[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Farbregistermessung an einer Druckmaschine.
[0002] Zur Prozessüberwachung beim Drucken ist es üblich, auf den zu bedruckenden Bogen
bzw. Bahnen außerhalb des Sujets mit farbigen Testmustern bedruckte Kontrollstreifen
vorzusehen. Diese Kontrollstreifen, deren Längsrichtung quer zur Transportrichtung
des Bedruckstoffs liegt, enthalten einen sich in Längsrichtung periodisch wiederholenden
Satz von Messfeldern, an denen jeweils eine bestimmte, die Druckqualität charakterisierende
Kenngröße messbar ist. Noch während der Bewegung des zu untersuchenden Druckerzeugnisses
in der Druckmaschine wird ein Bild von zumindest einem Teil des Kontrollstreifens
erfasst und ausgewertet.
[0003] In der
DE 10 2004 003 613 A1 sind eine Vorrichtung zur Erfassung eines Bildes von einem vorbestimmten Ausschnitt
eines in Bewegung befindlichen Druckerzeugnisses und ein Verfahren zum Betrieb einer
solchen Vorrichtung offenbart. Die Vorrichtung umfasst mindestens eine Kamera mit
einem zweidimensionalen elektronischen Bildsensor und eine Beleuchtungseinrichtung,
die auf den Beobachtungsbereich der Kamera gerichtet und zu dessen impulsartiger Ausleuchtung
während des dortigen Aufenthalts des vorbestimmten Ausschnitts des Druckerzeugnisses
geeignet ist. Die Beleuchtungseinrichtung besteht aus einer Vielzahl einzelner Lichtquellen,
deren Licht aufgrund unterschiedlicher Emissionscharakteristik und/oder Filterung
eine gruppenweise unterschiedliche spektrale Zusammensetzung aufweist, und die in
einem regelmäßigen Muster so angeordnet sind, dass die Lichtquellen jeder einzelnen
Gruppe eine regelmäßige Anordnung bilden, deren Ausleuchtungsbereich den Beobachtungsbereich
der Kamera auf dem Druckerzeugnis voll abdeckt. Durch eine Steuereinrichtung sind
die einzelnen Gruppen von Lichtquellen dergestalt sequentiell ein- und ausschaltbar,
dass der Beobachtungsbereich der Kamera mit einer Abfolge von Lichtimpulsen unterschiedlicher
spektraler Zusammensetzung beleuchtbar ist. Letztere wechselt periodisch und bei jedem
Lichtimpuls wird ein Bild des gerade im Beobachtungsbereich der Kamera befindlichen
Ausschnitts des Druckerzeugnisses erfasst.
[0004] Mittels dieser Vorrichtung kann ein Druckprozess auf die eingangs beschriebene Weise
überwacht werden, indem als vorbestimmter Ausschnitt, dessen Bild durch die Vorrichtung
erfasst wird, ein mit einem geeigneten Kontrollstreifen bedruckter Bereich des Druckerzeugnisses
vorgesehen wird. Die Kenngröße der Druckqualität, zu deren Überwachung diese Vorrichtung
konzipiert und besonders geeignet ist, ist die Farbdichte.
[0005] Im Vergleich zur Farbdichtemessung, bei der die Lichtremission einer von einer Druckfarbe
bedeckten Fläche von Interesse ist, wird für die Messung der Farbregisterlage eine
wesentlich, d.h. um mindestens eine Größenordnung höhere Auflösung benötigt, um Messdaten
von ausreichender Genauigkeit für die Regelung des Farbregisters einer Druckmaschine
gewinnen zu können. Daher werden zur Farbregistermessung eigens hierfür konzipierte
Messvorrichtungen mit einer entsprechend hohen Auflösung eingesetzt und spezielle
Messmarken, die eine einfache Ermittlung der Farbregisterlage erlauben, auf das Druckerzeugnis
gedruckt. Eine hochauflösende Farbregistermessvorrichtung ist ein kostspieliger Ausrüstungsbestandteil
einer Druckmaschine. Ferner verbrauchen die Farbregistermarken einen gewissen, wenn
auch geringen Teil der Fläche des Druckerzeugnisses.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen neue und kostengünstige Lösung für
die Messung der Farbregisterlage aufzuzeigen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen 2 bis 9 angegeben.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens ein Bild
von einer auf ein Druckerzeugnis gedruckten Teststruktur, welche aus einer Vielzahl
von Feldern mit Voll- und/oder Rastertönen der Druckfarben besteht und mehrere voneinander
separate Felder jeder Druckfarbe enthält, aufgenommen wird, dass für jede Druckfarbe
ein Positionsmaß durch Mittelwertbildung über Positionsmaße einer Vielzahl von Feldern
der jeweiligen Druckfarbe ermittelt wird, und dass die Farbregisterlage anhand der
Lage der für die einzelnen Druckfarben ermittelten Positionsmaße relativ zueinander
ermittelt wird.
[0009] Dies bedeutet, dass die Funktion der Farbregistermessung von einer ohnehin vorhandenen
Vorrichtung zur Farbdichtemessung mitübernommen und als Teststruktur die Farbdichte-Teststruktur
mitverwendet wird. Weder wird eine kostspielige eigene Messvorrichtung für die Farbregisterlage
benötigt, noch müssen auf dem Druckerzeugnis eigene Farbregistermarken vorgesehen
werden. Benötigt wird lediglich eine Erweiterung der in der Farbdichte-Messvorrichtung
laufenden Auswertungssoftware. Durch die Erfindung ergibt sich gegenüber der herkömmlichen
Farbregistermessung eine erhebliche Vereinfachung sowie eine entsprechende Kostenersparnis.
[0010] Um die für eine Farbregistermessung erforderliche Genauigkeit trotz der wesentlich
geringeren Auflösung einer Farbdichte-Messvorrichtung zu erreichen, erfolgt eine Mittelwertbildung
über eine Vielzahl von Feldern jeder Druckfarbe. Hierdurch werden auflösungsbedingte
lokale Fehler, die bei einer isolierten Messung und Auswertung an einem einzelnen
Feld einer Druckfarbe auftreten würden, im Mittel ausgeglichen, so dass keine spezielle
Messvorrichtung mit höherer Auflösung erforderlich ist.
[0011] Da die Remission der unterschiedlichen Druckfarben von der spektralen Zusammensetzung
der Beleuchtung abhängt, ist es bei Verfügbarkeit einer Beleuchtung, deren spektrale
Zusammensetzung variiert werden kann, zweckmäßig, von der Teststruktur mehrere Bilder
bei spektral unterschiedlichen Beleuchtungen aufzunehmen und zur Ermittlung von Positionsmaßen
für Felder der Teststruktur zu verwenden. Insbesondere kann auch der Unterschied der
Remissionsintensität direkt aneinandergrenzender Felder von der Beleuchtung abhängen,
so dass für die Detektion einer bestimmten Feldgrenze eine bestimmte Beleuchtung besser
geeignet sein kann als andere Beleuchtungen.
[0012] Da es sich bei der Farbregistereinstellung um eine relative Größe handelt, werden
aus den gemessenen absoluten Positionsmaßen der einzelnen Druckfarben zweckmäßigerweise
relative Positionsmaße bezüglich eines absoluten Positionsmaßes einer als Referenzfarbe
ausgewählten Druckfarbe ermittelt und als Maße für die Lage des Farbregisters die
Abweichungen dieser relativen Positionsmaße von jeweiligen Sollwerten berechnet.
[0013] Um den manuellen Bedienungsaufwand zu minimieren, ist es besonders vorteilhaft, wenn
der zur Durchführung des Verfahrens eingesetzten Messapparatur die Sollwerte von Positionsmaßen
und/oder Abmessungen der Felder der einzelnen Druckfarben aus der Druckvorstufe als
Datensatz übermittelt werden, da die benötigten Daten dort ohnehin vorhanden sind.
Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Positionsdaten der Teststruktur manuell einzugeben,
insbesondere anhand eines probeweise gedruckten Exemplars der Teststruktur unter Verwendung
eines digitalen Messgerätes.
[0014] Eine Möglichkeit, Koordinaten des Positionsmaßes einer Druckfarbe zu berechnen, besteht
darin, zunächst diejenigen Bildpunkte zu identifizieren, welche zu den Feldern der
jeweiligen Druckfarbe gehören, und dann durch eine Mittelwertbildung über Positionen
dieser Bildpunkte ein Positionsmaß der Druckfarbe zu berechnen. Dieses wird dann durch
den Schwerpunkt aller Bildpunkte, die in die Mittelwertbildung eingehen, repräsentiert.
[0015] Alternativ zur Schwerpunktsberechnung über die Koordinaten einzelner Bildpunkte können
Koordinaten eines Positionsmaßes einer Druckfarbe auch aus der Lage von Linien berechnet
werden, die zuvor als Feldgrenzen von Feldern dieser Druckfarbe bestimmt wurden. Beispielsweise
kann eine Schwerpunktskoordinate einer Druckfarbe dadurch berechnet werden, dass für
jedes einzelne Feld dieser Druckfarbe die entsprechende Schwerpunktskoordinate aus
jeweiligen Grenzlinien berechnet und anschließend eine Mittelwertbildung über die
Schwerpunktskoordinaten aller dieser Felder vorgenommen wird.
[0016] Für die Bestimmung von Feldgrenzen bietet sich die Ortsabhängigkeit der Remissionsintensität
an, wobei auf das vorhandene umfangreiche Instrumentarium der Bildverarbeitung zur
Kantenerkennung zurückgegriffen werden kann.
[0017] Da eine Farbdichte-Teststruktur üblicherweise die Form eines zusammenhängenden, quer
zur Bewegungsrichtung des Druckerzeugnisses verlaufenden Streifens aus mehreren direkt
aneinandergrenzenden Feldern unterschiedlicher Farben hat, treten bei Farbregisterfehlern
in Längsrichtung eines solchen Streifens Lücken und Überlappungen zwischen in ihren
Sollpositionen aneinandergrenzenden Feldern auf. Bei der Bestimmung von Feldgrenzen
zwischen solchen in ihren Sollpositionen aneinandergrenzenden Feldern lassen sich
Lücken zwischen aneinandergrenzenden Feldern anhand von Maxima der Remissionsintensität
und Überlappungsbereiche aneinandergrenzender Felder anhand von Minima der Remissionsintensität
identifizieren.
[0018] Eine ortsabhängige Aussage über die Farbregisterlage kann dadurch gewonnen werden,
dass über die Breite des Druckerzeugnisses quer zu seiner Bewegungsrichtung eine Vielzahl
von Zonen der Teststruktur separat ausgewertet und mehrere jeweils zonenspezifische
Farbregisterlagen ermittelt werden. Das heißt, dass zur Ermittlung einer zonenspezifischen
Farbregisterlage nicht alle über die gesamte Breite des Druckerzeugnisses vorhandenen
Felder jeder einzelnen Farbe verwendet werden, sondern nur diejenigen Felder, welche
in der jeweils betrachteten Zone liegen. Damit der Genauigkeitsgewinn durch die Mittelwertbildung
noch gegeben ist, müssen hierbei in jeder Zone mehrere Felder jeder Farbe liegen.
[0019] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben.
In diesen zeigt
- Fig. 1
- eine streifenförmige Farbdichte-Teststruktur mit einem Farbregisterfehler in Bewegungsrichtung,
- Fig. 2
- eine streifenförmige Farbdichte-Teststruktur mit einem Farbregisterfehler quer zur
Bewegungsrichtung und
- Fig. 3
- vergrößerte Ausschnitte aus dem Testmuster von Fig. 2 mit zugehörigen Verläufen der
Remissionsintensität.
[0020] Fig. 1 zeigt ein Beispiel für einen Ausschnitt aus einer Teststruktur 1 für die Farbdichteregelung
einer Druckmaschine. Sie hat die Form eines Streifens mit einer linearen periodischen
Abfolge von aneinandergrenzenden Feldern 2, von denen in Fig. 1 nur drei am linken
Rand des gezeigten Ausschnitts mit der Bezugszahl 2 gekennzeichnet sind. In den Feldern
2 ist jeweils ein Voll- oder Rasterton einer Druckfarbe gedruckt. Die Längsrichtung
der streifenförmigen Teststruktur 1 verläuft in Fig. 1 in x-Richtung, d.h. quer zur
Bewegungsrichtung y des Druckerzeugnisses in der Druckmaschine.
[0021] Die unterschiedlichen Farben bzw. Töne sind in Fig. 1 durch unterschiedlichen Schraffur-
bzw. Punktmuster symbolisiert. So kann es sich beispielsweise beim Vierfarbendruck
um Volltöne der Druckfarben Schwarz, Gelb, Magenta und Cyan handeln. Ferner können
in der Teststruktur 1 auch einzelne Felder 2 unbedruckt sein, um als Weißreferenz
zu dienen.
[0022] In Fig. 1 sind drei Felder 2D, 2E und 2F der Teststruktur 1 gegenüber der gemeinsamen
waagrechten Mittellinie aller übrigen Felder etwas nach unten versetzt, was Ausdruck
eines Farbregisterfehlers der in den Feldern 2D, 2E und 2F gedruckten Farbe in negativer
y-Richtung ist. Nachfolgend wird beschrieben, wie dieser Farbregisterfehler erfindungsgemäß
anhand der eigentlich für die Farbdichtemessung ausgelegten Teststruktur 1 unter Verwendung
einer ebenfalls für die Farbdichtemessung ausgelegten Messvorrichtung ermittelt wird.
Hierzu wird ausdrücklich nochmals auf die eingangs erwähnte
DE 10 2004 003 613 A1 verwiesen, welche eine hierzu geeignete Vorrichtung und deren Funktionsweise detailliert
offenbart.
[0023] Zunächst werden zur Farbdichtemessung zweidimensionale Bilder der Teststruktur bei
mehreren spektral unterschiedlichen Beleuchtungen aufgenommen und wie vorgesehen zur
Ermittlung der Farbdichteverteilung über die Breite des Druckerzeugnisses ausgewertet.
Zur Ermittlung der Farbregisterlage werden die Bilder nach der vorliegenden Erfindung
quasi-parallel zur Farbdichteauswertung einer zusätzlichen Auswertung in der gleichen
Auswertungseinheit unterzogen, welche für die Übernahme dieser zusätzlichen Aufgabe
über entsprechende Reserven an Rechenleistung und Speicherkapazität verfügen muss.
[0024] Der Auswertungseinheit müssen hierzu Daten über die Form der Teststruktur 1, die
Abfolge der Druckfarben in den einzelnen Feldern 2 und insbesondere über die Sollpositionen
der einzelnen Felder 2 relativ zueinander bekannt sein. Im Fall der in Fig. 1 gezeigten
streifenförmigen Teststruktur 1 sind die Felder 2 alle gleich groß und liegen bei
perfekter Farbregistereinstellung auf einer in x-Richtung verlaufenden geraden Linie,
so dass der Unterschied der y-Koordinaten der jeweiligen Feldmittelpunkte Null betragen
soll und der Unterschied der x-Koordinaten der jeweiligen Feldmittelpunkte zwischen
benachbarten Feldern exakt der Feldbreite in x-Richtung entsprechen soll. Die Sollpositionen
der Felder 2 liegen in der Druckvorstufe als Daten vor und können der Auswertungseinheit
vorzugsweise direkt von dort übermittelt werden.
[0025] Um die Farbregisterlagen der einzelnen Druckfarben zu berechnen, werden die aufgenommenen
Bilder auf den Verlauf der Remissionsintensität in beiden Koordinatenrichtungen hin
ausgewertet. Dabei ergeben sich sowohl in y-Richtung an der Grenze zwischen einem
bedruckten Feld und dem unbedruckten Untergrund, als auch in x-Richtung an der Grenze
zwischen zwei verschiedenfarbig bedruckten Feldern 2 jeweils Sprünge in der gemessenen
Remissionsintensität, wobei diese Sprünge zwischen einem bedruckten Feld 2 und dem
Untergrund höher sind als zwischen benachbarten bedruckten Feldern 2 und ihre Höhe
in jedem Fall vom spektralen Gehalt der Beleuchtung abhängt.
[0026] Anhand des bekannten Remissionsverhaltens der einzelnen Druckfarben kann für jede
Farbe bei gegebener Beleuchtung eine Schwelle oder ein Bereich festgelegt werden,
über oder unter welcher bzw. in welchem die Remissionsintensität liegen muss, damit
ein Bildpunkt eindeutig als zu einem Feld einer bestimmten Druckfarbe gehörig identifiziert
werden kann. Nötigenfalls können auch mehrere bei unterschiedlichen Beleuchtungen
aufgenommene Bilder herangezogen werden, um für jede eine eindeutige Unterscheidung
von den anderen Druckfarben anhand der gemessenen Remissionsintensität zu ermöglichen.
[0027] Das oder die Bilder werden ausgewertet, indem jeder Bildpunkt anhand seines Intensitätswertes
einer bestimmten Druckfarbe zugeordnet wird und die x- und/oder y-Koordinaten aller
Bildpunkte der gleichen Druckfarbe jeweils aufaddiert und der jeweilige Mittelwert
berechnet wird. Dabei erstreckt sich die Mittelwertbildung nicht nur über ein einziges
zusammenhängendes Feld 2 einer Druckfarbe, sondern über sämtliche Felder 2 derselben
Druckfarbe. Die sich auf diese Weise ergebenden Mittelwerte der x- und/oder y-Koordinaten
stellen die Koordinaten des gemeinsamen Schwerpunktes aller Felder 2 dieser Druckfarbe
dar.
[0028] Für die weitere Auswertung wird eine Druckfarbe als Referenzfarbe und damit der gemeinsame
Schwerpunkt der Felder 2 dieser Druckfarbe als Referenzposition, d.h. als Ursprung
eines neuen Koordinatensystems angenommen. Darauf basierend werden die Koordinaten
der Schwerpunkte der Felder 2 der übrigen Druckfarben relativ zu dieser Referenzposition
berechnet. Beispielsweise könnte die Referenzfarbe in Fig. 1 in den Feldern 2A, 2B
und 2C gedruckt sein.
[0029] Schließlich werden die Abweichungen der so gewonnenen Relativkoordinaten der Schwerpunkte
der Felder 2 der übrigen Druckfarben von jeweiligen Sollwerten berechnet. Sind diese
Abweichungen alle gleich Null, dann ist die Farbregistereinstellung perfekt. Andernfalls
geben diese Abweichungen die Lage des Farbregisters nach Betrag und Richtung an und
können zur Regelung des Farbregisters verwendet werden. Bei dem Beispiel von Fig.
1 liegt der Schwerpunkt der Felder 2D, 2E und 2F in y-Richtung unterhalb desjenigen
der Felder 2A, 2B und 2C, während er bei allen anderen Feldern 2 in y-Richtung mit
demjenigen der Felder 2A, 2B und 2C übereinstimmt. Es liegt also nur bei der in den
Feldern 2D, 2E und 2F gedruckten Farbe ein Farbregisterfehler in negativer y-Richtung
vor.
[0030] Alternativ zu der vorausgehend beschriebenen Methode kann die Position der Felder
einer Farbe auch auf der Basis einer Kantenerkennung berechnet werden. Im Gegensatz
zur Zuordnung von Bildpunkten zu Feldern 2 einer bestimmten Farbe anhand des Wertes
der Remissionsintensität setzt die Kantenerkennung keine Definition von charakteristischen
Schwellen oder Bereichen der Remissionsintensität voraus, sondern es kommt nur auf
die Erkennung von sprungartigen Änderungen der Remissionsintensität an.
[0031] Diese Erkennung ist bei der Teststruktur 1 von Fig. 1 in y-Richtung besonders einfach,
da hier nur der Übergang zwischen dem bedruckten Bereich und dem weißen Untergrund
detektiert werden muss. In x-Richtung sind die Intensitätssprünge beim Übergang von
einem bedruckten Feld 2 zum benachbarten weniger ausgeprägt, aber vorhanden und feststellbar,
wobei auch hier die Auswertung mehrerer Bilder mit spektral unterschiedlicher Beleuchtung
von Vorteil sein kann.
[0032] Für die Detektion von Kanten in Bildern bietet der Stand der Technik auf dem Gebiet
der Bildverarbeitung ein umfangreiches Instrumentarium, auf das hier zur Bestimmung
der Feldgrenzen zurückgegriffen werden kann. Dieses Instrumentarium ist Fachleuten
bekannt und bedarf daher an dieser Stelle keiner Erläuterung.
[0033] Sind die Grenzen sämtlicher Felder 2 erkannt, so werden aus den Grenzen jedes einzelnen
Feldes dessen Schwerpunktskoordinaten berechnet. Wenn die Felder 2 die Form von Quadraten
wie in Fig. 1 oder von Rechtecken haben, ist dies bekanntlich äußerst einfach. Basierend
auf der bekannten Abfolge der einzelnen Druckfarben in den Feldern 2 werden anschließend
für jede einzelne Druckfarbe die jeweiligen Mittelwerte der Schwerpunktskoordinaten
aller Felder 2 dieser Farbe, also die Koordinaten des gemeinsamen Schwerpunktes aller
Felder dieser Farbe berechnet.
[0034] Anstatt zuerst die Schwerpunktskoordinaten jedes einzelnen Feldes 2 einer Druckfarbe
zu berechnen und diese Schwerpunktskoordinaten anschließend zu mitteln, kann auch
zuerst eine Mittelung über die Koordinaten der Feldgrenzen der einzelnen Felder einer
Druckfarbe durchgeführt und dann anhand dieser bereits gemittelten Feldgrenzenkoordinaten
die Berechnung des gemeinsamen Schwerpunktes vorgenommen werden.
[0035] Sind für die Felder 2 jeder Druckfarbe die Koordinaten eines gemeinsamen Schwerpunktes
ermittelt, dann kann zur Berechnung der Farbregisterlage wie bei der zuvor beschriebenen
Methode mit der Berechnung der Relativkoordinaten bezüglich des Schwerpunktes einer
Referenzfarbe fortgefahren werden. Es leuchtet ein, dass dies bei dem in Fig. 1 gezeigten
Beispiel zum gleichen Endergebnis führt, da die Berechnung der y-Koordinaten der Schwerpunkte
der Felder 2 anhand ihrer in x-Richtung verlaufenden oberen und unteren Kanten offensichtlich
den gleichen Versatz der Felder 2D, 2E und 2F gegenüber den Feldern 2A, 2B und 2C
in negativer y-Richtung ergibt wie eine Schwerpunktsberechnung durch Aufsummierung
von Bildpunktkoordinaten.
[0036] Wesentlich ist, dass bei beiden vorausgehend erläuterten Methoden jeweils nicht nur
ein einziges Feld jeder Druckfarbe betrachtet wird, sondern eine Mittelwertbildung
über einen mehrere Felder jeder Druckfarbe umfassenden Bereich vorgenommen wird. Es
versteht sich, dass die Steigerung der Genauigkeit durch die Mittelwertbildung umso
ausgeprägter ist, je größer der Bereich ist.
[0037] Die bisherigen Ausführungen haben zwar allgemeine Gültigkeit, doch treten im Fall
einer Teststruktur 1 der in Fig. 1 dargestellten Art mit einer linearen Abfolge von
direkt aneinandergrenzenden Feldern 2 bei einem Farbregisterfehler in Längsrichtung
der Abfolge, d.h. in der x-Richtung von Fig. 1, besondere Effekte auf, die zu beachten
sind. Diese Effekte werden nachfolgend anhand Fig. 2 und Fig. 3 erläutert.
[0038] Dabei zeigt Fig. 2 die gleiche Teststruktur 1 wie Fig. 1, jedoch mit einem Farbregisterfehler,
bei dem die Felder 2D, 2E und 2F gegenüber ihrer Sollposition in positiver x-Richtung
versetzt sind, wodurch sich zwischen diesen Feldern 2D, 2E und 2F und den ihnen jeweils
linksseitig benachbarten Feldern 2A, 2B und 2C Lücken und zwischen diesen Feldern
2D, 2E und 2F und den ihnen jeweils rechtsseitig benachbarten Feldern 2G, 2H und 2J
Überlappungen ergeben. Rechts unten ist in Fig. 2 ein die Felder 2C, 2F und 2J umfassender
Bereich vergrößert dargestellt, um die Lücke 3 zwischen den Feldern 2C und 2F sowie
die Überlappung 4 der Felder 2F und 2J zu verdeutlichen.
[0039] In Fig. 3 ist anhand der Felder 2C, 2F und 2J die Situation einer perfekten Farbregistereinstellung
(links) der Situation eines Farbregisterfehlers in positiver x-Richtung (rechts),
wie er bereits in Fig. 2 zu sehen ist, gegenübergestellt, wobei unterhalb des diese
Felder umfassenden Abschnitts der Teststruktur 1 der jeweilige Verlauf der Remissionsintensität
R für eine gegebene Beleuchtung über der x-Koordinatenrichtung dargestellt ist.
[0040] Wenn alle Felder 2C, 2F und 2J ihre jeweilige Sollposition haben, dann sind an den
Feldgrenzen, wie auf der linken Seite von Fig. 3 zu sehen ist, Sprünge der Remissionsintensität
von jeweils charakteristischer Höhe erkennbar, wobei die Sprunghöhen von der spektralen
Zusammensetzung der Beleuchtung abhängen. Anhand solcher Sprünge erfolgt erfindungsgemäß
die Detektion der Feldgrenzen, wobei dies, wie zuvor ausgeführt, entweder einfach
anhand von Schwellwerten, oder anhand einer der auf dem Gebiet der Bildverarbeitung
bekannten Kantenerkennungsmethoden geschehen kann.
[0041] Wenn ein Farbregisterfehler in x-Richtung vorliegt, dann macht sich, wie auf der
rechten Seite von Fig. 3 zu sehen ist, die daraus resultierende Lücke 3 zwischen den
Feldern 2C und 2F, im vorliegenden Zusammenhang auch Blitzer genannt, durch ein ausgeprägtes
schmales Maximum der Remissionsintensität bemerkbar. Gleichzeitig macht sich die Überlappung
4 der Felder 2F und 2J durch ein Minimum der Remissionsintensität bemerkbar, welches
zwar weniger stark als das von der Lücke 3 verursachte Maximum ausgeprägt ist, aber
dennoch eindeutig feststellbar ist. Es versteht sich, dass diese Extrema in der Realität
nicht die in Fig. 3 schematisch dargestellte Rechteckform, sondern eine abgerundete
Form haben. Der Bereich, in dem die Remissionsintensität den für das Feld 2F charakteristischen
Wert hat, ist durch den in Fig. 3 rechts angenommenen Farbregisterfehler gegenüber
dem in Fig. 3 links gezeigten Idealfall um das Doppelte des Farbregisterfehlers, d.h.
um die Breite der Lücke 3 und die Breite der Überlappung 4 vermindert.
[0042] Durch die Erkennung der beiden Extrema und Ermittlung der Koordinaten ihrer Flanken
können die x-Koordinaten der Feldgrenzen der Felder 2C, 2F und 2J bestimmt werden,
die für die Berechnung der x-Koordinaten ihrer Schwerpunkte benötigt werden. Die linke
Feldgrenze des Feldes 2F ist durch die rechte Flanke des Maximums gegeben, die rechte
Feldgrenze des Feldes 2F durch die rechte Flanke des Minimums. Die linke Flanke des
Minimums kennzeichnet die linke Feldgrenze des Feldes 2J.
[0043] Das Auftreten solcher Maxima und Minima infolge von Lücken 3 und Überlappungen 4
muss bei der Auswertung des Verlaufes der Remissionsintensität in x-Richtung, d.h.
in derjenigen Richtung, in der Felder 2 unterschiedlicher Druckfarben direkt aneinandergrenzen,
berücksichtigt werden, wenn Bildpunkte anhand der gemessenen Remissionsintensität
Feldern 2 einzelner Farben zugeordnet werden, sei es anhand von Schwellwerten oder
anhand einer Kantenerkennung. Es versteht sich, dass dies wegen des tatsächlich nicht
rechteckigen, sondern abgerundeten Verlaufes der Remissionsintensität über der x-Koordinate
mit einer gewissen Unschärfe behaftet ist. Durch die erfindungsgemäße Mittelwertbildung
über eine Vielzahl von Perioden der periodischen Teststruktur 1 kann aber die Genauigkeit
der Messung auf ein für die Regelung des Farbregisters ausreichendes Maß gesteigert
werden.
[0044] Es versteht sich, dass die vorausgehend beschriebene Berechnung des Schwerpunktes
einer Druckfarbe als Positionsmaß rein beispielhaft gemeint ist. Grundsätzlich wäre
es beispielsweise bei rechteckigen Feldern 2 auch möglich, jeweils die Position einer
bestimmten Ecke zu ermitteln und als Positionsmaß einer Druckfarbe die Mittelwerte
der Koordinaten der entsprechenden Ecken aller Felder 2 dieser Druckfarbe zu berechnen.
Solche und ähnliche Variationen des Positionsmaßes und/oder Variationen der Mittelwertberechnung
durch Vertauschung von Operationen im Rahmen mathematischer Umformungen sind Bestandteil
des Erfindungsgedankens und sollen vom Schutz der Ansprüche umfasst sein.
1. Verfahren zur Farbregistermessung an einer Druckmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bild von einer auf ein Druckerzeugnis gedruckten Teststruktur (1),
welche aus einer Vielzahl von Feldern (2) mit Voll- und/oder Rastertönen der Druckfarben
besteht und mehrere voneinander separate Felder (2) jeder Druckfarbe enthält, aufgenommen
wird, dass für jede Druckfarbe ein Positionsmaß durch Mittelwertbildung über Positionsmaße
einer Vielzahl von Feldern (2) der jeweiligen Druckfarbe ermittelt wird, und dass
die Farbregisterlage anhand der Lage der für die einzelnen Druckfarben ermittelten
Positionsmaße relativ zueinander ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von der Teststruktur (1) mehrere Bilder bei spektral unterschiedlichen Beleuchtungen
aufgenommen und zur Ermittlung von Positionsmaßen für Felder (2) der Teststruktur
(1) verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus absoluten Positionsmaßen der einzelnen Druckfarben relative Positionsmaße bezüglich
eines absoluten Positionsmaßes einer als Referenzfarbe ausgewählten Druckfarbe ermittelt
werden, und dass als Maße für die Lage des Farbregisters die Abweichungen dieser relativen
Positionsmaße von jeweiligen Sollwerten berechnet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Durchführung des Verfahrens eingesetzten Messvorrichtung Sollwerte von Positionsmaßen
und/oder Abmessungen der einzelnen Felder (2) der Teststruktur aus der Druckvorstufe
als Datensatz übermittelt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Koordinate des Positionsmaßes einer Druckfarbe durch eine Mittelwertbildung
über Positionen einer Vielzahl von Bildpunkten berechnet wird, die zuvor als zu Feldern
(2) dieser Druckfarbe gehörig identifiziert wurden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Koordinate des Positionsmaßes einer Druckfarbe aus der Lage von Linien
berechnet wird, die zuvor als Feldgrenzen von Feldern (2) dieser Druckfarbe bestimmt
wurden.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Identifikation der Zugehörigkeit von Bildpunkten zu Feldern (2) einer Druckfarbe
und/oder die Bestimmung von Feldgrenzen anhand der Ortsabhängigkeit der Remissionsintensität
erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Bestimmung von Feldgrenzen zwischen in ihren Sollpositionen aneinandergrenzenden
Feldern (2C, 2F, 2J) Lücken (3) zwischen aneinandergrenzenden Feldern (2C, 2F) anhand
von Maxima der Remissionsintensität und/oder Überlappungsbereiche (4) zwischen aneinandergrenzenden
Feldern (2F, 2J) anhand von Minima der Remissionsintensität identifiziert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass über die Breite des Druckerzeugnisses quer zu seiner Bewegungsrichtung eine Vielzahl
von Zonen der Teststruktur (1) separat ausgewertet und mehrere jeweils zonenspezifische
Farbregisterlagen ermittelt werden.