Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Elektrowerkzeug, insbesondere einen Bohrhammer, umfassend
einen Elektromotor mit einer Drehachse, ein Übertragungsgetriebe und ein Schlagwerk
mit einer Schlagachse, wobei das Schlagwerk vom Elektromotor über das Übertragungsgetriebe
angetrieben wird. Ferner umfasst das Elektrowerkzeug einen Schwingungstilger mit einer
schwingungsfähigen Masse.
Stand der Technik
[0002] Elektrowerkzeuge, bei deren Betrieb Schläge, beispielsweise durch ein Schlagwerk,
auf ein Objekt, wie beispielsweise eine Gebäudewand oder eine Zimmerdecke, ausgeübt
werden, erzeugen durch die vom Schlagwerk ausgeübten Schläge erhebliche Rückschlagkräfte,
die von dem Benutzer des Elektrowerkzeugs aufzunehmen sind. Um die durch die Rückschlagkräfte
erzeugten Vibrationen zu dämpfen, gibt es verschiedene Ansätze.
[0003] Eine Möglichkeit besteht darin, die Griffelemente, mit denen das Elektrowerkzeug
gehalten wird, durch geeignete Maßnahmen zu dämpfen, d.h. einen Schwingungsdämpfer
vorzusehen. Eine andere Möglichkeit beruht darauf, einen Schwingungstilger an dem
Elektrowerkzeug vorzusehen, der prinzipiell durch eine schwingungsfähige Masse gebildet
wird, die in einer Führung oder frei in oder an dem Gehäuse des Elektrowerkzeugs befestigt
ist. Die schwingungsfähige Masse wird dabei durch ein elastisches Element gehalten,
das üblicherweise eine Feder, beispielsweise eine Spiralfeder, ist. Die Masse der
schwingungsfähigen Masse sowie die Federkonstante des elastischen Elements werden
dabei bevorzugt derart eingestellt, dass das System der schwingenden und gefedert
gelagerten Masse eine Eigen- oder Resonanzfrequenz in der Nähe der typischen Anregungsfrequenz
durch das Schlagwerk (Erregerfrequenz) aufweist. Auf diese Weise wird durch das Schlagwerk
eine besonders große Auslenkung der schwingungsfähigen Masse erzeugt, die somit einen
großen Teil der Vibrationsenergie, die durch das Schlagwerk auf das Elektrowerkzeug
übertragen wird, aufnehmen kann. Durch einen solchen Schwingungstilger ist es also
möglich, einen Teil der Vibrationsenergie in eine Schwingung der schwingungsfähigen
Masse zu übertragen und den Benutzer damit hinsichtlich der Vibrationen des Elektrowerkzeugs
zu schonen.
[0004] Die europäische Patentanmeldung
EP 1 736 283 A2 zeigt einen solchen Schwingungstilger, der bei horizontaler Ausrichtung des Bohrhammers
oberhalb dessen Schlagachse angeordnet ist. Der hier dargestellte Schwingungstilger
hat jedoch den Nachteil, dass er wegen seiner hinsichtlich der größtmöglichen Masse
der schwingungsfähigen Masse beschränkt ist, weil die Anordnung der schwingungsfähigen
Masse oberhalb der Schlagachse eine bestimmte Größe der schwingungsfähigen Masse beschränkt,
wenn nicht das Gehäuse des Bohrhammers entsprechend erweitert, d.h. vergrößert, werden
soll. Insbesondere ist der Schwingungstilger, der in diesem Dokument offenbart ist,
auf eine einzige schwingungsfähige Masse beschränkt, so dass die gesamte Schwingungsenergie
im Wesentlichen durch ein einziges Element unterzogen wird. Dies birgt Nachteile für
die Halterung der schwingungsfähigen Masse, die entsprechend stabiler auszuführen
ist.
Darstellung der Erfindung
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demnach, ein Elektrowerkzeug mit einem
Schwingungstilger zu konstruieren, dessen Anordnung und Ausgestaltung effizienter
und kompakter ist als die bekannten Lösungen.
[0006] Die Lösung der Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 erzielt. Erfindungsgemäß
weist die schwingungsfähige Masse zumindest zwei separate Massenelemente auf, die
in einem gemeinsamen Halbraum mit einer parallel zur Schlagachse verlaufenden und
die Schlagachse enthaltenden Grenzfläche angeordnet sind. Durch die erfindungsgemäße
Ausgestaltung der schwingungsfähigen Masse und deren Anordnung wird ein Elektrowerkzeug
geschaffen, das einen effizienten und sicher befestigten Schwingungstilger umfasst.
Indem die schwingungsfähigen Masse aus zumindest zwei separaten Massenelementen gebildet
wird, ist es besonders gut möglich, eine Verteilung der schwingungsfähigen Masse auf
einen besonders günstigen Bereich am Elektrowerkzeug zu erzielen. Die erfindungsgemäße
Anordnung der Massenelemente in einem gemeinsamen Halbraum mit einer parallel zur
Schlagachse verlaufenden Grenzfläche macht sich günstige Befestigungsmöglichkeiten
zunutze. Beispielsweise können die Massenelemente eines Bohrhammers, der sich in einer
aufrechten Position befindet, also mit im Wesentlichen horizontal ausgerichteter Schlagachse
und nach unten vorstehendem Hauptgriffteil, beide unterhalb der Schlagachse angeordnet
sein. Die Grenzfläche ist in diesem Beispiel eine sich im Wesentlichen horizontal
erstreckende Ebene, unterhalb oder oberhalb der die zumindest zwei separaten Massenelemente
angeordnet werden können. Da sich demnach die Schlagachse nicht unmittelbar zwischen
den Massenelementen der schwingungsfähigen Masse befindet, die Massenelemente die
Schlagachse also nicht umgeben, muss der Durchmesser des die Schlagachse umgebenden
Gehäuses nicht zusätzlich vergrößert werden.
[0007] Bevorzugt ist der Schwingungstilger in Kraftflussrichtung (an einer Schnittstelle)
zwischen dem Elektromotor und dem Übertragungsgetriebe angeordnet. Die Anordnung des
Schwingungstilgers in einem solchen Bereich ermöglicht es zudem, dass die schwingungsfähige
Masse in einem zentralen Bereich des Elektrowerkzeugs angeordnet wird. Ein solcher
Anordnungspunkt ist für den Schwingungstilger deshalb von Vorteil, weil er hier in
der Nähe des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs angeordnet ist und somit Schwerpunktsvibrationen
besonders effizient vermindern kann.
[0008] Vorteilhafterweise sind die Drehachse des Elektromotors und die Schlagachse des Schlagwerks
unter einem von Null verschiedenen Winkel zueinander angeordnet, wobei der Winkel
bevorzugt in einem Winkelbereich zwischen 80° und 100° liegt. Eine derartige Ausgestaltung
des Elektrowerkzeugs ermöglicht eine besonders einfache Anordnung der schwingungsfähigen
Masse in einem gemeinsamen Halbraum, weil das Elektrowerkzeug in diesem Fall eine
größere Dimension senkrecht zur Schlagachse aufweist als im Fall eines Elektrowerkzeugs,
bei dem die Drehachse des Elektromotors und die Schlagachse des Schlagwerks parallel
zu einander, insbesondere fluchtend angeordnet sind (In-Line Anordnung).
[0009] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt das Übertragungsgetriebe im Wesentlichen
abseits der Schlagachse des Schlagwerks. Das Übertragungsgetriebe bzw. ein Bereich,
in dem die Kraft von dem Elektromotor auf das Übertragungsgetriebe überführt wird,
eignet sich besonders gut für die Anordnung des erfindungsgemäßen Schwingungstilgers,
weil hier die Dicke (Tiefe) des Elektrowerkzeugs besonders klein ist, d.h. die in
dem Außengehäuse aufgenommenen Bauteile wenig auftragen, und somit eine gute Möglichkeit
dafür besteht, die schwingenden Massenelemente in diesem Bereich anzuordnen, ohne
dass der Durchmesser des Außengehäuses merklich zu vergrößern ist.
[0010] Vorteilhafterweise befindet sich das Übertragungsgetriebe im Wesentlichen in einem
Bereich des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs. Wie oben beschrieben, eignet sich der
Bereich des Übertragungsgetriebes bzw. dessen Übergangsbereich besonders gut für die
Anordnung der schwingungsfähigen Masse. Sofern das Übertragungsgetriebe im Wesentlichen
in einem Bereich des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs liegt, kann daher auch der
Schwingungstilger besonders leicht im Bereich des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs
angeordnet werden. Wie oben beschrieben, hat die Anordnung des Schwingungstilgers
im Bereich des Schwerpunkts in jedem Fall den Vorteil, dass insbesondere Schwerpunktsvibrationen
des Elektrowerkzeugs effizient gedämpft bzw. getilgt werden können. Mit Vorteil liegt
der Abstand zwischen der Schlagachse und dem Schwingungstilger in einem Bereich von
60 mm bis 90 mm. Dieser Abstand zwischen dem Schwingungstilger und der Schlagachse
ermöglicht eine besonders effiziente Dämpfung der Vibrationen des Elektrowerkzeugs,
wobei gleichzeitig eine Anordnung des Schwingungstilgers abseits der Schlagachse leicht
ermöglicht wird.
[0011] Bevorzugt sind die Massenelemente des Schwingungstilgers entlang genau einer Ausrichtung
beweglich und weisen je eine Ruhelage auf, wobei die Massenelemente bei einer Auslenkung
aus der jeweiligen Ruhelage mit einer entgegen der Auslenkung wirkenden Federkraft
beaufschlagt sind. Die Ausrichtung, in welcher sich die Massenelemente des Schwingungstilgers
bewegen können, kann dabei bevorzugt der Ausrichtung der Schlagachse entsprechen,
so dass die Vibrationen, die von Schlägen entlang der Schlagachse herrühren, durch
die Massenelemente gezielt gedämpft bzw. getilgt werden können. Dass die Massenelemente
entlang genau einer Ausrichtung, beispielsweise geführt durch einen Führungsschaft
beweglich sind, ermöglicht es dem Schwingungstilger, gezielt bestimmte Vibrationen
und Schläge zu dämpfen. Es ist dabei auch möglich, dass verschiedene Massenelemente
in verschiedenen Ausrichtungen beweglich sind. Die Massenelemente werden dabei bevorzugt
bei jeglicher Bewegung aus der Ruhelage mit einer Federkraft in Richtung der Ruhelage
beaufschlagt. Dies führt dazu, dass auch kleine Auslenkungen der Massenelemente eine
gute Schwingungsdämpfung erzeugen können. Die Ruhelage lässt sich dabei so definieren,
dass sich hier die auf das jeweilige Massenelement wirkenden Federkräfte gegenseitig
aufheben.
[0012] Besonders bevorzugt ist die Ausrichtung der Massenelemente durch je eine Führungseinrichtung
definiert, wobei die Führungseinrichtungen senkrecht zu der Ausrichtung beabstandet
sind. Als Führungseinrichtung kann hier beispielsweise eine Stabführung dienen, auf
der jeweils eines der Massenelemente entlang der Stabrichtung gleiten kann. Es ist
jedoch auch möglich, dass die Massenelemente auf andere Weise geführt werden. Die
Führungseinrichtungen sind dabei bevorzugt parallel zueinander ausgerichtet und senkrecht
zu dieser Ausrichtung horizontal und/oder vertikal beabstandet. Sie können somit auf
jeweils einer Seite der Schlagachse innerhalb desselben Halbraums angeordnet werden,
so dass eine ausgeglichene Vibrationsdämpfung auf beiden Seiten der Schlagachse eines
Halbraums ermöglicht wird.
[0013] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform sind die Führungseinrichtungen miteinander
und mit einer Beabstandungseinrichtung integral ausgeführt und insbesondere sind die
Führungseinrichtungen und die Beabstandungseinrichtung als Teile eines Rahmenelements
ausgeführt. Das heißt, dass die Führungseinrichtungen und die Beabstandungseinrichtung
zusammen ein Bauteil bilden, das an einem Elektrowerkzeug befestigt werden kann. Durch
eine derartige Ausgestaltung der Führungseinrichtungen und der Beabstandungseinrichtung
ist die Montage des Schwingungstilgers an dem Elektrowerkzeug besonders einfach durchzuführen.
[0014] Mit Vorteil ist das Rahmenelement dabei derart ausgeführt, dass die Führungseinrichtungen
im Wesentlichen zwei sich gegenüberliegende Seiten eines Rechtecks bilden und die
Beabstandungseinrichtung durch zwei im Wesentlichen senkrecht zu den Führungseinrichtungen
verlaufende Abstandselemente als zwei weitere sich gegenüberliegende Seiten des Rechtecks
gebildet werden. Dies bedeutet, dass ein Rechteck, welches vier Seiten aufweist, durch
zwei jeweils paarweise gegenüberliegende Beabstandungs- und Führungseinrichtungen
gebildet wird. Demnach sind die Führungseinrichtungen sowie die Beabstandungseinrichtung
im Wesentlichen parallel zueinander und bilden den rechteckigen Rahmen.
[0015] Vorteilhafterweise bestehen die Massenelemente jeweils aus zwei Teilemementen, wobei
die Teilelemente der Massenelemente insbesondere mit gegeneinander wirkenden Federkräften
gegeneinander beaufschlagt sind. Da die Teilelemente gegeneinander mit Federkräften
beaufschlagt sind, weisen sie eine Bewegungscharakteristik eines einzelnen Massenelements
auf. Es ist daneben auch möglich, dass die Teilelemente zusammengeschraubt, gefügt
oder geklebt werden, wobei eine Beaufschlagung mit Federkräften eine solche Verbindung
der einzelnen Teilelemente überflüssig macht, wodurch der Zusammenbau des Schwingungstilgers
erleichtert und damit begünstigt wird.
[0016] Bevorzugt beträgt die Masse der schwingungsfähigen Masse des Schwingungstilgers 5%
bis 10% der Masse des Elektrowerkzeugs. Eine derartige Wahl der Gesamtmasse der schwingungsfähigen
Masse des Schwingungstilgers erlaubt eine effiziente Vibrationsdämpfung, ohne dass
das Elektrowerkzeug durch die zusätzliche Masse unnötig schwerer gemacht wird.
[0017] Mit Vorteil beinhaltet die schwingungsfähige Masse des Schwingungstilgers Sinterstahl.
Es sind jedoch andere Materialien, bevorzugt Metalle, für den Einsatz als schwingungsfähige
Masse möglich.
[0018] Das erfindungsgemäße Elektrowerkzeug hat den Vorteil, dass die schwingungsfähige
Masse des Schwingungstilgers besonders effizient und platzsparend ausgeführt und angeordnet
ist. Das erfindungsgemäße Elektrowerkzeug ist damit für einen Benutzer wesentlich
angenehmer zu bedienen, da durch den Schwingungstilger ein großer Anteil der beim
Betrieb des Elektrowerkzeugs entstehenden Vibrationen gedämpft wird und das Elektrowerkzeug
trotzdem gut handhabbar ist. Eine solche aktive Reduktion der Vibration, wie sie durch
einen Schwingungstilger erreicht wird, kann dabei einen Anteil von mindestens 30%
der gesamten Schwingungsenergie betragen.
[0019] Durch die bevorzugte Platzierung der schwingungsfähigen Masse des Schwingungstilgers
im Bereich des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs wird hier eine im Vergleich zum Stand
der Technik besonders effiziente Vibrationsdämpfung erreicht. Die ferner bevorzugte
Ausführung der Erfindung als Einheit, nämlich als Rahmen mit darauf schwingenden schwingungsfähigen
Massenelementen erleichtert zudem die Montage des Elektrowerkzeugs. Die Vibrationsdämpfung
in einem erfindungsgemäßen Elektrowerkzeug kann dabei bevorzugt durch passive Einrichtungen,
wie zum Beispiel gefederte Handgriffe, weiter verbessert werden.
Kurze Figurenbeschreibung
[0020]
- Fig. 1
- zeigt ein Elektrowerkzeug mit einem Schwingungstilger in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- zeigt das Elektrowerkzeug in einer Vorderansicht;
- Fig. 3
- zeigt einen Schwingungstilger in einer Draufsicht;
- Fig. 4
- zeigt einen Schwingungstilger in einer Seitenansicht als Schnittdarstellung; und
- Fig. 5
- zeigt einen Schwingungstilger in einer perspektivischen Darstellung.
Bevorzugte Ausführungsform
[0021] Fig. 1 zeigt ein Elektrowerkzeug 10 mit einem Elektromotor 40, der eine im Wesentlichen
vertikal ausgerichtete Drehachse Ax2 aufweist, ein Schlagwerk 50, mit einer im Wesentlichen
horizontal ausgerichteten Schlagachse Ax1 und einem Übergangsgetriebe 60, über das
das Schlagwerk 50 vom Elektromotor 40 angetrieben wird. In Fig. 1 ist dabei jeweils
lediglich die Positionen des Elektromotors 40, des Schlagwerks 50 und des Übertragungsgetriebes
60 dargestellt, wobei die genannten Elemente jeweils hinter einer Abdeckung des Gehäuses
des Elektrowerkzeugs 10 angeordnet und von außen nicht sichtbar sind.
[0022] Ferner umfasst das Elektrowerkzeug 10 einen Schwingungstilger 12, der zwischen dem
Elektromotor 40 und dem Übertragungsgetriebe 60 angeordnet ist. Da das Übertragungsgetriebe
60, und der Elektromotor 40 jeweils in einem Getriebe- bzw. Motorgehäusen untergebracht
sind, ist der Schwingungstilger 12 an dieser Position von einer Beeinflussung durch
Öl, welches beispielsweise vom Übertragungsgetriebe 60 abgesondert werden kann, abgetrennt.
Die Anordnung des Schwingungstilgers 12 ist dabei so gewählt, dass der Schwingungstilger
12 im Wesentlichen in einem Bereich des Schwerpunkts des Elektrowerkzeugs 10 liegt.
Der Schwerpunkt des Elektrowerkzeugs 10 befindet sich unterhalb der Schlagachse Ax1
des Schlagwerks 50 und liegt im Wesentlichen auf der Drehachse Ax2 des Elektromotors
40.
[0023] Der Schwingungstilger 12, der im Übrigen in den Figuren 3 bis 5 genauer beschrieben
wird, weist ein Massenelement 14L auf, das aus zwei Massenteilen 14.1, 14.2 aufgebaut
ist und entlang einer Führungseinrichtung 18.1, 18.2 in genau einer Ausrichtung A1
(gedämpft) schwingungsfähig ist. Die Ausrichtung A1, in der das Massenelement 14L
schwingen kann, ist dabei parallel zur Ausrichtung der Schlagachse Ax1 des Schlagwerks
50 ausgerichtet. Somit ist das Massenelement 14L dazu in der Lage, entlang der Ausrichtung
der Schlagachse Ax1 zu schwingen und erlaubt es somit, Vibrationen und Schläge, die
entlang der Schlagachse Ax1 wirken, effizient zu dämpfen.
[0024] Die Schwingung des Massenelements 14L wird dabei auch durch zwei Federelemente 16.1,
16.2 ermöglicht, welche jeweils eine Federkraft auf das Massenelement 14L ausüben.
Die Federkräfte der Federelemente 16.1, 16.2 sind dabei gegeneinander gerichtet, so
dass sich das Massenelement 14L ohne Einwirkung zusätzlicher äußerer Kräfte in einer
Ruhelage befindet, in der die beiden Federelemente 16.1, 16.2 im Wesentlichen gleich
weit komprimiert sind, so dass die Federelemente 16.1, 16.2 entgegengesetzt gleich
große Kräfte auf das Massenelement 14L ausüben.
[0025] Fig. 2 zeigt das Elektrowerkzeug 10 aus Fig. 1 in einer Vorderansicht, wobei Fig.
2 zusätzlich eine Grenzfläche HR zeigt, in der auch die Schlagachse Ax1 des Schlagwerks
50 liegt, und die bei aufrechter Position des Elektrowerkzeugs 10 im Wesentlichen
horizontal ausgedehnt ist. Die Grenzfläche HR teilt dabei den Raum, in dem sich das
Elektrowerkzeug 10 befindet, in zwei Halbräume, nämlich einen oberen Halbraum 30 und
einen unteren Halbraum 20. Der obere Halbraum 30 enthält dabei alles, was oberhalb
der Grenzfläche HR liegt, wogegen der untere Halbraum 20 all die Elemente enthält,
die unterhalb (und innerhalb) der Grenzfläche HR angeordnet sind.
[0026] Fig. 2 zeigt, dass der Schwingungstilger 12 zwei Massenelemente 14L, 14R aufweist,
die auf beiden Seiten der Schlagachse Ax1 und in dem unteren Halbraum 20 angeordnet
sind. Die beiden Massenelemente 14L, 14R sind dabei durch ein senkrecht zu der Schlagachse
Ax1 und im Wesentlichen horizontal verlaufendes Abstandselement 22.1 voneinander beabstandet
und miteinander verbunden.
[0027] Fig. 3 zeigt einen Schwingungstilger 12 in einer Draufsicht. Die in Fig. 3 dargestellte
Abbildung des Schwingungstilgers 12 zeigt die beiden Massenelemente 14L, 14R, die
jeweils aus zwei Teilelementen 14.1...14.4 zusammengesetzt sind. Die Teilelemente
14.1...14.4 bilden dabei jeweils ein halbes Massenelement 14L, 14R und sind in der
hier dargestellten Ausführungsform nicht miteinander verklebt, verschraubt oder aneinandergefügt.
Die beiden Teilelemente 14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4 werden durch jeweils zwei Federelemente
16.1, 16.2 bzw. 16.3, 16.4 gegeneinander gedrückt. Die Federelemente 16.1...16.4 üben
jeweils eine Kraft auf die Teilelemente 14.1...14.4 auf, so dass die Teilelemente
14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4 einerseits zusammenhalten und andererseits die durch die
Teilelemente 14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4 gebildeten Massenelemente 14L, 14R in einer
Ruhelage liegen. Die Ruhelage, in der die Massenelemente 14L, 14R liegen, ergibt sich
dabei aus den Ausführungen der Federelemente 16.1...16.4 und ist dort, wo die Federkräfte
der Federelemente 16.1, 16.2 bzw. 16.3, 16.4 entgegengesetzt gleich groß sind.
[0028] Ferner umfasst der Schwingungstilger 12 Führungseinrichtungen 18.2, 18.4 (weitere
Führungseinrichtungen 18.1, 18.3 sind in den Figuren 1, 4 und 5 zu erkennen), wobei
die Führungseinrichtungen 18.2, 18.4 jeweils entlang genau einer Ausrichtung A1, A2
ausgerichtet sind. Die Ausrichtungen A1, A2 sind dabei parallel zueinander und in
eingebautem Zustand und bei aufrechter Position des Elektrowerkzeugs 10 horizontal
beabstandet. Auf den Führungseinrichtungen 18.2, 18.4 (und 18.1, 18.3) sind die Massenelemente
14L, 14R derart gelagert, dass sie die Führungseinrichtung 18.2, 18.4 (und 18.1, 18.3),
welche jeweils als Stifte ausgebildet sind, jeweils umschließen. Somit ist es den
Massenelementen 14L, 14R nur möglich, entlang den Führungseinrichtungen 18.2, 18.4
in den Ausrichtungen A1, A2 bewegt zu werden, wobei die Bewegung selbst im Sinne einer
Auslenkung der Massenelemente 14L, 14R entlang der Führungseinrichtungen 18.2, 18.4
durch die Federelemente 16.1...16.4 und eine auf den Schwingungstilger 12 von außen
einwirkende Beschleunigungskraft sowie die beim Kontakt zwischen den Führungseinrichtungen
18.2, 18.4 und den Massenelementen 14L, 14R entstehende Reibung bestimmt wird.
[0029] Die Führungseinrichtungen 18.2, 18.4 werden in der hier dargestellten Ausführungsform
durch zwei Abstandselemente 22.1, 22.2 voneinander beabstandet. Die Führungseinrichtungen
18.2, 18.4 und die Abstandselemente 22.1, 22.2 bilden dabei zusammen einen in der
Draufsicht erkennbaren, im Wesentlichen rechteckigen Rahmen, so dass die Massenelemente
14L, 14R entlang fester und miteinander gekoppelter Ausrichtungen A1, A2 schwingfähig
sind. An den Abstandselementen 22.1, 22.2 sind darüber hinaus Befestigungsmittel in
Form von Halteösen 24.1...24.4 vorgesehen, mit denen der Schwingungstilger 12 an dem
Elektrowerkzeug 10 befestigt werden kann.
[0030] Fig. 4 zeigt den Schwingungstilger 12 aus Fig. 3 in einer Seitenansicht und als Schnittdarstellung.
Fig. 4 ermöglicht es daher, die Anordnung der Teilelemente 14.1, 14.2 eines Massenelements
14L auf den Führungseinrichtungen 18.1, 18.2 des Schwingungstilgers 12 zu beschreiben.
[0031] Fig. 4 zeigt dabei deutlich, dass die Führungseinrichtungen 18.1, 18.2, die vertikal
voneinander beabstandet und parallel zueinander ausgerichtet sind, als Führungsstifte
ausgeführt sind. Die Führungseinrichtungen 18.1, 18.2 verlaufen dabei durchgehend
zwischen dem ersten Abstandselement 22.1 und dem zweiten Abstandselement 22.2. Die
Teilelemente 14.1, 14.2 des Massenelements 14L weisen dabei jeweils zwei Bohrungen
auf, durch die sich die Führungseinrichtungen 18.1, 18.2 erstrecken. Die Bohrungen
in der Teilelementen 14.1, 14.2 sind dabei derart ausgeführt und ausgerichtet, dass
die Teilelemente 14.1, 14.2 auf den Führungseinrichtungen 18.1, 18.2, die als Stifte
ausgeführt sind, verschiebbar sind.
[0032] Darüber hinaus weisen die Teilelemente 14.1, 14.2 des Massenelements 14L jeweils
eine Ausnehmung auf, in die sich jeweils ein Federelement 16.1, 16.2 erstreckt. Die
Federelemente 16.1, 16.2 sind daher zwischen jeweils einem Abstandselement 22.1, 22.2
und je einem Teilelement 14.1, 14.2 eingespannt und beaufschlagen die Teilelemente
14.1, 14.2 mit einer Kraft. Die Kräfte, die durch die Federelemente 16.1, 16.2 auf
die Teilelemente 14.1, 14.2 ausgeübt werden, sind dabei gegeneinander gerichtet. Dies
führt dazu, dass das Massenelement 14L, das aus den Teilelementen 14.1, 14.2 gebildet
wird, sich in einer Ruhelage befindet, sofern die Kräfte der Federelemente 16.1, 16.2
entgegengesetzt gleich groß sind. Die Beaufschlagung mit einer Federkraft des Massenelements
14L ermöglicht es darüber hinaus, dass das Massenelement 14L bei einer von außen einwirkenden
Beschleunigungskraft in Schwingung versetzt werden kann.
[0033] Die Dimension des Massenelements 14L und der Federelemente 16.1, 16.2 sowie die verwendeten
Materialien entscheiden darüber, welche Eigenfrequenzen der Schwingungstilger 12 aufweist.
Bevorzugt ist eine Eigen- oder Resonanzfrequenz des Schwingungstilgers 12 gleich einer
typischen Vibrationsfrequenz, die durch das Schlagwerk 50 auf das Elektrowerkzeug
10 übertragen wird.
[0034] Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht des Schwingungstilgers 12 aus den Figuren
3 und 4. In dieser Ansicht ist die Anordnung der zuvor beschriebenen Elemente des
Schwingungstilgers gut zu erkennen. Insbesondere werden die Führungselemente 18.1...18.4,
die Anordnung der Massenelemente 14L, 14R und die Anordnung der Federelemente 16.1...16.4
deutlich. Fig. 5 zeigt, dass je zwei Führungseinrichtungen 18.1, 18.2 bzw. 18.3, 18.4
als sich im Wesentlichen horizontal erstreckende Stifte ausgeführt sind.
[0035] Jeweils zwei der Führungselemente 18.1, 18.2 bzw. 18.2, 18.4 bilden dabei ein Paar,
das ein Massenelement 14L, 14R in horizontaler Ausrichtung führt. Jedes der Massenelemente
14L, 14R ist dabei wie zuvor beschrieben aus jeweils zwei Teilelementen 14.1, 14.2
bzw. 14.3, 14.4 zusammengesetzt. Die Teilelemente 14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4 werden
wie beschrieben durch die Federelemente 16.1...16.4 zusammengehalten.
[0036] Dabei halten jeweils zwei der Teilelemente 14.1, 14.3 auf mittlerer Höhe der dem
jeweils anderen Teilelement 14.2, 14.4 zugewandten Seitenfläche eine Einkerbung auf,
die durch einen entsprechenden Vorsprung in dem jeweils anderen Teilelement 14.2,
14.4 ausgefüllt wird. Somit sind die beiden Teilelemente 14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4
einerseits durch die Federelemente 16.1, 16.2 bzw. 16.3, 16.4 und andererseits durch
die oben beschriebene nut- und federartige Verbindung aneinandergehalten. Weitere
Befestigungsmittel der Teilelemente 14.1, 14.2 bzw. 14.3, 14.4 sind hierbei nicht
vorgesehen, können jedoch zusätzlich vorhanden sein.
1. Elektrowerkzeug (10), insbesondere Bohrhammer, umfassend einen Elektromotor (40) mit
einer Drehachse (Ax2), ein Übertragungsgetriebe (60) und ein Schlagwerk (50) mit einer
Schlagachse (Ax1), wobei das Schlagwerk (50) vom Elektromotor (40) über das Übertragungsgetriebe
(60) angetrieben wird, sowie einen Schwingungstilger (12) mit einer schwingungsfähigen
Masse, dadurch gekennzeichnet, dass die schwingungsfähige Masse zumindest zwei separate Massenelemente (14L, 14R) aufweist,
die in einem gemeinsamen Halbraum (20) mit einer parallel zur Schlagachse (Ax1) verlaufenden
und die Schlagachse enthaltenden Grenzfläche (HR) angeordnet sind.
2. Elektrowerkzeug (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungstilger (12) in Kraftflussrichtung zwischen dem Elektromotor (40) und
dem Übertragungsgetriebe (60) angeordnet ist.
3. Elektrowerkzeug (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (Ax2) des Elektromotors (40) und die Schlagachse (Ax1) des Schlagwerks
(50) unter einem von Null verschiedenen Winkel zu einander angeordnet sind, wobei
der Winkel bevorzugt in einem Winkelbereich zwischen 80° und 100° liegt.
4. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungsgetriebe (60) im Wesentlichen abseits der Schlagachse (Ax1) des Schlagwerks
(50) liegt.
5. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Übertragungsgetriebe (60) im Wesentlichen in einem Bereich des Schwerpunkts
des Elektrowerkzeugs (10) befindet.
6. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Schlagachse (Ax1) und dem Schwingungstilger (12) in einem
Bereich von 60 mm bis 90 mm liegt.
7. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Massenelemente (14L, 14R) des Schwingungstilgers (12) entlang genau einer Ausrichtung
(A1, A2) beweglich sind und je eine Ruhelage aufweisen, wobei die Massenelemente (14L,
14R) bei einer Auslenkung aus der jeweiligen Ruhelage mit einer entgegen der Auslenkung
wirkenden Federkraft beaufschlagt sind.
8. Elektrowerkzeug (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtung (A1, A2) der Massenelemente (14L, 14R) durch je eine Führungseinrichtung
(18.1...18.4) definiert ist, wobei die Führungseinrichtungen (18.1...18.4) senkrecht
zu der Ausrichtung (A1, A2) beabstandet sind.
9. Elektrowerkzeug (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtungen (18.1...18.4) miteinander und mit einer Beabstandungseinrichtung
(22.1, 22.2) integral ausgeführt sind, insbesondere, dass die Führungseinrichtungen
(18.1...18.4) und die Beabstandungseinrichtung (22.1, 22.2) als Teile eines Rahmenelements
ausgeführt sind.
10. Elektrowerkzeug (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rahmenelement derart ausgeführt ist, dass die Führungseinrichtungen (18.1...18.4)
im Wesentlichen zwei sich gegenüberliegende Seiten eines Rechtecks bilden und die
Beabstandungseinrichtung (22.1, 22.2) durch zwei im Wesentlichen senkrecht zu den
Führungseinrichtungen (18.1...18.4) verlaufende Abstandselemente (22.1, 22.2) gebildet
werden, die zwei weitere sich gegenüberliegende Seiten des Rechtecks bilden.
11. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Massenelemente (14L, 14R) jeweils aus zwei Teilelementen (14.1...14.4) bestehen,
wobei die Teilelemente (14.1...14.4) der Massenelemente (14L, 14R) insbesondere mit
gegeneinander wirkenden Federkräften gegeneinander beaufschlagt sind.
12. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse der schwingungsfähigen Masse des Schwingungstilgers 5% bis 10% der Masse
des Elektrowerkzeugs beträgt.
13. Elektrowerkzeug (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die schwingungsfähige Masse des Schwingungstilgers Sinterstahl beinhaltet.