[0001] Die Erfindung betrifft eine Zugvorrichtung mit einer Zugfeder, die an einer Ablenk-
oder Umlenkrolle zumindest bereichsweise umschlingend anliegt, eine kombinierte Verzögerungs-
und Beschleunigungsvorrichtung mit einer derartigen Zugvorrichtung sowie ein Führungssystem
mit einer solchen Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung.
[0002] Aus der
DE 20 2004 006 410 U1 ist eine derartige Vorrichtung bekannt. Die in dieser Vorrichtung eingesetzte Feder
kann bei einer hohen Lastspielzahl brechen. Dies begrenzt die Lebensdauer der Vorrichtung.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Problemstellung zugrunde, eine Zugvorrichtung,
eine kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung mit einer derartigen
Zugvorrichtung sowie ein Führungssystem mit einer Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung
zu entwickeln, bei der ein Bruch der Feder weitgehend ausgeschlossen ist.
[0004] Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu beträgt
der Gesamthub der Zugfeder mindestens 50% ihrer Nennlänge. Die Zugfeder umfasst mindestens
einen Bereich hoher Federsteifigkeit und mindestens einen Bereich niedriger Federsteifigkeit.
Der Bereich hoher Federsteifigkeit liegt an der Ablenk- oder Umlenkrolle an. Außerdem
ist im Bereich der hohen Federsteifigkeit der Quotient aus dem mittleren Ablenk- oder
Umlenkradius und dem Differenzhub des äußeren und inneren Federbereichs pro Federwindung
größer als 50.
[0005] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung einer schematisch dargestellten Ausführungsform.
- Figur 1:
- Kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung mit einem Mitnahmeelement
in der Parkposition;
- Figur 2:
- Kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung mit dem Mitnahmeelement in
der Endposition;
- Figur 3:
- Detail von Figur 1;
- Figur 4:
- Detail von Figur 2.
[0006] Die Figuren 1 und 2 zeigen in einem Längsschnitt eine kombinierte Verzögerungs- und
Beschleunigungsvorrichtung (10). Diese umfasst ein Mitnahmeelement (41), das in der
Figur 1 in einer Parkposition (1) und in der Figur 2 in einer Endposition (2) dargestellt
ist.
[0007] Die kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) ist beispielsweise
Teil eines Führungssystems, z.B. einer Schubladenführung eines Möbelstücks oder einer
Schiebetüranordnung. In einem derartigen Führungssystem ist die kombinierte Verzögerungs-
und Beschleunigungsvorrichtung (10) beispielsweise an dem Möbelstück befestigt, zu
dem die Schublade relativ beweglich ist. An der Schublade ist dann ein Betätigungselement
befestigt. Z.B. beim Schließen der Schublade kontaktiert in einem an die geschlossene
Endlage der Schublade angrenzenden Teilhub das Betätigungselement das Mitnahmeelement
(41) der Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10). Das Betätigungselement
löst das Mitnahmeelement (41) aus der kraft- und/oder formschlüssig gesicherten Parkposition
(1) und führt es in der Einfahrhubrichtung (5) entlang einer Führungseinrichtung (21)
in die Endposition (2). Dabei wird die Hubbewegung der Schublade relativ zum Möbelstück
mittels der Verzögerungsvorrichtung (31) verzögert. Beispielsweise gleichzeitig mit
dem Lösen des Mitnahmeelements (41) aus der Parkposition (1) wird die Beschleunigungsvorrichtung
(51) aktiviert, die die Schublade entgegen der Wirkung der Verzögerungsvorrichtung
(31) in die z.B. geschlossene Endlage zieht. Die Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung
(10) bleibt hierbei beispielsweise bis zum Erreichen der geschlossenen Endlage der
Schublade im Eingriff mit dem Betätigungselement der Schublade. Selbstverständlich
kann eine derartige Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) auch beim Öffnen
der Schublade zum Verzögern und Beschleunigen der Schubladenbewegung vor dem Erreichen
der geöffneten Endlage erreicht werden.
[0008] Es ist auch denkbar, das Betätigungselement am Möbelstück zu befestigen und die kombinierte
Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) an der Schublade anzuordnen.
[0009] Die Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) umfasst ein Gehäuse (11), in
dem die Verzögerungsvorrichtung (31), die Beschleunigungsvorrichtung (51), die Führungseinrichtung
(21) und das Mitnahmeelement (41) angeordnet sind.
[0010] Das Gehäuse (11) hat beispielsweise drei Durchgangsbohrungen (12). In diesen kann
das Gehäuse (11) mittels Befestigungsmitteln z.B. am Möbelstück befestigt werden.
[0011] Die Verzögerungsvorrichtung (31) umfasst eine Zylinder-Kolbeneinheit (32), von der
in den Figuren 1 und 2 nur der Zylinder (33) und die Kolbenstange (34) dargestellt
sind. Die Zylinder-Kolbeneinheit (32) kann pneumatisch oder hydraulisch betätigt sein.
Der Verdrängungsraum liegt in diesem Ausführungsbeispiel zwischen dem Kolben und dem
Zylinderkopf (35), der Ausgleichsraum wird mittels des Kolbens und des Zylinderbodens
(36) begrenzt.
[0012] Der Hub des Kolbens und der Kolbenstange (34) beträgt z.B. 110 Millimeter. Auf dem
Kolbenstangenkopf (37) ist das Mitnahmeelement (41) schwenkbar gelagert. Die Schwenkachse
liegt in der Darstellung der Figuren 1 und 2 normal zur Zeichnungsebene.
[0013] Das Mitnahmeelement (41) ist beispielsweise mittels zweier Führungsbolzen (42, 43)
in der Führungseinrichtung (21) geführt. Letztere umfasst zwei einander gegenüber
im Gehäuse (11) angeordnete Führungsschienen (22), von denen im Längsschnitt nur eine
dargestellt ist. Das Mitnahmeelement (41) ragt mit zwei Anlageschultern (44, 45) unterschiedlicher
Höhe aus dem Gehäuse (11) heraus. Hierbei ist die vom Zylinder (33) abgewandte Anlageschulter
(44) höher als die dem Zylinder (33) zugewandte Anlageschulter (45). Diese beiden
Anlageschultern (45, 45) begrenzen eine Mitnahmeausnehmung (46).
[0014] Die beiden Führungsschienen (22) umfassen jeweils einen geraden (23) und einen an
diesen in Richtung des Zylinders (33) angrenzenden gebogenen Abschnitt (24). Letzterer
ist in den Darstellungen der Figuren 1 und 2 nach oben gebogen. Die gedachten Mittellinien
der Führungsschienen (22) spannen eine Ebene auf, in der auch die Mittellinie der
Kolbenstange (34) liegt.
[0015] An seiner der Mitnahmeausnehmung (46) abgewandten Seite hat das Mitnahmeelement (41)
eine Federaufnahme (47). Diese umfasst beispielsweise eine u-förmige Ausnehmung, in
die eine Zugfeder (53) eingelegt ist. Das andere Ende der Zugfeder (53) liegt in einer
ähnlich gestalteten Federaufnahme (13), die im Gehäuse (11) - in den Figuren 1 und
2 beispielsweise oberhalb des Zylinders (33) - befestigt ist. Gegen ein Herausrutschen
ist die Feder (53) z.B. mit zwei an den Federenden angeordneten flanschartigen Anlageverdickungen
(54, 55) gesichert.
[0016] Die hier dargestellte Zugfeder (53) hat eine Nennlänge - dies ist die Länge zwischen
den Anlageverdickungen (54, 55) - von z.B. 199 Millimetern. Ihr Gesamthub beträgt
beispielsweise 125 Millimeter, das sind etwa 63 % der Nennlänge. In der Darstellung
der Figur 2 ist die Zugfeder (53) bis auf einen Resthub von 15 Millimetern entspannt
und in der Figur 1 um den Gesamthub gelängt.
[0017] Die Zugfeder (53) hat in diesem Ausführungsbeispiel einen konstanten Drahtdurchmesser
von z.B. 0,85 Millimetern. Sie ist einteilig und umfasst beispielsweise zwei Bereiche
(56, 57) unterschiedlichen Wicklungsdurchmessers. Ein erster Bereich (56) - dieser
Bereich (56) grenzt an den mitnehmerseitigen Aufnahmebereich der Feder (53) an - hat
beispielsweise einen Außendurchmesser von 3,8 Millimetern. Seine Länge im ungespannten
Zustand beträgt z.B. 61 % der Nennlänge. Mit diesem Bereich (56) liegt die Zugfeder
(53) um eine Umlenkvorrichtung (71). Die Umlenkvorrichtung ist in diesem Ausführungsbeispiel
eine z.B. drehbar im Gehäuse (11) gelagerte Umlenkrolle (71). Sie kann aber auch feststehend
sein. Auch eine Ausbildung als Ablenkvorrichtung oder Ablenkrolle, z.B. bei einem
Ablenkwinkel von 15 Grad oder 90 Grad, ist denkbar. In allen diesen Fällen verläuft
die Feder (53) nicht tangential zur Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71), sondern umschlingt
diese zumindest bereichsweise. Der Umschlingungswinkel der Feder (53) um die Umlenkrolle
(71) beträgt in dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel maximal
183 Grad.
[0018] Die Umlenkrolle (71), vgl. die Figuren 3 und 4, hat beispielsweise eine Lauffläche
(72), die beidseitig von Führungsscheiben (73) begrenzt ist. Die Lauffläche (72) kann
Quernuten oder -sicken aufweisen. Der Durchmesser der Lauffläche (72) beträgt in diesem
Ausführungsbeispiel 17 Millimeter. Die Zugfeder (53) liegt mit ihrem Innenbereich
(58) auf der Lauffläche (72) auf, ihr Außenbereich (59) begrenzt die Feder (53) radial
nach außen.
[0019] Der zweite Bereich (57) der Zugfeder (53), dieser Bereich (57) hat beispielsweise
einen Außendurchmesser von 6,6 Millimetern, grenzt mit einem Übergangsbereich (61)
an den ersten Bereich (56) an. Der zweite Bereich (57) verbindet den ersten Bereich
(56) mit dem gehäuseseitigen Aufnahmebereich der Zugfeder (53). Die Länge des ungespannten
zweiten Bereiches (57) beträgt im Ausführungsbeispiel etwa 29 % der Nennlänge der
Feder (53). Der erste Bereich (56) ist damit mehr als doppelt so lang wie der zweite
Bereich (57). Der Durchmesser des zweiten Bereichs (57) ist größer als das 1,5-fache
des Durchmessers des ersten Bereichs (56).
[0020] Die Federsteifigkeit des ersten Bereichs (56) beträgt im Ausführungsbeispiel 0,17
Newton pro Millimeter. Die Federsteifigkeit des zweiten Bereiches (57) beträgt weniger
als ein Drittel dieses Wertes, z.B. 0,05 Newton pro Millimeter. Der Kehrwert der Gesamtsteifigkeit
der Zugfeder (53) ist bei dieser Hintereinanderschaltung der Federbereiche (56, 57)
die Summe der Kehrwerte der einzelnen Federsteifigkeiten. Die Zugfeder (53) kann auch
mehr als zwei Bereiche unterschiedlicher Federsteifigkeiten aufweisen.
[0021] Nach der Montage der kombinierten Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10)
in ein Führungssystem steht beispielsweise bei einer geöffneten Schublade das Mitnahmeelement
(41) in der in der Figur 1 dargestellten Parkposition (1). Die Kolbenstange (34) der
Zylinder-Kolbeneinheit (32) ist eingefahren. Die Zugfeder (53) ist gespannt, wodurch
der Energiespeicher (53) der Beschleunigungsvorrichtung (51) geladen ist.
[0022] In der gespannten Zugfeder (53) ist der erste Bereich (56), der Bereich (56) hoher
Federsteifigkeit, z.B. um 14 % der Nennlänge der Zugfeder (53) gelängt. Der Bereich
(57) niedriger Federsteifigkeit ist beispielsweise um 49 % der Nennlänge der Feder
(53) gelängt. Der gelängte Bereich (57) niedriger Federsteifigkeit ist so angeordnet,
dass er die Umlenkrolle (71) nicht berührt. Der Hub der Zugfeder (53) kann so zwischen
den beiden Teilhüben aufgeteilt sein, dass der maximale Teilhub des Bereichs (56)
hoher Federsteifigkeit 30 % des Gesamthubs der Zugfeder (53) nicht überschreitet.
[0023] Wird die Schublade geschlossen, kontaktiert das Betätigungselement die Anlageschulter
(44) des Mitnahmeelements (41) und zieht das Mitnahmeelement (41) aus der Parkposition
(1) heraus. Das Mitnahmeelement (41) wird entlang der Führungseinrichtung (21) von
der in der Figur 1 dargestellten Parkposition (1) in die in der Figur 2 gezeigten
Endposition (2) gezogen. Die Kolbenstange (34) wird herausgezogen. In der Verzögerungsvorrichtung
(31) komprimiert Kolben der Zylinder-Kolbeneinheit (32) den Verdrängungsraum. Hierbei
kann das im Verdrängungsraum komprimierte pneumatische oder hydraulische Medium gedrosselt
in den Ausgleichsraum verdrängt werden. Gegebenenfalls wird, z.B. bei einer hydraulischen
Zylinder-Kolbeneinheit (32), zusätzlich hydraulisches Fluid aus einem externen Ausgleichsbehälter
in den Ausgleichsraum zugeführt. Die Drosselung kann entlang der Kolbenhubbewegung
z.B. abnehmen. Die Bewegung des Mitnahmeelements (41) - und damit der Schublade -
wird abgebremst.
[0024] Mit dem Beginn der Hubbewegung wirkt die Beschleunigungsvorrichtung (51) als Zugvorrichtung
(51) auf das Mitnahmeelement (41). Die Zugfeder (53) zieht sich zusammen und zieht
das Mitnahmeelement (41) in Richtung der Endposition (2). Der Energiespeicher (53)
wird entladen. Das Mitnahmeelement (41) - und damit die Schublade - wird entgegen
der Wirkung der Verzögerungsvorrichtung (31) beschleunigt und langsam in ihre z.B.
geschlossene Endlage geführt. Hier bleibt sie ruckfrei stehen. Die Zugfeder (53) ist
nun bis auf den Resthub kontrahiert, vgl. Figur 2. Der Bereich (56) hoher Federsteifigkeit
ist nun z.B. um 1,5 % der Nennlänge gelängt, der Bereich (57) niedriger Federsteifigkeit
um 6 % der Nennlänge.
[0025] Bei ihrer Kontraktion wandert die Zugfeder (53) entlang der Lauffläche (72) und dreht
die Umlenkrolle (71) beispielsweise im Uhrzeigersinn. Die Windungen (62) der Zugfeder
(53) nähern sich einander. Die Innen- (58) und Außenbereiche (59) der Zugfeder (53),
vgl. die Figuren 3 und 4, werden gegeneinander verschoben. Solange sich die Windungen
im Innenbereich (58) nicht gegenseitig behindern, liegt die neutrale Faser der Kontraktion
auf der geometrischen Mittellinie der Zugfeder (53). Der Radius dieser neutralen Faser,
bezogen auf die Drehachse (74) der Ablenk- oder Umlenkrolle (71), wird im Folgenden
als mittlerer Ablenk- oder Umlenkradius (6) bezeichnet. Bei einer feststehenden Ablenk-
oder Umlenkvorrichtung ist der Radiusmittelpunkt der Mittelpunkt des Laufflächenradius.
[0026] Bei der Um- oder Ablenkung wirkt auf die Zugfeder (53) sowohl die Belastung durch
die Zugkraft als auch eine zusätzliche Belastung durch die Verschiebung der Innen-
(58) und Außenbereiche (59) gegeneinander. Die auf die einzelne Federwindung (62)
bezogene Differenz der Verschiebungen ist das Produkt aus dem maximalen Teilhub des
Bereichs (56) hoher Federsteifigkeit und seinem Federdurchmesser, dividiert durch
das Produkt aus dem mittleren Ablenk- oder Umlenkradius (6) und der Windungszahl des
Bereichs (56) hoher Federsteifigkeit. Im Ausführungsbeispiel beträgt diese Differenz
im Umlenkbereich der Zugfeder (53) 0,08 Millimeter, im nicht umgelenkten Federbereich
ist die durch die Umlenkung hervorgerufene Differenz Null.
[0027] Der Quotient aus dem mittleren Ablenk- oder Umlenkradius (6) und diesem Differenzhub
pro Federwindung beträgt im Ausführungsbeispiel im Umlenkbereich 120, im nicht umgelenkten
Bereich geht er gegen Unendlich. Der minimale Quotient kann auch kleiner sein, beispielsweise
kann er einen Wert von 50 haben, ohne dass die Lebensdauer der Zugfeder (53) selbst
bei einer hohen Lastspielzahl nennenswert beeinträchtigt wird. Die Zugfeder (53) kann
somit trotz ihres großen Gesamthubs mit einer kurzen Nennlänge ausgeführt werden.
[0028] Beim Öffnen der Schublade wird der Mitnehmer (41) mittels des Betätigungselements
von der Endposition (2) in die Parkposition (1) verschoben. Die Kolbenstange (34)
mit dem Kolben wird beispielsweise nahezu widerstandsfrei eingefahren. Die Zugfeder
(53) wird gespannt, wobei die Dehnung des Bereichs (57) niedriger Federsteifigkeit
höher ist als die Dehnung des Bereichs (56) hoher Federsteifigkeit. Der Bereich (56)
hoher Federsteifigkeit gleitet entlang der Umlenkrolle (71) und dreht diese z.B. entgegen
dem Uhrzeigersinn. Mittels der Quernuten oder -stege auf der Lauffläche (72) kann
der Gleitweg der Zugfeder (53) auf der Umlenkrolle (71) begrenzt werden.
[0029] Sobald das Mitnahmeelement (41) die Parkposition (1) erreicht hat, löst sich das
Betätigungselement von der kombinierten Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung
(10). Der Energiespeicher (53) ist wieder geladen. Die Schublade kann nun vollständig
geöffnet werden.
[0030] Die Bereiche (56, 57) unterschiedlicher Federsteifigkeit können sich auch in der
Drahtstärke der Feder, im Werkstoff, in der Gestalt der Windungen, etc. unterscheiden.
Zur Anpassung beispielsweise an einen anderen Hub oder an eine andere erforderliche
Kraft kann z.B. die Gesamtlänge der Feder, die Länge der einzelnen Teilbereiche, die
Anzahl und der Durchmesser der Windungen, der Drahtdurchmesser, der Umlenk- oder Ablenkradius
etc. variiert werden.
Bezugszeichenliste:
[0031]
- 1
- Parkposition
- 2
- Endposition
- 5
- Einfahrhubrichtung
- 6
- mittlerer Ablenk- oder Umlenkradius
- 10
- Kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung
- 11
- Gehäuse
- 12
- Durchgangsbohrungen
- 13
- Federaufnahme
- 21
- Führungseinrichtung
- 22
- Führungsschienen
- 23
- gerader Abschnitt von (22)
- 24
- gebogener Abschnitt von (22)
- 31
- Verzögerungsvorrichtung
- 32
- Zylinder-Kolbeneinheit
- 33
- Zylinder
- 34
- Kolbenstange
- 35
- Zylinderkopf
- 36
- Zylinderboden
- 37
- Kolbenstangenkopf
- 41
- Mitnahmeelement
- 42
- Führungsbolzen
- 43
- Führungsbolzen
- 44
- Anlageschulter
- 45
- Anlageschulter
- 46
- Mitnahmeausnehmung
- 47
- Federaufnahme
- 51
- Beschleunigungsvorrichtung, Zugvorrichtung
- 53
- Zugfeder, Energiespeicher
- 54
- Anlageverdickungen
- 55
- Anlageverdickungen
- 56
- erster Bereich von (53), Bereich hoher Federsteifigkeit
- 57
- zweiter Bereich von (53), Bereich niedriger Federsteifigkeit
- 58
- Innenbereich von (53)
- 59
- Außenbereich von (53)
- 61
- Übergangsbereich
- 62
- Windungen
- 71
- Umlenkvorrichtung, Umlenkrolle
- 72
- Lauffläche
- 73
- Führungsscheiben
- 74
- Drehachse
1. Zugvorrichtung (51) mit einer Zugfeder (53) und mit einer Ablenk- oder Umlenkvorrichtung
(71), wobei die Zugfeder (53) an der Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71) zumindest
bereichsweise umschlingend anliegt,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Gesamthub der Zugfeder (53) mindestens 50% ihrer Nennlänge beträgt,
- dass die Zugfeder (53) mindestens einen Bereich (56) hoher Federsteifigkeit und mindestens
einen Bereich (57) niedriger Federsteifigkeit umfasst,
- dass der Bereich (56) hoher Federsteifigkeit an der Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71)
anliegt und
- dass im Bereich (56) der hohen Federsteifigkeit der Quotient aus dem mittleren Ablenk-
oder Umlenkradius (6) und dem Differenzhub des äußeren (59) und inneren Federbereichs
(58) pro Federwindung (62) größer als 50 ist.
2. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich (56) hoher Federsteifigkeit einen Teilhub aufweist, der maximal 30 %
des Gesamthubes der Zugfeder (53) beträgt.
3. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Federsteifigkeit des Bereichs (56) hoher Federsteifigkeit mindestens dem Dreifachen
der Federsteifigkeit des Bereichs (57) niedriger Federsteifigkeit entspricht.
4. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtstärke der Zugfeder (53) in beiden Bereichen (56, 57) identisch ist.
5. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser der Zugfeder (53) im Bereich (57) der niedrigen Federsteifigkeit
mindestens das 1,5-fache des Außendurchmessers der Zugfeder (53) im Bereich (56) der
hohen Federsteifigkeit entspricht.
6. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich (56) hoher Federsteifigkeit mindestens doppelt so lang ist wie der Bereich
(57) niedriger Federsteifigkeit.
7. Zugvorrichtung (51) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Umschlingungswinkel der Zugfeder (53) um die Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71)
mindestens 90 Grad beträgt.
8. Kombinierte Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) mit einem entlang einer
Führungseinrichtung (21) aus einer kraft- und/oder formschlüssig gesicherten Parkposition
(1) in eine Endposition (2) führbaren Mitnahmeelement (41), wobei die Verzögerungsvorrichtung
(31) der Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung (10) eine pneumatische oder
hydraulische Zylinder-Kolbeneinheit (32) umfasst, deren Kolbenstange (34) mit dem
Mitnahmeelement (41) verbunden ist und wobei die Beschleunigungsvorrichtung (51) einen
mit dem Mitnahmeelement (41) verbundenen Energiespeicher (53) umfasst, der in der
Parkposition (1) geladen ist, wobei der Energiespeicher (53) eine Zugfeder (53) ist,
die an einer Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71) zumindest bereichsweise umschlingend
anliegt,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Gesamthub der Zugfeder (53) mindestens 50% ihrer Nennlänge beträgt,
- dass die Zugfeder (53) mindestens einen Bereich (56) hoher Federsteifigkeit und mindestens
einen Bereich (57) niedriger Federsteifigkeit umfasst,
- dass der Bereich (56) hoher Federsteifigkeit an der Ablenk- oder Umlenkvorrichtung (71)
anliegt und
- dass im Bereich (56) der hohen Federsteifigkeit der Quotient aus dem mittleren Ablenk-
oder Umlenkradius (6) und dem Differenzhub des äußeren (59) und inneren Federbereichs
(58) pro Federwindung (62) größer als 50 ist.
9. Führungssystem mit einer kombinierten Verzögerungs- und Beschleunigungsvorrichtung
(10) nach Anspruch 8.
1. Pulling assembly (51) comprising a pulling spring (53) and deflecting or redirecting
means (71), said pulling spring (53) engaging deflecting or redirecting means (71)
in manner at least partially looped around the latter,
characterized in that
- the total stroke of pulling spring (53) is equal to at least 50% its nominal length,
- pulling spring (53) has at least one section (56) of high spring stiffness and at
least one section (57) of low spring stiffness,
- high spring stiffness section (56) engages deflecting or redirecting means (71)
and
- the quotient of the central deflection or redirection radius (6) and the differential
stroke of outer spring portion (59) and inner spring portion (58) per turn (62) of
the spring is greater than 50 in high spring stiffness section (56).
2. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1, characterized in that the partial stroke in high spring stiffness section (56) amounts to a maximum of
30% of the total stroke of pulling spring (53).
3. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1, characterized in that the spring stiffness in high spring stiffness section (56) corresponds to at least
three times the spring stiffness of low spring stiffness section (57).
4. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1 or 3, characterized in that the wire gauge of pulling spring (53) is equal in both sections (56, 57).
5. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1, 3 or 4, characterized in that the outer diameter of pulling spring (53) in low spring stiffness section (57) corresponds
to at least 1.5 times the outer diameter of pulling spring (53) in high spring stiffness
section (56).
6. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1 or 5, characterized in that high spring stiffness section (56) has a length at least twice that of low spring
stiffness section (57).
7. Pulling assembly (51) as claimed in claim 1, characterized in that pulling spring (53) is looped at least 90° around deflecting or redirecting means
(71).
8. Combined decelerating and accelerating assembly (10) comprising an entrainment element
(41) adapted to be guided along guide means (21) to an end position (2) from a parked
position (1) in which it is secured by force- and/or shape-locking means, with the
decelerating device (31) of said decelerating and accelerating assembly (10) comprising
a pneumatic or hydraulic piston-cylinder unit (32) the piston rod (34) of which is
coupled to entrainment member (41), and with accelerating device (51) comprising energy
storage means (53) coupled to entrainment member (41) and charged in the parked position
(1), said energy storage means (53) comprising a pulling spring (53) engaging deflecting
or redirecting means (71) in a manner at least partially looped therearound,
characterized in that
- the total stroke of pulling spring (53) amounts to at least 50 % of its nominal
length,
- pulling spring (53) comprises at least one section (56) having a high spring stiffness
and at least one section (57) having a low spring stiffness,
- high spring stiffness section (56) engages said deflecting or redirecting means
(71) and
- the quotient of the central deflecting or redirecting radius (6) and the differential
stroke of outer spring portion (59) and inner spring portion (58) per turn (62) of
the spring is greater than 50 in high spring stiffness section (56).
9. Guide system including a combined decelerating and accelerating assembly (10) as claimed
in claim 8.
1. Dispositif de traction (51) comprenant un ressort de traction (53) et un dispositif
de déviation ou de renvoi (71), le ressort de traction (53) s'appuyant contre le dispositif
de déviation ou de renvoi, en s'y enroulant au moins par endroits,
caractérisé en ce
- que la course totale du ressort de traction (53) est au moins de 50 % de sa longueur
nominale,
- que le ressort de traction (53) comprend au moins une zone (56) de raideur élevée et
au moins une zone (57) de faible raideur,
- que la zone (56) de raideur élevée s'appuie contre le dispositif de déviation ou de renvoi
et
- que le quotient obtenu en divisant le rayon moyen (6) de déviation ou de renvoi par la
course différentielle de la zone extérieure (59) et de la zone intérieure (58) par
spire de ressort (62) est supérieur à 50 dans la zone de raideur élevée.
2. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la zone (56) de raideur élevée présente une course partielle qui est au maximum de
30% de la course totale du ressort de traction (53).
3. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la raideur de ressort de la zone (56) de raideur élevée correspond au moins au triple
de la raideur de ressort de la zone (57) de faible raideur.
4. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1 ou 3, caractérisé en ce que l'épaisseur du fil du ressort de traction (53) dans les deux zones (56, 57) est identique.
5. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1, 3 ou 4, caractérisé en ce que le diamètre extérieur du ressort de traction (53) dans la zone (53) de faible raideur
correspond au moins à 1,5 fois du diamètre extérieur du ressort de traction (53) dans
zone (56) de raideur élevée.
6. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1 ou 5, caractérisé en ce que la longueur de la zone (56) de raideur élevée est au moins le double de la longueur
de la zone (57) de faible raideur.
7. Dispositif de traction (51) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'angle d'enroulement du ressort de traction (53) autour du dispositif de déviation
ou de renvoi (71) est au moins de 90 degrés.
8. Dispositif de ralentissement et d'accélération combiné (10) comprenant un élément
d'entraînement (41) qui peut être guidé, le long d'un dispositif de guidage (21),
depuis une position de verrouillage (1) où il est bloqué par adhérence et/ou mécaniquement
dans une position finale (2), le dispositif de ralentissement (31) du dispositif de
ralentissement et d'accélération (10) comprenant une unité cylindre-piston (32) pneumatique
ou hydraulique dont la tige du piston (34) est relié à l'élément d'entraînement (41)
et le dispositif d'accélération (51) comprenant un accumulateur d'énergie (53) relié
à l'élément d'entraînement (41) qui est chargé dans la position de verrouillage (1)
,l'accumulateur d'énergie (53) étant un ressort de traction (53) qui s'appuie contre
un dispositif de déviation ou de renvoi (71), en s'y enroulant au moins par endroits,
caractérisé en ce
- que la course totale du ressort de traction (53) est au moins de 50% de sa longueur nominale,
- que le ressort de traction (53) comprend au moins une zone (56) de raideur élevée et
au moins une zone (57) de faible raideur,
- que la zone (56) de raideur élevée s'appuie contre le dispositif de déviation ou de renvoi
(71) et
- que le quotient obtenu en divisant le rayon moyen (6) de déviation ou de renvoi par la
course différentielle de la zone extérieure (59) et de la zone intérieure (58) par
spire de ressort (62) est supérieur à 50 dans la zone de raideur élevée.
9. Système de guidage comprenant un dispositif de ralentissement et d'accélération combiné
(10) selon la revendication 8.