[0001] Die Erfindung betrifft eine Rasierklingeneinheit für einen Rasierapparat gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Hochwertige herkömmliche Rasierklingeneinheiten sind gegenüber dem Handgriff um eine
zur Längsachse senkrecht verlaufende Dreh- oder Schwenkachse schwenkbar gelagert.
Die Hautberührungsebene der Rasierklingeneinheit lässt sich dadurch während der Rasur
besser an die zu rasierende Haut anlegen.
[0003] Die
DE 297 24 245 U1 verweist u.a. auf eine Rasierklingeneinheit, bei der die Drehachse über den Schneidkanten
der Klingen und über dem Gehäuse angeordnet ist. Außerdem beschreibt die
DE 297 24 245 U1 eine Drehachse, die an der Schneidkante der zweiten Klinge gelegen ist.
[0004] In der
EP 0 638 015 B1 ist ein Rasierer beschrieben bei dem die Drehachse entweder auf der Seite der Klingeneinheit
oder auf der vom Rasierergriff zur Rasierfläche entgegengesetzten Seite der Klingeneinheit
liegt, wodurch die Drehachse bei ihrer Anordnung im Betrieb entsprechend auf oder
unterhalb der zu rasierenden Oberfläche liegt. Der Klingeneinheit-Träger ist an einem
Viergliedgestänge getragen, dass in einer Ebene parallel zu den Klingenkanten liegt.
[0005] Aus der
WO 2003 097 310 ist ein Rasierer mit einer den Handgriff und die Klingeneinheit verbindenden Kupplung
bekannt, bei der die Klingeneinheit um eine erste Achse relativ zur Kupplung schwenkbar
ist. Die Kupplung ist um eine zweite Achse relativ zum Handgriff schwenkbar gelagert,
welche so wie die erste Achse parallel zu den Schneidkanten verläuft. Die Kupplung
und die Klingeneinheit sind in vorbestimmten Ruhepositionen vorgespannt.
[0006] Die
DE 698 08 479 T2 beinhaltet eine Klingeneinheit-Eingriffs-Struktur, die eine Schwenkbewegung der Klingeneinheit
um eine parallel zu einer Längsachse der Klingeneinheit angeordnete Schwenkachse ermöglicht.
Der Handgriff ist über ein Paar federnd verformbare Arme mit der Klingeneinheit-Eingriffs-Struktur
verbunden. Die Arme ermöglichen ein Verschieben der Klingeneinheit-Eingriffs-Struktur
nach unten in Richtung Griff, wobei die Bewegung der Klingeneinheit-Eingriffs-Struktur
in einer Richtung senkrecht zur Richtung der Verschiebung nach unten eingeschränkt
ist.
[0007] Aus der
US 4,514,904 ist ein Rasierer bekannt, an dessen Handgriff am vorderen Ende eine Rasierklingeneinheit
mittels einer Gabelhalterung gelagert ist. Die Klingeneinheit kann ausgehend von einer
federbelasteten Nulllage um eine zu den Schneidkanten parallele Drehachse verschwenkt
werden. Die durch die Gabelhalterung definierte Drehachse verläuft dabei unterhalb
der Schneidkante der ersten Klinge.
[0008] Schließlich ist aus der
DE 103 27 739 B4 eine Rasierklingeneinheit mit einem Klingenträger bekannt, welche über ein Steckverbindungsteil
lösbar an einem Handgriff anbringbar ist, wobei das Steckverbindungsteil und der Klingenträger
über ein Verbindungsteil miteinander verbunden sind, welches in Form eines Filmscharniers
ausgebildet ist, und wobei das Steckverbindungsteil und der Klingenträger weiterhin
über eine federnde Kunststoffkomponente verbunden sind, welche die Federcharakteristik
der Verbindung zwischen Steckverbindungsteil und Klingenträger nahezu ausschließlich
bestimmt. Obwohl die Verwendung des Filmscharniers und der federnden Kunststoffkomponente
bereits eine gute Feder- und Dämpfungscharakteristik ermöglichen, besteht während
der Rasur das Problem, dass sich der Klingenträger bei zu großem über den Handgriff
aufgebrachten Druck ungewollt aufrichtet und von der Haut abhebt.
[0009] Ausgehend von der
DE 103 27 739 B4 besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine verbesserte Rasierklingeneinheit
zur Verfügung zu stellen, bei der eine präzise Anlage der Schneidkanten der Klingen
auf der zu rasierenden Haut gewährleistet ist, weitgehend unabhängig von der Anpresskraft,
mit welcher der Benutzer den Rasierapparat beaufschlagt.
[0010] Zur Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe dient eine Rasierklingeneinheit gemäß dem
beigefügten Anspruch 1.
[0011] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Position der durch das
Filmscharnier verlaufenden Schwenkachse. Diese ist bezogen auf die Richtung der Längsachse
des Handgriffs in einem Bereich positioniert, der sich von der in Rasurrichtung vorderen
Begrenzung der Schaumkante bis zu der der Schaumkante am nächsten liegenden Schneidkante
erstreckt. Wenn sich die Schwenkachse in diesem Bereich befindet, hat dies aufgrund
der Konstruktion des Filmscharniers den besonderen Vorteil, dass die Einleitung einer
Kraftkomponente über den Handgriff in Richtung des zu rasierenden Hautabschnitts nicht
zu einem ungewollten Aufrichten des Klingengehäuses führt, wodurch der sichere Kontakt
der Schneidkanten mit der Rasurfläche in jedem Fall sichergestellt ist.
[0012] Eine besonders zu bevorzugende Ausführungsform der Rasierklingeneinheit zeichnet
sich dadurch aus, dass der Verbindungsabschnitt zweigeteilt ist und an jeder der quer
zu den Schneidkanten verlaufenden Seiten des Klingengehäuses angeordnet ist. Jeder
dieser beiden Verbindungsabschnitte besitzt zwei Scharnierschenkel, die jeweils über
ein Filmscharnier miteinander verbunden sind und vorzugsweise allseitig von einer
elastomeren Dämpfungskomponente eingeschlossen sind. Die beiden derart ausgebildeten
Filmscharniere sind so flexibel gestaltet, dass sie die für die Rasur notwenige Kraftübertragung
vom Handgriff auf das Klingengehäuse allein nicht gewährleisten könnten. Die Filmscharniere
dienen vielmehr der leicht schwenkbaren Verbindung zwischen Klingengehäuse und Kupplungsabschnitt.
Die benötigte Federcharakteristik, welche die Kraftübertragung gestattet und eine
Rückstellung des Klingengehäuses in eine Nulllage bewirkt, wird durch die elastomere
Dämpfungskomponente bereitgestellt. Die generelle Funktionsweise eines Filmscharniers
unter Verwendung einer Dämpfungskomponente ist aus der o.g. Patentschrift
DE 103 27 739 B4 bekannt, sodass hier auf eine detaillierte Erläuterung verzichtet wird.
[0013] Es ist vorteilhaft, wenn die Schaumkante aus demselben elastomeren Weichkunststoff
wie die Dämpfungskomponente besteht. Die Hartkomponenten des Klingengehäuses, des
Kupplungsabschnitts und des Verbindungsabschnitts können ebenfalls aus einem einheitlichen
harten Kunststoff bestehen, der gegenüber dem Weichkunststoff der Dämpfungskomponente
eine größere Festigkeit und im Wesentlichen keine Elastizität aufweist. Sämtliche
Gehäuseteile der Rasierklingeneinheit lassen sich auf diese Weise durch ein Zweikomponenten-Kunststoffspritzverfahren
herstellen.
[0014] Eine bevorzugte Ausführungsform der Rasierklingeneinheit besitzt einen Schwenkbegrenzungsschenkel,
der entweder am Klingengehäuse oder am Kupplungsabschnitt angebracht ist und mit einem
gegenüberliegenden Anschlag zusammenwirkt. Der Schwenkwinkel, um welchen das Klingengehäuse
gegenüber dem Kupplungsabschnitt verschwenkt werden kann, lässt sich auf diese Weise
begrenzen. Dies erhöht die Sicherheit bei der Rasur und vermeidet Beschädigungen des
Filmscharniers durch ungewolltes Überdehnen bei großen Krafteinwirkungen. Der Schwenkwinkel
ist vorzugsweise auf einem Bereich zwischen 0° und 45° beschränkt, bezogen auf die
Lage des Klingengehäuses gegenüber der Längsachse des Handgriffs.
[0015] Es ist zweckmäßig, wenn der Kupplungsabschnitt eine Hülse umfasst, die lösbar auf
einen Adapterabschnitt des Handgriffs aufsetzbar ist. Der Handgriff ist damit wieder
verwendbar und die Kopplung zwischen Rasierklingeneinheit und Handgriff kann schnell
und ohne weitere Hilfsmittel ausgeführt werden. Weitere Einzelheiten zur Konstruktion
des Adapterabschnitts und des Handgriffs lassen sich aus der detaillierten Figurenbeschreibung
entnehmen. Abgewandelte Ausführungsformen, die beispielsweise bei Einmal-Rasierern
Anwendung finden, besitzen eine unlösbare Verbindung zwischen Kupplungsabschnitt und
Handgriff.
[0016] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rasierklingeneinheit
umfasst 5 Klingen, die im Klingengehäuse angeordnet sind und deren Schneidkanten im
Wesentlichen in der Hautberührungsebene liegen. Für die Erzielung besonders guter
Rasurergebnisse können die einzelnen Schneidkanten mehr oder weniger über die Hautberührungsebene
hinausragen oder hinter diese zurückgesetzt sein.
[0017] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Rasierklingeneinheit
und eines vorzugsweise zu verwendenden Handgriffs, unter Bezugnahme auf die Zeichnung.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Rasierklingeneinheit in einer perspektivische Ansicht von vorn
sowie in einer Ansicht von hinten;
- Fig. 2
- eine abgewandelte Ausführungsform der Rasierklingeneinheit in einer Explosionsdarstellung;
- Fig. 3
- eine geschnittene Seitenansicht der an einem Handgriff befestigten Rasierklingeneinheit;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines vollständigen Rasierapparats mit Handgriff und Rasierklingeneinheit;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht des Handgriffs;
- Fig. 6
- eine perspektivische Detaildarstellung des Handgriffs mit Adapterabschnitt.
[0018] Der Grundaufbau der erfindungsgemäßen Rasierklingeneinheit wird nachfolgend anhand
der Figuren 1 und 2 erläutert, wobei die Rasierklingeneinheit in Fig. 1 in einem zusammengebauten
Zustand von vorn (obere Darstellung) und einer rückwärtigen Ansicht (untere Darstellung)
dargestellt ist, während Fig. 2 eine geringfügig abgewandelte Bauform der Rasierklingeneinheit
in einer Explosionsdarstellung zeigt.
[0019] Eine erfindungsgemäße Rasierklingeneinheit 01 umfasst ein Klingengehäuse 02 zur Aufnahme
von mehreren Klingen 04. Das Klingengehäuse 01 dient bei der hier gezeigten Ausführungsform
zur Aufnahme von insgesamt fünf Klingen 04, welche jeweils eine Schneidkante 05 aufweisen.
Selbstverständlich können in der Rasierklingeneinheit auch mehr oder weniger Klingen
verwendet werden. Die Klingen 04 sind bei der dargestellten Ausführungsform als Winkelklingen
ausgeführt. Der die Schneidkante 05 aufweisende Bereich wird während des Klingenherstellungsprozess
vorzugsweise mit einem Winkel von etwa 50° bis 70° abgewinkelt.
[0020] Das Klingengehäuse 02 lässt an seiner Vorderfläche ein Klingenfenster 06 offen, in
welchem die Schneidkanten 05 der Klingen freiliegen, um während der Rasur in Hautkontakt
gebracht zu werden. Die Lage der Schneidkanten 05 definiert eine Hautberührungsebene,
welche bei unterschiedlichem Klingenüberstand auch als leicht gekrümmte Fläche geformt
sein kann. Das Klingenfenster 06 wird an den kurzen Seiten durch Seitenwände 07 des
Klingengehäuses begrenzt. Das Klingengehäuse ist vorzugsweise aus einem Hartkunststoff
gefertigt.
[0021] Neben den Klingen 04 sind am Klingengehäuse 02 auch eine Schaumkante 09 sowie ein
Gleitstreifen 10 angeordnet. Die zum Vorspannen der zu rasierenden Haut dienende Schaumkante
09 besteht aus einem elastomeren Kunststoff und wird vorzugsweise mittels Zweikomponenten-Spritzgießverfahren
gemeinsam mit dem Klingengehäuse 02 gespritzt. Denkbar wäre natürlich auch, ein separates
Bauteil für die Schaumkante 09 zu verwenden. Der Gleitstreifen 10 kommt während der
Rasur nach den Schneidkanten 05 der Klingen 04 mit der Haut in Kontakt. Im Gleitstreifen
10 sind die Haut pflegende Substanzen enthalten. Üblicherweise besteht der Gleitstreifen
10 aus einer wasserlöslichen und einer wasserunlöslichen Komponente. Mittels der sich
während der Nutzungsdauer der Rasierklingeneinheit auswaschenden wasserlöslichen Komponente
kann eine Abnutzungsanzeige realisiert werden, die den Nutzer über das Erreichen des
Nutzungsendes informiert. Die Befestigung des Gleitstreifens 10 am Klingengehäuse
erfolgt vorzugsweise über eine Klebeverbindung.
[0022] Das Klingengehäuse 02 ist rückwärtig mit einem Deckel 14 vorzugsweise über eine Rastverbindung
verschlossen. Der Deckel 14 ist mit Vertiefungen 17 versehen, die sich an den seitlichen
Randbereichen bzw. an einem mittleren Steg 18 befinden. Jede dieser Vertiefungen 17
ist vorzugsweise V-förmig und dient bei der fertig montierten Rasierklingeneinheit
zur Lagerung jeweils einer Klingenrückseite, die der Schneidkante 05 der Klinge gegenüberliegt.
[0023] Die Rasierklingeneinheit 01 besitzt weiterhin eine Kupplungsabschnitt 20, welcher
vorzugsweise aus demselben Hartkunststoff wie das Klingengehäuse 02 hergestellt ist.
Der Kupplungsabschnitt 20 dient der vorzugsweise lösbaren Befestigung der Rasierklingeneinheit
an einem Handgriff, dessen Einzelheiten weiter unten beschrieben werden. Die Verbindung
zwischen dem Kupplungsabschnitt 20 und dem Klingengehäuse 02 ist über einen Verbindungsabschnitt
realisiert, der im dargestellten Bespiel zwei Filmscharniere 21 umfasst, welche an
den beiden Seitenwänden 07 des Klingengehäuses 02 ansetzen. Wie aus Fig. 2 ersichtlich
ist, gehen vom Filmscharnier 21 zwei Scharnierschenkel 22 aus, die dem Verbindungsabschnitt
zugerechnet werden, jedoch vorzugsweise jeweils einstückig mit dem angrenzenden Klingengehäuse
02 bzw. dem Kupplungsabschnitt 20 geformt sind.
[0024] Das Filmscharnier 21 gewährleistet die Verschwenkbarkeit zwischen dem Klingengehäuse
02 und dem Kupplungsabschnitt 20 und definiert damit eine Schwenkachse 19, die sich
bei der dargestellten Ausführungsform durch die beiden seitlichen Filmscharniere 21
erstreckt. Die Schwenkachse 19 liegt in einem Bereich, der sich von der in Rasurrichtung
vorderen Begrenzung der Schaumkante 09 bis zu der der Schaumkante 09 am nächsten liegenden
Schneidkante 05 erstreckt. Der bevorzugte Bereich A der Schwenkachse ist in der unteren
Darstellung der Fig. 1 eingezeichnet. Wenn sich die Schwenkachse in diesem Bereich
A befindet, hat dies aufgrund der Konstruktion des Filmscharniers den besonderen Vorteil,
dass die Einleitung einer Druckkraft über den Handgriff in Richtung des zu rasierenden
Hautabschnitts nicht zu einem ungewollten Aufrichten des Klingengehäuses 02 führt,
wodurch der sichere Kontakt der Schneidkanten 05 mit der Rasurfläche in jedem Fall
sichergestellt ist.
[0025] Um eine Kraftübertragung vom Kupplungsabschnitt 20 zum Klingengehäuse 02 zu ermöglichen
und die Verschwenkbarkeit zu dämpfen, ist das Filmscharnier 21 von einer Dämpfungskomponente
23 umspritzt. Die Dämpfungskomponente 23 füllt den zwischen den Scharnierschenkeln
22 verbleibenden Hohlraum aus und umgreift die Scharnierschenkel 22 vorzugsweise von
allen Seiten. Die Dämpfungskomponente 23 besteht aus einem elastomeren Kunststoff,
welcher vorzugsweise mit der Weichkomponente der Schaumkante 09 übereinstimmt und
gleichzeitig mit dieser im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren hergestellt werden
kann. Über die Elastizität und die Materialstärke der Dämpfungskomponente 23 lässt
sich die Federcharakteristik, welche die Rückstellkräfte für das Klingengehäuse bestimmt,
einstellen.
[0026] Der Kupplungsabschnitt 20 umfasst weiterhin einen Tragabschnitt 24 und eine daran
einstückig angeformte Hülse 25, welche der Kopplung der Rasierklingeneinheit an den
Handgriff dient. Die Hülse 25 besitzt ein Rastelement 26, das mit komplementären Rastmitteln
am Handgriff zusammenwirkt.
[0027] In Fig. 3 ist die Rasierklingeneinheit 01 in einer seitlichen Schnittansicht gezeigt.
Der Kupplungsabschnitt 20 ist mit der Hülse 25 auf einen Adapterabschnitt 30 eines
Handgriffs 31 aufgesetzt. Das Rastelement 26 ist in einer Vertiefung im Adapterabschnitt
30 eingerastet. In dieser Darstellung ist außerdem ein Schwenkbegrenzungsschenkel
27 erkennbar, der am Klingengehäuse 02 angebracht ist und bei dessen Verschwenken
um die Schwenkachse 19 beim Erreichen eines maximalen Schwenkwinkels an einem Anschlag
28 am Kupplungsabschnitt 20 zur Anlage kommt, um dadurch ein Weiterschwenken des Klingengehäuses
zu unterbinden.
[0028] Fig. 4 zeigt eine Seitendarstellung eines vollständigen Rasierapparats, welcher die
Rasierklingeneinheit 01 und den Handgriff 31 umfasst. Der Handgriff 31 besitzt einen
Grundkörper 32 aus einem Hartkunststoff, an dessen Seitenflächen Greifabschnitte 33
aus einer Kunststoffweichkomponente angeformt sind.
[0029] Fig. 5 zeigt eine Querschnittsansicht des Handgriffs 31, gesehen entlang einer Schnittlinie
V-V, welche in Fig. 4 eingezeichnet ist. Der Grundkörper 32 besitzt einen im Wesentlichen
U-förmigen Querschnitt, in welchem ein Metallgewicht 34 aufgenommen ist. Das Metallgewicht
34 erstreckt sich vorzugsweise aus dem vorderen Bereich des Grundkörpers 32 heraus
und bildet dort den Adapterabschnitt 30 (Fig. 6). Links und rechts des Metallgewichts
34 sind im Grundkörper 32 lang gestreckte Nuten 35 eingebracht, in welche Haltestege
36 eines Griffdeckels 37 eingepresst sind. Der Griffdeckel 37 ist ebenfalls aus einem
Hartkunststoff gefertigt und deckt das Metallgewicht 34 vollflächig ab. Zur Lagestabilisierung
des Metallgewichts 34 können an der Unterseite des Griffdeckels 37 Erhebungen angebracht
sein, die in das Metallgewicht 34 eingreifen. Um eine dichte Verbindung zwischen dem
Griffdeckel 37 und dem Grundkörper 32 herzustellen, ist der Griffdeckel 37 in entsprechende
Ausnehmungen des Grundkörpers 32 eingepasst, wobei vorzugsweise eine Abdichtlamelle
38 im Auflagebereich vorgesehen ist, die beim Einpressen des Griffdeckels in den Grundkörper
verformt wird und als umlaufende Dichtung wirkt.
[0030] Fig. 6 zeigt den vorderen Abschnitt des Handgriffs 31 mit dem Adapterabschnitt 30.
Auf dem Adapterabschnitt 30 ist in Achsrichtung verschiebbar eine Abwurfhülse 40 angeordnet,
welche vom Benutzer in Richtung zur Rasierklingeneinheit verschoben werden kann, um
die Verbindung zwischen der Hülse 25 des Kupplungsabschnitts 20 und dem Adapterabschnitt
30 zu lösen. Für eine leichtere Bedienbarkeit besitzt die Abwurfhülse 40 an ihrer
Oberseite eine Oberflächenstrukturierung 41.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 01 -
- Rasierklingeneinheit
- 02 -
- Klingengehäuse
- 03 -
- -
- 04 -
- Klingen
- 05 -
- Schneidkante
- 06 -
- Klingenfenster
- 07 -
- Seitenwände
- 08 -
- -
- 09 -
- Schaumkante
- 10 -
- Gleitstreifen
- 11 -
- -
- 12 -
- -
- 13 -
- -
- 14 -
- Deckel
- 15 -
- -
- 16 -
- -
- 17 -
- Vertiefungen am Deckel
- 18 -
- mittlerer Steg am Deckel
- 19 -
- Schwenkachse
- 20 -
- Kupplungsabschnitt
- 21 -
- Filmscharnier
- 22 -
- Scharnierschenkel
- 23 -
- Dämpfungskomponente
- 24 -
- Tragelement
- 25 -
- Hülse
- 26 -
- Rastelement
- 27 -
- Schwenkbegrenzungsschenkel
- 28 -
- Anschlag
- 29 -
- -
- 30 -
- Adapterabschnitt
- 31 -
- Handgriff
- 32 -
- Grundkörper
- 33 -
- Greifabschnitte
- 34 -
- Metallgewicht
- 35 -
- Nuten
- 36 -
- Haltestege
- 37 -
- Griffdeckel
- 38 -
- Abdichtlamelle
- 39 -
- -
- 40 -
- Abwurfhülse
- 41 -
- Oberflächenstrukturierung
1. Rasierklingeneinheit (01), umfassend
- ein Klingengehäuse (02), in welchem mehrere Klingen (04) mit parallel zu einer Hautberührungsebene
liegenden Schneidkanten (05) angeordnet sind;
- einen Kupplungsabschnitt (20), der vorzugsweise lösbar an einem Handgriff (31) anbringbar
ist;
- einen Verbindungsabschnitt mit mindestens einem Filmscharnier (21) zwischen Klingengehäuse
(02) und Kupplungsabschnitt (20), das eine parallel zur Hautberührungsebene verlaufende
Schwenkachse definiert, und mit einer federnden Dämpfungskomponente (23), die das
Filmscharnier (21) ein- oder mehrseitig umgibt und sowohl an das Klingengehäuse (02)
als auch an den Kupplungsabschnitt (20) angeformt ist; und
- eine in Rasurrichtung vor den Schneidkanten (05) der Klingen (04) angeordnete Schaumkante
(09) zum Vorspannen der Haut während der Rasur;
dadurch gekennzeichnet, dass die durch das Filmscharnier (21) verlaufende Schwenkachse zwischen der in Rasurrichtung
vorderen Begrenzung der Schaumkante (09) und der der Schaumkante (09) am nächsten
liegenden Schneidkante (05) positioniert ist.
2. Rasierklingeneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an jeder der quer zu den Schneidkanten (05) verlaufenden Seitenwände (07) des Klingengehäuses
ein Filmscharnier (21) angeordnet ist, von dem jeweils zwei Scharnierschenkel (22)
ausgehen, die von der Dämpfungskomponente (23) umgeben sind.
3. Rasierklingeneinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scharnierschenkel (22) des Filmscharniers (21) aus einem Kunststoff bestehen
und einstückig mit den angrenzenden Abschnitten des Klingengehäuses bzw. des Kupplungsabschnitts
ausgebildet sind, und dass die Dämpfungskomponente (23) aus einem elastomeren Weichkunststoff
besteht, welcher die Scharnierschenkel (22) allseitig umschließt.
4. Rasierklingeneinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumkante (09) aus demselben Weichkunststoff wie die Dämpfungskomponente (23)
besteht und im selben Fertigungsschritt wie die Dämpfungskomponente an den Hartkunststoff
des Klingengehäuses (02) angespritzt wird.
5. Rasierklingeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Schwenkbegrenzungsschenkel (27) am Klingengehäuse (02) bzw. am Kupplungsabschnitt
(20) angebracht ist, der beim Erreichen eines maximalen Schwenkwinkels an einem gegenüberliegenden
Anschlag (28) am Kupplungsabschnitt bzw. Klingengehäuse anschlägt.
6. Rasierklingeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Klingengehäuse (02) gegenüber der Längsachse des Handgriffs (31) zwischen 0°
und 45° verschwenkbar ist.
7. Rasierklingeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kupplungsabschnitt (20) eine Hülse (25) umfasst, die lösbar auf einen Adapterabschnitt
(30) des Handgriffs (31) aufsetzbar ist.
8. Rasierklingeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass im Klingengehäuse (02) fünf Klingen (04) angebracht sind.
9. Rasierklingeneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass sie einen in Rasurrichtung nach den Schneidkanten (05) der Klingen (04) angeordneten
Gleitstreifen (10) aufweist.