[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Metallsubstrat, das zum Korrosionsschutz mindestens
2 unterschiedliche Beschichtungen aufweist, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
Metallsubstrats sowie die Verwendung eines solchen Metallsubstrats zur Herstellung
von Gegenständen.
[0002] Unedle Metalle müssen gegen Korrosion geschützt werden. Dies trifft auf alle üblichen
Konstruktionsmetalle wie Eisen, Stahl, Zink, Titan, Aluminium, Magnesium oder deren
Legierungen zu. Üblicherweise werden diese Metalle mit einer oder mehreren anorganischen
und/oder organischen Beschichtungen versehen. Neben dem Korrosionsschutz werden hierbei
auch erwünschte ästhetische Effekte erzielt. Hierfür sind unterschiedliche Beschichtungstypen
und Beschichtungsverfahren im Stand der Technik bekannt und verbreitet.
[0003] Beispielsweise ist es üblich, erforderlichenfalls gereinigte Metalloberflächen einer
so genannten Konversionsbehandlung zu unterziehen. Hierbei bildet sich eine Beschichtung
aus, in die Ionen der Metalloberfläche eingebaut sind. Beispiele hierfür sind: Chromatierung,
schichtbildende oder nichtschichtbildende Phosphatierung oder eine Behandlung mit
einer sauren wässrigen Lösung komplexer Fluoride mindestens eines der Elemente B,
Si, Ti und/oder Zr. Zusätzlich können solche Konversionslösungen organische Polymere
enthalten.
[0004] Für eine geringe oder nur temporäre korrosive Beanspruchung kann es ausreichen, sich
auf eine solche Konversionsbehandlung zu beschränken. In der Regel werden die konversionsbehandelten
Metalloberflächen jedoch mit einer oder mehreren organischen Beschichtungen unterschiedlicher
Dicke überzogen. Diese organischen Beschichtungen enthalten in der Regel (vernetzte)
organische Polymere. Bei geeigneter Wahl des organischen Beschichtungsmittels kann
jedoch auch auf eine Konversionsbehandlung verzichtet werden. Dies heißt, man kann
ein organisches Beschichtungsmittel auf Basis (vorzugsweise vernetzter oder vernetzender)
Polymere auch unmittelbar auf eine blanke Metalloberfläche aufbringen. Für diesen
Zweck sind unterschiedliche Typen organischer Beschichtungsmittel bekannt. Die Vernetzung
der organischen Polymere erfolgt in der Regel durch einen oder mehrere der folgenden
Reaktionstypen: Polymerisation von Verbindungen mit Kohlenstoff-Kohlenstoff-Mehrfachbindungen,
Ausbildung von UrethanBindungen durch Reaktion von Isocyanaten, ringöffnende Reaktion
von Epoxiden, Bildung von Polyestern.
[0005] Solche Vernetzungsreaktionen können auf dem beschichteten Blech beim beispielsweise
thermisch oder strahlenchemisch induzierten Aushärten der Beschichtung eintreten.
Man kann jedoch auch Beschichtungsmittel verwenden, die bereits vernetzte organische
Polymere enthalten, die in einem flüssigen Medium gelöst oder dispergiert sind. Die
fertige Beschichtung entsteht durch so genannte "Trocknung" beim Verdampfen des flüssigen
Mediums.
[0006] Die organischen Beschichtungsmittel bzw. hiermit gebildeten Beschichtungen können
außer den organischen Polymeren weitere Komponenten enthalten, die die chemischen
und physikalischen Eigenschaften der Beschichtung verbessern. Beispielsweise werden
häufig anorganische und/oder organische Pigmente zur Farbgebung, zum Einstellen der
tribologischen Eigenschaften und/oder zum verbesserten Korrosionsschutz eingesetzt.
Eine besondere Klasse von Pigmenten sind die so genannten "Leitfähigkeitspigmente".
Diese verleihen der Beschichtung eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit, um das
beschichtete Metallblech elektroschweißen und/oder mit einem Elektrotauchlack beschichten
zu können. Beispiele solcher Leitfähigkeitspigmente sind: pulverförmige elementare
Metalle wie beispielsweise Eisen, Zink, Aluminium, Nickel, Mangan, Magnesium oder
deren Legierungen, Metallphosphide, Metallsulfide, Metalloxide, Grafit und Ruß. Derartige
Beschichtungsmittel, mit denen leitfähige organische Beschichtungen auf Metallsubstraten
ausgebildet werden können, werden weiter unten beschrieben.
[0007] Weiterhin sind so genannte "selbstabscheidende" Beschichtungsmittel bekannt. Beispiele
hierfür sind in den Dokumenten
WO 97/07163,
US 6 312 820,
WO 03/026888,
WO 03/042275 und der dort zitierten Literatur beschrieben. Der Prozess der Selbstabscheidung (auch
als autophoretische Abscheidung bezeichnet) beruht darauf, dass durch Einwirkung einer
Säure in dem Beschichtungsmittel zwei- oder mehrwertige Metallionen aus der zu beschichtenden
Metalloberfläche herausgelöst werden. Die gelösten Metallionen reagieren mit negativ
geladenen Gruppen von im Beschichtungsmittel suspendierten organischen Polymeren.
Hierdurch wird die Suspension der organischen Polymere destabilisiert, die suspendierten
Polymerteilchen koagulieren und schlagen sich als Film auf der Metalloberfläche nieder.
Dieser Prozess stoppt automatisch, wenn die Metalloberfläche vollständig mit dem Polymerfilm
bedeckt ist, so dass kein weiterer Säureangriff auf die Metalloberfläche erfolgen
kann. Die auf diese Weise entstandene Polymerschicht auf der Metalloberfläche wird
in einem nachfolgenden Schritt eingebrannt und ausgehärtet. Hierdurch entstehen Schichten,
die in der Regel eine Dicke im Bereich von 5 bis 25 µm aufweisen.
[0008] Die Ausbildung einer autophoretisch abgeschiedenen Beschichtung setzt also voraus,
dass aus dem Substrat zwei- oder mehrwertige Metallionen herausgelöst werden können,
welche die Polymeremulsion destabilisieren. Üblicherweise geschieht dies dadurch,
dass man das selbstabscheidende Beschichtungsmittel auf eine blanke Metalloberfläche
einwirken lässt. Eine Alternative hierzu, die zu einer zweifachen Beschichtung führt,
ist in
WO 96/02384 beschrieben. Gemäß diesem Dokument wird eine Metalloberfläche zunächst mit einer
ersten Beschichtung überzogen, die ein pulverförmiges Metall enthält. Auf dieser ersten
Schicht wird in einem zweiten Schritt eine zweite, selbstabscheidende Beschichtung
abgeschieden. Dies ist offenbar dadurch möglich, dass bei der Einwirkung der im zweiten
Beschichtungsmittel enthaltenen Säure aus dem pulverförmigen Metall in der ersten
Beschichtung eine ausreichende Menge an zwei- oder mehrwertigen Metallionen herausgelöst
wird, um das selbstabscheidende Beschichtungsmittel als zweite Beschichtung abzuscheiden.
Für konkrete Beispiele an erstem und zweitem Beschichtungsmittel zur Ausbildung dieser
doppelten Beschichtung wird auf das genannte Dokument verwiesen.
[0009] Die vorliegende Erfindung entwickelt die Lehre der
WO 96/02384 weiter. Sie löst die Aufgabe, auf einer ersten Beschichtung nur dort eine zweite
Beschichtung abzuscheiden, wo es aufgrund der erhöhten korrosiven Beanspruchung erforderlich
ist. Hierdurch soll eine unnötige Beschichtung und damit ein unnötiger Materialverbrauch
vermieden werden. In einer Fortbildung des erfindungsgemäßen Gedankens wird auch die
weitergehende Aufgabe gelöst, Schnittkanten an vorbeschichteten Metallblechen mit
einer ausreichenden korrosionsschützenden Beschichtung zu versehen. Hierdurch wird
in gebördelten oder geflanschten Bereichen eines aus einem solchen Blech gefertigten
Bauteils ein ausreichender Korrosionsschutz erzielt, ohne dass eine zusätzliche Versiegelung
erforderlich ist.
[0010] In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Metallblech mit einer
Vorderseite und einer Rückseite, wobei sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite
eine erste Beschichtung mit einer mittleren Dicke im Bereich von 0,5 bis 10 µm aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beschichtung der Vorderseite Partikel, die
bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen, in einem
solchen Mengenanteil enthält, dass ein selbstabscheidendes Beschichtungsmittel bei
Kontakt mit der Vorderseite hierauf eine zweite Beschichtung bildet, während die erste
Beschichtung der Rückseite keine Partikel, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder
mehrwertige Metallionen freisetzen, in einer solchen Menge enthält, dass ein selbstabscheidendes
Beschichtungsmittel bei Kontakt mit der Rückseite hierauf eine zweite Beschichtung
bildet. Der Begriff des "selbstabscheidenden Beschichtungsmittels" und dessen Abscheidungsmechanismus
wurde einleitend bereits erläutert.
[0011] Die Erfindung umfasst auch ein Metallblech wie vorstehend definiert, das auf der
ersten Beschichtung der Vorderseite ein abgeschiedenes selbstabscheidendes Beschichtungsmittel
aufweist. Dieses kann frisch abgeschieden und noch nicht ausgehärtet sein oder aber
in ausgehärtetem Zustand vorliegen.
[0012] Unter "Metallblech" wird ein Blech mit beliebiger Form oder auch ein Metallband verstanden.
Dabei kann, wie einleitend erwähnt, das Metallblech aus den üblichen Konstruktionsmetallen
bestehen, wie beispielsweise Eisen bzw. Stahl, der verzinkt oder legierungsverzinkt
oder aluminiert oder legierungsaluminiert sein kann, Zink, Aluminium, Magnesium, Titan
sowie Legierungen, die zu mindestens 50 Gew.-% aus einem der genannten Metalle bestehen.
Insbesondere kann das Metallblech aus elektrolytisch verzinktem oder im Schmelztauchverfahren
verzinktem Stahl bestehen.
[0013] Die Begriffe "Vorderseite" und "Rückseite" sind durch die erfindungsgemäße Beschichtungsweise
definiert: Als "Vorderseite" wird diejenige Seite des Metallblechs verstanden, die
eine Beschichtung aus einem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel erhalten soll
oder erhalten hat. Bei der späteren Verwendung des beschichteten Metallblechs zur
Herstellung von Gegenständen wie beispielsweise Fahrzeugen, bei denen das Metallblech
so umgeformt oder gefügt wird, dass Hohlräume entstehen, liegt die Vorderseite auf
der Außenseite dieser Hohlräume. Die Rückseite bildet die Innenseite der Hohlräume
und ist dadurch weniger korrosiven Angriffen ausgesetzt und muss geringere ästhetische
Bedürfnisse erfüllen. Für diese Zwecke ist die erste Beschichtung der Innenseite ausreichend
und es ist keine weitere Überbeschichtung der ersten Beschichtung erforderlich. Zur
Ersparnis von Material und Gewicht soll eine solche weitere Beschichtung sogar erfindungsgemäß
vermieden werden. Entsprechendes gilt, wenn erfindungsgemäßes Metallblech durch Bördeln
oder Flanschen gefügt wird: Hierbei kommt die Rückseite des Metallblechs auf die Innenseite
des Flansches bzw. des Bördelfalzes zu liegen, während die Vorderseite des Metallblechs
die Außenseite bildet.
[0014] Als "erste Beschichtung" wird dabei die erste Beschichtung der jeweiligen Seite verstanden,
die auf die jeweilige Seite aufgebracht wird. Dies schließt jedoch nicht aus, dass
die jeweilige Seite zuvor einer Konversionsbehandlung unterzogen wurde. Hierauf wird
weiter unten eingegangen. Diese durch eine potentielle Konversionsbehandlung gebildete
Schicht wird bei der Zählung der Beschichtungsreihenfolge außer Acht gelassen, da
sie fakultativ und nicht zwingend ist. Erfindungsgemäß unterscheiden sich die ersten
Beschichtungen der Vorder- und der Rückseite dadurch, dass sich auf der ersten Beschichtung
der Vorderseite ein selbstabscheidendes Beschichtungsmittel (auch als autophoretisches
Beschichtungsmittel oder als selbstabscheidendes bzw. autophoretisches Harz bezeichnet)
abscheiden kann. Auf der ersten Beschichtung der Rückseite soll dies erfindungsgemäß
nicht der Fall sein. Dies macht es erforderlich, dass sich die Zusammensetzung der
ersten Beschichtung der Vorderseite von derjenigen der Rückseite unterscheidet.
[0015] Die erste Beschichtung der Vorderseite unterscheidet sich von der ersten Beschichtung
der Rückseite zumindest dadurch, dass die erste Beschichtung der Vorderseite beim
Einwirken der Säure des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels zwei- oder mehrwertige
Metallionen in einer solchen Menge freisetzen kann, dass durch diese die Harzdispersion
des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels destabilisiert wird, so dass sich dieses
auf der ersten Beschichtung der Vorderseite niederschlägt. Demgegenüber soll die erste
Beschichtung der Rückseite keine oder nur so wenige Partikel enthalten, die bei Einwirkung
der Säurekomponente des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels zwei- oder mehrwertige
Metallionen freisetzen können, dass deren Konzentration an der Rückseite nicht ausreicht,
die Harzkomponente des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels zum Abscheiden zu
bringen.
[0016] Aufgrund dieses unterschiedlichen Aufbaus der ersten Beschichtung der Vorder- und
der Rückseite kann das mit der jeweiligen ersten Beschichtung versehene Metallblech
vollständig mit dem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel in Kontakt gebracht werden.
Dieses schlägt sich hierbei nur auf der Vorderseite, jedoch nicht auf der Rückseite
nieder. Dies vereinfacht zum einen das zielgerichtete Aufbringen der zweiten Beschichtung
nur auf die Vorderseite. Zum anderen kann es jedoch vorkommen, dass die erste Beschichtung
der Rückseite Risse oder Fehlstellen aufweist, an denen im späteren Gebrauch ein korrosiver
Angriff erfolgen kann. Da an solchen Fehlstellen die Säure des selbstabscheidenden
Beschichtungsmittels angreifen und aus dem Metallsubstrat Metallionen herauslösen
kann, scheidet sich die Harzkomponente des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels
an solchen Fehlstellen ab und überdeckt diese. Diese punktuelle Abscheidung des selbstabscheidenden
Beschichtungsmittels an Fehlstellen in der ersten Beschichtung der Rückseite verbessert
dort den Korrosionsschutz und ist daher erwünscht.
[0017] Die mittlere Dicke der ersten Beschichtung sowohl der Vorder- als auch der Rückseite
soll jeweils mindestens 0,5 µm, vorzugsweise mindestens 1 µm betragen. Eine mittlere
Dicke von mehr als 10 µm ist jedoch nicht erforderlich. Vorzugsweise liegt der Maximalwert
der mittleren Dicke bei 5 µm und insbesondere bei 3 µm. Dabei berücksichtigt der Begriff
"mittlere Dicke", dass die Oberfläche der ersten Beschichtung insbesondere der Vorderseite
durch die Anwesenheit von Partikel uneben sein kann. Die erste Beschichtung soll also
im Durchschnitt die genannte Dicke aufweisen, wobei lokale Abweichungen nach oben
und nach unten je nach Verteilung der Partikel und deren Dicke möglich sind. Die mittlere
Dicke lässt sich beispielsweise mit einer Wirbelstrommethode bestimmen. Alternativ
kann sie an einem Querschnitt des beschichteten Blechs mit einem Rasterelektronenmikroskop
ausgemessen werden. Weiterhin kann die mittlere Dicke dadurch bestimmt werden, dass
man die Beschichtung ablöst und bei bekannter Dichte der Beschichtung aus der Gewichtsdifferenz
die mittlere Dicke der Beschichtung berechnet.
[0018] Demnach muss also die erste Beschichtung der Vorderseite eine ausreichende Menge
an Partikel enthalten, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
freisetzen. Die erste Beschichtung der Rückseite sollte vorzugsweise überhaupt keine
derartigen Partikel enthalten. In geringer Menge schaden solche Partikel in der ersten
Beschichtung der Rückseite jedoch nicht. Es muss lediglich gewährleistet sein, dass
bei der Einwirkung des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels auf der Rückseite
des Metallblechs nicht aus der ersten Beschichtung zwei- oder mehrwertige Metallionen
in einer solchen Menge freigesetzt werden, dass sich dort die Harzkomponente des selbstabscheidenden
Beschichtungsmittels niederschlägt. Diese Bedingungen werden beispielsweise erfüllt,
wenn die erste Beschichtung der Vorderseite mindestens 10 Vol.%, vorzugsweise mindestens,
mit steigender Präferenz, 20 Vol.%, 30 Vol.-%, 40 Vol.-% oder 50 Vol.-% an Partikel
enthält, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen.
Welchem Gewichtsanteil dies entspricht, hängt vom spezifischen Gewicht dieser Partikel
ab, das sehr unterschiedlich sein kann. Umgekehrt ist es bevorzugt, dass die erste
Beschichtung der Rückseite nicht mehr als 5 Vol.%, vorzugsweise nicht mehr als 3 Vol.-%
und insbesondere nicht mehr als 1 Vol.-% an Partikel enthält, die bei Einwirkung einer
Säure zwei- oder mehrwertiger Metallionen freisetzen.
[0019] Die Größe der Partikel, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
freisetzen, muss so begrenzt sein, dass sie im Einklang mit der erwünschten mittleren
Dicke der ersten Beschichtung stehen. In Richtung ihrer geringsten Ausdehnung sollen
die Partikel die gewünschte mittlere Dicke der Beschichtung um nicht mehr als 100
% übersteigen. Vorzugsweise haben die Partikel an der Stelle ihrer geringsten Ausdehnung
eine Dicke von nicht mehr als der erwünschten mittleren Dicke der Beschichtung, vorzugsweise
liegt die Dicke der Partikel an der Stelle ihrer geringsten Ausdehnung darunter. Daher
ist es bevorzugt, dass die Partikel, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige
Metallionen freisetzen, eine kürzeste Achse mit einer Länge im Bereich von 0,01 bis
5 µm, vorzugsweise bis 3 µm aufweisen. Bei angenähert sphärischen Partikeln kann dies
mit Lichtstreumethoden oder durch Filtration durch Filter definierter Porenweite festgestellt
werden. Bei stark von der Kugelform abweichenden Partikeln wie beispielsweise Plättchen
bestimmt man dies vorzugsweise durch Rasterelektronenmikroskopie. Bei exakt kugelförmigen
Partikeln entspricht die Länge der kürzesten Achse dem Teilchendurchmesser. Bei plättchenförmigen
Partikeln ist die kürzeste Achse diejenige, die auf der Plättchenebene senkrecht steht.
[0020] Die Partikel, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen,
können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Beispielsweise können sie metallische
Partikel sein, insbesondere Partikel aus Eisen, Zink, Nickel, Mangan, Magnesium oder
Aluminium oder Legierungen, die mindestens 50 Gew.-% eines dieser Metalle enthalten.
Weiterhin können die Partikel beispielsweise Verbindungen zwei- oder mehrwertiger
Metalle wie insbesondere Phosphate, Oxide oder Hydroxide darstellen, aus denen die
Metallionen bei Einwirkung einer Säure freigesetzt werden. Beispiele hiervon sind
Phosphate, Oxide oder Hydroxide der vorstehend genannten Metalle, aber auch TiO
2, ZrO
2 und Calcium- oder Magnesiumphosphat.
[0021] Vorzugsweise enthält sowohl die erste Beschichtung auf Vorder- und Rückseite als
auch die zweite Beschichtung organische Polymere. Dabei können insbesondere in der
ersten Beschichtung die Polymere unvernetzt sein. Beispiele hierfür sind: Polyvinylalkohol,
Polymere oder Copolymere von Vinylpyrrolidon, Polymere oder Copolymere von Acrylsäure,
Methacrylsäure oder Maleinsäure, Polyester, lineare Polyurethane, Polymere oder Copolymere
von aminosubstituierten Polyvinylphenolen. Die Polymere können jedoch auch vor der
Bildung der Beschichtung bereits vernetzt sein oder nach der Bildung der Beschichtung
vernetzen. In ersterem Fall härten sie durch physikalische Trocknung beim Abdampfen
des Lösungs- bzw. Suspendiermittels. Im zweiten Fall vernetzen sie durch chemische
Reaktion, die beispielsweise durch Erwärmen oder durch Strahlung induziert werden
kann.
[0022] Hierfür können jeweils vernetzte oder vernetzende organische Polymere verwendet werden,
die im Stand der Technik für solche Beschichtungszwecke bekannt sind. Hierauf wurde
einleitend bereits eingegangen. Die dort genannten Polymertypen, Vernetzungsund Härtungs-
bzw. Trocknungsmechanismen lassen sich auf die im Rahmen dieser Erfindung einzusetzenden
Beschichtungen bzw. Beschichtungsmittel übertragen.
[0023] Die erste Beschichtung kann mit Beschichtungsmitteln gebildet werden, die im Stand
der Technik bekannt sind. Beispielsweise kann die erste Beschichtung der Vorderseite
gemäß Ausführungsbeispielen 1 bis 3 von
WO 96/02384 hergestellt werden. Für die erste Beschichtung der Vorderseite können auch Beschichtungsmittel
herangezogen werden, die im Stand der Technik als "Schweißprimer" oder als "schweißbare
Beschichtungen" bekannt sind. Diese enthalten in einer organischen Polymermatrix elektrisch
leitfähige Pigmente, die der Beschichtung eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit
verleihen, um die hiermit beschichteten Bleche elektroschweißbar zu machen. Sofern
die hier verwendeten Leitfähigkeitspigmente Metalle oder Metallverbindungen wie beispielsweise
Oxide darstellen, die beim Angriff einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
freisetzen, sind solche schweißbare Beschichtungen als erste Beschichtung der Vorderseite
im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignet. Beispielsweise sind solche bekannte
schweißbare Beschichtungen geeignet, die als Leitfähigkeitspigment metallisches Zink,
Aluminium, Eisen oder Eisenoxide enthalten.
[0024] Ein Beispiel eines solchen Beschichtungsmittels, das für die Bildung der ersten Beschichtung
der Vorderseite verwendet werden kann, ist in
WO 99/24515 beschrieben. Dieses Dokument offenbart leitfähige und schweißbare Korrosionsschutz-Zusammensetzungen
auf Basis von (blockierten) Polyurethanharzen, Epoxidharzen sowie stickstoffhaltigen
Härtern und leitfähigen Füllstoffen. Wählt man aus der in diesem Dokument angegebenen
Auswahl an leitfähigen Füllstoffen Zink oder Aluminium aus, ist das entsprechende
Beschichtungsmittel für den vorliegenden Zweck geeignet. Zur genaueren Zusammensetzung
wird auf das genannte Dokument verwiesen.
[0025] WO 01/30923 beschreibt ebenfalls eine elektrisch leitfähige Beschichtung, die bei der Auswahl
von Zink oder Aluminium als Leitfähigkeitspigment als erste Beschichtung der Vorderseite
in der vorliegenden Erfindung dienen kann. Das hier verwendete organische Bindemittel
zeichnet sich dadurch aus, dass es bereits bei einer relativ geringen Objekttemperatur
im Bereich von 130 bis 159 °C aushärtet. Dieses Bindemittel kann beispielsweise ausgewählt
sein aus Polyurethan/Acrylat-Copolymer-Dispersionen, Polyurethan/Polycarbonat-Dispersionen,
Polyurethan/Polyester-Dispersionen und Acrylat/Copolymer-Dispersionen sowie Mischungen
hiervon. Näheres zu geeigneten Zusammensetzungen kann den Ausführungsbeispielen dieses
Dokuments entnommen werden, wobei das dort als Leitfähigkeitspigment eingesetzte Eisenphosphid
durch Zink oder Aluminium zu ersetzen wäre. Man gelangt ebenfalls zu Zusammensetzungen,
die als erste Beschichtung der Vorderseite eingesetzt werden können, wenn man in den
Ausführungsbeispielen des genannten Dokuments das Eisenphosphid durch andere Komponenten
wie beispielsweise metallisches Eisen oder Eisenoxid oder allgemein durch Metalle
oder Metallverbindungen ersetzt, die beim Angriff einer Säure zwei- oder mehrwertige
Metallionen freisetzen.
[0026] Weitere als erste Beschichtung der Vorderseite geeignete Beschichtungsmittel offenbart
WO 01/85860, sofern man als Leitfähigkeitspigment Zink oder Aluminium wählt oder anstelle der
dort genannten Leitfähigkeitspigmente ein Metall oder eine Metallverbindung einsetzt,
die beim Angriff einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen liefert. Gemäß diesem
Dokument enthält das Beschichtungsmittel ein organisches Bindemittel, enthaltend mindestens
ein Epoxidharz, mindestens einen Härter ausgewählt aus Cyanoguanidin, Benzoguanamin
und plastifiziertem Harnstoffharz sowie mindestens ein Aminaddukt ausgewählt aus Polyoxialkylentriamin
und Epoxidharz-Aminaddukten. Näheres zur Zusammensetzung kann dem genannten Dokument
und insbesondere seinen Ausführungsbeispielen entnommen werden, wobei Eisenphosphid
als Leitpigment durch die bereits beispielhaft genannten Metalle oder Verbindungen
zu ersetzen wäre, die bei Einwirken einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
freisetzen.
[0027] Die erste Beschichtung der Rückseite kann analog der vorstehend beschriebenen ersten
Beschichtung der Vorderseite ausgebildet sein, wobei man jedoch im Gegensatz zu dort
keine Pigmente einsetzt, die beim Einwirken einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
freisetzen. Dies heißt, man verzichtet auf die in den vorstehend zitierten Dokumenten
genannten Leitfähigkeitspigmente, oder man wählt diese aus Ruß oder Grafit aus. Dieses
Vorgehen reduziert die Vielfalt der einzusetzenden Produkte, da man für die erste
Beschichtung der Vorder- und der Rückseite das selbe Basisprodukt verwenden kann,
wobei man dem Produkt zur Beschichtung der Vorderseite zusätzlich eines der genannten
Pigmente zusetzt, die beim Einwirken einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen
liefern.
[0028] Die Zusammensetzung des Mittels zum Abscheiden der ersten Beschichtung der Rückseite
kann jedoch auch unabhängig von dem Mittel zum Abscheiden der ersten Beschichtung
der Vorderseite gewählt werden. Generell kommen hierfür Beschichtungsmittel in Betracht,
die im Stand der Technik als so genannte "Primer" bekannt sind. An diese ist lediglich
die vorstehend genannte Bedingung über den maximalen Anteil an Partikel zu stellen,
die bei Kontakt mit Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen. Beispielsweise
kann ein Beschichtungsmittel eingesetzt werden, wie es in der deutschen Patentanmeldung
DE 10 2006 039 633 beschrieben ist. Dieses enthält: Fluorokomplexionen von Titan und/oder Zirkon (die
in die fertige Schicht so eingebaut werden, dass sie sich unter Einfluss einer Säure
nicht in einem solchen Maße auflösen, dass sich ein selbstabscheidendes Beschichtungsmittel
auf dieser Beschichtung abscheidet), mindestens ein Korrosionsschutzpigment sowie
mindestens ein im pH-Bereich von 1 bis 3 wasserlösliches oder wasserdispergierbares
organisches Polymer, das als solches in wässriger Lösung bei einer Konzentration von
50 Gew.-% einen pH-Wert im Bereich von 1 bis 3 aufweist. Nähere Informationen über
den Aufbau dieses Polymers können dem genannten Dokument entnommen werden, ebenso
konkrete Beispiele solcher Zusammensetzungen. Auf die dort als weitere fakultative
Komponenten des Beschichtungsmittels genannten Kationen sollte jedoch verzichtet werden.
[0029] Als Mittel zum Abscheiden der ersten Beschichtung der Rückseite können weiterhin
solche Zusammensetzungen ausgewählt werden, die in der deutschen Patentanmeldung
10 2007 001 653 beschrieben sind. Dabei muss man jedoch das dort jeweils mit verwendete Leitfähigkeitspigment
entweder ganz weg lassen oder Ruß oder Grafit als Leitfähigkeitspigment auswählen.
Weiterhin muss man auf die dort als fakultative Komponenten angeführten Pigmente verzichten,
die unter Einwirkung einer Säure zweioder mehrwertige Metallionen freisetzen können.
[0030] Die zweite Beschichtung kann beispielsweise durch Einwirkung eines selbstabscheidenden
Beschichtungsmittels aufgebracht werden, wie es in Beispiel 4 von
WO 96/02384 beschrieben ist. Dieses stellt eine wässrige Lösung bzw. Suspension von Acrylharzlatex,
Ruß, Eisenfluorid und Flusssäure dar und hat einen pH-Wert im Bereich von 1 bis 4.
Zusätzlich enthält es Wasserstoffperoxid. Der Feststoffgehalt (Summe aus Harz und
Ruß) liegt bei 4 bis 10 Gew.%. Weitere geeignete Mittel zum Erzeugen der zweiten Beschichtung
sind in den zitierten Dokumenten
WO 97/07163,
US 6 312 820,
WO 03/026888,
WO 03/042275 und in den dort zitierten weiteren Dokumenten genannt. Beispielsweise können die
selbstabscheidenden Beschichtungsmittel aus anionisch funktionalisierten Epoxidharzen
bestehen, wie sie in
WO 03/042275 näher beschrieben sind. Die anionische Funktionalisierung der Epoxidharze kann beispielsweise
durch Einbau von Sulfonat-, Sulfat-, Phosphat-, Phosphonat- oder Carboxylat-Gruppen
erfolgen. Vorzugsweise enthält diese Epoxidharz-Dispersion zusätzliche Härter, wie
sie in dem genannten Dokument auf Seite 12, Zeile 25 bis Seite 14, Zeile 22 beschrieben
sind. Zusätzlich enthält das selbstabscheidende Beschichtungsmittel einen dort so
genannten "Selbstabscheidungsbeschleuniger", der die Metalloberfläche anlösen kann
und hierdurch die Metallionen freisetzt, welche die Abscheidung des Harzes bewirken.
Hierfür vorzugsweise auszuwählende Verbindungen sind in
WO 03/042275 auf Seite 15, Zeile 19 bis Seite 16, Zeile 17 beschrieben. Insbesondere kommen für
diesen Zweck Säuren in Frage, beispielsweise Fluorwasserstoffsäure, Hexafluorokieselsäure,
Hexafluorotitansäure, Essigsäure, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Peroxisäuren,
Citronensäure oder Weinsäure. Weiterhin können diese Funktion Wasserstoffperoxid oder
Eisen(II)-Ionen übernehmen. Derartige Substanzen sind allgemein als "Abscheidungsbeschleuniger"
in selbstabscheidenden Beschichtungsmitteln bekannt und können auch im Rahmen der
vorliegenden Erfindung verwendet werden, unabhängig davon, welche organische Polymerkomponente
das selbstabscheidende Beschichtungsmittel enthält.
[0031] Ein ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendbares selbstabscheidendes
Beschichtungsmittel enthält eine Mischung aus dispergiertem Epoxidharz und dispergiertem
Acrylharz, wie sie in
WO 03/026888 näher erläutert ist. Auch hierbei sind vorzugsweise zusätzlich Härter anwesend, wie
sie in dem genannten Dokument auf Seite 7, Zeile 15 bis Seite 9, Zeile 23 näher beschrieben
sind. Zusätzlich sind vorzugsweise wiederum "Selbstabscheidungsbeschleuniger" vorhanden,
wie sie vorstehend beispielsweise aufgezählt wurden.
[0032] Selbstabscheidende Beschichtungsmittel können auch auf anderen anionisch funktionalisierten
Harzen basieren. Beispielsweise können Polymere oder Copolymere von Acrylsäure, Methacrylsäure
und Maleinsäure eingesetzt werden. Eine weitere Gruppe selbstabscheidender Beschichtungsmittel
enthält als Harzkomponente Poly(alkylenchlorid), beispielsweise das in
US 6 312 820 näher beschriebene stabilisierte Vinylidenchloridharz. Dieses kann als Copolymer
mit Vinylchlorid vorliegen. Anionisch funktionaliertes Polyvinylchlorid kann seinerseits
als Basis eines selbstabscheidenden Beschichtungsmittels dienen.
[0033] Vorzugsweise enthält die zweite Beschichtung schwarze oder farbige Pigmente, insbesondere
Ruß. Dies dient zum einen ästhetischen Zwecken und erlaubt zum anderen eine einfache
optische Kontrolle der Gleichmäßigkeit und Geschlossenheit der zweiten Beschichtung.
Zusätzlich zu diesen oder anstelle dieser schwarzen oder farbigen Pigmente kann die
zweite Beschichtung weitere Pigmente enthalten. Beispiele sind lamellare oder nicht
lamellare Pigmente, die insbesondere den Korrosionsschutz verbessern. Ein spezielles
Beispiel hierfür sind calciumhaltige Silicate, die beispielsweise unter der Bezeichnung
"ShieIdex
R" bekannt sind. Weiterhin kann die zweite Beschichtung Komponenten enthalten, die
die Reibung herabsetzen und hierdurch die Umformbarkeit verbessern. Beispiele hierfür
sind Wachse oder anorganische Pigmente mit Schichtstruktur wie beispielsweise Grafit
oder Molybdänsulfid. Auch Schichtsilikate wie beispielsweise Talkum sind für diesen
Zweck geeignet.
[0034] Die zweite Beschichtung der Vorderseite weist vorzugsweise eine mittlere Dicke mit
einer Untergrenze von mindestens 5, vorzugsweise mindestens 10 µm und einer Obergrenze
von 25, vorzugsweise von 20 µm auf. Beispielsweise kann die mittlere Dicke im Bereich
von 11 bis 14 µm liegen. Zum Begriff der "mittleren Dicke" gelten die vorstehenden
Ausführungen im Zusammenhang mit der mittleren Dicke der ersten Beschichtung entsprechend.
Dies gilt auch für die Verfahren, die mittlere Dicke zu bestimmen.
[0035] Die erste Beschichtung kann unmittelbar auf eine blanke Metalloberfläche aufgebracht
werden. Zur Verbesserung des Korrosionsschutzes und/oder der Haftfestigkeit der ersten
Beschichtung auf der Metalloberfläche kann das Metallblech jedoch auf mindestens einer
Seite unterhalb der ersten Beschichtung eine Konversionsschicht aufweisen. Hierdurch
wird eine Schicht verstanden, die durch eine im Stand der Technik bekannte Konversionsbehandlung
entsteht, wobei Metallionen aus dem Metallblech in die Beschichtung eingebaut werden.
Bekannteste Beispiele solcher Konversionsbehandlungen sind: Chromatierung, schichtbildende
oder nicht schichtbildende Phosphatierung sowie Einwirken einer sauren Lösung komplexer
Fluoride insbesondere der Elemente B, Si, Ti und/oder Zr. Dabei können insbesondere
letztere auch organische Polymere enthalten. Gebräuchliche Beispiele hierfür sind
Polymere oder Copolymere von Acrylsäure, Methacrylsäure und Maleinsäure, Polyvinylalkohol,
Polyamine, Polyimine sowie aminosubstituierte Polyvinylphenole. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung ist es bevorzugt, dass das Metallblech vor der Abscheidung der ersten Beschichtung
einer Konversionsbehandlung durch Einwirkung einer solchen Lösung komplexer Fluoride
unterzogen wurde.
[0036] Bei dem Metallblech kann es sich um bereits geschnittene Stücke handeln, auf die
nach dem Schneiden die entsprechenden Beschichtungen aufgebracht werden. Die Schnittkanten
werden dann mit beschichtet. Vorzugsweise entsteht das erfindungsgemäße Metallblech
jedoch dadurch, dass man auf Metallblech im Bandverfahren, erwünschtenfalls nach einer
Konversionsbehandlung, auf Vorder- und Rückseite des Bandes die jeweils erste Beschichtung
aufbringt. Zusätzlich kann auf die hierdurch zur Vorderseite werdende Seite des Bandes
die zweite Beschichtung aufgebracht werden. In diesem Zustand kann das Band zum Anwender
transportiert und dort verarbeitet, insbesondere geschnitten, durch Pressen umgeformt
und zu Bauteilen gefügt werden. Aufgrund der erfindungsgemäßen Beschichtung ist zum
Umformen durch Pressen eine verringerte Menge an Umformöl erforderlich. Auf Umformöl
kann sogar vollständig verzichtet werden, was die nach dem Pressen erforderliche Reinigung
vereinfacht und Material einspart.
[0037] Das erfindungsgemäß beschichtete Metallblech kann jedoch auch dadurch erhalten werden,
dass man im Stahlwerk auf Metallband im Bandverfahren die erste Beschichtung der Vorder-
und der Rückseite aufbringt und das Band in diesem Zustand zum Weiterverarbeiter transportiert.
Dort wird das Metallband zu Blechen der erforderlichen Größe geschnitten, wobei Schnittkanten
entstehen, die sich von der Vorder- zur Rückseite erstrecken. Dies geschieht auch,
wenn Löcher in ein solches Metallblech gestanzt werden. Diese Schnittkanten sind dann
frei von erster Beschichtung. Kommen solche Schnittkanten in das Innere eines Bördelfalzes
oder eines Flansches zu liegen, sind sie wegen ihres ungeschützten Zustandes besonders
empfindlich gegen Korrosion. Bringt man jedoch Metallblech, das auf Vorder- und Rückseite
lediglich die erste Beschichtung aufweist, nach dem Schneiden oder Stanzen zum Abscheiden
der zweiten Beschichtung mit dem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel in Kontakt,
scheidet sich dieses nicht nur auf der Vorderseite des Blechs, sondern auch auf den
Schnittkanten ab, da auch dort zwei- oder mehrwertige Metallionen in ausreichender
Menge in Lösung gehen. Hierdurch werden nicht nur die Vorderseite, sondern auch die
Schnittkanten mit der zweiten Beschichtung überzogen (wobei die "zweite Beschichtung"
auf der Schnittkante die einzige Beschichtung darstellt). Hierdurch erhalten die Schnittkanten
einen ausreichenden Korrosionsschutz, so dass nach Bördeln oder Falzen keine weiteren
Korrosionsschutzmaßnahmen erforderlich sind. In dieser speziellen Ausführungsform
ist das erfindungsgemäße Metallblech also dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens
eine Kante aufweist, welche sich von der Vorderseite zur Rückseite erstreckt und welche
keine Beschichtung entsprechend der ersten Beschichtung der Vorder- oder Rückseite,
jedoch eine Beschichtung entsprechend der zweiten Beschichtung der Vorderseite aufweist.
[0038] Im weiteren Verarbeitungsprozess der aus dem erfindungsgemäßen Metallblech gefertigten
Teile wie beispielsweise Teile von Fahrzeugkarosserien kann die zweite Beschichtung
weiter überlackiert werden. Auf der ersten Beschichtung der Rückseite kann dies unterbleiben,
wenn diese in das Innere von beim Zusammenfügen entstandenen Hohlräumen zu liegen
kommt.
[0039] In einem zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen Gegenstand, der
zumindest teilweise aus dem erfindungsgemäßen Metallblech besteht. Dieser kann oberhalb
der zweiten Beschichtung weitere Lackschichten aufweisen. Derartige Gegenstände können
beispielsweise Fahrzeuge, Architekturelemente, Metallmöbel oder Haushaltsgeräte ("weiße
Ware") oder jeweils Teile hiervon darstellen. Weiterhin können die erfindungsgemäßen
Gegenstände Bauteile von Flugzeugen oder Schiffen darstellen.
[0040] Zusätzlich betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines erfindungsgemäßen
Metallblechs zur Herstellung der genannten Gegenstände. Wie bereits beschrieben, wird
zur Herstellung dieser Gegenstände das erfindungsgemäße Metallblech umgeformt und
gefügt und ggf. überlackiert.
[0041] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt in einem Verfahren zur Herstellung
eines vorstehend beschriebenen Metallblechs, wobei man ein unbeschichtetes Metallblech
oder Metallband
a) erforderlichenfalls reinigt
b) erwünschtenfalls einer Konversionsbehandlung unterzieht,
c1) die Vorderseite mit einem ersten Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, das nach
Trocknen und/oder Einbrennen die erste Beschichtung der Vorderseite erzeugt,
c2) die Rückseite mit einem ersten Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, das nach
Trocknen und/oder Einbrennen die erste Beschichtung der Rückseite erzeugt,
wobei die Schritte c1) und c2) gleichzeitig oder in beliebiger Reihenfolge ausgeführt
werden können, und
d) das auf Vorder- und Rückseite mit der ersten Beschichtung versehene Metallblech
mit einem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, wodurch auf der
Vorderseite die zweite Beschichtung ausgebildet wird,
e) die zweite Beschichtung trocknet und/oder einbrennt. Dabei wird unter "Trocknen"
ein physikalisches Härten des Polymersystems durch Abdampfen des Lösungs- oder Suspensionsmittels
verstanden. "Einbrennen" bezeichnet ein Aushärten des Polymersystems durch chemische
Reaktionen, wie sie einleitend beispielsweise genannt wurden. Dieses Aushärten durch
chemische Reaktion kann durch Erwärmen oder durch energiereiche Strahlung (so genannte
"aktinische Strahlung" wie beispielsweise UV- oder Elektronenstrahlung) ausgelöst
werden.
[0042] Für die Zusammensetzung des Metallblechs und der zu verwendenden Konversionslösungen
und Beschichtungsmittel gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend.
[0043] Sofern die erste Beschichtung unmittelbar auf ein frisch hergestelltes Metallband,
beispielsweise auf verzinktes Stahlband nach dem Verzinken aufgebracht wird, ist eine
Reinigung nicht erforderlich. Wurde das Metallblech bzw. Metallband vor dem Aufbringen
des ersten Beschichtungsmittels jedoch gelagert, transportiert oder eingeölt und hierdurch
verschmutzt, kann es empfehlenswert sein, es vor dem Aufbringen des ersten Beschichtungsmittels
zu reinigen. Solche Reinigungsprozesse sind im Stand der Technik vor einer Beschichtung
üblich und bekannt. Insbesondere setzt man hierfür wässrige alkalische Reiniger ein.
Erwünschtenfalls kann, wie vorstehend bereits erläutert, vor dem Auftrag des ersten
Beschichtungsmittels eine Konversionsbehandlung vorgenommen werden.
[0044] Verfahren, insbesondere Bandverfahren, mit denen auf der Vorder- und der Rückseite
des Metallblechs bzw. Metallbands das erste Beschichtungsmittel aufgebracht werden
kann, sind im Stand der Technik ebenfalls bekannt und üblich. Da Vorder- und Rückseite
unterschiedlich behandelt werden sollen, sind Tauchverfahren weniger geeignet. Vorzuziehen
ist es, die Vorder- und die Rückseite getrennt (gleichzeitig oder in beliebiger Reihenfolge)
mit dem ersten Beschichtungsmittel der Vorder- bzw. der Rückseite in Kontakt zu bringen.
Dies kann beispielsweise durch Besprühen und anschließendes Abquetschen oder durch
Walzenauftrag geschehen. Durch Einstellen des Walzspaltes der Abquetsch- bzw. Auftragswalzen
kann die Nassfilmdicke eingestellt werden, die nach dem Trocknen und/oder Einbrennen
zur erwünschten Trockenfilmdicke führt. Wie in der Einleitung bereits beschrieben,
sind unterschiedliche Verfahren zum Eintrocknen bzw. Einbrennen insbesondere organischer
Beschichtungen im Stand der Technik bekannt. Diese können für das erfindungsgemäße
Verfahren verwendet werden.
[0045] Wie ebenfalls bereits erläutert kann der Auftrag der zweiten Beschichtung unmittelbar
nach dem Eintrocknen bzw. Einbrennen der ersten Beschichtung im Teile- oder Bandverfahren
erfolgen. Hierfür sind insbesondere Sprüh- oder Tauchverfahren geeignet. Dabei ist
es bevorzugt, sowohl Vorder- als auch Rückseite mit dem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel
in Kontakt zu bringen, da hierdurch Fehler in der Beschichtung der Rückseite durch
lokale Abscheidung des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels ausgeglichen werden
können.
[0046] Zwischen dem Aufbringen der jeweils ersten Beschichtung und der zweiten Beschichtung
kann das Metallblech bzw. Metallband jedoch auch gelagert und/oder transportiert werden.
Eine besondere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass
man das Metallblech oder Metallband nach Aufbringen der jeweils ersten Beschichtung
und vor dem Aufbringen der zweiten Beschichtung zerschneidet, so dass mindestens eine
Kante entsteht, welche sich von der Vorderseite zur Rückseite erstreckt und welche
keine Beschichtung entsprechend der ersten Beschichtung der Vorder- oder Rückseite
aufweist. Bringt man das so zerschnittene Metallblech mit dem selbstabscheidenden
Beschichtungsmittel in Berührung, scheidet sich nicht nur auf der Vorderseite, sondern
auch auf der Schnittkante das zweite Beschichtungsmittel ab, so dass diese gegen Korrosion
geschützt wird.
[0047] Sofern das Metallblech zwischen dem Aufbringen der ersten und der zweiten Beschichtung
gelagert und/oder transportiert oder sogar beölt wird, wobei die erste Beschichtung
verschmutzen kann, ist es empfehlenswert, das mit der ersten Beschichtung versehene
Metallblech vor dem Aufbringen der zweiten Beschichtung zu reinigen, beispielsweise
unter Verwendung handelsüblicher alkalischer Reiniger. Dies entspricht beispielsweise
dem Vorgehen in Ausführungsbeispiel 4 von
WO 96/02384.
[0048] Die vorliegende Erfindung vereinfacht also die Herstellung korrosionsgeschützter
Bauteile durch Reduktion von Materialaufwand und Arbeitsschritten. Innenseiten von
Hohlräumen, von Bördelfalzen und von Flanschen sind durch die erste Beschichtung der
Rückseite ausreichend vor Korrosion geschützt. Zusätzliche Korrosionsschutzmaßnahmen
wie bisher im Stand der Technik üblich sind an diesen Stellen nicht mehr nötig. In
der besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Schnittkanten
mit einer Schicht des selbstabscheidenden Beschichtungsmittels überdeckt und hierdurch
vor Korrosion geschützt. Das Fluten von Hohlräumen mit Wachs oder eine elektrolytische
Tauchbeschichtung sind nicht mehr erforderlich.
[0049] Bei geringen Korrosionsbeanspruchungen und ästhetischen Anforderungen wie beispielsweise
im Maschinen- oder Anlagenbau kann die zweite Beschichtung der Vorderseite die endgültige
Beschichtung darstellen. Zur Verbesserung von Korrosionsschutz und für höhere ästhetische
Anforderungen wie beispielsweise im Fahrzeugbau kann die zweite Beschichtung überlackiert
werden, beispielsweise wie im Automobilbau üblich mit Füller und Decklack. Die bisher
übliche kathodische Elektrotauchlackierung als erster Lackierungsschritt kann jedoch
eingespart werden. Vielmehr übernimmt die zweite Beschichtung die Funktion der elektrolytischen
Tauchlackschicht.
1. Metallblech mit einer Vorderseite und einer Rückseite, wobei sowohl die Vorderseite
als auch die Rückseite eine erste Beschichtung mit einer mittleren Dicke im Bereich
von 0,5 bis 10 µm aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beschichtung der Vorderseite mindestens 10 Volumen-% Partikel, die bei
Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen, ausgewählt aus
Partikel von Eisen, Zink, Nickel, Mangan, Magnesium oder Aluminium, aus Partikel von
Legierungen, die mindestens 50 Gew.-% eines dieser Metalle enthalten, und aus Partikel
von Verbindungen zwei- oder mehrwertiger Metalle enthält, so dass ein selbstabscheidendes
Beschichtungsmittel bei Kontakt mit der Vorderseite hierauf eine zweite Beschichtung
bildet, während die erste Beschichtung der Rückseite nicht mehr als 5 Volumen-% Partikel,
die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen, ausgewählt
aus Partikel von Eisen, Zink, Nickel, Mangan, Magnesium oder Aluminium, aus Partikel
von Legierungen, die mindestens 50 Gew.-% eines dieser Metalle enthalten und aus Partikel
von Verbindungen zwei- oder mehrwertiger Metalle enthält.
2. Metallblech nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel, die bei Einwirkung einer Säure zwei- oder mehrwertige Metallionen freisetzen,
eine kürzeste Achse mit einer Länge im Bereich von 0,01 bis 5 µm aufweisen.
3. Metallblech nach einem oder beiden der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Beschichtung der Vorderseite und/oder der Rückseite organische Polymere
enthält.
4. Metallblech nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es auf der Vorder- und/oder Rückseite unterhalb der ersten Beschichtung eine Konversionsschicht
aufweist.
5. Metallblech nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es auf der ersten Beschichtung der Vorderseite als zweite Beschichtung ein abgeschiedenes
selbstabscheidendes Beschichtungsmittel aufweist.
6. Metallblech nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beschichtung organische Polymere enthält.
7. Metallblech nach einem oder beiden der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beschichtung schwarze oder farbige Pigmente enthält.
8. Metallblech nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Beschichtung eine mittlere Dicke im Bereich von 5 bis 25 µm, insbesondere
im Bereich von 10 bis 20 µm aufweist.
9. Metallblech nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens eine Kante aufweist, welche sich von der Vorderseite zur Rückseite
erstreckt und welche keine Beschichtung entsprechend der ersten Beschichtung der Vorder-
oder Rückseite, jedoch eine Beschichtung entsprechend der zweiten Beschichtung der
Vorderseite aufweist.
10. Gegenstand, der zumindest teilweise aus Metallblech nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 besteht.
11. Verwendung eines Metallblechs nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 zur Herstellung
eines Gegenstandes nach Anspruch 10.
12. Verfahren zur Herstellung eines Metallblechs nach einem oder mehreren der Ansprüche
5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass man ein unbeschichtetes Metallblech oder Metallband
a) erforderlichenfalls reinigt
b) erwünschtenfalls einer Konversionsbehandlung unterzieht,
c1) die Vorderseite mit einem ersten Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, das nach
Trocknen und/oder Einbrennen die erste Beschichtung der Vorderseite erzeugt,
c2) die Rückseite mit einem ersten Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, das nach
Trocknen und/oder Einbrennen die erste Beschichtung der Rückseite erzeugt, wobei die
Schritte c1) und c2) gleichzeitig oder in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden
können, und
d) das auf Vorder- und Rückseite mit der ersten Beschichtung versehene Metallblech
mit einem selbstabscheidenden Beschichtungsmittel in Kontakt bringt, wodurch auf der
Vorderseite die zweite Beschichtung ausgebildet wird,
e) die zweite Beschichtung trocknet und/oder einbrennt.
13. Verfahren zur Herstellung eines Metallblechs nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass man gemäß Anspruch 12 verfährt und dabei das Metallblech oder Metallband zwischen
den Schritten c) und d) zerschneidet, so dass mindestens eine Kante entsteht, welche
sich von der Vorderseite zur Rückseite erstreckt und welche keine Beschichtung entsprechend
der ersten Beschichtung der Vorder- oder Rückseite aufweist.
1. A metal sheet having a front side and a back side, wherein both the front side and
the back side comprise a first coating having an average thickness in the range from
0.5 to 10 µm, characterized in that the first coating of the front side contains at least 10 vol% particles that, upon
the action of an acid, release divalent or polyvalent metal ions selected from particles
of iron, zinc, nickel, manganese, magnesium or aluminium, from particles of alloys
that contain at least 50 wt% of one of said metals, and from particles of compounds
of divalent or polyvalent metals, so that a self-depositing coating agent forms, upon
contact with the front side, a second coating thereon, whilst the first coating of
the back side contains no more than 5 vol% particles that, upon the action of an acid,
release divalent or polyvalent metal ions selected from particles of iron, zinc, nickel,
manganese, magnesium, or aluminium, from particles of alloys that contain at least
50 wt% of one of said metals, and from particles of compounds of divalent or polyvalent
metals.
2. The metal sheet according to Claim 1, characterized in that the particles that release divalent or polyvalent metal ions upon the action of an
acid have a shortest axis having a length in the range from 0.01 to 5 µm.
3. The metal sheet according to one of both of Claims 1 and 2, characterized in that the first coating of the front side and/or of the back side contains organic polymers.
4. The metal sheet according to one or more of Claims 1 to 3, characterized in that it comprises a conversion layer on the front side and/or back side beneath the first
coating.
5. The metal sheet according to one or more of Claims 1 to 4, characterized in that it comprises on the first coating of the front side, as a second coating, a deposited
self-depositing coating agent.
6. The metal sheet according to Claim 5, characterized in that the second coating contains organic polymers.
7. The metal sheet according to one or both of Claims 5 and 6, characterized in that the second coating contains black or coloured pigments.
8. The metal sheet according to one or more of Claims 5 to 7, characterized in that the second coating has an average thickness in the range from 5 to 25 µm, in particular
in the range from 10 to 20 µm.
9. The metal sheet according to one or more of Claims 5 to 8, characterized in that it comprises at least one edge that extends from the front side to the back side
and that does not comprise a coating corresponding to the first coating of the front
side or back side, but does comprise a coating corresponding to the second coating
of the front side.
10. An article that is made up at least in part of metal sheet according to one or more
of Claims 1 to 9.
11. Use of a metal sheet according to one or more of Claims 1 to 9 for the manufacture
of an article according to Claim 10.
12. A method for manufacturing a metal sheet according to one or more of Claims 5 to 9,
characterized in that an uncoated metal sheet or metal strip
is cleaned if necessary,
is subjected, if desired, to a conversion treatment,
c1) the front side is brought into contact with a first coating agent that, after
drying and/or baking, generates the first coating of the front side,
c2) the back side is brought into contact with a first coating agent that, after drying
and/or baking, generates the first coating of the back side,
wherein steps c1) and c2) can be carried out simultaneously or in any sequence, and
d) the metal sheet, equipped on the front side and back side with the first coating,
is brought into contact with a self-depositing coating agent, with the result that
the second coating is constituted on the front side,
e) the second coating is dried and/or baked.
13. A method for manufacturing a metal sheet according to Claim 9, characterized in that the procedure is in accordance with Claim 12, and the metal sheet or metal strip
is in that context cut up between steps c) and d) so that at least one edge is produced which
extends from the front side to the back side and which has no coating corresponding
to the first coating of the front side or back side.
1. Tôle métallique, dotée d'une face avant et d'une face arrière, la face avant ainsi
que la face arrière présentant un premier revêtement d'une épaisseur moyenne dans
la plage de 0,5 à 10 µm, caractérisée en ce que le premier revêtement de la face avant contient au moins 10% en volume de particules
qui libèrent des ions métalliques divalents ou polyvalents sous l'effet d'un acide,
choisies parmi les particules de fer, de zinc, de nickel, de manganèse, de magnésium
ou d'aluminium, parmi les particules d'alliages qui contiennent au moins 50% en poids
d'un de ces métaux et parmi les particules de composés de métaux divalents ou polyvalents,
de telle sorte qu'un agent de revêtement d'auto-déposition, au contact avec la face
avant, forme un deuxième revêtement sur celle-ci, alors que le premier revêtement
de la face arrière ne contient pas plus de 5% en volume de particules qui libèrent
des ions métalliques divalents ou polyvalents sous l'effet d'un acide, choisies parmi
les particules de fer, de zinc, de nickel, de manganèse, de magnésium ou d'aluminium,
parmi les particules d'alliages qui contiennent au moins 50% en poids d'un de ces
métaux et parmi les particules de composés de métaux divalents ou polyvalents.
2. Tôle métallique selon la revendication 1, caractérisée en ce que les particules, qui libèrent des ions métalliques divalents ou polyvalents sous l'effet
d'un acide, présentent un axe le plus court d'une longueur dans la plage de 0,01 à
5 µm.
3. Tôle métallique selon l'une des revendications ou les deux revendications 1 et 2,
caractérisée en ce que le premier revêtement de la face avant et/ou de la face arrière contient des polymères
organiques.
4. Tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisée en ce qu'elle présente une couche de conversion sur la face avant et/ou la face arrière, sous
le premier revêtement.
5. Tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisée en ce qu'elle présente, sur le premier revêtement de la face avant, comme deuxième revêtement,
un agent de revêtement d'auto-déposition déposé.
6. Tôle métallique selon la revendication 5, caractérisée en ce que le deuxième revêtement contient des polymères organiques.
7. Tôle métallique selon l'une des revendications ou les deux revendications 5 et 6,
caractérisée en ce que le deuxième revêtement contient des pigments noirs ou colorés.
8. Tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications 5 à 7, caractérisée en ce que le deuxième revêtement présente une épaisseur moyenne dans la plage de 5 à 25 µm,
en particulier dans la plage de 10 à 20 µm.
9. Tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications 5 à 8, caractérisée en ce qu'elle présente au moins un bord qui s'étend de la face avant à la face arrière et qui
ne présente pas de revêtement correspondant au premier revêtement de la face avant
ou de la face arrière, mais un revêtement correspondant au deuxième revêtement de
la face avant.
10. Objet, qui est constitué au moins partiellement de la tôle métallique selon l'une
ou plusieurs des revendications 1 à 9.
11. Utilisation d'une tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à
9 pour la fabrication d'un objet selon la revendication 10.
12. Procédé pour la production d'une tôle métallique selon l'une ou plusieurs des revendications
5 à 9,
caractérisé en ce qu'on
a) nettoie, si nécessaire, une tôle ou une bande métallique
b) la soumet, le cas échéant, à un traitement de conversion,
c1) met en contact la face avant avec un premier agent de revêtement, qui génère,
après séchage et/ou calcination, le premier revêtement de la face avant,
c2) met en contact la face arrière avec un premier agent de revêtement, qui génère,
après séchage et/ou calcination, le premier revêtement de la face arrière, les étapes
c1) et c2) pouvant être exécutées simultanément ou dans un ordre quelconque, et
d) met en contact la tôle métallique pourvue du premier revêtement sur la face avant
et la face arrière avec un agent de revêtement d'autodéposition, suite à quoi le deuxième
revêtement se forme sur la face avant,
e) sèche et/ou calcine le deuxième revêtement.
13. Procédé pour la production d'une tôle métallique selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'on procède selon la revendication 12 et on découpe la tôle ou la bande métallique
entre les étapes c) et d), de telle sorte qu'il se forme au moins un bord qui s'étend
de la face avant à la face arrière et qui ne présente pas de revêtement correspondant
au premier revêtement de la face avant ou de la face arrière.