[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Fräs- und/oder Drehmaschine für Brillengläser
aus Kunststoff mit einer eine Spindelachse und eine Rotationsachse R aufweisenden
Werkstückspindel für einen zu bearbeitenden Rohling oder ein Halbfertigteil bzw. Halbzeug
und mit einem einen Fräskopf aufweisenden Fräser und mit einer Bewegungsachse T, wobei
der Fräser und die Werkstückspindel relativ zueinander in Richtung der Bewegungsachse
T und in radialer Richtung zur Werkstückspindel bewegbar sind, wobei zwischen dem
Fräskopf und der Rotationsachse R der Spindelachse ein Abstand a vorgesehen ist.
[0003] Es ist bereits eine numerische Steuerungseinheit mit einer Lastüberwachungsfunktion
mit einer auf eine Werkzeugantriebsquelle wirkenden Last während eines Bearbeitungsvorgangs
aus der
DE 60 2004 000 025 T2 bekannt. Die Steuerungseinheit weist ferner auf einen Verschleißerkennungsbereich
sowie einen Speicherbereich für verschiedenen verschleißabhängige Lastgrenzwerte,
einen Berechnungsbereich zum Berechnen eines aktuellen Lastgrenzwertes auf Basis des
aktuellen Verschleißes und einen Vergleichsbereich zum Vergleich der aktuellen Last
mit dem berechneten Lastgrenzwert hin. Wenn die Last den Lastgrenzwert überschreitet,
wird der Antrieb gestoppt.
[0004] Aus der
JP7-51991A ist ein System zum Verhindern von Werkzeugbruch bekannt. Hierbei wird ein Stördrehmoment
geschätzt und mit einem voreingestellten Referenzdrehmoment verglichen. Auf Basis
des Vergleichsergebnisses wird die Vorschubgeschwindigkeit des Werkzeugs verringert
oder das Werkzeug angehalten.
[0005] Aus der
EP 1 166 960 A2 ist eine Bearbeitungsmaschine bekannt, die Mittel zur Vermeidung einer Kollision
zwischen dem Werkzeug und anderen Maschinenteilen aufweist. Die Maschine wird gestoppt,
wenn die aktuelle Last einen definierten Schwellwert überschreitet.
[0006] Aus der
DE 24 52 646 B2 ist ein Verfahren bekannt, wonach eine Pinole einer Bohrmaschine in Vorschubrichtung
zunächst mit einer Geschwindigkeit V1 im Eilgang und anschließend mit Bearbeitungsgeschwindigkeit
V2 bewegt wird. Das Verfahren kann auch für andere spanabhebende Werkzeugmaschinen
angewendet werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb einer Brillenglasbearbeitungsmaschine
derart auszubilden und anzuordnen, dass eine möglichst schnelle und sichere Bearbeitung
von Brillengläsern gewährleistet ist.
[0008] Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Fräs- und/oder Drehmaschine
die folgenden Verfahrensschritte absolviert: Beschleunigen des Fräskopfes auf eine
Betriebsdrehzahl und Beschleunigen des Fräsers und/oder der Werkstückspindel in Richtung
der Bewegungsachse T auf eine Relativgeschwindigkeit V1 sowie Annähern von Fräskopf
und Werkstückspindel in Richtung der Bewegungsachse T mit der Geschwindigkeit V1 maximal
bis auf einen Abstand a = a1. Anschließend Senkung der Geschwindigkeit V1 um mindestens
90 % auf einen Wert V2 und Erreichen der Geschwindigkeit V2 spätestens bei dem Abstand
a = a1 und Annähern von Fräskopf und Werkstückspindel mit der Geschwindigkeit V2 bis
auf einen Abstand a = a2. Danach Senkung der Anfahrgeschwindigkeit V2 um mindestens
10 % auf einen Wert V3 spätestens bei dem Abstand a = a2, vorzugsweise Erreichen der
Anfahrgeschwindigkeit V3 spätestens bei dem Abstand a = a2. Hierdurch wird erreicht,
dass unabhängig von der tatsächlichen Größe des eingesetzten und zu bearbeiteten Rohlings
eine überhöhte Anfahrgeschwindigkeit und somit ein unkontrolliertes Abblocken des
Rohlings trotz optimierter Fertigungszeiten vermieden wird. Der Anfahrvorgang zwischen
dem Fräskopf und der Werkstückspindel wird erfindungsgemäß in zwei Teilbereiche unterteilt.
Den ersten Teilbereich, in dem mit sehr großer Geschwindigkeit V1 angefahren wird.
Der zweite Teilbereich, in dem mit stark reduzierter Geschwindigkeit V2 angefahren
wird und schließlich ein dritter Teilbereich, in dem die Geschwindigkeit nochmals
auf einen kleineren, optimalen Wert V3 reduziert wird. Der jeweilige Geschwindigkeitswert
V1, V2, V3 wird in Abhängigkeit des Abstandes a zwischen dem Fräskopf und der Werkstückspindel
gewählt.
[0009] Bei der jeweiligen Geschwindigkeit V1, V2 handelt es sich um die vorgesehene, soweit
konstante Grundgeschwindigkeit der Bewegung bzw. Relativbewegung. Abweichungen auf
Grund der Beschleunigung oder Verzögerung zu Anfang und am Ende des jeweiligen Bewegungsabschnittes
werden hierbei nicht berücksichtigt. Wenn eine sonstige Abweichung von der soweit
konstanten Grundgeschwindigkeit vorgesehen ist, z.B. weil die Grundgeschwindigkeit
variiert wird, so ist mit V1 bzw. V2 die durchschnittliche Geschwindigkeit bezeichnet.
[0010] Vorteilhaft kann es hierzu auch sein, wenn das Verhältnis von V1:V2 zwischen 100:1
und 30:1, insbesondere zwischen 88:1 und 66:1 eingestellt wird. Die Reduktion der
Geschwindigkeit auf den Wert V2 gewährleistet auch bei Vorliegen eines zu großen Rohlings
die eingangs erwähnte Prozesssicherheit trotz optimierter Zerspanleistung am Rohling.
In Abhängigkeit von der Anfahrgeschwindigkeit in Richtung der Bewegungsachse T, von
der Drehzahl des Fräsers und von der Art der verwendeten Werkstoffe für den Rohling
sowie für das Blockmaterial ist auch eine geringfügigere Absenkung der Geschwindigkeit
auf einen Wert innerhalb der vorgenannten Bereiche möglich.
[0011] Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn das Verhältnis von V2:V3 zwischen 5:1 und 1:1,
insbesondere auf 2:1 eingestellt wird. Da in diesem dritten Anfahrabschnitt eine möglichst
gute Oberflächenqualität bei der Zerspanung gewährleistet sein soll, ist eine Halbierung
der Geschwindigkeit V2 auf den Wert V3 angestrebt. Mit der damit erreichten abschließenden
Verzögerungsstufe wird die gewünschte Oberflächenqualität gewährleistet.
[0012] Vorteilhaft kann es auch sein, wenn der Abstand a1 zwischen dem Fräskopf und der
Rotationsachse R der Spindelachse zwischen 40 mm und 50 mm, insbesondere auf 42,5
mm eingestellt wird. Die für die Brillenglasherstellung verwendeten Rohlinge weisen
in der Regel einen maximalen Durchmesser von 85 mm bzw. 90 mm auf. Mit dem erfindungsgemäßen
Abstand a1 wird somit ein Eintauchen in den Rohling mit überhöhter Geschwindigkeit
verhindert. Mit Erreichen des Abstandes a1, bei dem rein theoretisch schon ein Kontakt
zwischen dem Fräskopf und einem zu großen Rohling entstehen könnte, ist erfindungsgemäß
eine erste Geschwindigkeitsreduktion auf den Geschwindigkeitswert V2 vorgesehen.
[0013] Zwecks Verringerung der am Werkstück angreifenden Schneidlast kann ergänzend oder
alternativ zur Reduktion der Geschwindigkeit V1, V2, V3 eine Drehzahl der Werkstückspindel
bei Erreichen des Abstandes a = a1 und/oder a = a2 reduziert werden. Die Reduktion
kann auch schon vor Erreichen des jeweiligen Abstandes a1, a2 eingeleitet bzw. erreicht
werden. Dabei kommt eine Reduktion zwischen 30 % und 70 % in Betracht.
[0014] Daneben kann es vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass ein Durchmesser D des eingesetzten
und zu bearbeitenden Rohlings erfasst wird und als Wert für den Abstand a2 zwischen
dem Fräskopf und der Rotationsachse R der Spindelachse der halbe Durchmesser D verwendet
wird oder ein Wert für den Abstand a2 verwendet wird, der maximal 10 % von dem halben
Durchmesser D abweicht bzw. maximal 10 % größer ist. Sobald der Fräskopf an den Rohling
mit dem Durchmesser D angefahren ist, wird bzw. ist die letztmalige Reduktion der
Anfahrgeschwindigkeit auf die Prozessgeschwindigkeit V3 zwecks Gewährleistung einer
gewünschten Flächenqualität erfolgen bzw. erfolgt. Sollte der tatsächlich vorliegende
Durchmesser D des Rohlings mit dem in der Maschine eingestellten Durchmesser übereinstimmen,
tritt der Fräskopf bei Erreichen des Abstandes a2 mit dem Rohling in radialer Richtung
zum Rohling mit der Geschwindigkeit V3 in Eingriff. Eine Übergangsphase zwischen der
Geschwindigkeit V2 und V3 bei einem Abstand a <= a2 kann dabei noch möglich sein.
Vorzugsweise liegt die Geschwindigkeit V = V3 bei einem Abstand a = a2 vor. Die Randbearbeitung
erfolgt wie üblich.
[0015] Sollte ein Rohling in der Maschine eingesetzt sein, dessen Durchmesser D größer ist
als der in der Maschine eingestellte, tritt der Fräskopf bereits bei Erreichen des
Abstandes a, mit a1 >= a > a2, mit dem Rohling in Kontakt. Die Bearbeitung erfolgt
demnach mit erhöhter Geschwindigkeit V2, die mit Erreichen des Abstandes a1 eingestellt
wurde. Die Geschwindigkeit V2 gewährleistet jedoch noch einen Spanprozess mit einer
ausreichend guten Oberflächenqualität, bei dem vor allem das Abblocken des Rohlings
oder eine nachteilige Beeinträchtigung der Lagerung des Rohlings verhindert wird.
Auch in diesem Fall wird bei Erreichen des Abstandes a2 die Geschwindigkeit V2 auf
den Wert V3 reduziert, um die letztlich gewünschte Oberflächenqualität zu gewährleisten.
[0016] Alternativ hierzu kann es vorgesehen sein, dass ein Ist-Wert Li eines Antriebsstroms
und/oder einer Antriebsleistung des Fräskopfes, der Bewegungsachse T und/oder der
Werkstückspindel bzw. ein Referenzwert Li für die Ist-Schneidlast des Fräsers erfasst
und überwacht wird und dass ein Referenzwert Lf des Antriebsstroms und/oder der Antriebsleistung
für den Freilauf bzw. Leerlauf zur Verfügung gestellt wird und dass der Ist-Wert Li
mit dem Referenzwert Lf verglichen wird, wobei als neuer Abstand a2 derjenige Abstand
a gesetzt wird, bei dem das Verhältnis des Betrages des Ist-Wertes Li zu dem Betrag
des Referenzwertes Lf größer als eins ist. Sobald der rotierende Fräskopf an dem rotierenden
Werkstück in Eingriff kommt, erfolgt ein Anstieg des Ist-Wertes Li, der durch Vergleich
mit einem Freilaufwert Lf erkannt werden kann. Der vorliegende Abstand a stellt demnach
den Abstand a2 dar. Der Wert der Voreinstellung für den Abstand a2 wird in diesem
Fall neu gesetzt.
[0017] Mit Erreichen des Abstandes a2 wird die Geschwindigkeit auf den Wert V3 reduziert.
Alternativ oder ergänzend kann die Drehzahl der Werkstückspindel reduziert werden.
In beiden Fällen wird die am Werkstück angreifende Schneidlast verringert.
[0018] Der Abstand a2 wird hierbei neu definiert. Die ggf. gewünschte Reduktion der Geschwindigkeit
von V2 auf V3 erfolgt in diesem Fall erst nach dem Erreichen des neuen Abstandes a2,
also nachdem das Werkzeug und das Werkstück in Kontakt treten. Da bei Vorliegen der
Geschwindigkeit V2 für die Bewegungsachse T bzw. die Relativgeschwindigkeit eine Beschädigung
des Werkstücks in der Regel verhindert wird, ist das Vorliegen der Geschwindigkeit
V2 zum Zeitpunkt des Erreichens des neu definierten Abstandes a2 nahezu unkritisch.
[0019] Als Referenzwert Li kommen in der Regel etwa 4 Nm bis 6 Nm für das Antriebsmoment
des Fräsers in Betracht.
[0020] Ein Antriebsstroms und/oder eine Antriebsleistung einer weiteren Bewegungsachse,
die rechtwinklig zu der Bewegungsachse T verläuft oder die Bewegungsachse T alternativ
oder ergänzend erfasst und überwacht wird zur Bestimmung des Referenzwertes Lf bzw.
des Ist-Wert Li herangezogen wird.
[0021] Ein weiterer Schutz des Werkstücks kann erreicht werden, wenn ein bei einer vorangegangenen
Standardbearbeitung eines entsprechenden Rohlings entstehender Maximalwert Lm einer
Last L, also des Antriebsstroms oder der Antriebsleistung bzw. des Antriebsmomentes
des Fräskopfes, der Bewegungsachse T und/oder der Werkstückspindel erfasst und gespeichert
wird und wenn die Geschwindigkeit V2 oder V3 und/oder eine Drehzahl der Werkstückspindel
um mindestens 10 % oder 20 % gesenkt wird, wenn der Ist-Wert Li in den ersten 1s bis
3s nach Erreichen des Abstandes a = a2 einen kritischen Wert Lk erreicht, wobei der
Wert Lk zwischen 50 % und 110 % oder zwischen 80 % und 100 % des Maximalwertes Lm
beträgt. Zu Beginn der Bearbeitung eines Rohlings steht die Randbearbeitung. Daran
schließt sich die Bearbeitung einer ersten Seite bzw. der optischen Fläche des Rohlings
an. Die während der Randbearbeitung entstehende Last L ist geringer als die Last L
während der Bearbeitung der ersten Seite. Während der Bearbeitung der ersten Seite
ist mit einem Maximalwert Lm der Last L zu rechnen. Sollte sich während der Bearbeitung
des Randes, der in der Regel in den ersten 1s bis 3s nach Erreichen des Abstandes
a2, also nach dem Kontakt zwischen dem Fräser und dem Rohling erfolgt, eine Erhöhung
der Last L auf den Wert Lk ergeben, so kann diese durch Absenkung des Vorschubes verringert
werden. Der Vorschub wird bei der Randbearbeitung bestimmt durch die Geschwindigkeit
V2 bzw. V3 der Bewegungsachse T und/oder der Drehzahl der Werkstückspindel. Der Maximalwert
Lm wird aus einer vorangegangenen Standardbearbeitung eines entsprechenden Rohlings
ermittelt. Er stellt für den verwendeten Werkstoff einen Vergleichswert dar. Da die
Antriebsleistung proportional zu dem Antriebsmoment ist, kann alternativ für die Ermittlung
des Maximalwerts Lm auch auf das Antriebsmoment abgestellt werden.
[0022] Wenn es zum Beispiel aufgrund eines defekten oder verschlissenen Werkzeugs oder eines
falschen Rohling-Materials zu einer Erhöhung der Antriebsleistung bzw. des Antriebsmoments
des Fräskopfes auf einen kritischen Wert Lk kommt, dann wird diese Erhöhung bereits
wenige Millisekunden nach dem Zeitpunkt des fehlerbehafteten Eingriffs erkannt. Diese
Zeitspanne ist in der genannte Zeitspanne, also den ersten 1s bis 3s nach Erreichen
des Abstandes a2 selbstverständlich umfasst. Der Bearbeitungsprozess wird dann wie
vorstehend beschrieben die Vorschubgrößen betreffend verändert. Bei einer extrem hohen
Last über den Maximalwert Lm hinaus ist in der Regel ein Beenden der Bearbeitung notwendig.
[0023] Der Zustand bzw. die Einsatzzeit des Werkzeugs stellt bei der Bearbeitung von Brillenglasrohlingen
aus Kunststoff bzw. bei der Ermittlung der Last eine eher unkritische Größe dar, so
dass die Verwendung eines Vergleichswertes aus einer früheren bzw. der vorangehenden
Bearbeitung ohne Weiteres möglich ist.
[0024] Für die Bestimmung des Ist-Wert Li oder des Maximalwert Lm wird auf die Zeit nach
dem Kontakt zwischen dem Werkzeug und dem Werkstück abgestellt. Sonstige Lastwerte
bzw. Lastmomente wie zum Beispiel für das Anfahren bzw. Beschleunigen sind dabei unbeachtlich.
[0025] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und
in der Beschreibung erläutert und in der Figur dargestellt.
[0026] Eine in Figur 1 dargestellte Dreh- und Fräsmaschine 1 weist ein Maschinenbett 1.1
auf, auf welchem eine Werkstückspindel 3 mit einem darin aufgenommenen Rohling 2 sowie
ein Fräser 4 mit einem Fräskopf 4.1 angeordnet sind. Die Werkstückspindel 3 weist
eine Spindelachse 3.1 mit einer Rotationsachse R auf, um die der Rohling 2 rotierend
antreibbar ist. Das Maschinenbett 1.1 weist gegenüber der Horizontalen eine Anstellung
um den Winkel α auf.
[0027] Die Werkstückspindel 3 ist über einen Linearantrieb 3.2 in Richtung einer translatorischen
Bewegungsachse T relativ zum Fräser 4 verfahrbar. Über die Bewegungsachse T ist ein
Abstand a zwischen dem Fräskopf 4.1 und der Rotationsachse R variierbar.
[0028] Ausgehend von der dargestellten Position wird zwecks Bearbeitung des Linsenrohlings
2 der Fräskopf 4.1 auf eine Betriebsdrehzahl und die Werkstückspindel 3 in Richtung
der Bewegungsachse T auf eine Geschwindigkeit V1 beschleunigt. Nachdem der Fräskopf
4.1 und die Werkstückspindel 3 einen Abstand a = a1 erreicht haben, wird die Geschwindigkeit
V1 auf einen Wert V2 gesenkt. Nachdem der Fräskopf 4.1 und die Werkstückspindel 3
nach weiterer Annäherung einen Abstand a = a2 erreicht haben, wird die Geschwindigkeit
V2 weiter auf einen Wert V3 gesenkt. Die Geschwindigkeit V1 weist dabei etwa 666 mm/s,
die Geschwindigkeit V2 etwa 7,5 mm/s und die Geschwindigkeit V3 etwa 3,75 mm/s auf.
Der Abstand a1 beträgt etwa 42,5 mm und der Abstand a2 etwa 32,5 mm.
[0029] Der Abstand a wird ermittelt zwischen der Rotationsachse R und einer Umfangslinie
des Fräskopfes 4.1, an der ein Fräszahn aufgrund der Bewegung in Richtung der Bewegungsachse
T zuerst mit dem Rohling in Kontakt tritt.
[0030] Bezüglich der Abstände a1, a2 sind die Rohlinge 2 gestrichelt und mit den Bezugszeichen
2', 2" gekennzeichnet dargestellt. Der Rohling 2' weist dabei den Abstand a1 auf,
während der Rohling 2" den Abstand a2 aufweist.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Dreh- und Fräsmaschine
- 1.1
- Maschinenbett
- 2
- Brillenglas, Rohling, Linsenrohling
- 2'
- Rohling
- 2"
- Rohling
- 3
- Werkstückspindel
- 3.1
- Spindelachse
- 3.2
- Linearantrieb
- 4
- Fräser
- 4.1
- Fräskopf
- a
- Abstand
- a1
- Abstand
- a2
- Abstand
- D
- Durchmesser
- R
- Rotationsachse
- T
- Bewegungsachse
- V1
- Geschwindigkeit
- V2
- Geschwindigkeit
- V3
- Geschwindigkeit
- α
- Winkel
1. Verfahren zum Bearbeiten eines Brillenglasrohlings (2) aus Kunststoff mittels einer
Fräs- und/oder Drehmaschine (1) mit einer eine Spindelachse (3.1) und eine Rotationsachse
R aufweisenden Werkstückspindel (3) für einen zu bearbeitenden Rohling (2) oder ein
Halbfertigteil und mit einem einen Fräskopf (4.1) aufweisenden Fräser (4) und mit
einer Bewegungsachse T, wobei der Fräser (4) und die Werkstückspindel (3) relativ
zueinander in Richtung der Bewegungsachse T und in radialer Richtung zur Werkstückspindel
(3) bewegbar sind, wobei zwischen dem Fräskopf (4.1) und der Rotationsachse R der
Spindelachse (3.1) ein Abstand a vorgesehen wird,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- Beschleunigen des Fräskopfes (4.1) auf eine Betriebsdrehzahl;
- Beschleunigen des Fräsers (4) und/oder der Werkstückspindel (3) in Richtung der
Bewegungsachse T auf eine Geschwindigkeit V1;
- Annähern von Fräskopf (4.1) und Werkstückspindel (3) in Richtung der Bewegungsachse
T mit der Geschwindigkeit V1 maximal bis auf einen Abstand a = a1;
- Senkung der Geschwindigkeit V1 um mindestens 70 % - 90 % auf einen Wert V2 und Erreichen
der Geschwindigkeit V2 spätestens bei dem Abstand a = a1;
- Annähern von Fräskopf (4.1) und Werkstückspindel (3) in Richtung der Bewegungsachse
T mit der Geschwindigkeit V2 maximal bis auf einen Abstand a = a2;
- Senkung der Geschwindigkeit V2 um mindestens 10 % - 30 % auf einen Wert V3 spätestens
bei dem Abstand a = a2.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhältnis von V1:V2 zwischen 100:1 und 30:1 oder zwischen 88:1 und 66:1 eingestellt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhältnis von V2:V3 zwischen 5:1 und 1:1, insbesondere auf 2:1 eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstand a1 zwischen dem Fräskopf (4.1) und der Rotationsachse R der Spindelachse
(3.1) zwischen 40 mm und 50 mm, insbesondere auf 42,5 mm ist eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Drehzahl der Werkstückspindel (3) bei erreichen des Abstandes a = a1 und/oder
a = a2 reduziert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Durchmesser D des eingesetzten und zu bearbeitenden Rohlings (2) erfasst wird
und als Wert für den Abstand a2 zwischen dem Fräskopf (3.1) und der Rotationsachse
R der Spindelachse (3.1) der halbe Durchmesser D verwendet wird oder ein Wert für
den Abstand a2 verwendet wird, der maximal 10 % von dem halben Durchmesser D abweicht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Ist-Wert Li eines Antriebsstroms oder einer Antriebsleistung des Fräskopfes (4.1),
der Bewegungsachse T und/oder der Werkstückspindel (3) erfasst und überwacht wird
und dass ein Referenzwert Lf des Antriebsstroms und/oder der Antriebsleistung für
den Freilauf zur Verfügung gestellt wird und dass der Ist-Wert Li mit dem Referenzwert
Lf verglichen wird, wobei als Abstand a2 derjenige Abstand a gesetzt wird, bei dem
das Verhältnis des Betrages des Ist-Wertes Li zu dem Betrag des Referenzwertes Lf
größer als eins ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein bei der Standardbearbeitung des Rohlings (2) entstehender Maximalwert Lm des
Antriebsstroms oder der Antriebsleistung des Fräskopfes (4.1), der Bewegungsachse
T und/oder der Werkstückspindel (3) erfasst und gespeichert wird und dass die Geschwindigkeit
V2, V3 und/oder eine Drehzahl der Werkstückspindel (3) um mindestens 10 % oder 20
% gesenkt wird, wenn der Ist-Wert Li in den ersten 1s bis 3s nach Erreichen des Abstandes
a = a2 einen kritischen Wert Lk erreicht, wobei der Wert Lk zwischen 50 % und 110
%, oder zwischen 80 % und 100 % des Maximalwertes Lm beträgt.