(19)
(11) EP 2 121 149 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.05.2012  Patentblatt  2012/21

(21) Anmeldenummer: 08706399.6

(22) Anmeldetag:  12.03.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A63C 5/052(2006.01)
A63C 5/07(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH2008/000102
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2008/110028 (18.09.2008 Gazette  2008/38)

(54)

SCHNEEGLEITBRETT MIT KRAFTUEBERTRAGUNGSVORRICHTUNG

SNOW-SKI BOARD WITH A FORCE TRANSFER DEVICE

Planche pour glisser sur la neige comprenant un dispositif de transfert de force


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 14.03.2007 CH 409072007
27.12.2007 CH 20112007

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
25.11.2009  Patentblatt  2009/48

(73) Patentinhaber: Sepp Bürcher Sport AG
3987 Riederalp (CH)

(72) Erfinder:
  • BÜRCHER, Sepp
    CH-3987 Riederalp (CH)

(74) Vertreter: Rüfenacht, Philipp Michael et al
Keller & Partner Patentanwälte AG Schmiedenplatz 5 Postfach
3000 Bern 7
3000 Bern 7 (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-03/039686
FR-A- 927 897
FR-A1- 2 719 782
US-A- 2 918 293
DE-C1- 4 240 342
FR-A- 1 304 880
FR-A1- 2 779 658
US-A1- 2004 026 893
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Technisches Gebiet



    [0001] Die Erfindung betrifft ein Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, mit einem Brettkörper und einem Gurt, welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper abgestützt und/oder verankert ist, wobei der Gurt in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett gekoppelt ist, derart, dass eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Gurtes derart auf einen Lenkbereich an einem Längsende des Schneegleitbretts wirkt, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen wird.

    Stand der Technik



    [0002] Modernen Schneegleitbrettern wie z. B. Carving-Skis liegt die Idee zugrunde, mit einer starken Taillierung in einem mittleren Bereich des Skis eine verbesserte Kurvenfahrt des Skis zu erreichen. Hierzu muss der Carving-Ski derart durchgebogen werden, dass bei einem Kippen um eine Längsachse des Skis die taillierte Kante im Wesentlichen über ihre gesamte Länge auf der Fahrunterlage aufliegt. Damit kann eine Kurve idealerweise längs der Kanten gefahren werden, ohne dass der Ski abrutscht, das heisst quer zur Kantenlängsrichtung gegenüber einer Fahrunterlage bewegt wird. Die erforderliche Durchbiegung bei einer Belastung im mittleren Skibereich (Gewicht des Skiläufers, Fliehkraft) wird bei herkömmlichen Carving-Skis durch den Schneewiderstand an den Skiendbereichen erreicht. Hierbei kommt einerseits der Stauwiderstand des Schnees, auf welchem der Ski auffährt, als auch der Verdrängungswiderstand des Schnees, welcher zur Seite gedrückt werden muss, zum Tragen. Damit wirkt auf die Skienden im Vergleich zu einem mittleren Bereich des Skis eine grössere Kraft, um die gewünschte Durchbiegung zu erreichen. Aufgrund der erhöhten Belastung kann es in den Endbereichen der Skiauflage z. B. zu einem unerwünschten Abgleiten, einem Übersteuern oder einem "Einfressen" bzw. Bremsen kommen, wodurch die Kurvenfahrt längs der Kanten ("carven") gehemmt ist. Insbesondere bei Wettkampffahrten wie z. B. bei Slalomskirennen geht durch den so erhöhten Gleitwiderstand sowie durch das "Einfressen" wertvolle Zeit verloren.

    [0003] Aus dem Stand der Technik sind Skis bekannt, welche eine Ober- und Untergurtkonstruktion aufweisen. Derartige Sandwich-Bauweisen haben bekanntlich zum Ziel, eine über die Länge des Skis flache bzw. gleichmässige Druckverteilung bei einer zentralen Belastung in einem für die Bindung vorgesehenen Bereich des Skis zu erreichen. Mit der gängigen Sandwich-Konstruktion wird die flache Druckverteilung aber nur bei statischer Belastung oder bestenfalls bei einer Geradeausfahrt erreicht. Sobald eine Kurvenfahrt eingeleitet wird, werden die Skiendbereiche stärker belastet, um eine Durchbiegung des Skis zu erreichen, welche aufgrund einer Taillierung des Skis für einen Kantenkontakt im mittleren Längenbereich mit der Fahrunterlage erforderlich ist. Die Belastungsschwerpunkte zwischen Ski und Fahrunterlage liegen dann an den Skiendbereichen, d. h. die Druckverteilung längs des Skis bzw. der Kanten ist nicht mehr gleichmässig bzw. flach.

    [0004] Bei verschiedenen bekannten Alpinskiern wird darüber hinaus versucht, den Druck auf die Skienden zu erhöhen. Die US 2004/0046362 (Rossignol) beispielsweise versucht, den Druck auf Skiendbereiche zu verstärken, indem eine Belastung einer auf einer vom Skikörper beabstandeten Platte montierten Skibindung über steife Elemente, z. B. Druckstangen, auf die Endbereich des Skis verteilt wird, um dort den Auflagedruck zu erhöhen.

    [0005] Die DE 199 17 992 A1 (Emig et al.) beschreibt einen Alpinski, bei welchem der Traganteil der Skienden durch ein Gurtsystem bei Belastung eines Zentralbereichs des Skis erhöht wird. Das Gurtsystem des Skis umfasst dabei im Wesentlichen einen gewellten, insbesondere im Bindungsbereich nach oben gewölbten Obergurt und einen endseitig mit dem Obergurt verbundenen Untergurt, wobei sich der Untergurt und der Obergurt mehrmals überkreuzen.

    [0006] Die bei diesen bekannten Ausführungen verstärkte Belastung der Skiendbereiche hat den Nachteil, dass sich die Endbereiche aufgrund der grösseren Belastung tiefer in den Schnee graben bzw. "einfressen", wodurch sich ein vergrösserter Gleitwiderstand ergibt. Insbesondere das vordere Skiende bzw. die Skispitze erfährt einen grossen Stauwiderstand durch den zu verdrängenden Schnee und verlangsamt die Fahrt.

    [0007] Einen neuen Lösungsansatz verfolgt die FR 2779658 (Salomon SA). Diese sieht einen in einem Schneegleitbrett angeordneten Zuggurt vor, welcher in Längsrichtung des Schneegleitbretts angeordnet verschiebbar in diesem geführt ist. Der Gurt ist an seinen Endbereichen am Schneegleitbrett fixiert, wobei das eine Ende oberhalb einer neutralen Faser und der andere Endbereich unterhalb der neutralen Faser am Schneegleitbrett befestigt ist. Erfolgt nun eine positive Längsdurchbiegung des Schneegleitbretts im Bereich des Gurtes, in welchem er unterhalb der neutralen Faser geführt ist, so ergibt sich eine Zugkraft längs des Gurtes, welche an der Befestigung des Gurtes oberhalb der neutralen Faser das Schneegleitbrett anhebt bzw. durchbiegt. Somit wird ein vorderer Endbereich des Schneegleitbretts bei einer Durchbiegung des hinteren Endbereichs aufgebogen und damit entlastet. Der Zuggurt gemäss der FR 2779658 hat aber den Nachteil, dass die Zugkraft im Gurt bzw. der Verschiebungsweg des Gurtes gegenüber dem Schneegleitbrett vergleichsweise klein ist, weshalb sich auch nur eine vergleichsweise geringe Entlastung des vorderen Endbereichs ergibt.

    Darstellung der Erfindung



    [0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörendes Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, zu schaffen, welches die Probleme beim Stand der Technik vermeidet und insbesondere die Möglichkeit bietet, das Durchbiegungsverhalten eines Schneegleitbrettes zu verbessern und dynamisch den Belastungen anzupassen.

    [0009] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des ersten Anspruchs definiert. Gemäss der Erfindung umfasst ein Schneegleitbrett, insbesondere ein Ski, einen Brettkörper und einen Gurt, welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper abgestützt und/oder verankert ist, wobei der Gurt in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett gekoppelt ist. Dabei wirkt eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Gurtes derart auf einen Lenkbereich an einem Längsende des Schneegleitbretts, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen wird. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Übertragungsvorrichtung vorhanden ist, welche die Kraft längs des Gurtes in die Zugkraft auf den Lenkbereich überträgt.

    [0010] Im Folgenden wird die Erfindung zur Vereinfachung anhand einer Ausführungsform als Ski erläutert. Die Erfindung ist damit aber nicht auf einen Ski beschränkt, sondern kann auch allgemein bei anderen Schneegleitbrettern wie z. B. Snowboards eine vorteilhafte Ausführung sein. "Ski" und "Skikörper" sowie "Ski-Endbereich" etc. werden im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit anstelle der Begriffe "Schneegleitbrett", "Brettkörper", "Brett-Endbereich" etc. verwendet. Weiter werden im Folgenden die Begriffe "oben" und "unten" verwendet, wobei eine Lauffläche des Skis "unten" am Ski bzw. an einer "Unterseite" des Skis ausgebildet ist, und eine Seite des Skis, welche für die Montage einer Bindung vorgesehen ist, "oben" am Ski bzw. an einer "Oberseite" des Skis liegt. Ebenso bezeichnet "vorne" im Folgenden eine Richtung bzw. einen Bereich in einer vorgesehenen Fahrtrichtung, und entsprechend bezeichnet "hinten" eine Richtung bzw. einen Bereich in entgegengesetzter Richtung. Eine "Längsdurchbiegung" des Skis bezeichnet im Folgenden eine Krümmung des Skis in einer Ebene, welche senkrecht auf einer Lauffläche des Skis steht und in welcher eine Längsachse des Skis liegt. Dabei wird der Ski derart gekrümmt, dass die Projektion der Längsachse auf die Lauffläche auch im durchgebogenen Zustand des Skis in dieser Ebene liegt. Im Folgenden wird eine "Längsdurchbiegung" synonym auch einfach mit "Durchbiegung" bezeichnet. Eine "positive Durchbiegung" ("positiver Flex") des Skis bzw. von Längsbereichen des Skis bezeichnet dann eine Längsdurchbiegung des Skis, bei welcher die Skienden nach oben, von einer Unterlage weg, gekrümmt werden, d. h. mit anderen Worten, bei welcher die Lauffläche (Untergurt) des Skis gestreckt und die Oberseite des Skis (Obergurt) gestaucht werden.

    [0011] Der Skikörper eines erfindungsgemässen Skis mit einer Übertragungsvorrichtung kann einen dem Stand der Technik bekannten Skikörper aufweisen wie z. B. einen eingangs erwähnten Skikörper mit einer Ober- und Untergurtkonstruktion. Übertragungsvorrichtung sowie Gurt sind dabei aber mit Vorteil in den Ski oder in den Skikörper weitgehend integriert. Anstatt nun die Belastung der Skienden zu erhöhen, wird bei Skis mit dynamischen Gurtsystemen der erfindungsgemässen Gattung ein Skiendbereich bzw. ein Lenkbereich des Skis bei der Einleitung einer Kurvenfahrt aktiv von einer Fahrunterlage weg abgehoben bzw. entlastet. Das Abheben erfolgt dabei infolge einer Durchbiegung in einem Steuerbereich des Skis. Somit ergibt sich ein dynamisches und aktives Einlenken des Skis in die Kurvenfahrt. Skis mit dynamischen Gurtsystemen zeichnen sich somit gegenüber "passiven" bzw. statischen Skis durch eine wesentlich verbesserte Laufruhe und Kurvenfahrt aus. Insbesondere wird erreicht, dass auch bei einer Kurvenfahrt, wenn der Ski z. B. aufgrund einer Taillierung durch die zentrale Belastung durch den Skiläufer durchgebogen ist, eine im Wesentlichen flache Druckverteilung aufrechterhalten bleibt. Ebenso können auch Schwingungen und negative Durchbiegungen ("negativer Flex") z. B. infolge von Schlägen durch die Fahrunterlage bzw. des Skis durch derartige Gurtsysteme und die wirkende Zugkraft auf den Lenkbereich gedämpft werden.

    [0012] Der Erfindung liegt nun der Gedanke zugrunde, eine Verschiebung des Gurtes im Steuerbereich gegenüber dem Skikörper bzw. eine daraus sich ergebende Kraftwirkung längs des Gurtes besser für das dynamische Lenken des Skis nutzbar zu machen. Zudem ermöglicht die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung eine vielseitigere Konstruktion eines dynamischen Lenk-Skis, wodurch der Ski besser an die jeweiligen Erfordernisse und Bedürfnisse angepasst werden kann.

    [0013] Im Gegensatz zu bekannten Skis mit dynamischen Gurten weist ein erfindungsgemässer Ski hierzu eine zusätzliche Übertragungsvorrichtung auf, welche eine Kraft im bzw. längs des Gurtes in eine Zugkraft auf den Lenkbereich überträgt. Insbesondere überträgt die Übertragungsvorrichtung die Kraft längs des Gurtes, die sich aus einer Durchbiegung des Skis im Steuerbereich ergibt, in eine Zugkraft auf den Lenkbereich. Die Zugkraft greift dabei derart in einem Lenkbereich an einem Längsende des Skis am Skikörper an, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen wird. Insbesondere können auch mehrere z. B. im Wesentlichen parallel geführte Gurte am Ski vorhanden sein, welche über eine oder mehrere Übertragungsvorrichtungen eine Zugkraft auf einen Lenkbereich ausüben können.

    [0014] Im Sinne der Erfindung werden unter Übertragungsvorrichtungen zusätzliche Elemente am Ski verstanden, welche eine Kraft im Gurt z. B. umgelenkt, betragsmässig vergrössert oder verkleinert, aber auch bei gleichem Betrag parallel verschoben auf den Lenkbereich übertragen. Erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtungen umfassen hierzu beispielsweise fest am Ski angebrachte Hebelelemente, verschwenkbar am Ski angebrachte Hebelelemente oder allgemeine Gelenke oder aber auch Getriebe sowie Umlenkrollen. Insbesondere kann die Übertragungsvorrichtung auch Hilfsgurte umfassen, welche beispielsweise die Kraft längs des Gurtes entnehmen und zum Lenkbereich oder auf weitere Elemente der Übertragungsvorrichtung übertragen. Hilfsgurte können aber auch eine Kraft von anderen Elementen der Übertragungsvorrichtung auf den Lenkbereich übertragen ohne direkt mit den Gurten zusammenzuwirken. Allgemein können die Hilfsgurte allein oder zusammen mit weiteren Elementen der Übertragungsvorrichtung eine Kraftüber- oder Kraftuntersetzung und/oder eine Umlenkung der Kraft bewirken. Im Sinne der Erfindung ist somit unter Übertragungsvorrichtung eine Vorrichtung zu verstehen, welche eine Kraftübertragung zwischen Gurt und Lenkbereich erlaubt, welche über das bekannte Zusammenwirken eines Gurtes mit den Skikörper und/oder dem Ski hinausgeht. Insbesondere ist eine simple Befestigung eines Gurtes wie z. B. eine Schraube, mit welcher der Gurt am Skikörper angeschraubt ist, keine Übertragungsvorrichtung im Sinne der Erfindung.

    [0015] Erfindungsgemäss kann die Übertragungsvorrichtung zumindest eine positive Durchbiegung im Steuerbereich auf den Lenkbereich übertragen. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass die Übertragungsvorrichtung auch eine negative Krümmung im Steuerbereich z. B. gleichsinnig auf den Lenkbereich überträgt. Mit anderen Worten kann mit einem erfindungsgemässen Ski mit der Übertragungsvorrichtung als Folge einer Längsdurchbiegung des Skis mit einem positiven oder negativen Krümmungssinn im Steuerbereich eine gleichsinnig gekrümmte Längsdurchbiegung des Skis im Lenkbereich erzeugt werden. Die Kopplung des Steuerbereichs mit dem Lenkbereich über die Übertragungsvorrichtung ist in diesem Fall eine Zwangskopplung, welche eine Durchbiegung in einem der Bereiche (Steuer-/Lenk-) auf den jeweils anderen Bereich überträgt. Es ist aber auch denkbar, dass die Kopplung keine Zwangskopplung ist und die Übertragungsvorrichtung zwar eine Durchbiegung im Steuerbereich auf den Lenkbereich übertragen kann, eine Durchbiegung im Lenkbereich aber nicht auf den Steuerbereich übertragen wird. Mit anderen Worten kann die Übertragungsvorrichtung bei einem erfindungsgemässen Ski also auch nur die Erzeugung einer positiven Längsdurchbiegung des Skis im Lenkbereich als Folge einer positiven Längsdurchbiegung des Skis im Steuerbereich erlauben.

    [0016] Eine Verschiebung des Gurtes gegenüber dem Skikörper bei einer Längsdurchbiegung wird dann erreicht, wenn der Gurt ausserhalb, d. h. oberhalb oder unterhalb einer neutralen Faser des Skikörpers am oder im Skikörper geführt ist. Mit der durch die Durchbiegung erreichten Verschiebung des Gurtes kann in Verschiebungsrichtung längs des Gurtes, abgestützt oder verankert an der Stützstelle am Skikörper, eine Kraft zwischen Skikörper und Gurt übertragen werden. Erfindungsgemäss kann aufgrund der Übertragungsvorrichtung die Kraft im Gurt bei einer positiven Durchbiegung des Skis im Steuerbereich sowohl eine Zug- als auch eine Druckkraft sein, d. h. der Gurt kann sowohl ein Druckgurt als auch ein Zuggurt sein.

    [0017] Im Gegensatz zu bekannten Skis umfasst eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis z. B. auch einen an der Oberseite des Skis vorgesehenen, konstruktiv einfachen Druckgurt. Die aufgrund einer positiven Längsdurchbiegung sich ergebende Druckkraft längs des Druckgurtes kann erfindungsgemäss mit der Übertragungsvorrichtung in eine Zugkraft auf den Lenkbereich übertragen werden. Mit besonderem Vorteil können bei derartigen Ausführungen der Druckgurt sowie die Übertragungsvorrichtung gesamthaft an einer Skioberseite ausgebildet werden, wo sie z. B. zur Wartung leicht zugänglich sind und beispielsweise auch eine Ausgestaltung der Lauffläche des Skis nicht einschränken. Durch die Übertragungsvorrichtung wird somit erreicht, dass ein erfindungsgemässer Ski auf vielseitigere Weise an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden kann.

    [0018] Im Folgenden sind verschiedene der im vorliegenden Text verwendeten Begriffe erläutert.

    [0019] Der Lenkbereich bezeichnet einen Längenbereich des Skis, in welchem eine Durchbiegung infolge der von der Übertragungsvorrichtung übertragenen Zugkraft erwirkt wird bzw. in welchem die Zugkraft angreift. Der Lenkbereich wird dabei ohne, oder mit reduzierter, Auflage-/Druckkraft durch die Fahrunterlage bzw. Schneewiderstand, aufgrund der Zugkraft dermassen durchgebogen, dass ein im Wesentlichen über die gesamte Länge der Lauffläche im Wesentlichen gleichmässiger Druck der Kanten auf die Fahrunterlage wirkt. Insbesondere ist eine Kurvenfahrt längs der Kanten im Wesentlichen ohne Überdruck auf den oder die Lenkbereiche in dem oder den Endbereichen des Skis möglich. Die gerade bei modernen Carving-Skis erforderliche Durchbiegung des Skis wird somit in den Skiendbereichen durch den Gurt und die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung dynamisch unterstützt bzw. dynamisch vorgegeben. Der Ski lenkt, in Abhängigkeit der Durchbiegung im Steuerbereich, z. B. die vorderen Skienden in die Kurve ein. Damit wird die Kurvenfahrt bedeutend vereinfacht. Die für das "Carven" (Kurvenfahrt längs der taillierten Kante) notwendige Durchbiegung des Skis wird nicht mehr wie bei herkömmlichen Skis alleine durch Abstützung der Skiendbereiche auf der Fahrunterlage erzeugt, sondern der Ski krümmt sich bzw. biegt sich bei einer Belastung im Steuerbereich dynamisch im Lenkbereich durch.

    [0020] In einer bevorzugten Ausführungsform eines Skis liegt der Lenkbereich in einem Bereich am vorderen Längsende des Skis, d. h. in einem in Fahrtrichtung vorderen Endbereich. Je nach Belastung bzw. Durchbiegung im Steuerbereich des Skis kann somit dynamisch eine entsprechende Krümmung in einem vorderen Bereich des Skis erzeugt werden. Der Lenkbereich des Skis kann aber auch in einem hinteren Endbereich ausgebildet sein. Insbesondere kann auch an beiden Längsenden des Skis jeweils ein Lenkbereich ausgebildet sein, was besonders bei modernen Freestyle-Skis oder Snowboards eine bevorzugte Ausführungsform sein kann. Derartige Skis bzw. Boards sind an beiden Längsenden aufgebogen und erlauben auch eine Rückwärtsfahrt bzw. im Fall der Snowboards können beide Längsenden weitgehend gleichberechtigt in Fahrtrichtung zeigen. Ein Lenkbereich an beiden Enden erlaubt somit, die Vorteile eines dynamischen Gurtsystems in jeder momentanen Fahrtrichtung zu nutzen. In diesem Fall kann beispielsweise jeweils ein Gurt über eine jeweils zugehörige Übertragungsvorrichtung auf den zugehörigen Lenkbereich wirken. Es ist aber auch denkbar, dass ein einzelner Gurt über eine einzige Übertragungsvorrichtung beide Lenkbereiche bedient. Während derartige Ausführungen damit durchaus bevorzugte Varianten sein können, erfordern sie jedoch einen deutlich grösseren konstruktiven Aufwand als eine Ausführung des Skis mit nur einem Lenkbereich.

    [0021] Mit Steuerbereich ist ein Längenbereich des Skis bezeichnet, in welchem der Gurt gegenüber dem Brettkörper weitgehend in Längsrichtung des Skis verschiebbar geführt ist. Im Steuerbereich wird eine Durchbiegung des Skis "gefühlt", während im Gegensatz dazu im Lenkbereich in Abhängigkeit der Durchbiegung im Steuerbereich eine Durchbiegung erzeugt wird. Umfasst der Steuerbereich einen mittleren Längsbereich des Skis, in welchem die Montage einer Skibindung vorgesehen ist, so wirkt die Gewichtsbelastung durch den Skiläufer bzw. die bei einer Kurvenfahrt auftretenden zusätzlich wirkenden Fliehkräfte besonders gut auf den Steuerbereich. Mit Vorteil umfasst der Steuerbereich auch einen Endbereich des Skis, welcher insbesondere dem Lenkbereich gegenüberliegt. Dies ist insofern vorteilhaft, dass bei Aufwendung eines zur Verdrängung des Schnees erforderlichen Fersendrucks durch den Skiläufer das Einlenken in eine Kurve erleichtert wird. Aufgrund des Fersendrucks biegt sich gegen den Widerstand des zur Seite zu schiebenden Schnees der hintere Skibereich durch. Diese Durchbiegung wird dann auf den vorderen Lenkbereich übertragen und der Ski lenkt dynamisch in die Kurve ein. Die vorderen Skienden werden dabei einerseits entlastet, d. h. deren Traganteil wird vermindert, und andererseits werden die vorderen Enden des Skis durchgebogen, wodurch die Kanten des Skis gleichmässig auf der Fahrunterlage aufliegen und das Fahren längs der taillierten Kanten ("carven") unterstützen.

    [0022] Es ist hierbei auch denkbar, dass der Steuerbereich einen vorderen Endbereich und einen mittleren Bereich umfasst und der hintere Endbereich von der Zugkraft beaufschlagt wird und den Lenkbereich bildet. Damit wird z. B. erreicht, dass bei einer Durchbiegung des vorderen Bereichs, wie sie z. B. aufgrund des Stau-Schneewiderstands beim Einlenken in eine Kurvenfahrt auftreten kann, der hintere Bereich des Skis ebenfalls gekrümmt wird und damit leichter um die Kurve nachgeführt werden kann. Der Ski reagiert in diesem Fall auf die Belastung der vorderen Skienden mit einer Vereinfachung des Kurvenverhaltens durch Durchbiegung der hinteren Skienden (Lenkbereich hinten).

    [0023] Die Durchbiegung des Skis im Steuerbereich wird vom Gurt "gefühlt", indem er aufgrund der Durchbiegung gegenüber dem Skikörper verschoben wird. Hierzu ist der Gurt in Längsrichtung verschiebbar im Steuerbereich geführt und ist über eine Stützstelle am Skikörper verankert bzw. abgestützt. Der Steuerbereich grenzt mit Vorteil an die Stützstelle an, um eine optimale Ausnützung des zur Verfügung stehenden Längenbereichs, in welchem der Gurt verschiebbar geführt ist, zu erreichen. Grundsätzlich kann der Steuerbereich auch von der Stützstelle beabstandet angeordnet sein.

    [0024] Als mögliche Längsführungen kommen hierbei sämtliche bekannte Gerade- oder möglicherweise Bogenführungen in Frage, welche sich grundsätzlich für eine Anwendung bei einem Schneegleitbrett bzw. Ski eignen. Vorstellbar sind z. B. im Fall eines als Druckstange ausgebildeten Gurtes eine Ausbildung von Langlöchern am Gurt, durch welche der Gurt mit Schrauben bzw. Bolzen, die z._B. im Skikörper verankert sind, am Skikörper geführt ist. Ebenfalls denkbar ist eine Ausführung der Führung als eine herkömmliche Nut im Skikörper, in welcher der Gurt verschiebbar angeordnet ist. Dabei kann die Führung z. B. als Schwalbenschwanzführung ausgebildet sein, wobei der Gurt einen Schlitten der Führung bildet. Der Gurt kann im Falle eines Zuggurtes aber auch als Seilzug bzw. Band ausgestaltet sein und z. B. in einer entsprechend ausgebildeten z. B. rohrartigen Ummantelung geführt sein (z. B. Bowden-Zug). Unabhängig von der konkreten Ausführung hat die Führung sicherzustellen, dass der Gurt im Wesentlichen, d. h. im Rahmen von Fertigungs- bzw. Führungstoleranzen, bei einer Längsdurchbiegung mit im Wesentlichen nur einem Freiheitsgrad gegenüber dem Skikörper verschiebbar geführt ist.

    [0025] Mit anderen Worten ist die Führung derart ausgestaltet, dass, zumindest im Steuerbereich, eine Kopplung des Skikörpers mit dem Gurt bezüglich einer positiven Längsdurchbiegung des Skis besteht. Insbesondere kann die Kopplung auch eine Zwangskopplung sein. Der Gurt erfährt dann bei einer Längsdurchbiegung ebenfalls eine Durchbiegung, welche im Wesentlichen der Durchbiegung des Skikörpers entspricht. Die beiden Durchbiegungen können dabei im Rahmen von Führungstoleranzen und/oder Abstand von einem Krümmungszentrum voneinander abweichen. Bevorzugt ist der Gurt dabei zentral geführt d. h. der Gurt ist bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung des Skis im Wesentlichen mittig zum Ski angeordnet. Es sind aber auch Ausführungen des Skis denkbar, bei welchen eine seitlich versetzte Führung bevorzugt ist. Es können z. B. mehrere Gurte bezüglich einer Ebene, die senkrecht auf einer Skioberfläche steht und die Längsrichtung des Skis beinhaltet, seitlich versetzt und im Wesentlichen symmetrisch am Ski angeordnet sein.

    [0026] Die Führung des Gurts kann aber auch bereichsweise von der Längsrichtung abweichen. Es kann durchaus erwünscht bzw. erforderlich sein, dass der Gurt z. B. an einem von der Stützstelle abgewandten Längsende, z. B. in eine Richtung quer zur oder entgegen der Längsrichtung, ab- bzw. umgelenkt ist (z. B. im Fall einer biegsamen Druckstange) oder aber auch in anderen Längsbereichen zu verschiedenen Graden von einer Längsrichtung abweicht.

    [0027] Die oben erwähnte Stützstelle kann eine Verankerung im Skikörper mit z. B. einer Schraube bzw. einem Bolzen sein oder aber auch ein Klebebereich, in welchem der Gurt mit dem Skikörper verleimt ist. Es ist auch denkbar, dass der Gurt an der Stützstelle, z. B. am Skikörper, angeformt ist. Die Stützstelle braucht aber gegenüber dem Skikörper nicht fix zu sein, sondern kann auch einstellbar z. B. in Längsrichtung verschiebbar ausgebildet sein.

    [0028] Um die Durchbiegung durch die Verschiebung des Gurts einfacher übertragen zu können bzw. eine grösstmögliche Wirkung zu erzielen, ist bei einer gegebenen Durchbiegung des Skis im Steuerbereich eine möglichst grosse Verschiebung des Gurts gegenüber dem Skikörper wünschenswert. Daher wird der Steuerbereich bevorzugt so lange wie möglich bzw. erforderlich am Ski ausgebildet. Um eine gute Ausnützung der Längsdurchbiegung zu erreichen, liegt die Stützstelle in einer bevorzugten Ausführungsform in einem Endbereich des Skis, welcher dem Lenkbereich gegenüber liegt. Im Allgemeinen ist die Stützstelle bevorzugt in einem hinteren Endbereich des Skis angeordnet. Insbesondere bei einem erfindungsgemässen Ski mit einem als Druckgurt ausgebildeten Gurt kann eine Stützstelle bevorzugt aber auch in einem vorderen Bereich des Skis, vorzugsweise beim Lenkbereich, angeordnet sein. Der Steuerbereich erstreckt sich in diesem Fall beispielsweise vom Lenkbereich d. h. von der Längsposition der Stützstelle nach hinten. Ein frei verschiebbares Längsende des Druckgurtes ist dann beispielsweise am hinteren Skiende angeordnet. Mit der erfindungsgemässen Übertragungsvorrichtung kann die am freien Ende des Gurtes abnehmbare Kraft längs des Gurtes wieder zum Lenkbereich im vorderen Skibereich übertragen werden, insbesondere beispielsweise mit einem Hilfsgurt.

    [0029] Um den von Steuerbereich erfassten Längenbereich des Skis zu maximieren, können der Steuerbereich und der Lenkbereich auch zu einem weitgehend beliebigen Mass überlappen. Insbesondere sind auch Ausführungsformen denkbar, welche einen Steuerbereich aufweisen, welcher im Wesentlichen die gesamte Länge des Skis umfasst, wobei der Lenkbereich z. B. einen Teilbereich des Steuerbereichs bilden kann. Die Längenverhältnisse zwischen Steuerbereich und Lenkbereich sowie zwischen Gesamtlänge des Skis und Lenk- bzw. Steuerbereich sind grundsätzlich frei wählbar und können den Anforderungen an den Ski frei angepasst werden. Insbesondere ist auch denkbar, dass sich der Lenkbereich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Skis erstreckt.

    [0030] Die Erfindung ist dabei nicht auf eine endseitige Anordnung der Stützstelle beschränkt. Es ist durchaus denkbar, dass eine z. B. in Längsrichtung mittige Anordnung der Stützstelle für einen Ski von Vorteil sein kann. Der Gurt kann sich dann z. B. von der Längsmitte des Skis in einen Steuerbereich in eine Richtung nach vorne oder nach hinten erstrecken. Es können dann z. B. zwei Steuerbereiche an die Stützstelle anschliessen, ein bezüglich der Stützstelle vorderer und ein hinterer Steuerbereich. Abgestützt bzw. verankert an der mittigen Stützstelle kann dann im Gurt aufgrund einer Durchbiegung des Skis in den Steuerbereichen im mittleren Bereich beidseitig der Stützstelle jeweils eine Kraft längs des Gurtes erzeugt werden, welche als Zugkräfte auf entsprechende Lenkbereiche an den Skienden übertragbar sind. Es ist aber auch denkbar, z. B. zwei Gurte gegenseitig einzusetzen. Einer der Gurte weist dann z. B. einen hinteren Steuerbereich auf und wirkt auf einen vorderen Lenkbereich und der zweite Gurt weist einen vorderen Steuerbereich auf und wirkt auf einen hinteren Lenkbereich.

    [0031] Ein erfindungsgemässer Ski ist nicht auf Ausführungen mit nur einer Übertragungsvorrichtung und/oder nur einem Gurt eingeschränkt. Im Folgenden ist die Erfindung zwar der Einfachheit halber, sofern nicht anders vermerkt, als Ausführungsform mit nur einem Gurt sowie einer zugehörigen Übertragungsvorrichtung beschrieben. Ohne Einschränkung kann aber auch eine beliebige Anzahl von Gurten und zugehörigen Übertragungsvorrichtungen vorhanden sein. Insbesondere können mehrere, im Wesentlichen parallel geführte, Gurte am Ski vorhanden sein. Die einzelnen Gurte können in diesem Fall z. B. schlanker und/oder leichter dimensioniert werden. Die Wirkungen der einzelnen Gurte können sich z. B. zu einer gemeinsamen Zugkraft auf den Lenkbereich addieren. In diesem Fall ist z. B. nur eine Übertragungsvorrichtung vorhanden, welche die Kräfte der mehreren Gurte in eine gemeinsame Zugkraft auf den Lenkbereich überträgt. Es ist aber auch denkbar, dass die einzelnen Gurte mit unterschiedlichen Zugkräften auf verschiedene Bereiche eines einzelnen Lenkbereichs wirken. Damit kann z. B. die Durchbiegung des Lenkbereichs in verschiedenen Längenabschnitten individuell gesteuert werden. Neben der Durchbiegung kann aber auch eine Verwindung des Skis erzeugt werden, indem verschiedene Zugkräfte in verschiednen Breitenabschnitten des Lenkbereichs angreifen oder eine Richtung der Zugkraft nicht in Längsrichtung sondern schräg zu dieser weist. Dabei kann beispielsweise jedem Gurt eine Übertragungsvorrichtung zugeordnet sein, welche die Kraft längs des Gurtes auf den jeweiligen Bereich im Lenkbereich überträgt.

    [0032] Zudem können auch mehrere Lenkbereiche am Ski vorhanden sein, z. B. an beiden Längsenden des Skis jeweils ein Lenkbereich. Grundsätzlich ist es aber auch denkbar, dass nur ein Gurt vorhanden ist und die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung die Kraft längs des Gurtes in mehrere Zugkräfte überträgt, welche an verschiedenen Positionen im Lenkbereich oder in mehreren Lenkbereichen angreifen.

    [0033] Die Längsposition, bei welcher die Zugkraft angreift, kann den Erfordernissen angepasst werden. Die Zugkraft greift bevorzugt am Skikörper von oben her, d. h. von einer Richtung oberhalb des Skikörpers her oder aus einer Richtung von oben her, im Skikörper an. Ein Kraftvektor der Zugkraft zeigt also, ausgehend vom Bereich, in welchem die Zugkraft am Skikörper angreift, aus dem Ski in eine Richtung nach oben heraus bzw. hat eine Kraftkomponente, welche im Angriffspunkt senkrecht auf dem Skikörper steht. Damit wird erreicht, dass der Lenkbereich in positivem Sinn durchgebogen wird, wodurch der Ski im Lenkbereich von einer Fahrunterlage abgehoben wird.

    [0034] Die Zugkraft, welche auf den Lenkbereich des Skis wirkt, ist ein Resultat eines Zusammenwirkens des Skikörpers bzw. des Skis mit dem längsverschiebbar geführten Gurt. Insbesondere durchläuft eine Kraftwirkung zwischen Skikörper und Lenkbereich bei einer Durchbiegung des Skis im Steuerbereich die folgenden Elemente in der angegebenen Reihenfolge: Stützstelle, Gurt, Übertragungsvorrichtung, Lenkbereich am Skikörper. Die Liste der aufgezählten Elemente des Kraftweges ist dabei nicht erschöpfend und es können den aufgezählten Elementen weitere Elemente zwischengeschaltet und/oder endseitig des Kraftweges angeordnet sein. Insbesondere können z. B. zwischen Übertragungsvorrichtung und Lenkbereich weitere Elemente angeordnet sein, welche die Wirkung der Zugkraft z. B. betragsmässig übersetzen und/oder in eine gewünschte Richtung umlenken. Hierbei sind weitere Stützstellen am Skikörper denkbar, an welchen die Zugkraft teilweise abgestützt ist oder weiter umgelenkt ist. Insbesondere ist es z. B. denkbar, dass am Skikörper ein Stützelement angeformt oder angebracht ist, an welchem die Übertragungsvorrichtung mit der Zugkraft angreift. Damit kann z. B. ein gemäss den Erfordernissen verbesserter Zugwinkel der Zugkraft, das heisst ein verbesserter Angriffswinkel der Zugkraft am Skikörper, erreicht werden.

    [0035] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung des Skis wenigstens einen Hilfsgurt. Der Hilfsgurt ist dabei im Wesentlichen in Längsrichtung des Skikörpers angeordnet und wirkt, insbesondere mit wenigstens einem ersten Längsende, mit dem Lenkbereich zusammen. Insbesondere wirkt der Hilfsgurt derart mit dem Lenkbereich zusammen, dass eine im Hilfsgurt erzeugte Zugkraft im Lenkbereich am Skikörper angreift. Der Hilfsgurt und der Gurt wirken derart zusammen, dass mit der Kraft längs des Gurtes die auf den Lenkbereich wirkende Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar ist. Der Hilfsgurt kann dabei direkt am Skikörper angreifen oder über Umlenk-, Übertragungs- bzw. Stützelemente mit dem Skikörper bzw. dem Ski im Lenkbereich zusammenwirken. Eine Vorspannung des Hilfsgurtes ist nicht erforderlich, kann aber je nach Anforderung eine bevorzugte Ausführungsform bilden. Der Hilfsgurt kann z. B. zu einer vorgegebenen Spannung vorgespannt sein oder die Vorspannung ist durch den Skiläufer einstellbar. Damit kann das Durchbiegeverhalten des Skis im Lenkbereich z. B. persönlichen Bedürfnissen des Skiläufers und/oder an die aktuellen Schnee- und Pistenverhältnisse angepasst werden. Während grundsätzlich zwar keine Vorspannung im Hilfsgurt erforderlich ist, ist zumindest eine Ausführung bevorzugt, bei welcher der Hilfsgurt kein Spiel aufweist, d. h. im Wesentlichen straff ist. Damit wird bereits bei kleinen Durchbiegungen eine Zugkraft auf den Lenkbereich übertragen.

    [0036] Die Einstellung einer Vorspannung im Hilfsgurt oder aber auch, im Falle eines als Zuggurt ausgebildeten Gurtes, eine Vorspannung im Gurt selbst kann dabei durch herkömmliche Spannvorrichtungen im Gurt bzw. im Hilfsgurt vorgenommen werden. Es ist hierbei die Anwendung so genannter Gurtspanner denkbar, welche am Gurt selbst vorgesehen sind. Es ist aber auch denkbar, die Vorspannung durch eine Verschiebung bzw. Einstellbarkeit der Längsposition der Stützstelle zu erzeugen. Durch Verschiebung der Stützstelle gegenüber dem Skikörper kann z. B. direkt im Gurt eine Spannung angepasst werden oder indirekt eine Spannung im Hilfsgurt verändert werden. Die Voreinstellung der Spannung kann z. B. durch den Skiläufer vor Antritt der Fahrt vorgenommen werden.

    [0037] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Hilfsgurt mit einem zweiten Längsende mit dem Gurt verbunden. Mit zweitem Längsende ist in diesem Fall ein Längsende des Hilfsgurts bezeichnet, welches nicht am Lenkbereich des Brettkörpers angreift, sondern diesem Längsende gegenüber liebt. Indem das zweite Längsende des Hilfsgurts mit dem Gurt verbunden ist, kann eine Verschiebung bzw. Kraftwirkung direkt auf den Hilfsgurt übertragen werden. Insbesondere ist das zweite Längsende des Hilfsgurtes dabei mit einem freien Längsende des Gurtes verbunden, d. h. mit einem Längsende des Gurtes, welches der Stützstelle abgewandt ist. Damit kann die Verschiebung des Gurtes, welche am freien Längsende auftritt, direkt auf den Hilfsgurt übertragen werden. Der Hilfsgurt kann dabei am Gurt befestigt oder auch an diesem angeformt sein oder auch auf andere Art mit diesem verbunden sein.

    [0038] Besonders bevorzugt ist eine derartige Ausführungsform bei einem erfindungsgemässen Ski, bei welchem der Gurt ein im Wesentlichen auf Druck belastbarer Druckgurt und der Hilfsgurt ein im Wesentlichen auf Zug belastbarer Zuggurt ist. Eine Druckkraft längs des Gurtes kann somit bei geeigneter Führung des Hilfsgurtes auf einfach Art in eine Zugkraft im Hilfsgurt übertragen werden, welche dann über das erste Längsende des Hilfsgurtes am Lenkbereich des Brettkörpers angreift.

    [0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Hilfsgurt mit einem zweiten Längsende ebenfalls am Skikörper verankert. Insbesondere ist der Hilfsgurt dabei straff bzw. vorgespannt z. B. im Sinne einer Sehne, sodass eine Auslenkung im Wesentlichen quer zum Hilfsgurt die Zugkraft auf den Lenkbereich erzeugen kann. Dabei kann der Hilfsgurt insbesondere mit einstellbarer Vorspannung ausgebildet sein. Die Vorspannung kann dabei z. B. durch den Skiläufer regelbar bzw. voreinstellbar sein. Je nach Stärke der Auslenkung quer zum Hilfsgurt ist eine Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar, welche über die Verankerungen der Längsenden des Hilfsgurtes im Skikörper, auf den Skikörper und insbesondere auf den Lenkbereich wirkt. Dabei wird der Lenkbereich insbesondere zwischen den beiden in Längsrichtung extremalen Längspositionen der Verankerungen der Längsenden des Hilfsgurtes durchgebogen.

    [0040] Es ist aber auch eine weitere Ausführungsform denkbar, bei welcher auch das zweite Längsende des Hilfsgurtes auf gleicher Längsposition wie das erste Längsende verankert ist. Der Hilfsgurt bildet dann eine Schlaufe. Die Schlaufe kann in diesem Fall z. B. in einem hinteren Endbereich des Lenkbereichs um Umlenkrollen herumgeführt sein und dort mit dem Gurt des Skis derart zusammenwirken, dass sich aufgrund einer Kraft im Gurt eine Zugkraft auf die beiden verankerten Längsenden in Richtung zum hinteren Skiende ergibt.

    [0041] Grundsätzlich sind auch weitere Varianten denkbar, bei welchen der Hilfsgurt z. B. mit beiden Längsenden mit dem Gurt verbunden ist und aufgrund einer Kraft längs des Gurtes der Hilfsgurt beispielsweise ein am Brettkörper im Lenkbereich vorgesehenen Element mit einer Zugkraft beaufschlagt. Grundsätzlich sind aber Ausführungen der Übertragungsvorrichtung bevorzugt, bei welchen der Hilfsgurt mit einem, d. h. dem ersten, Längsende direkt oder indirekt auf den Lenkbereich wirkt, da somit ein zusätzliches z. B. Umlenkelement nicht erforderlich ist.

    [0042] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung zusätzliche Übertragungselemente auf, welche beweglich oder starr am Brettköper vorgesehen sind, wobei durch Zusammenwirken der Übertragungselemente und des Gurtes mit der Kraft längs des Gurtes die Zugkraft auf den Lenkbereich des Brettkörpers erzeugbar ist. Die Übertragungselemente können z. B. einen Kraftweg zwischen Gurt und Hilfsgurt schliessen und/oder die Führung z. B. des Hilfsgurtes umlenken oder kräfte- bzw. momentenmässig übertragen. Die Übertragungselemente, der Gurt und insbesondere auch der Hilfsgurt wirken derart zusammen, dass mit der Kraft längs des Gurtes die auf den Lenkbereich wirkende Zugkraft im Hilfsgurt erzeugbar ist.

    [0043] Da sich die Kraft längs des Gurtes aus einer Verschiebung des Gurtes relativ zum Skikörper ergibt, ist es im Allgemeinen von Vorteil, die Übertragungsvorrichtung ortsfest bezüglich des Skikörpers anzuordnen, insbesondere am Skikörper zu befestigen. Je nach Ausführung der Übertragungsvorrichtung ist diese z. B. als zusätzliche Vorrichtung am Skikörper befestigt oder kann auch direkt am Skikörper angeformt bzw. ausgestaltet sein. Durch die ortsfeste Befestigung der Übertragungsvorrichtung am Ski ist die Übertragungsvorrichtung am Ski abgestützt und die Kraft längs des Gurtes wird ohne z. B. Verschiebung der Übertragungsvorrichtung bezüglich des Skikörpers in die Zugkraft auf den Lenkbereich übertragen. Mit einer ortsfesten Anordnung der Übertragungsvorrichtung gegenüber dem Brettkörper kann eine vergleichsweise einfache Bauweise verbunden sein. Es ist jedoch durchaus denkbar, dass in gewissen Varianten der Erfindung die Übertragungsvorrichtung mit Vorteil auch teilweise oder ganz gegenüber dem Skikörper verschiebbar ausgebildet ist. Insbesondere sind dabei z.B. Umlenkrollen denkbar, welche fest mit dem Gurt verbunden sind und mit diesem gegenüber dem Skikörper verschoben werden. Diese können in diesem Fall beispielsweise mit einem Hilfsgurt zusammenwirken, welcher am Skikörper verankert ist. Welche der Ausführungsmöglichkeiten dabei zu bevorzugen ist, hängt von der konkreten Umsetzung der Erfindung ab und liegt im fachmännischen Ermessen.

    [0044] Mit Vorteil umfassen die Übertragungselemente ein Hebelelement, an welchem die Kraft längs des Gurtes direkt oder indirekt angreift und welches fest, insbesondere unter einer weitgehend festen Ausrichtung zum Brettkörper, mit dem Brettkörper verbunden ist. Dadurch wird erreicht, dass bei einer Kraftwirkung auf das Hebelelement in Längsrichtung des Skis ein Drehmoment auf den Brettkörper bezüglich einer Querachse erzeugt werden kann, welches bei hinreichend grossem Betrag den Lenkbereich des Skis von einer Unterlage abzuheben vermag, d. h. eine Längsdurchbiegung im Lenkbereich erzeugt. Das Drehmoment ergibt sich dabei insbesondere aufgrund der über das Hebelelement auf den Brettkörper übertragenen Zugkraft.

    [0045] Insbesondere ist dabei ein hebelartiges Element denkbar, welches in einem weitgehend festen Winkel zum Skikörper an einer Basis des Hebelelements im Lenkbereich fest mit dem Skikörper verbunden bzw. an diesem befestigt ist. Greift in diesem Fall die Zugkraft in einem gewissen Abstand von der Basis (und damit vom Brettkörper bzw. von einer Oberfläche des Brettkörpers) am Hebel an, so ergibt sich bezüglich der Basis ein Drehmoment auf den Skikörper. Durch das Drehmoment auf den Skikörper wird aufgrund der Flexibilität des Skikörpers dieser durchgebogen. Aufgrund der Steifigkeit des Skikörpers ist der Drehpunkt dabei nicht exakt definiert und kann sich in Zugrichtung verlagern, insbesondere in Abhängigkeit der momentanen Durchbiegung des Lenkbereichs.

    [0046] Besonders bevorzugt ist dabei eine Ausführung des Hebelelements, welches sich im Wesentlichen parallel zu einer Oberfläche des Brettkörpers und von dieser beabstandet in Richtung zu einem hinteren Ende des Schneegleitbretts erstreckt, wobei das Hebelelement ein freies Ende aufweist. Das freie Ende ist dabei vorzugsweise dem hinteren Skiende zugewandt, insbesondere demjenigen Skiende zugewandt, welches dem Lenkbereich abgewandt ist. Mit einem derartigen Hebelement kann bei einer geringen Bauhöhe ein vergleichsweise grosse Hebelwirkung erreicht werden. Indem das Hebelement nämlich an einer Basis am Brettkörper gefestigt ist und sich ausgehend von der Basis von der Brettoberfläche beabstandet weitgehend parallel zum Ski nach hinten erstreckt, kann ein vergleichsweise langer Hebelarm mit entsprechend grosser Hebelwirkung an der Skioberfläche angeordnet werden. Wirkt nun eine Kraft auf das freie Ende des Hebelarms zur Brettoberseite hin, so ergibt sich ein grosses Drehmoment an der Basis, welches auf den Lenkbereich des Skis wirkt und diesen durchbiegt. Die Bauhöhe entspricht dabei weitgehend nur einer Dicke des Hebelelements plus dem Abstand des Hebelarms von der Brettoberseite. Der Hebelarm weist bevorzugt eine grosse Steifigkeit auf, damit die Kraft Wirkung auf das freie Ende mit möglichst hohem Wirkungsgrad auf den Skikörper übertragen wird. Bei Verwendung moderner Materialen wie z. B. Verbundswerkstoffen kann der Hebelarm bei grosser Steifigkeit besonders dünn gefertigt werden, wodurch gesamthaft eine vergleichsweise geringe, von der Länge des wirkenden Hebelarms weitgehend unabhängige, Bauhöhe erreicht werden kann. Der wirksame Hebelarm ist in dieser Ausführungsform im Wesentlichen durch die Länge des freien Endes des Hebelarms gegeben. Das Hebelelement kann aber in einer Variante auch z. B. senkrecht zur Skioberfläche stehen. Damit lässt sich zwar ebenfalls eine gute Hebelwirkung erzielen, die gesamte Bauhöhe ist in diesem Fall aber durch den wirkenden Hebelarm vorgegeben, was ab einer gewissen Hebelarm-Länge zu umständlichen und überhöhten Bauweisen führen würde.

    [0047] Insbesondere sind auch Ausführungen denkbar, welche mehrere Hebelelemente aufweisen, welche von jeweils zugehörigen (Hilfs-)Gurten bedient werden. In einer Abwandlung können die mehreren Hebelelemente an unterschiedlichen Längspositionen angeordnet sei, sodass die erzeugte Längsdurchbiegung im Lenkbereich in Abhängigkeit der Längsposition kontrolliert werden kann. Die mehreren Hebelelemente können aber auch nur oder zusätzlich quer zur Längsrichtung des Skis verteilt sein, wodurch auch eine Verwindung des Skis erzeugbar ist.

    [0048] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfassen die Übertragungselemente Umlenkelemente zum Umlenken eine Kraftwirkung. Insbesondere können die Umlenkelemente dabei Umlenkrollen umfassen, um welche insbesondere der Hilfsgurt bereichsweise geführt ist. Die Umlenkrollen können aber auch beispielsweise den als Zuggurt ausgebildeten Gurt führen und Umlenken.

    [0049] Bevorzugt sind die Umlenkrollen um vertikale Drehachsen drehbar am Skikörper gelagert. Insbesondere sind beispielsweise zwei Umlenkrollen vorhanden, welche beidseitig eines zentral am Skikörper geführten Gurtes am Skikörper angebracht sind. Der Hilfsgurt wirkt dabei derart mit dem Gurt zusammen, dass bei einer Verschiebung des Gurts gegenüber dem Skikörper ein Bereich des Hilfsgurtes vom Gurt mitgenommen wird. Hierzu kann am Gurt ein Mitnehmer, z. B. eine weitere Umlenkrolle, vorhanden sein, welcher den Hilfsgurt bei einer Verschiebung des Gurtes mitnimmt. Der Hilfsgurt kann aber auch am Gurt verankert sein und dadurch bei einer Verschiebung mitgenommen werden. Hierbei können auch mehrere Hilfsgurte vorhanden sein, welche z. B. mit jeweils einem Längsende im Lenkbereich am Skikörper und mit dem anderen Längsende am Gurt verankert sind. Durch geeignete Anordnung der Umlenkrollen am Skikörper und entsprechender bereichsweiser Führung des Hilfsgurts um die Umlenkrollen wird erreicht, dass bei einer Verschiebung des Gurtes gegenüber dem Skikörper am lenkbereichsseitig verankerten Ende des Hilfsgurtes oder der Hilfsgurte eine Zugkraft auf den Lenkbereich wirkt.

    [0050] Handelt es sich bei dem Gurt um einen auf Druck belastbaren Druckgurt, so wird die Zugkraft auf den Lenkbereich insbesondere dadurch erreicht, dass eine Druckkraft im Druckgurt über den Mitnehmer oder über die Verankerung des Hilfsgurtes am Druckgurt auf den Hilfsgurt in eine Richtung nach vorne wirkt. Durch die Umlenkrollen wird die nach vorne gerichtete Druckkraft auf den Hilfsgurt in eine Zugkraft längs dem Hilfsgurt umgelenkt, welche am verankerten Längsende des Hilfsgurtes als Zugkraft im Wesentlichen in eine Richtung zu einem hinteren Skiende angreift. Die Zugkraft wirkt dabei insbesondere zwischen dem im Skikörper verankerten Längsende des Hilfsgurtes und der Befestigung der Umlenkelemente, z. B. der Umlenkrollen am Skikörper. Insbesondere definiert damit der Bereich zwischen dem verankerten Längsende des Hilfsgurtes und der Befestigung der Umlenkrollen am Skikörper den Lenkbereich des Skis, d. h. den Längsbereich des Skis, welcher aufgrund der Zugkraft durchgebogen wird.

    [0051] Ebenso ist aber auch denkbar, dass ein auf Zug belastbarer Zuggurt über einen durch Umlenkrollen umgelenkten Hilfsgurt mit der Zugkraft auf den Lenkbereich des Skis wirkt. Anstatt Umlenkrollen kann die Umlenkung aber auch durch andere Elemente erreicht werden. Grundsätzlich kann jede für eine Umlenkung geeignete Vorrichtung oder jedes geeignete Element zur Anwendung kommen. Es können z. B. direkt am Skikörper oder am Druckgurt Zapfen oder eingekerbte Vorsprünge angeformt oder angebracht sein. Der Hilfsgurt und/oder der beispielsweise als Zuggurt ausgebildete Gurt ist dann z. B. um diese Umlenkelemente bildenden Zapfen oder Vorsprünge herumgeführt. Dabei ist der Hilfsgurt bzw. Gurt bevorzugt verschiebbar um die Umlenkelemente herumgeführt, d. h. mit Schlupf. Die Zugkraft bzw. der Zugweg kann im Wesentlichen betragsmässig gleich gross sein wie die Kraft bzw. die Verschiebung im Gurt. Ist jedoch eine Kraftüber- oder -untersetzung erwünscht, können die Umlenkrollen insbesondere auch exzentrisch gelagert sein, sodass sich bezüglich der Drehachse je nach Angriffspunkt des Hilfsgurtes an der Umlenkrolle eine unterschiedliche Hebelwirkung ergibt.

    [0052] Bevorzugt umfassen die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung ein verstellbares, insbesondere höhenverstellbares Stützelement, welches durch die Kraft längs des Gurtes bzw. eine Verschiebung des Gurtes verstellbar ist. Bevorzugt kommt ein verstellbares Stützelement bei einer Ausführung zur Anwendung, bei welcher ein Hilfsgurt mit beiden Längsenden im Sinne einer Sehne im Lenkbereich am Skikörper verankert ist. Ein verstellbares Stützelement kann aber auch bei als Zuggurten ausgebildeten Gurten als zusätzliches, die Zugkraft verstärkendes Element vorhanden sein, welches beispielsweise über einen zusätzlich am Ski vorhanden Gurt verstellt wird. Im Folgenden ist das Stützelement anhand des Beispiels eines mit beiden Längsenden am Brettkörper verankerte Hilfsgurts beschrieben.

    [0053] Der Hilfsgurt ist weitgehend straff, sodass eine Auslenkung im Wesentlichen quer zum Hilfsgurt eine Zugkraft längs des Hilfsgurts erzeugen kann. Das verstellbare Stützelement ist derart am Hilfsgurt abgestützt, dass es bei Verstellung den Hilfsgurt quer zu einer Längsrichtung des Hilfsgurtes auslenkt. Dabei kann das Stützelement am Skikörper abgestützt sein. Ein Vorteil einer Abstützung am Skikörper liegt z. B. in einer Steuerbarkeit bzw. Festlegbarkeit des Biegeschwerpunkts der Durchbiegung. Je nachdem wo das Stützelement am Skikörper abgestützt ist, kann die Durchbiegung, insbesondere die Form der Durchbiegung, gesteuert werden. Es ist z. B. möglich, dass am Ort der Abstützung des Stützelements am Skikörper z. B. ein minimaler Krümmungsradius der Durchbiegung, d. h. eine maximale Durchbiegung, erzeugt wird. Bevorzugt umfasst das Stützelement dabei einen um eine Querachse verschwenkbar am Brettkörper angelenkten Hebel, der aufgrund der Kraft längs des Gurtes bzw. aufgrund einer Verschiebung eines freien Endes des Gurtes verschwenkt werden kann und derart mit dem Hilfsgurt zusammenwirkt, dass die Kraft längs des Gurtes, insbesondere über die Verstellung des Stützelements, eine Auslenkung des Hilfsgurtes quer zu einer Längsrichtung des Hilfsgurt bewirkt. Der Hilfsgurt kann dabei als im Wesentlichen reiner Zuggurt ausgebildet sein, kann aber auch eine gewisse Eigensteifigkeit aufweisen, beispielsweise im Sinne einer biegsamen Stange. Damit ergibt sich bei einer Auslenkung des Hilfsgurts quer zur Längsrichtung aufgrund der Steifigkeit die Kraftkomponente an den Enden, insbesondere auf die Verankerungsstellen des Hilfsgurts im Brettkörper, in Auslenkungsrichtung erhöhen lässt, d.h. eine Zugkraft an den Längsenden des Hilfsgurts Hilfsgurtes mit einer zusätzlichen Kraftkomponente versehen wird, welche quer bzw. schräg zum Hilfsgurt wirkt.

    [0054] Das Stützelement kann punktuell am Hilfsgurt oder am Gurt angestützt sein oder den Hilfsgurt bzw. den Gurt über einen gewissen Längenabschnitt unterstützen. Wir das Stützelement in diesem Fall verstellt, so wirkt es über den gesamten unterstützten Längenbereich auf den Hilfsgurt bzw. Gurt, wodurch sich eine deutlich höhere Zugspannung erzeugen lässt, als es bei einer rein punktuellen Unterstützung möglich ist.

    [0055] Es ist aber auch denkbar, dass zwei Hilfsgurte vorhanden sind und sich das Stützelement an den zwei Hilfsgurten abstützt. Es ist dann z. B. denkbar, dass das Stützelement sich am jeweils anderen Hilfsgurt abstützt und beide Hilfsgurte z. B. zu gleichen Teilen auslenkt. Insbesondere ist dies bei einer Ausführungsform denkbar, bei welchen das Stützelement den Hilfsgurt seitlich in einer im Wesentlichen zur Skioberfläche parallelen Richtung auslenkt. Eine Auslenkung parallel zur Skioberfläche kann eine bevorzugte Ausführungsform bilden, wenn z. B. die Bauhöhe der Übertragungselemente bzw. der gesamten Übertragungsvorrichtung so gering als möglich gehalten werden soll.

    [0056] Eine mögliche Ausführung eines derartigen Stützelements kann z. B. ein Gelenkviereck mit vier Eckgelenken und vier Gelenkarmen umfassen. Das Gelenkviereck ist dann beispielsweise mit einer Ebene des Gelenkvierecks parallel zur Skioberfläche am Skikörper angeordnet, derart, dass zwei gegenüberliegende Eckgelenke des Gelenkvierecks auf einer Mittellängsachse angeordnet sind. Ein vorderes der beiden in Längsrichtung angeordneten Eckgelenke ist dann z. B. am Skikörper abgestützt, während das gegenüberliegende Eckgelenk am vorderen Endbereich des Gurts befestigt ist. Erfolgt nun eine Verschiebung des Gurtes, so werden die beiden weiteren, freien, Eckgelenke je nach Kraft im Gurt, d. h. Zug- oder Druckkraft bzw. Verschiebung des Gurtes nach hinten oder nach vorne, quer zur Längsrichtung des Skis nach innen oder nach aussen bewegt bzw. gedrückt. An den freien Eckgelenken sind dann z. B. Mitnehmer ausgebildet, welche an jeweils einem im Sinne einer Sehne den Lenkbereich überspannenden Hilfsgurt entsprechend abgestützt sind und die Hilfsgurte nach aussen oder nach innen mitnehmen und somit seitlich, parallel zur Skioberfläche, auslenken.

    [0057] Eine Ausführungsform mit höhenverstellbarem Stützelement, welches den Hilfsgurt vom Ski weg auslenkt, hat den Vorteil, dass durch die Auslenkung des Hilfsgurtes nicht nur die Zugkraft im Hilfsgurt erzeugt wird sondern auch der Zugwinkel, d. h. der Winkel unter welchem die Zugkraft am Skikörper bei den verankerten Längsenden des Hilfsgurtes angreift, durch das Stützelement derart veränderbar ist, dass sich eine verbesserte Wirkung der Zugkraft zum Durchbiegen des Lenkbereichs ergibt. Insbesondere ergibt sich bei einer Ausführungsform mit einem höhenverstellbaren Stützelement, welches zwischen Skikörper und Hilfsgurt angeordnet ist, aus einer Höhenverstellung des Stützelementes eine seitliche Auslenkung des Hilfsgurtes vom Ski weg. Mit der Auslenkung vom Ski weg wird auch der Zugwinkel der im Hilfsgurt erzeugten Zugkraft vergrössert, so dass auch die für die Durchbiegung des Lenkbereichs wirksame Komponente der Zugkraft vergrössert wird. Eine mögliche Ausführung des höhenverstellbaren Elements umfasst z. B. einen um eine Querachse verschwenkbar am Skikörper angelenkten Hebel, welcher zwischen Hilfsgurt und Skikörper derart angeordnet ist, dass der Hilfsgurt über ein gelenkfernes Hebelende geführt ist und der Hebel aufgrund der Druckkraft des Druckgurtes verschwenkt werden kann.

    [0058] Es ist aber auch denkbar, das verstellbare Stützelement zwischen den beiden Befestigungsorten des Hilfsgurtes in Längsrichtung verschiebbar bzw. verstellbar auszugestalten, wobei es zwischen Hilfsgurt und Skikörper angeordnet ist. Aufgrund einer Verschiebung des Gurtes wird dann das Stützelement z. B. ebenfalls in Längsrichtung verschoben. Weist der Hilfsgurt zwischen den Befestigungsorten einen veränderlichen Abstand zum Skikörper auf, so kann im am Stützelement abgestützen Hilfsgurt durch die Verschiebung des Stützelements eine Zugspannung vergrössert bzw. verkleinert werden.

    [0059] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung ein Getriebe umfassen, welches form- und/oder kraftschlüssig mit dem Gurt und vorzugsweise mit dem Hilfsgurt zusammenwirkt. Insbesondere ist wenigstens ein Getrieberad vorhanden, welches form- oder kraftschlüssig mit dem Gurt zusammenwirkt, bevorzugt zwischen Gurt und Hilfsgurt wirkt. Das Getrieberad ist z. B. um eine vertikale Achse drehbar am Skikörper gelagert. Wird das Getrieberad z. B. durch ein Zahnrad gebildet, so sind bereichsweise am Gurt sowie am Hilfsgurt z. B. Zähne ausgebildet, welche in die Zahnräder eingreifen. Insbesondere greifen der Gurt und der Hilfsgurt dann an gegenüberliegenden Seiten der Lagerung in das wenigstens eine Zahnrad ein. Bei einer Verschiebung des Gurts in eine erste Richtung dreht sich das Zahnrad im entsprechenden Sinn und zwingt den Hilfsgurt zu einer Verschiebung in entgegen gesetzter Richtung. Es ist aber auch denkbar, dass Gurt und Hilfsgurt über mehrere Getriebezahnräder zusammenwirken, welche bei Bedarf auch eine Über- oder Untersetzung der Kräfte- bzw. Momentenübertragung erlauben. Ebenso sind auch ein oder mehrere kraftschlüssige Getrieberäder denkbar, welche das Getriebe bilden.

    [0060] Grundsätzlich können Getriebe in der Übertragungsvorrichtung aber auch derart eingesetzt werden, dass die Getriebeelemente nicht direkt mit dem Gurt und/oder dem Hilfsgurt zusammenwirken. In diesem Fall sind aber weitere Elemente der Übertragungsvorrichtung erforderlich, was im Allgemeinen aufgrund der damit zunehmenden Komplexität der Übertragungsvorrichtung nicht wünschenswert sein dürfte.

    [0061] Es ist aber auch denkbar, dass die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung eine Gelenkanordnung umfassen. Es ist z. B. eine Ausführung möglich, welche einen Gelenkarm umfasst, der an einem seiner Längsenden um eine vertikale Drehachse drehbar am Skikörper gelagert ist. Gurt sowie Hilfsgurt greifen dann z. B. auf der gleichen Seite der drehbaren Lagerung am Gelenkarm an. Damit wird z. B. eine Kraft-über oder - untersetzung erreicht, je nachdem, welcher der Gurte mit der kleineren Hebelwirkung am Gelenkarm angreift. Es sind aber auch beliebige weitere Ausführungen von Gelenken wie z. B. Gelenkvierecke, Storchenschnäbel oder ähnlich bekannte Gelenkanordnungen anwendbar. Grundsätzlich ist jede Gelenk- und/oder Getriebeanordnung, welche für die Übertragung von Kräften geeignet erscheint, bei einem erfindungsgemässen Ski anwendbar.

    [0062] Bevorzugt ist eine Ausführung der Erfindung, bei welcher die Übertragungselemente der Übertragungsvorrichtung ein Wippgelenk mit bezüglich der Gelenklagerung zwei gegenüberliegenden Armen umfassen. Das Wippgelenk ist dann bevorzugt um eine vertikale Achse drehbar am Skikörper gelagert. An einem der Arme greift der als Druck-oder Zuggurt ausgebildete Gurt verschwenkbar an und am zweiten, gegenüberliegenden Arm, greift vorzugsweise der Hilfsgurt an. Es kann aber auch eine weitere Wippe oder ein Getriebe mit dem gegenüberliegenden Arm zur Übertragung der Zugkraft zusammenwirken, sodass die Übertragungsvorrichtung gesamthaft mit einer Zugkraft am Lenkbereich angreift. Insbesondere kann dabei der Gurt in einem anderen Abstand von der Gelenklagerung, d. h. mit einem anderen Hebelarm, am Gelenkarm angreifen als der Hilfsgurt. Damit ergibt sich eine Über- bzw. Untersetzung der Kräfte- bzw. der Momentenübertragung. Der Hebelarm am Wippgelenk des Hilfsgurtes kann aber auch gleich gross sein wie der Hebelarm des Gurtes, wodurch sich eine betragsmässig gleich Übertragung der Momente ergibt.

    [0063] Die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung kann bei auf Druck sowie auch auf Zug belastbaren Gurten gleichermassen vorteilhaft zum Einsatz kommen. Je nach Art des Gurtes unterscheiden sich damit auch die Anforderungen an die Übertragungsvorrichtung.

    [0064] Für gewisse Skis kommt mit Vorteil ein im Wesentlichen auf Zug belastbarer Zuggurt zum Einsatz. Beispielsweise kann in verschiedenen Fällen eine Führung eines Zuggurts am Skikörper einfacher umgesetzt werden, als die Führung eines Druckgurtes. Der Zuggurt kann z. B. als Seil oder Band ausgebildet sein, welches ein Metall, ein Geflecht aus Metall, ein Geflecht aus Fasern oder andere geeignet erscheinende Materialien umfasst. Die Kraft längs des Zuggurtes ist dann eine Zugkraft, welche über eine Übertragungsvorrichtung auf den Lenkbereich wirken kann. Bei einer Ausführung eins dynamischen Skis mit Zuggurt ist der Gurt im Steuerbereich unterhalb des Brettkörpers, insbesondere unterhalb einer neutralen Faser des Brettkörpers bzw. des Skis, geführt. Damit wird bei einer positiven Durchbiegung im Steuerbereich eine Zugkraft im Zuggurt erzeugt, welche von der Übertragungsvorrichtung entnommen werden kann und auf den Lenkbereich übertragen werden kann.

    [0065] Erfindungsgemäss kann aber bei einem dynamischen Ski auch ein im Wesentlichen auf Druck belastbarer Druckgurt zum Einsatz kommen. Der Ski einer entsprechenden Ausführungsform umfasst neben dem Skikörper den auf Druck belastbaren Druckgurt, welcher an der wenigstens einen Stützstelle am Skikörper abgestützt und/oder verankert ist. Dabei ist der Druckgurt in dem wenigstens einen Steuerbereich bezüglich des Skikörpers in Längsrichtung des Schneegleitbretts im Wesentlichen parallel und längsverschiebbar geführt.

    [0066] Die Kraft längs des Druckgurtes aufgrund der Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich ist in diesem Fall eine Druckkraft, wobei der Druckgurt im Steuerbereich oberhalb des Brettkörpers, insbesondere oberhalb einer neutralen Faser des Brettkörpers, geführt ist und insbesondere der Druckgurt bezüglich der Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett zwangsgekoppelt ist. Ausführungen mit einem Druckgurt können aufgrund der besseren Kontrolle sowie einfacheren Entnahme der im Gurt erzeugten Kraft bevorzugt sein. Insbesondere bei Hochleistungsanwendungen ist im Allgemeinen ein Druckgurt zu bevorzugen, da diese typischerweise auf Druck und Zug belastbar sind und somit bei einfacherer Ausführung zusätzliche Funktionalität erlauben. Insbesondere kann damit auf einfache Art die Durchbiegung im Steuerbereich mit geringem Aufwand mit dem Lenkbereich zwangsgekoppelt werden. Ein in Längsrichtung verschiebbar geführter, im Steuerbereich zwangsgekoppelter Druckgurt vermag eine positive sowie eine negative Durchbiegung des Steuerbereichs des Skis in einer Verschiebung des Druckgurtes nach vorne bzw. nach hinten umzusetzen. Über eine geeignet ausgebildete Übertragungsvorrichtung kann diese Verschiebung dann in eine Durchbiegung des Lenkbereichs des Skis übertragen werden, wobei dieser dann je nach Anforderungen gleichsinnig oder gegensinnig wie der Steuerbereich durchgebogen werden kann. Derartige Ausführungen werden erst durch die erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung ermöglicht, welche eine Übertragung der im Druckgurt entstehenden Druckkraft in die Zugkraft auf den Lenkbereich ermöglicht. Zudem ermöglicht ein Druckgurt eine Ausführung des Skis, bei welchem die wesentlichen Teile des Gurtes, der Übertragungsvorrichtung sowie der Hilfsgurte an der Oberseite des Skikörpers ausgebildet sind.

    [0067] Um die beispielsweise im Druckgurt durch die Verschiebung im Steuerbereich erzeugte Druckkraft optimal für die Durchbiegung des Lenkbereichs umsetzen zu können, ist die Zugkraft auf den Lenkbereich vorzugsweise derart gerichtet, dass sie der Druckkraft des bzw. im Druckgurt im Wesentlichen entgegengerichtet ist. Dies ist insbesondere bevorzugt wenn die Stützstelle an einem vom Lenkbereich abgewandten Längsende des Skis angeordnet ist. Mit einer derartigen im Wesentlichen anti-parallelen Ausrichtung der Zugkraft zur Druckkraft wirkt der gesamte Kraftbetrag der Zugkraft in Längsrichtung des Skis und ist damit grundsätzlich für die Durchbiegung des Lenkbereichs verwendbar. Insbesondere kann aber auch im Fall eines Zuggurtes die Zugkraft längs des Gurtes der Zugkraft auf den Lenkbereich entgegengerichtet sein.

    [0068] Es ist hierbei jedoch durchaus denkbar, dass eine Abweichung der Zugkraftrichtung von der Längsrichtung oder der Richtung der Kraft im Gurt z. B. der Druckkraft des Druckgurts eine bevorzugte Abwandlung der Erfindung bilden kann. Derartige Abweichungen können erforderlich sein, um die Zugkraft von z. B. einer im Steuerbereich zentral geführten Druckstange auf Bereiche des Lenkbereichs zu übertragen, welche seitlich einer Mittelachse des Skis angeordnet sind.

    [0069] Insbesondere bei Ausführungsformen, bei welchen ein Druckgurt an einer Stützstelle nahe dem Lenkbereich am Brettkörper abgestützt ist, kann es jedoch auch bevorzugt sein, dass die Richtung der Zugkraft auf den Lenkbereich der Richtung der Kraft längs des Gurtes, insbesondere der Druckkraft des Druckgurtes, im Wesentlichen gleich gerichtet ist. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform umfasst dabei einen Druckgurt, welcher in einem vorderen Bereich des Skis am Lenkbereich über die Stützstelle abgestützt ist. Das freie Ende des Druckgurtes ist dann an einem hinteren Skiende angeordnet und wird bei einer Durchbiegung im Steuerbereich nach hinten verschoben. Am freien Ende ist beispielsweise ein auf Zug belastbarer Hilfsgurt verankert, welcher im Steuerbereich unterhalb des Skis zum Lenkbereich geführt ist, wo er oberhalb des Skis am Brettkörper verankert ist. Bei einer derartigen Anordnung "fühlt" nicht nur der Druckgurt die Durchbiegung des Skis sondern zusätzlich und verstärkend auch der unterhalb des Skis geführte Hilfsgurt, welcher aufgrund der Durchbiegung zusätzlich gedehnt wird. Die Kräfte im Gurt sowie im Hilfsgurt sind somit gleichgerichtet. Indem der Hilfsgurt direkt im Lenkbereich angreift ist somit auch die Zugkraft auf den Lenkbereich der Kraft längs des Gurtes im Wesentlichen gleichgerichtet. Damit ergibt sich insbesondere auch ein Beispiel für eine Ausführung der Übertragungsvorrichtung, welche nicht nur die Kraft längs des Gurtes überträgt, sondern zusätzlich die Funktion eines Verstärkers übernimmt, welcher die Kraft längs des Gurtes vergrössert indem die Durchbiegung des Skis besser genutzt wird. Die aufgrund einer Durchbiegung des Skis auch im Hilfsgurt selbst erzeugte zusätzliche Zugkraft addiert sich zu der durch den Hilfsgurt vom Druckgurt übertragenen Kraft weitgehend hinzu. Grundsätzlich sind Ausführungen mit sowohl gleich- als auch entgegengerichteten Kräften denkbar, wobei jedoch aufgrund der konkreten Anforderungen an den Ski abzuwägen ist, welche Lösung die grösseren Vorteile bietet. Die Übertragungsvorrichtung ist je nach Ausführung derart auszugestalten, dass letztlich die Kraft längs des Gurtes auf optimale Weise in die Zugkraft auf den Lenkbereich übertragen wird.

    [0070] In verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung ist möglicherweise eine betragsmässige eins-zu-eins Übertragung der Kraft längs des Gurtes als Zugkraft auf den Lenkbereich des Skis wünschenswert. Mit einer betragsmässig unterschiedlichen Übertragung der Kräfte kann der erfindungsgemässe Ski aber noch vielseitiger angewendet werden. Die Übertragungsvorrichtung weist dann eine Über- oder Untersetzung der auftretenden Kräfte bzw. Momente auf. Es ist z. B. denkbar, die Kraftwirkung auf den Lenkbereich zu verstärken, indem die Zugkraft einen höheren Betrag aufweist als die Kraft längs des Gurtes. Damit lässt sich z. B. bereits bei einer geringen Durchbiegung im Steuerbereich ein grösserer Durchbiegungseffekt im Lenkbereich erzielen. Die Über- bzw. Untersetzung kann in einer Variante der Erfindung durch den Skiläufer einstellbar sein, sodass der Ski den momentanen Verhältnissen angepasst werden kann. Gesamthaft erlaubt eine derartige Übertragungsvorrichtung somit je nach Anforderung eine Übertragung der Druckkräfte im Druckgurt in Zugkräfte auf den Lenkbereich, welche sich richtungsmässig und/oder betragsmässig von der Druckkraft unterscheiden. Ein betragsmässiger Unterschied der Zugkraft gegenüber der Kraft längs des Gurtes kann aber auch beispielsweise durch eine dynamische Ausgestaltung des Hilfsgurt erreicht werden, z. B. indem der Hilfsgurt elastisch ist. Der Hilfsgurt überträgt dann die Kräfte des Gurtes z. B. in Abhängigkeit der momentanen Dehnung auf verschiedene Arten.

    [0071] Grundsätzlich kann eine dynamische Ausbildung des Hilfsgurtes und/oder des Gurtes bei allen Umsetzungen der Erfindung eine bevorzugte Ausführungsform bilden. Ein z. B. elastischer Gurt kann eine derartige Dehnfähigkeit aufweisen, dass auftretende Schwingungen in Gurt gedämpft werden, ohne die Kraft übertragende Wirkung des Gurtes wesentlich zu beeinträchtigen. Dasselbe gilt für den Hilfsgurt, welcher ebenfalls elastisch ausgebildet sein kann. Es ist aber denkbar, dass eine gewisse Dehnfähigkeit auch bei der Funktionalität des Gurtes bzw. der Hilfsgurtes oder der Übertragungsvorrichtung eine Rolle spielen kann indem der jeweilige Gurt z. B. in Abhängigkeit der Dehnfähigkeit Kräfte verschieden stark überträgt. Aufgrund der Elastizität kann aber auch eine Kraft im Gurt gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden, was unter Umständen mit Vorteil eingesetzt werden kann.

    [0072] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Schneegleitbrett aufgrund der Zugkraft im Lenkbereich bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung im Wesentlichen über die gesamte Breite des Schneegleitbretts weitgehend gleichmässig durchgebogen. Wie eingangs bereits erwähnt, kann jedoch auch mit Vorteil ein Lenkbereich an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Zugkräften beaufschlagt werden, wodurch sich z. B. zusätzlich zur Durchbiegung beispielsweise eine Verwindung des Skis um die Längsachse ergibt. Denkbar ist dabei beispielsweise ein Angreifen der von der Übertragungsvorrichtung übertragenen Zugkraft in beispielsweise zwei verschieden weit von der Mittelachse beabstandeten Angriffsstellen im Lenkbereich.

    [0073] Für einen vielseitig anwendbaren Ski kann es aber von Vorteil sein, eine Durchbiegung im Lenkbereich quer zur Längsrichtung gleichmässig zu gestalten, sodass bei der Benutzung nicht zwischen einem rechten oder linken Ski unterschieden werden muss. Es gibt jedoch andere Anwendungsbereiche (z. B. Ski-Rennfahren, professioneller Ski-Bereich) in welchem eine Optimierung des Durchbiegeverhaltens im Lenkbereich auch in einer Richtung quer zum Ski von Nutzen sein kann. Insbesondere ist in diesen Fällen mit der erfindungsgemässen Übertragungsvorrichtung die Zugkraft derart auf den Lenkbereich übertragbar, dass neben der Durchbiegung auch eine Verwindung quer zur Längsrichtung des Skis erzeugbar ist. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist der Brettkörper in einem Längenbereich des Lenkbereichs in mehrere, bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige, Abschnitte unterteilt. Dabei wird wenigstens einer der mehreren Abschnitte mit der Zugkraft beaufschlagt. In einer Variante werden die mehreren Abschnitte mit beispielsweise betragsmässig und/oder richtungsmässig unterschiedlichen Zugkräfte beaufschlagt. Eine selektive Zugkraft-Beaufschlagung der einzelnen Abschnitte ist aber nicht erforderlich. Eine Unterteilung des Lenkbereichs in mehrere Abschnitte kann z. B. auch bei den bereits oben beschriebenen symmetrischen Zugkräften auf den Lenkbereich eine bevorzugte Ausführung sein.

    [0074] Bevorzugt ist der Lenkbereich dabei in einen inneren und einen äusseren Abschnitt unterteilt. Innen und aussen liegend bezieht sich hierbei auf die Anordnung der Skis bei einer Benutzung durch einen Skiläufer. Jeder Ski hat während der Benutzung eine jeweils dem anderen Ski zugewandte Seite, die im Folgenden mit innen liegend bezeichnet wird. Entsprechend ist eine vom anderen Ski abgewandte Seite als aussen liegend bezeichnet.

    [0075] In einer je nach Anforderung bevorzugten Ausführungsform greift weitgehend die gesamte Zugkraft am innen liegenden Abschnitt an, während der aussen liegende Abschnitt mit keiner Zugkraft beaufschlagt ist. Bei einer derartigen Ausführungsform wird nur der innen liegende Bereich des Lenkbereichs durchgebogen, während der aussen liegende Abschnitt weitgehend unverändert verbleibt. Besonders vorteilhaft ist hierbei eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Skis mit einem in zwei Hälften unterteilten Lenkbereich. Die Übertragungsvorrichtung ist dann beispielsweise derart ausgebildet, dass sie nur eine Zugkraft auf den jeweils innen liegenden Abschnitt des Lenkbereichs überträgt. In einer Abwandlung überträgt die Übertragungsvorrichtung verschieden grosse Zugkräfte auf die jeweiligen Abschnitte des Lenkbereichs.

    [0076] Eine Unterteilung des Lenkbereichs in die oben genannten Abschnitte kann aber auch bei einer betragsmässig symmetrischen Beaufschlagung mit einer Zugkraft von Vorteil sein. Insbesondere sind dabei mit Vorteil die Abschnitte des Lenkbereichs bezüglich der Längsmittelachse des Skis ebenfalls symmetrisch ausgebildet. In einer so gearteten bevorzugten Ausführungsform weist ein Lenkbereich beispielsweise einen mittigen Teilungsschlitz auf und eine Übertragungsvorrichtung des Skis umfasst einen Hilfsgurt, welcher mit jeweils einem seiner beiden Längsenden in einem der beiden durch den Schlitz gebildeten Abschnitte angreift. Die Übertragungsvorrichtung umfasst dann beispielsweise eine am Gurt befestigte Umlenkrolle, um welche die so vom Hilfsgurt gebildete Schlaufe teilweise herumgeführt ist, derart, dass die Umlenkrolle bei einer Verschiebung den Hilfsgurt spannt, d.h. eine Zugkraft im Hilfsgurt erzeugt. Aufgrund der Führung um die Umlenkrolle herum ist die Zugkraft längs des gesamten Hilfsgurts zu jedem Zeitpunkt betragsmässig weitgehend konstant. Je nach momentaner Durchbiegung im jeweiligen Abschnitt z. B. bei einer Kurvenfahrt ergibt sich jedoch ein unterschiedlicher Angriffswinkel der Zugkraft, was vorteilhaft genutzt werden kann und eine weitere Anpassung des erfindungsgemässen Skis erlaubt.

    [0077] Die Abschnitte des Längsbereichs erlauben somit bei einer geeigneten Zugkraftverteilung eine gezielte, abschnittweise Durchbiegung des Lenkbereichs, welche das Einlenken des Skis an ein gewünschtes Kurvenverhalten anpassbar macht. Insbesondere kann beispielsweise auch die Zugkraftverteilung auf die verschiedenen Abschnitte vom Skiläufer voreingestellt werden, um den Ski den momentanen Erfordernissen anpassen zu können.

    [0078] Grundsätzlich ist somit festzuhalten, dass ein in Abschnitte unterteilter Lenkbereich die vielseitige Anwendbarkeit des erfindungsgemässen Skis weiter verbessert. Gesamthaft sind symmetrische und asymmetrische Ausführungen der bezüglich einer Längsdurchbiegung unabhängigen Lenkbereichsabschnitte denkbar, wobei auch die Zugkraft bzw. die Zugkräfte betrags- und/oder richtungsmässig symmetrisch oder asymmetrisch an den jeweiligen Abschnitten angreifen können.

    [0079] In einer weiteren Abwandlung der Erfindung kann auch der Steuerbereich des Skis mehrere bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte aufweisen. Damit kann der Vorteil erreicht werden, dass beispielsweise ein in einem der Abschnitte des Steuerbereichs angeordneter Gurt eine Durchbiegung eines weiteren der Abschnitte nicht "fühlt", d.h. aus der Durchbiegung im weiteren Abschnitt sich keine oder nur eine geringe Verschiebung des Gurts gegenüber dem Brettkörper ergibt. Mit einer derartigen Unterteilung des Steuerbereichs kann somit eine selektivere Steuerung der Verschiebung des Gurts erreicht werden, wobei insbesondere eine besonders starke oder eine besonders schwache Verschiebung erreicht werden kann.

    [0080] In allen vorgenannten Ausführungsformen ist es denkbar, mehrere Gurte an einem Ski vorzusehen. Die mehreren Gurte können dabei z. B. direkt oder indirekt auf einen oder mehrere der Lenkbereiche des Skis wirken (insbesondere bei Zuggurten). Die Gurte können aber auch über eine gemeinsame erfindungsgemässe Übertragungsvorrichtung auf einen oder mehrere Lenkbereiche des Skis wirken oder über mehrere, z. B. zu jedem Gurt gehörige Übertragungsvorrichtung, den oder die Lenkbereiche bzw. Abschnitte der Lenkbereiche der Skis mit entsprechenden Zugkräften beaufschlagen.

    [0081] In sämtlichen Fällen sind die Gurte dabei bevorzugt im Wesentlichen parallel und in Längsrichtung des Skis geführt, um Druck- bzw. Zugkräfte längs der Gurte aufgrund einer Längsdurchbiegung des Skis optimal übertragen zu können. Je nach Anforderung ist es aber auch denkbar, dass in einer anderen Ausführungsform Abweichungen von einer parallelen Ausrichtung, z. B. eine konvergierende Anordnung, bevorzugt ist, um z. B. auch die Querbiegung (Torsion) bei einer Verwindung des Skis im Steuerbereich umsetzen zu können. In diesem Fall ist es z. B. auch denkbar, dass eine asymmetrische Anordnung der Gurte bezüglich einer Längsachse des Skis eine bevorzugte Ausführung bildet. Bevorzugt sind die mehreren Gurte aber symmetrisch angeordnet, um eine Längsdurchbiegung im Steuerbereich symmetrisch in Kraftwirkungen umsetzen zu können.

    [0082] Eine mögliche Ausführungsform umfasst z. B. zwei im Wesentlichen parallel geführte Druckgurte mit Steuerbereichen in verschiedenen Längsbereichen des Skis, wobei die Druckgurte mit jeweils einer zugehörigen Übertragungsvorrichtung mit einer Zugkraft auf jeweils einen Lenkbereich wirken, wobei die beiden Lenkbereiche der beiden Gurte einander gegenüberliegend am Ski angeordnet sind. Einer der Druckgurte kann z. B. einen vorderen/mittleren Steuerbereich aufweisen und auf einen Lenkbereich im hinteren Skiendbereich wirken, während der dazu im Wesentlichen parallele zweite Druckgurt einen hinteren/mittleren Steuerbereich hat und mit einer Zugkraft auf einen Lenkbereich im vorderen Skiendbereich wirkt. Es versteht sich, dass auch diese Ausführungsform abgewandelt sein kann wie z. B. eine andere Ausgestaltung der Steuerbereiche und/oder eine gemeinsame Umlenkvorrichtung für beide Druckgurte.

    [0083] Eine ähnliche Ausführung ist mit einem System aus zwei Gurten denkbar, wobei der Steuerbereich eines ersten Gurtes einen vorderen/mittleren Steuerbereich aufweist und auf einen Lenkbereich im hinteren Skiendbereich wirkt und der zweite Gurt einen hinteren/mittleren Steuerbereich aufweist und auf einen Lenkbereich im vorderen Skiendbereich wirkt.

    [0084] Ausführungen mit Druck- und Zuggurten gemäss sämtlichen beschriebenen Ausführungsformen können grundsätzlich frei kombiniert werden. Insbesondere sind erfindungsgemässe Skis denkbar, bei welchen ein oder mehrere Druckgurte und ein oder mehrere Zuggurt derart mit einander zusammenwirken bzw. mit der Übertragungsvorrichtung zusammenwirken, dass sich die durchbiegende Wirkung, d. h. die längs der Gurte erzeugten Kräfte, welche durch die Übertragungsvorrichtung als Zugkräfte auf den Lenkbereich übertragen werden, vollständig oder teilweise kumulieren. Hierbei können zwei oder auch mehrere der verschiedenen oben sowie im Folgenden beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung in einer einzigen Ausführung eines erfindungsgemässen Skis miteinander kombiniert werden.

    [0085] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem oben genannten technischen Gebiet zugehöriges Schneegleitbrett, insbesondere einen Ski, mit einem im Wesentlichen auf Zug belastbaren Zuggurt zur Druckkontrolle zu schaffen, welches die Möglichkeit bietet, das Durchbiegungsverhalten des Schneegleitbrettes vielseitiger zu gestalten und zu verbessern.

    [0086] Zur Lösung der weiteren Aufgabenstellung umfasst ein Schneegleitbrett gemäss der Erfindung einen Brettkörper und einen im Wesentlichen auf Zug belastbaren Zuggurt, welcher an wenigstens einer Stützstelle am Brettkörper verankert ist, wobei der Zuggurt in wenigstens einem Steuerbereich längsverschiebbar geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich mit dem Schneegleitbrett gekoppelt ist. Das Schneegleitbrett ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorhanden sind, welche eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich sich ergebende Kraft längs des Zuggurtes in eine Zugkraft übertragen, die in einem Lenkbereich an einem Längsende des Schneegleitbretts am Brettkörper derart angreift, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich durchgebogen wird. Insbesondere wird das Schneegleitbrett im Lenkbereich von einer Unterlage abgehoben, d. h. positiv durchgebogen.

    [0087] Dieser Aspekt der Erfindung sowie die im Folgenden beschriebenen Abwandlungen können auch bei sämtlichen oben beschriebenen Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Skis mit einer Übertragungsvorrichtung zur Anwendung kommen bzw. mit diesen im Sinne der Erfindung kombiniert werden. Dabei ist es z. B. denkbar, dass Gurtsysteme mit und ohne Übertragungsvorrichtung am selben Ski vorgesehen sind.

    [0088] Wie oben wird im Folgenden z. B. "Ski", "Skikörper", "Skieendbereich" etc. als stellvertretend aber nicht einschränkend für "Schneegleitbrett" und die entsprechenden Begriffe verwendet. Auch weitere Konventionen wie "vorne", "hinten", "oben" und "unten" werden in Bezug auf den Ski bzw. den Skikörper wie im obigen Teil der Anmeldung verwendet.

    [0089] Bevorzugt ist der Zuggurt im Lenkbereich oberhalb des Skikörpers, insbesondere oberhalb der neutralen Faser des Brettkörpers, geführt. Mit der Führung oberhalb des Skikörpers und dem Angreifen des Zuggurts im Lenkbereich wird erreicht, dass eine im Zuggurt erzeugte Zugspannung an einer Oberseite des Skis im Lenkbereich am Skikörper angreifen kann. Aufgrund der Führung des Zuggurts im Steuerbereich unterhalb des Skikörpers wird erreicht, dass bei einer positiven Durchbiegung des Skis eine Zugspannung im Zuggurt erzeugt wird. Dies ist insbesondere eine Folge der beidseitigen Verankerung (Stützstelle, Angreifen im Lenkbereich) des Zuggurts am Skikörper. Als Zuggurt kommt dabei jedes für eine Übertragung einer Zugkraft geeignete Material in einer geeigneten Ausführung in Frage. Insbesondere kann der Zuggurt z. B. durch ein Band oder ein Seil gebildet sein, welches z. B. Fasern aus z. B. Aramid oder einem Metall umfasst. Ebenso kann ein Zuggurt aber auch aus einem vergleichsweise steifen Material ausgebildet sein und gleichzeitig auch auf Druck belastbar sein. Es sind aber auch andere Ausführungen aus anderen Materialien und/oder Formen denkbar. Die oben erwähnten Material- und Formbeispiele stellen hierbei keine erschöpfende Aufzählung dar und sind als exemplarische Varianten zu verstehen.

    [0090] Erfindungsgemäss muss der Zuggurt nicht vorgespannt sein, soll aber kein Spiel aufweisen, um auch schon bei einer geringen Durchbiegung eine merkliche Erhöhung der Zugkraft im Zuggurt zur Folge zu haben. Es ist aber auch denkbar, dass der Zuggurt sofern erforderlich eine Vorspannung aufweist, welche z. B. auch vom Skiläufer eingestellt werden kann, um die Reaktion des Lenkbereichs des Skis auf eine Durchbiegung im Steuerbereich z. B. den persönlichen Bedürfnissen oder der Disziplin, bei welcher das Schneegleitbrett zur Anwendung kommt, anzupassen.

    [0091] Die Zugkraft kann damit derart eingesetzt werden, dass der Lenkbereich bei einer positiven Durchbiegung des Steuerbereichs ebenfalls eine positive Krümmung bzw. Durchbiegung erfährt. Die gleichsinnige Krümmung wird in dieser Ausführungsform der Erfindung durch Überkreuzen von Druckgurt (Skikörper) und Zuggurt erreicht, z. B. an einem Übergang vom Steuerbereich zum Lenkbereich. Eine Überkreuzung kann z. B. durch eine einfache Durchführung des Zuggurtes durch den Skikörper ausgebildet sein. Hierzu ist im Skikörper beispielsweise eine Durchtrittsöffnung ausgebildet, durch welche der Zuggurt von der Unterseite des Skis im Steuerbereich an die Oberseite des Skis im Lenkbereich hindurch treten kann.

    [0092] Insbesondere ist in einer bevorzugten Ausführungsform ein weiterer Lenkbereich vorhanden, wobei die Mittel die Kraft längs des Zuggurtes als Zugkraft auf beide Lenkbereiche übertragen, sodass das Schneegleitbrett bei einer Durchbiegung im Steuerbereich in beiden Lenkbereichen durchgebogen wird.

    [0093] Bevorzugt sind die beiden Lenkbereiche an gegenüberliegenden Längsenden des Skis ausgebildet, d. h. jeweils ein Lenkbereich an einem vorderen und an einem hinteren Längsende.

    [0094] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Zuggurt, insbesondere im Sinne eines Flaschenzugs, im Steuerbereich in mehrfach alternierenden Abschnitten in Längsrichtung parallel geführt. An den extremalen Längspositionen, d. h. an den jeweils vorderen und hinteren Umkehrpunkten der alternierenden mehrfachen Längsführung, ist der Zuggurt derart gelagert, dass eine Längsverschiebung eines der Abschnitte bzw. eine Kraft längs einem der Abschnitte auf einen mit diesem Abschnitt verbundenen weiteren Abschnitt übertragbar ist. Insbesondere ist der Zuggurt dabei mit Schlupf am Skikörper gelagert. Vorzugsweise ist der Zuggurt derart gelagert, dass er im Steuerbereich von der Unterseite um die Lagerung im bzw. am Skikörper herum wieder an die Unterseite geführt ist. Bei einer Längsverschiebung in einem der parallelen Abschnitte kann diese auf den nächsten, insbesondere benachbarten, Abschnitt übertragen werden. Damit ergibt sich eine flaschenzugähnliche Konstruktion, welche aufgrund der alternierenden Mehrfachführung im Steuerbereich erlaubt, eine Durchbiegung im Steuerbereich verstärkt zu "fühlen", d. h. eine Durchbiegung erzeugt eine grössere Verschiebung des Zuggurts im Lenkbereich, als es bei einer einfachen Längsführung der Fall wäre. In erster Näherung multipliziert sich die Längsverschiebung des Zuggurts im Lenkbereich gegenüber einer einfachen Führung mit der Anzahl der parallelen Abschnitte im Steuerbereich.

    [0095] Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemässes Schneegleitbrett mit einem Zuggurt und einem Brettkörper, welcher, im Wesentlichen im Längenbereich des Lenkbereichs, in mehrere bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte unterteilt ist. Dabei werden mit Vorteil die einzelnen Abschnitte mit unterschiedlichen Zugkräften beaufschlagt. Insbesondere ist der Lenkbereich in einen inneren und einen äusseren Abschnitt unterteilt, wobei der Zuggurt mit der Zugkraft am innen liegenden Abschnitt angreift, während der aussen liegende Abschnitt mit keiner oder nur einer geringen Zugkraft beaufschlagt ist. Wie bereits weiter oben beschrieben, sind bei einer Unterteilung des Lenkbereichs in hinsichtlich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige Abschnitte symmetrische und asymmetrische Ausführungen denkbar, wobei auch die Zugkräfte auf die jeweiligen Abschnitte betrags- und/oder richtungsmässig symmetrisch oder asymmetrisch angreifen können.

    [0096] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.

    Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0097] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen schematisch:
    Fig. 1 a
    Eine Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Ski mit Umlenkrollen;
    Fig. 1 b
    Eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 1 a;
    Fig. 1c
    Eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 1b in einem gekrümmten Zustand;
    Fig. 1 d
    Eine Teilansicht einer weiteren Ausführungsform einer Übertragungsvorrichtung mit Umlenkrollen in einer Draufsicht;
    Fig. 2a
    Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Ski mit höhenverstellbarem Stützelement;
    Fig. 2b
    Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 2a;
    Fig. 2c
    Vergrösserte Teilansicht als Funktionsskizze eines Lenkbereichs eines Skis gemäss Fig. 2a-b;
    Fig. 3
    Teildraufsicht einer Übertragungsvorrichtung mit einem Wippgelenk;
    Fig. 4
    Teildraufsicht einer Übertragungsvorrichtung mit einem Getriebe;
    Fig. 5a
    Draufsicht auf einen nicht erfindungsgemässen Ski mit auf Zug belastbaren Zuggurt;
    Fig. 5b
    Seitenansicht des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 5a;
    Fig. 5c
    Seitenansicht einer Abwandlung des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig.5b;
    Fig. 5d
    Seitenansicht einer Abwandlung des nicht erfindungsgemässen Skis gemäss Fig. 5b;
    Fig. 6a
    Draufsicht auf einen Ski mit nach hinten verschiebbarem Druckgurt und einem Hilfsgurt;
    Fig. 6b
    Seitenansicht eines Skis gemäss Fig. 6a;
    Fig. 7a
    Draufsicht auf einen Ski mit einem in Längsrichtung gespaltenen Lenkbereich;
    Fig. 7b
    Seitenansicht eines Skis gemäss Fig. 7a;
    Fig. 8a
    Prinzipskizze einer Übertragungsvorrichtung mit einem Hebelelement;
    Fig. 8b
    Seitenansicht eines Skis mit einer Übertragungsvorrichtung mit einem Hebelelement.


    [0098] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

    Wege zur Ausführung der Erfindung



    [0099] Figur 1a zeigt eine Draufsicht und Fig. 1b zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemässen Skis 1 mit einem Skikörper 2, einem als Druckstange 3 ausgebildeten Druckgurt und einer Übertragungsvorrichtung 4. Der Ski 1 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung vorne liegenden Bereich 21 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen Skiern der Fall ist.

    [0100] Die Druckstange 3 hat in der Darstellung der Fig.1a-d eine Länge, welche etwa zwei Dritteln der gesamten Länge des Skis 1 entspricht. Die Druckstange 3 ist dabei in einem hinteren Bereich des Skis 1 angeordnet, welcher etwa zwei Drittel der Länge des Skis umfasst. Die Druckstange 3 ist in Längsrichtung A des Skis 1 und mittig bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung A angeordnet, derart, dass ein hinteres Längsende 5 der Druckstange 3 im Wesentlichen mit einem hinteren Längsende 6 des Skiköpers 2 abschliesst. In einem Bereich am Längsende 5 ist die Druckstange 3 an einer Stützstelle 7 mit dem Skikörper 2 verbunden. Über die restliche Länge der Druckstange 3 ist diese gegenüber dem Skikörper 2 in Längsrichtung verschiebbar, einen Steuerbereich 10 bildend geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt). Im Steuerbereich 10 des Skis 1 ist die Druckstange 3 insbesondere bei einer Durchbiegung des Skis 1 über die Stützstelle 7 am Skikörper 2 abgestützt gegenüber dem Skikörper 2 verschiebbar. Bei einer positiven Durchbiegung des Steuerbereichs 10, d. h. wenn das hintere Skiende 6 gegenüber einem mittleren Bereich des Skis 1 von einer Unterlage abgehoben wird, erfolgt eine Verschiebung eines vorderen Längsendes 8 der Druckstange 3 aus einer Ruhelage 11 gegenüber dem Skikörper 2 in Richtung zu einem vorderen Längsende 9 des Skis 1 hin. Die Ruhelage 11 ist dabei durch die Lage des Längsendes 8 definiert, wenn keine äusseren Belastungen auf den Ski 1 wirken.

    [0101] Die Übertragungsvorrichtung 4 ist im Wesentlichen in einem vorderen Drittel des Skis 1 angeordnet. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung 4 zwei im Wesentlichen auf Zug belastbare Hilfsgurte 13.1 und 13.2 sowie zwei Umlenkrollen 14.1 und 14.2, welche jeweils oberhalb des Skikörpers 2 bezüglich einer Ebene E, welche senkrecht auf einer Skioberseite 16 steht und die Längsachse A beinhaltet, symmetrisch angeordnet sind. Die Hilfsgurte 13 weisen dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 sind dabei beidseitig der Druckstange 3 von der Ruheposition 11 zum hinteren Skiende 6 hin zurückversetzt angeordnet. Die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 sind mit senkrecht zur Skioberfläche 16 angeordneten Achsen 15.1 und 15.2 drehbar am Skikörper 2 angebracht. Die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 sind einerseits jeweils mit einem Längsende 17.1 und 17.2 im aufgebogenen Bereich 21 von oben her im bzw. am Skikörper 2 verankert. Der Bereich zwischen den verankerten Längsenden 17 und den Umlenkrollen 14 bildet einen Lenkbereich 12 des Skis 1, wobei die Umlenkrollen 14 an einem hinteren Längsende 19 des Lenkbereichs angeordnet sind und die verankerten Längsenden 17 an einem vorderen Längsende 18 des Lenkbereichs 12. Der Steuerbereich 10 überlappt somit mit dem Lenkbereich 12 den Längenbetrag, um welchen die Umlenkrollen 14 gegenüber dem Längsende 8 nach hinten versetzt sind.

    [0102] Mit ihren weiteren Längsenden 20.1 und 20.2 sind die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 in einem Bereich am vorderen Längsende 8 der Druckstange 3 befestigt. Von den Längsenden 17.1 und 17.2 sind die Hilfsgurte 13 jeweils bezüglich einer Ebene E, welche senkrecht auf der Skioberfläche 16 steht und die Längsrichtung A beinhaltet, von aussen an die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herangeführt und im Wesentlichen um eine halbe Umdrehung um diese herumgeführt. Nach der halben Umdrehung sind die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 von den Umlenkrollen 14.1 und 14.2 weg und zum Bereich am Längsende 8 der Druckstange 3 geführt, an welchem die Längsenden 20.1 und 20.2 verankert sind.

    [0103] Die Hilfsgurte 13 sind in der Darstellung der Fig. 1a-c zwischen den Längsenden 17 und den Umlenkrollen 14 frei schwebend geführt, kann in einer nicht dargestellten Ausführungsform aber auch auf einem z. B. nach oben gewölbten flexiblen Schuh frei gleitend geführt liegen. Insbesondere greifen die Hilfsgurte 13 unter einem Winkel α zur Oberfläche des Skis 1 am Skikörper 2 an. Es ist hierbei aber ebenso denkbar, dass die Hilfsgurte 13 überdeckt, z. B. teilweise im Skikörper 2, geführt sind.

    [0104] Wird nun das vordere Längsende 8 der Druckstange 3 zum vorderen Skiende 9 hin verschoben, so wirkt über die Stützstelle 7 eine Druckkraft 30 längs der Druckstange 3, welche ebenfalls zum vorderen Skiende 9 gerichtet ist. Da die Längsenden 20 der Hilfsgurte 13 an der Druckstange 3 verankert sind, werden diese ebenfalls zum vorderen Skiende 9 hin bewegt bzw. gedrückt. Über die auf Zug belastbaren Hilfsgurte 13.1 und 13.2 werden die so erzeugten Zugkräfte 32.1 und 32.2 auf die Längsenden 20.1 und 20.2 längs der Hilfsgurte 13.1 und 13.2 auf die Längsenden 17.1 und 17. 2 übertragen.

    [0105] Da die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 um eine im Wesentlichen halbe Umdrehung um die jeweilige Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herumgeführt sind, sind die auf die Längsenden 17.1 und 17.2 resultierenden Zugkräfte 31.1 und 31.2 der Druckkraft 13 entgegengerichtet, d. h. zum hinteren Skiende 6 hin. Da die Längsenden 17 im Skikörper verankert sind, wirken die Zugkräfte 31 auf den Lenkbereich 12 des Skis 1.

    [0106] Figur 1c zeigt eine Seitenansicht des Skis 1 in einem positiv durchgebogenen Zustand. Insbesondere ist der Ski 1 derart in Längsrichtung A durchgebogen, dass der Ski 1 im Steuerbereich 10 eine Krümmung aufweist, welche in der Fig. 1 c als Kreisbogen 33 angedeutet ist. Die Darstellung der Fig. 1 c ist derart gegenüber den Fig. 1 a und 1b ausgerichtet, dass das hintere Längsende 19 des Lenkbereichs 12 gegenüber einem Hintergrund bzw. einer Unterlage nicht verschoben ist.

    [0107] Aufgrund der Durchbiegung im Steuerbereich 10 ist das vordere Längsende 8 der Druckstange 3 gegenüber der Ruheposition 11 um einen Längenbetrag 34 zum vorderen Skiende 9 hin verschoben. Damit ergibt sich über die Abstützung an der Stützstelle 7 am Skikörper 2 eine Druckkraft 30 längs der Druckstange 3. Die Druckkraft 30 wirkt als Zugkräfte 32.1 und 32.2 in Richtung zum vorderen Skiende 9 auf die Längsenden 20.1 und 20.2 der Hilfsgurte 13.1 und 13.2. Die Hilfsgurte 13.1 und 13.2 übertragen die Zugkräfte 32.1 und 32.2 über die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 an die im Skikörper 2 verankerten Längsenden 17.1 und 17.2, wo die Zugkraft als Zugkräfte 31.1 und 31.2 am vorderen Längsende 18 des Lenkbereichs 12 im Wesentlichen in Richtung zum hinteren Skiende 6 wirken.

    [0108] Aufgrund der Zugkräfte 31, welche als Zugspannung im Lenkbereich 12 zwischen den Umlenkrollen 14 sowie den verankerten Längsenden 17 wirken, erfährt der Lenkbereich 12 des Skis 1 eine Durchbiegung. Mit anderen Worten werden die Längsenden 18 und 19 des Lenkbereichs 12 durch die dort liegenden Angriffsbereiche der Zugkräfte zueinander hingezogen, worauf sich der Ski 1 in Lenkbereich durchbiegt.

    [0109] Die Durchbiegung wird insbesondere dadurch erzeugt, dass die Zugkräfte 31 von oben her am Skikörper 2 angreifen. Damit ergibt sich eine nicht verschwindende Kraftkomponente 36, welche an der Verankerung der Längsenden 17, d. h. im Angriffsbereich der Zugkräfte 31, senkrecht zur Oberfläche 16 des Skis 1 steht. Dadurch ergibt sich eine Kraft, welche von der Unterlage weg gerichtet ist und die einen vorderen Skibereich, insbesondere den Lenkbereich 12, von einer Unterlage weg anzuheben und Durchzubiegen vermag. Die Durchbiegung im Lenkbereich 12 weist dabei eine Krümmung 35 auf, welche in der Darstellung der Fig. 1c einen kleineren Krümmungsradius hat als die Krümmung 33. Die Durchbiegung im Lenkbereich 12 wird dabei nicht durch eine Kraft im Lenkbereich 12 der Fahrunterlage (Schneewiderstand) auf den Ski 1 erreicht, sondern durch Übertragung der Durchbiegung des Skis 1 im Steuerbereich 10.

    [0110] Die in Fig. 1 a-c beschriebene Ausführungsform ermöglicht somit eine Durchbiegung des Skis 1 im Lenkbereich 12 zum Einlenken eines vorderen Skibereichs aufgrund einer Durchbiegung des Skis 1 im Steuerbereich 10.

    [0111] Bei geeigneter Ausbildung der Umlenkrollen 14, z. B. bei exzentrischer Lagerung, kann nicht nur eine Umlenkung der Druckkraft 30 der Druckstange 3 in eine Zugkraft 31 erreicht werden, sondern es ist auch eine betragsmässige Über- bzw. Untersetzung der Kräfte möglich. Damit kann aufgrund einer vergleichsweise geringen Durchbiegung im Steuerbereich z. B. eine verhältnismässig grosse Durchbiegung im Lenkbereich 12 erzeugt werden, d. h. die Durchbiegung im Steuerbereich 10 kann "mechanisch verstärkt" werden.

    [0112] Figur 1d zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 1 mit einer Übertragungsvorrichtung 4.1 mit Umlenkrollen 14.1 und 14.2. Im Gegensatz zu der Ausführungsform der Fig. 1 a umfasst die Übertragungsvorrichtung 4.1 jedoch nur einen Hilfsgurt 22. In einem Bereich am vorderen Längsende 8 der Druckstange 3 ist eine weitere Umlenkrolle 14.3 an der Druckstange 3 um eine vertikale Achse 15.3 drehbar angebracht. Bevorzugt liegen Scheiben der Umlenkrollen 14.1-14.3 dabei im Wesentlichen in einer Ebene. Der Hilfsgurt 22 ist mit seinen beiden Längsende 23.1 und 23.2 im aufgebogenen Bereich 21 von oben her im bzw. am Skikörper 2 verankert (analog zu den Verankerungen der Längsenden 17.1 und 17.2 der Ausführungsform gemäss der Fig. 1a).

    [0113] Von dem Längsende 23.1 ist der Hilfsgurt 22 bezüglich der Ebene E von aussen an die Umlenkrolle 14.1 herangeführt und im Wesentlichen um eine halbe Umdrehung um diese herumgeführt. Nach der halben Umdrehung ist der Hilfsgurt 22 gegensinnig im Wesentlichen um eine halbe Umdrehung um die Umlenkrolle 14.3 der Druckstange herumgeführt und von dort von innen her an die Umlenkrolle 14.2 herangeführt. Wiederum gegensinnig zur Führung um die Rolle 14.3, d. h. gleichsinnig zur Führung um die Umlenkrolle 14.1, ist der Hilfsgurt 22 um eine halbe Drehung um die Umlenkrolle 14.2 herumgeführt und von dort zum verankerten Längsende 23.2. Der Hilfsgurt 22 weist somit eine im Wesentlichen w-förmige Führung auf, wobei die Arme der W-Form Bereichen 24.1 und 24.2 des Hilfsgurts 22 entsprechen, welche von den am Skikörper 2 angebrachten Umlenkrollen 14.1 und 14.2, im Wesentlichen parallel, zu den verankerten Längsenden 23.1 und 23.2 führen. Die drei Zacken der W-Form sind durch die Umlenkrollen 14.1-14.3 gebildet. Bei einer Verschiebung des vorderen Endes 8 der Druckstange 3 zur Skispitze 9 hin drückt die Umlenkrolle 14.3 mit einer Kraft 30 auf einen Bereich 24.3 des Hilfsgurts 22, welcher im Wesentlichen zwischen den Umlenkrollen 14.1 und 14.2 angeordnet ist und um die Umlenkrolle 14.3 herumgeführt ist. Somit ergibt sich längs des Hilfsgurts eine Zugkraft 32.1 bzw. 32.2 um die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herum, welche als Zugkraft 31.1 und 31.2 auf die verankerten Längsenden 23.1 und 23.2 des Hilfsgurts wirkt. Der Hilfsgurt 22 kann hierbei auch u-förmig um die Umlenkrollen 14.1 und 14.2 herumgeführt sein, wobei die Umlenkrolle 14.3 in Ruhestellung des Skis 1, d. h. ohne äussere Belastung, keinen oder nur tangentialen Kontakt mit dem Hilfsgurt 22 hat. Erst bei einer Verschiebung des Endes 8 der Druckstange nach vorne ergibt sich dann die oben beschriebene W-Form der Hilfsgurtführung.

    [0114] Diese Ausführungsform hat gegenüber der Ausführungsform der Fig. 1a den Vorteil, dass z. B. unterschiedliche Belastungen der beiden Hilfsgurtbereiche 24.1 und 24.2 (d. h. die Arme der W-Form) ausgeglichen werden können, da die beiden Bereiche 24.1 und 24.2 verschiebbar miteinander verbunden sind (über den Bereich 24.3). Dies ist insbesondere bei einer Verwindung des Skis 1 im Lenkbereich 12 von grossem Vorteil.

    [0115] Figuren 2a und 2b zeigen den Ansichten der Fig. 1a und 1 b entsprechende Darstellungen einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 101 mit einem höhenverstellbaren Stützelement 114. Figur 2c zeigt in einer vergrösserten Ansicht eine Funktionsskizze des Stützelements 114. Der Ski 101 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung vorne liegenden Bereich 121 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen Skiern der Fall ist.

    [0116] Der Ski 101 weist einen Skikörper 102, einen als Druckstange 103 ausgebildeten Druckgurt und eine Übertragungsvorrichtung 104 auf. Die Druckstange 103 hat in der Darstellung der Fig. 2a und 2b eine Länge, welche etwa drei Vierteln der gesamten Länge des Skis 101 entspricht. Die Druckstange 103 ist parallel zu einer Längsrichtung B des Skis 101 und mittig bezüglich einer Richtung quer zu B angeordnet, wobei ein hinteres Längsende 105 der Druckstange 103 im Wesentlichen mit einem hinteren Längsende 106 des Skiköpers 102 abschliesst. Im Bereich des Längsendes 105 ist die Druckstange 103 an einer Stützstelle 107 mit dem Skikörper 102 verbunden. Über ihre restliche Länge ist die Druckstange 103 gegenüber dem Skikörper 102 in Längsrichtung B verschiebbar in einem Steuerbereich 110 geführt (Führung nicht dargestellt). Wie bei der Ausführungsform der Fig. 1 a-c erfolgt bei einer positiven Durchbiegung des Skis 101 im Steuerbereich 110 eine Verschiebung eines vorderen Längsendes 108 der Druckstange 103 aus einer Ruhelage 111 gegenüber dem Skikörper 102 in Richtung zu einem vorderen Skiende 109 hin. Die Ruhelage 111 ist dabei durch die Lage des Längsendes 108 definiert, wenn keine äusseren Belastungen auf den Ski 101 wirken.

    [0117] Die Übertragungsvorrichtung 104 des Skis 101 ist im Wesentlichen in einem vorderen Drittel des Skis 101 ausgebildet. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung 104 zwei im Wesentlichen auf Zug belastbare Hilfsgurte 113.1 und 113.2, welche jeweils oberhalb des Skikörpers 102 bezüglich einer Ebene D, welche auf der Skioberfläche 116 senkrecht steht und welche die Längsachse B umfasst, symmetrisch angeordnet sind. Die Hilfsgurte 113 weisen dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Die Hilfsgurte 113.1 und 113.2 sind einerseits jeweils mit einem vorderen Längsende 117.1 und 117.2 an einem vorderen Ende 118 eines Lenkbereichs 112 am Skikörper 102 verankert. Insbesondere liegen die Verankerungen der Längsenden 117.1 und 117.2 der Hilfsgurte 113.1 und 113.2 im aufgebogenen Bereich 121.

    [0118] Hintere Längsenden 120.1 und 120.2 der Hilfsgurte 113.1 und 113.2 sind ebenfalls im Skikörper 102 verankert. Die Längsenden 120 liegen dabei an einem hinteren Längsende 119 des Lenkbereichs 112. Die Verankerung der Längsenden 120 ist bevorzugt um eine Länge von der Ruheposition 111 zum hinteren Skiende 6 versetzt, welche im Wesentlichen dem Abstand der Ruheposition 111 von der Verankerung der Längsenden 117, d. h. dem Abstand vom vorderen Längsende 118 des Lenkbereichs 112, entspricht. Die Ruheposition 111 ist damit im Wesentlichen bezüglich der Längsrichtung B in der Mitte des Lenkbereichs 112, insbesondere zwischen den verankerten Längsenden 117 und 120, angeordnet.

    [0119] Weiter umfasst die Umlenkvorrichtung 104 ein höhenverstellbares Stützelement 114. Das Stützelement 114 weist einen gelenkig am Skikörper 102 angelenkten Hebel 115 auf. Der Hebel 115 ist dabei um eine Drehachse C quer zur Längsrichtung B und parallel zur Skioberfläche 116 verschwenkbar. Die Drehachse C des Hebels 115 liegt dabei im Wesentlichen in einem Längenbereich der Ruhelage 111. Das Stützelement 114 ist derart ausgebildet, dass es zwischen den Hilfsgurten 113 und Skikörper 102 angeordnet werden kann. Insbesondere ist das Stützelement 114 derart angeordnet, dass ein gelenkfernes Ende 117 des Hebels 115 die Hilfsgurte 113 unterstützt und gegen den Skikörper 102 abstützt. Der Abstand des gelenkfernen Endes 117 des Hebels 115 von der Skioberfläche 116 hängt von der jeweiligen Schwenkstellung des Hebels 115 ab. Damit ist, indem der Hebel 115 in verschiedene Schwenkstellungen gebracht wird, eine Höhenverstellung des Stützelements 114 erreichbar.

    [0120] In der Ausführungsform der Erfindung gemäss der Fig. 2a-c ist die Druckstange 103 derart mit dem Hebel 115 des Stützelements 114 gekoppelt, z. B. gelenkig verbunden, dass aufgrund einer Verschiebung des vorderen Längsendes 108 der Druckstange 103 aus der Ruhelage 111 in Richtung zum vorderen Skiende 109 der Hebel 115 "aufgestellt" und bei Rückführung in die Ruhelage 111 der Hebel 115 wieder abgesenkt wird. D. h. der Abstand des Endes 117 von der Skioberfläche 116 kann aufgrund einer entsprechenden Verschiebung des Längsendes 108 der Druckstange 103 vergrössert bzw. wieder verkleinert werden. Da die Hilfsgurte 113 an dem Ende 117 des Hebels 115 abgestützt sind, erfahren die Hilfsgurte 113 beim Aufstellen 138 des Hebels 115 eine seitliche, d. h. im Wesentlichen senkrecht zu ihrer Längsrichtung, vom Ski 101 weg gerichtete Auslenkung 137. Beim Wiederabsenken 138 des Hebels 115 wird auch die seitliche Auslenkung 137 verringert.

    [0121] Eine positive Durchbiegung des Steuerbereichs 110 erzeugt somit aufgrund der damit verbundenen Verschiebung der Druckstange 103 über den Hebel 115 des Stützelements 114 eine Zugspannung 131.1 bzw. 131.2 in den Hilfsgurten 113.1 und 113.2. Die Zugkräfte 131 greifen an den im Skikörper 102 verankerten Längsenden 117 bzw. 120 am Skikörper 102 an.

    [0122] Figur 2c zeigt eine Funktionsskizze, welche den Lenkbereich 112 mit Umlenkvorrichtung 104 des Skis 101 in einer Ruhestellung 122 ohne äussere Belastungen zeigt (durchgezogen) und in einer Stellung 123, in welcher das vordere Längsende 108 der Druckstange 103 (nicht gezeigt) aus der Ruhelage 111 nach vorne verschoben ist (gestrichelt). In der Ruhestellung 122 ist der Hebel 115 im Wesentlichen auf die Skioberfläche 116 abgesenkt. Insbesondere unterstützt der Hebel 115 die Hilfsgurte 113 nicht oder nur unwesentlich. Erfolgt nun eine Verschiebung des Längsendes 108 der Druckstange 103 nach vorne, so wird der Hebel 115 aufgestellt, d. h. der zwischen der Oberfläche 116 und dem Hebel 115 eingeschlossene Winkel γ1 wird in γ2 vergrössert (Fig. 2c). Beim Aufrichten unterstützt der Hebel 115 mit seinem Ende 124 die Hilfsgurte 113 und lenkt diese seitlich aus, d. h. die Hilfsgurte 113 werden im Wesentlichen senkrecht zu ihrer Längsrichtung vom Ski 101 weg ausgelenkt. In den Hilfsgurten 113 werden somit die Zugspannungen 131 aufgrund der Druckkraft 130 der Druckstange 103 erzeugt, indem die Druckstange 103 den Hebel 115 aufrichtet. Da die Hilfsgurte 113 an jeweils beiden Längsenden 117 und 120 am Skikörper 102 verankert sind, ist eine derartige seitliche Auslenkung ohne wesentliche Dehnung der Hilfsgurte 113 nur möglich, wenn die Distanz zwischen den Verankerungen der Längsenden 117 und 120 verringert wird. Eine derartige Verringerung der Distanz zwingt den Ski 101 im Lenkbereich 112 in eine Längsdurchbiegung. Dabei wirkt eine Kraftkomponente 136 der Zugkraft 131, welche im Bereich der Verankerung der Längsenden 117 im Wesentlichen senkrecht zur Oberfläche 116 des Skis 101 steht. Da die Hilfsgurte 113 an einer Oberseite 116 des Skis aus dem Ski 101 hervortreten bzw. an der Oberfläche 116 verankert sind, erfolgt die Durchbiegung des Lenkbereichs 112 bei einem Aufstellen des Hebels 115 in einem positiven Sinn. Aufgrund der Anordnung der Verankerungen der Längsenden 117 und 120 der Hilfsgurte 113 am Skikörper 102 wird der durchgebogene Lenkbereich 112 auch von einer Unterlage des Skis 101 abgehoben.

    [0123] Die Durchbiegung im Lenkbereich 112 wird bei der Ausführungsform der Fig. 2a-c also durch eine Erhöhung der Zugspannung aufgrund einer Auslenkung quer zu den Hilfsgurten 113 vom Ski 101 weg der an beiden Längsenden 117 und 120 an den Längsenden 118 und 119 des Lenkbereichs 112 am Skikörper 102 verankerten Hilfsgurte 113 erreicht.

    [0124] Die Hilfsgurte 113 können dabei z. B. eine Vorspannung aufweisen, welche z. B. regelbar sein kann. Je nach Anforderungen, z. B. Können des Skiläufers oder Skidisziplin, kann dann die Vorspannung der Hilfsgurte 113 angepasst werden. Dazu kann eine weitere (nicht dargestellte) Spannvorrichtung vorgesehen sein, welche z. B. über eine Betätigungseinheit dem Skiläufer erlaubt, eine Vorspannung in den Hilfsgurten 113 zu verändern. Eine Vorspannung der Hilfsgurte 113 ist aber nicht unbedingt erforderlich. Eine derartige Spannvorrichtung kann auch bei anderen Ausführungsformen vorgesehen sein, um den Ski vielseitiger zu gestalten und eine Anpassbarkeit an die jeweiligen Erfordernisse zu gewährleisten.

    [0125] Figur 3 zeigt eine Teilansicht eines Lenkbereichs 212 eines erfindungsgemässen Skis 201 mit einer Übertragungsvorrichtung 204 mit einer Wippe 214. Die Wippe 214 ist um eine senkrecht zu einer Skioberfläche 216 angeordnete Achse F drehbar an einem Skikörper 202 gelagert. Die Längsposition der Achse F begrenzt dabei den Lenkbereich 212 an einem hinteren Längsende 219 in einer Richtung zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt). Die Wippe 214 weist bezüglich der Achse F einen längeren 215.1 und einen kürzeren Arm 215.2 auf, mit welchen eine Druckstange 203 (Arm 215.2) und ein Hilfsgurt 213 (Arm 215.1) jeweils in einem Bereich ihrer Längsenden 208 bzw. 220 gelenkig verbunden sind. Die Druckstange 203 entspricht weitgehend den Druckstangen 3 und 103 der vorherigen Figuren, wobei die Druckstange 203 nicht mittig bezüglich einer Richtung quer zu einer Längsrichtung am Ski 201 angeordnet ist, sondern seitlich versetzt. In einem hinteren Bereich des Skis 201 ist die Druckstange 203 mit einem weiteren Längsende am Skikörper 202 abgestützt (nicht dargestellt).

    [0126] Der Hilfsgurt 213 ist in einem Bereich am vorderen Längsende 217 im vorderen Bereich des Lenkbereichs 212 am Skikörper 202 verankert. Insbesondere bildet die Längsposition des verankerten Längsendes 217 ein vorderes Längsende 218 des Lenkbereichs 212. Der Hilfsgurt 213 ist im Wesentlichen auf Zug belastbar, kann aber auch auf Druck belastbar sein, sodass sich durch die Übertragungsvorrichtung 204 mit Wippe 214 eine Zwangskopplung der Druckstange 203 mit dem Hilfsgurt 213 und damit mit dem vorderen Bereich des Skis ergibt.

    [0127] Wirkt nun eine Druckkraft 230 der Druckstange 203 in Richtung zu einem vorderen Skiende 209, so wird die Druckkraft 230 über die Wippe 214 in eine Zugkraft 231 im Hilfsgurt 213 übertragen. Die Zugkraft 231 greift über das im Skikörper verankerte Längsende 217 am vorderen Ende des Lenkbereichs 212 am Skikörper 202 an und übt somit eine Kraft in Richtung zum hinteren Skiende auf den vorderen Skibereich aus. Damit wird insbesondere der Lenkbereich 212 durchgebogen und der Ski 201 im Lenkbereich 212 von einer Unterlage abgehoben. Durch die unterschiedliche Länge der beiden Arme 215.1 und 215.2 wird erreicht, dass die Zugkraft 231 betragsmässig kleiner ist als die Druckkraft 230, ein Verschiebungsweg des Hilfsgurts 213 im Vergleich zur Verschiebung der Druckstange 203 aber grösser ist.

    [0128] Figur 4 zeigt eine Teilansicht eines Lenkbereichs 312 einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 301 mit einer Übertragungsvorrichtung 304 mit einem Getriebe 314. Das Getriebe 314 umfasst zwei Getrieberäder 315.1 und 315.2, welche jeweils um senkrecht zu einer Skioberfläche 316 angeordneten Achsen G und H drehbar an einem Skikörper 302 gelagert sind. Die gemeinsame Längsposition der Achsen G und H begrenzen dabei den Lenkbereich 312 an einem hinteren Längsende 319 in einer Richtung zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt). Der Ski 301 weist eine Druckstange 303 auf, welche weitgehend den Druckstangen 3 und 103 der Figuren 1 und 2 entspricht.

    [0129] Die Übertragungsvorrichtung 304 weist zwei Hilfsgurte 313.1 und 313.2 auf, welche in einem Bereich an den Längsenden 317.1 und 317.2 in einem vorderen Bereich des Lenkbereichs 312 am Skikörper 302 verankert sind. Insbesondere bildet die Längsposition der verankerten Längsenden 317 ein vorderes Längsende 318 des Lenkbereichs 312. Die Hilfsgurte 313 sind dabei symmetrisch von einer Längsachse des Skis 301 seitlich beabstandet, im Wesentlichen parallel am Skikörper 302 angeordnet. Die Hilfsgurte 313 sind im Wesentlichen auf Zug belastbar, können aber auch auf Druck belastbar sein, sodass sich durch das Getriebe 314 eine Zwangskopplung der Druckstange 303 mit dem vorderen Bereich bzw. dem Lenkbereich 312 des Skis 301 ergibt.

    [0130] Die Getrieberäder 315 sind derart am Skikörper angeordnet, dass sie jeweils einerseits mit einem Bereich an einem hinteren Längsende 320.1 und 320.2 der Hilfsgurte 313 und mit einem Bereich an einem vorderen Längsende 308 der Druckstange 303 zusammenwirken können. Dabei überlappen Bereiche an hinteren Längsenden 320.1 und 320.2 der Hilfsgurte 313.1 und 313.2 in Längsrichtung mit dem vorderen Bereich der Druckstange 303. Die Hilfsgurte 313 greifen dabei bezüglich einer Ebene, welche senkrecht auf der Skioberfläche 316 steht und die Längsachse des Skis 301 beinhaltet, von aussen an den Getrieberädern 315 an, während die Druckstange 303 bezüglich der Achsen G und H an einer gegenüberliegenden Seite, d. h. bezüglich der Ebene von Innen, an den Getrieberädern 315 angreift. Die Druckstange 303 und die Hilfsgurte 313 können dabei kraft- und/oder formschlüssig mit den Getrieberäder 315 zusammenwirken. Insbesondere können die Getrieberäder 315 als Zahnräder ausgebildet sein, wobei die Hilfsgurte 313 und die Druckstagen 303 dann entsprechende Zähne aufweisen, welche in die Zahnräder eingreifen können.

    [0131] Eine Druckkraft 330 in der Druckstange 303 nach vorne wird somit über die Getrieberäder 315 in eine Zugkraft 331 in den Hilfsgurten 313 übersetzt, welche über die Verankerungen der Längsenden 317 auf den vorderen Skibereich, insbesondere auf das vordere Längsende 318 des Lenkbereichs 312 wirkt.

    [0132] Figur 5a zeigt eine Draufsicht auf einen nicht erfindungsgemässen Ski 401 mit einem Skikörper 402 und einem Zuggurt 403. Figur 5b zeigt eine entsprechende Seitenansicht des Skis 401 und Fig. 5c und d zeigen weitere mögliche Anordnungen bzw. Führungen des Zuggurts 403 am Skikörper 402, wobei auf die entsprechenden Draufsichten verzichtet wurde. Fig. 5a-d sind stark schematisiert und sollen die Führung des Zuggurts 403 bezüglich des Skikörpers 402 illustrieren.

    [0133] Der Zuggurt 403 des Skis 401.1 in Fig. 5a-d ist mit seinen Längsenden 408 und 405 jeweils in einem Bereich am vorderen 408 und am hinteren Skiende 406 mit Verankerungen bzw. Stützstellen 407.1 und 407.2 am Skikörper 402 verankert. Der Zuggurt 403 ist dabei mit seinem vorderen Längsende 408 an einer Oberseite 416.1 des Skikörpers 402 verankert und in einem Lenkbereich 412.1 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 406 oberhalb des Skikörpers 402 bis zu einem Durchbruch 414.1 geführt, welcher im Skikörper 402 ausgebildet ist. Der Durchbruch 414.1 ist an der Oberseite 416.1 und an einer Unterseite 416.2 des Skikörpers 402 offen und ist quer zur Längsrichtung mittig am Skikörper 402 angeordnet. Der Zuggurt 403 tritt aus dem Lenkbereich 412.1 von oben nach unten durch den Durchbruch 414.1 hindurch, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen des Durchbruchs 414.1 am Skikörper 402 abgestützt ist. Der Lenkbereich 412.1 ist damit im Wesentlichen gegen vorne durch eine Längsposition 418 der Verankerung 407.1 und nach hinten durch eine Längsposition 419 des Durchbruchs 414.1 begrenzt. Der Zuggurt 403 ist dann unterhalb des Skikörpers 402 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 406 zu einem weiteren Durchbruch 414.2 geführt, welcher näher am Skiende 406 an eine Längsposition 420 angeordnet ist. Der Zuggurt 403 ist durch den Durchbruch 414.2 wieder an die Oberseite 416.1 des Skikörpers 402 geführt, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen des Durchbruchs 414.2 am Skikörper 402 abgestützt ist. Der Längenbereich, welcher durch die Längspositionen 419 und 420 der beiden Durchbrüche 414.1 und 4141.2 begrenzt ist, bildet einen Steuerbereich 410.1 des Skis 401. Vom Durchbruch 414.2 ist der Zuggurt 403 an der Oberseite 416.1 des Skis 401 bzw. oberhalb des Skikörpers 402 zu einem Bereich am hinteren Skiende 406 geführt, wo er mit seinem hinteren Längsende 405 über die Verankerung 407.2 an eine Längsposition 421 am Skikörper 402 verankert ist. Der Längenbereich zwischen den Längspositionen 420 und 421 bildet somit einen weiteren, zweiten Lenkbereich 412.2 des Skis 401.1. Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörper 402 im Steuerbereich 410 wird der Zuggurt 403 aufgrund der Durchbiegung gespannt, d. h. es wird eine Zugkraft 430 im Zuggurt 403 erzeugt. Die Zugkraft 430 längs des Zuggurts 403 wirkt dann über die Verankerungsstellen 407.1 und 407.2 als Zugkräfte 431.1 und 431.2 auf die Bereiche an den Skienden 409 bzw. 406. Aufgrund der mit der Kraftwirkung verbundenen Verschiebung des Zuggurtes 403 gegenüber dem Skikörper 402 ergibt sich somit durch die Zugkräfte 431.1 und 431.2 ein Aufbiegen bzw. Durchbiegen des Skis 401 in den Lenkbereichen 412.

    [0134] Die in Fig. 5c dargestellte Anordnung an einem Ski 401.2 entspricht weitgehend der in Fig. 5b Dargestellten, wobei der Zuggurt 403 aber vom ersten Durchbruch 414.1 an der Unterseite 416.2 bis zu einem Bereich am hinteren Skiende 406 geführt und dort am Skikörper 402 an der Stützstelle 407.2 verankert ist. Damit wird ein Steuerbereich 410.2 von dem Längenbereich des Skis 401.2 gebildet, welcher zwischen der Längsposition 419 des Durchbruchs 414.1 und der Längsposition 421 der Stützstelle 407.1 am hinteren Skiende 406 liegt. Es ist bei dieser Ausführungsform neben dem Durchbruch 414.1 kein weiterer Durchbruch im Skikörper 402 vorhanden und der Lenkbereich 412.1 entspricht dem Lenkbereich des Skis 401.1.

    [0135] In der in Fig. 5d dargestellten Anordnung eines Skis 401.3 ist der Zuggurt 403 unterhalb des Skis 401 von einem Bereich am vorderen Skiende 409 bis zu dem hinteren Durchbruch 414.2 geführt. Der Zuggurt 403 ist an einer Unterseite 416.2 des Skis 401.3 an der Längsposition 418 über die Stützstelle 407.1 am Skikörper 402 verankert. Der Bereich zwischen der Längsposition 418 der Stützstelle 407.1 und der Längsposition 420 des Durchbruchs 414.2 bildet damit einen Steuerbereich 410.3 des Skis 401.3. Dabei sind keine weiteren Durchbrüche am Skikörper 402 vorhanden. Der Zuggurt 403 ist durch den Durchbruch 414.2 von der Unterseite 416.2 an die Oberseite 416.1 des Skikörpers geführt und dort oberhalb des Skikörpers 402 zu einem Bereich des hinteren Skiendes 406, wo der Zuggurt 403 an der Stützstelle 407.2 am Skikörper 402 verankert ist. Der Längenbereich zwischen der Längsposition 420 des Durchbruchs 414.2 und der Längsposition 421 der Stützstelle 407.2 bildet somit einen hinteren Lenkbereich des Skis 401.3 und entspricht dem Lenkbereich 412.2 des Skis 401.1.

    [0136] Figur 6a zeigt eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 501 mit einem Skikörper 502 und einem als Druckstange 503 ausgebildeten Druckgurt sowie einer Übertragungsvorrichtung 504. Figur 6b zeigt eine entsprechende Seitenansicht des Skis 501. Der Ski 501 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung vorne liegenden Bereich 521 von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen Skiern der Fall ist.

    [0137] Die Druckstange 503 ist dabei in einem hinteren Bereich 510 des Skis 501 angeordnet. Die Druckstange 503 ist in Längsrichtung des Skis 501 und mittig bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung angeordnet, derart, dass ein hinteres Längsende 505 der Druckstange 503 an einem hinteren Ende 506 des Skikörpers 502 um einen vorgesehenen Verschiebebereich 540 zur Spitze 509 des Skis 501 hin versetzt endet, sodass die Druckstange 503 bei einer Verschiebung zum hinteren Ende 506 des Skis 501 nicht über dieses hinaus steht. In einem Bereich am vorderen Längsende 508 ist die Druckstange 503 an einer Stützstelle 507.1 mit dem Skikörper 502 verbunden bzw. an diesem verankert. Über die restliche Länge der Druckstange 503 ist diese gegenüber dem Skikörper 502 in Längsrichtung verschiebbar geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt), sodass der Bereich 510 den Steuerbereich 510 bildet. Im Steuerbereich 510 des Skis 501 ist die Druckstange 503 insbesondere bei einer Durchbiegung des Skis 501 über die Stützstelle 507.1 am Skikörper 502 abgestützt gegenüber diesem verschiebbar. Bei einer positiven Durchbiegung des Steuerbereichs 510, d. h. beispielsweise wenn das hintere Skiende 506 gegenüber einem mittleren Bereich des Skis 501 von einer Unterlage abgehoben wird, erfolgt eine Verschiebung des hinteren Längsendes 505 der Druckstange 503 aus einer Ruhelage 511 gegenüber dem Skikörper 502 in Richtung zu einem hinteren Längsende 506 des Skis 501 hin. Die Ruhelage 511 ist dabei durch die Lage des Längsendes 505 definiert, wenn keine äusseren Belastungen auf den Ski 501 wirken und befindet sich im Abstand 540 vom hinteren Skiende 506 zu der Spitze 509 des Skis 501 hin versetzt.

    [0138] Die Übertragungsvorrichtung 504 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Skis 501. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung 504 im Wesentlichen einen auf Zug belastbaren Hilfsgurt 513, welcher im Steuerbereich 510 unterhalb des Skikörpers 502 bzw. unterhalb einer bezüglich einer Skilängsdurchbiegung neutralen Faser des Skikörpers 502 angeordnet ist. Der Hilfsgurt 513 weist dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf. Es sind aber durchaus Ausführungen denkbar, bei welchen der Hilfsgurt 513 dynamisch gestaltet ist und eine Eigenelastizität aufweist.

    [0139] Der Hilfsgurt 513 ist in einem vorderen Bereich in zwei vordere Endbereiche 513.1 und 513.2 aufgespaltet. Der Hilfsgurt 513 weist somit zwei vordere Längsenden 517.1 und 517.2 auf, mit welchen er an einer Oberseite 516.1 des Skikörpers 502 verankert und in einem Lenkbereich 512 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 506 oberhalb des Skikörpers 502 bis zu im Längenbereich der Stützstelle 507.1 ausgebildeten Durchbrüchen 514.1 und 514.2 im Skikörper 502 geführt. Die Durchbrüche 514.1 und 514.2 sind an der Oberseite 516.1 und an einer Unterseite 516.2 des Skikörpers 502 offen und sind quer zur Längsrichtung beiderseitig der Druckstange 503 bzw. der Stützstelle 507.1 am Skikörper 502 angeordnet. Die Durchbrüche 514.1 und 514.2 sind im Skikörper 502 ausgebildet und sind bevorzugt von nicht dargestellten weiteren Schichten des Skis 501 wie z. B. einem Gleitbelag an der Unterseite 516.2 oder einer Verkleidung des Skis 501 an der Oberseite 516.1 überdeckt. Die Durchbrüche 514.2 und 514.2 gehen bevorzugt in einen Führungskanal (nicht dargestellt) an der Unterseite 516.2 des Skikörpers 502 über, in welche der Hilfsgurt 513 in Richtung zum hinteren Längsende 506 bzw. zu einem hinteren Durchbruch 514.3 geführt ist. Die Durchbrüche brauchen allerdings nicht durch den Skikörper 502 hindurchzutreten. Zur Führung eines Zuggurtes kann auch einfach ein Führungskanal unterhalb der neutralen Faser im Skikörper ausgebildet sein, wobei der Führungskanal an seinen Längsenden an der Oberseite des Skikörpers offen ist, sodass der im Kanal geführte Zuggurt aus dem Kanal hinein- bzw. hervortreten kann. Dem Fachmann sind hierbei unmittelbar auch weitere Ausführungsmöglichkeiten klar, wie die Führung des Zuggurtes im Brettkörper auch auf andere Weisen erfolgen kann, um bei einer Durchbiegung des Skikörpers im Steuerbereich eine Zugkraft im Zuggurt zu erzeugen.

    [0140] Der Hilfsgurt 513 tritt aus dem Lenkbereich 512 von oben nach unten durch die Durchbrüche 514.1 und 514.2 hindurch, wobei er z. B. an den Kanten der Öffnungen der Durchbrüche 514.1 und 514.2 am Skikörper 502 abgestützt ist. Der Lenkbereich 512 ist damit im Wesentlichen gegen vorne durch eine Längsposition 518 der Verankerungen 517.1 und 517.2 und nach hinten durch eine Längsposition 519 der Durchbrüche 514.1 und 514.2 begrenzt.

    [0141] Die beiden Endbereiche 513.1 und 513.2 des Hilfsgurts 513 sind unterhalb des Skikörper 502 im Bereich der Durchbrüche 514.1 und 514.2 in einen hinteren Bereich 513.3 des Hilfsgurts 513 zusammengeführt. Der Hilfsgurt 513 ist von den Durchbrüchen 514.1 und 514.2 unterhalb des Skikörpers 502 in Längsrichtung zum hinteren Skiende 506 zum weiteren Durchbruch 514.3 geführt, welcher im Bereich des hinteren Längsendes 505 der Druckstange 503 in einer Längsposition 522 angeordnet ist.

    [0142] Der Hilfsgurt 503 ist durch den Durchbruch 514.3 wieder an die Oberseite 516.1 des Skikörpers 502 geführt, wo er mit einem hinteren Längsende 520 an einer Stützstelle 507.2 fest mit dem hinteren Längsende 505 der Druckstange 503 verbunden ist. Der Längenbereich, welcher durch die Längspositionen 519 und 511 der Durchbrüche 514.1/514.2 und des hinteren Längsendes 505 der Druckstange 503 begrenzt ist entspricht somit im Wesentlichen dem Steuerbereich 510 des Skis 501.

    [0143] Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörper 502 im Steuerbereich 510 wird einerseits das hintere Längsende 505 der Druckstange 503, welche an der Stützstelle 507.1 am Skikörper 502 abgestützt ist und oberhalb des Skikörpers 502 verschiebbar geführt ist, aus der Ruhelage 511 nach hinten verschoben. Damit wird gegenüber dem Skikörper 502 eine Druckkraft 530.1 im Druckgurt 503 erzeugt, welche zum hinteren Ende 506 des Skis 501 gerichtet ist. Im Hilfsgurt 513, welcher an der Stützstelle 507.2 fest am hinteren Längsende 505 der Druckstange 503 mit dieser verbunden ist, hat die Verschiebung der Druckstange 503 eine Zugkraft 530.2 zur Folge, welche ebenfalls zum hinteren Ende 506 des Skis 501 gerichtet ist. Die Zugkraft 530.2 ist somit der Druckkraft 530.1, welche in der Druckstange 503 erzeugt wird, gleichgerichtet. Da der Hilfsgurt 513 im Wesentlichen im gesamten Steuerbereich 510 unterhalb des Skikörpers 502 geführt ist, wird er durch die Durchbiegung des Skis 501 zusätzlich gespannt, wodurch die gesamte Zugkraft 530 am Endbereich 513.1 des Hilfsgurts 513 gegenüber der Kraft 530.1 längs des Gurtes 503 vergrössert wird. Die Durchbiegung im Steuerbereich 510 wird gewissermassen doppelt gefühlt: Einerseits durch die Druckstange 503 oberhalb des Skikörpers 502 und andererseits durch den auf Zug belastbaren Hilfsgurt 513 unterhalb des Skikörpers 502.

    [0144] Die Zugkraft 530.2 längs des Hilfsgurts 513 wirkt dann über die Verankerungsstellen 517.1 und 517.2 als Zugkräfte 531.1 und 531.2 auf die Position 518 am vorderen Skiende 509. Aufgrund der mit der Kraftwirkung verbundenen Verschiebung des Hilfsgurtes 513 gegenüber dem Skikörper 502 ergibt sich somit durch die Zugkräfte 531.1 und 531.2 ein Aufbiegen bzw. Durchbiegen des Skis 501 im Lenkbereichen 512.

    [0145] In einer Abwandlung kann der Hilfsgurt 513 im Lenkbereich 512 durch ein zusätzliches Stützelement 515 unterstützt sein, um beispielsweise einen Angriffswinkel der Zugkräfte 531 auf die Skienden 509 im der Position 518 zu verbessern (in Fig. 6b gestrichelt dargestellt). Das Stützelement 515 kann dabei passiv als einfacher Führungsschuh ausgebildet sein, aber auch als aktives Stützelement wirken, welches (beispielsweise analog dem Stützelement 115 der Figuren 2a-c) durch eine veränderbare Anordnung gegenüber dem Ski 501 die Zugkräfte 531 im Hilfsgurt 513 weiter erhöhen und/oder umlenken kann.

    [0146] Wie auch die zuvor beschriebenen Ausführungsformen ist die zuletzt beschriebene als schematisches und illustratives Beispiel anzusehen und kann auf vielfältige Weise abgeändert werden, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Insbesondere kann der Hilfsgurt beispielsweise als ein einfacher Zuggurt mit nur zwei Längsenden, je einem am vorderen und am hinteren Längsende des Skis, ausgebildet sein. Es ist in diesem Fall beispielsweise denkbar, dass die Druckstange im Bereich eines einzelnen vorderen Durchbruchs im Skikörper ein in Längsrichtung ausgebildetes Langloch aufweist, durch welches der mittig am Ski geführte Hilfsgurt hindurch tritt, nachdem er aus dem Durchbruch am Skikörper von der Unterseite an die Oberseite des Skikörpers geführt ist. Somit kann beispielsweise bei einem über die gesamte Länge des Skis zentral geführten Hilfsgurt erreicht werden, dass der Hilfsgurt im Bereich der zentralen Druckstange aus dem Skikörper hervortreten kann und die Druckstange dennoch verschiebbar bleibt. In anderen Ausführungen können aber auch beispielsweise zwei oder mehrere Druckstangen und nur ein zentraler Hilfsgurt vorhanden sein, wobei die Druckstangen in diesem Fall z. B. bezüglich der Längsachse des Skis beiderseits des Hilfsgurts angeordnet sein können. Es versteht sich, dass unabhängig von der Anzahl Druckstangen auch mehrere Hilfsgurte vorhanden sein können und bei Bedarf auch die Druckstange bzw. Druckstangen in einem Endbereich beispielsweise in jeweils zwei Längsenden übergehen kann bzw. können (analog dem Hilfsgurt 513 der Fig. 6a-b).

    [0147] Figur 7a zeigt eine Draufsicht auf eine weitere exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemässen Skis 601 mit einem Skikörper 602 und einem als Druckstange 603 ausgebildeten Druckgurt sowie einer Übertragungsvorrichtung 604. Figur 7b zeigt eine entsprechende Seitenansicht des Skis 601. Der Ski 601 ist in einem in einer vorgesehenen Fahrtrichtung vorne liegenden Bereich 621 im Ruhezustand von einer Fahrunterlage aufgebogen, wie es auch bei herkömmlichen Skiern der Fall ist.

    [0148] Ein Lenkbereich 612 des Skis 601 erstreckt sich dabei ausgehend von einer vorderen Begrenzung 618 im Bereich der Skispitze 609 in Richtung zum hinteren Skiende 606 über den aufgebogenen Bereich 621 hinaus. In Richtung zum hinteren Skiende 606 ist der Lenkbereich 612 an einer Längsposition 619 eines Durchtritts 614.1 für einen Hilfsgurt 613 im Skikörper 602 begrenzt.

    [0149] Die Druckstange 603 ist in einem hinteren Bereich 610 des Skis 601 angeordnet. Die Druckstange 603 erstreckt sich von einer Längsposition 615 in einem Bereich hinter der hinteren Längsbegrenzung 619 des Lenkbereichs 612 im Wesentlichen bis zum hinteren Skiende 606. Die Druckstange 603 ist in Längsrichtung des Skis 601 derart angeordnet, dass ein hinteres Längsende 605 der Druckstange 603 am hinteren Ende 606 des Skikörpers 602 um einen vorgesehenen Verschiebebereich 640 zur Spitze 609 des Skis 601 hin versetzt endet, sodass die Druckstange 603 bei einer Verschiebung zum hinteren Ende 606 des Skis 601 nicht über dieses hinaus ragt. An der Längsposition 615 ist die Druckstange 603 in einem Endbereich an einem vorderen Längsende 608 über eine Stützstelle 607.1 am Skikörper 602 verankert. Die Druckstange 603 ist von einer Mittelachse J des Skikörpers 602 quer zur Mittelachse J parallel versetzt angeordnet. Die Druckstange 603 ist in einer innen liegenden Hälfte 623 des Skis 601 angeordnet, wobei mit "innen liegend" ein Bereich bezeichnet wird, welcher bei einer Benutzung des Skis 601 bzw. eines Skipaares dem weiteren Ski zugewandt ist.

    [0150] Über die Länge der Druckstange 603 ist diese gegenüber dem Skikörper 602 in Längsrichtung verschiebbar geführt (Führungsvorrichtung nicht dargestellt), sodass der Längenbereich 610 den Steuerbereich 610 bildet. Im Steuerbereich 610 des Skis 601 ist die Druckstange 603 insbesondere bei einer Durchbiegung des Skis 601 über die Stützstelle 607.1 am Skikörper 602 abgestützt gegenüber diesem verschiebbar. Bei einer positiven Durchbiegung des Steuerbereichs 610 erfolgt eine Verschiebung des hinteren Längsendes 605 der Druckstange 603 aus einer Ruhelage 611 gegenüber dem Skikörper 602 in Richtung zu einem hinteren Längsende 606 des Skis 601 hin. Die Ruhelage 611 ist dabei durch die Lage des Längsendes 605 definiert, wenn keine äusseren Belastungen auf den Ski 601 wirken und befindet sich im Abstand 640 vom hinteren Skiende 606 zu der Spitze 609 des Skis 601 hin versetzt.

    [0151] Die Übertragungsvorrichtung 604 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Skis 601. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Übertragungsvorrichtung 604 im Wesentlichen einen auf Zug belastbaren Hilfsgurt 613, welcher im Steuerbereich 610 unterhalb des Skikörpers 602 bzw. unterhalb einer bezüglich einer Skilängsdurchbiegung neutralen Faser des Skikörpers 602 angeordnet ist. Der Hilfsgurt 613 weist dabei bevorzugt eine geringe, im Wesentlichen verschwindende, Dehnfähigkeit auf.

    [0152] Der Hilfsgurt 613 ist in einem vorderen Endbereiche 613.1 im Lenkbereich 612 in Längsrichtung, d. h. im Wesentlichen parallel zur Mittelachse J oberhalb des Skikörpers 602 geführt. Ein vorderes Längsende 617 des Hilfsgurts 613 ist an der vorderen Begrenzung 618 des Lenkbereichs 612 einer Oberseite 616.1 des Skikörpers 602 verankert. Der Hilfsgurt 613 tritt durch den Durchtritt 614.1 am hinteren Längsende des Lenkbereichs 612 hindurch an die Unterseite des Skikörpers 616.2. Der Durchbruch 614.1 ist an der Oberseite 616.1 und an einer Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 offen und ist in Längsrichtung vor der Druckstange 603 am Skikörper 602 ausgebildet. Der Durchbruch 614.1 ist im Skikörper 602 ausgebildet und ist wie auch in den oben beschriebenen Beispielen bevorzugt von nicht dargestellten weiteren Schichten des Skis 601 wie z. B. einem Gleitbelag an der Unterseite 616.2 oder einer Verkleidung des Skis 601 an der Oberseite 616.1 überdeckt. Der Durchbruch 614.1 geht bevorzugt in einen Führungskanal (nicht dargestellt) an der Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 über, in welchem der Hilfsgurt 613 in Richtung zum hinteren Längsende 606 bzw. zu einem weiteren, hinteren Durchbruch 614.2 geführt ist. Der hintere Durchbruch 614.2 ist im Bereich des hinteren Längsendes 605 der Druckstange 603 in einer Längsposition 622 angeordnet ist.

    [0153] Der Hilfsgurt 603 ist durch den Durchbruch 614.2 wieder an die Oberseite 616.1 des Skikörpers 602 geführt, wo er mit einem hinteren Längsende 620 an einer Stützstelle 607.2 fest am hinteren Längsende 605 mit der Druckstange 603 verbunden ist. Der Längenbereich, welcher durch die Längspositionen 615 und 611 der Stützstelle 607.1 bzw. des hinteren Längsendes der Druckstange 603 begrenzt ist, entspricht im Wesentlichen dem Steuerbereich 610 des Skis 601.

    [0154] Bei einer positiven Durchbiegung des Skikörpers 602 im Steuerbereich 610 wird das hintere Längsende 605 der Druckstange 603 abgestützt an der Stützstelle 607.1 aus der Ruhelage 611 nach hinten verschoben. Damit wird gegenüber dem Skikörper 602 eine Druckkraft 630.1 im Druckgurt 603 erzeugt, welche zum hinteren Ende 606 des Skis 601 gerichtet ist.

    [0155] Im Hilfsgurt 613, welcher an der Stützstelle 607.2 fest am hinteren Längsende 605 der Druckstange 603 mit dieser verbunden ist, hat die Verschiebung der Druckstange 603 eine Zugkraft 630.2 zur Folge, welche ebenfalls zum hinteren Ende 606 des Skis 601 gerichtet ist. Die Zugkraft 630.2 ist somit der Druckkraft 630.1, welche in der Druckstange 603 erzeugt wird, gleichgerichtet. Da der Hilfsgurt 613 im Wesentlichen im gesamten Steuerbereich 610 unterhalb des Skikörpers 602 geführt ist, wird er durch die Durchbiegung des Skis 601 zusätzlich gespannt, wodurch die gesamte Zugkraft 630 am Endbereich 613.1 des Hilfsgurts 613 gegenüber der Kraft 630.1 längs des Gurtes 603 vergrössert wird. Die Durchbiegung im Steuerbereich 610 wird gewissermassen doppelt gefühlt: Einerseits durch die Verschiebung der Druckstange 603 oberhalb des Skikörpers 602 (Gurt) und andererseits durch die Dehnung des auf Zug belastbaren Hilfsgurts 613 unterhalb des Skikörpers 602 (Übertragungsvorrichtung). Die Gesamtkraft 630 setzt sich somit durch die Druckkraft 630.1 der Druckstange 603 sowie der im Hilfsgurt zusätzlich erzeugten Kraft aufgrund einer Dehnung zusammen.

    [0156] In der vorliegend beschriebenen Ausführungsform ist der Ski 601 vom vorderen Skiende 609 bis zum hinteren Ende 619 des Lenkbereichs 612 längs der Mittelachse in zwei Abschnitte 625.1 und 625.2 unterteilt. Der Abschnitt 625.1 ist dabei in der innen liegenden Hälfte 623 des Skikörpers 602 angeordnet, während der Abschnitt 625.2 in einer aussen liegenden Skihälfte 624 ausgebildet ist. "Aussen liegend" bezieht sich hierbei ebenfalls auf die Anordnung zweier Skis bei der Benutzung durch einen Skiläufer. Die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2 sind dabei von einem Schlitz 627 unterteilt, wobei sich der Schlitz 627 längs der Mittelachse zur Längsposition 619 erstreckt. Der Schlitz 627 kann dabei eine gewisse Breite aufweisen, sodass die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2 quer zur Längsrichtung J voneinander beabstandet sind. Die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2 können aber auch im Wesentlichen direkt aneinander stossen, d. h. eine Breite des Schlitzes 627 verschwindet im Wesentlichen.

    [0157] Mit dem Schlitz 627 bzw. mit der Unterteilung des Lenkbereichs in die beiden Abschnitte 625.1 und 625.2 wird erreicht, dass der Skikörper 602 im Lenkbereich 612 in Abhängigkeit einer Position quer zu Längsachse J unterschiedlich durchgebogen werden kann. Insbesondere können die Abschnitte 625.1 und 625.2 weitgehend unabhängig voneinander aufgebogen werden. Je nachdem mit welchem Betrag oder Richtung eine von einem Gurt oder der Übertragungsvorrichtung 604 übertragene Zugkraft auf den jeweiligen Abschnitt 625.1 oder 625.2 wirkt, kann eine entsprechende Durchbiegung im jeweiligen Abschnitt 625.1 oder 625.2 erreicht werden. Insbesondere kann eine Durchbiegung den Bedürfnissen bzw. Anforderungen angepasst werden.

    [0158] In der dargestellten Ausführungsform wirkt die gesamte Zugkraft 630 des Hilfsgurts 613 über die Verankerungsstelle 617 als Zugkraft 631 an der Position 618 auf den Abschnitt 625.1 des Lenkbereichs 612. Die Zugkräfte 630 und 631 entsprechen einander betragsmässig dabei weitgehend (abgesehen von Reibungsverlusten o.ä.). Aufgrund der mit der Kraftwirkung verbundenen Verschiebung des Hilfsgurtes 613 gegenüber dem Skikörper 602 ergibt sich somit durch die Zugkräfte 631 ein Auf- bzw. Durchbiegen des Skikörpers 602 im Abschnitt 625.1. Der durch den Schlitz 627 weitgehend bezüglich einer Längskopplung vom Abschnitt 625.1 entkoppelte Abschnitt 625.2 erfährt keine Zugkraft, welche eine Durchbiegung bewirken könnte. Der Abschnitt 625.2 bleibt daher weitgehend in seiner Ruhelage. Figur 7b zeigt den Ski 601 mit auf- bzw. durchgebogenem Abschnitt 625.1 und Abschnitt 625.2, welcher sich in der Ruhelage befindet.

    [0159] Das Einlenken des Skis 601 in eine Kurvenfahrt ergibt aufgrund einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich 610 somit ein Aufbiegen des Lenkbereichs 612 in einem innen liegenden Abschnitt 625.1. Aufgrund der Zweiteilung des Lenkbereichs 612 in einen innen- und einen aussen liegenden Abschnitt 625.1 bzw. 625.2 ergeben sich bei einer Kurvenfahrt längs einer inneren Kante 635 an der Unterseite 616.2 des Skikörpers 602 im Lenkbereich zwei wirkende Kanten: Zum einen die innere Kante des Skikörpers 602 und zum anderen eine aufgrund des Schlitzes 627 sich ergebende innere Kante 636 des äusseren Abschnitts 625.2. Bei einer Durchbiegung des innen liegenden Abschnitts 625.1 ergibt sich somit an der inneren Kante 635 des Skikörpers 602 im Lenkbereich 612 ein kleinerer Kantenradius, während sich an der inneren Kante 636 des äusseren Abschnitts 625.2 keine zusätzliche dynamische Krümmung zusätzlich zur statischen Krümmung des aufgebogenen Bereichs 621 ergibt. Wie sich gezeigt hat kann damit das Einlenken des Skis 601 in eine Kurvenfahrt wesentlich verbessert werden. Zudem ist mit Vorteil über das Gurtsystem bzw. die Übertragungsvorrichtung 604 für das Durchbiegen des Abschnitts 625.1 nur eine deutlich geringere Kraft aufzuwenden, als wenn der Ski 601 im Lenkbereich 612 über die gesamte Breite durchgebogen werden müsste. Dem Fachmann ist hierbei unmittelbar klar, dass eine Unterteilung des Lenkbereichs 612 in mehrere Abschnitte im Grundsatz bei sämtlichen Ausführungsformen denkbar ist und je nach Anforderung eine vorteilhafte Ausführungsform bilden kann.

    [0160] Im Gegensatz zu anderen dargestellten Ausführungsformen ist die Druckstange 603 der Fig. 7a und 7b nicht symmetrisch am Ski angeordnet. Die asymmetrische Anordnung ist aber kein Erfordernis für die vorliegend beschriebene Ausführungsform mit in Abschnitte 625.1 und 625.2 unterteiltem Lenkbereich 612. Vielmehr kann die Druckstange 603 wie auch in zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen am Skikörper 602 angeordnet sein. Die vorliegende spezielle Ausführung dient hierbei als illustratives Beispiel für eine weitere Möglichkeit der Anordnung einer Druckstange an einem erfindungsgemässen Ski. Insbesondere kann mit der erfindungsgemässen Übertragungsvorrichtung die Zugkraft auf den Lenkbereich ebenfalls bei Ausführungen mit beispielsweise mittig angeordneter oder mehreren Druckstangen asymmetrisch auf unterschiedliche Abschnitte des Lenkbereichs übertragen werden. Die Zugkraft kann aber auch im Sinne z.B. der Fig. 1 a und/oder 6a symmetrisch auf einen gespaltenen Lenkbereich gemäss der Fig. 7a übertragen werden.

    [0161] Figur 8a zeigt eine Funktionsskizze, welche ausschnittsweise einen Lenkbereich 712 mit Umlenkvorrichtung 704 eines Skikörper 702 eines Skis 701 in einer Ruhestellung 722 ohne äussere Belastungen zeigt (durchgezogen) und in einer Stellung 723, in welcher der Skikörper 702 im Lenkbereich 712 aufgrund einer Zugkraft 731 durchgebogen ist, welche aus einer Kraft 730 längs eines Zuggurtes 703 resultiert. Zur Erzeugung der Zugkraft 730 im Zuggurt 703 sei auf vorangehend beschriebene und dargestellte Beispiele und Ausführungsformen verwiesen. Der Zuggurt 703 kann hierbei im Sinne eines Hilfsgurts zur Übertragungsvorrichtung 704 gehören oder aber auch direkt den erfindungsgemäss am Ski ausgebildeten Gurt zur Erzeugung der Kraftwirkung sein.

    [0162] Die Übertragungsvorrichtung 704 umfasst in der Darstellung der Fig. 8a ein Hebelelement 715, welches unter einem rechten Winkel δ fest mit dem Skikörper 702 verbunden ist. Das Hebelelement 715 ist schematisch als längliches Teil mit eine ersten 715.1 und einem zweiten Längsende 715.2 ausgebildet, wobei das Hebelelement 715 mit dem eine Basis 735 des Hebelelements 715 bildenden ersten Längsende 715.1 im Lenkbereich 712 am Skikörper 702 verankert ist. In einem Abstand 736 von der Basis 735 greift ein vorderer Endbereich 703.1 des Zuggurts 703 an, sodass sich aufgrund der Zugkraft 731 bezüglich der Basis 735 ein Drehmoment auf das Hebelelement 715 und damit auch auf den fest mit dem Hebelelement 715 verbundenen Skikörper 702 im Lenkbereich 712 ergibt.

    [0163] Aufgrund einer vorgesehenen Flexibilität des Skikörpers 702 zumindest im Lenkbereich 712 erfährt der Skikörper 702 infolge des Drehmoments eine Durchbiegung, sodass der Skikörper 702 von der Ruhestellung in die aufgebogene Stellung 723 gebracht wird. Die momentane Drehachse, bezüglich welcher das Drehmoment wirkt, ist dabei einerseits nicht ortsfest bezüglich des Skikörpers 702 und andererseits auch nicht auf einfache Art definierbar, da die Durchbiegung nicht um eine feste Achse erfolgt sondern eine flexible Durchbiegung des Skikörpers 702 umfasst. Das auf das Hebelelement 715 wirkende Drehmoment wirkt daher nicht für jeden Durchbiegungszustand bezüglich der Basis 735 sondern streng genommen nur im ersten Moment der Kraftwirkung 731, solange noch keine Durchbiegung erfolgt ist.

    [0164] Während die Ausführung der Fig. 8a eine Prinzipskizze zeigt, ist in der Fig. 8b eine konkretere Umsetzung eines Hebelelements 815 einer Übertragungsvorrichtung 804 an einem erfindungsgemässen Ski 801 dargestellt. Das Hebelelement 815 ist weitgehend L-förmig ausgebildet, wobei ein kürzerer Arm 815.1 der L-Form eine Basis 835 des Hebelelements 815 bildet. Der längere Arm 815.2 ist weitgehend parallel zu einer Oberseite 816.1 eines Skikörpers 802 des Skis 801 und in dessen Längsrichtung angeordnet, wobei der längere Arm 815.2 sich von der Basis 835 zu einem hinteren Skiende (nicht dargestellt) hin erstreckt. Das Hebelelement 815 ist an der Basis 835 fest in einem Lenkbereich 812 mit dem Skikörper 802 verbunden, wobei der längere Arm 815.2 in einem Abstand 837 von einer Oberseite 816.1 des Skikörpers 802 angeordnet ist und ein hinteres, freies Ende 836 aufweist.

    [0165] Der Ski 801 weist dabei einen an einer Stützstelle 807 am Skikörper 802 abgestützten Druckgurt 803 auf, welcher an einer Oberseite 816.1 des Skikörpers 802 angeordnet ist. An einem nicht dargestellten hinteren Längsende des Druckgurtes 803 ist der Druckgurt 803 mit dem Hilfsgurt 813 verbunden. Das System Gurt 803 / Hilfsgurt 813 sowie deren Zusammenwirken entspricht dabei weitgehend den in den Fig. 6a und 6b sowie 7a und 7b dargestellten Gurtsystemen.

    [0166] Ein als Zuggurt ausgebildeter Hilfsgurt 813 der Übertragungsvorrichtung 804 greift dabei im Bereich des freien Endes 836 am Hebelelement 815 an und ist in weitgehend senkrechter Richtung zum Skikörper 802 zu einem Durchtritt 814 im Skikörper 802 und durch diesen hindurch an eine Unterseite 816.2 des Skikörpers 802 geführt. Der Hilfsgurt 813 ist dabei derart geführt, dass eine Kraft 830 längs des Hilfsgurtes 813 in eine Kraft 831 auf das freie Ende 836 des Hebelelements 815 derart übertragen wird, dass die Kraft 831 zum Skikörper 802 hin gerichtet ist und das freie Ende 836 des Hebelements 815 zum Skikörper 802 hin gezogen wird.

    [0167] Eine Länge 838 des längeren Arms 815.2 bestimmt dabei im Wesentlichen den wirkenden Hebelarm für ein Drehmoment, welches aufgrund der auf das Hebelelement 815 wirkenden Zugkraft 831 bezüglich der Basis 835 auf das Hebelelement 815 wirkt. Da das Hebelelement 815 fest am Skikörper 802 befestigt ist, überträgt sich das so erzeugte Drehmoment auf den Skikörper 802 und hat somit eine Durchbiegung des Skikörpers 802 aus einer Ruhelage 822 (durchgezogene Linie) in eine aufgebogene Stellung 823 (gestrichelt) zur Folge.

    [0168] Die L-förmige Ausbildung des Hebelelements 815 erlaubt somit, einen vergleichsweise langen Hebelarm (Länge 838) derart am Ski 801 vorzusehen, dass sich eine nur geringe Bauhöhe ergibt (Abstand 837 plus eine Dicke des längeren Arms 815.2). Insgesamt kann somit ein Hebelelement 835 der Übertragungsvorrichtung 804 mit grosser Hebelwirkung geschaffen werden, welches besonders gut für einen Ski 801 geeignet ist, da die so erreichte geringe Bauhöhe eine Ausgestaltung der Übertragungsvorrichtung 804 erlaubt, welche sich nur geringfügig über die Oberfläche 816.1 des Skikörpers 802 erhebt.

    [0169] Die Ausbildung einer Übertragungsvorrichtung mit L-förmigen Hebelelement kann daher auch für weitere, z. B. wie verschiedene der weiter oben beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung eine bevorzugte Variante darstellen.

    [0170] Der Lenkbereich eines erfindungsgemässen Skis kann deutlich länger, als der aufgebogene Abschnitt sein, wie er von herkömmlichen Skis bekannt ist. Ebenso können sich im Fall eines in weitgehend unabhängige Abschnitte aufgeteilten Lenkbereichs, z. B. mit einem Schlitz wie in Fig. 7a und 7b, die Abschnitte beliebig weit zum hinteren Skiende erstrecken. "Beliebig weit nach hinten" versteht sich hier im Rahmen einer noch sinnvollen Ausführung der Erfindung, sodass eine Durchbiegung des Lenkbereichs überhaupt möglich ist. Der Lenkbereich kann grundsätzlich aber auch kürzer als der aufgebogene Bereich sein.

    [0171] Ebenso ist festzuhalten, dass die dargestellten und beschriebenen Anordnungen je nach Anforderung an den Ski weitgehend beliebig miteinander kombiniert werden können. Es sind z. B. Ausführungen denkbar, bei welchen 2, 3 oder mehr Zuggurte am Ski angeordnet sind. Insbesondere kann z. B. eine Anordnung gemäss Fig. 5c mit zentraler, d. h. bezüglich einer Richtung quer zur Längsrichtung des Skis mittigen Anordnung mit zwei seitlich symmetrisch aussen liegenden Anordnungen einer andere Zuggurtführung kombiniert werden. Es sind aber auch andere Kombinationen von Zuggurten denkbar, welche vorteilhafte Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Skis bilden können. Ebenso kann eine oder mehrerer Übertragungsvorrichtungen zur Übertragung der Zugkraft auf den Lenkbereich vorgesehen sein, welche mit einem oder mehreren Gurten zusammenwirken, wobei die Gurte Zug- oder Druckgurte oder eine Kombination der beiden sein können.

    [0172] Bei einer weiteren Ausführung der Erfindung mit einem auf Zug belastbaren Zuggurt ist auch eine Unterstützung des Zuggurtes im Lenkbereich durch ein Stützelement denkbar. Das Stützelement ist dann z. B. in einem oder in allen Lenkbereichen des Skis zwischen einer Oberfläche des Skikörpers und dem Zuggurt angeordnet, derart dass der Zuggurt am Stützelement gegen den Skikörper abgestützt ist. Damit wird einerseits erreicht, dass der Angriffswinkel der Zugkraft an der Verankerung des Zuggurtes am Skikörper verändert werden kann, z. B. so dass die Zugkraft unter einem grösseren Winkel am Skikörper angreift. Zusätzlich kann mit einem derartigen Stützelement aber auch eine Vorspannung im Zuggurt erzeugt bzw. eingestellt werden. Ist das Stützelement z. B. höhenverstellbar, so kann bei einer Zunahme der Höhe des Stützelements die Spannung im Zuggurt verstärkt werden. Ebenso kann eine Erhöhung der Spannung erreicht werden, wenn ein Stützelement mit gleich bleibender Höhe in Längsrichtung zum jeweiligen, am Lenkbereich angrenzenden Durchbruch hin verschoben wird. Durch die Verschiebung wird der Zuggurt angehoben und die Spannung im Gurt verstärkt. Ist ein Stützelement vorhanden, so kann es durch den Skiläufer z. B. veränderbar bzw. einstellbar sein, um z. B. vor der Fahrt skiläufer- und/oder disziplinspezifische Voreinstellungen vorzunehmen. Es ist aber auch möglich, die Einstellbarkeit der Vorspannung im Zuggurt ohne Stützelement auf andere Weise zu erreichen, z. B. durch eine einstellbare Verkürzung bzw. Verlängerung des Zuggurts oder durch weitere bekannte Massnahmen zur Erzeugung einer statischen Spannung in einem Gurt. Grundsätzlich kann dabei der Zuggurt ein Band, Seil oder jedes andere auf Zug belastbare Element umfassen.

    [0173] Sämtliche beschriebenen Ausführungsformen sind als illustrative Beispiele für Ausführungen der Erfindung zu verstehen und können erweitert oder abgewandelt werden. Hierbei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Darstellungen der Figuren nur dazu dienen, eine Vorstellung des Funktionsprinzips erfindungsgemässer Skis zu geben, und keine detaillierte Ausführungsform beschreiben.

    [0174] Eine mögliche Abwandlung der dargestellten Ausführungsformen betrifft die Hilfsgurte bzw. den Zuggurt, welche nicht notwendigerweise frei schwebend geführt sein müssen, wie es in den Figuren dargestellt ist. Es ist ohne weiteres denkbar, die Gurte auch im Lenkbereich z. B. in einer Ummantelung oder am Skikörper zu führen, sofern dies ohne Einschränkung der Funktionalität der Erfindung möglich ist. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass bei einer Anordnung z. B. eines Gurts oberhalb bzw. unterhalb eines Skikörpers auch eine teilweise Anordnung des Gurtes im Skikörper eingeschlossen ist. Insbesondere ist bei allen Ausführungen denkbar, dass Gurte sowie Übertragungsvorrichtungen und weitere Konstruktionselemente unter einer äusseren Hülle des Skis angeordnet sind, sodass die Elemente von aussen nicht erkennbar sind.

    [0175] Weiter ist ein Aufbau des Skikörpers weitgehend ohne Einschränkungen frei wählbar. Insbesondere kann der Skikörper herkömmliche, weitgehend statische Systeme aus Ober-und Zuggurt umfassen, wie sie aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt sind. Der Skikörper kann auch z. B. einen Schichtaufbau mit oder ohne Kern aufweisen, kann aber grundsätzlich auch einstückig ausgebildet sein. Zur Verwendung bei einem erfindungsgemässen Ski sind der Ausführung des Skikörpers im Wesentlichen keine Grenzen gesetzt.

    [0176] Grundsätzlich ist bei allen Ausführungsformen denkbar, dass zur verbesserten Wirkung z. B. auf den Lenkbereich die Zugkraft oder aber auch andere auftretende Kräfte durch weitere Konstruktionselemente geleitet bzw. abgestützt, übertragen und/oder umgelenkt werden. Insbesondere kann die Zugkraft auf den vorderen Lenkbereich je nach Anforderung oder zur Optimierung durch zusätzliche Elemente umgelenkt werden.

    [0177] Bei einer Ausführung des Skis mit einer Wippe ist denkbar, dass zwei Wippen vorgesehen sind, wobei dann auch ein weiterer Druckgurt und ein weiterer Hilfsgurt am Ski vorhanden sind. Die in Fig. 3 dargestellte Wippe kann dann durch eine weitere Wippe ergänzt sein, sodass jeweils ein Druckgurt und jeweils ein Hilfsgurt an jeweils einer Wippe angreifen. Der weitere Druckgurt und der weitere Hilfsgurte sind dabei symmetrisch am Ski angeordnet, z. B. spiegelbildlich zu der in Fig. 3 dargestellten Anordnung der ersten Gurte. Insbesondere ist bei einer Ausführung mit gleich langen Wippen-Armen denkbar, dass die beiden Wippen scherenartig am gleichen Gelenk gelagert sind.

    [0178] Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die Erfindung ein Schneegleitbrett, insbesondere ein Ski, bereitgestellt wird, welcher die Möglichkeit bietet, das Durchbiegungsverhalten dynamisch den Belastungen anzupassen. Insbesondere kann ein Lenkbereich des Schneegleitbretts in Abhängigkeit einer Durchbiegung in einem Steuerbereich durchgebogen bzw. eingelenkt werden, wobei eine Übertragungsvorrichtung eine Kraft längs eines Gurtes des Skis den Erfordernissen entsprechend auf einen Lenkbereich des Skis überträgt.


    Ansprüche

    1. Schneegleitbrett, insbesondere ein Ski (1), mit einem Brettkörper (2) und einem Gurt (3), welcher an wenigstens einer Stützstelle (7) am Brettkörper (2) abgestützt und/oder verankert ist, wobei der Gurt (3) in wenigstens einem Steuerbereich (10) längsverschiebbar geführt und bezüglich einer Längsdurchbiegung im Steuerbereich (10) mit dem Schneegleitbrett gekoppelt ist, derart, dass eine aufgrund einer Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich (10) sich ergebende Kraft längs des Gurtes (3) derart auf einen Lenkbereich (12) an einem Längsende des Schneegleitbretts wirkt, dass das Schneegleitbrett im Lenkbereich (12) durchgebogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übertragungsvorrichtung (4) vorhanden ist, welche die Kraft längs des Gurtes (3) in eine Zugkraft auf den Lenkbereich (12) überträgt.
     
    2. Schneegleitbrett nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsvorrichtung (4) einen Hilfsgurt (13.1, 13.2) umfasst, wobei der Hilfsgurt (13.1, 13.2) im Wesentlichen in Längsrichtung (A) des Brettkörpers (2) angeordnet ist und mit einem ersten Längsende mit dem Lenkbereich (12) derart zusammenwirkt, dass durch Zusammenwirken des Hilfsgurts (13.1, 13.2) und des Gurtes (3) mit der Kraft längs des Gurtes (3) die Zugkraft auf den Brettkörper (2) erzeugbar ist, wobei insbesondere der Hilfsgurt (13.1, 13.2) mit einem zweiten Längsende (20.1, 20.2) mit dem Gurt (3) verbunden ist.
     
    3. Schneegleitbrett nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsgurt (113) mit einem zweiten Längsende (120) am Brettkörper (102) befestigt ist, insbesondere derart, dass eine Auslenkung im Wesentlichen quer zum Hilfsgurt (113) eine Zugkraft längs des Hilfsgurtes (113) erzeugt und insbesondere der Hilfsgurt (113) dabei vorgespannt ist.
     
    4. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsvorrichtung (4) Übertragungselemente aufweist, welche beweglich oder starr am Brettköper (2) vorgesehen sind, wobei durch Zusammenwirken der Übertragungselemente (14.1, 14.2) und des Gurtes (3), insbesondere auch des Hilfsgurtes (13.1, 13.2), mit der Kraft längs des Gurtes (3) die Zugkraft auf den Lenkbereich (12) des Brettkörpers (2) erzeugbar ist.
     
    5. Schneegleitbrett nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungselemente ein Hebelelement (815) umfassen, an welchem die Kraft längs des Gurtes (803) direkt oder indirekt angreift und welches fest, insbesondere unter einer weitgehend festen Ausrichtung zum Brettkörper (802), mit dem Brettkörper (802) verbunden ist und bevorzugt das Hebelelement (815) sich im Wesentlichen parallel zu einer Oberfläche (816.1) des Brettkörpers (802) und von dieser beabstandet in Richtung zu einem hinteren Ende des Schneegleitbretts erstreckt, wobei das Hebelelement (815) ein freies Ende (836) aufweist.
     
    6. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 4 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungselemente Umlenkelemente zum Umlenken eins Kraftwirkung aufweisen, insbesondere Umlenkrollen (14.1, 14.2), umfassen und vorzugsweise der Hilfsgurt (13.1, 13.2) bereichsweise um die Umlenkrollen (14.1, 14.2) geführt ist, und insbesondere die Umlenkrollen dabei exzentrisch gelagert sind.
     
    7. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungselemente ein verstellbares, vorzugsweise ein höhenverstellbares, Stützelement (115) aufweisen, welches insbesondere einen um eine Querachse (C) verschwenkbar am Brettkörper (102) angelenkten Hebel (115) umfasst, der aufgrund der Kraft längs des Gurtes (103) verschwenkt werden kann und insbesondere mit dem Hilfsgurt (113) derart zusammenwirkt, dass die Kraft längs des Gurtes (103) eine Auslenkung des Hilfsgurtes (113) quer zu einer Längsrichtung des Hilfsgurtes (113) bewirkt.
     
    8. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungselemente ein Gelenk umfassen, insbesondere ein Wippgelenk (214) mit zwei bezüglich einer Gelenklagerung gegenüberliegenden Armen (215.1, 215.2) vorhanden ist.
     
    9. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurt (403) ein im Wesentlichen auf Zug belastbarer Zuggurt (403) ist und die Kraft längs des Zuggurtes (403) aufgrund der Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich (410.2) eine Zugkraft ist, wobei der Zuggurt (403) im Steuerbereich (410.2) unterhalb des Brettkörpers (402) geführt ist.
     
    10. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurt (3) ein im Wesentlichen auf Druck belastbarer Druckgurt (3) ist und die Kraft längs des Druckgurtes (3) aufgrund der Durchbiegung des Schneegleitbretts im Steuerbereich (10) eine Druckkraft ist, wobei der Druckgurt (3) im Steuerbereich oberhalb des Brettkörpers (2) geführt ist und insbesondere der Druckgurt (3) bezüglich der Längsdurchbiegung im Steuerbereich (10) mit dem Schneegleitbrett zwangsgekoppelt ist.
     
    11. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der Zugkraft auf den Lenkbereich (12) der Richtung der Kraft längs des Gurtes (3), insbesondere der Druckkraft des Druckgurtes (3), im Wesentlichen entgegen gerichtet ist.
     
    12. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der Zugkraft auf den Lenkbereich (512) der Richtung der Kraft längs des Gurtes (503), insbesondere der Druckkraft des Druckgurtes (503), im Wesentlichen gleich gerichtet ist.
     
    13. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft längs des Gurtes (203) und die Zugkraft auf den Lenkbereich (212) einen unterschiedlichen Betrag aufweisen.
     
    14. Schneegleitbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Brettkörper im Wesentlichen im Längenbereich des Lenkbereichs (612) derart in mehrere, bezüglich einer Längsdurchbiegung weitgehend unabhängige, Abschnitte (625.1, 625.2) unterteilt ist, und wenigstens einer der mehreren Abschnitte (625.1) mit der Zugkraft beaufschlagt wird.
     
    15. Schneegleitbrett nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, insbesondere im Wesentlichen parallele, Gurte vorhanden sind.
     


    Claims

    1. Snow sliding board, in particular a ski (1), with a board body (2) and a chord (3), which is supported and/or anchored on the board body (2) at at least one supporting point (7), the chord (3) being guided longitudinally displaceably in at least one control region (10) and coupled with the snow sliding board with respect to longitudinal flexing in the control region (10) in such a way that a force resulting from flexing of the snow sliding board in the control region (10) acts along the chord (3) on a steering region (12) at a longitudinal end of the snow sliding board in such a way that the snow sliding board is flexed in the steering region (12), characterized in that there is a transmission device (4), which transmits the force along the chord (3) into a tensile force on the steering region (12).
     
    2. Snow sliding board according to Claim 1, characterized in that the transmission device (4) comprises an auxiliary chord (13.1, 13.2), the auxiliary chord (13.1, 13.2) being arranged substantially in the longitudinal direction (A) of the board body (2) and interacting by a first longitudinal end with the steering region (12) in such a way that, with the force along the chord (3), the tensile force on the board body (2) can be produced by interaction of the auxiliary chord (13.1, 13.2) and the chord (3), with in particular the auxiliary chord (13.1, 13.2) being connected to the chord (3) by a second longitudinal end (20.1, 20.2).
     
    3. Snow sliding board according to Claim 2, characterized in that the auxiliary chord (113) is fastened to the board body (102) by a second longitudinal end (120), in particular in such a way that a deflection substantially transversely in relation to the auxiliary chord (113) produces a tensile force along the auxiliary chord (113) and, in particular, the auxiliary chord (113) is thereby pretensioned.
     
    4. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the transmission device (4) has transmission elements, which are movably or rigidly provided on the board body (2), it being possible by interaction of the transmission elements (14.1, 14.2) and the chord (3), in particular also the auxiliary chord (13.1, 13.2), for the tensile force on the steering region (12) of the board body (2) to be produced with the force along the chord (3).
     
    5. Snow sliding board according to Claim 4, characterized in that the transmission elements comprise a lever element (815), on which the force along the chord (803) acts directly or indirectly and which is fixedly connected to the board body (802), in particular with largely fixed alignment in relation to the board body (802), and preferably the lever element (815) extends substantially parallel to a surface (816.1) of the board body (802) and at a distance therefrom in the direction of a rear end of the snow sliding board, the lever element (815) having a free end (836).
     
    6. Snow sliding board according to either of Claims 4 and 5, characterized in that the transmission elements have deflecting elements for deflecting a force effect, in particular comprise deflecting rollers (14.1, 14.2), and the auxiliary chord (13.1, 13.2) is preferably guided around the deflecting rollers (14.1, 14.2) in certain regions, and in particular the deflecting rollers are in this case eccentrically mounted.
     
    7. Snow sliding board according to one of Claims 4 to 6, characterized in that the transmission elements have an adjustable, preferably height-adjustable, supporting element (115), which in particular comprises a lever (115) which is articulated on the board body (102) such that it can be pivoted about a transverse axis (C) and can be pivoted on the basis of the force along the chord (103) and interacts in particular with the auxiliary chord (113) in such a way that the force along the chord (103) brings about a deflection of the auxiliary chord (113) transversely in relation to a longitudinal direction of the auxiliary chord (113).
     
    8. Snow sliding board according to one of Claims 4 to 7, characterized in that the transmission elements comprise an articulated joint, in particular there is a rocking joint (214) with two opposite arms (215.1, 215.2) with respect to the mounting of the joint.
     
    9. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the chord (403) is a tension chord (403) that can substantially withstand tensile loading and the force along the tension chord (403) as a result of the flexing of the snow sliding board in the control region (410.2) is a tensile force, the tension chord (403) being guided in the control region (410.2) below the board body (402).
     
    10. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the chord (3) is a compression chord (3) that can substantially withstand compressive loading and the force along the compression chord (3) as a result of the flexing of the snow sliding board in the control region (10) is a compressive force, the compression chord (3) being guided in the control region above the board body (2) and, in particular, the compression chord (3) being forcibly coupled with the snow sliding board with respect to the longitudinal flexing in the control region (10).
     
    11. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 10, characterized in that the direction of the tensile force on the steering region (12) is directed substantially counter to the direction of the force along the chord (3), in particular the compressive force of the compression chord (3).
     
    12. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 10, characterized in that the direction of the tensile force on the steering region (512) is directed substantially in the same direction as the force along the chord (503), in particular the compressive force of the compression chord (503).
     
    13. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 12, characterized in that the force along the chord (203) and the tensile force on the steering region (212) are of different magnitudes.
     
    14. Snow sliding board according to one of Claims 1 to 13, characterized in that the board body is subdivided substantially in the region along the length of the steering region (612) into a number of portions (625.1, 625.2) that are largely independent with respect to longitudinal flexing, and at least one of the number of portions (625.1) is subjected to the tensile force.
     
    15. Snow sliding board according to one of the preceding claims, characterized in that there are a number of chords, in particular substantially in parallel.
     


    Revendications

    1. Planche pour glisser sur la neige, en particulier ski (1), dotée d'un corps de planche (2) et d'une ceinture (3) qui s'appuie et/ou est ancrée sur le corps de planche (2) en au moins un emplacement d'appui (7),
    la ceinture (3) étant guidée à coulissement longitudinal dans au moins une partie de commande (10) et étant couplée dans la partie de commande (10) à la planche pour glisser sur la neige de manière à fléchir longitudinalement avec elle de telle sorte qu'une force appliquée dans la partie de commande (10) du fait d'une flexion de la planche pour glisser sur la neige agit le long de la ceinture (3) sur une partie directrice (12) située à une extrémité longitudinale de la planche pour glisser sur la neige, de sorte que la planche pour glisser sur la neige est fléchie dans la partie directrice (12),
    caractérisée en ce que
    un dispositif de transfert (4) convertit la force qui agit le long de la ceinture (3) en une force de traction exercée sur la partie directrice (12).
     
    2. Planche pour glisser sur la neige selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif de transfert (4) comporte une ceinture auxiliaire (13.1, 13.2), la ceinture auxiliaire (13.1, 13.2) étant disposée essentiellement dans le sens de la longueur (A) du corps de planche (2) et coopérant à une première extrémité longitudinale avec la partie directrice (12) de telle sorte que la force de traction puisse être exercée sur le corps de planche (2) par coopération de la ceinture auxiliaire (13.1, 13.2) et de la ceinture (3) avec la force qui agit le long de la ceinture (3), la ceinture auxiliaire (13.1, 13.2) étant reliée en particulier à une deuxième extrémité longitudinale (20.1, 20.2) à la ceinture (3).
     
    3. Planche pour glisser sur la neige selon la revendication 2, caractérisée en ce que la ceinture auxiliaire (113) est fixée à une deuxième extrémité longitudinale (120) sur le corps de planche (102), en particulier de telle sorte qu'une déviation essentiellement transversale par rapport à la ceinture auxiliaire (113) exerce une force de traction le long de la ceinture auxiliaire (113) et en particulier précontraint ainsi la ceinture auxiliaire (113).
     
    4. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que le dispositif de transfert (4) présente des éléments de transfert qui sont prévus à déplacement ou rigidement sur le corps de planche (2), la coopération entre les éléments de transfert (14.1, 14.2) et la ceinture (3) et en particulier également la ceinture auxiliaire (13.1, 13.2) permettant de former avec la force qui agit le long de la ceinture (3) la force de traction sur la partie directrice (12) du corps de planche (2).
     
    5. Planche pour glisser sur la neige selon la revendication 4, caractérisée en ce que les éléments de transfert présentent un élément en levier (815) sur lequel la force exercée le long de la ceinture (803) agit directement ou indirectement et qui est reliée solidairement au corps de planche (802), en particulier dans une orientation largement fixe par rapport au corps de planche (802), l'élément en levier (815) s'étendant essentiellement en parallèle à une surface (816.1) du corps de planche (802) et à une distance de cette dernière en direction d'une extrémité arrière de la planche pour glisser sur la neige, l'élément en levier (815) présentant une extrémité libre (836).
     
    6. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 4 à 5, caractérisée en ce que les éléments de transfert présentent des éléments de déviation, en particulier des galets de déviation (14.1, 14.2), qui dévient l'action d'une force, certaines parties de la ceinture auxiliaire (13.1, 13.2) étant guidées autour des galets de déviation (14.1, 14.2), les galets de déviation étant montés en particulier en position décentrée.
     
    7. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisée en ce que les éléments de transfert présentent un élément d'appui (115) ajustable et de préférence ajustable en hauteur, qui comporte en particulier un levier (115) pivotant sur le corps de planche (102), en particulier autour d'un axe transversal (C), le levier pouvant pivoter sous l'action de la force exercée le long de la ceinture (103) et coopérant en particulier avec la ceinture auxiliaire (113) de telle sorte que la force exercée le long de la ceinture (103) entraîne une déviation de la ceinture auxiliaire (113) transversalement par rapport au sens de la longueur de la ceinture auxiliaire (113).
     
    8. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 4 à 7, caractérisée en ce que les éléments de transfert comportent une articulation, en particulier une articulation basculante (214) qui présente deux bras (215.1, 215.2) situés en positions opposées par rapport au palier de l'articulation.
     
    9. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que la ceinture (403) est une ceinture de traction (403) sollicitée essentiellement en traction et en ce que la force qui agit le long de la ceinture de traction (403) suite à une flexion de la planche pour glisser sur la neige est une force de traction sur la partie de commande (410.2), la ceinture de traction (403) étant guidée en dessous du corps de planche (402) dans la partie de commande (410.2).
     
    10. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisée en ce que la ceinture (3) est une ceinture de compression (3) sollicitée essentiellement en compression et en ce que la force qui agit le long de la ceinture de compression (3) suite à une flexion de la planche pour glisser sur la neige est une force de compression agissant dans la partie de commande (10), la ceinture de compression (3) étant guidée au-dessus du corps de planche (2) dans la partie de commande et la ceinture de compression (3) étant couplée de façon forcée à la planche pour glisser sur la neige en termes de flexion longitudinale dans la partie de commande (10).
     
    11. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que la direction de la force de traction dans la partie directrice (12) est essentiellement orientée en opposition à la direction de la force qui agit sur la ceinture (3) et en particulier à la direction de la force de compression de la ceinture de compression (3).
     
    12. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que la direction de la force de traction exercée sur la partie directrice (512) est orientée essentiellement dans la même direction que la force qui agit le long de la ceinture (503) et en particulier de la force de compression de la ceinture de compression (503).
     
    13. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisée en ce que la force qui agit le long de la ceinture (203) et la force de traction qui agit sur la partie directrice (212) ont des valeurs différentes.
     
    14. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisée en ce que le corps de planche est divisé essentiellement dans la partie longitudinale de la partie directrice (612) en plusieurs sections (625.1, 625.2) largement indépendantes en termes de flexion longitudinale, au moins l'une des sections (625.1) étant sollicitée par la force de traction.
     
    15. Planche pour glisser sur la neige selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que plusieurs ceintures en particulier parallèles sont prévues.
     




    Zeichnung





























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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