[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 zur Justierung einer zum Einsatz in einem Fahrzeug bestimmten motorischen Stellvorrichtung,
insbesondere eines elektrischen Fensterhebers, in Hinblick auf eine Endstellung. Die
Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine zur Durchführung des Verfahrens vorgesehene
Stellvorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 8.
[0002] Ein gattungsgemäßes Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung sind aus
DE 100 14 072 A1 bekannt.
[0003] Motorische Stellvorrichtungen kommen im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik insbesondere
als motorische Fensterheber zum Einsatz. Die Erfindung bezieht sich ferner aber auch
auf Stellvorrichtungen, die zur motorischen Verstellung von Schiebedächern, Fahrzeugtüren,
Sitzen oder sonstigen Fahrzeugteilen vorgesehen sind.
[0004] Eine solche Stellvorrichtung umfasst üblicherweise einen elektrischen Stellmotor,
der über eine Stellmechanik mit dem zu verstellenden Fahrzeugteil, insbesondere also
einer Fahrzeugscheibe derart gekoppelt ist, dass das nachfolgend als Stellelement
bezeichnete Fahrzeugteil entlang eines vorgegebenen Verfahrweges zwischen zwei Endstellungen
verfahrbar ist. Die Stellvorrichtung umfasst weiterhin in der Regel einen Sensor zur
Erfassung einer Stellgeschwindigkeitsmessgröße und eine Steuereinheit zur Ansteuerung
des Stellmotors, der die Stellgeschwindigkeitsmessgröße - insbesondere zur Erkennung
eines Einklemmfalles - als Eingangssignal zugeführt ist. Im Falle eines Fensterhebers
sind die Endstellungen durch die Schließstellung und die Öffnungsstellung der Fahrzeugscheibe
vorgegeben. Die Stellmechanik einer solchen Stellvorrichtung umfasst üblicherweise
eine mit der Antriebswelle des Stellmotors gekoppelte Antriebsschnecke sowie ein mit
dieser kämmendes Schneckenrad.
[0005] Um Fertigungstoleranzen auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Fensterscheibe
im Betrieb der Stellvorrichtung stets vollständig geschlossen wird, ist bei einem
Fensterheber oft zumindest die Schließstellung nicht fest vorgegeben. Vielmehr wird
die Stellvorrichtung für den Fensterheber erst nach dem Einbau in ein Fahrzeug auf
die Schließstellung der Fahrzeugscheibe justiert. Man spricht in Bezug auf diesen
Justiervorgang auch von "Anlernen" der Stellvorrichtung. Zum Anlernen wird die Fahrzeugscheibe
in Richtung der Schließstellung verfahren, bis sie sich gegen das Fahrzeuggestell
verklemmt. Das Erreichen der Schließstellung wird hierbei daran erkannt, dass die
Stellgeschwindigkeit - oder zumindest eine hierfür charakteristische Messgröße - zum
Erliegen kommt. Die solchermaßen ermittelte Schließstellung der Fensterscheibe wird
üblicherweise in einer Steuereinheit der Stellvorrichtung hinterlegt. Im Normalbetrieb
wird dann die Fensterscheibe durch die Stellvorrichtung meist kurz vor dem Anschlag
an dem Fahrzeuggestell festgehalten. Der oben beschriebene Justiervorgang wird aber
üblicherweise regelmäßig, z.B. nach jeweils 50 Lastzyklen, wiederholt. Die wiederholte
Justage der Stellvorrichtung wird auch als "Nachlernen" bezeichnet.
[0006] Bei einigen Fahrzeugmodellen ist alternativ hierzu auch von vornherein vorgesehen,
dass die Fahrzeugscheibe durch die Stellvorrichtung stets bis zum Anschlag verfahren
wird.
[0007] Wird die Fahrzeugscheibe bis zum Anschlag verfahren, so wird die von dem Fahrzeuggestell
auf die Fahrzeugscheibe übertragene mechanische Spannung von der Stellvorrichtung
aufgenommen. Hierdurch wird insbesondere das Schneckenrad der Stellmechanik gegenüber
der Antriebsschnecke mit einem Moment von typischerweise bis zu 5 - 20 Nm verspannt.
Aufgrund dieser Spannung kann es zu einer Verformung des üblicherweise aus Kunststoff
bestehenden Schneckenrades kommen. Diese Verformung kann die Funktion der Stellvorrichtung
beeinträchtigen. Insbesondere kann eine Verformung des Schneckenrades zu einem unrunden
Lauf der Stellmechanik führen. Dies wiederum kann weitere Funktionen der Stellvorrichtung,
z.B. die Funktion eines gegebenenfalls vorgesehenen automatischen Einklemmschutzes
beeinträchtigen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Justierung einer Stellvorrichtung
der oben genannten Art in Hinblick auf eine Endstellung anzugeben, das einfach realisierbar
ist und dabei beschädigungsanfällige mechanische Komponenten der Stellvorrichtung,
insbesondere Komponenten aus Kunststoff, Gummi, oder dergleichen schont. Der Erfindung
liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine zur Durchführung dieses Verfahrens besonders
geeignete Vorrichtung anzugeben.
[0009] Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale
des Anspruchs 1. Danach ist vorgesehen, dass in einem Justierschritt die Stellvorrichtung
unter Erfassung und Analyse einer Stellgeschwindigkeitsmessgröße derart betrieben
wird, dass das zu verstellende Stellelement in Richtung auf eine zu bestimmende Endstellung
verfahren wird, wobei das Erreichen der Endstellung daran erkannt wird, dass der Wert
der Stellgeschwindigkeitsmessgröße einen vorgegebenen Schwellwert erreicht oder unterschreitet.
Erfindungsgemäß wird hierbei vor oder während des Justierschritts eine für die Temperatur
der Stellvorrichtung charakteristische Temperaturkenngröße ausgewertet, wobei der
Justierschritt nur dann ausgeführt wird, wenn der Wert der Temperaturkenngröße eine
vorgegebene obere Grenztemperatur nicht überschreitet.
[0010] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die aufgabengemäß zu schonenden
mechanischen Komponenten der Stellvorrichtung, insbesondere das erfahrungsgemäß besonders
anfällige Schneckenrad, vor allem bei hohen Temperaturen besonders anfällig für eine
Verformung sind. Bei einer hohen Außentemperatur und/oder unter starker Sonneneinstrahlung
kann es in den typischen Einbauumgebungen einer Stellvorrichtung, insbesondere in
einer Fahrzeugtür, durchaus zu Temperaturen kommen, die 80°C erreichen oder überschreiten.
Unter diesen Umständen ist der Kunststoff des Schneckenrades bzw. gegebenenfalls weiterer
Kunststoffkomponenten der Stellmechanik verhältnismäßig weich und neigt unter mechanischer
Verspannung zu plastischer Verformung.
[0011] Indem erfindungsgemäß der Justierschritt nur innerhalb eines vorgegebenen Temperaturintervalls
zugelassen wird, wird das Risiko einer Beschädigung der Stellmechanik signifikant
reduziert, ohne dass hinsichtlich der Stellmechanik von der üblichen Bauart und hinsichtlich
des eigentlichen Justierschritts von der üblichen Durchführung abgewichen werden müsste.
Insbesondere erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren, Kunststoffteile, die aufgrund
ihrer Herstellungskosten und ihres Gewichts besonders vorteilhaft sind, als Bestandteil
einer Stellmechanik zu verwenden, ohne das herkömmlicherweise mit dem Anlernen bzw.
Nachlernen einhergehende Beschädigungsrisiko in Kauf nehmen zu müssen.
[0012] Der oben verwendete Begriff "Stellgeschwindigkeitsmessgröße" umfasst die Stellgeschwindigkeit
des Stellelements selbst sowie jede Größe, aus der diese Stellgeschwindigkeit ableitbar
ist, insbesondere die Drehzahl des Stellmotors, den Motorstrom des Stellmotors, etc.
Ebenso umfasst der Begriff "Temperaturkenngröße" die am bestimmungsgemäßen Einbauort
der Stellvorrichtung herrschende Temperatur sowie jede Größe, aus der diese Temperatur
ableitbar ist.
[0013] Insbesondere wird in einer bevorzugten Variante des Verfahrens die Temperatur der
Stellvorrichtung durch einen vorrichtungsinternen oder-externen Temperatursensor direkt
erfasst. Alternativ hierzu wird als Temperaturkenngröße eine Fahrzeuginnenoder Fahrzeugaußentemperatur
herangezogen. Die Fahrzeuginnen- oder Fahrzeugaußentemperatur wird hierbei bevorzugt
im Rahmen eines externen Fahrzeugbestandteils, z.B. eines Bordcomputers, erfasst und
der Stellvorrichtung über eine CAN-Bus-Leitung oder eine sonstige Datenübertragungsverbindung
zur Verfügung gestellt. Wiederum alternativ ist vorgesehen, dass als Temperaturkenngröße
eine berechnete Stellmotortemperatur herangezogen wird. Diese Stellmotortemperatur
wird im Rahmen einer herkömmlichen Stellvorrichtung häufig ohnehin durch einen dort
standardgemäß vorgesehenen Überhitzungsschutz gerechnet und steht somit im Rahmen
vieler herkömmlicher Stellvorrichtungen bereits zur Verfügung.
[0014] Der als Bedingung für die Erkennung der Endstellung herangezogene Schwellwert der
Stellgeschwindigkeitsmessgröße ist bevorzugt auf Null gesetzt, so dass in diesem Fall
das Erreichen der Endstellung daran erkannt wird, dass die Stellgeschwindigkeit vollständig
zum Erliegen kommt. Um Messfehler auszuschließen, ist dabei optional vorgesehen, dass
erst dann auf das Erreichen der Endstellung erkannt wird, wenn die Stellgeschwindigkeitsmessgröße
den Schwellwert, insbesondere also den Wert Null, für eine eine vorgegebene Verzögerungszeit
überdauernde Zeitspanne erreicht bzw. unterschreitet.
[0015] In bevorzugter Ausführung des Verfahrens ist die obere Grenztemperatur zweckmäßigerweise
auf einen Wert zwischen 40°C und 60°C, insbesondere auf 50°C festgelegt.
[0016] Erkanntermaßen können ferner auch zu kalte Temperaturen eine Beschädigung des Schneckenrades
oder anderer Kunststoffkomponenten der Stellmechanik fördern, zumal dann das Kunststoffmaterial
besonders spröde ist und zum Abbrechen neigt. Zu tiefe Temperaturen könnten unter
Umständen zudem dafür sorgen, dass der obere Anschlag nicht angefahren wird und dass
somit eine fehlerhafte Nachnormierung stattfindet.
[0017] Zusätzlich zu der oberen Grenztemperatur ist daher in einer vorteilhaften Ausführung
des Verfahrens eine untere Grenztemperatur festgelegt, wobei der Justierschritt in
dieser Ausführung nur dann ausgeführt wird, wenn der Wert der Temperaturkenngröße
diese untere Grenztemperatur nicht unterschreitet, wenn also der Wert der Temperaturkenngröße
innerhalb des durch die untere Grenztemperatur und die obere Grenztemperatur vorgegebenen
Temperaturintervalls liegt. Diese untere Grenztemperatur ist bevorzugt auf einen Wert
zwischen -40°C und +10°C, insbesondere auf 0°C festgelegt.
[0018] Bezüglich der zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens ausgebildeten
Stellvorrichtung wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs
8. Danach umfasst die Stellvorrichtung einen Stellmotor sowie eine mit diesem gekoppelte
Stellmechanik zur Verfahrung eines Stellelements zwischen zwei Endstellungen. Die
Stellvorrichtung umfasst weiterhin einen Sensor zur Erfassung einer Stellgeschwindigkeitsmessgröße
im oben definierten Sinne. Die Stellvorrichtung umfasst weiterhin eine Steuereinheit
zur Ansteuerung des Stellmotors, der die Stellgeschwindigkeitsmessgröße des Eingangssignals
zugeführt ist. Erfindungsgemäß ist die Steuereinheit, bei der es sich bevorzugt um
einen integrierten Schaltkreis oder einen Mikrocontroller handelt, schaltungstechnisch
und/oder programmtechnisch dazu ausgebildet, in einem Justiermodus das oben beschriebene
Verfahren durchzuführen.
[0019] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
beschrieben. Darin zeigt die einzige Figur schematisch eine als Fensterheber ausgebildete
Stellvorrichtung 1 für eine Fahrzeugscheibe 2 eines Kraftfahrzeugs.
[0020] Die Stellvorrichtung umfasst einen elektrischen Stellmotor 3, der über eine Stellmechanik
4 derart mechanisch mit der Fahrzeugscheibe 2 gekoppelt ist, dass die Fahrzeugscheibe
2 durch den Stellmotor 3 entlang eines Verfahrweges 5 zwischen zwei Endstellungen,
nämlich einer Öffnungsstellung 6 und einer Schließstellung 7, verfahrbar ist.
[0021] Die Stellmechanik 4 umfasst insbesondere eine auf eine Antriebswelle 8 des Stellmotors
3 aufgebrachte Antriebsschnecke 9, die mit einem aus einem Kunststoffmaterial bestehenden
Schneckenrad 10 kämmt.
[0022] Die Stellvorrichtung 1 umfasst weiterhin eine Steuereinheit 11 in Form eines Mikrocontrollers
sowie einen Drehstellungssensor 12.
[0023] Der Drehstellungssensor 12 umfasst in bevorzugter Ausführung der Stellvorrichtung
1 einen auf der Antriebswelle 8 aufgebrachten mehrpoligen Ringmagneten 13 sowie einen
mit diesem zusammenwirkenden Hallsensor 14. Im Betrieb des Stellmotors 3 erzeugt der
Ringmagnet 13 in Zusammenwirkung mit dem Hallsensor 14 ein periodisch oszillierendes
Messsignal, aus dem in an sich bekannter Weise die Drehzahl des Stellmotors 3 berechnet
werden kann. Die Drehzahl des Stellmotors 3 ist wiederum proportional zu der Stellgeschwindigkeit
der Fahrzeugscheibe 2. Das von dem Hallsensor 14 ausgegebene Messsignal stellt daher
eine Stellgeschwindigkeitsmessgröße U im Sinne der obigen Definition dar. Diese Stellgeschwindigkeitsmessgröße
U wird der Steuereinheit 11 als Eingangssignal zugeführt.
[0024] Die Steuereinheit 11 steuert wiederum den Stellmotor 3 mittels eines Steuersignals
C an, so dass - je nach Inhalt des Steuersignals C - die Fensterscheibe entlang des
Verfahrweges in Richtung der Öffnungsstellung 6 oder in Richtung der Schließstellung
7 verfahren wird.
[0025] In der Steuereinheit 11 ist hierzu ein (nicht näher dargestelltes) Steuerprogramm
implementiert. Dieses Steuerprogramm umfasst einen Normalbetriebsmodus sowie zusätzlich
einen Justiermodus.
[0026] In dem Normalbetriebsmodus berechnet die Steuereinheit 11 anhand der Stellgeschwindigkeitsmessgröße
U die aktuelle Position der Fahrzeugscheibe 2 und vergleicht diese aktuelle Position
mit hinterlegten Referenzwerten für die Öffnungsstellung 6 und die Schließstellung
7. Hierbei beendet die Stellvorrichtung 1 im Normalbetriebsmodus einen Schließvorgang
stets dann, wenn die errechnete aktuelle Scheibenposition einen vorgegebenen Mindestabstand
zu dem hinterlegten Referenzwert für die Schließstellung 7 erreicht. Die Fahrzeugscheibe
2 wird im Normalbetriebsmodus also beim Schließen standardmäßig kurz vor dem Anschlagen
an dem Fahrzeuggestell angehalten.
[0027] In dem Justiermodus bestimmt die Steuereinheit 11 dagegen die tatsächliche Schließstellung
7 der Fahrzeugscheibe 2 und hinterlegt einen entsprechenden Referenzwert für die spätere
Verwendung in dem Normalbetriebsmodus.
[0028] In dem Justiermodus steuert die Steuereinheit 11 den Stellmotor 3 derart an, dass
die Fahrzeugscheibe 2 in Richtung der Schließstellung 7 verfahren wird, bis die Schließstellung
7 tatsächlich erreicht ist und die Fahrzeugscheibe 2 entsprechend gegen das Fahrzeuggestell
anschlägt. Durch das Anschlagen der Fahrzeugscheibe 2 an dem Fahrzeuggestell wird
die Stellgeschwindigkeit notwendigerweise auf Null reduziert. Die Steuereinheit 11
erkennt entsprechend das Erreichen der Schließstellung 7 daran, dass die Stellgeschwindigkeitsmessgröße
U für ein vorgegebenes Zeitintervall auf Null abfällt.
[0029] Sobald die Steuereinheit 11 solchermaßen das Erreichen der Schließstellung 7 detektiert
hat, stoppt sie den Vorschub des Stellmotors 3 und hinterlegt die errechnete aktuelle
Scheibenposition als Referenzwert für die Schließstellung 7.
[0030] Der vorstehend beschriebene Justiervorgang wird erstmalig nach dem Einbau der Stellvorrichtung
1 in einem Kraftfahrzeug durchgeführt, um die Stellvorrichtung 1 auf die Schließstellung
7 anzulernen, und somit einen initialen Referenzwert für den anschließenden Betrieb
der Stellvorrichtung 1 im Normalbetriebsmodus zu erzeugen.
[0031] Das Steuerprogramm ist zudem aber dazu ausgebildet, den Justiervorgang von Zeit zu
Zeit zu wiederholen, um den der Schließstellung 7 entsprechenden Referenzwert zu überprüfen
und gegebenenfalls anzupassen. Das Steuerprogramm schaltet hierzu zur Durchführung
jedes n-ten Schließvorgangs automatisch von dem Normalbetriebsmodus in den Justiermodus.
Der Buchstabe n steht hierbei für eine ganze, im Rahmen des Steuerprogramms vorgebbare
Zahl. Standardmäßig ist n auf den Wert 50 gesetzt, so dass der Justiervorgang standardmäßig
bei jedem fünfzigsten Schließvorgang gestartet wird.
[0032] In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Stellvorrichtung 1 zusätzlich einen
Temperatursensor 15, der die in der Einbauumgebung der Stellvorrichtung 1 herrschende
Temperatur als Temperaturkenngröße T erfasst und der Steuereinheit 11 als Eingangssignal
zuführt.
[0033] Das Steuerprogramm wertet diese Temperaturkenngröße jeweils nach dem Eintritt in
den Justiermodus aus und vergleicht hierbei die Temperaturmessgröße mit hinterlegten
Grenztemperaturen. Eine obere Grenztemperatur ist hierbei beispielsweise auf 50°C,
eine untere Grenztemperatur beispielsweise auf 0°C festgelegt. Das Steuerprogramm
führt hierbei den oben beschriebenen Justiervorgang nur dann durch, wenn der Wert
der Temperaturkenngröße innerhalb des durch die untere und obere Grenztemperatur definierten
Temperaturintervalls liegt. Ansonsten schaltet das Steuerprogramm für den anstehenden
Schließvorgang in den Normalbetriebsmodus zurück.
[0034] Der Justiervorgang einschließlich der vorausgehenden Temperaturprüfung wird in diesem
Fall im Zuge des nächstfolgenden Schließvorgangs wiederholt.
[0035] Um die Stellvorrichtung 1 auf Fahrzeugmodelle umzurüsten, bei denen die Fahrzeugscheibe
2 bestimmungsgemäß stets bis zum Anschlag verfahren werden soll, genügt es, die oben
eingeführte Variable n einfach auf den Wert 1 zu setzen. In diesem Fall wird die Stellvorrichtung
1 standardmäßig in dem Justiermodus betrieben, solange das zulässige Temperaturintervall
nicht verlassen wird.
[0036] Abweichend von der oben beschriebenen Ausführungsform kann der Temperatursensor 15
auch in der Steuereinheit 11 integriert sein.
[0037] Alternativ hierzu kann anstelle des von dem Temperatursensor 15 zur Verfügung gestellten
Messwerts eine Fahrzeuginnen- oder Fahrzeugaußentemperatur als Temperaturkenngröße
herangezogen werden. Diese wird der Steuereinheit 11 von einem Bordcomputer bevorzugt
über eine CAN- oder LIN-Busleitung zur Verfügung gestellt.
[0038] Wiederum alternativ kann als Temperaturkenngröße auch eine von einem (nicht näher
dargestellten) Überhitzungsschutzmodul berechnete Stellmotortemperatur herangezogen
werden. Letzteres kann als separates Bauteil der Stellvorrichtung 1 oder als Softwarebestandteil
der Steuereinheit 11 ausgebildet sein.
[0039] Das beschriebene Justierverfahren kann analog auch zur Bestimmung der Öffnungsstellung
6 herangezogen werden.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Stellvorrichtung
- 2
- Fahrzeugscheibe
- 3
- Stellmotor
- 4
- Stellmechanik
- 5
- Verfahrweg
- 6
- Öffnungsstellung
- 7
- Schließstellung
- 8
- Antriebswelle
- 9
- Antriebsschnecke
- 10
- Schneckenrad
- 11
- Steuereinheit
- 12
- Drehstellungssensor
- 13
- Multipolscheibe
- 14
- Hallsensor
- 15
- Temperatursensor
- C
- Steuersignal
- U
- Stellgeschwindigkeitsmessgröße
1. Verfahren zur Justierung einer zum Einsatz in einem Fahrzeug bestimmten motorischen
Stellvorrichtung (1) in Hinblick auf eine Endstellung (6,7) eines zu verstellenden
Stellelements (2),
- bei dem in einem Justierschritt die Stellvorrichtung (1) unter Erfassung und Analyse
einer Stellgeschwindigkeitsmessgröße (U) derart betrieben wird, dass das Stellelement
(2) in Richtung auf die Endstellung (6,7) verfahren wird, und
- bei dem das Erreichen der Endstellung (6,7) daran erkannt wird, dass der Wert der
Stellgeschwindigkeitsmessgröße (U) einen vorgegebenen Schwellwert erreicht oder unterschreitet,
- wobei vor und/oder während des Justierschritts eine für die Temperatur der Stellvorrichtung
(1) charakteristische Temperaturkenngröße (T) ausgewertet wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Justierschritt nur dann ausgeführt wird, wenn der Wert der Temperaturkenngröße
(T) eine obere Grenztemperatur nicht überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei die obere Grenztemperatur auf einen Wert zwischen 40°C und 60°C, insbesondere
auf 50°C festgelegt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Justierschritt nur dann ausgeführt wird, wenn der Wert der Temperaturkerngröße
(T) eine untere Grenztemperatur nicht unterschreitet.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
wobei die untere Grenztemperatur auf einen Wert zwischen -40°C und +10°C, insbesondere
auf 0°C festgelegt ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei als Temperaturkenngröße (T) die Temperatur der Stellvorrichtung (T) durch einen
Temperatursensor (15) erfasst wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei als Temperaturkenngröße (T) eine Fahrzeuginnentemperatur oder eine Fahrzeugaußentemperatur
herangezogen wird,
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei als Temperaturkenngröße (T) eine berechnete Stellmotortemperatur herangezogen
wird.
8. Stellvorrichtung (1), insbesondere Fensterheber,
- mit einem Stellmotor (3),
- mit einer mit dem Stellmotor (3) gekoppelten Stellmechanik (4) zur Verfahrung eines
Stellelements (2) zwischen einer Öffnungsstellung (6) und einer Schließstellung (7),
- mit einem Sensor (12) zur Erfassung einer Stellgeschwindigkeitsmessgröße (U) und
- mit einer Steuereinheit (11) zur Ansteuerung des Stellmotors (3), der die Stellgeschwindigkeitsmessgröße
(U) sowie eine für die Temperatur der Stellvorrichtung (1) charakteristische Temperaturmessgröße
(T) als Eingangssignal zugeführt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Steuereinheit (11) ein Steuerprogramm implementiert ist, das einen Normalbetriebsmodus
und einen Justiermodus umfasst,
- wobei die Steuereinheit (11) bei dem Betrieb in dem Normalbetriebsmodus anhand der
Stellgeschwindigkeitsmessgröße (U) die aktuelle Position des Stellelements (2) berechnet,
diese aktuelle Position mit hinterlegten Referenzwerten für die Öffnungsstellung (6)
und die Schließstellung (7) vergleicht, und einen Schließvorgang stets dann beendet,
wenn die errechnete aktuelle Position einen vorgegebenen Mindestabstand zu dem hinterlegten
Referenzwert für die Schließstellung erreicht, und
- wobei die Steuereinheit (11) bei dem Betrieb in dem Justiermodus in einem Justierschritt
während eines Schließvorgangs den Stellmotor (3) erst dann stoppt, wenn die Schließstellung
(7) erreicht ist, wobei die Steuereinrichtung das Erreichen der Schließstellung (7)
daran erkennt, dass der Wert der Stellgeschwindigkeitsmessgröße (U) einen vorgegebenen
Schwellwert erreicht oder unterschreitet,
- wobei die Steuereinheit (11) vor oder während des Betriebs im Justiermodus die Temperaturkenngröße
(T) auswertet, und
wobei die Steuereinheit (11) den Justierschritt nur dann ausführt, wenn der Wert der
Temperaturkenngröße (T) eine obere Grenztemperatur nicht überschreitet.
1. Method to calibrate a motor adjustment device (1), determined for use in a vehicle,
with regard to an end position (6, 7) of an adjustment element (2) to be adjusted,
- in which, in one calibration step, the adjustment device (1) is driven by determining
and analysing an adjustment speed measured value (U) in such a way that the adjustment
element (2) travels in the direction of the end position (6, 7), and
- in which reaching the end position (6, 7) is recognised by the value of the adjustment
speed measured value (U) reaching or falling below a predetermined threshold value,
- wherein before and/or during the calibration step, a temperature parameter (T) that
is characteristic for the temperature of the adjustment device (1) is analysed,
characterised in that,
the calibration step is then carried out if the value of the temperature parameter
(T) does not exceed an upper temperature limit.
2. Method according to claim 1,
wherein the upper temperature limit is set at a value between 40°C and 60°C, in particular
at 50°C.
3. Method according to claim 1 or 2,
wherein the calibration step is only then carried out if the value of the temperature
parameter (T) does not fall below a lower temperature limit.
4. Method according to claim 3,
wherein the lower temperature limit is set at a value of between -40°C and +10°C,
in particular at 0°C.
5. Method according to one of claims 1 to 4,
wherein, as a temperature parameter (T), the temperature of the adjustment device
(T) is detected by a temperature sensor (15).
6. Method according to one of claims 1 to 4,
wherein, as a temperature parameter (T), a vehicle inner temperature or a vehicle
outer temperature is used.
7. Method according to one of claims 1 to 4,
wherein, as a temperature parameter (T), a calculated adjustment motor temperature
is used.
8. Adjustment device (1), in particular a window lifter,
- having a servo motor (3)
- having an adjustment mechanism (4) coupled to the adjustment motor (3) to move an
adjustment element (2) between an open position (6) and a closed position (7),
- having a sensor (12) for the detection of an adjustment speed measured value (U)
and
- having a control device (11) for the control of the servo motor (3), to which the
adjustment speed measured value (U) as well as a temperature measured value (T), characteristic
for the temperature of the adjustment device (1), are supplied as an input signal,
characterised in that,
a control programme is implemented in the control unit (11), which comprises a normal
operating mode and a calibration mode,
- wherein, during operation in the normal operating mode, the control unit (11) calculates
the current position of the adjustment element (2) by means of the adjustment speed
measured value (U), compares this current position with filed reference values for
the open position (6) and the closed position (7), and then always ends a closing
procedure if the calculated current position reaches a predetermined minimum distance
to the filed reference value for the closed position, and
- wherein, during operation in the calibration mode, the control unit (11) only then
stops the adjustment motor (3) in a calibration step during a closing procedure, if
the closed position (7) is reached, wherein the control device recognises that the
closed position (7) has been reached in that the value of the adjustment speed measured value (U) reaches or falls below a predetermined
threshold value,
- wherein the control unit (11) analyses the temperature parameter (T) before or during
the operation in the calibration mode, and
- wherein the control unit (11) only then carries out the calibration step if the
value of the temperature parameter (T) exceeds an upper limit temperature.
1. Procédé pour assurer dans un dispositif de déplacement de réglage (1) à moteur, destiné
à une utilisation dans un véhicule, un réglage d'ajustement de la position extrême
(6, 7) d'un élément déplaçable (2) devant être déplacé, procédé
- d'après lequel, au cours d'une étape de réglage d'ajustement, on fait fonctionner
le dispositif de déplacement de réglage (1), en relevant et en analysant une grandeur
de mesure de vitesse de déplacement (U), de façon à ce que l'élément déplaçable (2)
soit déplacé en direction de la position extrême (6, 7), et
- d'après lequel on détecte 1'arrivée à la position extrême (6, 7) par le fait que
la valeur de la grandeur de mesure de vitesse de déplacement (U) atteint une valeur
de seuil prescrite ou se situe en-dessous de celle-ci,
- une grandeur caractéristique de température (T), qui est caractéristique de la température
du dispositif de déplacement de réglage (1), étant traitée et évaluée avant et/ou
pendant l'étape de réglage d'ajustement,
caractérisé
en ce que l'étape de réglage d'ajustement n'est exécutée que lorsque la valeur de la grandeur
caractéristique de température (T) ne dépasse pas une température limite supérieure.
2. Procédé selon la revendication 1,
d'après lequel la température limite supérieure est fixée à une valeur entre 40°C
et 60°C, notamment à 50°C.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2,
d'après lequel l'étape de réglage d'ajustement n'est exécutée que lorsque la valeur
de la grandeur caractéristique de température (T) ne se situe pas en-dessous d'une
température limite inférieure.
4. Procédé selon la revendication 3,
d'après lequel la température limite inférieure est fixée à une valeur entre -40°C
et +10°C, notamment à 0°C.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
d'après lequel, en guise de grandeur caractéristique de température (T), on relève
la température du dispositif de déplacement de réglage (T), par un capteur de température
(15).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
d'après lequel, en guise de grandeur caractéristique de température (T), on utilise
une température intérieure de véhicule ou une température extérieure de véhicule.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
d'après lequel, en guise de grandeur caractéristique de température (T), on utilise
une température calculée du moteur de déplacement de réglage.
8. Dispositif de déplacement de réglage (1), notamment lève-vitre,
- comprenant un moteur de déplacement de réglage (3),
- comprenant un mécanisme de déplacement de réglage (4) couplé au moteur de déplacement
de réglage (3) pour déplacer un élément déplaçable (2) entre une position d'ouverture
(6) et une position de fermeture (7),
- comprenant un capteur (12) pour relever une grandeur de mesure de vitesse de déplacement
(U), et
- comprenant une unité de commande (11), qui est destinée à commander le moteur de
déplacement de réglage (3), et à laquelle sont amenés, en guise de signal d'entrée,
la grandeur de mesure de vitesse de déplacement (U) ainsi qu'une grandeur caractéristique
de température (T), qui est caractéristique de la température du dispositif de déplacement
de réglage (1),
caractérisé
en ce que dans l'unité de commande (11) est implémenté un programme de commande, qui englobe
un mode de fonctionnement normal et un mode de réglage d'ajustement, et
- l'unité de commande (11), lors du fonctionnement dans le mode de fonctionnement
normal, calcule la position actuelle de l'élément déplaçable (2) au regard de la grandeur
de mesure de vitesse de déplacement (U), compare cette position actuelle avec des
valeurs de référence consignées pour la position d'ouverture (6) et la position de
fermeture (7), et termine toujours une phase de fermeture lorsque la position actuelle
calculée atteint une distance minimale, prescrite, à la valeur de référence consignée
pour la position de fermeture, et
- l'unité de commande (11), lors du fonctionnement dans le mode de réglage d'ajustement
au cours d'une étape de réglage d'ajustement, ne stoppe le moteur de déplacement de
réglage (3) pendant une phase de fermeture, que lorsque la position de fermeture (7)
est atteinte, l'unité de commande détectant l'arrivée dans la position de fermeture
(7) par le fait que la valeur de la grandeur de mesure de vitesse de déplacement (U)
atteint une valeur de seuil prescrite ou se situe en-dessous de celle-ci,
- l'unité de commande (11) évalue, avant ou pendant le fonctionnement en mode de réglage
d'ajustement, la grandeur caractéristique de température (T), et
- l'unité de commande (11) n'exécute l'étape de réglage d'ajustement que lorsque la
valeur de la grandeur caractéristique de température (T) ne dépasse pas une température
limite supérieure.