[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen Zustandsbestimmung eines Hydraulikaggregates
zur Versorgung eines Hydraulikzylinders zur Durchführung von Lasthüben.
[0002] In
DE 10 2004 017979 A1 ist ein Verfahren zum winkelgesteuerten Drehen eines Teiles beschrieben, bei dem
ein Hydraulikaggregat einen Druck für den Hydraulikzylinder eines Kraftschraubers
liefert. Das Hydraulikaggregat ist mit einem Steuergerät versehen, welches in Abhängigkeit
von dem erzeugten Druck ein Steuerventil umschaltet. Der Druck steigt bei jedem Lasthub
zunächst mit höherer Steigung und anschließend mit geringerer Steigung, bis der Endanschlag
des Hydraulikzylinders erreicht ist.
[0003] Bei modernen Maschinen und Arbeitsgerätschaften ist es erforderlich, regelmäßig Wartungen
vorzunehmen, bei denen das Gerät untersucht wird, um eventuelle Fehler oder bevorstehende
Fehler festzustellen. Bei einer derartigen Wartung werden auch Verschleißteile ausgewechselt.
Normalerweise erfolgen die Wartungen in regelmäßigen Zeitintervallen bzw. nach einer
bestimmten Anzahl von Betriebsstunden des Gerätes. Eine solche intervallbestimmte
Festlegung von Wartungsarbeiten orientiert sich nur in geringem Umfang an der tatsächlichen
Arbeitslast des Gerätes. So bleibt unberücksichtigt, ob das hydraulische Arbeitsgerät
nur leichte Arbeitshübe ausgeführt hat oder eventuell bis an die Belastungsgrenze
betrieben wurde.
[0004] Für komplexe Anlagen, die unterschiedlichen Lastzuständen unterliegen, wurde das
"Condition Monitoring" entwickelt, bei dem eine Zustandsbestimmung erfolgt, um Anlagenausfälle
zu vermeiden. Der ermittelte Zustand gibt an, wie weit die überwachte Anlage noch
von einem demnächst zu erwartenden Fehler oder Ausfall entfernt ist. Auf diese Weise
ist eine frühe Erkennung schleichender Systemveränderungen und eine Eingrenzung der
Ursachen möglich. Das Condition Monitoring ermöglicht eine zustandsorientierte Instandhaltung
der Anlage und löst die bisher übliche präventive Instandhaltung ab, bei der die Maschine
in festen Wartungsintervallen gewartet wurde. Das Condition Monitoring bietet darüber
hinaus die Möglichkeit einer Online-Zustandsdiagnose.
[0005] In
DE 102 54 819 A1 ist ein Verfahren beschrieben, das ein grenzlastabhängiges teilweises Abschalten
einzelner Funktionen der Systemkomponenten eines Fahrzeugs ermöglicht. Dabei werden
die Betriebsdaten der überwachten und angesteuerten Komponenten zur Ermittlung der
Komponentenbelastung erfasst. Bei den Betriebsdaten kann es sich um die Erfassung
der Einschalthäufigkeit bzw. Einschaltzeit einer Pumpe bzw. des Pumpenmotors in verschiedenen
Druckklassen handeln. Darüber hinaus kann die Temperatur der Hydraulikkomponenten
aufgenommen werden. Als Gesamtbelastung wird die Summe der Belastungen sämtlicher
Komponenten ermittelt. Mit der Feststellung des Überschreitens der zulässigen Belastung
bei wenigstens einer Systemkomponente wird überprüft, ob die Systemkomponente komfortrelevante
Systeme oder sicherheitsrelevante Funktionen ausführt. Bei komfortrelevanten Funktionen
werden Modifikationen der Ansteuerung durchgeführt, während bei sicherheitsrelevanten
Funktionen eine Reduzierung der Ansprechempfindlichkeit realisiert wird.
[0006] JP 59-194215 A beschreibt ein Verfahren zur automatischen Zustandsbestimmung eines Hydrauliksystems,
bei dem für eine Komponente des Systems aus Druck und Zeit eine verschleißbestimmende
Kennzahl berechnet wird, wobei zusammen mit einer Verschleißgrenze ein Verschleißgrad
bestimmt wird.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur automatischen Zustandsbestimmung
eines Hydraulikaggregates eines Kraftschraubers anzugeben, das eine realitätsnahe
Zustandsbestimmung ermöglicht.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch den Patentanspruch 1 definiert. Hiernach
ist vorgesehen, dass für Aggregatekomporienten aus dem Druck und der Dauer des Betriebes
seit Inbetriebnahme jeweils eine verschleißbestimmende Kennzahl berechnet wird, dass
aus der Kennzahl und einer für die Aggregatekomponente festgelegten Verschleißgrenze
jeweils ein Verschleißgrad bestimmt wird und dass für das gesamte Aggregat unter den
[0009] Verschleißgraden aller Aggregatekomponenten das Maximum ermittelt und daraus ein
Gesamt-Verschleißgrad gebildet wird.
[0010] Die Höhe des entstandenen Druckes gibt Aufschluss über die aufgebrachte Leistung,
aus der in Verbindung mit der Dauer des Lasthubes die Arbeit oder eine damit verbundene
Größe bestimmt werden kann. Das Verfahren unterscheidet also die Lasthübe entsprechend
dem Widerstand, der ihnen entgegengesetzt wurde. Daher werden schwergängige Lasthübe
höher bewertet als leichtgängige Lasthübe.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist bestimmt für Hydraulikaggregate zum Betrieb hydraulischer
Kraftschrauber zum Anziehen von Schrauben, Muttern und ähnlichen drehbaren Teilen.
Hierbei hängt der während eines Lasthubes entstehende Druck von dem Widerstand ab,
den das zu drehende Teil der Drehung entgegensetzt.
[0012] Der Verschleißgrad gibt die akkumulierte Arbeitslast an. Dies bedeutet, dass seit
der letzten Wartung alle Arbeitsvorgänge, die mit dem Hydraulikaggregat durchgeführt
werden, zur Vergrößerung des Verschleißgrades beitragen, und zwar entsprechend der
aufgebrachten Arbeit. Ein Hydraulikaggregat, mit dem Schwerarbeit durchgeführt wurde,
erreicht den oberen Grenzwert, die Verschleißgrenze, früher als ein Hydraulikaggregat
mit dem nur leichtgängige Arbeit durchgeführt wurde, jeweils bei gleicher Anzahl von
Betriebsstunden. Der Verschleißgrad ist gewissermaßen ein Maß für die "Erschöpfung"
des Gerätes. Aus dem Verschleißgrad kann die Anzahl der noch bis zum nächsten Wartungsvorgang
möglichen Betriebsstunden berechnet werden. Diese Berechnung erfolgt automatisch in
dem Steuergerät des Hydraulikaggregates. Die Anzeige der noch verfügbaren Betriebsstunden
ist auf Knopfdruck abrufbar. Bei der Berechnung der noch verfügbaren Betriebsstunden
wird die mittlere Schwere der bisherigen Arbeitslast für die zukünftig noch durchzuführenden
Arbeiten zugrundegelegt.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird für die Kennzahl das Zeitintegral
des Druckes gebildet. Hierbei wird die Fläche unter der Druckkurve, die sich bei den
Lasthüben ergibt, ausgewertet. Eine vereinfachte Ausführungsform sieht vor, dass der
Druck und die Dauer eines Lasthubes als Parameter für die Bestimmung bzw. Weiterentwicklung
des Verschleißgrades verarbeitet werden.
[0014] Der Druck und die Dauer eines Lasthubes werden als Parameter für die Bestimmung bzw.
Weiterentwicklung der Zustandsgröße verarbeitet. Dies kann zweckmäßigerweise so geschehen,
dass das Produkt aus Druck und Dauer gebildet wird, um eine Lastgröße des jeweiligen
Lasthubes zu erhalten. Um diese Lastgröße wird der bisherige akkumulierte Verschleißgrad
erhöht.
[0015] Druck und Dauer der Lasthübe sind nicht notwendigerweise die einzigen Parameter,
die die Zustandsgröße beeinflussen. Beispielsweise kann die Gewinnung der Zustandsgröße
außerdem die Anzahl der Lasthübe einbezogen werden oder auch die Temperatur des Hydraulikmediums.
Die Art der Einbeziehung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Beispielsweise
kann jeder Parameter mit einer Gewichtung versehen werden.
[0016] Auch die Signale von Sensoren, welche Fehlermeldungen anzeigen, können in die Gewinnung
der Zustandsgröße einbezogen werden. Beispielsweise würde die häufige Überschreitung
einer Grenztemperatur zu einer außerplanmäßigen Erhöhung der Zustandsgröße führen.
Ferner besteht die Möglichkeit, die Betriebsdauer des Hydraulikaggregates unterhalb
und oberhalb einer Grenztemperatur zu messen. Ein Beispiel hierfür ist: Das Hydraulikaggregat
hat 50 Arbeitsstunden gelaufen, davon 30 Stunden über 50 °C.
[0017] Die Erfindung betrifft ferner ein Hydraulikaggregat zur Versorgung eines Hydraulikzylinders
zur Durchführung von Lasthüben entsprechend dem Patentanspruch 7.
[0018] Das Hydraulikaggregat kann weitere überwachte Parameter erfassen und speichern, wie
beispielsweise die Anzahl der Betriebsstunden von Anbeginn an und von der letzten
Wartung an, das Produkt aus Betriebsdauer, Strom und Spannung des Motors als elektrische
Arbeit, das Produkt aus Betriebsdauer des Motors, Druck und Volumenstrom als hydraulische
Arbeit, das Produkt aus Temperatur und Zeit, den Stromspitzenwert, den Spannungsspitzenwert
und/oder den Spannungsmindestwert, den Temperaturspitzenwert, den Druckspitzenwert
sowie das Produkt aus Volumenstrom und Zeit zur Ermittlung des akkumulierten gepumpten
Volumens.
[0019] Außer der Zustandsbestimmung können weitere Funktionen vorgesehen sein, wie beispielsweise
ein Selbsttest des Hydraulikaggregates. Hierzu werden die beiden Schläuche Vorlauf
und Rücklauf angeschlossen und der Höchstdruck wird auf einen vorgegebenen Wert, z.
B. 400 bar, eingestellt. Durch die Elastizität der an den Enden verschlossenen Schläuche
baut der Druck sich linear mit der Zeit auf, entsprechend einer Referenzkurve, die
aufgezeichnet bzw. gespeichert wird. Dann wird geprüft, ob die gemessene Kurzve den
vorgegebenen Verlauf der Referenzkurve hat.
[0020] Geprüft werden außerdem die Betriebsbereitschaft der Drucksensoren für Vorhub und
Rückhub, der Stromfluss des Motors, der Druckaufbau, nämlich Funktion des Hauptventils,
Funktion der Zahnradpumpe, Funktion der Anzahl der Pumpenelemente sowie die Druckentlastung,
nämlich Funktion des Entlastungsventils.
[0021] An das Steuergerät kann ein Diagnosestecker angesteckt werden zum Auslesen verschleißrelevanter
Daten bzw. der gesamten Gerätehistorie. Auf diese Weise ist der Zustand des Aggregats
jederzeit abrufbar. Die Fehlerdiagnose wird erleichtert, da das Gerät kritische Bedingungen
zwischenspeichert.
[0022] Auch eine Vernetzung des Steuergeräts mit dem Internet oder einem anderen Detennetz
ist möglish. Hier können die Daten aus dem Aggregat beispielsweise täglich an einen
Wartungsserver übermittelt werden. Parameter-Anpassungen können auf dem Wartungsserver
hinterlegt werden und bei der nächsten Diagnose automatisch einprogrammiert werden.
[0023] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert.
[0024] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Ausführungsbeispiel einer Schraubvorrichtung mit einem Hydraulikaggregat
und einem Kraftschrauber zum Drehen einer Schraube,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des Kraftschraubers, der den Kolbenzylinderantrieb enthält,
- Fig. 3
- eine Ansicht des gesamten Hydraulikaggregats einschließlich Fernbedienung und Programmiereinheit
und
- Fig. 4
- ein Zeitdiagramm des Druckverlaufs bei mehreren aufeinanderfolgenden Lasthüben.
[0025] In den Figuren 1 und 2 ist schematisch ein Kraftschrauber 10 dargestellt. Dieser
weist einen hydraulischen Kolbenzylinderantrieb 11 mit einem Hydraulikzylinder 12
und einem darin bewegbarem Kolben 13 auf. Der Kolben ist mit einer Kolbenstange 14
verbunden, und das Ende der Kolbenstange greift an einem Hebel 15 an, welcher mit
einer Rastklinke 15a an der Verzahnung eines Ratschenrades 17 angreift. Das Ratschenrad
17 ist Bestandteil eines Ringstücks 18, das eine Fassung 19 zum Einstecken einer Schlüsselnuss
oder eines zu drehenden Schraubkopfes aufweist. Durch hin- und hergehendes Bewegen
des Kolbens 13 wird das Ringstück 18, und mit diesem die Schraube gedreht. Das Ringstück
18 ist in einem Gehäuse 20 gelagert, das auch den Kolbenzylinderantrieb 11 enthält.
[0026] Der Druck für den Kolbenzylinderantrieb 11 wird von dem in Fig. 1 dargestellten Hydraulikaggregat
25 geliefert, das eine Verdrängerpumpe 26, z. B. eine Zahnradpumpe, einen drehzahlgesteuerten
Synchronmotor und einen Tank enthält. Der Motor treibt die Pumpe 26 an. Das Hydraulikaggregat
25 ist einer Druckleitung 28 und einer Rücklaufleitung 29 angeschlossen. Diese beiden
Leitungen sind über ein Steuerventil 30 mit dem Kolbenzylinderantrieb 11 verbunden.
Durch Umschalten des Steuerventils 30 kann der Kolben 13 entweder vorwärts oder rückwärts
bewegt werden.
[0027] Zur Steuerung des Hydraulikaggregats 25 und des Steuerventils 30 ist das Steuergerät
31 vorgesehen. Dieses enthält einen Frequenzumrichter, der eine variierbare Antriebsfrequenz
für den Motor erzeugt. Das Steuergerät 31 bestimmt somit die Drehzahl der Pumpe 26.
Die Pumpendrehzahl bestimmt den Volumenstrom, der der Druckleitung 28 zugeführt wird.
[0028] An der Druckleitung 28 ist ein Drucksensor 32 vorgesehen, der den Hydraulikdruck
p in der Druckleitung misst. Der Drucksensor ist über eine Leitung 33 mit dem Steuergerät
31 verbunden.
[0029] Das Hydraulikaggregat 25 weist ein Gehäuse 35 auf, welches das Hydrauliköl enthält.
In dem Gehäuse 35 ist eine Pumpe untergebracht, die als Tauchpumpe ausgebildet ist
und den Druck für das Schlauchsystem 28, 29 erzeugt. Es handelt sich um eine volumetrische
Pumpe aus einer Zahnradpumpe oder mehreren, verteilt angeordneten Pumpsegmenten, die
von einem Motor angetrieben werden.
[0030] An der vorderen Stirnseite des Gehäuses 35 befindet sich ein einstellbares Überdruckventil
36 und ein Ansatz 37 für die Schläuche 28 und 29. Dort ist auch der Drucksensor 32
für die Druckleitung 28 vorgesehen. Ein weiterer Drucksensor ist für die Rücklaufleitung
29 vorgesehen.
[0031] Das Steuergerät 31 weist ein Gehäuse auf, in dessen Oberseite ein Display 40 angeordnet
ist. Das Gehäuse ist mit einer Fernbedienung 41 verbunden, mit der eine manuelle Steuerung
des Steuerventils 30 erfolgen kann.
[0032] An das Steuergerät kann ferner die Programmiereinheit 42 angeschlossen werden, die
eine Benutzerschnittstelle bildet mit Tastatur und Display.
[0033] Figur 4 zeigt den Verlauf des Druckes p über der Zeit
τ bei mehreren aufeinanderfolgenden Lasthüben des Kraftschraubers. Es handelt sich
um den Druck, der vom Drucksensor 32 gemessen wird.
[0034] In Figur 4 sind die Lasthübe LH1 - LH4 des Kolbens dargestellt. Jeder Lasthub weist
einen Anfangsabschnitt 45 auf, in dem ein relativ steiler Druckanstieg erfolgt zur
Überwindung der Reibung bzw. zum Erreichen des Zustandes, bei dem der vorhergehende
Lasthub beendet worden war. Es folgt ein Abschnitt 46, in dem die Schraube gedreht
wird. Am Ende des Lasthubes stößt der Kolben 13 gegen den vorderen Anschlag des Zylinders
(Fig. 2). Dadurch entsteht ein steiler Druckaufbau, der durch den Abschnitt 47 repräsentiert
wird. Durch Detektion des steilen Abschnitts 47 wird der Blockierzustand am Ende des
Lasthubes erkannt. Daran schließt sich ein abfallender Abschnitt 48 an, in dem der
Rückhub des Kolbens erfolgt und der Druck p wieder auf 0 geht.
[0035] Bei jedem der Lasthübe LH1 - LH4 ist der Anfangsabschnitt 45 gegenüber dem vorhergehenden
Lasthub verlängert, bis das bei dem Abschnitt 47 erreichte Drehmoment von neuem erreicht
wird. Erst dann beginnt der Abschnitt 46, in dem die Schraube gegen einen Drehwiderstand
gedreht wird.
[0036] Bei einer Ausführungsform wird bei jedem Lasthub die Höhe des entstandenen Druckes
ermittelt und gespeichert. Dies ist der Druck p des Abschnitts 47, bei dem die Umschaltung
vom Lasthub zum Rückhub erfolgt. Hierbei kann entweder der, Anfangspunkt oder der
Endpunkt des kurzen Abschnitts 47 ausgewählt werden. Die Höhe des erreichten Druckes
ist ein Parameter zur Bestimmung der Arbeitslast. Ein anderer Parameter zur Bestimmung
der Arbeitslast ist die Dauer des Lasthubes. Hierbei kann die Dauer vom Beginn des
Anfangsabschnitts 45 bis zum Ende des Abschnitts 46 ausgewertet werden. Es ist aber
auch möglich, nur die Dauer des Abschnitts 46 auszuwerten oder auch die Dauer des
Abschnitts 48, die den Rückhub repräsentiert, einzubeziehen. Vorzugsweise wird die
Dauer der beiden Abschnitte 45 und 46 ausgewertet.
[0037] Das Steuergerät 31 bildet das Produkt aus Druckhöhe und Dauer des Lasthubes und summiert
die so gebildeten Produkte von Lasthub zu Lasthub, so dass eine Zustandsgröße gewonnen
wird, welche den Verschleiß angibt. Wenn diese Zustandsgröße einen vorgegebenen Wert
erreicht hat, ist eine Wartung bzw. Inspektion fällig. Die Differenz zwischen der
Verschleißgrenze und dem augenblicklichen Wert kann angezeigt werden, um daraus die
Nähe des bevorstehenden Wartungszeitpunktes zu bestimmen.
[0038] Die beschriebene Gewinnung der Zustandsgröße, die die akkumulierte Arbeitslast angibt,
stellt nicht notwendigerweise das einzige Kriterium zur Bestimmung des Zeitpunkts
der nächsten Wartung dar. Unabhängig von der akkumulierten Arbeitslast kann die Anzahl
der Lasthübe ein alternatives oder zusätzliches Kriterium darstellen. Andere Kriterien,
wie z. B. die Temperatur des Hydraulikmediums, können zur Durchführung einer Notabschaltung
benutzt werden oder in die Zustandsbestimmung mit einbezogen werden, beispielsweise
indem Lasthübe, in denen die Temperatur einen Schwellenwert übersteigt, eine zusätzliche
Gewichtung erhalten.
[0039] Nachfolgend wird eine zweite Ausführungsform der Erfindung beschrieben, wobei ebenfalls
auf die Figuren 1 - 4 Bezug genommen wird:
[0040] Aus der Ist-Belastung des Hydraulikaggregates werden Kenngrößen errechnet, die Rückschlüsse
auf den (Verschleiß-)Zustand einzelner Aggregatekomponenten zulassen. Hierfür werden
im wesentlichen die bei Verschraubungen erfasste Druck-Zeit-Kennlinie (Fig. 4) hinzugezogen,
dazu eventuell noch Öltemperatur sowie weitere laufend erfasste Messdaten.
[0041] Die Druck-Zeit-Kennlinie enthält unabhängig von der für die Verschraubung verwendeten
Peripherie (Schläuche, Hydraulikantriebe, Schraubgeräte ...) und unabhängig von den
Schraubfällen (Drehmoment, Reibmoment, Steigung ...) die für den Verschleiß des Aggregates
relevanten Daten.
[0042] Auswirkung auf den Verschleiß nehmen insbesondere hohe Drücke, Druckspitzen, Druckschwankungen,
das gepumpte Volumen sowie die hydraulische Leistung; der Einfluss vieler dieser Werte
ändert sich darüber hinaus mit der Arbeitstemperatur, die durch die Öltemperatur hinreichend
genau angenähert ist.
[0043] Der Verschleiß einzelner Komponenten hängt unterschiedlich von diesen Kenngrößen
ab, so wird eine Dichtung vorwiegend mechanisch bei Druckänderungen beansprucht, ein
Pumpenelement dagegen hauptsächlich von der (mechanischen und damit hydraulischen)
Arbeit, die es verrichtet.
[0044] Da sich eine Komponente kontinuierlich mit ihrem Verschleiß über die Zeit verändert,
ergibt ein Integral dieser Kenngrößen über den zeitlichen Verlauf eine gute Aussage
über ihren Verschleiß.
[0045] Daher wird die den Verschleiß einer Aggregatekomponente K
i bestimmende Kennzal z
i seit Inbetriebnahme (
τ = 0) bis zum Zeitpunkt
τ wie folgt berechnet:

mit:
p(τ): Momentandruck zum Zeitpunkt
τ

Ableitung von
p(τ) zum Zeitpunkt
τ ("Steigung", "Änderung")
q(τ): Volumenstrom zum Zeitpunkt
τ (aus
p(τ)) (Baureihenspezifisch zu errechnen)
ϑ(
τ): Öltemperatur zum Zeitpunkt
τ
b0,i,b1,i,b2,i,b3,i,b4,i: Komponentenabhängige Gewichtungsfaktoren und Exponenten für die einzelnen Kennzahlen
[0046] Zu jeder Komponente K
i wird die Kennzahl für die Verschleißgrenze z
i,0 bestimmt, an der eine Wartung notwendig wird. Dann wird für jede Komponente mit

ein Verschleißgrad g
i in Prozent ermittelt.
[0047] Für das Gesamtaggregat ist das Maximum der Verschleißgrade aller n Einzelkomponenten
maßgeblich, also

1. Verfahren zur automatischen Zustandsbestimmung eines Hydraulikaggregates (25) zur
Versorgung eines Kraftschraubers (10), der einen Hydraulikzylinder (12) zur Durchführung
von Lasthüben mit einem unter Druck stehenden Hydraulikmedium aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass für mehrere Aggregatekomponenten (K
i) aus dem Druck (p (
τ)) und der Dauer des Betriebes seit Inbetriebnahme jeweils eine verschleißbestimmende
Kennzahl (z
1) berechnet wird, dass aus der Kennzahl und einer für die Aggregatekomponente festgelegten
Verschleißgrenze (z
i, 0) jeweils ein Verschleißgrad (g
i) bestimmt wird und dass für das gesamte Aggregat unter den Verschleißgraden (g
i) aller Aggregatekömponenten das Maximum

ermittelt und daraus ein Gesamt-Verschleißgrad (G) gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennzahl (zi) aus dem Zeitintegral des Druckes (p (τ)) gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in die Gewinnung der Kennzahl (zi) die Temperatur des Hydraulikmediums einbezogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren für Fehlermeldungen vorgesehen sind und dass die Anzahl der Fehlermeldungen
in die Gewinnung der kennzahl einbezogen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Lasthub das Produkt aus Druck und Dauer gebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebsdauer des Hydraulikaggregates (25) unterhalb und oberhalb einer Grenztemperatur
gemessen und ausgewertet wird.
7. Hydraulikaggregat zur Versorgung eines Kraftschraubers, der einen Hydraulikzylinder
(12) zur Durchführung von Lasthüben aufweist, mit einer Pumpe (26), einem Steuerventil
(30), einem den Druck während eines Lasthubes messenden Drucksensor (32) und einem
Steuergerät (31), das eine Anzeigevorrichtung (40) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuergerät derart ausgebildet ist, dass es für mehrere Aggregatekomponenten
(K
i) aus dem Druck (p (
τ)) und der Zeitdauer des Betriebes seit Inbetriebnahme jeweils eine verschleißbestimmende
Kennzahl (z
i) berechnet, aus der Kennzahl und einer für die Aggregatekomponente festgelegten Verschleißgrenze
(z
i, 0) jeweils einen Verschleißgrad (g
i) bestimmt und für das gesamte Aggregat unter den Verschleißgraden (g
i) aller Aggregatekomponenten das Maximum

und daraus einen Gesamt-Verschleißgrad (G) bildet.
8. Hydraulikaggregat nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (31) derart ausgebildet ist, dass es geeignet ist, einen automatischen
Selbsttest durchzuführen, bei dem die Pumpe (26) einen Druck aufbaut, dessen zeitlicher
Verlauf zur Bestimmung von Fehlern auswertbar ist.
1. A method for automatically determining the condition of a hydraulic aggregate (25)
for powering a power wrench (10) comprising a hydraulic cylinder (12) for performing
load strokes by means of a pressurized hydraulic medium,
characterized in
that, for a plurality of aggregate components (K
i), a respective wear-indicating characteristic number (z
i) is computed from the pressure (p(τ)) and the duration of operation since start-up,
that a respective wear degree (g
i) is determined from said characteristic number and from a wear limit (z
i,0) which has been set for the aggregate component, and that, for the whole aggregate,
the maximum

among the wear degrees (g
i) of all aggregate components is determined and a total wear degree (G) is obtained
on the basis of said maximum.
2. The method according to claim 1, characterized in that the characteristic number (zi) is generated from the time integral of the pressure (p(τ)).
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the temperature of the hydraulic medium is included into the process of obtaining
the characteristic number (zi).
4. The method according to any one of claims 1 - 3, characterized in that sensors for error messages are provided and that the number of error messages is
included into the process of obtaining the characteristic number.
5. The method according to any one of claims 1 - 4, characterized in that, for each load stroke, the product of pressure and duration is computed.
6. The method according to any one of claims 1 - 5, characterized in that the duration of operation of the hydraulic aggregate (25) above and below a limit
temperature is measured and evaluated.
7. A hydraulic aggregate for powering a power wrench comprising a hydraulic cylinder
(12) for performing load strokes, said hydraulic aggregate comprising a pump (26),
a control valve (30), a pressure sensor (32) for measuring the pressure during a load
stroke, and a control device (31) including a display means (40),
characterized in
that said control device is configured to compute, for a plurality of aggregate components
(K
i), a respective wear-indicating characteristic number (z
i) from the pressure (p(τ)) and the duration of operation since start-up, to determine
a respective wear degree (g
i) from said characteristic number and from a wear limit (z
i,0) which has been set for the aggregate component, and to determine, for the whole
aggregate, the maximum

among the wear degrees (g
i) of all aggregate components and, therefrom, a total wear degree (G).
8. The hydraulic aggregate according to claim 7, characterized in that said control device (31) is configured in a suitable manner to perform an automatic
self-test wherein the pump (26) builds up a pressure whose temporal development can
be evaluated for error determination.
1. Procédé de détermination automatique de l'état d'une unité hydraulique (25) servant
à l'alimentation d'une visseuse hydraulique (10) qui comporte un cylindre hydraulique
(12) destiné à soulever des charge au moyen d'un fluide hydraulique sous pression,
caractérisé en ce que
l'on calcule à chaque fois, pour plusieurs composants (K
i) de l'unité, à partir de la pression (p(τ)) et de la durée de fonctionnement depuis
la mise en service, une caractéristique (z
i) déterminant l'usure,
l'on détermine à partir de la caractéristique et d'une limite d'usure (z
i, 0), déterminée pour le composant de l'unité, un degré d'usure (g
i) et
l'on détermine pour toute l'unité, à partir des degrés d'usure (g
i) de tous les composants de l'unité, le maximum

à partir duquel l'on forme ci un degré d'usure total (G).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la caractéristique (zi) est formée par intégration de la pression (p(τ)) par rapport au temps.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on obtient la caractéristique (zi) en incluant la température du fluide hydraulique.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il est prévu des capteurs destinés à des messages d'erreur, et en ce que l'on obtient la caractéristique en incluant le nombre de messages d'erreur.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on forme pour chaque soulèvement de charge le produit de la pression et du temps.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on mesure et l'on évalue la durée de fonctionnement de l'unité hydraulique (25)
au-dessous et au-dessus d'une température limite.
7. Unité hydraulique destinée à l'alimentation d'un visseuse hydraulique qui comporte
un cylindre hydraulique (12) servant à soulever des charges, comprenant une pompe
(26), une soupape de commande (30), un capteur de pression (32) mesurant la pression
pendant le soulèvement d'une charge et une unité de commande (31) qui comporte un
dispositif d'affichage (40),
caractérisé en ce que
l'unité de commande est conçue de façon à calculer à chaque fois, pour plusieurs composants
(K
i) de l'unité, à partir de la pression (p(τ)) et de la durée de fonctionnement depuis
la mise en service, une caractéristique (z
i) déterminant l'usure, à déterminer à partir de la caractéristique et d'une limite
d'usure (z
i, 0), déterminée pour le composant de l'unité, un degré d'usure (g
i) et à déterminer pour toute l'unité, à partir des degrés d'usure (g
i) de tous les composants de l'unité, le maximum

à partir duquel un degré d'usure total (G) est formé.
8. Unité hydraulique selon la revendication 7, caractérisée en ce que l'unité de commande (31) est conçue de façon à être adaptée pour effectuer un test
automatique dans lequel la pompe (26) accumule une pression dont le profil dans le
temps est évalué pour détermination des erreurs.