorpus 7, auf welcher
der weitere Ausstoßhebel 3 angeordnet ist, in den Möbelkorpus 8 eingedrückt, so wird
diese Bewegung über die Stange 4 auf den Mitnehmer 12 und damit auf den ersten Ausstoßhebel
2 übertragen. Der erste Ausstoßhebel 2 ist über eine Zahnung 13 mit einem Drehpotentiometer
gekoppelt. Nach erfolgter Detektion einer Bewegung durch das Drehpotentiometer erfolgt
die Aktivierung der elektrischen Antriebseinheit des Ausstoßers 1 und das bewegbare
Möbelteil 9 wird ausgestoßen.
[0023] Aus Fig. 5b ist die Lagerung der Stange 4 im Ausstoßer 1 auf dem Teil 11 ersichtlich.
Dabei handelt es sich um eine schwimmende Lagerung, das heißt, die Stange 4 kann gedreht
werden, ohne durch die Selbsthemmung der elektrischen Antriebseinheit daran gehindert
zu werden. Natürlich weist auch der erste Ausstoßhebel 2 ein gewisses Spiel auf, um
diesen ohne Hemmung durch das Getriebe geringfügig bewegen zu können. Eine derartige
Ausbildung ist beispielsweise in der
AT 413 472 B in Fig. 17 und der entsprechenden Beschreibungsstelle offenbart und muss daher an
dieser Stelle nicht näher erläutert werden.
[0024] In allen Figuren wurde auf die Darstellung elektrischer Versorgungsleitungen und
dergleichen verzichtet.
1. Ausstoßer zum Ausstoßen eines bewegbaren Möbelteils aus einer geschlossenen Endlage
in bzw. an einem Möbelkorpus, mit einem durch eine elektrische Antriebseinheit, insbesondere
Elektromotor, antreibbaren ersten Ausstoßhebel und einer Steuer- bzw. Regeleinrichtung
für die Antriebseinheit dadurch gekennzeichnet dass ein weiterer Ausstoßhebel vorgesehen ist, der vom ersten Ausstoßhebel beabstandet
und mit diesem durch eine mechanische Koppelung gekoppelt ist, sodass ein Antreiben
des ersten Ausstoßhebels durch die Antriebseinheit auch den weiteren Ausstoßhebel
bewegt, und, das über die mechanische Koppelung eine Bewegung des weiteren Ausstoßhebels
(3) durch einen eine Bewegung des ersten Ausstoßhebels (2) überwachenden Sensor detektierbar
ist und dass die Steuer- bzw. Regeleinrichtung nach erfolgter Detektion die Antriebseinheit
aktiviert.
2. Ausstoßer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Ausstoßhebel (3) mit dem ersten Ausstoßhebel (2) durch eine Stange (4)
verbunden ist.
3. Möbel mit einem Möbelkorpus und einem Ausstoßer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ausstoßhebel (2) und der weitere Ausstoßhebel (3) an einander gegenüberliegenden
Seitenwänden (6, 7) des Möbelkorpus (5) angeordnet sind.
1. An ejector for ejecting a movable furniture part from a closed end position in or
on a furniture body, having a first ejector lever which is drivable by an electric
drive unit, in particular an electric motor, and an open or closed-loop control device
for the drive unit, characterised in that a further ejector lever is provided which is distanced from the first ejector lever
and coupled to this first ejector lever by way of a mechanical coupling, so that driving
the first ejector lever by means of the drive unit also moves the further ejector
lever and by virtue of the mechanical coupling movement of the further ejector lever
(3) is detectable by a sensor which monitors movement of the first ejector lever (2),
and that the open or closed-loop control device activates the drive unit after detection
has taken place.
2. An ejector according to Claim 1, characterised in that the further ejector lever (3) is connected to the first ejector lever (2) by a bar
(4).
3. An item of furniture having a furniture body and an ejector according to Claim 1 or
Claim 2, characterised in that the first ejector lever (2) and the further ejector lever (3) are arranged on mutually
opposite side walls (6, 7) of the furniture body (5).
1. Ejecteur pour éjecter une partie de meuble mobile à partir d'une position de fin de
course fermée dans ou contre un corps de meuble, comprenant un premier levier éjecteur
pouvant être entraîné par une unité d'entraînement électrique, en particulier un moteur
électrique, et un dispositif de commande et de régulation pour l'unité d'entraînement,
caractérisé en ce qu'un levier éjecteur supplémentaire est prévu qui se trouve à distance du premier levier
éjecteur et est accouplé à celui-ci par un accouplement mécanique, de sorte qu'un
entraînement du premier levier éjecteur par l'unité d'entraînement déplace également
l'autre levier éjecteur, et en ce que l'accouplement mécanique permet de détecter un déplacement du levier éjecteur supplémentaire
(3) par le biais d'un capteur surveillant un déplacement du premier levier éjecteur
(2), et en ce que le dispositif de commande et de régulation active l'unité d'entraînement suite à
la détection effectuée.
2. Ejecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que le levier éjecteur supplémentaire (3) est relié au premier levier éjecteur (2) par
une tige (4).
3. Meuble avec un corps de meuble et un éjecteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le premier levier éjecteur (2) et le levier éjecteur supplémentaire (3) sont disposés
sur des parois latérales opposées l'une à l'autre (6, 7) du corps de meuble (5).