[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befeuchten einer Faserstoffbahn, insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, bei dem man zuerst Flüssigkeit und danach Dampf auf
die Faserstoffbahn aufträgt.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Befeuchten einer Faserstoffbahn,
insbesondere eine Papier- oder Kartonbahn, mit einer einem Bahnlaufpfad benachbarten
Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und einer entlang des Bahnlaufpfades dahinter angeordneten
Dampfausgabeeinrichtung.
[0003] Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung sind beispielsweise aus
EP 0 979 897 B1 bekannt.
[0004] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Befeuchtung einer Papierbahn beschrieben.
Sie ist aber auch bei anderen Faserstoffbahnen, z.B. Papp- oder Kartonbahnen, in entsprechender
Weise anwendbar.
[0005] Bei der Herstellung einer Papierbahn ist in vielen Fällen eine Befeuchtung notwendig.
Wenn man die Papierbahn beispielsweise durch einen Kalander leitet, um sie zu satinieren,
dann trägt man eine Feuchtigkeit auf, um das Satinageergebnis zu verbessern. Dabei
möchte man erreichen, dass der Feuchtigkeitsauftrag im Wesentlichen an der Oberfläche
der Papierbahn bleibt, weil nur dort die Fasern plastifiziert werden sollen. Die Feuchtigkeit
soll hingegen beim Durchlaufen der Nips möglichst nicht in das Innere der Papierbahn
eingedrungen sein, um eine volumenschonende Satinage zu erreichen. Man möchte also
einen Feuchtigkeits-Gradienten und möglichst auch einen Temperatur-Gradienten erreichen.
[0006] Für die Befeuchtung der Papierbahn gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit
besteht darin, die Feuchtigkeit in Form von Dampf aufzubringen. In diesem Fall kondensiert
der Dampf an der Oberfläche der Bahn, was den vorteilhaften Effekt hat, dass nicht
nur die Feuchtigkeit der Oberfläche, sondern auch die Temperatur der Oberfläche erhöht
wird. Dies erleichtert beispielsweise den nachfolgenden Satinagevorgang. Allerdings
ist die Menge der auf diese aufbringbaren Flüssigkeit in starkem Maße abhängig von
der Temperatur der Bahn. Wenn die Papierbahn beispielsweise einen Kalander mit Heizwalzen
durchlaufen hat, dann ist die Bahntemperatur irgendwann so hoch, dass man mit einem
Dampfauftrag einen sehr schlechten Wirkungsgrad erhält. Dementsprechend ist ein Dampfauftrag
in oder hinter einem Kalander nur beschränkt möglich.
[0007] Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Feuchtigkeit in Form einer Flüssigkeit
aufzubringen, die zerstäubt wird, beispielsweise in einem Düsenfeuchter. Allerdings
gibt es hierbei keine Möglichkeit, die Temperatur der Bahn signifikant zu erhöhen.
Darüber hinaus bereitet es vielfach Schwierigkeiten, die Feuchtigkeit auf diese Weise
gleichmäßig aufzutragen, da sich die Flüssigkeit immer in Form von einzelnen Tropfen
auf der Oberfläche der Papierbahn niederschlägt. Trotz feiner Tropfen bildet sich
vielfach kein homogener Film aus. Dadurch besteht die Gefahr von Markierungen auf
der Oberfläche der Papierbahn. Man benötigt eine relativ lange Verweilzeit der Flüssigkeit
auf der Papierbahn, bevor sie in einen Kalandernip oder eine andere Behandlungseinrichtung
eingeführt werden kann.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen möglichst hohen und störungsarmen
Feuchteauftrag zu erreichen.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass man den Dampf auf die Faserstoffbahn aufträgt, solange sich zuvor aufgetragene
Flüssigkeit noch auf der Oberfläche befindet.
[0010] Bei dieser Vorgehensweise dient die zuerst aufgetragene Flüssigkeit als Nucleus oder
Kern für die Kondensation des danach aufgetragenen Dampfes, so dass die Kondensation
des Dampfes weitgehend unabhängig von der Temperatur der Faserstoffbahn erreicht wird.
Durch die Kondensation wird die bereits aufgetragene Flüssigkeit erwärmt. Dadurch
sinkt die Viskosität dieser Flüssigkeit und die Oberflächenspannung wird herabgesetzt,
so dass die aufgetragene Flüssigkeit nun leichter einen gleichmäßigen Flüssigkeitsfilm
ausbilden kann. Aus diesem Grund ist es möglich, die Befeuchtung der Faserstoffbahn
auch kurz vor einem Nip eines Kalanders oder einer anderen Bearbeitungseinrichtung
vorzunehmen, ohne dass sich größere Störungen an der Oberfläche ergeben. Durch das
aufeinander folgende Auftragen von Flüssigkeit und Dampf hat man weitgehende Möglichkeiten,
die Feuchtigkeit und die Temperatur der Faserstoffbahn unabhängig voneinander einzustellen.
Keines der beiden Medien wird zum Auftrag des anderen benötigt. Darüber hinaus wirkt
die aufgetragene Flüssigkeit auch als Wärmeleiter zwischen dem später aufgetragenen
Dampf und der Faserstoffbahn, so dass die Faserstoffbahn durch den Dampf weiter erwärmt
werden kann.
[0011] Vorzugsweise gibt man den Dampf mit einem zeitlichen Abstand im Bereich von 1 ms
bis 200 ms, insbesondere im Bereich von 1 ms bis 100 ms, nach dem Auftrag der Flüssigkeit
auf. Dieser zeitliche Abstand ist so gering, dass gewährleistet ist, dass in jedem
Fall noch eine ausreichende Menge an Flüssigkeit auf der Oberfläche der Faserstoffbahn
verbleibt. Die Flüssigkeit reicht aus, um den Dampf in gewünschtem Maße zu kondensieren.
[0012] Bevorzugterweise bringt man den Dampf mit einem räumlichen Abstand im Bereich von
20 mm bis 2000 mm, insbesondere von 30 mm bis 1500 mm und vorzugsweise im Bereich
von 50 mm bis 500 mm hinter dem Auftrag der Flüssigkeit auf. Bei den heutigen Bahnlaufgeschwindigkeiten
ist der Abstand so gewählt, dass beim Aufbringen des Dampfes noch genügend Flüssigkeit
an der Oberfläche der Faserstoffbahn vorhanden ist, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
[0013] Auch ist von Vorteil, wenn man den Dampf aufbringt, solange noch mindestens 75 %,
insbesondere mindestens 90 %, der Flüssigkeit an der Oberfläche der Faserstoffbahn
vorhanden sind. In diesem Fall steht weit mehr als die Hälfte der aufgetragenen Flüssigkeit
zur Verfügung, um den Dampf zu kondensieren. Die Flüssigkeit wird durch den Dampf,
wie bereits erwähnt, erwärmt. Aufgrund der relativ großen Flüssigkeitsmenge können
sich die Flüssigkeitströpfchen, die sich an der Oberfläche der Faserstoffbahn ausgebildet
haben, dann zu einem Film vereinigen.
[0014] Vorzugsweise bringt man die Flüssigkeit durch gesättigten Dampf oder Nassdampf auf.
Beispielsweise kann man Dampf in einen gekühlten oder einfach auf niedriger Temperatur
befindlichen Dampfblaskasten leiten. Die Flüssigkeit hat dann bereits eine erhöhte
Temperatur, was sich positiv auf die weitere Befeuchtung der Faserstoffbahn auswirkt.
[0015] Alternativ oder zusätzlich kann man Flüssigkeit vor dem Aufbringen beheizen. Beispielsweise
kann man heißes Wasser für die Befeuchtung der Faserstoffbahn verwenden.
[0016] Alternativ dazu kann man die Flüssigkeit in Form von Eis auftragen. Wenn man beispielsweise
Wasser für die Befeuchtung verwendet, was überwiegend der Fall ist, dann kann man
die Flüssigkeit in Form von kleinen Eiskristallen auftragen, die zuvor bereitet worden
sind. Derartige Eiskristalle werden den Zustand als Feststoff nur relativ kurze Zeit
beibehalten. Sie werden durch den nachfolgenden Dampfauftrag sehr schnell in eine
Flüssigkeit zurückgewandelt. Aufgrund der verglichen mit einer Flüssigkeit niedrigeren
Temperatur kann der Dampf dann in vermehrtem Maße kondensieren, so dass man mehr Feuchtigkeit
durch Dampfauftrag einbringen kann als sonst.
[0017] Vorzugsweise gibt man die Flüssigkeit mit einem größeren Abstand zur Faserstoffbahn
aus einer Flüssigkeitsausgabeeinrichtung aus als Dampf aus einer Dampfausgabeeinrichtung.
Der Abstand zwischen der Flüssigkeit der Ausgabeeinrichtung und dem Bahnlaufpfad ist
also größer als der Abstand zwischen der Dampfausgabeeinrichtung und dem Bahnlaufpfad.
Der Abstand zwischen der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung richtet sich im Wesentlichen
nach der gewünschten Qualität des Sprühauftrags. Der Wirkungsgrad des Dampfauftrags
ist umso besser, je dichter die Dampfausgabeeinrichtung am Bahnlaufpfad angeordnet
ist.
[0018] Vorzugsweise saugt man Flüssigkeitsnebel und/oder Dampf ab. In diesem Fall vermeidet
man eine Beaufschlagung der Umgebung mit Flüssigkeitsnebel oder Dampf. Die im Flüssigkeitsnebel
oder Dampf enthaltene Feuchtigkeit kann wieder verwendet werden.
[0019] Vorzugsweise trägt man nur soviel Flüssigkeit auf, wie für eine gewünschte Temperatursteigerung
durch den nachfolgenden Dampfauftrag erforderlich ist. Dies ist dann günstig, wenn
eine Temperatursteigerung über den möglichen Wert im reinen Dampfbetrieb erforderlich
ist, aber eine Feuchtigkeitserhöhung der Faserstoffbahn möglichst nicht oder nur möglichst
wenig erfolgen soll. Man verwendet dann die Flüssigkeit praktisch ausschließlich dazu,
als Kondensationskern oder -keim für den Dampf zu dienen, so dass möglichst viel Dampf
auf der Bahn kondensieren kann, was zu einer entsprechenden Temperaturerhöhung führt.
[0020] Vorzugsweise liegt die Bahntemperatur nach dem Dampfauftrag im Bereich von 80 bis
100°C, insbesondere im Bereich von 85 bis 90°C. Ohne einen vorherigen Flüssigkeitsauftrag
sind solch hohe Temperaturen über einen reinen Dampfauftrag nicht zu realisieren.
Wenn man aber zuvor Flüssigkeit aufträgt und den Dampf dann kondensieren lässt, dann
kann man eine ausreichende Wärmemenge in die Bahn eintragen.
[0021] In einer alternativen Ausgestaltung trägt man soviel Flüssigkeit auf, wie zur Rückbefeuchtung
der Bahn erforderlich ist, und vergleichmäßigt den Flüssigkeitsauftrag durch den nachfolgenden
Dampfauftrag. Damit lassen sich beispielsweise Markierungen oder Streifen vermeiden.
Der Dampf dient darüber hinaus gegebenenfalls zur Steigerung der Penetrationsgeschwindigkeit
durch Erwärmen der Bahn.
[0022] Vorzugsweise trägt man die Flüssigkeit und/oder den Dampf über Schlitzdüsen auf.
Mit einer Schlitzdüse lässt für den Flüssigkeitsauftrag ein Abstand von unter 25 mm
zur Bahnoberfläche realisieren. Der Abstand kann dann genauso groß sein wie beim Dampfauftrag,
was sehr vorteilhaft ist, wenn man ein gemeinsames Gehäuse verwendet.
[0023] Vorzugsweise trägt man eine mit Additiven versehene Flüssigkeit auf. Derartige Additive
können beispielsweise das Penetrationsverhalten unterstützen, indem sie beispielsweise
die Oberflächenspannung der Flüssigkeit reduzieren, oder eine Beschichtung durchführen
oder eine Vergleichmäßigung des Flüssigkeitsauftrags unterstützen oder störende Ablagerungen
reduzieren.
[0024] Bevorzugterweise verwendet man als Flüssigkeit Wasser, mindestens eine Streichfarbe,
mindestens eine Stärkelösung, mindestens eine Beschichtungschemikalie, Polyacrylsäure
und deren Salze mit Alkalimetallionen, Erdalkalimetallionen, Polyvenylalkohol, Polyäthylenglykol,
Polypropylenglykole, Polysulfonsäuren und/oder langkettige organische Äther.
[0025] Bevorzugterweise trägt man die Flüssigkeit in einer Menge im Bereich von 0,1 bis
8 g/m
2, insbesondere im Bereich von 0,2 bis 1,5 g/m
2 bezogen auf die Fläche der Faserstoffbahn auf.
[0026] Die Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass ein Abstand zwischen einem Ausgang der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und einem
Eingang der Dampfausgabeeinrichtung so gewählt ist, dass mindestens eine der folgenden
Bedingungen erfüllt ist:
- a) Der Abstand liegt im Bereich von 20 mm bis 2000 mm , insbesondere im Bereich von
30 mm bis 1500 mm und bevorzugt im Bereich von 50 mm bis 500 mm,
- b) bei Betriebsgeschwindigkeit benötigt die Faserstoffbahn eine Zeit im Bereich von
1 ms bis 200 ms, insbesondere von 1 ms bis 100 ms vom Ausgang der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
bis zum Eingang der Dampfausgabeeinrichtung,
- c) am Eingang der Dampfausgabeeinrichtung befindet sich noch mindestens 75 %, insbesondere
mindestens 90 %, der in der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung aufgetragenen Flüssigkeit
noch auf der Oberfläche der Faserstoffbahn.
[0027] Wie oben erwähnt, wird auf diese Weise sichergestellt, dass bei der Beaufschlagung
mit Dampf noch eine ausreichende Flüssigkeitsmenge an der Oberfläche der Faserstoffbahn
vorhanden ist. Die Flüssigkeit hat dann zwei Aufgaben. Zum Einen dient sie als Nucleus
oder Kondensationskern für die Kondensation des Dampfes. Zum anderen dient sie als
Wärmeleiter, um die Wärme aus dem Dampf an die Oberfläche der Faserstoffbahn zu übertragen.
Umgekehrt hat der Dampf die vorteilhafte Wirkung, dass die Viskosität und die Oberflächenspannung
der Flüssigkeit herabgesetzt wird, so dass sich leichter ein gleichmäßiger Flüssigkeitsfilm
an der Oberfläche der Faserstoffbahn ausbilden kann. Mit einem gleichmäßigen Flüssigkeitsfilm
an der Oberfläche kann man die so befeuchtete Faserstoffbahn dann durch einen Nip
in einem Kalander oder eine andere Behandlungseinrichtung führen, ohne dass man ein
größeres Risiko der Beschädigung der Faserstoffbahn hat.
[0028] Vorzugsweise weisen die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und die Dampfausgabeeinrichtung
ein gemeinsames Gehäuse auf. Dieses Gehäuse kann auch dadurch gebildet sein, das die
beiden Einrichtungen fest miteinander verbunden sind. Durch die Wahl eines gemeinsamen
Gehäuses ist es möglich, die Flüssigkeitsausgabe und die Dampfausgabe räumlich so
eng nebeneinander anzuordnen, dass auf jeden Fall sichergestellt ist, dass eine ausreichende
Flüssigkeitsmenge noch an der Oberfläche der Faserstoffbahn vorhanden ist, um die
Kondensation des Dampfes zu bewirken.
[0029] Vorzugsweise weist die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung einen Dampfeingangsanschluss
auf. Man kann dann die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und die Dampfausgabeeinrichtung
aus der gleichen Quelle speisen, nämlich aus einer Dampfquelle. Eine derartige Dampfquelle
steht in vielen Papier- oder Kartonfabriken ohnehin zur Verfügung. Man kann die Flüssigkeit
dann dadurch erzeugen, dass man die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung kühlt oder auf
eine andere Weise auf einer ausreichend niedrigen Temperatur hält. Die Flüssigkeit
wird dann in Form von Satt- oder Nassdampf ausgegeben, was den Vorteil hat, dass auch
die Flüssigkeit selbst bereits verwendet werden kann, um die Faserstoffbahn zu erwärmen.
Vorteilhafterweise weist die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung einen Heißwasseranschluss
auf. Man kann also der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung bereits erwärmte oder beheizte
Flüssigkeit zuführen, die dann mit einer entsprechend hohen Temperatur auf die Faserstoffbahn
ausgegeben wird.
[0030] Alternativ dazu kann die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung auch mit einem Eiserzeuger
verbunden sein. Ein Eiserzeuger verwandelt Flüssigkeit in Eis, vorzugsweise in Form
von kleinen Eiskristallen. Wenn diese Eiskristalle auf die Oberfläche der Faserstoffbahn
ausgegeben werden und danach Dampf aufgebracht wird, dann sind die Eiskristalle in
besonders hohem Maße in der Lage, eine Kondensation des Dampfes zu bewirken. Dabei
werden die Eiskristalle zwar aufgeschmolzen. Dies ist aber erwünscht, weil man letztendlich
eine Befeuchtung der Faserstoffbahn erreichen möchte. Man kann hier eine große Menge
an Dampf aufbringen, was eine besonders feine Steuerung ermöglicht.
[0031] Vorteilhafterweise weist die Dampfausgabeeinrichtung einen Abstand zum Bahnlaufpfad
auf, der kleiner ist als der Abstand der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung zum Bahnlaufpfad.
Man kann dann den Abstand zwischen dem Bahnlaufpfad und der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
einerseits und dem Bahnlaufpfad und der Dampfausgabeeinrichtung andererseits unabhängig
voneinander wählen. Bei einem geringen Abstand zwischen dem Bahnlaufpfad und der Dampfausgabeeinrichtung
ist der Wirkungsgrad der Dampfausgabeeinrichtung besonders gut. Ein größerer Abstand
bei der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung ermöglich es, einen guten Wirkungsgrad bei
der Ausbildung eines Sprühnebels zu erzielen.
[0032] Vorzugsweise ist eine Absaugeinrichtung vorgesehen. Die Absaugeinrichtung ist in
der Lage, Dampf oder Flüssigkeitsnebel, der nicht von der Faserstoffbahn aufgenommen
wird, abzusaugen und damit weg zu transportieren. Die Umgebung wird also nicht negativ
beeinflusst.
[0033] Vorzugsweise weist die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und/oder die Dampfausgabeeinrichtung
eine Schlitzdüsenanordnung auf. Mit einer Schlitzdüsenanordnung kann man einen relativ
kleinen Abstand zwischen der Ausgabeeinrichtung und der Bahn erreichen, was insbesondere
dann von Vorteil ist, wenn man Flüssigkeitsauftrag und Dampfauftrag aus einem gemeinsamen
Gehäuse heraus vornehmen möchte. In diesem Fall ist die Schlitzdüse insbesondere für
den Flüssigkeitsauftrag vorteilhaft.
[0034] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit einer Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Befeuchtung einer Faserstoffbahn,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Vorrich- tung,
- Fig. 3
- eine Einbauposition einer Befeuchtungsvor- richtung im Bereich einer Walze,
- Fig. 4
- eine Einbauposition einer Vorrichtung im Be- reich einer freien Bahn,
- Fig. 5
- eine Einbauposition bei einer Befeuchtung von oben und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer Vorrich- tung mit Schlitzdüsen.
[0035] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Befeuchten einer Papierbahn 2. Die Papierbahn
2 wird hier als Beispiel für eine Faserstoffbahn verwendet. Anstelle der Papierbahn
2 kann natürlich auch eine Papp- oder Kartonbahn befeuchtet werden.
[0036] Die Papierbahn 2 wird in einer durch einen Pfeil dargestellten Laufrichtung 3 an
der Vorrichtung 1 entlang bewegt. Dort wo sich die Papierbahn 2 befindet, wird ein
Bahnlaufpfad angenommen.
[0037] Die Vorrichtung 1 weist in Laufrichtung 3 zunächst eine Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
4 und danach eine Dampfausgabeeinrichtung 5 auf.
[0038] Die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 gibt Flüssigkeit in Form von Sprühstrahlen 6
in Richtung auf die Papierbahn 2 aus, so dass sich ein Flüssigkeitsfilm 7 bildet.
Der Flüssigkeitsfilm 7 muss im Bereich der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 noch nicht
zusammenhängen. Er kann dort auch noch in Form von einzelnen Tröpfchen vorliegen.
Sobald die Flüssigkeit auf der Oberfläche der Papierbahn 2 angekommen ist, beginnt
sie, in das Innere der Papierbahn 2 vorzudringen. Allerdings ist hierfür eine gewisse
Zeit notwendig.
[0039] Die Papierbahn 2 läuft noch während dieser Zeit an der Dampfausgabeeinrichtung 5
vorbei, die Dampfstrahlen 8 in Richtung auf die Papierbahn 2 ausgibt. Der mit den
Dampfstrahlen 8 transportierte Dampf kommt in Kontakt mit dem Flüssigkeitsfilm 7,
der eine niedrigere Temperatur als die Dampfstrahlen 8 aufweist. Dementsprechend kondensiert
der Dampf hier und bildet einen hier als "Dampffilm" 9 bezeichneten weiteren Film,
der sich allerdings mit dem Flüssigkeitsfilm 7 vermischt. Diese Vorgehensweise hat
den Vorteil, dass man eine ausreichend niedrige Temperatur an der Oberfläche der Papierbahn
2 erzeugen kann, um den Dampf zum Kondensieren zu bringen. Dementsprechend kann die
im Dampf enthaltene Wärmeenergie nahezu vollständig verwendet werden, um die Papierbahn
2 an der Oberfläche aufzuheizen. Der Dampfauftrag erfolgt also mit einem relativ hohen
Wirkungsgrad.
[0040] Der Flüssigkeitsfilm 7 wird durch den Dampf erwärmt. Dadurch wird die Oberflächenspannung
und die Viskosität der den Flüssigkeitsfilm 7 bildenden Flüssigkeit herabgesetzt,
so dass die beim Flüssigkeitsauftrag möglicherweise entstandenen Tröpfchen sich zu
einer gleichförmigen Schicht vereinigen können. Durch die erhöhte Temperatur kann
die Flüssigkeit dann auch leichter in die Oberfläche der Papierbahn eindringen, so
dass die Befeuchtung und die Erwärmung der Papierbahn 2 begünstigt wird.
[0041] Durch den getrennten Auftrag von Flüssigkeit und Dampf lassen sich diese beiden Medien
unabhängig voneinander einstellen. Wenn die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 und die
Dampfausgabeeinrichtung 5 quer zur Laufrichtung 3 der Papierbahn in Zonen unterteilt
sind, die unabhängig voneinander geregelt werden können, ist es möglich, die Feuchtigkeit
über die Breite der Papierbahn profilieren zu können. Da man den Dampfauftrag und
den Flüssigkeitsauftrag weitgehend unabhängig voneinander einstellen kann, ist die
Profilierung sowohl bezüglich Temperatur als auch Feuchtigkeit möglich. Durch eine
zonale Regelung der Flüssigkeits- und Dampfmenge kann beispielsweise zur Profilierung
der Feuchte an zu trockenen Stellen Flüssigkeit aufgetragen werden und an zu feuchten
Stellen Dampf, wenn der Dampf in einem Folgeprozess, z.B. dem Durchlaufen eines Nips
eines Kalanders, eine stärkere Trocknung bewirkt. Dadurch ist eine gezielte und energiesparende
Feuchteprofilierung möglich.
[0042] Durch den getrennten Auftrag von Dampf und Flüssigkeit lassen sich Feuchtigkeitsmengen,
die zur Rückbefeuchtung benötigt werden, gezielt einstellen.
[0043] Die Flüssigkeit sollte bis zum Dampfauftrag möglichst weitgehend, also mindestens
zu 75 %, besser noch zu mindestens 90 %, an der Oberfläche der Papierbahn 2 vorliegen.
Sie sollte also nur zu einem kleinen Anteil in die Papierbahn 2 eingedrungen sein.
Um dies zu erreichen, ordnet man die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 und die Dampfausgabeeinrichtung
möglichst dicht benachbart zueinander an, vorteilhafterweise sogar in einem gemeinsamen
Gehäuse. Der räumliche Abstand zwischen dem Ende des Flüssigkeitsauftrags und dem
Beginn des Dampfauftrags sollte im Bereich von 20 mm bis 2000 mm, insbesondere zwischen
50 mm und 1500 mm und besonders bevorzugt zwischen 30 mm und 500 mm liegen. Der zeitliche
Abstand des Auftrags auf eine bewegte Papierbahn 2 sollte im Bereich von 1 ms bis
200 ms, vorzugsweise zwischen 1 ms und 100 ms liegen.
[0044] Wenn eine Steigerung der Feuchtigkeit nicht erforderlich ist, dann wird nur soviel
Flüssigkeit aufgetragen, dass die gewünschte Temperatursteigerung durch den Dampfauftrag
erreicht wird. Die Bahntemperatur wird nach der Vorrichtung 1 auf Temperaturen im
Bereich von 70 bis 100°C, bevorzugterweise auf Temperaturen im Bereich von 80 bis
90°C aufgeheizt.
[0045] Fig. 2 zeigt schematisch, wie man eine derartige Vorrichtung realisieren kann. Die
Vorrichtung 1 ist hierbei vor einem Nip 10 angeordnet, der zwischen zwei Walzen 11,
12 ausgebildet ist. Die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 weist einen Dampfanschluss
13 und einen Heißwasseranschluss 14 auf und kann in nicht näher dargestellter Weise
gekühlt sein, um den eingetragenen Dampf in Nass- oder Sattdampf zu wandeln. Die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
4 kann auch einfach als Düsenfeuchter ausgebildet sein, in dem Wasser durch Luft oder
auf andere Weise in feine Tröpfchen zerstäubt werden kann. Die Dampfausgabeeinrichtung
5 weist einen Dampfanschluss 15 auf. Im Übrigen sind gleiche Elemente wie in Fig.
1 mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0046] Die Vorrichtung 1 ist so dicht vor dem Nip 10 angeordnet, dass bei Produktionsgeschwindigkeit
weniger als 0,2 s, vorzugsweise im Bereich von 0,2 bis 0,02 s vergehen, bevor die
Papierbahn 2 nach dem Vorbeilaufen an der Vorrichtung 1 durch den Nip 10 läuft. Auf
diese Weise wird sichergestellt, dass die angestrebte Feuchte- und Temperatur-Konditionierung
nur in den äußeren Schichten der Papierbahn 2 erfolgt.
[0047] Fig. 3 zeigt eine Ausgestaltung, bei der die Vorrichtung 1 im Bereich einer Umlenkwalze
16 angeordnet ist. Gleiche Elemente wie in den Fig. 1 und 2 sind mit den gleichen
Bezugszeichen versehen. Es ist zu erkennen, dass ein Abstand a zwischen der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
4 und der Papierbahn 2, die auf der Oberfläche der Umlenkwalze 16 aufliegt, größer
ist als ein Abschnitt b zwischen der Dampfausgabeeinrichtung 5 und der Papierbahn
2. Der Abstand a liegt vorzugsweise im Bereich von 15 bis 200 mm, insbesondere von
100 bis 120 mm. Der Abstand b liegt im Bereich von 10 bis 100 mm, insbesondere im
Bereich von 15 bis 25 mm. Der Abstand a ist hierbei hauptsächlich von der gewünschten
Qualität des Sprühauftrags abhängig.
[0048] Wenn man Schlitzdüsen für den Flüssigkeitsauftrag einsetzt, dann kann man den gleichen
Abstand a zwischen der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 und der Papierbahn 2 verwenden
wie zwischen der Dampfausgabeeinrichtung 5 und der Papierbahn 2. Dieser Abstand liegt
dann vorzugsweise im Bereich von 15 bis 20 mm.
[0049] Es ist zu erkennen, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 und die Dampfausgabeeinrichtung
5 ein gemeinsames Gehäuse aufweisen. Am Eingang der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
4 ist noch eine Spritzwand 17 angeordnet.
[0050] In Bahnlaufrichtung 3 hinter der Dampfausgabeeinrichtung 5 kann zusätzlich noch ein
Heißluftaustritt 18 oder eine andere Möglichkeit zur Beheizung der Papierbahn 2 vorgesehen
sein. Anschließend daran kann, wenn erforderlich, noch ein Feststoffauftrag 19 vorgesehen
sein.
[0051] Im Anschluss an die Dampfausgabeeinrichtung 5 kann auch noch eine Absaugeinrichtung
20 angeordnet sein. Die Absaugeinrichtung 20 kann auch, wie dies durch Pfeile 21 angedeutet
ist, ihre Wirkung im Bereich der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 entfalten, so dass
dort Sprühnebel, der nicht von der Papierbahn 2 aufgenommen wird, abgesaugt wird.
[0052] Fig. 4 zeigt eine ähnliche Ausgestaltung, bei der der einzige Unterschied darin besteht,
dass die Vorrichtung 1 im Bereich eines freien Bahnzuges angeordnet ist.
[0053] Dementsprechend ist die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 nicht gekrümmt.
[0054] Fig. 5 zeigt eine Ausgestaltung, bei der die Vorrichtung 1 zumindest im Bereich des
Flüssigkeitsauftrags oberhalb der Papierbahn 2 angeordnet ist. In diesem Fall ist
die der Papierbahn 2 zugewandte Seite der Dampfausgabeeinrichtung 5 gekrümmt, so dass
sich ein weitgehend gleichmäßiger Bedampfungsspalt ergibt.
[0055] Bei der Anordnung der Vorrichtung 1 in Schwerkraftrichtung oberhalb der Papierbahn
2 kann man die Flüssigkeit auch in Form von Feststoff, also in Form von Eiskristallen,
auftragen. Hierzu ist dann die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 mit einer nicht näher
dargestellten Eiserzeugungseinrichtung verbunden, die fortlaufend Eiskristalle produziert.
Die Eiskristalle setzen die Temperatur der Oberfläche der Papierbahn 2 in besonderem
Maße herab, so dass nachfolgend der mit den Dampfstrahlen 8 heran transportierte Dampf
besonders gut kondensieren kann.
[0056] Fig. 6 zeigt schematisch die Ausbildung von Düsen der Vorrichtung 1. Vorgesehen sind
in der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 erste Schlitzdüsen 22 und in der Dampfausgabeeinrichtung
5 zweite Schlitzdüsen 23. Hierbei ist ein Abstand t1 zwischen der in Bahnlaufrichtung
3 letzten Schlitzdüse 22 für Flüssigkeit und der in Bahnlaufrichtung 3 ersten Schlitzdüse
23 für Dampf so gewählt, dass er im Bereich von 20 mm bis 2000 mm, insbesondere im
Bereich von 30 mm bis 500 mm und besonders bevorzugt im Bereich von 50 bis 500 mm
liegt. Dementsprechend benötigt die Papierbahn 2 eine Zeit im Bereich von 1 ms bis
200 ms, insbesondere von 1 ms bis 100 ms, von der letzten Schlitzdüse 22 zur ersten
Schlitzdüse 23 zu gelangen.
[0057] Als Flüssigkeit wird bevorzugt Wasser verwendet, das unter Umständen auch mit Additiven
ausgestattet sein kann, um das Penetrationsverhalten zu unterstützen. Die Flüssigkeitsmenge
liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 bis 8 g/m
2, bevorzugterweise 0,5 bis 2,5 g/m
2. Hierbei verwendet man eine Flüssigkeitsmenge von 2 bis 2000 1/h, vorzugsweise zwischen
5 und 300 1/h pro Meter Breite der Papierbahn 2.
[0058] Die Flüssigkeit wird vorzugsweise in Zweistoffdüsen mit Hilfe eines Gases, also Luft
oder Dampf, zerstäubt. Bevorzugte Drücke für das Zerstäubungsgas liegen im Bereich
von 5 kPa bis 300 kPa, vorzugsweise im Bereich von 10 kPa bis 100 kPa. Die Menge des
Zerstäubungsgases kann im Bereich von 100 bis 2000 m
3/h, vorzugsweise im Bereich von 150 m
3/h und 400 m
3/h pro Meter Bahnbreite liegen.
[0059] Der Dampf für den Dampfauftrag sollte beim Eintritt in die Vorrichtung 1 vorzugsweise
eine Temperatur im Bereich von 115 bis 135°C haben. Der Dampf sollte einen Dampfdruck
von 1, 2 bis 2,0 bar absolut, vorzugsweise im Bereich von 1, 2 bis 1,5 bar absolut
haben. Der Dampf wird mit einer Menge von 0,2 bis 5 g/m
2, vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 2,5 g/ m
2 ausgegeben werden.
[0060] Zur Profilierung können die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung 4 und die Dampfausgabeeinrichtung
5 zonal aufgebaut sein, wobei jede Zone getrennt geregelt werden kann. Die Zonenbreite
für den Flüssigkeitsauftrag liegt vorzugsweise im Bereich von 15 mm bis 100 mm. Bevorzugt
wird eine Zonenbreite von 20 mm oder weniger. Die Zonenbreite für den Dampfauftrag
liegt im Bereich von 50 bis 300 mm, vorzugsweise im Bereich von 50 mm bis 100 mm.
[0061] Die Vorrichtung 1 kommt vorzugsweise in einem Kalander zum Einsatz. Hierbei sollte
der Flüssigkeitsauftrag in einem Bereich von 0,02 s bis 0,20 s vor dem Nip 10 beginnen,
vorzugsweise in einem Bereich von 0,029 s bis 0,14 s vor dem Nip 10.
1. Verfahren zum Befeuchten einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
bei dem man zuerst Flüssigkeit und danach Dampf auf die Faserstoffbahn aufträgt, dadurch gekennzeichnet, dass man den Dampf auf die Faserstoffbahn aufträgt, solange sich zuvor aufgetragene Flüssigkeit
noch auf der Oberfläche befindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man den Dampf mit einem zeitlichen Abstand im Bereich von 1 ms bis 200 ms, insbesondere
im Bereich von 1 ms bis 100 ms, nach dem Auftrag der Flüssigkeit aufbringt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Dampf mit einem räumlichen Abstand im Bereich von 20 mm bis 2000 mm, insbesondere
im Bereich von 30 mm bis 1500 mm und vorzugsweise im Bereich von 50 mm bis 500 mm
hinter dem Auftrag der Flüssigkeit aufbringt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man den Dampf aufbringt, solange noch mindestens 75 %, insbesondere 90 % der Flüssigkeit
auf der Oberfläche der Faserstoffbahn vorhanden sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Flüssigkeit durch gesättigten Dampf oder Nassdampf aufbringt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Flüssigkeit vor dem Aufbringen beheizt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Flüssigkeit in Form von Eis aufbringt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass man die Flüssigkeit mit einem größeren Abstand zur Faserstoffbahn aus einer Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
als Dampf aus einer Dampfausgabeeinrichtung.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man Flüssigkeitsnebel und/oder Dampf absaugt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass man nur soviel Flüssigkeit aufträgt, wie für eine gewünschte Temperatursteigerung
durch den nachfolgenden Dampfauftrag erforderlich ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahntemperatur nach dem Dampfauftrag im Bereich von 80 bis 100°C, insbesondere
im Bereich von 85 bis 90°C liegt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass man soviel Flüssigkeit aufträgt, wie zur Rückbefeuchtung der Bahn erforderlich ist,
und den Flüssigkeitsauftrag durch den nachfolgenden Dampfauftrag vergleichmäßigt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Flüssigkeit und/oder den Dampf über Schlitzdüsen aufträgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass man eine mit Additiven versehene Flüssigkeit aufträgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass man als Flüssigkeit Wasser, mindestens eine Streichfarbe, mindestens eine Stärkelösung,
mindestens eine Beschichtungschemikalie, Polyacrylsäure und deren Salze mit Alkalimetallionen,
Erdalkalimetallionen, Polyvenylalkohol, Polyäthylenglykol, Polypropylenglykole, Polysulfonsäuren
und /oder langkettige organische Äther verwendet.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass man die Flüssigkeit in einer Menge im Bereich von 0,1 bis 8 g/m2, insbesondere im Bereich von 0,2 bis 1,5 g/m2 bezogen auf die Fläche der Faserstoffbahn aufträgt.
17. Vorrichtung zum Befeuchten einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn,
mit einer einem Bahnlaufpfad benachbarten Flüssigkeitsausgabeeinrichtung und einer
entlang des Bahnlaufpfades dahinter angeordneten Dampfausgabeeinrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (t1) zwischen einem Ausgang der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) und
einem Eingang der Dampfausgabeeinrichtung (5) so gewählt ist, dass mindestens eine
der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
a) Der Abstand (t1) liegt im Bereich von 20 mm bis 2000 mm , insbesondere im Bereich
von 30 mm bis 1500 mm und bevorzugt im Bereich von 50 mm bis 500 mm.
b) Bei Betriebsgeschwindigkeit benötigt die Faserstoffbahn (2) eine Zeit im Bereich
von 1 ms bis 200 ms, insbesondere im Bereich von 1 ms bis 100 ms vom Ausgang der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung
(4) bis zum Eingang der Dampfausgabeeinrichtung (5),
c) am Eingang der Dampfausgabeeinrichtung (5) befindet sich noch mindestens 75 %,
insbesondere mindestens 90 % der in der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung aufgetragenen
Flüssigkeit (6) noch auf der Oberfläche der Faserstoffbahn (2).
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) und die Dampfausgabeeinrichtung (5) ein gemeinsames
Gehäuse aufweisen.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) einen Dampfeingangsanschluss (13) aufweist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) einen Heißwasseranschluss (14) aufweist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) mit einem Eiserzeuger verbunden ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Dampfausgabeeinrichtung (5) einen Abstand b zum Bahnlaufpfad aufweist, der kleiner
ist als der Abstand a der Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) zum Bahnlaufpfad.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass eine Absaugeinrichtung (20) vorgesehen ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitsausgabeeinrichtung (4) und/oder die Dampfausgabeeinrichtung (5) eine
Schlitzdüsenanordnung aufweist.