[0001] Die Erfindung betrifft ein Hydraulikaggregat zur Lieferung von Öl an einen hydraulischen
Kraftschrauber, mit einem Öl enthaltenden Reservoir in dem ein Motor als Tauchmotor
enthalten ist, einer von dem Motor angetriebenen Pumpe und einem Steuergerät zur Steuerung
der Hubrichtungsumkehr des Kraftschraubers in Abhängigkeit von dem Druck am Ausgang
des Hydraulikaggregates.
[0002] Ein Hydraulikaggregat dieser Art ist beschrieben in
WO 2006/103199 Al (Wagner). Dieses Hydraulikaggregat weist ein Reservoir auf, in welchem ein Tauchmotor
angeordnet ist, der in das im Reservoir enthaltene Öl eingetaucht ist. Der Tauchmotor
ist gehäuselos, so dass das Öl alle Funktionsteile des Motors erreichen kann und auch
den Spalt zwischen Stator und Rotor ausfüllt. Der Motor treibt eine Mehrfach-Kolbenpumpe
mit verteilt angeordneten Einzelpumpen. Die Einzelpumpen werden über einen auf der
Motorwelle sitzenden Exzenter zyklisch betätigt. Eine derartige Pumpe hat einen sternförmigen
Aufbau und sie ist in dem zylindrischen Reservoir in einer Querschnittsebene angeordnet.
Das Hydraulikaggregat weist auf dem Gehäuse des Reservoirs eine Motorsteuerung auf,
die in einem separaten Gerätegehäuse enthalten ist.
[0003] Die üblichen Hydraulikaggregate für Kraftschrauber werden in einer Umgebung ohne
besondere Explosionsgefährdung eingesetzt. Daher kann für den Antrieb der Mehrfach-Kolbenpumpe
ein Elektromotor eingesetzt werden. Bei Hydraulikaggregaten, die in einer explosionsgefährdeten
Umgebung laufen müssen, ist das bekannte Hydraulikaggregat, das einen gehäuselosen
Motor enthält, nicht geeignet. Durch den Elektromotor könnte im Innern des Reservoirs
ein Brand des dort vorhandenen Öls auftreten. Eine explosionsgeschützte Kapselung
würde eine erhebliche Volumen- und Gewichtssteigerung erfordern.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hydraulikaggregat für einen hydraulischen
Kraftschrauber zu schaffen, das hinsichtlich der Betriebsarten optimiert ist.
[0005] Das erfindungsgemäße Hydraulikaggregat ist durch den Anspruch 1 definiert. Es weist
innerhalb des Reservoirs als Motor einen Pneumatikmotor auf, der von einer externen
Druckluftquelle versorgt wird. Im Gegensatz zu einem Elektromotor fließen in einem
Pneumatikmotor keine elektrischen Ströme, so dass keine Funken durch Schleifringe
u. dgl. entstehen können und auch keine durch Stromfluss überhitzten Drähte. Der Pneumatikmotor
arbeitet mit Druckluft, so dass keine zusätzlichen brennbaren Substanzen in das Reservoir
eingeführt werden. Die zu dem Hydraulikaggregat gehörende Steuerung ist dem gegenüber
elektrisch ausgeführt. Sie ist vorzugsweise in einem explosionsgeschützten eigenen
Gerätegehäuse untergebracht. Das Konzept der Erfindung sieht eine Zweiteilung vor:
Der Motor als ein Verbraucher, der mit hohen Stromstärken arbeitet, wird ersetzt durch
einen von elektrischen Strömen freien Pneumatikmotor, während die Steuerung oder "Intelligenz",
die in Mikroelektronik ausgeführt ist, elektrisch bleibt. Diese gesplittete Lösung
führt zu einem relativ kostengünstigen und leichtgewichtigen Hydraulikaggregat, das
leicht an den jeweiligen Einsatzort der Kraftschrauber getragen werden kann. Eine
pneumatische Lösung für das Steuergerät hätte demgegenüber den Nachteil eines hohen
Gewichts, und einer erhöhten Störanfälligkeit in dem rauen Baustelleneinsatz. Durch
die Erfindung wird eine hohe Schaltgenauigkeit bei relativ geringem Aufwand erreicht.
Dadurch, dass das Steuergerät elektronisch aufgebaut ist, können Funktionen wie automatische
Endlagensteuerung, Drehmoment-Drehwinkel-Schraubverfahren sowie Dokumentation der
Verschraubungsparameter realisiert werden, wie in
DE 102 22 159 und
10 2004 017979 beschrieben.
[0006] Der in das Hydrauliköl eingetauchte Hydraulikmotor bewirkt eine Kühlung des Hydrauliköls
durch Entspannung der den Motor verlassenden Druckluft. Andererseits verhindert das
Hydrauliköl ein Vereisen des Pneumatikmotors. Somit besteht eine thermisch vorteilhafte
Interaktion zwischen Pneumatikmotor und hydrautischem Pumpenkreislauf.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Steuergerät über eine
elektrische Leitung mit einem elektrisch gesteuerten Treiberventil verbunden, das
die Druckluftzufuhr zu einem die Hubrichtungsumkehr des Kolbens des Kraftschraubers
bewirkenden Hauptventil steuert. Das Treiberventil bewirkt eine Leistungsverstärkung
der leistungsschwachen Signale der elektronischen Steuerung. Bei einer elektrischen
Steuerung des Hauptventils würde sich ein hoher Stromverbrauch allein durch das Hauptventil
ergeben mit der Folge, dass zusätzliche Explosionsschutzmaßnahmen erforderlich wären.
[0008] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Steuergerät einen
Akkumulator zur elektrischen Stromversorgung der elektronischen Steuerung enthält.
Somit kommt das Hydraulikaggregat ohne Netzanschluss aus. Der Akkumulator kann eine
niedrige Betriebsspannung von 12 oder 24 Volt liefern, die für den Betrieb der Steuerung
ausreicht. Durch den Akkumulator wird die Mobilität des Hydraulikaggregates erhöht.
Das Hydraulikaggregat benötigt lediglich einen Druckluftanschluss. Die Druckluft kann
von einer entfernt angeordneten Druckluftquelle geliefert und über einen flexiblen
Schlauch zugeführt werden. Eine Rückleitung ist in dem Druckluftsystem nicht erforderlich.
Besonders günstig ist die Kombination der Akkumulator-Stromversorgung mit einem elektrisch
gesteuerten pneumatischen Treiberventil. Dadurch wird der Akkumulator mit relativ
geringen Verbraucherströmen belastet. Das pneumatische Drucksystem hat einen niedrigen
Druck in der Größenordnung von 10 bar, während das Hydrauliksystem eines Kraftschraubers
mit mehreren 100 bar arbeitet.
[0009] Das erfindungsgemäße Hydraulikaggregat eignet sich für Einsätze in explosionsgefährdeter
Umgebung, beispielsweise für Pipelines für Öl oder Gas oder auch für Einsätze in der
chemischen Industrie und im Bergbau. Der elektrische Teil ist in explosionsgeschützter
Bauart nach Atex-Richtlinien ausgeführt. Dies bedeutet eine entsprechende Kapselung
der Gehäuse und der Leitungsdurchführungen.
[0010] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des Hydraulikaggregats, teilweise geschnitten und
- Fig. 2
- ein Diagramm der Struktur des Hydraulikaggregates.
[0012] Das Hydraulikaggregat weist einen generell zylindrischen Behälter 10 auf, der das
Reservoir 11 für das Hydraulikmedium umschließt. Der Behälter 10 weist Tragfüße 12
auf, mit denen er auf den Boden gestellt werden kann. Die Tragfüße 12 stehen von der
Umfangswand des Behälters ab.
[0013] Am vorderen Behälterende befinden sich Hydraulikanschlüsse 13 und 14, mit denen (nicht
dargestellte) Schläuche verbunden werden können, die zu einem hydraulischen Kraftschrauber
führen. Der eine Schlauchanschluss 13 ist der Druckanschluss und der andere Schlauchanschluss
14 ist der Rücklaufanschluss. Der von dem Hydraulikaggregat lieferbare hydraulische
Druck beträgt mehrere hundert bar.
[0014] In dem Behälter 10 ist eine Mehrfach-Kolbenpumpe 15 angeordnet, die in gleicher Weise
ausgebildet ist, wie die Mehrfach-Kolbenpumpe, die in
WO 2006/103199 A1 beschrieben ist. Die einzelnen Pumpensegmente, die sternförmig um eine Welle angeordnet
sind, werden von einem auf der Welle sitzenden Exzenter 16 zyklisch angetrieben, so
dass die Pumpensegmente nacheinander Hydrauliköl ansaugen und mit hohem Druck ausstoßen.
Der Antrieb der Mehrfachkolbenpumpe 15 erfolgt durch einen Motor 18, der in dem Reservoir
11 angeordnet ist. Der Motor 18 ist ein Pneumatikmotor mit einem öldichten Gehäuse.
Der Motor 18 treibt eine Welle 19, die den Exzenter 16 antreibt. Der Motor 18 ist
mit einer Schlauchleitung mit einer Druckluftquelle verbunden.
[0015] Der Behälter 10 weist einen Öleinfüllstutzen 20 auf, der mit einem Schraubdeckel
21 verschlossen werden kann.
[0016] An der Vorderseite des Behälters 10 befindet sich ein Manometer 22, das den Druck
in der hydraulischen Druckleitung anzeigt. Ferner ist das pneumatisch betätigte hydraulische
Hauptventil 23 an dem Behälter 10 befestigt, welches die Hubrichtungsumkehr des Kraftschraubers
steuert. Das Hauptventil 23 wird pneumatisch von dem Treiberventil 26 betätigt. Die
Druckluftleitung, die an eine (nicht dargestellte) Druckluftquelle angeschlossen ist,
versorgt das Treiberventil 26 und den Pneumatikmotor 18. Vom Treiberventil 26 führt
eine pneumatische Steuerleitung zum Hauptventil 23.
[0017] An der rückwärtigen Stirnwand des Behälters 10 ist eine zur Pneumatik gehörende Aufbereitungseinheit
25 befestigt, die Filter, Wasserabscheider, Öler und Druckminderer enthält und die
Druckluft an das Hauptventil 23 und den Pneumatikmotor liefert.
[0018] Auf der Oberseite des Behälters 10 ist das elektronische Steuergerät 30 befestigt,
das in einem explosionsgeschützt gekapselten Gehäuse 31 untergebracht ist. Die Steuerung
umfasst die erforderliche Hardware und Software. Sie ist mit verschiedenen Sensoren
verbunden, wozu insbesondere auch Drucksensoren gehören, die den Druck in der hydraulischen
Druckleitung messen. In Abhängigkeit von der Höhe dieses Druckes kann die auf den
Kraftschrauber wirkende Last bestimmt werden. Der Kraftschrauber weist einen hin-
und hergehend angetriebenen Kolben auf. Wenn dieser innerhalb des Hydraulikzylinders
eine Endlage erreicht, steigt der Druck steil an. Dieser steile zeitliche Druckanstieg
wird von der Steuerung erkannt und für die Richtungsumkehr benutzt. Die Richtungsumkehr
wird durch das Hauptventil 23 bewirkt, das die Hydraulikanschlüsse 13, 14 wechselseitig
zwischen Druck und Rücklauf umschaltet. Die Steuerung des Hauptventils 23 erfolgt
über das Treiberventil 26 durch das Steuergerät 30. Ein elektrisch betätigbares Ventil
ist in der Ölversorgung für den Kraftschrauber nicht vorhanden.
[0019] Das Steuergerät 30 ist zusätzlich über ein Kabel 35 mit einer Fernbedienung 36 verbunden.
Die Fernbedienung, die in der Hand zu halten ist, weist manuell zu betätigende Tasten
auf, mit denen zwischen Vorhub und Rückhub ausgewählt werden kann. Außerdem kann an
der Fernbedienung auf automatische Hubrichtungsumkehr geschaltet werden. Die Fernbedienung
36 ist mit der elektrischen Steuerung verbunden, die ihrerseits das Hauptventil 23
entsprechend betätigt.
[0020] Zur Energieversorgung der Steuerung enthält das Steuergerät 30 einen Akkumulator,
d. h. eine wiederaufladbare Batterie. Diese dient zur Aufrechterhaltung der Funktion
der Datenverarbeitung und -steuerung sowie auch zur Ansteuerung des Hauptventils 23.
[0021] Die Aufteilung der einzelnen Komponenten in Hydraulik, Pneumatik und Elektrik ist
in Figur 2 dargestellt. Elektrisch ist alles, was mit der Steuerung zu tun hat, also
sowohl die Sensorik 40 als auch die Fernbedienung 36. Pneumatisch betätigt sind dagegen
der Pneumatikmotor 18 und das Hauptventil 23.
1. Hydraulikaggregat zur Lieferung von Öl an einen hydraulischen Kraftschrauber, mit
einem Öl enthaltenden Reservoir (11), in dem ein Motor (18) als Tauchmotor enthalten
ist, einer von dem Motor (18) angetriebenen Pumpe (15) und einem Steuergerät (30)
zur Steuerung der Hubrichtungsumkehr des Kraftschraubers in Abhängigkeit von dem Druck
am Ausgang des Hydraulikaggregates,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Motor (18) ein Pneumatikmotor ist und dass das Steuergerät (30) als elektronische
Steuerung ausgeführt ist.
2. Hydraulikaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (30) in einem explosionsgeschützten Gerätegehäuse (31) untergebracht
ist.
3. Hydraulikaggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (30) über eine elektrische Leitung mit einem elektrisch gesteuerten
Treiberventil (26) verbunden ist, das die Druckluftzufuhr zu einem die Hubrichtungsumkehr
bewirkenden Hauptventil (23) steuert.
4. Hydraulikaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (30) einen Akkumulator zur elektrischen Stromversorgung der elektrischen
Steuerung enthält.
1. A hydraulic aggregate for feeding oil to a hydraulic power wrench, said aggregate
comprising a reservoir (11) containing oil and provided with a motor (18) arranged
therein as a submerged motor, a pump (15) driven by said motor (18), and a control
unit (30) for controlling a reversal of the stroke direction of the power wrench in
dependence on the pressure at the outlet of the hydraulic aggregate,
characterized in
that said motor (18) is a pneumatic motor and that said control unit (30) is designed
as an electronic control unit.
2. The hydraulic aggregate according to claim 1, characterized in that said control unit (30) is accommodated in an explosion-proof device housing (31).
3. The hydraulic aggregate according to claim 1 or 2, characterized in that said control unit (30) is connected, via an electric line, to an electrically controlled
drive valve (26) provided to control the supply of pressurized air to a main valve
(23) effecting said reversal of the stroke direction.
4. The hydraulic aggregate according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the control unit (30) includes a rechargeable battery for electric current supply
of the electronic control unit.
1. Unité hydraulique destinée à alimenter en huile une visseuse hydraulique, comprenant
un réservoir (11) qui contient de l'huile et dans lequel un moteur (18) est inclus
sous la forme d'un moteur submersible, une pompe (15) entraînée par le moteur (18)
et un dispositif de commande (30) servant à commander l'inversion du sens de marche
de la visseuse en fonction de la pression à la sortie de l'unité hydraulique,
caractérisée
en ce que le moteur (18) est un moteur pneumatique et en ce que le dispositif de commande (30)
est conçu sous la forme d'une commande électronique.
2. Unité hydraulique selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif de commande (30) est logé dans un boîtier anti-explosion (31).
3. Unité hydraulique selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le dispositif de commande (30) est relié par une ligne électrique à une vanne pilote
à commande électrique (26) qui commande une amenée d'air comprimé à la vanne principale
(23) commandant l'inversion du sens de marche.
4. Unité hydraulique selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'unité de commande (30) comprend un accumulateur destiné à l'alimentation en courant
de la commande électrique.