[0001] Die Erfindung betrifft einen Läufer gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung
betrifft weiterhin eine thermische Strömungsmaschine mit einem solchen Läufer.
[0002] Zu den thermischen Strömungsmaschinen werden Dampf- und Gasturbinen sowie Rotationsverdichter
gezählt. Diese weisen üblicherweise einen von einem feststehenden Gehäuse umgebenen
drehbar gelagerten Rotor auf. Die feststehenden Baugruppen einer thermischen Strömungsmaschine
werden zusammengefasst auch als Stator bezeichnet. Zwischen dem Rotor und dem Stator
ist ein in axialer Richtung der Strömungsmaschine verlaufender Strömungskanal für
ein kompressibles Strömungsmedium angeordnet. An dem Rotor sind üblicherweise in den
Strömungskanal hineinragende und zu Schaufelgruppen oder Schaufelreihen zusammengefasste
Laufschaufeln befestigt. Im Falle einer Kraftmaschine, wie etwa einer Gasturbine,
dienen die Laufschaufeln zum Antrieb der Rotorwelle durch Impulsübertrag aus einem
heißen und unter Druck stehenden Strömungsmedium. Die thermische Energie des Strömungsmediums
wird also bei dessen Entspannung in mechanische Energie umgewandelt, die beispielsweise
zum Antrieb eines elektrischen Generators genutzt werden kann.
[0003] Im Falle eines zu den Arbeitsmaschinen zählenden Rotationsverdichters wird umgekehrt
die Rotorwelle z. B. durch einen Elektro- oder Verbrennungsmotor oder auf andere Weise
angetrieben. Die rotorseitig angeordneten Laufschaufeln dienen dabei zur Komprimierung
des im Strömungskanal befindlichen Strömungsmediums, das sich bei diesem Vorgang zugleich
erwärmt. Es wird also mechanische Energie in thermische Energie des Strömungsmediums
umgewandelt.
[0004] Der Rotor einer Gasturbine, welcher auch als Läufer bezeichnet wird, ist in der Regel
einer hohen mechanischen und thermischen Belastung ausgesetzt. Vor allem durch die
hohe Temperatur des Arbeitsmediums und die auf den Läufer wirkenden Kräfte während
des Betriebes der Gasturbine werden die den Läufer bildenden Rotorkomponenten stark
beansprucht. Um trotzdem einerseits die Betriebssicherheit gewährleisten zu können
und andererseits die Fertigungskosten des Läufers in akzeptablen Grenzen zu halten,
wurden in der Vergangenheit eine Vielzahl von Konstruktionsmöglichkeiten vorgeschlagen.
[0005] Eine vorgeschlagene Ausführungsform des Läufers ist beispielsweise durch dessen Fertigung
aus einem Teil realisierbar. Eine derartige Herstellungsmethode ist aber vergleichsweise
aufwändig im Fertigungsprozess. Insbesondere ist keine auftragsunabhängige Vorfertigung
und auch keine Parallelbearbeitung von Einzelteilen möglich, so dass sich hohe Fertigungsdurchlaufzeiten
ergeben. Zudem muss ein größerer axialer Abstand zwischen den benachbarten Laufschaufelringen
hingenommen werden, um mit entsprechenden Werkzeugen die zur Befestigung der Schaufel
notwendigen Konturen herstellen zu können. Diese fertigungsbedingten relativ großen
Abstände zwischen den Laufschaufelringen verschlechtern jedoch die Rotordynamik.
[0006] Weiter ist beispielsweise aus der
DE 26 43 886 B1 bekannt, den Gasturbinen-Läufer auch aus einzelnen Läuferteilen zusammenzusetzen,
wobei die einzelnen Läuferteile über einen Zuganker zusammengehalten sind. Diese Läuferbauweise
kann gemäß der
CH 344 737 auch für Dampfturbinen angewendet werden. Jedes als Rotorscheibe ausgebildete Läuferteil
weist eine axial verlaufende Ausnehmung auf, durch welche der gespannte Zuganker sich
erstrecken kann. Durch endseitig auf den Zuganker aufgeschraubte Schraubenmuttern
kann dieser gespannt werden, wodurch die stirnflächig aneinander liegenden Läuferteile
miteinander verspannt werden können. Die Läuferteile sind dann vom Zuganker aneinander
gepresst und übertragen die auf sie wirkenden Drehkräfte über eine so genannte Hirth-Verzahnung,
welche jeweils stirnseitig angeordnet einen Formschluss zwischen zwei aneinanderliegenden
Läuferteilen bildet.
[0007] Der Läufer der Gasturbine ist endseitig durch geeignete Lager im Gehäuse der Turbine
angeordnet. Anstelle der Schraubenmuttern können auch mantelseitig komplexer gestaltete
Bauteile zugankerendseitig aufgeschraubt sein, welche neben der Verspannung der Läuferteile
auch weitere Funktionen, wie beispielsweise die Lagerung des Läufers in einem Radial-
und/oder Axiallager, ermöglichen.
[0008] Während des Betriebes der Gasturbine treten jedoch Schwingungen im Rotor auf, deren
Frequenz u. a. vom Abstand der beiden Axiallager, d. h. von der frei schwingenden
Länge des Läufers und insbesondere von der frei schwingenden Länge des Zugankers -
bei einer derartigen Bauweise - abhängig ist. Mit zunehmender Baulänge der Gasturbine
nimmt auch die frei schwingende Länge des Zugankers zu, was dazu führt, dass sich
dessen Eigenfrequenz auf ein niedrigeres Niveau nahe der Rotationsfrequenz der Rotorkomponente
verschiebt. Diese Frequenzverschiebung kann während des Betriebs der Gasturbine zu
unzulässig hohen Schwingungsamplituden führen, welche die Funktion des Läufers beeinträchtigen
und zu Schäden der Turbine führen kann.
[0009] Um diesem Problem zu begegnen, schlägt die
DE 26 43 886 B1 Stülpringe vor. Die Stülpringe schaffen eine axiale Verbindung zwischen Rotorscheiben
und Zuganker, um dessen Schwingungen zu vermindern. Die Stülpringe sind jedoch nicht
im Bereich einer Hohlwelle einsetzbar.
[0010] Alternativ dazu ist aus der
NL 50 163 C bekannt, alle Rotorscheiben eines Läufers auf einen Zuganker aufzusetzen. Diese Bauart
ist jedoch montagefeindlich. Als Spezialisierung dieser Variante offenbart die
DE 20 34 088 Schalen, die zur Aufrechterhaltung eines elastischen Kontakts zwischen Rotorscheiben
und Zuganker letztgenannten umgreifen. Auch diese Ausführungsform ist bei der Montage
vergleichsweise aufwändig.
[0011] Generell ist es wünschenswert, die Eigenfrequenz des Zugankers auch bei zunehmender
Baulänge der Turbine hinreichend oberhalb der Betriebsdrehzahl zu halten. Somit wäre
einerseits die Betriebssicherheit der Turbine gewährleistet und andererseits könnte
somit dem steigenden Leistungsbedarf, zu dessen Deckung beispielsweise eine Erweiterung
der Baulänge der Gasturbine notwendig ist, entsprochen werden.
[0012] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Läufer der Eingangs genannten
Art anzugeben, welcher einen sicheren Betrieb der Gasturbine auch bei steigender Baulänge
gewährleistet. Weiterhin sollen die Schwingungsamplituden des Zugankers, insbesondere
im Bereich der mittleren Hohlwelle möglichst klein gehalten werden.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem der Zuganker in seinem mittleren
Bereich abgestützt ist. Dabei stellt das zwischen turbinenseitigem Abschnitt und verdichterseitigem
Abschnitt angeordnete Stützrad eine den Zuganker radial abstützende Rotorkomponente
dar.
[0014] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass für eine Reduzierung der Schwingung
des Zugankers dieser an einer der Rotorkomponenten abgestützt werden sollte, wobei
die thermisch bedingten unterschiedlichen Ausdehnungen der Rotorkomponenten dennoch
ausgleichbar gehalten sein sollten. Insbesondere soll dem Umstand Rechnung getragen
werden, dass aufgrund der steigenden Anforderungen bzgl. der Leistung der Turbine
deren Länge zunimmt, wodurch sich die Eigenfrequenz des Zugankers der Betriebsdrehzahl
der Gasturbine nähert. Die Reduzierung der Zugankerschwingungen wird dadurch erreicht,
dass der Zuganker durch das Stützrad radial abgestützt wird. Dabei stellt das Stützrad
eine weitere, abstützende Rotorkomponente dar, wobei das Stützrad dabei vorzugsweise
- in axialer Richtung des Läufers gesehen - in einem Bereich mit dem Zuganker verbunden
ist, in dem die Amplituden der während des Betriebes der Turbine auftretenden Schwingungen
ihre Maximalwerte erreichten.
[0015] Um die Eigenfrequenz des Zugankers hinreichend oberhalb der Rotationsfrequenz zu
halten, ist eine möglichst hohe Steifigkeit der Rotorkomponente erforderlich. Dazu
ist das Stützrad zwischen turbinenseitigem Abschnitt des Läufers und verdichterseitigem
Abschnitt des Läufers angeordnet, d. h. am Ort der maximalen Auslenkung des Zugankers
bei ggf. auftretenden Zugankerschwingungen. Bei einer Gasturbine kann dieser Bereich
beispielsweise zwischen dem Verdichterabschnitt und dem Turbinenabschnitt liegen.
Damit ist eine Abstützung des Zugankers an einer schwingungstechnisch besonders wirksamen
Position ermöglicht.
[0016] Die Abstützung des Zugankers wird vorzugsweise dadurch erreicht, indem das Stützrad
kraft- und/oder formschlüssig mit dem Zuganker verbunden ist. Beispielsweise kann
das Stützrad auf dem Zuganker aufgeschrumpft werden. Diese Art der Verbindung ist
besonders geeignet, da somit auf einfache Art und Weise eine besonders starre Verbindung
zwischen dem Stützrad und dem Zuganker ermöglicht ist. Die beim Betrieb der Gasturbine
auftretenden thermisch bedingten unterschiedlichen Ausdehnungen der Rotorkomponenten,
insbesondere zwischen dem Stützrad und dem Zuganker, können auf vorteilhafte Weise
kompensiert werden, indem vorzugsweise mindestens eine der Rotorkomponenten mit einem
Profil versehen ist.
[0017] Beispielsweise kann durch eine profilierte Formgestaltung der Nabe des Stützrades
die Verbindung zwischen dem Zuganker und dem Stützrad elastisch eingestellt sein,
derart, dass das Differenzvolumen aufgrund der unterschiedlichen Erwärmung der Rotorkomponenten
weitgehend kompensiert wird. Vorzugsweise ist dazu die Nabe des Stützrades mit einem
im Längsschnitt des Läufers gesehen balligen Profil versehen. Mit einer derartig gebildeten
verbindungsseitig nachgiebigen Form der Nabe können Spannungen und Risse in der Rotorkomponente
verhindert werden. Das ballige Profil der Stützradnabe kann auch mit anderen Worten
beschrieben werden: die der zylindrischen Mantelfläche des Zugankers gegenüberliegende
Oberfläche der Zugankerbohrung der Stützrades ist - in Axialrichtung gesehen - gewölbt,
wobei die Wölbung zur Mantelfläche hin gerichtet ist.
[0018] In weiterer zweckmäßiger Ausgestaltung ist das Stützrad mit zwei benachbart angeordneten
Läuferteilen mittels einer Hirthverzahnung verbunden. Unter Verwendung einer solchen
axial wirksamen Verbidung können die auf den Läufer wirkenden Drehmomente über das
Stützrad übertragen und weitergeleitet werden. Zudem ist mittels der Hirthverzahnung
eine radiale Führung zur Aufnahme unterschiedlicher Wärme- und Fliehkraftverformungen
gewährleistet. Insbesondere kann somit das Auftreten von Schwingungen während des
Betriebs der Gasturbine aufgrund einer thermisch bedingten ungleichmäßigen Ausdehnung
des Stützrades verringert werden.
[0019] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist das Stützrad mit Kühlöffnungen versehen,
wobei diese vorzugsweise gleichmäßig um die Nabe herum angeordnet sind. Vorteilhafterweise
wird somit aufgrund der zur Kühlung in das Stützrad eingebrachten Ausnehmungen eine
Rippenstruktur gebildet, welche das Durchströmen eines Kühlmediums in Axialrichtung
des Läufers ermöglicht. Weiterhin kann einerseits durch die eingebrachten Öffnungen
die Oberfläche des Stützrades vergrößert und mittels derartig gebildeter Kühlluftöffnungen
ein problemloser Transport der Kühlluft innerhalb des Rotors ermöglicht werden.
[0020] Um ein Durchströmen des Kühlmediums, insbesondere Kühlluft, in axialer Richtung des
Läufers zwischen dem Zuganker und den Läuferteilen zu gewährleisten, sind die als
Kühlöffnung dienenden Ausnehmungen im Stützrad vorteilhafterweise nahe bei der Nabe
beginnend eingebracht. Somit wird eine Kühlung des Stützrades sowie eine Kühlluftzufuhr
für die in Strömungsrichtung des Kühlmediums gesehen nachfolgend angeordneten Rotorkomponenten
ermöglicht. Der Zuganker kann für eine geeignete Führung von Kühlmedium von einer
Anzahl von konzentrisch angeordneten Kühltrennrohren umgeben sein, wobei diese den
zwischen dem Zuganker und den diesen umgreifenden Rotorkomponenten gebildeten Kanal
in eine Anzahl von radial benachbarten Teilkühlkanälen unterteilen. Damit wird erreicht,
dass die Kühlung der Rotorkomponenten, insbesondere dem Kühlbedarf der jeweiligen
Turbinenstufe entsprechend erfolgen kann. Das heißt, mittels derartig gebildeter Kühlluftöffnungen
ist ein problemloser Transport der Kühlluft innerhalb des Rotors ermöglicht. Die Kühllufttrennrohre
sind dabei zur Aufnahme des Stützrades axial in zwei Abschnitte geteilt, derart, dass
deren in Richtung des Stützrades zeigenden Enden in dafür vorgesehene, im Stützrad
eingebrachte Aufnahmenuten geführt werden können.
[0021] Die Kühllufttrennrohre realisieren somit zum einen eine verbesserte Wärmeableitung,
und zum anderen kann die Wärmekapazität dieser Rotorkomponente verringert werden.
[0022] Üblicher Weise ist bei Eingangs genannten Läufern zwischen dem verdichterseitigem
Abschnitt des Läufers und dem turbinenseitigem Abschnitt des Läufers eine so genannte
mittlere Hohlwelle angeordnet, welche im Falle des Einsatzes eines erfindungsgemäßen
Stützrades in mindestens zwei Rohrabschnitte axial unterteilt ist. Vorzugsweise sind
die Rohrabschnitte im Wesentlichen gleich lang.
[0023] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
das mit dem Zuganker verbundene Stützrad ein besonders sicherer Betrieb der Gasturbine
auch mit deren zunehmender Baulänge ermöglicht ist. Insbesondere können durch die
geeignete Abstützung des Zugankers dessen Schwingungsamplituden besonders klein gehalten
werden. Zudem ist über dieses System eine gezielte Erhöhung der Eigenfrequenz des
Zugankers mit vergleichsweise nur geringem Aufwand realisierbar. Weiterhin können
die thermisch bedingten Relativbewegungen zwischen dem Zuganker und dem als Stützrad
ausgebildeten Läuferteil besonders gut kompensiert werden. Gleichzeitig ist aber auch
eine aufgrund der hohen thermischen Belastung der Rotorkomponente notwendige Kühlung
mittels einer in axialer Richtung des Läufers verlaufenden Kühlluftführung gewährleistet,
selbst bei Durchleitung von Kühlluft mit unterschieden Drücken und Temperaturen, welche
durch Trennrohre getrennt führbar sind.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- FIG 1
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Turbinenläufer,
- FIG 2
- eine Schnittteildarstellung eines Turbinenläufers,
- FIG 3
- eine schematische Darstellung eines Stützrades,
- FIG 4
- einen Ausschnitt des Stützrades im Längsschnitt,
- FIG 5
- einen Detailausschnitt aus FIG 4.
[0025] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0026] Ein Läufer 2 einer Gasturbine mit einer Anzahl aus einzelnen, durch einen Zuganker
4 zusammengehaltenen und zu einer Einheit zusammengefügten Läuferteilen 6 ist in FIG
1 in einem Längsschnitt dargestellt.
[0027] Der Läufer 2 weist einen verdichterseitigen Abschnitt 1 und einen turbinenseitigen
Abschnitt 3 mit jeweils einer Anzahl von Läuferteilen 6 auf. Die jeweiligen als Rotorscheiben
ausgebildeten Läuferteile 6 sind verbindungsseitig, d.h. stirnseitig mit symmetrisch
zur Mittelachse M des Läufers 2 verlaufenden Ausnehmungen nach Art einer Hirth-Verzahnung
versehen, wobei die dadurch entstehenden Konturen korrespondierend zu den Konturen
des jeweiligen benachbarten Läuferteils 6 ausgebildet sind, wodurch eine konzentrische
Ausrichtung der Läuferteile 6 zur Mittelachse M bewirkt wird.
[0028] Jedes der Läuferteile 6 ist zur beabstandeten Durchführung des Zugankers 4 mit einer
axial verlaufenden Bohrung 10 versehen. Zudem ist zwischen den verdichterseitigen
Läuferteilen 6 und den turbinenseitigen Läuferteilen 6 eine mittlere Hohlwelle 11
angeordnet. Endseitig ist der Zuganker 4 jeweils mit einem Läuferteil 7, 9 verschraubt,
wodurch alle dazwischen angeordneten Läuferteile 6 zusammengehalten und verspannt
werden. Die zwischen den Läuferteilen 6 vorhandenen Ausnehmungen 8 dienen zur Führung
eines Kühlmediums zum Kühlen der Rotorkomponenten, indem Kühlluft über einen zwischen
dem Zuganker 4 und dem Läuferteil 6 gebildeten Kühlkanal zugeführt wird.
[0029] Um den Zuganker 4 in geeigneter Weise durch ihn umgebende Rotorkomponenten, d.h.
Läuferteile 6 abstützen zu können, wird zwischen zwei Läuferteilen 6, vorzugsweise
zwischen verdichterseitigem Abschnitt 1 des Läufers 2 und turbinenseitigem Abschnitt
3 des Läufers 2 ein weiteres als Stützrad 14 ausgebildetes Läuferteil 6 eingefügt.
Hierzu wurde die bisher einteilige mittlere Hohlwelle 11 in zwei Rohrabschnitte 11a,
11b unterteilt, zwischen denen das Stützrad 14 vorzugsweise eingespannt ist. Das Stützrad
14 stellt dabei eine weitere Rotorkomponente dar. Dabei sind die Läuferteile 6 und
das Stützrad 14 mittels Zuganker 4 miteinander verspannt, wobei das Stützrad 14, im
Gegensatz zu den anderen Läuferteilen 6 zusätzlich kraft- und/oder formschlüssig mit
dem Zuganker 4 verbunden ist.
[0030] Im Detail ist zwischen demjenigen verdichterseitigen Läuferteil 6a, welches zum turbinenseitigen
Abschnitt 3 nächstliegend angeordnet ist und demjenigen turbinenseitigen Läuferteil
6b, welches zum verdichterseitigem Abschnitt 1 nächstliegend angeordnet ist, die mittlere
Hohlwelle 11 umfassend mindestens zwei Rohrabschnitte 11a, 11b angeordnet, zwischen
denen das Stützrad 14 eingespannt ist.
[0031] Neben der Abstützung des Zugankers 4 im Bereich der mittleren Hohlwelle 11 ist es
auch möglich, den Zuganker 4 zusätzlich im verdichterseitigen Abschnitt 1 oder im
turbinenseitigen Abschnitt 3 mittels geeigneter Dämpfungselemente wie Dämpfungskegel
gegen Zugankerschwingungen zu sichern. Diese Überbrücken dann den üblicherweise vorhandenen
Abstand zwischen Zuganker 4 und Zugankeröffnung 10.
[0032] Die Abbildung gemäß FIG 2 zeigt einen Querschnitt durch den verdichterausgangsseitigen
Abschnitt des Läufers 2 im Detail. Insgesamt sind in der Abbildung gemäß FIG 2 drei
als Rotorscheiben ausgebildete Läuferteile 6 des verdichterseitigen Abschnitts 1 des
Rotors 2 dargestellt. Dabei ist dasjenige verdichterseitige Läuferteil, welche dem
turbinenseitigen Abschnitt 3 - nicht dargestellt - nächstliegend zugewandt ist, mit
6a bezeichnet. Stirnseitig liegt an dem Läuferteil 6a eines der beiden Rohrabschnitte
11a der mittleren Hohlwelle 11 an. Radial weiter innen sind zudem zwei Kühllufttrennrohre
13 dargestellt. Auch die Kühllufttrennrohre 13 sind zur Aufnahme des Stützrades 14
axial in zwei Abschnitte geteilt, derart, dass deren in Richtung des Stützrades 14
zeigenden Enden in dafür vorgesehene, im Stützrad 14 eingebrachte Aufnahmenuten geführt
werden können.
[0033] Die Abbildung gemäß FIG 3 zeigt ein mit Kühlöffnungen 12 versehenes Stützrad 14,
wobei die Tiefe der als Kühlöffnungen 12 dienenden Ausnehmungen 12 der Materialdicke
des Stützrades 14 an dieser Stelle entspricht. Die Ausnehmungen 12 sind dabei gleichmäßig
über den Querschnitt des Stützrades 14 verteilt eingebracht, so dass eine gleichmäßige
Abkühlung des Stützrades 14 erfolgen kann und somit Spannungen und ungleichmäßige
Verformungen vermieden werden. Zudem erfolgt die Wärmeübertragung an das Kühlmedium
besonders effektiv, da aufgrund der durch die in den Radkörper 15 eingebrachten Ausnehmungen
12 vergrößerte Kühlfläche mehr Wärme abtransportiert werden kann.
[0034] Um die auf den Läufer 2 wirkenden hohen Kräfte während des Betriebes der Gasturbine
besser aufnehmen und übertragen zu können, ist an der äußeren Felge des Stützrades
14 beidseitig stirnseitig eine Hirthverzahnung 18 vorgesehen. Die aus zwei axialen
Rohrabschnitten bestehende mittlere Hohlwelle 11 liegt dann beidseitig des Stützrades
14 mit einer korrespondierenden Hirth-Verzahnung an. Durch eine derartig gebildete
formschlüssige Verbindung wird zudem erreicht, dass neben der Übertragung hoher Drehmomente
bei kompakter Bauweise eine selbstzentrierende Wirkung des in der Nabe 16 geführten
Zugankers realisiert ist. Weiterhin ist eine radiale Führung zur Aufnahme unterschiedlicher
Wärme- und Fliehkraftverformungen und somit ein sicherer Betrieb der Gasturbine gewährleistet.
[0035] Wie der Darstellung in FIG 4 und FIG 5 entnehmbar ist, weist die Nabe 16 des Stützrades
14 zugankerseitig ein Profil mit einer balligen Form auf. Diese kann auf besonders
einfache Weise durch eine zentral in die Nabe 16 eingebrachte umlaufende Nut 20 sowie
durch das Abrunden der stirnseitig um den Zuganker umlaufenden Kanten realisiert werden.
Dieses zugankerseitige Profil der Nabe 16 ermöglicht eine Kompensation der während
des Betriebes der Gasturbine auftretenden Differenzverformungen von Zuganker 4 und
Stützrad 14. Weiterhin erfolgt durch diese spezielle Form eine Umverteilung der Spannungen
vom Zentrum der Nabe 16 hin zu den Stirnseiten des Stützrades 14. Eine somit auftretende
erhöhte Spannung im Bereich der Stirnseiten ist jedoch vergleichsweise unkritisch,
so dass durch die zugankerseitig nachgiebige Form die Betriebssicherheit der Gasturbine
wesentlich erhöht werden kann.
1. Läufer (2) für eine Gasturbine,
mit einem verdichterseitigem Abschnitt und einem turbinenseitigem Abschnitt, in denen
jeweils eine Anzahl von einzelnen Läuferteilen (6) vorgesehen sind, welche Läuferteile
(6) durch mindestens einen Zuganker (4) aneinander gepresst und zu einer Läufereinheit
(2) zusammengefügt sind, wobei jedes Läuferteil (6) für jeden vorgesehen Zuganker
(4) eine sich in Axialrichtung des Läufers (2) erstreckende Zugankeröffnung aufweist,
durch welche sich der mindestens eine Zuganker (4) unter Abstand zu den jeweiligen
Läuferteilen (6) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein weiteres Läuferteil (6) zwischen turbinenseitigem Läuferabschnitt
und verdichterseitigem Läuferabschnitt angeordnet ist, welches als Stützrad (14) den
Zuganker (4) radial abstützt.
2. Läufer (2) nach Anspruch 1,
bei dem das Stützrad (14) kraft- und/oder formschlüssig mit dem Zuganker (4) verbunden
ist.
3. Läufer (2) nach Anspruch 1 oder 2,
bei dem das Stützrad (14) verbindungsseitig mit einem balligen Profil versehen ist.
4. Läufer (2) nach Anspruch 1, 2 oder 3,
bei dem das Stützrad (14) auf den Zuganker (4) aufgeschrumpft ist.
5. Läufer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei dem das Stützrad (14) mit zwei benachbart angeordneten Läuferteilen (6) mittels
einer Hirthverzahnung (18) verbunden ist.
6. Läufer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem das Stützrad (14) mit Öffnungen (12) zur Durchleitung eines Kühlmediums versehen
ist.
7. Läufer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
bei dem zwischen demjenigen verdichterseitigen Läuferteil(6), welches zum turbinenseitigen
Abschnitt nächstliegend angeordnet ist und demjenigen turbinenseitigen Läuferteil
(6), welches zum verdichterseitigem Abschnitt nächstliegend angeordnet ist, eine mittlere
Hohlwelle (11) umfassend mindestens zwei Rohrabschnitte angeordnet ist, zwischen denen
das Stützrad (14) angeordnet ist.
8. Läufer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei dem die turbinenseitigen Läuferteile (6) und/oder die verdichterseitigen Läuferteile
(6) von jeweils einer Rotorscheibe gebildet ist.
9. Thermische Strömungsmaschine mit einem Läufer (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
1. Rotor (2) for a gas turbine,
with a compressor-side section and a turbine-side section, in which a number of individual
rotor components (6) are provided in each case, which rotor components (6) are pressed
to each other by means of at least one tie-bolt (4) and assembled to form a rotor
unit (2), wherein for each tie-bolt (4) which is provided each rotor component (6)
has a tie-bolt opening which extends in the axial direction of the rotor (2), through
which the at least one tie-bolt (4) extends at a distance to the respective rotor
components (6),
characterized in that
at least one further rotor component (6) is arranged between turbine-side rotor section
and compressor-side rotor section and as a support wheel (14) supports the tie-bolt
(4).
2. Rotor (2) according to Claim 1,
in which the support wheel (14) is connected to the tie-bolt (4) in a friction-locking
and/or form-fitting manner.
3. Rotor (2) according to Claim 1 or 2,
in which the support wheel (14) is provided with a preferably crowned profile on the
connection side.
4. Rotor (2) according to Claim 1, 2 or 3,
in which the support wheel (14) is shrunk onto the tie-bolt (4).
5. Rotor (2) according to one of Claims 1 to 4,
in which the support wheel (14) is connected to two adjacently arranged rotor components
(6) by means of a Hirth toothing (18).
6. Rotor (2) according to one of Claims 1 to 5,
in which the support wheel (14) is provided with openings (12) for the guiding through
of a cooling medium.
7. Rotor (2) according to one of Claims 1 to 6,
in which between that compressor-side rotor component (6) which is arranged nearest
to the turbine-side section and that turbine-side rotor component (6) which is arranged
nearest to the compressor-side section a center hollow shaft (11), which comprises
at least two tubular sections, is arranged, between which tubular sections the support
wheel (14) is arranged.
8. Rotor (2) according to one of Claims 1 to 7,
in which the turbine-side rotor components (6) and/or the compressor-side rotor components
(6) are formed in each case by a rotor disk.
9. Thermal turbomachine with a rotor (2) according to one of Claims 1 to 8.
1. Rotor ( 2 ) pour une turbine à gaz,
comprenant une partie du côté du compresseur et une partie du côté de la turbine,
dans lesquelles sont prévues respectivement un certain nombre de pièces (6) individuelles
de rotor, lesquelles pièces ( 6 ) de rotor sont pressées l'une sur l'autre par au
moins un tirant ( 4 ) et sont assemblées en une unité ( 2 ) de rotor, chaque pièce
( 6 ) de rotor ayant pour chaque tirant ( 4 ) prévu une ouverture d'ancrage de traction,
qui s'étend dans la direction axiale du rotor ( 2 ) et par laquelle au moins un tirant
( 4 ) s'étend à distance des pièces ( 6 ) de rotor respectives,
caractérisé
en ce qu'au moins une autre pièce ( 6 ) de rotor est montée entre la partie du rotor du côté
de la turbine et la partie du rotor du côté du compresseur et soutient radialement
le tirant ( 4 ) en tant que roue ( 14 ) d'appui.
2. Rotor ( 2 ) suivant la revendication 1,
dans lequel la roue ( 14 ) d'appui est reliée à complémentarité de force et/ou de
forme au tirant ( 4 ).
3. Rotor ( 2 ) suivant la revendication 1 ou 2,
dans lequel la roue ( 14 ) d'appui est munie du côté de la liaison d'un profil bombé.
4. Rotor ( 2 ) suivant la revendication 1, 2 ou 3,
dans lequel la roue ( 14 ) d'appui est rétreinte sur le tirant ( 4 ).
5. Rotor ( 2 ) suivant l'une des revendications 1 à 4,
dans lequel la roue ( 14 ) d'appui est reliée à deux pièces ( 6 ) de rotor voisines
au moyen d'un crantage ( 18 ) hirtz.
6. Rotor ( 2 ) suivant l'une des revendications 1 à 5,
dans lequel la roue ( 14 ) d'appui est munie d'ouvertures ( 12 ) pour le passage d'un
fluide de refroidissement.
7. Rotor ( 2 ) suivant l'une des revendications 1 à 6,
dans lequel, entre la pièce ( 6 ) de rotor du côté du compresseur, qui est la plus
proche de la partie du côté de la turbine, et la pièce ( 6 ) de rotor du côté de la
turbine, qui est la plus proche de la partie du côté du compresseur, est disposé un
arbre ( 11 ) creux médian comprenant au moins deux tronçons tubulaires entre lesquels
est montée la roue ( 14 ) d'appui.
8. Rotor ( 2 ) suivant l'une des revendications 1 à 7,
dans lequel la pièce ( 6 ) de rotor du côté de la turbine et/ou la pièce ( 6 ) de
rotor du côté du compresseur est formée d'un disque de rotor respectivement.
9. Turbomachine thermique ayant un rotor ( 2 ) suivant l'une des revendications 1 à 8.