Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, mit einem Brettkörper
und einem Gurt, welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper abgestützt
und/oder verankert ist, wobei der Gurt in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar
geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett
gekoppelt ist, derart, dass eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts
im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Gurtes derart auf einen Lenkbereich
an einem Längsende des Schneegleitbretts wirkt, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich
durchgebogen wird.
Stand der Technik
[0002] Modernen Schneegleitbrettern wie z. B. Carving-Skis liegt die Idee zugrunde, mit
einer starken Taillierung in einem mittleren Bereich des Skis eine verbesserte Kurvenfahrt
des Skis zu erreichen. Hierzu muss der Carving-Ski derart durchgebogen werden, dass
bei einem Kippen um eine Längsachse des Skis die taillierte Kante im Wesentlichen
über ihre gesamte Länge auf der Fahrunterlage aufliegt. Damit kann eine Kurve idealerweise
längs der Kanten gefahren werden, ohne dass der Ski abrutscht, das heisst quer zur
Kantenlängsrichtung gegenüber einer Fahrunterlage bewegt wird. Die erforderliche Durchbiegung
bei einer Belastung im mittleren Skibereich (Gewicht des Skiläufers, Fliehkraft) wird
bei herkömmlichen Carving-Skis durch den Schneewiderstand an den Skiendbereichen erreicht.
Hierbei kommt einerseits der Stauwiderstand des Schnees, auf welchem der Ski auffährt,
als auch der Verdrängungswiderstand des Schnees, welcher zur Seite gedrückt werden
muss, zum Tragen. Damit wirkt auf die Skienden im Vergleich zu einem mittleren Bereich
des Skis eine grössere Kraft, um die gewünschte Durchbiegung zu erreichen. Aufgrund
der erhöhten Belastung kann es in den Endbereichen der Skiauflage z. B. zu einem unerwünschten
Abgleiten, einem Übersteuern oder einem "Einfressen" bzw. Bremsen kommen, wodurch
die Kurvenfahrt längs der Kanten ("carven") gehemmt ist. Insbesondere bei Wettkampffahrten
wie z. B. bei Slalomskirennen geht durch den so erhöhten Gleitwiderstand sowie durch
das "Einfressen" wertvolle Zeit verloren.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind Skis bekannt, welche eine Ober- und Untergurtkonstruktion
aufweisen. Derartige Sandwich-Bauweisen haben bekanntlich zum Ziel, eine über die
Länge des Skis flache bzw. gleichmässige Druckverteilung bei einer zentralen Belastung
in einem für die Bindung vorgesehenen Bereich des Skis zu erreichen. Mit der gängigen
Sandwich-Konstruktion wird die flache Druckverteilung aber nur bei statischer Belastung
oder bestenfalls bei einer Geradeausfahrt erreicht. Sobald eine Kurvenfahrt eingeleitet
wird, werden die Skiendbereiche stärker belastet, um eine Durchbiegung des Skis zu
erreichen, welche aufgrund einer Taillierung des Skis für einen Kantenkontakt im mittleren
Längenbereich mit der Fahrunterlage erforderlich ist. Die Belastungsschwerpunkte zwischen
Ski und Fahrunterlage liegen dann an den Skiendbereichen, d. h. die Druckverteilung
längs des Skis bzw. der Kanten ist nicht mehr gleichmässig bzw. flach.
[0004] Bei verschiedenen bekannten Alpinskiern wird darüber hinaus versucht, den Druck auf
die Skienden zu erhöhen. Die
US 2004/0046362 (Rossignol) beispielsweise versucht, den Druck auf Skiendbereiche zu verstärken, indem eine
Belastung einer auf einer vom Skikörper beabstandeten Platte montierten Skibindung
über steife Elemente, z. B. Druckstangen, auf die Endbereich des Skis verteilt wird,
um dort den Auflagedruck zu erhöhen.
[0005] Die
DE 199 17 992 A1 (Emig et al.) beschreibt einen Alpinski, bei welchem der Traganteil der Skienden durch ein Gurtsystem
bei Belastung eines Zentralbereichs des Skis erhöht wird. Das Gurtsystem des Skis
umfasst dabei im Wesentlichen einen gewellten, insbesondere im Bindungsbereich nach
oben gewölbten Obergurt und einen endseitig mit dem Obergurt verbundenen Untergurt,
wobei sich der Untergurt und der Obergurt mehrmals überkreuzen.
[0006] Die bei diesen bekannten Ausführungen verstärkte Belastung der Skiendbereiche hat
den Nachteil, dass sich die Endbereiche aufgrund der grösseren Belastung tiefer in
den Schnee graben bzw. "einfressen", wodurch sich ein vergrösserter Gleitwiderstand
ergibt. Insbesondere das vordere Skiende bzw. die Skispitze erfährt einen grossen
Stauwiderstand durch den zu verdrängenden Schnee und verlangsamt die Fahrt.
[0007] Einen neuen Lösungsansatz verfolgt die
FR 2779658 (Salomon SA). Diese sieht einen in einem Schneegleitbrett angeordneten Zuggurt vor, welcher in
Längsrichtung des Schneegleitbretts angeordnet verschiebbar in diesem geführt ist.
Der Gurt ist an seinen Endbereichen am Schneegleitbrett fixiert, wobei das eine Ende
oberhalb einer neutralen Faser und der andere Endbereich unterhalb der neutralen Faser
am Schneegleitbrett befestigt ist. Erfolgt nun eine positive Längsdurchbiegung des
Schneegleitbretts im Bereich des Gurtes, in welchem er unterhalb der neutralen Faser
geführt ist, so ergibt sich eine Zugkraft längs des Gurtes, welche an der Befestigung
des Gurtes oberhalb der neutralen Faser das Schneegleitbrett anhebt bzw. durchbiegt.
Somit wird ein vorderer Endbereich des Schneegleitbretts bei einer Durchbiegung des
hinteren Endbereichs aufgebogen und damit entlastet. Der Zuggurt gemäss der
FR 2779658 hat aber den Nachteil, dass die Zugkraft im Gurt bzw. der Verschiebungsweg des Gurtes
gegenüber dem Schneegleitbrett vergleichsweise klein ist, weshalb sich auch nur eine
vergleichsweise geringe Entlastung des vorderen Endbereichs ergibt.
Darstellung der Erfindung
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörendes
Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, zu schaffen, welches die Probleme beim Stand
der Technik vermeidet und insbesondere die Möglichkeit bietet, das Durchbiegungsverhalten
eines Schneegleitbrettes zu verbessern und dynamisch den Belastungen anzupassen.
[0009] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des ersten Anspruchs definiert. Gemäss
der Erfindung umfasst ein Schneegleitbrett, insbesondere ein Ski, einen Brettkörper
und einen Gurt, welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper abgestützt
und/oder verankert ist, wobei der Gurt in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar
geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett
gekoppelt ist. Dabei wirkt eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts
im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Gurtes derart auf einen Lenkbereich
an einem Längsende des Schneegleitbretts, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich
durchgebogen wird. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Übertragungsvorrichtung
vorhanden ist, welche die Kraft längs des Gurtes in die Zugkraft auf den Lenkbereich
überträgt.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung zur Vereinfachung anhand einer Ausführungsform als
Ski erläutert. Die Erfindung ist damit aber nicht auf einen Ski beschränkt, sondern
kann auch allgemein bei anderen Schneegleitbrettern wie z. B. Snowboards eine vorteilhafte
Ausführung sein. "Ski" und "Skikörper" sowie "Ski-Endbereich" etc. werden im Folgenden
ohne Beschränkung der Allgemeinheit anstelle der Begriffe "Schneegleitbrett", "Brettkörper",
"Brett-Endbereich" etc. verwendet. Weiter werden im Folgenden die Begriffe "oben"
und "unten" verwendet, wobei eine Lauffläche des Skis "unten" am Ski bzw. an einer
"Unterseite" des Skis ausgebildet ist, und eine Seite des Skis, welche für die Montage
einer Bindung vorgesehen ist, "oben" am Ski bzw. an einer "Oberseite" des Skis liegt.
Ebenso bezeichnet "vorne" im Folgenden eine Richtung bzw. einen Bereich in einer vorgesehenen
Fahrtrichtung, und entsprechend bezeichnet "hinten" eine Richtung bzw. einen Bereich
in entgegengesetzter Richtung. Eine "Längsdurchbiegung" des Skis bezeichnet im Folgenden
eine Krümmung des Skis in einer Ebene, welche senkrecht auf einer Lauffläche des Skis
steht und in welcher eine Längsachse des Skis liegt. Dabei wird der Ski derart gekrümmt,
dass die Projektion der Längsachse auf die Lauffläche auch im durchgebogenen Zustand
des Skis in dieser Ebene liegt. Im Folgenden wird eine "Längsdurchbiegung" synonym
auch einfach mit "Durchbiegung" bezeichnet. Eine "positive Durchbiegung" ("positiver
Flex") des Skis bzw. von Längsbereichen des Skis bezeichnet dann eine Längsdurchbiegung
des Skis, bei welcher die Skienden nach oben, von einer Unterlage weg, gekrümmt werden,
d. h. mit anderen Worten, bei welcher die Lauffläche (Untergurt) des Skis gestreckt
und die Oberseite des Skis (Obergurt) gestaucht werden.
[0011] Der Skikörper eines erfindungsgemässen Skis mit einer Übertragungsvorrichtung kann
einen dem Stand der Technik bekannten Skikörper aufweisen wie z. B. einen eingangs
erwähnten Skikörper mit einer Ober- und Untergurtkonstruktion. Übertragungsvorrichtung
sowie Gurt sind dabei aber mit Vorteil in den Ski oder in den Skikörper weitgehend
integriert. Anstatt nun die Belastung der Skienden zu erhöhen, wird bei Skis mit dynamischen
Gurtsystemen der erfindungsgemässen Gattung ein Skiendbereich bzw. ein Lenkbereich
des Skis bei der Einleitung einer Kurvenfahrt aktiv von einer Fahrunterlage weg abgehoben
bzw. entlastet. Das Abheben erfolgt dabei infolge einer Durchbiegung in einem Steuerbereich
des Skis. Somit ergibt sich ein dynamisches und aktives Einlenken des Skis in die
Kurvenfahrt. Skis mit dynamischen Gurtsystemen zeichnen sich somit gegenüber "passiven"
bzw. statischen Skis durch eine wesentlich verbesserte Laufruhe und Kurvenfahrt aus.
Insbesondere wird erreicht, dass auch bei einer Kurvenfahrt, wenn der Ski z. B. aufgrund
einer Taillierung durch die zentrale Belastung durch den Skiläufer durchgebogen ist,
eine im Wesentlichen flache Druckverteilung aufrechterhalten bleibt. Ebenso können
auch Schwingungen und negative Durchbiegungen ("negativer Flex") z. B. infolge von
Schlägen durch die Fahrunterlage bzw. des Skis durch derartige Gurtsysteme und die
wirkende Zugkraft auf den Lenkbereich gedämpft werden.
[0012] Der Erfindung liegt nun der Gedanke zugrunde, eine Verschiebung des Gurtes im Steuerbereich
gegenüber dem Skikörper bzw. eine daraus sich ergebende Kraftwirkung längs des Gurtes
besser für das dynamische Lenken des Skis nutzbar zu machen. Zudem ermöglicht die
erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung eine vielseitigere Konstruktion eines dynamischen
Lenk-Skis, wodurch der Ski besser an die jeweiligen Erfordernisse und Bedürfnisse
angepasst werden kann.
[0013] Im Gegensatz zu bekannten Skis mit dynamischen Gurten weist ein erfindungsgemässer
Ski hierzu eine zusätzliche Übertragungsvorrichtung auf, welche eine Kraft im bzw.
längs des Gurtes in eine Zugkraft auf den Lenkbereich überträgt. Insbesondere überträgt
die Übertragungsvorrichtung die Kraft längs des Gurtes, die sich aus einer Durchbiegung
des Skis im Steuerbereich ergibt, in eine Zugkraft auf den Lenkbereich. Die Zugkraft
greift dabei derart in einem Lenkbereich an einem Längsende des Skis am Skikörper
an, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen wird. Insbesondere können
auch mehrere z. B. im Wesentlichen parallel geführte Gurte am Ski vorhanden sein,
welche über eine oder mehrere Übertragungsvorrichtungen eine Zugkraft auf einen Lenkbereich
ausüben können.
[0014] Im Sinne der Erfindung werden unter Übertragungsvorrichtungen zusätzliche Elemente
am Ski verstanden, welche eine Kraft im Gurt z. B. umgelenkt, betragsmässig vergrössert
oder verkleinert, aber auch bei gleichem Betrag parallel verschoben auf den Lenkbereich
übertragen. Erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtungen umfassen hierzu beispielsweise
fest am Ski angebrachte Hebelelemente, verschwenkbar am Ski angebrachte Hebelelemente
oder allgemeine Gelenke oder aber auch Getriebe sowie Umlenkrollen. Insbesondere kann
die Übertragungsvorrichtung auch Hilfsgurte umfassen, welche beispielsweise die Kraft
längs des Gurtes entnehmen und zum Lenkbereich oder auf weitere Elemente der Übertragungsvorrichtung
übertragen. Hilfsgurte können aber auch eine Kraft von anderen Elementen der Übertragungsvorrichtung
auf den Lenkbereich übertragen ohne direkt mit den Gurten zusammenzuwirken. Allgemein
können die Hilfsgurte allein oder zusammen mit weiteren Elementen der Übertragungsvorrichtung
eine Kraftüber- oder Kraftuntersetzung und/oder eine Umlenkung der Kraft bewirken.
Im Sinne der Erfindung ist somit unter Übertragungsvorrichtung eine Vorrichtung zu
verstehen, welche eine Kraftübertragung zwischen Gurt und Lenkbereich erlaubt, welche
über das bekannte Zusammenwirken eines Gurtes mit den Skikörper und/oder dem Ski hinausgeht.
Insbesondere ist eine simple Befestigung eines Gurtes wie z. B. eine Schraube, mit
welcher der Gurt am Skikörper angeschraubt ist, keine Übertragungsvorrichtung im Sinne
der Erfindung.
[0015] Erfindungsgemäss kann die Übertragungsvorrichtung zumindest eine positive Durchbiegung
im Steuerbereich auf den Lenkbereich übertragen. Es kann aber auch vorgesehen sein,
dass die Übertragungsvorrichtung auch eine negative Krümmung im Steuerbereich z. B.
gleichsinnig auf den Lenkbereich überträgt. Mit anderen Worten kann mit einem erfindungsgemässen
Ski mit der Übertragungsvorrichtung als Folge einer Längsdurchbiegung des Skis mit
einem positiven oder negativen Krümmungssinn im Steuerbereich eine gleichsinnig gekrümmte
Längsdurchbiegung des Skis im Lenkbereich erzeugt werden. Die Kopplung des Steuerbereichs
mit dem Lenkbereich über die Übertragungsvorrichtung ist in diesem Fall eine Zwangskopplung,
welche eine Durchbiegung in einem der Bereiche (Steuer-/Lenk-) auf den jeweils anderen
Bereich überträgt. Es ist aber auch denkbar, dass die Kopplung keine Zwangskopplung
ist und die Übertragungsvorrichtung zwar eine Durchbiegung im Steuerbereich auf den
Lenkbereich übertragen kann, eine Durchbiegung im Lenkbereich aber nicht auf den Steuerbereich
übertragen wird. Mit anderen Worten kann die Übertragungsvorrichtung bei einem erfindungsgemässen
Ski also auch nur die Erzeugung einer positiven Längsdurchbiegung des Skis im Lenkbereich
als Folge einer positiven Längsdurchbiegung des Skis im Steuerbereich erlauben.
[0016] Eine Verschiebung des Gurtes gegenüber dem Skikörper bei einer Längsdurchbiegung
wird dann erreicht, wenn der Gurt ausserhalb, d. h. oberhalb oder unterhalb einer
neutralen Faser des Skikörpers am oder im Skikörper geführt ist. Mit der durch die
Durchbiegung erreichten Verschiebung des Gurtes kann in Verschiebungsrichtung längs
des Gurtes, abgestützt oder verankert an der Stützstelle am Skikörper, eine Kraft
zwischen Skikörper und Gurt übertragen werden. Erfindungsgemäss kann aufgrund der
Übertragungsvorrichtung die Kraft im Gurt bei einer positiven Durchbiegung des Skis
im Steuerbereich sowohl eine Zug- als auch eine Druckkraft sein, d. h. der Gurt kann
sowohl ein Druckgurt als auch ein Zuggurt sein.
[0017] Im Gegensatz zu bekannten Skis umfasst eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Skis z. B. auch einen an der Oberseite des Skis vorgesehenen, konstruktiv einfachen
Druckgurt. Die aufgrund einer positiven Längsdurchbiegung sich ergebende Druckkraft
längs des Druckgurtes kann erfindungsgemäss mit der Übertragungsvorrichtung in eine
Zugkraft auf den Lenkbereich übertragen werden. Mit besonderem Vorteil können bei
derartigen Ausführungen der Druckgurt sowie die Übertragungsvorrichtung gesamthaft
an einer Skioberseite ausgebildet werden, wo sie z. B. zur Wartung leicht zugänglich
sind und beispielsweise auch eine Ausgestaltung der Lauffläche des Skis nicht einschränken.
Durch die Übertragungsvorrichtung wird somit erreicht, dass ein erfindungsgemässer
Ski auf vielseitigere Weise an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden kann.
[0018] Im Folgenden sind verschiedene der im vorliegenden Text verwendeten Begriffe erläutert.
[0019] Der Lenkbereich bezeichnet einen Längenbereich des Skis, in welchem eine Durchbiegung
infolge der von der Übertragungsvorrichtung übertragenen Zugkraft erwirkt wird bzw.
in welchem die Zugkraft angreift. Der Lenkbereich wird dabei ohne, oder mit reduzierter,
Auflage-/Druckkraft durch die Fahrunterlage bzw. Schneewiderstand, aufgrund der Zugkraft
dermassen durchgebogen, dass ein im Wesentlichen über die gesamte Länge der Lauffläche
im Wesentlichen gleichmässiger Druck der Kanten auf die Fahrunterlage wirkt. Insbesondere
ist eine Kurvenfahrt längs der Kanten im Wesentlichen ohne Überdruck auf den oder
die Lenkbereiche in dem oder den Endbereichen des Skis möglich. Die gerade bei modernen
Carving-Skis erforderliche Durchbiegung des Skis wird somit in den Skiendbereichen
durch den Gurt und die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung dynamisch unterstützt
bzw. dynamisch vorgegeben. Der Ski lenkt, in Abhängigkeit der Durchbiegung im Steuerbereich,
z. B. die vorderen Skienden in die Kurve ein. Damit wird die Kurvenfahrt bedeutend
vereinfacht. Die für das "Carven" (Kurvenfahrt längs der taillierten Kante) notwendige
Durchbiegung des Skis wird nicht mehr wie bei herkömmlichen Skis alleine durch Abstützung
der Skiendbereiche auf der Fahrunterlage erzeugt, sondern der Ski krümmt sich bzw.
biegt sich bei einer Belastung im Steuerbereich dynamisch im Lenkbereich durch.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform eines Skis liegt der Lenkbereich in einem Bereich
am vorderen Längsende des Skis, d. h. in einem in Fahrtrichtung vorderen Endbereich.
Je nach Belastung bzw. Durchbiegung im Steuerbereich des Skis kann somit dynamisch
eine entsprechende Krümmung in einem vorderen Bereich des Skis erzeugt werden. Der
Lenkbereich des Skis kann aber auch in einem hinteren Endbereich ausgebildet sein.
Insbesondere kann auch an beiden Längsenden des Skis jeweils ein Lenkbereich ausgebildet
sein, was besonders bei modernen Freestyle-Skis oder Snowboards eine bevorzugte Ausführungsform
sein kann. Derartige Skis bzw. Boards sind an beiden Längsenden aufgebogen und erlauben
auch eine Rückwärtsfahrt bzw. im Fall der Snowboards können beide Längsenden weitgehend
gleichberechtigt in Fahrtrichtung zeigen. Ein Lenkbereich an beiden Enden erlaubt
somit, die Vorteile eines dynamischen Gurtsystems in jeder momentanen Fahrtrichtung
zu nutzen. In diesem Fall kann beispielsweise jeweils ein Gurt über eine jeweils zugehörige
Übertragungsvorrichtung auf den zugehörigen Lenkbereich wirken. Es ist aber auch denkbar,
dass ein einzelner Gurt über eine einzige Übertragungsvorrichtung beide Lenkbereiche
bedient. Während derartige Ausführungen damit durchaus bevorzugte Varianten sein können,
erfordern sie jedoch einen deutlich grösseren konstruktiven Aufwand als eine Ausführung
des Skis mit nur einem Lenkbereich.
[0021] Mit Steuerbereich ist ein Längenbereich des Skis bezeichnet, in welchem der Gurt
gegenüber dem Brettkörper weitgehend in Längsrichtung des Skis verschiebbar geführt
ist. Im Steuerbereich wird eine Durchbiegung des Skis "gefühlt", während im Gegensatz
dazu im Lenkbereich in Abhängigkeit der Durchbiegung im Steuerbereich eine Durchbiegung
erzeugt wird. Umfasst der Steuerbereich einen mittleren Längsbereich des Skis, in
welchem die Montage einer Skibindung vorgesehen ist, so wirkt die Gewichtsbelastung
durch den Skiläufer bzw. die bei einer Kurvenfahrt auftretenden zusätzlich wirkenden
Fliehkräfte besonders gut auf den Steuerbereich. Mit Vorteil umfasst der Steuerbereich
auch einen Endbereich des Skis, welcher insbesondere dem Lenkbereich gegenüberliegt.
Dies ist insofern vorteilhaft, dass bei Aufwendung eines zur Verdrängung des Schnees
erforderlichen Fersendrucks durch den Skiläufer das Einlenken in eine Kurve erleichtert
wird. Aufgrund des Fersendrucks biegt sich gegen den Widerstand des zur Seite zu schiebenden
Schnees der hintere Skibereich durch. Diese Durchbiegung wird dann auf den vorderen
Lenkbereich übertragen und der Ski lenkt dynamisch in die Kurve ein. Die vorderen
Skienden werden dabei einerseits entlastet, d. h. deren Traganteil wird vermindert,
und andererseits werden die vorderen Enden des Skis durchgebogen, wodurch die Kanten
des Skis gleichmässig auf der Fahrunterlage aufliegen und das Fahren längs der taillierten
Kanten ("carven") unterstützen.
[0022] Es ist hierbei auch denkbar, dass der Steuerbereich einen vorderen Endbereich und
einen mittleren Bereich umfasst und der hintere Endbereich von der Zugkraft beaufschlagt
wird und den Lenkbereich bildet. Damit wird z. B. erreicht, dass bei einer Durchbiegung
des vorderen Bereichs, wie sie z. B. aufgrund des Stau-Schneewiderstands beim Einlenken
in eine Kurvenfahrt auftreten kann, der hintere Bereich des Skis ebenfalls gekrümmt
wird und damit leichter um die Kurve nachgeführt werden kann. Der Ski reagiert in
diesem Fall auf die Belastung der vorderen Skienden mit einer Vereinfachung des Kurvenverhaltens
durch Durchbiegung der hinteren Skienden (Lenkbereich hinten).
[0023] Die Durchbiegung des Skis im Steuerbereich wird vom Gurt "gefühlt", indem er aufgrund
der Durchbiegung gegenüber dem Skikörper verschoben wird. Hierzu ist der Gurt in Längsrichtung
verschiebbar im Steuerbereich geführt und ist über eine Stützstelle am Skikörper verankert
bzw. abgestützt. Der Steuerbereich grenzt mit Vorteil an die Stützstelle an, um eine
optimale Ausnützung des zur Verfügung stehenden Längenbereichs, in welchem der Gurt
verschiebbar geführt ist, zu erreichen. Grundsätzlich kann der Steuerbereich auch
von der Stützstelle beabstandet angeordnet sein.
[0024] Als mögliche Längsführungen kommen hierbei sämtliche bekannte Gerade- oder möglicherweise
Bogenführungen in Frage, welche sich grundsätzlich für eine Anwendung bei einem Schneegleitbrett
bzw. Ski eignen. Vorstellbar sind z. B. im Fall eines als Druckstange ausgebildeten
Gurtes eine Ausbildung von Langlöchern am Gurt, durch welche der Gurt mit Schrauben
bzw. Bolzen, die z._B. im Skikörper verankert sind, am Skikörper geführt ist. Ebenfalls
denkbar ist eine Ausführung der Führung als eine herkömmliche Nut im Skikörper, in
welcher der Gurt verschiebbar angeordnet ist. Dabei kann die Führung z. B. als Schwalbenschwanzführung
ausgebildet sein, wobei der Gurt einen Schlitten der Führung bildet. Der Gurt kann
im Falle eines Zuggurtes aber auch als Seilzug bzw. Band ausgestaltet sein und z.
B. in einer entsprechend ausgebildeten z. B. rohrartigen Ummantelung geführt sein
(z. B. Bowden-Zug). Unabhängig von der konkreten Ausführung hat die Führung sicherzustellen,
dass der Gurt im Wesentlichen, d. h. im Rahmen von Fertigungs- bzw. Führungstoleranzen,
bei einer Längsdurchbiegung mit im Wesentlichen nur einem Freiheitsgrad gegenüber
dem Skikörper verschiebbar geführt ist.
[0025] Mit anderen Worten ist die Führung derart ausgestaltet, dass, zumindest im Steuerbereich,
eine Kopplung des Skikörpers mit dem Gurt bezüglich einer positiven Längsdurchbiegung
des Skis besteht. Insbesondere kann die Kopplung auch eine Zwangskopplung sein. Der
Gurt erfährt dann bei einer Längsdurchbiegung ebenfalls eine Durchbiegung, welche
im Wesentlichen der Durchbiegung des Skikörpers entspricht. Die beiden Durchbiegungen
können dabei im Rahmen von Führungstoleranzen und/oder Abstand von einem Krümmungszentrum
voneinander abweichen. Bevorzugt ist der Gurt dabei zentral geführt d. h. der Gurt
ist bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung des Skis im Wesentlichen mittig
zum Ski angeordnet. Es sind aber auch Ausführungen des Skis denkbar, bei welchen eine
seitlich versetzte Führung bevorzugt ist. Es können z. B. mehrere Gurte bezüglich
einer Ebene, die senkrecht auf einer Skioberfläche steht und die Längsrichtung des
Skis beinhaltet, seitlich versetzt und im Wesentlichen symmetrisch am Ski angeordnet
sein.
[0026] Die Führung des Gurts kann aber auch bereichsweise von der Längsrichtung abweichen.
Es kann durchaus erwünscht bzw. erforderlich sein, dass der Gurt z. B. an einem von
der Stützstelle abgewandten Längsende, z. B. in eine Richtung quer zur oder entgegen
der Längsrichtung, ab- bzw. umgelenkt ist (z. B. im Fall einer biegsamen Druckstange)
oder aber auch in anderen Längsbereichen zu verschiedenen Graden von einer Längsrichtung
abweicht.
[0027] Die oben erwähnte Stützstelle kann eine Verankerung im Skikörper mit z. B. einer
Schraube bzw. einem Bolzen sein oder aber auch ein Klebebereich, in welchem der Gurt
mit dem Skikörper verleimt ist. Es ist auch denkbar, dass der Gurt an der Stützstelle,
z. B. am Skikörper, angeformt ist. Die Stützstelle braucht aber gegenüber dem Skikörper
nicht fix zu sein, sondern kann auch einstellbar z. B. in Längsrichtung verschiebbar
ausgebildet sein.
[0028] Um die Durchbiegung durch die Verschiebung des Gurts einfacher übertragen zu können
bzw. eine grösstmögliche Wirkung zu erzielen, ist bei einer gegebenen Durchbiegung
des Skis im Steuerbereich eine möglichst grosse Verschiebung des Gurts gegenüber dem
Skikörper wünschenswert. Daher wird der Steuerbereich bevorzugt so lange wie möglich
bzw. erforderlich am Ski ausgebildet. Um eine gute Ausnützung der Längsdurchbiegung
zu erreichen, liegt die Stützstelle in einer bevorzugten Ausführungsform in einem
Endbereich des Skis, welcher dem Lenkbereich gegenüber liegt. Im Allgemeinen ist die
Stützstelle bevorzugt in einem hinteren Endbereich des Skis angeordnet. Insbesondere
bei einem erfindungsgemässen Ski mit einem als Druckgurt ausgebildeten Gurt kann eine
Stützstelle bevorzugt aber auch in einem vorderen Bereich des Skis, vorzugsweise beim
Lenkbereich, angeordnet sein. Der Steuerbereich erstreckt sich in diesem Fall beispielsweise
vom Lenkbereich d. h. von der Längsposition der Stützstelle nach hinten. Ein frei
verschiebbares Längsende des Druckgurtes ist dann beispielsweise am hinteren Skiende
angeordnet. Mit der erfindungsgemässen Übertragungsvorrichtung kann die am freien
Ende des Gurtes abnehmbare Kraft längs des Gurtes wieder zum Lenkbereich im vorderen
Skibereich übertragen werden, insbesondere beispielsweise mit einem Hilfsgurt.
[0029] Um den von Steuerbereich erfassten Längenbereich des Skis zu maximieren, können der
Steuerbereich und der Lenkbereich auch zu einem weitgehend beliebigen Mass überlappen.
Insbesondere sind auch Ausführungsformen denkbar, welche einen Steuerbereich aufweisen,
welcher im Wesentlichen die gesamte Länge des Skis umfasst, wobei der Lenkbereich
z. B. einen Teilbereich des Steuerbereichs bilden kann. Die Längenverhältnisse zwischen
Steuerbereich und Lenkbereich sowie zwischen Gesamtlänge des Skis und Lenk- bzw. Steuerbereich
sind grundsätzlich frei wählbar und können den Anforderungen an den Ski frei angepasst
werden. Insbesondere ist auch denkbar, dass sich der Lenkbereich im Wesentlichen über
die gesamte Länge des Skis erstreckt.
[0030] Die Erfindung ist dabei nicht auf eine endseitige Anordnung der Stützstelle beschränkt.
Es ist durchaus denkbar, dass eine z. B. in Längsrichtung mittige Anordnung der Stützstelle
für einen Ski von Vorteil sein kann. Der Gurt kann sich dann z. B. von der Längsmitte
des Skis in einen Steuerbereich in eine Richtung nach vorne oder nach hinten erstrecken.
Es können dann z. B. zwei Steuerbereiche an die Stützstelle anschliessen, ein bezüglich
der Stützstelle vorderer und ein hinterer Steuerbereich. Abgestützt bzw. verankert
an der mittigen Stützstelle kann dann im Gurt aufgrund einer Durchbiegung des Skis
in den Steuerbereichen im mittleren Bereich beidseitig der Stützstelle jeweils eine
Kraft längs des Gurtes erzeugt werden, welche als Zugkräfte auf entsprechende Lenkbereiche
an den Skienden übertragbar sind. Es ist aber auch denkbar, z. B. zwei Gurte gegenseitig
einzusetzen. Einer der Gurte weist dann z. B. einen hinteren Steuerbereich auf und
wirkt auf einen vorderen Lenkbereich und der zweite Gurt weist einen vorderen Steuerbereich
auf und wirkt auf einen hinteren Lenkbereich.
[0031] Ein erfindungsgemässer Ski ist nicht auf Ausführungen mit nur einer Übertragungsvorrichtung
und/oder nur einem Gurt eingeschränkt. Im Folgenden ist die Erfindung zwar der Einfachheit
halber, sofern nicht anders vermerkt, als Ausführungsform mit nur einem Gurt sowie
einer zugehörigen Übertragungsvorrichtung beschrieben. Ohne Einschränkung kann aber
auch eine beliebige Anzahl von Gurten und zugehörigen Übertragungsvorrichtungen vorhanden
sein. Insbesondere können mehrere, im Wesentlichen parallel geführte, Gurte am Ski
vorhanden sein. Die einzelnen Gurte können in diesem Fall z. B. schlanker und/oder
leichter dimensioniert werden. Die Wirkungen der einzelnen Gurte können sich z. B.
zu einer gemeinsamen Zugkraft auf den Lenkbereich addieren. In diesem Fall ist z.
B. nur eine Übertragungsvorrichtung vorhanden, welche die Kräfte der mehreren Gurte
in eine gemeinsame Zugkraft auf den Lenkbereich überträgt. Es ist aber auch denkbar,
dass die einzelnen Gurte mit unterschiedlichen Zugkräften auf verschiedene Bereiche
eines einzelnen Lenkbereichs wirken. Damit kann z. B. die Durchbiegung des Lenkbereichs
in verschiedenen Längenabschnitten individuell gesteuert werden. Neben der Durchbiegung
kann aber auch eine Verwindung des Skis erzeugt werden, indem verschiedene Zugkräfte
in verschiednen Breitenabschnitten des Lenkbereichs angreifen oder eine Richtung der
Zugkraft nicht in Längsrichtung sondern schräg zu dieser weist. Dabei kann beispielsweise
jedem Gurt eine Übertragungsvorrichtung zugeordnet sein, welche die Kraft längs des
Gurtes auf den jeweiligen Bereich im Lenkbereich überträgt.
[0032] Zudem können auch mehrere Lenkbereiche am Ski vorhanden sein, z. B. an beiden Längsenden
des Skis jeweils ein Lenkbereich. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, dass nur
ein Gurt vorhanden ist und die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung die Kraft
längs des Gurtes in mehrere Zugkräfte überträgt, welche an verschiedenen Positionen
im Lenkbereich oder in mehreren Lenkbereichen angreifen.
[0033] Die Längsposition, bei welcher die Zugkraft angreift, kann den Erfordernissen angepasst
werden. Die Zugkraft greift bevorzugt am Skikörper von oben her, d. h. von einer Richtung
oberhalb des Skikörpers her oder aus einer Richtung von oben her, im Skikörper an.
Ein Kraftvektor der Zugkraft zeigt also, ausgehend vom Bereich, in welchem die Zugkraft
am Skikörper angreift, aus dem Ski in eine Richtung nach oben heraus bzw. hat eine
Kraftkomponente, welche im Angriffspunkt senkrecht auf dem Skikörper steht. Damit
wird erreicht, dass der Lenkbereich in positivem Sinn durchgebogen wird, wodurch der
Ski im Lenkbereich von einer Fahrunterlage abgehoben wird.
[0034] Die Zugkraft, welche auf den Lenkbereich des Skis wirkt, ist ein Resultat eines Zusammenwirkens
des Skikörpers bzw. des Skis mit dem längsverschiebbar geführten Gurt. Insbesondere
durchläuft eine Kraftwirkung zwischen Skikörper und Lenkbereich bei einer Durchbiegung
des Skis im Steuerbereich die folgenden Elemente in der angegebenen Reihenfolge: Stützstelle,
Gurt, Übertragungsvorrichtung, Lenkbereich am Skikörper. Die Liste der aufgezählten
Elemente des Kraftweges ist dabei nicht erschöpfend und es können den aufgezählten
Elementen weitere Elemente zwischengeschaltet und/oder endseitig des Kraftweges angeordnet
sein. Insbesondere können z. B. zwischen Übertragungsvorrichtung und Lenkbereich weitere
Elemente angeordnet sein, welche die Wirkung der Zugkraft z. B. betragsmässig übersetzen
und/oder in eine gewünschte Richtung umlenken. Hierbei sind weitere Stützstellen am
Skikörper denkbar, an welchen die Zugkraft teilweise abgestützt ist oder weiter umgelenkt
ist. Insbesondere ist es z. B. denkbar, dass am Skikörper ein Stützelement angeformt
oder angebracht ist, an welchem die Übertragungsvorrichtung mit der Zugkraft angreift.
Damit kann z. B. ein gemäss den Erfordernissen verbesserter Zugwinkel der Zugkraft,
das heisst ein verbesserter Angriffswinkel der Zugkraft am Skikörper, erreicht werden.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung des Skis
wenigstens einen Hilfsgurt. Der Hilfsgurt ist dabei im Wesentlichen in Längsrichtung
des Skikörpers angeordnet und wirkt, insbesondere mit wenigstens einem ersten Längsende,
mit dem Lenkbereich zusammen. Insbesondere wirkt der Hilfsgurt derart mit dem Lenkbereich
zusammen, dass eine im Hilfsgurt erzeugte Zugkraft im Lenkbereich am Skikörper angreift.
Der Hilfsgurt und der Gurt wirken derart zusammen, dass mit der Kraft längs des Gurtes
die auf den Lenkbereich wirkende Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar ist. Der Hilfsgurt
kann dabei direkt am Skikörper angreifen oder über Umlenk-, Übertragungs- bzw. Stützelemente
mit dem Skikörper bzw. dem Ski im Lenkbereich zusammenwirken. Eine Vorspannung des
Hilfsgurtes ist nicht erforderlich, kann aber je nach Anforderung eine bevorzugte
Ausführungsform bilden. Der Hilfsgurt kann z. B. zu einer vorgegebenen Spannung vorgespannt
sein oder die Vorspannung ist durch den Skiläufer einstellbar. Damit kann das Durchbiegeverhalten
des Skis im Lenkbereich z. B. persönlichen Bedürfnissen des Skiläufers und/oder an
die aktuellen Schnee- und Pistenverhältnisse angepasst werden. Während grundsätzlich
zwar keine Vorspannung im Hilfsgurt erforderlich ist, ist zumindest eine Ausführung
bevorzugt, bei welcher der Hilfsgurt kein Spiel aufweist, d. h. im Wesentlichen straff
ist. Damit wird bereits bei kleinen Durchbiegungen eine Zugkraft auf den Lenkbereich
übertragen.
[0036] Die Einstellung einer Vorspannung im Hilfsgurt oder aber auch, im Falle eines als
Zuggurt ausgebildeten Gurtes, eine Vorspannung im Gurt selbst kann dabei durch herkömmliche
Spannvorrichtungen im Gurt bzw. im Hilfsgurt vorgenommen werden. Es ist hierbei die
Anwendung so genannter Gurtspanner denkbar, welche am Gurt selbst vorgesehen sind.
Es ist aber auch denkbar, die Vorspannung durch eine Verschiebung bzw. Einstellbarkeit
der Längsposition der Stützstelle zu erzeugen. Durch Verschiebung der Stützstelle
gegenüber dem Skikörper kann z. B. direkt im Gurt eine Spannung angepasst werden oder
indirekt eine Spannung im Hilfsgurt verändert werden. Die Voreinstellung der Spannung
kann z. B. durch den Skiläufer vor Antritt der Fahrt vorgenommen werden.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Hilfsgurt mit einem zweiten Längsende
mit dem Gurt verbunden. Mit zweitem Längsende ist in diesem Fall ein Längsende des
Hilfsgurts bezeichnet, welches nicht am Lenkbereich des Brettkörpers angreift, sondern
diesem Längsende gegenüber liebt. Indem das zweite Längsende des Hilfsgurts mit dem
Gurt verbunden ist, kann eine Verschiebung bzw. Kraftwirkung direkt auf den Hilfsgurt
übertragen werden. Insbesondere ist das zweite Längsende des Hilfsgurtes dabei mit
einem freien Längsende des Gurtes verbunden, d. h. mit einem Längsende des Gurtes,
welches der Stützstelle abgewandt ist. Damit kann die Verschiebung des Gurtes, welche
am freien Längsende auftritt, direkt auf den Hilfsgurt übertragen werden. Der Hilfsgurt
kann dabei am Gurt befestigt oder auch an diesem angeformt sein oder auch auf andere
Art mit diesem verbunden sein.
[0038] Besonders bevorzugt ist eine derartige Ausführungsform bei einem erfindungsgemässen
Ski, bei welchem der Gurt ein im Wesentlichen auf Druck belastbarer Druckgurt und
der Hilfsgurt ein im Wesentlichen auf Zug belastbarer Zuggurt ist. Eine Druckkraft
längs des Gurtes kann somit bei geeigneter Führung des Hilfsgurtes auf einfach Art
in eine Zugkraft im Hilfsgurt übertragen werden, welche dann über das erste Längsende
des Hilfsgurtes am Lenkbereich des Brettkörpers angreift.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Hilfsgurt mit einem zweiten
Längsende ebenfalls am Skikörper verankert. Insbesondere ist der Hilfsgurt dabei straff
bzw. vorgespannt z. B. im Sinne einer Sehne, sodass eine Auslenkung im Wesentlichen
quer zum Hilfsgurt die Zugkraft auf den Lenkbereich erzeugen kann. Dabei kann der
Hilfsgurt insbesondere mit einstellbarer Vorspannung ausgebildet sein. Die Vorspannung
kann dabei z. B. durch den Skiläufer regelbar bzw. voreinstellbar sein. Je nach Stärke
der Auslenkung quer zum Hilfsgurt ist eine Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar, welche
über die Verankerungen der Längsenden des Hilfsgurtes im Skikörper, auf den Skikörper
und insbesondere auf den Lenkbereich wirkt. Dabei wird der Lenkbereich insbesondere
zwischen den beiden in Längsrichtung extremalen Längspositionen der Verankerungen
der Längsenden des Hilfsgurtes durchgebogen.
[0040] Es ist aber auch eine weitere Ausführungsform denkbar, bei welcher auch das zweite
Längsende des Hilfsgurtes auf gleicher Längsposition wie das erste Längsende verankert
ist. Der Hilfsgurt bildet dann eine Schlaufe. Die Schlaufe kann in diesem Fall z.
B. in einem hinteren Endbereich des Lenkbereichs um Umlenkrollen herumgeführt sein
und dort mit dem Gurt des Skis derart zusammenwirken, dass sich aufgrund einer Kraft
im Gurt eine Zugkraft auf die beiden verankerten Längsenden in Richtung zum hinteren
Skiende ergibt.
[0041] Grundsätzlich sind auch weitere Varianten denkbar, bei welchen der Hilfsgurt z. B.
mit beiden Längsenden mit dem Gurt verbunden ist und aufgrund einer Kraft längs des
Gurtes der Hilfsgurt beispielsweise ein am Brettkörper im Lenkbereich vorgesehenen
Element mit einer Zugkraft beaufschlagt. Grundsätzlich sind aber Ausführungen der
Übertragungsvorrichtung bevorzugt, bei welchen der Hilfsgurt mit einem, d. h. dem
ersten, Längsende direkt oder indirekt auf den Lenkbereich wirkt, da somit ein zusätzliches
z. B. Umlenkelement nicht erforderlich ist.
[0042] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung
zusätzliche Übertragungselemente auf, welche beweglich oder starr am Brettköper vorgesehen
sind, wobei durch Zusammenwirken der Übertragungselemente und des Gurtes mit der Kraft
längs des Gurtes die Zugkraft auf den Lenkbereich des Brettkörpers erzeugbar ist.
Die Übertragungselemente können z. B. einen Kraftweg zwischen Gurt und Hilfsgurt schliessen
und/oder die Führung z. B. des Hilfsgurtes umlenken oder kräfte- bzw. momentenmässig
übertragen. Die Übertragungselemente, der Gurt und insbesondere auch der Hilfsgurt
wirken derart zusammen, dass mit der Kraft längs des Gurtes die auf den Lenkbereich
wirkende Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar ist.
[0043] Da sich die Kraft längs des Gurtes aus einer Verschiebung des Gurtes relativ zum
Skikörper ergibt, ist es im Allgemeinen von Vorteil, die Übertragungsvorrichtung ortsfest
bezüglich des Skikörpers anzuordnen, insbesondere am Skikörper zu befestigen. Je nach
Ausführung der Übertragungsvorrichtung ist diese z. B. als zusätzliche Vorrichtung
am Skikörper befestigt oder kann auch direkt am Skikörper angeformt bzw. ausgestaltet
sein. Durch die ortsfeste Befestigung der Übertragungsvorrichtung am Ski ist die Übertragungsvorrichtung
am Ski abgestützt und die Kraft längs des Gurtes wird ohne z. B. Verschiebung der
Übertragungsvorrichtung bezüglich des Skikörpers in die Zugkraft auf den Lenkbereich
übertragen. Mit einer ortsfesten Anordnung der Übertragungsvorrichtung gegenüber dem
Brettkörper kann eine vergleichsweise einfache Bauweise verbunden sein. Es ist jedoch
durchaus denkbar, dass in gewissen Varianten der Erfindung die Übertragungsvorrichtung
mit Vorteil auch teilweise oder ganz gegenüber dem Skikörper verschiebbar ausgebildet
ist. Insbesondere sind dabei z.B. Umlenkrollen denkbar, welche fest mit dem Gurt verbunden
sind und mit diesem gegenüber dem Skikörper verschoben werden. Diese können in diesem
Fall beispielsweise mit einem Hilfsgurt zusammenwirken, welcher am Skikörper verankert
ist. Welche der Ausführungsmöglichkeiten dabei zu bevorzugen ist, hängt von der konkreten
Umsetzung der Erfindung ab und liegt im fachmännischen Ermessen.
[0044] Mit Vorteil umfassen die Übertragungselemente ein Hebelelement, an welchem die Kraft
längs des Gurtes direkt oder indirekt angreift und welches fest, insbesondere unter
einer weitgehend festen Ausrichtung zum Brettkörper, mit dem Brettkörper verbunden
ist. Dadurch wird erreicht, dass bei einer Kraftwirkung auf das Hebelelement in Längsrichtung
des Skis ein Drehmoment auf den Brettkörper bezüglich einer Querachse erzeugt werden
kann, welches bei hinreichend grossem Betrag den Lenkbereich des Skis von einer Unterlage
abzuheben vermag, d. h. eine Längsdurchbiegung im Lenkbereich erzeugt. Das Drehmoment
ergibt sich dabei insbesondere aufgrund der über das Hebelelement auf den Brettkörper
übertragenen Zugkraft.
[0045] Insbesondere ist dabei ein hebelartiges Element denkbar, welches in einem weitgehend
festen Winkel zum Skikörper an einer Basis des Hebelelements im Lenkbereich fest mit
dem Skikörper verbunden bzw. an diesem befestigt ist. Greift in diesem Fall die Zugkraft
in einem gewissen Abstand von der Basis (und damit vom Brettkörper bzw. von einer
Oberfläche des Brettkörpers) am Hebel an, so ergibt sich bezüglich der Basis ein Drehmoment
auf den Skikörper. Durch das Drehmoment auf den Skikörper wird aufgrund der Flexibilität
des Skikörpers dieser durchgebogen. Aufgrund der Steifigkeit des Skikörpers ist der
Drehpunkt dabei nicht exakt definiert und kann sich in Zugrichtung verlagern, insbesondere
in Abhängigkeit der momentanen Durchbiegung des Lenkbereichs.
[0046] Besonders bevorzugt ist dabei eine Ausführung des Hebelelements, welches sich im
Wesentlichen parallel zu einer Oberfläche des Brettkörpers und von dieser beabstandet
in Richtung zu einem hinteren Ende des Schneegleitbretts erstreckt, wobei das Hebelelement
ein freies Ende aufweist. Das freie Ende ist dabei vorzugsweise dem hinteren Skiende
zugewandt, insbesondere demjenigen Skiende zugewandt, welches dem Lenkbereich abgewandt
ist. Mit einem derartigen Hebelement kann bei einer geringen Bauhöhe ein vergleichsweise
grosse Hebelwirkung erreicht werden. Indem das Hebelement nämlich an einer Basis am
Brettkörper gefestigt ist und sich ausgehend von der Basis von der Brettoberfläche
beabstandet weitgehend parallel zum Ski nach hinten erstreckt, kann ein vergleichsweise
langer Hebelarm mit entsprechend grosser Hebelwirkung an der Skioberfläche angeordnet
werden. Wirkt nun eine Kraft auf das freie Ende des Hebelarms zur Brettoberseite hin,
so ergibt sich ein grosses Drehmoment an der Basis, welches auf den Lenkbereich des
Skis wirkt und diesen durchbiegt. Die Bauhöhe entspricht dabei weitgehend nur einer
Dicke des Hebelelements plus dem Abstand des Hebelarms von der Brettoberseite. Der
Hebelarm weist bevorzugt eine grosse Steifigkeit auf, damit die Kraft Wirkung auf
das freie Ende mit möglichst hohem Wirkungsgrad auf den Skikörper übertragen wird.
Bei Verwendung moderner Materialen wie z. B. Verbundswerkstoffen kann der Hebelarm
bei grosser Steifigkeit besonders dünn gefertigt werden, wodurch gesamthaft eine vergleichsweise
geringe, von der Länge des wirkenden Hebelarms weitgehend unabhängige, Bauhöhe erreicht
werden kann. Der wirksame Hebelarm ist in dieser Ausführungsform im Wesentlichen durch
die Länge des freien Endes des Hebelarms gegeben. Das Hebelelement kann aber in einer
Variante auch z. B. senkrecht zur Skioberfläche stehen. Damit lässt sich zwar ebenfalls
eine gute Hebelwirkung erzielen, die gesamte Bauhöhe ist in diesem Fall aber durch
den wirkenden Hebelarm vorgegeben, was ab einer gewissen Hebelarm-Länge zu umständlichen
und überhöhten Bauweisen führen würde.
[0047] Insbesondere sind auch Ausführungen denkbar, welche mehrere Hebelelemente aufweisen,
welche von jeweils zugehörigen (Hilfs-)Gurten bedient werden. In einer Abwandlung
können die mehreren Hebelelemente an unterschiedlichen Längspositionen angeordnet
sei, sodass die erzeugte Längsdurchbiegung im Lenkbereich in Abhängigkeit der Längsposition
kontrolliert werden kann. Die mehreren Hebelelemente können aber auch nur oder zusätzlich
quer zur Längsrichtung des Skis verteilt sein, wodurch auch eine Verwindung des Skis
erzeugbar ist.
[0048] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die Übertragungselemente Umlenkelemente
zum Umlenken eine Kraftwirkung. Insbesondere können die Umlenkelemente dabei Umlenkrollen
umfassen, um welche insbesondere der Hilfsgurt bereichsweise geführt ist. Die Umlenkrollen
können aber auch beispielsweise den als Zuggurt ausgebildeten Gurt führen und Umlenken.
[0049] Bevorzugt sind die Umlenkrollen um vertikale Drehachsen drehbar am Skikörper gelagert.
Insbesondere sind beispielsweise zwei Umlenkrollen vorhanden, welche beidseitig eines
zentral am Skikörper geführten Gurtes am Skikörper angebracht sind. Der Hilfsgurt
wirkt dabei derart mit dem Gurt zusammen, dass bei einer Verschiebung des Gurts gegenüber
dem Skikörper ein Bereich des Hilfsgurtes vom Gurt mitgenommen wird. Hierzu kann am
Gurt ein Mitnehmer, z. B. eine weitere Umlenkrolle, vorhanden sein, welcher den Hilfsgurt
bei einer Verschiebung des Gurtes mitnimmt. Der Hilfsgurt kann aber auch am Gurt verankert
sein und dadurch bei einer Verschiebung mitgenommen werden. Hierbei können auch mehrere
Hilfsgurte vorhanden sein, welche z. B. mit jeweils einem Längsende im Lenkbereich
am Skikörper und mit dem anderen Längsende am Gurt verankert sind. Durch geeignete
Anordnung der Umlenkrollen am Skikörper und entsprechender bereichsweiser Führung
des Hilfsgurts um die Umlenkrollen wird erreicht, dass bei einer Verschiebung des
Gurtes gegenüber dem Skikörper am lenkbereichsseitig verankerten Ende des Hilfsgurtes
oder der Hilfsgurte eine Zugkraft auf den Lenkbereich wirkt.
[0050] Handelt es sich bei dem Gurt um einen auf Druck belastbaren Druckgurt, so wird die
Zugkraft auf den Lenkbereich insbesondere dadurch erreicht, dass eine Druckkraft im
Druckgurt über den Mitnehmer oder über die Verankerung des Hilfsgurtes am Druckgurt
auf den Hilfsgurt in eine Richtung nach vorne wirkt. Durch die Umlenkrollen wird die
nach vorne gerichtete Druckkraft auf den Hilfsgurt in eine Zugkraft längs dem Hilfsgurt
umgelenkt, welche am verankerten Längsende des Hilfsgurtes als Zugkraft im Wesentlichen
in eine Richtung zu einem hinteren Skiende angreift. Die Zugkraft wirkt dabei insbesondere
zwischen dem im Skikörper verankerten Längsende des Hilfsgurtes und der Befestigung
der Umlenkelemente, z. B. der Umlenkrollen am Skikörper. Insbesondere definiert damit
der Bereich zwischen dem verankerten Längsende des Hilfsgurtes und der Befestigung
der Umlenkrollen am Skikörper den Lenkbereich des Skis, d. h. den Längsbereich des
Skis, welcher aufgrund der Zugkraft durchgebogen wird.
[0051] Ebenso ist aber auch denkbar, dass ein auf Zug belastbarer Zuggurt über einen durch
Umlenkrollen umgelenkten Hilfsgurt mit der Zugkraft auf den Lenkbereich des Skis wirkt.
Anstatt Umlenkrollen kann die Umlenkung aber auch durch andere Elemente erreicht werden.
Grundsätzlich kann jede für eine Umlenkung geeignete Vorrichtung oder jedes geeignete
Element zur Anwendung kommen. Es können z. B. direkt am Skikörper oder am Druckgurt
Zapfen oder eingekerbte Vorsprünge angeformt oder angebracht sein. Der Hilfsgurt und/oder
der beispielsweise als Zuggurt ausgebildete Gurt ist dann z. B. um diese Umlenkelemente
bildenden Zapfen oder Vorsprünge herumgeführt. Dabei ist der Hilfsgurt bzw. Gurt bevorzugt
verschiebbar um die Umlenkelemente herumgeführt, d. h. mit Schlupf. Die Zugkraft bzw.
der Zugweg kann im Wesentlichen betragsmässig gleich gross sein wie die Kraft bzw.
die Verschiebung im Gurt. Ist jedoch eine Kraftüber- oder -untersetzung erwünscht,
können die Umlenkrollen insbesondere auch exzentrisch gelagert sein, sodass sich bezüglich
der Drehachse je nach Angriffspunkt des Hilfsgurtes an der Umlenkrolle eine unterschiedliche
Hebelwirkung ergibt.
[0052] Bevorzugt umfassen die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung ein verstellbares,
insbesondere höhenverstellbares Stützelement, welches durch die Kraft längs des Gurtes
bzw. eine Verschiebung des Gurtes verstellbar ist. Bevorzugt kommt ein verstellbares
Stützelement bei einer Ausführung zur Anwendung, bei welcher ein Hilfsgurt mit beiden
Längsenden im Sinne einer Sehne im Lenkbereich am Skikörper verankert ist. Ein verstellbares
Stützelement kann aber auch bei als Zuggurten ausgebildeten Gurten als zusätzliches,
die Zugkraft verstärkendes Element vorhanden sein, welches beispielsweise über einen
zusätzlich am Ski vorhanden Gurt verstellt wird. Im Folgenden ist das Stützelement
anhand des Beispiels eines mit beiden Längsenden am Brettkörper verankerte Hilfsgurts
beschrieben.
[0053] Der Hilfsgurt ist weitgehend straff, sodass eine Auslenkung im Wesentlichen quer
zum Hilfsgurt eine Zugkraft längs des Hilfsgurts erzeugen kann. Das verstellbare Stützelement
ist derart am Hilfsgurt abgestützt, dass es bei Verstellung den Hilfsgurt quer zu
einer Längsrichtung des Hilfsgurtes auslenkt. Dabei kann das Stützelement am Skikörper
abgestützt sein. Ein Vorteil einer Abstützung am Skikörper liegt z. B. in einer Steuerbarkeit
bzw. Festlegbarkeit des Biegeschwerpunkts der Durchbiegung. Je nachdem wo das Stützelement
am Skikörper abgestützt ist, kann die Durchbiegung, insbesondere die Form der Durchbiegung,
gesteuert werden. Es ist z. B. möglich, dass am Ort der Abstützung des Stützelements
am Skikörper z. B. ein minimaler Krümmungsradius der Durchbiegung, d. h. eine maximale
Durchbiegung, erzeugt wird. Bevorzugt umfasst das Stützelement dabei einen um eine
Querachse verschwenkbar am Brettkörper angelenkten Hebel, der aufgrund der Kraft längs
des Gurtes bzw. aufgrund einer Verschiebung eines freien Endes des Gurtes verschwenkt
werden kann und derart mit dem Hilfsgurt zusammenwirkt, dass die Kraft längs des Gurtes,
insbesondere über die Verstellung des Stützelements, eine Auslenkung des Hilfsgurtes
quer zu einer Längsrichtung des Hilfsgurt bewirkt. Der Hilfsgurt kann dabei als im
Wesentlichen reiner Zuggurt ausgebildet sein, kann aber auch eine gewisse Eigensteifigkeit
aufweisen, beispielsweise im Sinne einer biegsamen Stange. Damit ergibt sich bei einer
Auslenkung des Hilfsgurts quer zur Längsrichtung aufgrund der Steifigkeit die Kraftkomponente
an den Enden, insbesondere auf die Verankerungsstellen des Hilfsgurts im Brettkörper,
in Auslenkungsrichtung erhöhen lässt, d.h. eine Zugkraft an den Längsenden des Hilfsgurts
Hilfsgurtes mit einer zusätzlichen Kraftkomponente versehen wird, welche quer bzw.
schräg zum Hilfsgurt wirkt.
[0054] Das Stützelement kann punktuell am Hilfsgurt oder am Gurt angestützt sein oder den
Hilfsgurt bzw. den Gurt über einen gewissen Längenabschnitt unterstützen. Wir das
Stützelement in diesem Fall verstellt, so wirkt es über den gesamten unterstützten
Längenbereich auf den Hilfsgurt bzw. Gurt, wodurch sich eine deutlich höhere Zugspannung
erzeugen lässt, als es bei einer rein punktuellen Unterstützung möglich ist.
[0055] Es ist aber auch denkbar, dass zwei Hilfsgurte vorhanden sind und sich das Stützelement
an den zwei Hilfsgurten abstützt. Es ist dann z. B. denkbar, dass das Stützelement
sich am jeweils anderen Hilfsgurt abstützt und beide Hilfsgurte z. B. zu gleichen
Teilen auslenkt. Insbesondere ist dies bei einer Ausführungsform denkbar, bei welchen
das Stützelement den Hilfsgurt seitlich in einer im Wesentlichen zur Skioberfläche
parallelen Richtung auslenkt. Eine Auslenkung parallel zur Skioberfläche kann eine
bevorzugte Ausführungsform bilden, wenn z. B. die Bauhöhe der Übertragungselemente
bzw. der gesamten Übertragungsvorrichtung so gering als möglich gehalten werden soll.
[0056] Eine mögliche Ausführung eines derartigen Stützelements kann z. B. ein Gelenkviereck
mit vier Eckgelenken und vier Gelenkarmen umfassen. Das Gelenkviereck ist dann beispielsweise
mit einer Ebene des Gelenkvierecks parallel zur Skioberfläche am Skikörper angeordnet,
derart, dass zwei gegenüberliegende Eckgelenke des Gelenkvierecks auf einer Mittellängsachse
angeordnet sind. Ein vorderes der beiden in Längsrichtung angeordneten Eckgelenke
ist dann z. B. am Skikörper abgestützt, während das gegenüberliegende Eckgelenk am
vorderen Endbereich des Gurts befestigt ist. Erfolgt nun eine Verschiebung des Gurtes,
so werden die beiden weiteren, freien, Eckgelenke je nach Kraft im Gurt, d. h. Zug-
oder Druckkraft bzw. Verschiebung des Gurtes nach hinten oder nach vorne, quer zur
Längsrichtung des Skis nach innen oder nach aussen bewegt bzw. gedrückt. An den freien
Eckgelenken sind dann z. B. Mitnehmer ausgebildet, welche an jeweils einem im Sinne
einer Sehne den Lenkbereich überspannenden Hilfsgurt entsprechend abgestützt sind
und die Hilfsgurte nach aussen oder nach innen mitnehmen und somit seitlich, parallel
zur Skioberfläche, auslenken.
[0057] Eine Ausführungsform mit höhenverstellbarem Stützelement, welches den Hilfsgurt vom
Ski weg auslenkt, hat den Vorteil, dass durch die Auslenkung des Hilfsgurtes nicht
nur die Zugkraft im Hilfsgurt erzeugt wird sondern auch der Zugwinkel, d. h. der Winkel
unter welchem die Zugkraft am Skikörper bei den verankerten Längsenden des Hilfsgurtes
angreift, durch das Stützelement derart veränderbar ist, dass sich eine verbesserte
Wirkung der Zugkraft zum Durchbiegen des Lenkbereichs ergibt. Insbesondere ergibt
sich bei einer Ausführungsform mit einem höhenverstellbaren Stützelement, welches
zwischen Skikörper und Hilfsgurt angeordnet ist, aus einer Höhenverstellung des Stützelementes
eine seitliche Auslenkung des Hilfsgurtes vom Ski weg. Mit der Auslenkung vom Ski
weg wird auch der Zugwinkel der im Hilfsgurt erzeugten Zugkraft vergrössert, so dass
auch die für die Durchbiegung des Lenkbereichs wirksame Komponente der Zugkraft vergrössert
wird. Eine mögliche Ausführung des höhenverstellbaren Elements umfasst z. B. einen
um eine Querachse verschwenkbar am Skikörper angelenkten Hebel, welcher zwischen Hilfsgurt
und Skikörper derart angeordnet ist, dass der Hilfsgurt über ein gelenkfernes Hebelende
geführt ist und der Hebel aufgrund der Druckkraft des Druckgurtes verschwenkt werden
kann.
[0058] Es ist aber auch denkbar, das verstellbare Stützelement zwischen den beiden Befestigungsorten
des Hilfsgurtes in Längsrichtung verschiebbar bzw. verstellbar auszugestalten, wobei
es zwischen Hilfsgurt und Skikörper angeordnet ist. Aufgrund einer Verschiebung des
Gurtes wird dann das Stützelement z. B. ebenfalls in Längsrichtung verschoben. Weist
der Hilfsgurt zwischen den Befestigungsorten einen veränderlichen Abstand zum Skikörper
auf, so kann im am Stützelement abgestützen Hilfsgurt durch die Verschiebung des Stützelements
eine Zugspannung vergrössert bzw. verkleinert werden.
[0059] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die Übertragungselemente der
Übertragungsvorrichtung ein Getriebe umfassen, welches form- und/oder kraftschlüssig
mit dem Gurt und vorzugsweise mit dem Hilfsgurt zusammenwirkt. Insbesondere ist wenigstens
ein Getrieberad vorhanden, welches form- oder kraftschlüssig mit dem Gurt zusammenwirkt,
bevorzugt zwischen Gurt und Hilfsgurt wirkt. Das Getrieberad ist z. B. um eine vertikale
Achse drehbar am Skikörper gelagert. Wird das Getrieberad z. B. durch ein Zahnrad
gebildet, so sind bereichsweise am Gurt sowie am Hilfsgurt z. B. Zähne ausgebildet,
welche in die Zahnräder eingreifen. Insbesondere greifen der Gurt und der Hilfsgurt
dann an gegenüberliegenden Seiten der Lagerung in das wenigstens eine Zahnrad ein.
Bei einer Verschiebung des Gurts in eine erste Richtung dreht sich das Zahnrad im
entsprechenden Sinn und zwingt den Hilfsgurt zu einer Verschiebung in entgegen gesetzter
Richtung. Es ist aber auch denkbar, dass Gurt und Hilfsgurt über mehrere Getriebezahnräder
zusammenwirken, welche bei Bedarf auch eine Über- oder Untersetzung der Kräfte- bzw.
Momentenübertragung erlauben. Ebenso sind auch ein oder mehrere kraftschlüssige Getrieberäder
denkbar, welche das Getriebe bilden.
[0060] Grundsätzlich können Getriebe in der Übertragungsvorrichtung aber auch derart eingesetzt
werden, dass die Getriebeelemente nicht direkt mit dem Gurt und/oder dem Hilfsgurt
zusammenwirken. In diesem Fall sind aber weitere Elemente der Übertragungsvorrichtung
erforderlich, was im Allgemeinen aufgrund der damit zunehmenden Komplexität der Übertragungsvorrichtung
nicht wünschenswert sein dürfte.
[0061] Es ist aber auch denkbar, dass die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung
eine Gelenkanordnung umfassen. Es ist z. B. eine Ausführung möglich, welche einen
Gelenkarm umfasst, der an einem seiner Längsenden um eine vertikale Drehachse drehbar
am Skikörper gelagert ist. Gurt sowie Hilfsgurt greifen dann z. B. auf der gleichen
Seite der drehbaren Lagerung am Gelenkarm an. Damit wird z. B. eine Kraft-über oder
- untersetzung erreicht, je nachdem, welcher der Gurte mit der kleineren Hebelwirkung
am Gelenkarm angreift. Es sind aber auch beliebige weitere Ausführungen von Gelenken
wie z. B. Gelenkvierecke, Storchenschnäbel oder ähnlich bekannte Gelenkanordnungen
anwendbar. Grundsätzlich ist jede Gelenk- und/oder Getriebeanordnung, welche für die
Übertragung von Kräften geeignet erscheint, bei einem erfindungsgemässen Ski anwendbar.
[0062] Bevorzugt ist eine Ausführung der Erfindung, bei welcher die Übertragungselemente
der Übertragungsvorrichtung ein Wippgelenk mit bezüglich der Gelenklagerung zwei gegenüberliegenden
Armen umfassen. Das Wippgelenk ist dann bevorzugt um eine vertikale Achse drehbar
am Skikörper gelagert. An einem der Arme greift der als Druck-oder Zuggurt ausgebildete
Gurt verschwenkbar an und am zweiten, gegenüberliegenden Arm, greift vorzugsweise
der Hilfsgurt an. Es kann aber auch eine weitere Wippe oder ein Getriebe mit dem gegenüberliegenden
Arm zur Übertragung der Zugkraft zusammenwirken, sodass die Übertragungsvorrichtung
gesamthaft mit einer Zugkraft am Lenkbereich angreift. Insbesondere kann dabei der
Gurt in einem anderen Abstand von der Gelenklagerung, d. h. mit einem anderen Hebelarm,
am Gelenkarm angreifen als der Hilfsgurt. Damit ergibt sich eine Über- bzw. Untersetzung
der Kräfte- bzw. der Momentenübertragung. Der Hebelarm am Wippgelenk des Hilfsgurtes
kann aber auch gleich gross sein wie der Hebelarm des Gurtes, wodurch sich eine betragsmässig
gleich Übertragung der Momente ergibt.
[0063] Die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung kann bei auf Druck sowie auch auf Zug
belastbaren Gurten gleichermassen vorteilhaft zum Einsatz kommen. Je nach Art des
Gurtes unterscheiden sich damit auch die Anforderungen an die Übertragungsvorrichtung.
[0064] Für gewisse Skis kommt mit Vorteil ein im Wesentlichen auf Zug belastbarer Zuggurt
zum Einsatz. Beispielsweise kann in verschiedenen Fällen eine Führung eines Zuggurts
am Skikörper einfacher umgesetzt werden, als die Führung eines Druckgurtes. Der Zuggurt
kann z. B. als Seil oder Band ausgebildet sein, welches ein Metall, ein Geflecht aus
Metall, ein Geflecht aus Fasern oder andere geeignet erscheinende Materialien umfasst.
Die Kraft längs des Zuggurtes ist dann eine Zugkraft, welche über eine Übertragungsvorrichtung
auf den Lenkbereich wirken kann. Bei einer Ausführung eins dynamischen Skis mit Zuggurt
ist der Gurt im Steuerbereich unterhalb des Brettkörpers, insbesondere unterhalb einer
neutralen Faser des Brettkörpers bzw. des Skis, geführt. Damit wird bei einer positiven
Durchbiegung im Steuerbereich eine Zugkraft im Zuggurt erzeugt, welche von der Übertragungsvorrichtung
entnommen werden kann und auf den Lenkbereich übertragen werden kann.
[0065] Erfindungsgemäss kann aber bei einem dynamischen Ski auch ein im Wesentlichen auf
Druck belastbarer Druckgurt zum Einsatz kommen. Der Ski einer entsprechenden Ausführungsform
umfasst neben dem Skikörper den auf Druck belastbaren Druckgurt, welcher an der wenigstens
einen Stützstelle am Skikörper abgestützt und/oder verankert ist. Dabei ist der Druckgurt
in dem wenigstens einen Steuerbereich bezüglich des Skikörpers in Längsrichtung des
Schneegleitbretts im Wesentlichen parallel und längsverschiebbar geführt.
[0066] Die Kraft längs des Druckgurtes aufgrund der Durchbiegung des Schneegleitbretts im
Steuerbereich ist in diesem Fall eine Druckkraft, wobei der Druckgurt im Steuerbereich
oberhalb des Brettkörpers, insbesondere oberhalb einer neutralen Faser des Brettkörpers,
geführt ist und insbesondere der Druckgurt bezüglich der Längsdurchbiegung im Steuerbereich
mit dem Schneegleitbrett zwangsgekoppelt ist. Ausführungen mit einem Druckgurt können
aufgrund der besseren Kontrolle sowie einfacheren Entnahme der im Gurt erzeugten Kraft
bevorzugt sein. Insbesondere bei Hochleistungsanwendungen ist im Allgemeinen ein Druckgurt
zu bevorzugen, da diese typischerweise auf Druck und Zug belastbar sind und somit
bei einfacherer Ausführung zusätzliche Funktionalität erlauben. Insbesondere kann
damit auf einfache Art die Durchbiegung im Steuerbereich mit geringem Aufwand mit
dem Lenkbereich zwangsgekoppelt werden. Ein in Längsrichtung verschiebbar geführter,
im Steuerbereich zwangsgekoppelter Druckgurt vermag eine positive sowie eine negative
Durchbiegung des Steuerbereichs des Skis in einer Verschiebung des Druckgurtes nach
vorne bzw. nach hinten umzusetzen. Über eine geeignet ausgebildete Übertragungsvorrichtung
kann diese Verschiebung dann in eine Durchbiegung des Lenkbereichs des Skis übertragen
werden, wobei dieser dann je nach Anforderungen gleichsinnig oder gegensinnig wie
der Steuerbereich durchgebogen werden kann. Derartige Ausführungen werden erst durch
die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung ermöglicht, welche eine Übertragung
der im Druckgurt entstehenden Druckkraft in die Zugkraft auf den Lenkbereich ermöglicht.
Zudem ermöglicht ein Druckgurt eine Ausführung des Skis, bei welchem die wesentlichen
Teile des Gurtes, der Übertragungsvorrichtung sowie der Hilfsgurte an der Oberseite
des Skikörpers ausgebildet sind.
[0067] Um die beispielsweise im Druckgurt durch die Verschiebung im Steuerbereich erzeugte
Druckkraft optimal für die Durchbiegung des Lenkbereichs umsetzen zu können, ist die
Zugkraft auf den Lenkbereich vorzugsweise derart gerichtet, dass sie der Druckkraft
des bzw. im Druckgurt im Wesentlichen entgegengerichtet ist. Dies ist insbesondere
bevorzugt wenn die Stützstelle an einem vom Lenkbereich abgewandten Längsende des
Skis angeordnet ist. Mit einer derartigen im Wesentlichen anti-parallelen Ausrichtung
der Zugkraft zur Druckkraft wirkt der gesamte Kraftbetrag der Zugkraft in Längsrichtung
des Skis und ist damit grundsätzlich für die Durchbiegung des Lenkbereichs verwendbar.
Insbesondere kann aber auch im Fall eines Zuggurtes die Zugkraft längs des Gurtes
der Zugkraft auf den Lenkbereich entgegengerichtet sein.
[0068] Es ist hierbei jedoch durchaus denkbar, dass eine Abweichung der Zugkraftrichtung
von der Längsrichtung oder der Richtung der Kraft im Gurt z. B. der Druckkraft des
Druckgurts eine bevorzugte Abwandlung der Erfindung bilden kann. Derartige Abweichungen
können erforderlich sein, um die Zugkraft von z. B. einer im Steuerbereich zentral
geführten Druckstange auf Bereiche des Lenkbereichs zu übertragen, welche seitlich
einer Mittelachse des Skis angeordnet sind.
[0069] Insbesondere bei Ausführungsformen, bei welchen ein Druckgurt an einer Stützstelle
nahe dem Lenkbereich am Brettkörper abgestützt ist, kann es jedoch auch bevorzugt
sein, dass die Richtung der Zugkraft auf den Lenkbereich der Richtung der Kraft längs
des Gurtes, insbesondere der Druckkraft des Druckgurtes, im Wesentlichen gleich gerichtet
ist. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform umfasst dabei einen Druckgurt, welcher
in einem vorderen Bereich des Skis am Lenkbereich über die Stützstelle abgestützt
ist. Das freie Ende des Druckgurtes ist dann an einem hinteren Skiende angeordnet
und wird bei einer Durchbiegung im Steuerbereich nach hinten verschoben. Am freien
Ende ist beispielsweise ein auf Zug belastbarer Hilfsgurt verankert, welcher im Steuerbereich
unterhalb des Skis zum Lenkbereich geführt ist, wo er oberhalb des Skis am Brettkörper
verankert ist. Bei einer derartigen Anordnung "fühlt" nicht nur der Druckgurt die
Durchbiegung des Skis sondern zusätzlich und verstärkend auch der unterhalb des Skis
geführte Hilfsgurt, welcher aufgrund der Durchbiegung zusätzlich gedehnt wird. Die
Kräfte im Gurt sowie im Hilfsgurt sind somit gleichgerichtet. Indem der Hilfsgurt
direkt im Lenkbereich angreift ist somit auch die Zugkraft auf den Lenkbereich der
Kraft längs des Gurtes im Wesentlichen gleichgerichtet. Damit ergibt sich insbesondere
auch ein Beispiel für eine Ausführung der Übertragungsvorrichtung, welche nicht nur
die Kraft längs des Gurtes überträgt, sondern zusätzlich die Funktion eines Verstärkers
übernimmt, welcher die Kraft längs des Gurtes vergrössert indem die Durchbiegung des
Skis besser genutzt wird. Die aufgrund einer Durchbiegung des Skis auch im Hilfsgurt
selbst erzeugte zusätzliche Zugkraft addiert sich zu der durch den Hilfsgurt vom Druckgurt
übertragenen Kraft weitgehend hinzu. Grundsätzlich sind Ausführungen mit sowohl gleich-
als auch entgegengerichteten Kräften denkbar, wobei jedoch aufgrund der konkreten
Anforderungen an den Ski abzuwägen ist, welche Lösung die grösseren Vorteile bietet.
Die Übertragungsvorrichtung ist je nach Ausführung derart auszugestalten, dass letztlich
die Kraft längs des Gurtes auf optimale Weise in die Zugkraft auf den Lenkbereich
übertragen wird.
[0070] In verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung ist möglicherweise eine betragsmässige
eins-zu-eins Übertragung der Kraft längs des Gurtes als Zugkraft auf den Lenkbereich
des Skis wünschenswert. Mit einer betragsmässig unterschiedlichen Übertragung der
Kräfte kann der erfindungsgemässe Ski aber noch vielseitiger angewendet werden. Die
Übertragungsvorrichtung weist dann eine Über- oder Untersetzung der auftretenden Kräfte
bzw. Momente auf. Es ist z. B. denkbar, die Kraftwirkung auf den Lenkbereich zu verstärken,
indem die Zugkraft einen höheren Betrag aufweist als die Kraft längs des Gurtes. Damit
lässt sich z. B. bereits bei einer geringen Durchbiegung im Steuerbereich ein grösserer
Durchbiegungseffekt im Lenkbereich erzielen. Die Über- bzw. Untersetzung kann in einer
Variante der Erfindung durch den Skiläufer einstellbar sein, sodass der Ski den momentanen
Verhältnissen angepasst werden kann. Gesamthaft erlaubt eine derartige Übertragungsvorrichtung
somit je nach Anforderung eine Übertragung der Druckkräfte im Druckgurt in Zugkräfte
auf den Lenkbereich, welche sich richtungsmässig und/oder betragsmässig von der Druckkraft
unterscheiden. Ein betragsmässiger Unterschied der Zugkraft gegenüber der Kraft längs
des Gurtes kann aber auch beispielsweise durch eine dynamische Ausgestaltung des Hilfsgurt
erreicht werden, z. B. indem der Hilfsgurt elastisch ist. Der Hilfsgurt überträgt
dann die Kräfte des Gurtes z. B. in Abhängigkeit der momentanen Dehnung auf verschiedene
Arten.
[0071] Grundsätzlich kann eine dynamische Ausbildung des Hilfsgurtes und/oder des Gurtes
bei allen Umsetzungen der Erfindung eine bevorzugte Ausführungsform bilden. Ein z.
B. elastischer Gurt kann eine derartige Dehnfähigkeit aufweisen, dass auftretende
Schwingungen in Gurt gedämpft werden, ohne die Kraft übertragende Wirkung des Gurtes
wesentlich zu beeinträchtigen. Dasselbe gilt für den Hilfsgurt, welcher ebenfalls
elastisch ausgebildet sein kann. Es ist aber denkbar, dass eine gewisse Dehnfähigkeit
auch bei der Funktionalität des Gurtes bzw. der Hilfsgurtes oder der Übertragungsvorrichtung
eine Rolle spielen kann indem der jeweilige Gurt z. B. in Abhängigkeit der Dehnfähigkeit
Kräfte verschieden stark überträgt. Aufgrund der Elastizität kann aber auch eine Kraft
im Gurt gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden, was unter Umständen mit Vorteil
eingesetzt werden kann.
[0072] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Schneegleitbrett aufgrund der Zugkraft
im Lenkbereich bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung im Wesentlichen über
die gesamte Breite des Schneegleitbretts weitgehend gleichmässig durchgebogen. Wie
eingangs bereits erwähnt, kann jedoch auch mit Vorteil ein Lenkbereich an verschiedenen
Stellen mit verschiedenen Zugkräften beaufschlagt werden, wodurch sich z. B. zusätzlich
zur Durchbiegung beispielsweise eine Verwindung des Skis um die Längsachse ergibt.
Denkbar ist dabei beispielsweise ein Angreifen der von der Übertragungsvorrichtung
übertragenen Zugkraft in beispielsweise zwei verschieden weit von der Mittelachse
beabstandeten Angriffsstellen im Lenkbereich.
[0073] Für einen vielseitig anwendbaren Ski kann es aber von Vorteil sein, eine Durchbiegung
im Lenkbereich quer zur Längsrichtung gleichmässig zu gestalten, sodass bei der Benutzung
nicht zwischen einem rechten oder linken Ski unterschieden werden muss. Es gibt jedoch
andere Anwendungsbereiche (z. B. Ski-Rennfahren, professioneller Ski-Bereich) in welchem
eine Optimierung des Durchbiegeverhaltens im Lenkbereich auch in einer Richtung quer
zum Ski von Nutzen sein kann. Insbesondere ist in diesen Fällen mit der erfindungsgemässen
Übertragungsvorrichtung die Zugkraft derart auf den Lenkbereich übertragbar, dass
neben der Durchbiegung auch eine Verwindung quer zur Längsrichtung des Skis erzeugbar
ist. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist der Brettkörper in einem
Längenbereich des Lenkbereichs in mehrere, bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend
unabhängige, Abschnitte unterteilt. Dabei wird wenigstens einer der mehreren Abschnitte
mit der Zugkraft beaufschlagt. In einer Variante werden die mehreren Abschnitte mit
beispielsweise betragsmässig und/oder richtungsmässig unterschiedlichen Zugkräfte
beaufschlagt. Eine selektive Zugkraft-Beaufschlagung der einzelnen Abschnitte ist
aber nicht erforderlich. Eine Unterteilung des Lenkbereichs in mehrere Abschnitte
kann z. B. auch bei den bereits oben beschriebenen symmetrischen Zugkräften auf den
Lenkbereich eine bevorzugte Ausführung sein.
[0074] Bevorzugt ist der Lenkbereich dabei in einen inneren und einen äusseren Abschnitt
unterteilt. Innen und aussen liegend bezieht sich hierbei auf die Anordnung der Skis
bei einer Benutzung durch einen Skiläufer. Jeder Ski hat während der Benutzung eine
jeweils dem anderen Ski zugewandte Seite, die im Folgenden mit innen liegend bezeichnet
wird. Entsprechend ist eine vom anderen Ski abgewandte Seite als aussen liegend bezeichnet.
[0075] In einer je nach Anforderung bevorzugten Ausführungsform greift weitgehend die gesamte
Zugkraft am innen liegenden Abschnitt an, während der aussen liegende Abschnitt mit
keiner Zugkraft beaufschlagt ist. Bei einer derartigen Ausführungsform wird nur der
innen liegende Bereich des Lenkbereichs durchgebogen, während der aussen liegende
Abschnitt weitgehend unverändert verbleibt. Besonders vorteilhaft ist hierbei eine
Ausführungsform des erfindungsgemässen Skis mit einem in zwei Hälften unterteilten
Lenkbereich. Die Übertragungsvorrichtung ist dann beispielsweise derart ausgebildet,
dass sie nur eine Zugkraft auf den jeweils innen liegenden Abschnitt des Lenkbereichs
überträgt. In einer Abwandlung überträgt die Übertragungsvorrichtung verschieden grosse
Zugkräfte auf die jeweiligen Abschnitte des Lenkbereichs.
[0076] Eine Unterteilung des Lenkbereichs in die oben genannten Abschnitte kann aber auch
bei einer betragsmässig symmetrischen Beaufschlagung mit einer Zugkraft von Vorteil
sein. Insbesondere sind dabei mit Vorteil die Abschnitte des Lenkbereichs bezüglich
der Längsmittelachse des Skis ebenfalls symmetrisch ausgebildet. In einer so gearteten
bevorzugten Ausführungsform weist ein Lenkbereich beispielsweise einen mittigen Teilungsschlitz
auf und eine Übertragungsvorrichtung des Skis umfasst einen Hilfsgurt, welcher mit
jeweils einem seiner beiden Längsenden in einem der beiden durch den Schlitz gebildeten
Abschnitte angreift. Die Übertragungsvorrichtung umfasst dann beispielsweise eine
am Gurt befestigte Umlenkrolle, um welche die so vom Hilfsgurt gebildete Schlaufe
teilweise herumgeführt ist, derart, dass die Umlenkrolle bei einer Verschiebung den
Hilfsgurt spannt, d.h. eine Zugkraft im Hilfsgurt erzeugt. Aufgrund der Führung um
die Umlenkrolle herum ist die Zugkraft längs des gesamten Hilfsgurts zu jedem Zeitpunkt
betragsmässig weitgehend konstant. Je nach momentaner Durchbiegung im jeweiligen Abschnitt
z. B. bei einer Kurvenfahrt ergibt sich jedoch ein unterschiedlicher Angriffswinkel
der Zugkraft, was vorteilhaft genutzt werden kann und eine weitere Anpassung des erfindungsgemässen
Skis erlaubt.
[0077] Die Abschnitte des Längsbereichs erlauben somit bei einer geeigneten Zugkraftverteilung
eine gezielte, abschnittweise Durchbiegung des Lenkbereichs, welche das Einlenken
des Skis an ein gewünschtes Kurvenverhalten anpassbar macht. Insbesondere kann beispielsweise
auch die Zugkraftverteilung auf die verschiedenen Abschnitte vom Skiläufer voreingestellt
werden, um den Ski den momentanen Erfordernissen anpassen zu können.
[0078] Grundsätzlich ist somit festzuhalten, dass ein in Abschnitte unterteilter Lenkbereich
die vielseitige Anwendbarkeit des erfindungsgemässen Skis weiter verbessert. Gesamthaft
sind symmetrische und asymmetrische Ausführungen der bezüglich einer Längsdurchbiegung
unabhängigen Lenkbereichsabschnitte denkbar, wobei auch die Zugkraft bzw. die Zugkräfte
betrags- und/oder richtungsmässig symmetrisch oder asymmetrisch an den jeweiligen
Abschnitten angreifen können.
[0079] In einer weiteren Abwandlung der Erfindung kann auch der Steuerbereich des Skis mehrere
bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte aufweisen. Damit
kann der Vorteil erreicht werden, dass beispielsweise ein in einem der Abschnitte
des Steuerbereichs angeordneter Gurt eine Durchbiegung eines weiteren der Abschnitte
nicht "fühlt", d.h. aus der Durchbiegung im weiteren Abschnitt sich keine oder nur
eine geringe Verschiebung des Gurts gegenüber dem Brettkörper ergibt. Mit einer derartigen
Unterteilung des Steuerbereichs kann somit eine selektivere Steuerung der Verschiebung
des Gurts erreicht werden, wobei insbesondere eine besonders starke oder eine besonders
schwache Verschiebung erreicht werden kann.
[0080] In allen vorgenannten Ausführungsformen ist es denkbar, mehrere Gurte an einem Ski
vorzusehen. Die mehreren Gurte können dabei z. B. direkt oder indirekt auf einen oder
mehrere der Lenkbereiche des Skis wirken (insbesondere bei Zuggurten). Die Gurte können
aber auch über eine gemeinsame erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung auf einen
oder mehrere Lenkbereiche des Skis wirken oder über mehrere, z. B. zu jedem Gurt gehörige
Übertragungsvorrichtung, den oder die Lenkbereiche bzw. Abschnitte der Lenkbereiche
der Skis mit entsprechenden Zugkräften beaufschlagen.
[0081] In sämtlichen Fällen sind die Gurte dabei bevorzugt im Wesentlichen parallel und
in Längsrichtung des Skis geführt, um Druck- bzw. Zugkräfte längs der Gurte aufgrund
einer Längsdurchbiegung des Skis optimal übertragen zu können. Je nach Anforderung
ist es aber auch denkbar, dass in einer anderen Ausführungsform Abweichungen von einer
parallelen Ausrichtung, z. B. eine konvergierende Anordnung, bevorzugt ist, um z.
B. auch die Querbiegung (Torsion) bei einer Verwindung des Skis im Steuerbereich umsetzen
zu können. In diesem Fall ist es z. B. auch denkbar, dass eine asymmetrische Anordnung
der Gurte bezüglich einer Längsachse des Skis eine bevorzugte Ausführung bildet. Bevorzugt
sind die mehreren Gurte aber symmetrisch angeordnet, um eine Längsdurchbiegung im
Steuerbereich symmetrisch in Kraftwirkungen umsetzen zu können.
[0082] Eine mögliche Ausführungsform umfasst z. B. zwei im Wesentlichen parallel geführte
Druckgurte mit Steuerbereichen in verschiedenen Längsbereichen des Skis, wobei die
Druckgurte mit jeweils einer zugehörigen Übertragungsvorrichtung mit einer Zugkraft
auf jeweils einen Lenkbereich wirken, wobei die beiden Lenkbereiche der beiden Gurte
einander gegenüberliegend am Ski angeordnet sind. Einer der Druckgurte kann z. B.
einen vorderen/mittleren Steuerbereich aufweisen und auf einen Lenkbereich im hinteren
Skiendbereich wirken, während der dazu im Wesentlichen parallele zweite Druckgurt
einen hinteren/mittleren Steuerbereich hat und mit einer Zugkraft auf einen Lenkbereich
im vorderen Skiendbereich wirkt. Es versteht sich, dass auch diese Ausführungsform
abgewandelt sein kann wie z. B. eine andere Ausgestaltung der Steuerbereiche und/oder
eine gemeinsame Umlenkvorrichtung für beide Druckgurte.
[0083] Eine ähnliche Ausführung ist mit einem System aus zwei Gurten denkbar, wobei der
Steuerbereich eines ersten Gurtes einen vorderen/mittleren Steuerbereich aufweist
und auf einen Lenkbereich im hinteren Skiendbereich wirkt und der zweite Gurt einen
hinteren/mittleren Steuerbereich aufweist und auf einen Lenkbereich im vorderen Skiendbereich
wirkt.
[0084] Ausführungen mit Druck- und Zuggurten gemäss sämtlichen beschriebenen Ausführungsformen
können grundsätzlich frei kombiniert werden. Insbesondere sind erfindungsgemässe Skis
denkbar, bei welchen ein oder mehrere Druckgurte und ein oder mehrere Zuggurt derart
mit einander zusammenwirken bzw. mit der Übertragungsvorrichtung zusammenwirken, dass
sich die durchbiegende Wirkung, d. h. die längs der Gurte erzeugten Kräfte, welche
durch die Übertragungsvorrichtung als Zugkräfte auf den Lenkbereich übertragen werden,
vollständig oder teilweise kumulieren. Hierbei können zwei oder auch mehrere der verschiedenen
oben sowie im Folgenden beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung in einer einzigen
Ausführung eines erfindungsgemässen Skis miteinander kombiniert werden.
[0085] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem oben genannten technischen Gebiet
zugehöriges Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, mit einem im Wesentlichen auf
Zug belastbaren Zuggurt zur Druckkontrolle zu schaffen, welches die Möglichkeit bietet,
das Durchbiegungsverhalten des Schneegleitbrettes vielseitiger zu gestalten und zu
verbessern.
[0086] Zur Lösung der weiteren Aufgabenstellung umfasst ein Schneegleitbrett gemäss der
Erfindung einen Brettkörper und einen im Wesentlichen auf Zug belastbaren Zuggurt,
welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper verankert ist, wobei der Zuggurt
in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung
im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett gekoppelt ist. Das Schneegleitbrett ist
dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorhanden sind, welche eine aufgrund einer Durchbiegung
des Schneegleitbretts im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Zuggurtes in
eine Zugkraft übertragen, die in einem Lenkbereich an einem Längsende des Schneegleitbretts
am Brettkörper derart angreift, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen
wird. Insbesondere wird das Schneegleitbrett im Lenkbereich von einer Unterlage abgehoben,
d. h. positiv durchgebogen.
[0087] Dieser Aspekt der Erfindung sowie die im Folgenden beschriebenen Abwandlungen können
auch bei sämtlichen oben beschriebenen Ausführungsformen eines erfindungsgemässen
Skis mit einer Übertragungsvorrichtung zur Anwendung kommen bzw. mit diesen im Sinne
der Erfindung kombiniert werden. Dabei ist es z. B. denkbar, dass Gurtsysteme mit
und ohne Übertragungsvorrichtung am selben Ski vorgesehen sind.
[0088] Wie oben wird im Folgenden z. B. "Ski", "Skikörper", "Skieendbereich" etc. als stellvertretend
aber nicht einschränkend für "Schneegleitbrett" und die entsprechenden Begriffe verwendet.
Auch weitere Konventionen wie "vorne", "hinten", "oben" und "unten" werden in Bezug
auf den Ski bzw. den Skikörper wie im obigen Teil der Anmeldung verwendet.
[0089] Bevorzugt ist der Zuggurt im Lenkbereich oberhalb des Skikörpers, insbesondere oberhalb
der neutralen Faser des Brettkörpers, geführt. Mit der Führung oberhalb des Skikörpers
und dem Angreifen des Zuggurts im Lenkbereich wird erreicht, dass eine im Zuggurt
erzeugte Zugspannung an einer Oberseite des Skis im Lenkbereich am Skikörper angreifen
kann. Aufgrund der Führung des Zuggurts im Steuerbereich unterhalb des Skikörpers
wird erreicht, dass bei einer positiven Durchbiegung des Skis eine Zugspannung im
Zuggurt erzeugt wird. Dies ist insbesondere eine Folge der beidseitigen Verankerung
(Stützstelle, Angreifen im Lenkbereich) des Zuggurts am Skikörper. Als Zuggurt kommt
dabei jedes für eine Übertragung einer Zugkraft geeignete Material in einer geeigneten
Ausführung in Frage. Insbesondere kann der Zuggurt z. B. durch ein Band oder ein Seil
gebildet sein, welches z. B. Fasern aus z. B. Aramid oder einem Metall umfasst. Ebenso
kann ein Zuggurt aber auch aus einem vergleichsweise steifen Material ausgebildet
sein und gleichzeitig auch auf Druck belastbar sein. Es sind aber auch andere Ausführungen
aus anderen Materialien und/oder Formen denkbar. Die oben erwähnten Material- und
Formbeispiele stellen hierbei keine erschöpfende Aufzählung dar und sind als exemplarische
Varianten zu verstehen.
[0090] Erfindungsgemäss muss der Zuggurt nicht vorgespannt sein, soll aber kein Spiel aufweisen,
um auch schon bei einer geringen Durchbiegung eine merkliche Erhöhung der Zugkraft
im Zuggurt zur Folge zu haben. Es ist aber auch denkbar, dass der Zuggurt sofern erforderlich
eine Vorspannung aufweist, welche z. B. auch vom Skiläufer eingestellt werden kann,
um die Reaktion des Lenkbereichs des Skis auf eine Durchbiegung im Steuerbereich z.
B. den persönlichen Bedürfnissen oder der Disziplin, bei welcher das Schneegleitbrett
zur Anwendung kommt, anzupassen.
[0091] Die Zugkraft kann damit derart eingesetzt werden, dass der Lenkbereich bei einer
positiven Durchbiegung des Steuerbereichs ebenfalls eine positive Krümmung bzw. Durchbiegung
erfährt. Die gleichsinnige Krümmung wird in dieser Ausführungsform der Erfindung durch
Überkreuzen von Druckgurt (Skikörper) und Zuggurt erreicht, z. B. an einem Übergang
vom Steuerbereich zum Lenkbereich. Eine Überkreuzung kann z. B. durch eine einfache
Durchführung des Zuggurtes durch den Skikörper ausgebildet sein. Hierzu ist im Skikörper
beispielsweise eine Durchtrittsöffnung ausgebildet, durch welche der Zuggurt von der
Unterseite des Skis im Steuerbereich an die Oberseite des Skis im Lenkbereich hindurch
treten kann.
[0092] Insbesondere ist in einer bevorzugten Ausführungsform ein weiterer Lenkbereich vorhanden,
wobei die Mittel die Kraft längs des Zuggurtes als Zugkraft auf beide Lenkbereiche
übertragen, sodass das Schneegleitbrett bei einer Durchbiegung im Steuerbereich in
beiden Lenkbereichen durchgebogen wird.
[0093] Bevorzugt sind die beiden Lenkbereiche an gegenüberliegenden Längsenden des Skis
ausgebildet, d. h. jeweils ein Lenkbereich an einem vorderen und an einem hinteren
Längsende.
[0094] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Zuggurt, insbesondere im Sinne eines
Flaschenzugs, im Steuerbereich in mehrfach alternierenden Abschnitten in Längsrichtung
parallel geführt. An den extremalen Längspositionen, d. h. an den jeweils vorderen
und hinteren Umkehrpunkten der alternierenden mehrfachen Längsführung, ist der Zuggurt
derart gelagert, dass eine Längsverschiebung eines der Abschnitte bzw. eine Kraft
längs einem der Abschnitte auf einen mit diesem Abschnitt verbundenen weiteren Abschnitt
übertragbar ist. Insbesondere ist der Zuggurt dabei mit Schlupf am Skikörper gelagert.
Vorzugsweise ist der Zuggurt derart gelagert, dass er im Steuerbereich von der Unterseite
um die Lagerung im bzw. am Skikörper herum wieder an die Unterseite geführt ist. Bei
einer Längsverschiebung in einem der parallelen Abschnitte kann diese auf den nächsten,
insbesondere benachbarten, Abschnitt übertragen werden. Damit ergibt sich eine flaschenzugähnliche
Konstruktion, welche aufgrund der alternierenden Mehrfachführung im Steuerbereich
erlaubt, eine Durchbiegung im Steuerbereich verstärkt zu "fühlen", d. h. eine Durchbiegung
erzeugt eine grössere Verschiebung des Zuggurts im Lenkbereich, als es bei einer einfachen
Längsführung der Fall wäre. In erster Näherung multipliziert sich die Längsverschiebung
des Zuggurts im Lenkbereich gegenüber einer einfachen Führung mit der Anzahl der parallelen
Abschnitte im Steuerbereich.
[0095] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemässes Schneegleitbrett mit einem Zuggurt
und einem Brettkörper, welcher, im Wesentlichen im Längenbereich des Lenkbereichs,
in mehrere bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte unterteilt
ist. Dabei werden mit Vorteil die einzelnen Abschnitte mit unterschiedlichen Zugkräften
beaufschlagt. Insbesondere ist der Lenkbereich in einen inneren und einen äusseren
Abschnitt unterteilt, wobei der Zuggurt mit der Zugkraft am innen liegenden Abschnitt
angreift, während der aussen liegende Abschnitt mit keiner oder nur einer geringen
Zugkraft beaufschlagt ist. Wie bereits weiter oben beschrieben, sind bei einer Unterteilung
des Lenkbereichs in hinsichtlich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte
symmetrische und asymmetrische Ausführungen denkbar, wobei auch die Zugkräfte auf
die jeweiligen Abschnitte betrags- und/oder richtungsmässig symmetrisch oder asymmetrisch
angreifen können.
[0096] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0097] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen schematisch:
- Fig. 1 a
- Eine Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Ski mit Umlenkrollen;
- Fig. 1 b
- Eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 1 a;
- Fig. 1c
- Eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 1b in einem gekrümmten
Zustand;
- Fig. 1 d
- Eine Teilansicht einer weiteren Ausführungsform einer Übertragungsvorrichtung mit
Umlenkrollen in einer Draufsicht;
- Fig. 2a
- Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Ski mit höhenverstellbarem Stützelement;
- Fig. 2b
- Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 2a;
- Fig. 2c
- Vergrösserte Teilansicht als Funktionsskizze eines Lenkbereichs eines Skis gemäss
Fig. 2a-b;
- Fig. 3
- Teildraufsicht einer Übertragungsvorrichtung mit einem Wippgelenk;
- Fig. 4
- Teildraufsicht einer Übertragungsvorrichtung mit einem Getriebe;
- Fig. 5a
- Draufsicht auf einen nicht erfindungsgemässen Ski mit auf Zug belastbaren Zuggurt;
- Fig. 5b
- Seitenansicht des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 5a;
- Fig. 5c
- Seitenansicht einer Abwandlung des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig.5b;
- Fig. 5d
- Seitenansicht einer Abwandlung des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 5b;
- Fig. 6a
- Draufsicht auf einen Ski mit nach hinten verschiebbarem Druckgurt und einem Hilfsgurt;
- Fig. 6b
- Seitenansicht eines Skis gemäss Fig. 6a;
- Fig. 7a
- Draufsicht auf einen Ski mit einem in Längsrichtung gespaltenen Lenkbereich;
- Fig. 7b
- Seitenansicht eines Skis gemäss Fig. 7a;
- Fig. 8a
- Prinzipskizze einer Übertragungsvorrichtung mit einem Hebelelement;
- Fig. 8b
- Seitenansicht eines Skis mit einer Übertragungsvorrichtung mit einem Hebelelement.
[0098] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0099] Figur 1a zeigt eine Draufsicht und Fig. 1b zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen
Skis 1 mit einem Skikörper 2, einem als Druckstange 3 ausgebildeten Druckgurt und
einer Übertragungsvorrichtung 4. Der Ski 1 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung
vorne liegenden Bereich 21 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen
Skiern der Fall ist.
[0100] Die Druckstange 3 hat in der Darstellung der Fig.1a-d eine Länge, welche etwa zwei
Dritteln der gesamten Länge des Skis 1 entspricht. Die Druckstange 3 ist dabei in
einem hinteren Bereich des Skis 1 angeordnet, welcher etwa zwei Drittel der Länge
des Skis umfasst. Die Druckstange 3 ist in Längsrichtung A des Skis 1 und mittig bezüglich
einer Richtung quer zur Längsrichtung A angeordnet, derart, dass ein hinteres Längsende
5 der Druckstange 3 im Wesentlichen mit einem hinteren Längsende 6 des Skiköpers 2
abschliesst. In einem Bereich am Längsende 5 ist die Druckstange 3 an einer Stützstelle
7 mit dem Skikörper 2 verbunden. Über die restliche Länge der Druckstange 3 ist diese
gegenüber dem Skikörper 2 in Längsrichtung verschiebbar, einen Steuerbereich 10 bildend
geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt). Im Steuerbereich 10 des Skis 1 ist
die Druckstange 3 insbesondere bei einer Durchbiegung des Skis 1 über die Stützstelle
7 am Skikörper 2 abgestützt gegenüber dem Skikörper 2 verschiebbar. Bei einer positiven
Durchbiegung des Steuerbereichs 10, d. h. wenn das hintere Skiende 6 gegenüber einem
mittleren Bereich des Skis 1 von einer Unterlage abgehoben wird, erfolgt eine Verschiebung
eines vorderen Längsendes 8 der Druckstange 3 aus einer Ruhelage 11 gegenüber dem
Skikörper 2 in Richtung zu einem vorderen Längsende 9 des Skis 1 hin. Die Ruhelage
11 ist dabei durch die Lage des Längsendes 8 definiert, wenn keine äusseren Belastungen
auf den Ski 1 wirken.
[0101] Die Übertragungsvorrichtung 4 ist im Wesentlichen in einem vorderen Drittel des Skis
1 angeordnet. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung
4 zwei im Wesentlichen auf Zug belastbare Hilfsgurte 13.1 und 13.2 sowie zwei Umlenkrollen
14.1 und 14.2, welche jeweils oberhalb des Skikörpers 2 bezüglich einer Ebene E, welche
senkrecht auf einer Skioberseite 16 steht und die Längsachse A beinhaltet, symmetrisch
angeordnet sind. Die Hilfsgurte 13 weisen dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen
verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 sind dabei beidseitig
der Druckstange 3 von der Ruheposition 11 zum hinteren Skiende 6 hin zurückversetzt
angeordnet. Die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 sind mit senkrecht zur Skioberfläche 16
angeordneten Achsen 15.1 und 15.2 drehbar am Skikörper 2 angebracht. Die Hilfsgurte
13.1 und 13.2 sind einerseits jeweils mit einem Längsende 17.1 und 17.2 im aufgebogenen
Bereich 21 von oben her im bzw. am Skikörper 2 verankert. Der Bereich zwischen den
verankerten Längsenden 17 und den Umlenkrollen 14 bildet einen Lenkbereich 12 des
Skis 1, wobei die Umlenkrollen 14 an einem hinteren Längsende 19 des Lenkbereichs
angeordnet sind und die verankerten Längsenden 17 an einem vorderen Längsende 18 des
Lenkbereichs 12. Der Steuerbereich 10 überlappt somit mit dem Lenkbereich 12 den Längenbetrag,
um welchen die Umlenkrollen 14 gegenüber dem Längsende 8 nach hinten versetzt sind.
[0102] Mit ihren weiteren Längsenden 20.1 und 20.2 sind die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 in
einem Bereich am vorderen Längsende 8 der Druckstange 3 befestigt. Von den Längsenden
17.1 und 17.2 sind die Hilfsgurte 13 jeweils bezüglich einer Ebene E, welche senkrecht
auf der Skioberfläche 16 steht und die Längsrichtung A beinhaltet, von aussen an die
Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herangeführt und im Wesentlichen um eine halbe Umdrehung
um diese herumgeführt. Nach der halben Umdrehung sind die Hilfsgurte 13.1 und 13.2
von den Umlenkrollen 14.1 und 14.2 weg und zum Bereich am Längsende 8 der Druckstange
3 geführt, an welchem die Längsenden 20.1 und 20.2 verankert sind.
[0103] Die Hilfsgurte 13 sind in der Darstellung der Fig. 1a-c zwischen den Längsenden 17
und den Umlenkrollen 14 frei schwebend geführt, kann in einer nicht dargestellten
Ausführungsform aber auch auf einem z. B. nach oben gewölbten flexiblen Schuh frei
gleitend geführt liegen. Insbesondere greifen die Hilfsgurte 13 unter einem Winkel
α zur Oberfläche des Skis 1 am Skikörper 2 an. Es ist hierbei aber ebenso denkbar,
dass die Hilfsgurte 13 überdeckt, z. B. teilweise im Skikörper 2, geführt sind.
[0104] Wird nun das vordere Längsende 8 der Druckstange 3 zum vorderen Skiende 9 hin verschoben,
so wirkt über die Stützstelle 7 eine Druckkraft 30 längs der Druckstange 3, welche
ebenfalls zum vorderen Skiende 9 gerichtet ist. Da die Längsenden 20 der Hilfsgurte
13 an der Druckstange 3 verankert sind, werden diese ebenfalls zum vorderen Skiende
9 hin bewegt bzw. gedrückt. Über die auf Zug belastbaren Hilfsgurte 13.1 und 13.2
werden die so erzeugten Zugkräfte 32.1 und 32.2 auf die Längsenden 20.1 und 20.2 längs
der Hilfsgurte 13.1 und 13.2 auf die Längsenden 17.1 und 17. 2 übertragen.
[0105] Da die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 um eine im Wesentlichen halbe Umdrehung um die jeweilige
Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herumgeführt sind, sind die auf die Längsenden 17.1 und
17.2 resultierenden Zugkräfte 31.1 und 31.2 der Druckkraft 13 entgegengerichtet, d.
h. zum hinteren Skiende 6 hin. Da die Längsenden 17 im Skikörper verankert sind, wirken
die Zugkräfte 31 auf den Lenkbereich 12 des Skis 1.
[0106] Figur 1c zeigt eine Seitenansicht des Skis 1 in einem positiv durchgebogenen Zustand.
Insbesondere ist der Ski 1 derart in Längsrichtung A durchgebogen, dass der Ski 1
im Steuerbereich 10 eine Krümmung aufweist, welche in der Fig. 1 c als Kreisbogen
33 angedeutet ist. Die Darstellung der Fig. 1 c ist derart gegenüber den Fig. 1 a
und 1b ausgerichtet, dass das hintere Längsende 19 des Lenkbereichs 12 gegenüber einem
Hintergrund bzw. einer Unterlage nicht verschoben ist.
[0107] Aufgrund der Durchbiegung im Steuerbereich 10 ist das vordere Längsende 8 der Druckstange
3 gegenüber der Ruheposition 11 um einen Längenbetrag 34 zum vorderen Skiende 9 hin
verschoben. Damit ergibt sich über die Abstützung an der Stützstelle 7 am Skikörper
2 eine Druckkraft 30 längs der Druckstange 3. Die Druckkraft 30 wirkt als Zugkräfte
32.1 und 32.2 in Richtung zum vorderen Skiende 9 auf die Längsenden 20.1 und 20.2
der Hilfsgurte 13.1 und 13.2. Die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 übertragen die Zugkräfte
32.1 und 32.2 über die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 an die im Skikörper 2 verankerten
Längsenden 17.1 und 17.2, wo die Zugkraft als Zugkräfte 31.1 und 31.2 am vorderen
Längsende 18 des Lenkbereichs 12 im Wesentlichen in Richtung zum hinteren Skiende
6 wirken.
[0108] Aufgrund der Zugkräfte 31, welche als Zugspannung im Lenkbereich 12 zwischen den
Umlenkrollen 14 sowie den verankerten Längsenden 17 wirken, erfährt der Lenkbereich
12 des Skis 1 eine Durchbiegung. Mit anderen Worten werden die Längsenden 18 und 19
des Lenkbereichs 12 durch die dort liegenden Angriffsbereiche der Zugkräfte zueinander
hingezogen, worauf sich der Ski 1 in Lenkbereich durchbiegt.
[0109] Die Durchbiegung wird insbesondere dadurch erzeugt, dass die Zugkräfte 31 von oben
her am Skikörper 2 angreifen. Damit ergibt sich eine nicht verschwindende Kraftkomponente
36, welche an der Verankerung der Längsenden 17, d. h. im Angriffsbereich der Zugkräfte
31, senkrecht zur Oberfläche 16 des Skis 1 steht. Dadurch ergibt sich eine Kraft,
welche von der Unterlage weg gerichtet ist und die einen vorderen Skibereich, insbesondere
den Lenkbereich 12, von einer Unterlage weg anzuheben und Durchzubiegen vermag. Die
Durchbiegung im Lenkbereich 12 weist dabei eine Krümmung 35 auf, welche in der Darstellung
der Fig. 1c einen kleineren Krümmungsradius hat als die Krümmung 33. Die Durchbiegung
im Lenkbereich 12 wird dabei nicht durch eine Kraft im Lenkbereich 12 der Fahrunterlage
(Schneewiderstand) auf den Ski 1 erreicht, sondern durch Übertragung der Durchbiegung
des Skis 1 im Steuerbereich 10.
[0110] Die in Fig. 1 a-c beschriebene Ausführungsform ermöglicht somit eine Durchbiegung
des Skis 1 im Lenkbereich 12 zum Einlenken eines vorderen Skibereichs aufgrund einer
Durchbiegung des Skis 1 im Steuerbereich 10.
[0111] Bei geeigneter Ausbildung der Umlenkrollen 14, z. B. bei exzentrischer Lagerung,
kann nicht nur eine Umlenkung der Druckkraft 30 der Druckstange 3 in eine Zugkraft
31 erreicht werden, sondern es ist auch eine betragsmässige Über- bzw. Untersetzung
der Kräfte möglich. Damit kann aufgrund einer vergleichsweise geringen Durchbiegung
im Steuerbereich z. B. eine verhältnismässig grosse Durchbiegung im Lenkbereich 12
erzeugt werden, d. h. die Durchbiegung im Steuerbereich 10 kann "mechanisch verstärkt"
werden.
[0112] Figur 1d zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 1 mit einer
Übertragungsvorrichtung 4.1 mit Umlenkrollen 14.1 und 14.2. Im Gegensatz zu der Ausführungsform
der Fig. 1 a umfasst die Übertragungsvorrichtung 4.1 jedoch nur einen Hilfsgurt 22.
In einem Bereich am vorderen Längsende 8 der Druckstange 3 ist eine weitere Umlenkrolle
14.3 an der Druckstange 3 um eine vertikale Achse 15.3 drehbar angebracht. Bevorzugt
liegen Scheiben der Umlenkrollen 14.1-14.3 dabei im Wesentlichen in einer Ebene. Der
Hilfsgurt 22 ist mit seinen beiden Längsende 23.1 und 23.2 im aufgebogenen Bereich
21 von oben her im bzw. am Skikörper 2 verankert (analog zu den Verankerungen der
Längsenden 17.1 und 17.2 der Ausführungsform gemäss der Fig. 1a).
[0113] Von dem Längsende 23.1 ist der Hilfsgurt 22 bezüglich der Ebene E von aussen an die
Umlenkrolle 14.1 herangeführt und im Wesentlichen um eine halbe Umdrehung um diese
herumgeführt. Nach der halben Umdrehung ist der Hilfsgurt 22 gegensinnig im Wesentlichen
um eine halbe Umdrehung um die Umlenkrolle 14.3 der Druckstange herumgeführt und von
dort von innen her an die Umlenkrolle 14.2 herangeführt. Wiederum gegensinnig zur
Führung um die Rolle 14.3, d. h. gleichsinnig zur Führung um die Umlenkrolle 14.1,
ist der Hilfsgurt 22 um eine halbe Drehung um die Umlenkrolle 14.2 herumgeführt und
von dort zum verankerten Längsende 23.2. Der Hilfsgurt 22 weist somit eine im Wesentlichen
w-förmige Führung auf, wobei die Arme der W-Form Bereichen 24.1 und 24.2 des Hilfsgurts
22 entsprechen, welche von den am Skikörper 2 angebrachten Umlenkrollen 14.1 und 14.2,
im Wesentlichen parallel, zu den verankerten Längsenden 23.1 und 23.2 führen. Die
drei Zacken der W-Form sind durch die Umlenkrollen 14.1-14.3 gebildet. Bei einer Verschiebung
des vorderen Endes 8 der Druckstange 3 zur Skispitze 9 hin drückt die Umlenkrolle
14.3 mit einer Kraft 30 auf einen Bereich 24.3 des Hilfsgurts 22, welcher im Wesentlichen
zwischen den Umlenkrollen 14.1 und 14.2 angeordnet ist und um die Umlenkrolle 14.3
herumgeführt ist. Somit ergibt sich längs des Hilfsgurts eine Zugkraft 32.1 bzw. 32.2
um die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herum, welche als Zugkraft 31.1 und 31.2 auf die
verankerten Längsenden 23.1 und 23.2 des Hilfsgurts wirkt. Der Hilfsgurt 22 kann hierbei
auch u-förmig um die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herumgeführt sein, wobei die Umlenkrolle
14.3 in Ruhestellung des Skis 1, d. h. ohne äussere Belastung, keinen oder nur tangentialen
Kontakt mit dem Hilfsgurt 22 hat. Erst bei einer Verschiebung des Endes 8 der Druckstange
nach vorne ergibt sich dann die oben beschriebene W-Form der Hilfsgurtführung.
[0114] Diese Ausführungsform hat gegenüber der Ausführungsform der Fig. 1a den Vorteil,
dass z. B. unterschiedliche Belastungen der beiden Hilfsgurtbereiche 24.1 und 24.2
(d. h. die Arme der W-Form) ausgeglichen werden können, da die beiden Bereiche 24.1
und 24.2 verschiebbar miteinander verbunden sind (über den Bereich 24.3). Dies ist
insbesondere bei einer Verwindung des Skis 1 im Lenkbereich 12 von grossem Vorteil.
[0115] Figuren 2a und 2b zeigen den Ansichten der Fig. 1a und 1 b entsprechende Darstellungen
einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 101 mit einem höhenverstellbaren
Stützelement 114. Figur 2c zeigt in einer vergrösserten Ansicht eine Funktionsskizze
des Stützelements 114. Der Ski 101 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung
vorne liegenden Bereich 121 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen
Skiern der Fall ist.
[0116] Der Ski 101 weist einen Skikörper 102, einen als Druckstange 103 ausgebildeten Druckgurt
und eine Übertragungsvorrichtung 104 auf. Die Druckstange 103 hat in der Darstellung
der Fig. 2a und 2b eine Länge, welche etwa drei Vierteln der gesamten Länge des Skis
101 entspricht. Die Druckstange 103 ist parallel zu einer Längsrichtung B des Skis
101 und mittig bezüglich einer Richtung quer zu B angeordnet, wobei ein hinteres Längsende
105 der Druckstange 103 im Wesentlichen mit einem hinteren Längsende 106 des Skiköpers
102 abschliesst. Im Bereich des Längsendes 105 ist die Druckstange 103 an einer Stützstelle
107 mit dem Skikörper 102 verbunden. Über ihre restliche Länge ist die Druckstange
103 gegenüber dem Skikörper 102 in Längsrichtung B verschiebbar in einem Steuerbereich
110 geführt (Führung nicht dargestellt). Wie bei der Ausführungsform der Fig. 1 a-c
erfolgt bei einer positiven Durchbiegung des Skis 101 im Steuerbereich 110 eine Verschiebung
eines vorderen Längsendes 108 der Druckstange 103 aus einer Ruhelage 111 gegenüber
dem Skikörper 102 in Richtung zu einem vorderen Skiende 109 hin. Die Ruhelage 111
ist dabei durch die Lage des Längsendes 108 definiert, wenn keine äusseren Belastungen
auf den Ski 101 wirken.
[0117] Die Übertragungsvorrichtung 104 des Skis 101 ist im Wesentlichen in einem vorderen
Drittel des Skis 101 ausgebildet. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die
Übertragungsvorrichtung 104 zwei im Wesentlichen auf Zug belastbare Hilfsgurte 113.1
und 113.2, welche jeweils oberhalb des Skikörpers 102 bezüglich einer Ebene D, welche
auf der Skioberfläche 116 senkrecht steht und welche die Längsachse B umfasst, symmetrisch
angeordnet sind. Die Hilfsgurte 113 weisen dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen
verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Die Hilfsgurte 113.1 und 113.2 sind einerseits
jeweils mit einem vorderen Längsende 117.1 und 117.2 an einem vorderen Ende 118 eines
Lenkbereichs 112 am Skikörper 102 verankert. Insbesondere liegen die Verankerungen
der Längsenden 117.1 und 117.2 der Hilfsgurte 113.1 und 113.2 im aufgebogenen Bereich
121.
[0118] Hintere Längsenden 120.1 und 120.2 der Hilfsgurte 113.1 und 113.2 sind ebenfalls
im Skikörper 102 verankert. Die Längsenden 120 liegen dabei an einem hinteren Längsende
119 des Lenkbereichs 112. Die Verankerung der Längsenden 120 ist bevorzugt um eine
Länge von der Ruheposition 111 zum hinteren Skiende 6 versetzt, welche im Wesentlichen
dem Abstand der Ruheposition 111 von der Verankerung der Längsenden 117, d. h. dem
Abstand vom vorderen Längsende 118 des Lenkbereichs 112, entspricht. Die Ruheposition
111 ist damit im Wesentlichen bezüglich der Längsrichtung B in der Mitte des Lenkbereichs
112, insbesondere zwischen den verankerten Längsenden 117 und 120, angeordnet.
[0119] Weiter umfasst die Umlenkvorrichtung 104 ein höhenverstellbares Stützelement 114.
Das Stützelement 114 weist einen gelenkig am Skikörper 102 angelenkten Hebel 115 auf.
Der Hebel 115 ist dabei um eine Drehachse C quer zur Längsrichtung B und parallel
zur Skioberfläche 116 verschwenkbar. Die Drehachse C des Hebels 115 liegt dabei im
Wesentlichen in einem Längenbereich der Ruhelage 111. Das Stützelement 114 ist derart
ausgebildet, dass es zwischen den Hilfsgurten 113 und Skikörper 102 angeordnet werden
kann. Insbesondere ist das Stützelement 114 derart angeordnet, dass ein gelenkfernes
Ende 117 des Hebels 115 die Hilfsgurte 113 unterstützt und gegen den Skikörper 102
abstützt. Der Abstand des gelenkfernen Endes 117 des Hebels 115 von der Skioberfläche
116 hängt von der jeweiligen Schwenkstellung des Hebels 115 ab. Damit ist, indem der
Hebel 115 in verschiedene Schwenkstellungen gebracht wird, eine Höhenverstellung des
Stützelements 114 erreichbar.
[0120] In der Ausführungsform der Erfindung gemäss der Fig. 2a-c ist die Druckstange 103
derart mit dem Hebel 115 des Stützelements 114 gekoppelt, z. B. gelenkig verbunden,
dass aufgrund einer Verschiebung des vorderen Längsendes 108 der Druckstange 103 aus
der Ruhelage 111 in Richtung zum vorderen Skiende 109 der Hebel 115 "aufgestellt"
und bei Rückführung in die Ruhelage 111 der Hebel 115 wieder abgesenkt wird. D. h.
der Abstand des Endes 117 von der Skioberfläche 116 kann aufgrund einer entsprechenden
Verschiebung des Längsendes 108 der Druckstange 103 vergrössert bzw. wieder verkleinert
werden. Da die Hilfsgurte 113 an dem Ende 117 des Hebels 115 abgestützt sind, erfahren
die Hilfsgurte 113 beim Aufstellen 138 des Hebels 115 eine seitliche, d. h. im Wesentlichen
senkrecht zu ihrer Längsrichtung, vom Ski 101 weg gerichtete Auslenkung 137. Beim
Wiederabsenken 138 des Hebels 115 wird auch die seitliche Auslenkung 137 verringert.
[0121] Eine positive Durchbiegung des Steuerbereichs 110 erzeugt somit aufgrund der damit
verbundenen Verschiebung der Druckstange 103 über den Hebel 115 des Stützelements
114 eine Zugspannung 131.1 bzw. 131.2 in den Hilfsgurten 113.1 und 113.2. Die Zugkräfte
131 greifen an den im Skikörper 102 verankerten Längsenden 117 bzw. 120 am Skikörper
102 an.
[0122] Figur 2c zeigt eine Funktionsskizze, welche den Lenkbereich 112 mit Umlenkvorrichtung
104 des Skis 101 in einer Ruhestellung 122 ohne äussere Belastungen zeigt (durchgezogen)
und in einer Stellung 123, in welcher das vordere Längsende 108 der Druckstange 103
(nicht gezeigt) aus der Ruhelage 111 nach vorne verschoben ist (gestrichelt). In der
Ruhestellung 122 ist der Hebel 115 im Wesentlichen auf die Skioberfläche 116 abgesenkt.
Insbesondere unterstützt der Hebel 115 die Hilfsgurte 113 nicht oder nur unwesentlich.
Erfolgt nun eine Verschiebung des Längsendes 108 der Druckstange 103 nach vorne, so
wird der Hebel 115 aufgestellt, d. h. der zwischen der Oberfläche 116 und dem Hebel
115 eingeschlossene Winkel γ1 wird in γ2 vergrössert (Fig. 2c). Beim Aufrichten unterstützt
der Hebel 115 mit seinem Ende 124 die Hilfsgurte 113 und lenkt diese seitlich aus,
d. h. die Hilfsgurte 113 werden im Wesentlichen senkrecht zu ihrer Längsrichtung vom
Ski 101 weg ausgelenkt. In den Hilfsgurten 113 werden somit die Zugspannungen 131
aufgrund der Druckkraft 130 der Druckstange 103 erzeugt, indem die Druckstange 103
den Hebel 115 aufrichtet. Da die Hilfsgurte 113 an jeweils beiden Längsenden 117 und
120 am Skikörper 102 verankert sind, ist eine derartige seitliche Auslenkung ohne
wesentliche Dehnung der Hilfsgurte 113 nur möglich, wenn die Distanz zwischen den
Verankerungen der Längsenden 117 und 120 verringert wird. Eine derartige Verringerung
der Distanz zwingt den Ski 101 im Lenkbereich 112 in eine Längsdurchbiegung. Dabei
wirkt eine Kraftkomponente 136 der Zugkraft 131, welche im Bereich der Verankerung
der Längsenden 117 im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche 116 des Skis 101 steht.
Da die Hilfsgurte 113 an einer Oberseite 116 des Skis aus dem Ski 101 hervortreten
bzw. an der Oberfläche 116 verankert sind, erfolgt die Durchbiegung des Lenkbereichs
112 bei einem Aufstellen des Hebels 115 in einem positiven Sinn. Aufgrund der Anordnung
der Verankerungen der Längsenden 117 und 120 der Hilfsgurte 113 am Skikörper 102 wird
der durchgebogene Lenkbereich 112 auch von einer Unterlage des Skis 101 abgehoben.
[0123] Die Durchbiegung im Lenkbereich 112 wird bei der Ausführungsform der Fig. 2a-c also
durch eine Erhöhung der Zugspannung aufgrund einer Auslenkung quer zu den Hilfsgurten
113 vom Ski 101 weg der an beiden Längsenden 117 und 120 an den Längsenden 118 und
119 des Lenkbereichs 112 am Skikörper 102 verankerten Hilfsgurte 113 erreicht.
[0124] Die Hilfsgurte 113 können dabei z. B. eine Vorspannung aufweisen, welche z. B. regelbar
sein kann. Je nach Anforderungen, z. B. Können des Skiläufers oder Skidisziplin, kann
dann die Vorspannung der Hilfsgurte 113 angepasst werden. Dazu kann eine weitere (nicht
dargestellte) Spannvorrichtung vorgesehen sein, welche z. B. über eine Betätigungseinheit
dem Skiläufer erlaubt, eine Vorspannung in den Hilfsgurten 113 zu verändern. Eine
Vorspannung der Hilfsgurte 113 ist aber nicht unbedingt erforderlich. Eine derartige
Spannvorrichtung kann auch bei anderen Ausführungsformen vorgesehen sein, um den Ski
vielseitiger zu gestalten und eine Anpassbarkeit an die jeweiligen Erfordernisse zu
gewährleisten.
[0125] Figur 3 zeigt eine Teilansicht eines Lenkbereichs 212 eines erfindungsgemässen Skis
201 mit einer Übertragungsvorrichtung 204 mit einer Wippe 214. Die Wippe 214 ist um
eine senkrecht zu einer Skioberfläche 216 angeordnete Achse F drehbar an einem Skikörper
202 gelagert. Die Längsposition der Achse F begrenzt dabei den Lenkbereich 212 an
einem hinteren Längsende 219 in einer Richtung zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt).
Die Wippe 214 weist bezüglich der Achse F einen längeren 215.1 und einen kürzeren
Arm 215.2 auf, mit welchen eine Druckstange 203 (Arm 215.2) und ein Hilfsgurt 213
(Arm 215.1) jeweils in einem Bereich ihrer Längsenden 208 bzw. 220 gelenkig verbunden
sind. Die Druckstange 203 entspricht weitgehend den Druckstangen 3 und 103 der vorherigen
Figuren, wobei die Druckstange 203 nicht mittig bezüglich einer Richtung quer zu einer
Längsrichtung am Ski 201 angeordnet ist, sondern seitlich versetzt. In einem hinteren
Bereich des Skis 201 ist die Druckstange 203 mit einem weiteren Längsende am Skikörper
202 abgestützt (nicht dargestellt).
[0126] Der Hilfsgurt 213 ist in einem Bereich am vorderen Längsende 217 im vorderen Bereich
des Lenkbereichs 212 am Skikörper 202 verankert. Insbesondere bildet die Längsposition
des verankerten Längsendes 217 ein vorderes Längsende 218 des Lenkbereichs 212. Der
Hilfsgurt 213 ist im Wesentlichen auf Zug belastbar, kann aber auch auf Druck belastbar
sein, sodass sich durch die Übertragungsvorrichtung 204 mit Wippe 214 eine Zwangskopplung
der Druckstange 203 mit dem Hilfsgurt 213 und damit mit dem vorderen Bereich des Skis
ergibt.
[0127] Wirkt nun eine Druckkraft 230 der Druckstange 203 in Richtung zu einem vorderen Skiende
209, so wird die Druckkraft 230 über die Wippe 214 in eine Zugkraft 231 im Hilfsgurt
213 übertragen. Die Zugkraft 231 greift über das im Skikörper verankerte Längsende
217 am vorderen Ende des Lenkbereichs 212 am Skikörper 202 an und übt somit eine Kraft
in Richtung zum hinteren Skiende auf den vorderen Skibereich aus. Damit wird insbesondere
der Lenkbereich 212 durchgebogen und der Ski 201 im Lenkbereich 212 von einer Unterlage
abgehoben. Durch die unterschiedliche Länge der beiden Arme 215.1 und 215.2 wird erreicht,
dass die Zugkraft 231 betragsmässig kleiner ist als die Druckkraft 230, ein Verschiebungsweg
des Hilfsgurts 213 im Vergleich zur Verschiebung der Druckstange 203 aber grösser
ist.
[0128] Figur 4 zeigt eine Teilansicht eines Lenkbereichs 312 einer weiteren Ausführungsform
eines erfindungsgemässen Skis 301 mit einer Übertragungsvorrichtung 304 mit einem
Getriebe 314. Das Getriebe 314 umfasst zwei Getrieberäder 315.1 und 315.2, welche
jeweils um senkrecht zu einer Skioberfläche 316 angeordneten Achsen G und H drehbar
an einem Skikörper 302 gelagert sind. Die gemeinsame Längsposition der Achsen G und
H begrenzen dabei den Lenkbereich 312 an einem hinteren Längsende 319 in einer Richtung
zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt). Der Ski 301 weist eine Druckstange
303 auf, welche weitgehend den Druckstangen 3 und 103 der Figuren 1 und 2 entspricht.
[0129] Die Übertragungsvorrichtung 304 weist zwei Hilfsgurte 313.1 und 313.2 auf, welche
in einem Bereich an den Längsenden 317.1 und 317.2 in einem vorderen Bereich des Lenkbereichs
312 am Skikörper 302 verankert sind. Insbesondere bildet die Längsposition der verankerten
Längsenden 317 ein vorderes Längsende 318 des Lenkbereichs 312. Die Hilfsgurte 313
sind dabei symmetrisch von einer Längsachse des Skis 301 seitlich beabstandet, im
Wesentlichen parallel am Skikörper 302 angeordnet. Die Hilfsgurte 313 sind im Wesentlichen
auf Zug belastbar, können aber auch auf Druck belastbar sein, sodass sich durch das
Getriebe 314 eine Zwangskopplung der Druckstange 303 mit dem vorderen Bereich bzw.
dem Lenkbereich 312 des Skis 301 ergibt.
[0130] Die Getrieberäder 315 sind derart am Skikörper angeordnet, dass sie jeweils einerseits
mit einem Bereich an einem hinteren Längsende 320.1 und 320.2 der Hilfsgurte 313 und
mit einem Bereich an einem vorderen Längsende 308 der Druckstange 303 zusammenwirken
können. Dabei überlappen Bereiche an hinteren Längsenden 320.1 und 320.2 der Hilfsgurte
313.1 und 313.2 in Längsrichtung mit dem vorderen Bereich der Druckstange 303. Die
Hilfsgurte 313 greifen dabei bezüglich einer Ebene, welche senkrecht auf der Skioberfläche
316 steht und die Längsachse des Skis 301 beinhaltet, von aussen an den Getrieberädern
315 an, während die Druckstange 303 bezüglich der Achsen G und H an einer gegenüberliegenden
Seite, d. h. bezüglich der Ebene von Innen, an den Getrieberädern 315 angreift. Die
Druckstange 303 und die Hilfsgurte 313 können dabei kraft- und/oder formschlüssig
mit den Getrieberäder 315 zusammenwirken. Insbesondere können die Getrieberäder 315
als Zahnräder ausgebildet sein, wobei die Hilfsgurte 313 und die Druckstagen 303 dann
entsprechende Zähne aufweisen, welche in die Zahnräder eingreifen können.
[0131] Eine Druckkraft 330 in der Druckstange 303 nach vorne wird somit über die Getrieberäder
315 in eine Zugkraft 331 in den Hilfsgurten 313 übersetzt, welche über die Verankerungen
der Längsenden 317 auf den vorderen Skibereich, insbesondere auf das vordere Längsende
318 des Lenkbereichs 312 wirkt.
[0132] Figur 5a zeigt eine Draufsicht auf einen nicht erfindungsgemässen Ski 401 mit einem
Skikörper 402 und einem Zuggurt 403. Figur 5b zeigt eine entsprechende Seitenansicht
des Skis 401 und Fig. 5c und d zeigen weitere mögliche Anordnungen bzw. Führungen
des Zuggurts 403 am Skikörper 402, wobei auf die entsprechenden Draufsichten verzichtet
wurde. Fig. 5a-d sind stark schematisiert und sollen die Führung des Zuggurts 403
bezüglich des Skikörpers 402 illustrieren.
[0133] Der Zuggurt 403 des Skis 401.1 in Fig. 5a-d ist mit seinen Längsenden 408 und 405
jeweils in einem Bereich am vorderen 408 und am hinteren Skiende 406 mit Verankerungen
bzw. Stützstellen 407.1 und 407.2 am Skikörper 402 verankert. Der Zuggurt 403 ist
dabei mit seinem vorderen Längsende 408 an einer Oberseite 416.1 des Skikörpers 402
verankert und in einem Lenkbereich 412.1 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 406
oberhalb des Skikörpers 402 bis zu einem Durchbruch 414.1 geführt, welcher im Skikörper
402 ausgebildet ist. Der Durchbruch 414.1 ist an der Oberseite 416.1 und an einer
Unterseite 416.2 des Skikörpers 402 offen und ist quer zur Längsrichtung mittig am
Skikörper 402 angeordnet. Der Zuggurt 403 tritt aus dem Lenkbereich 412.1 von oben
nach unten durch den Durchbruch 414.1 hindurch, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen
des Durchbruchs 414.1 am Skikörper 402 abgestützt ist. Der Lenkbereich 412.1 ist damit
im Wesentlichen gegen vorne durch eine Längsposition 418 der Verankerung 407.1 und
nach hinten durch eine Längsposition 419 des Durchbruchs 414.1 begrenzt. Der Zuggurt
403 ist dann unterhalb des Skikörpers 402 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 406
zu einem weiteren Durchbruch 414.2 geführt, welcher näher am Skiende 406 an eine Längsposition
420 angeordnet ist. Der Zuggurt 403 ist durch den Durchbruch 414.2 wieder an die Oberseite
416.1 des Skikörpers 402 geführt, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen des Durchbruchs
414.2 am Skikörper 402 abgestützt ist. Der Längenbereich, welcher durch die Längspositionen
419 und 420 der beiden Durchbrüche 414.1 und 4141.2 begrenzt ist, bildet einen Steuerbereich
410.1 des Skis 401. Vom Durchbruch 414.2 ist der Zuggurt 403 an der Oberseite 416.1
des Skis 401 bzw. oberhalb des Skikörpers 402 zu einem Bereich am hinteren Skiende
406 geführt, wo er mit seinem hinteren Längsende 405 über die Verankerung 407.2 an
eine Längsposition 421 am Skikörper 402 verankert ist. Der Längenbereich zwischen
den Längspositionen 420 und 421 bildet somit einen weiteren, zweiten Lenkbereich 412.2
des Skis 401.1. Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörper 402 im Steuerbereich
410 wird der Zuggurt 403 aufgrund der Durchbiegung gespannt, d. h. es wird eine Zugkraft
430 im Zuggurt 403 erzeugt. Die Zugkraft 430 längs des Zuggurts 403 wirkt dann über
die Verankerungsstellen 407.1 und 407.2 als Zugkräfte 431.1 und 431.2 auf die Bereiche
an den Skienden 409 bzw. 406. Aufgrund der mit der Kraftwirkung verbundenen Verschiebung
des Zuggurtes 403 gegenüber dem Skikörper 402 ergibt sich somit durch die Zugkräfte
431.1 und 431.2 ein Aufbiegen bzw. Durchbiegen des Skis 401 in den Lenkbereichen 412.
[0134] Die in Fig. 5c dargestellte Anordnung an einem Ski 401.2 entspricht weitgehend der
in Fig. 5b Dargestellten, wobei der Zuggurt 403 aber vom ersten Durchbruch 414.1 an
der Unterseite 416.2 bis zu einem Bereich am hinteren Skiende 406 geführt und dort
am Skikörper 402 an der Stützstelle 407.2 verankert ist. Damit wird ein Steuerbereich
410.2 von dem Längenbereich des Skis 401.2 gebildet, welcher zwischen der Längsposition
419 des Durchbruchs 414.1 und der Längsposition 421 der Stützstelle 407.1 am hinteren
Skiende 406 liegt. Es ist bei dieser Ausführungsform neben dem Durchbruch 414.1 kein
weiterer Durchbruch im Skikörper 402 vorhanden und der Lenkbereich 412.1 entspricht
dem Lenkbereich des Skis 401.1.
[0135] In der in Fig. 5d dargestellten Anordnung eines Skis 401.3 ist der Zuggurt 403 unterhalb
des Skis 401 von einem Bereich am vorderen Skiende 409 bis zu dem hinteren Durchbruch
414.2 geführt. Der Zuggurt 403 ist an einer Unterseite 416.2 des Skis 401.3 an der
Längsposition 418 über die Stützstelle 407.1 am Skikörper 402 verankert. Der Bereich
zwischen der Längsposition 418 der Stützstelle 407.1 und der Längsposition 420 des
Durchbruchs 414.2 bildet damit einen Steuerbereich 410.3 des Skis 401.3. Dabei sind
keine weiteren Durchbrüche am Skikörper 402 vorhanden. Der Zuggurt 403 ist durch den
Durchbruch 414.2 von der Unterseite 416.2 an die Oberseite 416.1 des Skikörpers geführt
und dort oberhalb des Skikörpers 402 zu einem Bereich des hinteren Skiendes 406, wo
der Zuggurt 403 an der Stützstelle 407.2 am Skikörper 402 verankert ist. Der Längenbereich
zwischen der Längsposition 420 des Durchbruchs 414.2 und der Längsposition 421 der
Stützstelle 407.2 bildet somit einen hinteren Lenkbereich des Skis 401.3 und entspricht
dem Lenkbereich 412.2 des Skis 401.1.
[0136] Figur 6a zeigt eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Skis 501 mit einem Skikörper 502 und einem als Druckstange 503 ausgebildeten Druckgurt
sowie einer Übertragungsvorrichtung 504. Figur 6b zeigt eine entsprechende Seitenansicht
des Skis 501. Der Ski 501 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung vorne liegenden
Bereich 521 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen Skiern
der Fall ist.
[0137] Die Druckstange 503 ist dabei in einem hinteren Bereich 510 des Skis 501 angeordnet.
Die Druckstange 503 ist in Längsrichtung des Skis 501 und mittig bezüglich einer Richtung
quer zur Längsrichtung angeordnet, derart, dass ein hinteres Längsende 505 der Druckstange
503 an einem hinteren Ende 506 des Skikörpers 502 um einen vorgesehenen Verschiebebereich
540 zur Spitze 509 des Skis 501 hin versetzt endet, sodass die Druckstange 503 bei
einer Verschiebung zum hinteren Ende 506 des Skis 501 nicht über dieses hinaus steht.
In einem Bereich am vorderen Längsende 508 ist die Druckstange 503 an einer Stützstelle
507.1 mit dem Skikörper 502 verbunden bzw. an diesem verankert. Über die restliche
Länge der Druckstange 503 ist diese gegenüber dem Skikörper 502 in Längsrichtung verschiebbar
geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt), sodass der Bereich 510 den Steuerbereich
510 bildet. Im Steuerbereich 510 des Skis 501 ist die Druckstange 503 insbesondere
bei einer Durchbiegung des Skis 501 über die Stützstelle 507.1 am Skikörper 502 abgestützt
gegenüber diesem verschiebbar. Bei einer positiven Durchbiegung des Steuerbereichs
510, d. h. beispielsweise wenn das hintere Skiende 506 gegenüber einem mittleren Bereich
des Skis 501 von einer Unterlage abgehoben wird, erfolgt eine Verschiebung des hinteren
Längsendes 505 der Druckstange 503 aus einer Ruhelage 511 gegenüber dem Skikörper
502 in Richtung zu einem hinteren Längsende 506 des Skis 501 hin. Die Ruhelage 511
ist dabei durch die Lage des Längsendes 505 definiert, wenn keine äusseren Belastungen
auf den Ski 501 wirken und befindet sich im Abstand 540 vom hinteren Skiende 506 zu
der Spitze 509 des Skis 501 hin versetzt.
[0138] Die Übertragungsvorrichtung 504 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Länge
des Skis 501. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung
504 im Wesentlichen einen auf Zug belastbaren Hilfsgurt 513, welcher im Steuerbereich
510 unterhalb des Skikörpers 502 bzw. unterhalb einer bezüglich einer Skilängsdurchbiegung
neutralen Faser des Skikörpers 502 angeordnet ist. Der Hilfsgurt 513 weist dabei bevorzugt
eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Es sind aber durchaus
Ausführungen denkbar, bei welchen der Hilfsgurt 513 dynamisch gestaltet ist und eine
Eigenelastizität aufweist.
[0139] Der Hilfsgurt 513 ist in einem vorderen Bereich in zwei vordere Endbereiche 513.1
und 513.2 aufgespaltet. Der Hilfsgurt 513 weist somit zwei vordere Längsenden 517.1
und 517.2 auf, mit welchen er an einer Oberseite 516.1 des Skikörpers 502 verankert
und in einem Lenkbereich 512 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 506 oberhalb des
Skikörpers 502 bis zu im Längenbereich der Stützstelle 507.1 ausgebildeten Durchbrüchen
514.1 und 514.2 im Skikörper 502 geführt. Die Durchbrüche 514.1 und 514.2 sind an
der Oberseite 516.1 und an einer Unterseite 516.2 des Skikörpers 502 offen und sind
quer zur Längsrichtung beiderseitig der Druckstange 503 bzw. der Stützstelle 507.1
am Skikörper 502 angeordnet. Die Durchbrüche 514.1 und 514.2 sind im Skikörper 502
ausgebildet und sind bevorzugt von nicht dargestellten weiteren Schichten des Skis
501 wie z. B. einem Gleitbelag an der Unterseite 516.2 oder einer Verkleidung des
Skis 501 an der Oberseite 516.1 überdeckt. Die Durchbrüche 514.2 und 514.2 gehen bevorzugt
in einen Führungskanal (nicht dargestellt) an der Unterseite 516.2 des Skikörpers
502 über, in welche der Hilfsgurt 513 in Richtung zum hinteren Längsende 506 bzw.
zu einem hinteren Durchbruch 514.3 geführt ist. Die Durchbrüche brauchen allerdings
nicht durch den Skikörper 502 hindurchzutreten. Zur Führung eines Zuggurtes kann auch
einfach ein Führungskanal unterhalb der neutralen Faser im Skikörper ausgebildet sein,
wobei der Führungskanal an seinen Längsenden an der Oberseite des Skikörpers offen
ist, sodass der im Kanal geführte Zuggurt aus dem Kanal hinein- bzw. hervortreten
kann. Dem Fachmann sind hierbei unmittelbar auch weitere Ausführungsmöglichkeiten
klar, wie die Führung des Zuggurtes im Brettkörper auch auf andere Weisen erfolgen
kann, um bei einer Durchbiegung des Skikörpers im Steuerbereich eine Zugkraft im Zuggurt
zu erzeugen.
[0140] Der Hilfsgurt 513 tritt aus dem Lenkbereich 512 von oben nach unten durch die Durchbrüche
514.1 und 514.2 hindurch, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen der Durchbrüche
514.1 und 514.2 am Skikörper 502 abgestützt ist. Der Lenkbereich 512 ist damit im
Wesentlichen gegen vorne durch eine Längsposition 518 der Verankerungen 517.1 und
517.2 und nach hinten durch eine Längsposition 519 der Durchbrüche 514.1 und 514.2
begrenzt.
[0141] Die beiden Endbereiche 513.1 und 513.2 des Hilfsgurts 513 sind unterhalb des Skikörper
502 im Bereich der Durchbrüche 514.1 und 514.2 in einen hinteren Bereich 513.3 des
Hilfsgurts 513 zusammengeführt. Der Hilfsgurt 513 ist von den Durchbrüchen 514.1 und
514.2 unterhalb des Skikörpers 502 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 506 zum weiteren
Durchbruch 514.3 geführt, welcher im Bereich des hinteren Längsendes 505 der Druckstange
503 in einer Längsposition 522 angeordnet ist.
[0142] Der Hilfsgurt 503 ist durch den Durchbruch 514.3 wieder an die Oberseite 516.1 des
Skikörpers 502 geführt, wo er mit einem hinteren Längsende 520 an einer Stützstelle
507.2 fest mit dem hinteren Längsende 505 der Druckstange 503 verbunden ist. Der Längenbereich,
welcher durch die Längspositionen 519 und 511 der Durchbrüche 514.1/514.2 und des
hinteren Längsendes 505 der Druckstange 503 begrenzt ist entspricht somit im Wesentlichen
dem Steuerbereich 510 des Skis 501.
[0143] Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörper 502 im Steuerbereich 510 wird einerseits
das hintere Längsende 505 der Druckstange 503, welche an der Stützstelle 507.1 am
Skikörper 502 abgestützt ist und oberhalb des Skikörpers 502 verschiebbar geführt
ist, aus der Ruhelage 511 nach hinten verschoben. Damit wird gegenüber dem Skikörper
502 eine Druckkraft 530.1 im Druckgurt 503 erzeugt, welche zum hinteren Ende 506 des
Skis 501 gerichtet ist. Im Hilfsgurt 513, welcher an der Stützstelle 507.2 fest am
hinteren Längsende 505 der Druckstange 503 mit dieser verbunden ist, hat die Verschiebung
der Druckstange 503 eine Zugkraft 530.2 zur Folge, welche ebenfalls zum hinteren Ende
506 des Skis 501 gerichtet ist. Die Zugkraft 530.2 ist somit der Druckkraft 530.1,
welche in der Druckstange 503 erzeugt wird, gleichgerichtet. Da der Hilfsgurt 513
im Wesentlichen im gesamten Steuerbereich 510 unterhalb des Skikörpers 502 geführt
ist, wird er durch die Durchbiegung des Skis 501 zusätzlich gespannt, wodurch die
gesamte Zugkraft 530 am Endbereich 513.1 des Hilfsgurts 513 gegenüber der Kraft 530.1
längs des Gurtes 503 vergrössert wird. Die Durchbiegung im Steuerbereich 510 wird
gewissermassen doppelt gefühlt: Einerseits durch die Druckstange 503 oberhalb des
Skikörpers 502 und andererseits durch den auf Zug belastbaren Hilfsgurt 513 unterhalb
des Skikörpers 502.
[0144] Die Zugkraft 530.2 längs des Hilfsgurts 513 wirkt dann über die Verankerungsstellen
517.1 und 517.2 als Zugkräfte 531.1 und 531.2 auf die Position 518 am vorderen Skiende
509. Aufgrund der mit der Kraftwirkung verbundenen Verschiebung des Hilfsgurtes 513
gegenüber dem Skikörper 502 ergibt sich somit durch die Zugkräfte 531.1 und 531.2
ein Aufbiegen bzw. Durchbiegen des Skis 501 im Lenkbereichen 512.
[0145] In einer Abwandlung kann der Hilfsgurt 513 im Lenkbereich 512 durch ein zusätzliches
Stützelement 515 unterstützt sein, um beispielsweise einen Angriffswinkel der Zugkräfte
531 auf die Skienden 509 im der Position 518 zu verbessern (in Fig. 6b gestrichelt
dargestellt). Das Stützelement 515 kann dabei passiv als einfacher Führungsschuh ausgebildet
sein, aber auch als aktives Stützelement wirken, welches (beispielsweise analog dem
Stützelement 115 der Figuren 2a-c) durch eine veränderbare Anordnung gegenüber dem
Ski 501 die Zugkräfte 531 im Hilfsgurt 513 weiter erhöhen und/oder umlenken kann.
[0146] Wie auch die zuvor beschriebenen Ausführungsformen ist die zuletzt beschriebene als
schematisches und illustratives Beispiel anzusehen und kann auf vielfältige Weise
abgeändert werden, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Insbesondere kann der
Hilfsgurt beispielsweise als ein einfacher Zuggurt mit nur zwei Längsenden, je einem
am vorderen und am hinteren Längsende des Skis, ausgebildet sein. Es ist in diesem
Fall beispielsweise denkbar, dass die Druckstange im Bereich eines einzelnen vorderen
Durchbruchs im Skikörper ein in Längsrichtung ausgebildetes Langloch aufweist, durch
welches der mittig am Ski geführte Hilfsgurt hindurch tritt, nachdem er aus dem Durchbruch
am Skikörper von der Unterseite an die Oberseite des Skikörpers geführt ist. Somit
kann beispielsweise bei einem über die gesamte Länge des Skis zentral geführten Hilfsgurt
erreicht werden, dass der Hilfsgurt im Bereich der zentralen Druckstange aus dem Skikörper
hervortreten kann und die Druckstange dennoch verschiebbar bleibt. In anderen Ausführungen
können aber auch beispielsweise zwei oder mehrere Druckstangen und nur ein zentraler
Hilfsgurt vorhanden sein, wobei die Druckstangen in diesem Fall z. B. bezüglich der
Längsachse des Skis beiderseits des Hilfsgurts angeordnet sein können. Es versteht
sich, dass unabhängig von der Anzahl Druckstangen auch mehrere Hilfsgurte vorhanden
sein können und bei Bedarf auch die Druckstange bzw. Druckstangen in einem Endbereich
beispielsweise in jeweils zwei Längsenden übergehen kann bzw. können (analog dem Hilfsgurt
513 der Fig. 6a-b).
[0147] Figur 7a zeigt eine Draufsicht auf eine weitere exemplarische Ausführungsform eines
erfindungsgemässen Skis 601 mit einem Skikörper 602 und einem als Druckstange 603
ausgebildeten Druckgurt sowie einer Übertragungsvorrichtung 604. Figur 7b zeigt eine
entsprechende Seitenansicht des Skis 601. Der Ski 601 ist in einem in einer vorgesehenen
Fahrtrichtung vorne liegenden Bereich 621 im Ruhezustand von einer Fahrunterlage aufgebogen,
wie es auch bei herkömmlichen Skiern der Fall ist.
[0148] Ein Lenkbereich 612 des Skis 601 erstreckt sich dabei ausgehend von einer vorderen
Begrenzung 618 im Bereich der Skispitze 609 in Richtung zum hinteren Skiende 606 über
den aufgebogenen Bereich 621 hinaus. In Richtung zum hinteren Skiende 606 ist der
Lenkbereich 612 an einer Längsposition 619 eines Durchtritts 614.1 für einen Hilfsgurt
613 im Skikörper 602 begrenzt.
[0149] Die Druckstange 603 ist in einem hinteren Bereich 610 des Skis 601 angeordnet. Die
Druckstange 603 erstreckt sich von einer Längsposition 615 in einem Bereich hinter
der hinteren Längsbegrenzung 619 des Lenkbereichs 612 im Wesentlichen bis zum hinteren
Skiende 606. Die Druckstange 603 ist in Längsrichtung des Skis 601 derart angeordnet,
dass ein hinteres Längsende 605 der Druckstange 603 am hinteren Ende 606 des Skikörpers
602 um einen vorgesehenen Verschiebebereich 640 zur Spitze 609 des Skis 601 hin versetzt
endet, sodass die Druckstange 603 bei einer Verschiebung zum hinteren Ende 606 des
Skis 601 nicht über dieses hinaus ragt. An der Längsposition 615 ist die Druckstange
603 in einem Endbereich an einem vorderen Längsende 608 über eine Stützstelle 607.1
am Skikörper 602 verankert. Die Druckstange 603 ist von einer Mittelachse J des Skikörpers
602 quer zur Mittelachse J parallel versetzt angeordnet. Die Druckstange 603 ist in
einer innen liegenden Hälfte 623 des Skis 601 angeordnet, wobei mit "innen liegend"
ein Bereich bezeichnet wird, welcher bei einer Benutzung des Skis 601 bzw. eines Skipaares
dem weiteren Ski zugewandt ist.
[0150] Über die Länge der Druckstange 603 ist diese gegenüber dem Skikörper 602 in Längsrichtung
verschiebbar geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt), sodass der Längenbereich
610 den Steuerbereich 610 bildet. Im Steuerbereich 610 des Skis 601 ist die Druckstange
603 insbesondere bei einer Durchbiegung des Skis 601 über die Stützstelle 607.1 am
Skikörper 602 abgestützt gegenüber diesem verschiebbar. Bei einer positiven Durchbiegung
des Steuerbereichs 610 erfolgt eine Verschiebung des hinteren Längsendes 605 der Druckstange
603 aus einer Ruhelage 611 gegenüber dem Skikörper 602 in Richtung zu einem hinteren
Längsende 606 des Skis 601 hin. Die Ruhelage 611 ist dabei durch die Lage des Längsendes
605 definiert, wenn keine äusseren Belastungen auf den Ski 601 wirken und befindet
sich im Abstand 640 vom hinteren Skiende 606 zu der Spitze 609 des Skis 601 hin versetzt.
[0151] Die Übertragungsvorrichtung 604 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Länge
des Skis 601. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung
604 im Wesentlichen einen auf Zug belastbaren Hilfsgurt 613, welcher im Steuerbereich
610 unterhalb des Skikörpers 602 bzw. unterhalb einer bezüglich einer Skilängsdurchbiegung
neutralen Faser des Skikörpers 602 angeordnet ist. Der Hilfsgurt 613 weist dabei bevorzugt
eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf.
[0152] Der Hilfsgurt 613 ist in einem vorderen Endbereiche 613.1 im Lenkbereich 612 in Längsrichtung,
d. h. im Wesentlichen parallel zur Mittelachse J oberhalb des Skikörpers 602 geführt.
Ein vorderes Längsende 617 des Hilfsgurts 613 ist an der vorderen Begrenzung 618 des
Lenkbereichs 612 einer Oberseite 616.1 des Skikörpers 602 verankert. Der Hilfsgurt
613 tritt durch den Durchtritt 614.1 am hinteren Längsende des Lenkbereichs 612 hindurch
an die Unterseite des Skikörpers 616.2. Der Durchbruch 614.1 ist an der Oberseite
616.1 und an einer Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 offen und ist in Längsrichtung
vor der Druckstange 603 am Skikörper 602 ausgebildet. Der Durchbruch 614.1 ist im
Skikörper 602 ausgebildet und ist wie auch in den oben beschriebenen Beispielen bevorzugt
von nicht dargestellten weiteren Schichten des Skis 601 wie z. B. einem Gleitbelag
an der Unterseite 616.2 oder einer Verkleidung des Skis 601 an der Oberseite 616.1
überdeckt. Der Durchbruch 614.1 geht bevorzugt in einen Führungskanal (nicht dargestellt)
an der Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 über, in welchem der Hilfsgurt 613 in Richtung
zum hinteren Längsende 606 bzw. zu einem weiteren, hinteren Durchbruch 614.2 geführt
ist. Der hintere Durchbruch 614.2 ist im Bereich des hinteren Längsendes 605 der Druckstange
603 in einer Längsposition 622 angeordnet ist.
[0153] Der Hilfsgurt 603 ist durch den Durchbruch 614.2 wieder an die Oberseite 616.1 des
Skikörpers 602 geführt, wo er mit einem hinteren Längsende 620 an einer Stützstelle
607.2 fest am hinteren Längsende 605 mit der Druckstange 603 verbunden ist. Der Längenbereich,
welcher durch die Längspositionen 615 und 611 der Stützstelle 607.1 bzw. des hinteren
Längsendes der Druckstange 603 begrenzt ist, entspricht im Wesentlichen dem Steuerbereich
610 des Skis 601.
[0154] Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörpers 602 im Steuerbereich 610 wird das
hintere Längsende 605 der Druckstange 603 abgestützt an der Stützstelle 607.1 aus
der Ruhelage 611 nach hinten verschoben. Damit wird gegenüber dem Skikörper 602 eine
Druckkraft 630.1 im Druckgurt 603 erzeugt, welche zum hinteren Ende 606 des Skis 601
gerichtet ist.
[0155] Im Hilfsgurt 613, welcher an der Stützstelle 607.2 fest am hinteren Längsende 605
der Druckstange 603 mit dieser verbunden ist, hat die Verschiebung der Druckstange
603 eine Zugkraft 630.2 zur Folge, welche ebenfalls zum hinteren Ende 606 des Skis
601 gerichtet ist. Die Zugkraft 630.2 ist somit der Druckkraft 630.1, welche in der
Druckstange 603 erzeugt wird, gleichgerichtet. Da der Hilfsgurt 613 im Wesentlichen
im gesamten Steuerbereich 610 unterhalb des Skikörpers 602 geführt ist, wird er durch
die Durchbiegung des Skis 601 zusätzlich gespannt, wodurch die gesamte Zugkraft 630
am Endbereich 613.1 des Hilfsgurts 613 gegenüber der Kraft 630.1 längs des Gurtes
603 vergrössert wird. Die Durchbiegung im Steuerbereich 610 wird gewissermassen doppelt
gefühlt: Einerseits durch die Verschiebung der Druckstange 603 oberhalb des Skikörpers
602 (Gurt) und andererseits durch die Dehnung des auf Zug belastbaren Hilfsgurts 613
unterhalb des Skikörpers 602 (Übertragungsvorrichtung). Die Gesamtkraft 630 setzt
sich somit durch die Druckkraft 630.1 der Druckstange 603 sowie der im Hilfsgurt zusätzlich
erzeugten Kraft aufgrund einer Dehnung zusammen.
[0156] In der vorliegend beschriebenen Ausführungsform ist der Ski 601 vom vorderen Skiende
609 bis zum hinteren Ende 619 des Lenkbereichs 612 längs der Mittelachse in zwei Abschnitte
625.1 und 625.2 unterteilt. Der Abschnitt 625.1 ist dabei in der innen liegenden Hälfte
623 des Skikörpers 602 angeordnet, während der Abschnitt 625.2 in einer aussen liegenden
Skihälfte 624 ausgebildet ist. "Aussen liegend" bezieht sich hierbei ebenfalls auf
die Anordnung zweier Skis bei der Benutzung durch einen Skiläufer. Die beiden Abschnitte
625.1 und 625.2 sind dabei von einem Schlitz 627 unterteilt, wobei sich der Schlitz
627 längs der Mittelachse zur Längsposition 619 erstreckt. Der Schlitz 627 kann dabei
eine gewisse Breite aufweisen, sodass die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2 quer zur
Längsrichtung J voneinander beabstandet sind. Die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2
können aber auch im Wesentlichen direkt aneinander stossen, d. h. eine Breite des
Schlitzes 627 verschwindet im Wesentlichen.
[0157] Mit dem Schlitz 627 bzw. mit der Unterteilung des Lenkbereichs in die beiden Abschnitte
625.1 und 625.2 wird erreicht, dass der Skikörper 602 im Lenkbereich 612 in Abhängigkeit
einer Position quer zu Längsachse J unterschiedlich durchgebogen werden kann. Insbesondere
können die Abschnitte 625.1 und 625.2 weitgehend unabhängig voneinander aufgebogen
werden. Je nachdem mit welchem Betrag oder Richtung eine von einem Gurt oder der Übertragungsvorrichtung
604 übertragene Zugkraft auf den jeweiligen Abschnitt 625.1 oder 625.2 wirkt, kann
eine entsprechende Durchbiegung im jeweiligen Abschnitt 625.1 oder 625.2 erreicht
werden. Insbesondere kann eine Durchbiegung den Bedürfnissen bzw. Anforderungen angepasst
werden.
[0158] In der dargestellten Ausführungsform wirkt die gesamte Zugkraft 630 des Hilfsgurts
613 über die Verankerungsstelle 617 als Zugkraft 631 an der Position 618 auf den Abschnitt
625.1 des Lenkbereichs 612. Die Zugkräfte 630 und 631 entsprechen einander betragsmässig
dabei weitgehend (abgesehen von Reibungsverlusten o.ä.). Aufgrund der mit der Kraftwirkung
verbundenen Verschiebung des Hilfsgurtes 613 gegenüber dem Skikörper 602 ergibt sich
somit durch die Zugkräfte 631 ein Auf- bzw. Durchbiegen des Skikörpers 602 im Abschnitt
625.1. Der durch den Schlitz 627 weitgehend bezüglich einer Längskopplung vom Abschnitt
625.1 entkoppelte Abschnitt 625.2 erfährt keine Zugkraft, welche eine Durchbiegung
bewirken könnte. Der Abschnitt 625.2 bleibt daher weitgehend in seiner Ruhelage. Figur
7b zeigt den Ski 601 mit auf- bzw. durchgebogenem Abschnitt 625.1 und Abschnitt 625.2,
welcher sich in der Ruhelage befindet.
[0159] Das Einlenken des Skis 601 in eine Kurvenfahrt ergibt aufgrund einer Längsdurchbiegung
im Steuerbereich 610 somit ein Aufbiegen des Lenkbereichs 612 in einem innen liegenden
Abschnitt 625.1. Aufgrund der Zweiteilung des Lenkbereichs 612 in einen innen- und
einen aussen liegenden Abschnitt 625.1 bzw. 625.2 ergeben sich bei einer Kurvenfahrt
längs einer inneren Kante 635 an der Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 im Lenkbereich
zwei wirkende Kanten: Zum einen die innere Kante des Skikörpers 602 und zum anderen
eine aufgrund des Schlitzes 627 sich ergebende innere Kante 636 des äusseren Abschnitts
625.2. Bei einer Durchbiegung des innen liegenden Abschnitts 625.1 ergibt sich somit
an der inneren Kante 635 des Skikörpers 602 im Lenkbereich 612 ein kleinerer Kantenradius,
während sich an der inneren Kante 636 des äusseren Abschnitts 625.2 keine zusätzliche
dynamische Krümmung zusätzlich zur statischen Krümmung des aufgebogenen Bereichs 621
ergibt. Wie sich gezeigt hat kann damit das Einlenken des Skis 601 in eine Kurvenfahrt
wesentlich verbessert werden. Zudem ist mit Vorteil über das Gurtsystem bzw. die Übertragungsvorrichtung
604 für das Durchbiegen des Abschnitts 625.1 nur eine deutlich geringere Kraft aufzuwenden,
als wenn der Ski 601 im Lenkbereich 612 über die gesamte Breite durchgebogen werden
müsste. Dem Fachmann ist hierbei unmittelbar klar, dass eine Unterteilung des Lenkbereichs
612 in mehrere Abschnitte im Grundsatz bei sämtlichen Ausführungsformen denkbar ist
und je nach Anforderung eine vorteilhafte Ausführungsform bilden kann.
[0160] Im Gegensatz zu anderen dargestellten Ausführungsformen ist die Druckstange 603 der
Fig. 7a und 7b nicht symmetrisch am Ski angeordnet. Die asymmetrische Anordnung ist
aber kein Erfordernis für die vorliegend beschriebene Ausführungsform mit in Abschnitte
625.1 und 625.2 unterteiltem Lenkbereich 612. Vielmehr kann die Druckstange 603 wie
auch in zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen am Skikörper 602 angeordnet sein.
Die vorliegende spezielle Ausführung dient hierbei als illustratives Beispiel für
eine weitere Möglichkeit der Anordnung einer Druckstange an einem erfindungsgemässen
Ski. Insbesondere kann mit der erfindungsgemässen Übertragungsvorrichtung die Zugkraft
auf den Lenkbereich ebenfalls bei Ausführungen mit beispielsweise mittig angeordneter
oder mehreren Druckstangen asymmetrisch auf unterschiedliche Abschnitte des Lenkbereichs
übertragen werden. Die Zugkraft kann aber auch im Sinne z.B. der Fig. 1 a und/oder
6a symmetrisch auf einen gespaltenen Lenkbereich gemäss der Fig. 7a übertragen werden.
[0161] Figur 8a zeigt eine Funktionsskizze, welche ausschnittsweise einen Lenkbereich 712
mit Umlenkvorrichtung 704 eines Skikörper 702 eines Skis 701 in einer Ruhestellung
722 ohne äussere Belastungen zeigt (durchgezogen) und in einer Stellung 723, in welcher
der Skikörper 702 im Lenkbereich 712 aufgrund einer Zugkraft 731 durchgebogen ist,
welche aus einer Kraft 730 längs eines Zuggurtes 703 resultiert. Zur Erzeugung der
Zugkraft 730 im Zuggurt 703 sei auf vorangehend beschriebene und dargestellte Beispiele
und Ausführungsformen verwiesen. Der Zuggurt 703 kann hierbei im Sinne eines Hilfsgurts
zur Übertragungsvorrichtung 704 gehören oder aber auch direkt den erfindungsgemäss
am Ski ausgebildeten Gurt zur Erzeugung der Kraftwirkung sein.
[0162] Die Übertragungsvorrichtung 704 umfasst in der Darstellung der Fig. 8a ein Hebelelement
715, welches unter einem rechten Winkel δ fest mit dem Skikörper 702 verbunden ist.
Das Hebelelement 715 ist schematisch als längliches Teil mit eine ersten 715.1 und
einem zweiten Längsende 715.2 ausgebildet, wobei das Hebelelement 715 mit dem eine
Basis 735 des Hebelelements 715 bildenden ersten Längsende 715.1 im Lenkbereich 712
am Skikörper 702 verankert ist. In einem Abstand 736 von der Basis 735 greift ein
vorderer Endbereich 703.1 des Zuggurts 703 an, sodass sich aufgrund der Zugkraft 731
bezüglich der Basis 735 ein Drehmoment auf das Hebelelement 715 und damit auch auf
den fest mit dem Hebelelement 715 verbundenen Skikörper 702 im Lenkbereich 712 ergibt.
[0163] Aufgrund einer vorgesehenen Flexibilität des Skikörpers 702 zumindest im Lenkbereich
712 erfährt der Skikörper 702 infolge des Drehmoments eine Durchbiegung, sodass der
Skikörper 702 von der Ruhestellung in die aufgebogene Stellung 723 gebracht wird.
Die momentane Drehachse, bezüglich welcher das Drehmoment wirkt, ist dabei einerseits
nicht ortsfest bezüglich des Skikörpers 702 und andererseits auch nicht auf einfache
Art definierbar, da die Durchbiegung nicht um eine feste Achse erfolgt sondern eine
flexible Durchbiegung des Skikörpers 702 umfasst. Das auf das Hebelelement 715 wirkende
Drehmoment wirkt daher nicht für jeden Durchbiegungszustand bezüglich der Basis 735
sondern streng genommen nur im ersten Moment der Kraftwirkung 731, solange noch keine
Durchbiegung erfolgt ist.
[0164] Während die Ausführung der Fig. 8a eine Prinzipskizze zeigt, ist in der Fig. 8b eine
konkretere Umsetzung eines Hebelelements 815 einer Übertragungsvorrichtung 804 an
einem erfindungsgemässen Ski 801 dargestellt. Das Hebelelement 815 ist weitgehend
L-förmig ausgebildet, wobei ein kürzerer Arm 815.1 der L-Form eine Basis 835 des Hebelelements
815 bildet. Der längere Arm 815.2 ist weitgehend parallel zu einer Oberseite 816.1
eines Skikörpers 802 des Skis 801 und in dessen Längsrichtung angeordnet, wobei der
längere Arm 815.2 sich von der Basis 835 zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt)
hin erstreckt. Das Hebelelement 815 ist an der Basis 835 fest in einem Lenkbereich
812 mit dem Skikörper 802 verbunden, wobei der längere Arm 815.2 in einem Abstand
837 von einer Oberseite 816.1 des Skikörpers 802 angeordnet ist und ein hinteres,
freies Ende 836 aufweist.
[0165] Der Ski 801 weist dabei einen an einer Stützstelle 807 am Skikörper 802 abgestützten
Druckgurt 803 auf, welcher an einer Oberseite 816.1 des Skikörpers 802 angeordnet
ist. An einem nicht dargestellten hinteren Längsende des Druckgurtes 803 ist der Druckgurt
803 mit dem Hilfsgurt 813 verbunden. Das System Gurt 803 / Hilfsgurt 813 sowie deren
Zusammenwirken entspricht dabei weitgehend den in den Fig. 6a und 6b sowie 7a und
7b dargestellten Gurtsystemen.
[0166] Ein als Zuggurt ausgebildeter Hilfsgurt 813 der Übertragungsvorrichtung 804 greift
dabei im Bereich des freien Endes 836 am Hebelelement 815 an und ist in weitgehend
senkrechter Richtung zum Skikörper 802 zu einem Durchtritt 814 im Skikörper 802 und
durch diesen hindurch an eine Unterseite 816.2 des Skikörpers 802 geführt. Der Hilfsgurt
813 ist dabei derart geführt, dass eine Kraft 830 längs des Hilfsgurtes 813 in eine
Kraft 831 auf das freie Ende 836 des Hebelelements 815 derart übertragen wird, dass
die Kraft 831 zum Skikörper 802 hin gerichtet ist und das freie Ende 836 des Hebelements
815 zum Skikörper 802 hin gezogen wird.
[0167] Eine Länge 838 des längeren Arms 815.2 bestimmt dabei im Wesentlichen den wirkenden
Hebelarm für ein Drehmoment, welches aufgrund der auf das Hebelelement 815 wirkenden
Zugkraft 831 bezüglich der Basis 835 auf das Hebelelement 815 wirkt. Da das Hebelelement
815 fest am Skikörper 802 befestigt ist, überträgt sich das so erzeugte Drehmoment
auf den Skikörper 802 und hat somit eine Durchbiegung des Skikörpers 802 aus einer
Ruhelage 822 (durchgezogene Linie) in eine aufgebogene Stellung 823 (gestrichelt)
zur Folge.
[0168] Die L-förmige Ausbildung des Hebelelements 815 erlaubt somit, einen vergleichsweise
langen Hebelarm (Länge 838) derart am Ski 801 vorzusehen, dass sich eine nur geringe
Bauhöhe ergibt (Abstand 837 plus eine Dicke des längeren Arms 815.2). Insgesamt kann
somit ein Hebelelement 835 der Übertragungsvorrichtung 804 mit grosser Hebelwirkung
geschaffen werden, welches besonders gut für einen Ski 801 geeignet ist, da die so
erreichte geringe Bauhöhe eine Ausgestaltung der Übertragungsvorrichtung 804 erlaubt,
welche sich nur geringfügig über die Oberfläche 816.1 des Skikörpers 802 erhebt.
[0169] Die Ausbildung einer Übertragungsvorrichtung mit L-förmigen Hebelelement kann daher
auch für weitere, z. B. wie verschiedene der weiter oben beschriebenen Ausführungsformen
der Erfindung eine bevorzugte Variante darstellen.
[0170] Der Lenkbereich eines erfindungsgemässen Skis kann deutlich länger, als der aufgebogene
Abschnitt sein, wie er von herkömmlichen Skis bekannt ist. Ebenso können sich im Fall
eines in weitgehend unabhängige Abschnitte aufgeteilten Lenkbereichs, z. B. mit einem
Schlitz wie in Fig. 7a und 7b, die Abschnitte beliebig weit zum hinteren Skiende erstrecken.
"Beliebig weit nach hinten" versteht sich hier im Rahmen einer noch sinnvollen Ausführung
der Erfindung, sodass eine Durchbiegung des Lenkbereichs überhaupt möglich ist. Der
Lenkbereich kann grundsätzlich aber auch kürzer als der aufgebogene Bereich sein.
[0171] Ebenso ist festzuhalten, dass die dargestellten und beschriebenen Anordnungen je
nach Anforderung an den Ski weitgehend beliebig miteinander kombiniert werden können.
Es sind z. B. Ausführungen denkbar, bei welchen 2, 3 oder mehr Zuggurte am Ski angeordnet
sind. Insbesondere kann z. B. eine Anordnung gemäss Fig. 5c mit zentraler, d. h. bezüglich
einer Richtung quer zur Längsrichtung des Skis mittigen Anordnung mit zwei seitlich
symmetrisch aussen liegenden Anordnungen einer andere Zuggurtführung kombiniert werden.
Es sind aber auch andere Kombinationen von Zuggurten denkbar, welche vorteilhafte
Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Skis bilden können. Ebenso kann eine oder
mehrerer Übertragungsvorrichtungen zur Übertragung der Zugkraft auf den Lenkbereich
vorgesehen sein, welche mit einem oder mehreren Gurten zusammenwirken, wobei die Gurte
Zug- oder Druckgurte oder eine Kombination der beiden sein können.
[0172] Bei einer weiteren Ausführung der Erfindung mit einem auf Zug belastbaren Zuggurt
ist auch eine Unterstützung des Zuggurtes im Lenkbereich durch ein Stützelement denkbar.
Das Stützelement ist dann z. B. in einem oder in allen Lenkbereichen des Skis zwischen
einer Oberfläche des Skikörpers und dem Zuggurt angeordnet, derart dass der Zuggurt
am Stützelement gegen den Skikörper abgestützt ist. Damit wird einerseits erreicht,
dass der Angriffswinkel der Zugkraft an der Verankerung des Zuggurtes am Skikörper
verändert werden kann, z. B. so dass die Zugkraft unter einem grösseren Winkel am
Skikörper angreift. Zusätzlich kann mit einem derartigen Stützelement aber auch eine
Vorspannung im Zuggurt erzeugt bzw. eingestellt werden. Ist das Stützelement z. B.
höhenverstellbar, so kann bei einer Zunahme der Höhe des Stützelements die Spannung
im Zuggurt verstärkt werden. Ebenso kann eine Erhöhung der Spannung erreicht werden,
wenn ein Stützelement mit gleich bleibender Höhe in Längsrichtung zum jeweiligen,
am Lenkbereich angrenzenden Durchbruch hin verschoben wird. Durch die Verschiebung
wird der Zuggurt angehoben und die Spannung im Gurt verstärkt. Ist ein Stützelement
vorhanden, so kann es durch den Skiläufer z. B. veränderbar bzw. einstellbar sein,
um z. B. vor der Fahrt skiläufer- und/oder disziplinspezifische Voreinstellungen vorzunehmen.
Es ist aber auch möglich, die Einstellbarkeit der Vorspannung im Zuggurt ohne Stützelement
auf andere Weise zu erreichen, z. B. durch eine einstellbare Verkürzung bzw. Verlängerung
des Zuggurts oder durch weitere bekannte Massnahmen zur Erzeugung einer statischen
Spannung in einem Gurt. Grundsätzlich kann dabei der Zuggurt ein Band, Seil oder jedes
andere auf Zug belastbare Element umfassen.
[0173] Sämtliche beschriebenen Ausführungsformen sind als illustrative Beispiele für Ausführungen
der Erfindung zu verstehen und können erweitert oder abgewandelt werden. Hierbei ist
insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Darstellungen der Figuren nur dazu dienen,
eine Vorstellung des Funktionsprinzips erfindungsgemässer Skis zu geben, und keine
detaillierte Ausführungsform beschreiben.
[0174] Eine mögliche Abwandlung der dargestellten Ausführungsformen betrifft die Hilfsgurte
bzw. den Zuggurt, welche nicht notwendigerweise frei schwebend geführt sein müssen,
wie es in den Figuren dargestellt ist. Es ist ohne weiteres denkbar, die Gurte auch
im Lenkbereich z. B. in einer Ummantelung oder am Skikörper zu führen, sofern dies
ohne Einschränkung der Funktionalität der Erfindung möglich ist. Insbesondere ist
darauf hinzuweisen, dass bei einer Anordnung z. B. eines Gurts oberhalb bzw. unterhalb
eines Skikörpers auch eine teilweise Anordnung des Gurtes im Skikörper eingeschlossen
ist. Insbesondere ist bei allen Ausführungen denkbar, dass Gurte sowie Übertragungsvorrichtungen
und weitere Konstruktionselemente unter einer äusseren Hülle des Skis angeordnet sind,
sodass die Elemente von aussen nicht erkennbar sind.
[0175] Weiter ist ein Aufbau des Skikörpers weitgehend ohne Einschränkungen frei wählbar.
Insbesondere kann der Skikörper herkömmliche, weitgehend statische Systeme aus Ober-und
Zuggurt umfassen, wie sie aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt sind. Der
Skikörper kann auch z. B. einen Schichtaufbau mit oder ohne Kern aufweisen, kann aber
grundsätzlich auch einstückig ausgebildet sein. Zur Verwendung bei einem erfindungsgemässen
Ski sind der Ausführung des Skikörpers im Wesentlichen keine Grenzen gesetzt.
[0176] Grundsätzlich ist bei allen Ausführungsformen denkbar, dass zur verbesserten Wirkung
z. B. auf den Lenkbereich die Zugkraft oder aber auch andere auftretende Kräfte durch
weitere Konstruktionselemente geleitet bzw. abgestützt, übertragen und/oder umgelenkt
werden. Insbesondere kann die Zugkraft auf den vorderen Lenkbereich je nach Anforderung
oder zur Optimierung durch zusätzliche Elemente umgelenkt werden.
[0177] Bei einer Ausführung des Skis mit einer Wippe ist denkbar, dass zwei Wippen vorgesehen
sind, wobei dann auch ein weiterer Druckgurt und ein weiterer Hilfsgurt am Ski vorhanden
sind. Die in Fig. 3 dargestellte Wippe kann dann durch eine weitere Wippe ergänzt
sein, sodass jeweils ein Druckgurt und jeweils ein Hilfsgurt an jeweils einer Wippe
angreifen. Der weitere Druckgurt und der weitere Hilfsgurte sind dabei symmetrisch
am Ski angeordnet, z. B. spiegelbildlich zu der in Fig. 3 dargestellten Anordnung
der ersten Gurte. Insbesondere ist bei einer Ausführung mit gleich langen Wippen-Armen
denkbar, dass die beiden Wippen scherenartig am gleichen Gelenk gelagert sind.
[0178] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein Schneegleitbrett,
insbesondere ein Ski, bereitgestellt wird, welcher die Möglichkeit bietet, das Durchbiegungsverhalten
dynamisch den Belastungen anzupassen. Insbesondere kann ein Lenkbereich des Schneegleitbretts
in Abhängigkeit einer Durchbiegung in einem Steuerbereich durchgebogen bzw. eingelenkt
werden, wobei eine Übertragungsvorrichtung eine Kraft längs eines Gurtes des Skis
den Erfordernissen entsprechend auf einen Lenkbereich des Skis überträgt.