[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gefäß mit einem Hohlraum zur Aufnahme von
Krematoriumsasche eines Wesens, wobei die Wandung dieses Gefäßes eine Schicht aufweist,
welche zur Erzielung einer bildhaften Oberfläche mehrdimensional ausgebildet ist.
Die Erfindung wird im Zusammenhang mit einer durch Urformung hergestellten Urne zur
Aufnahme menschlicher Asche beschrieben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die
Erfindung auch unabhängig vom beschriebenen Werkstoff, Herstellverfahren und/oder
Herkunft der Asche Anwendung finden kann.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Arten von Urnen bekannt. Diese handelsüblichen
Urnen werden weitgehend automatisiert entsprechend vorgegebener Vorlagen hergestellt.
Ggf. werden diese Gefäße bzw. Urnen mit Motiven nach Wunsch bemalt oder um einen mehrdimensionalen
Körper ergänzt.
[0003] Aus der
DE 103 30 124 A1 ist bekannt, dass eine Urne zur Aufbewahrung von Krematoriumsasche so ausgebildet
ist, dass unterschiedlichen Kundenwünschen hinsichtlich der Urnengestaltung mit möglichst
geringem finanziellen Kostenaufwand nachgekommen werden kann. Dabei werden einem standardisiert
ausgebildeten Urnengefäß unterschiedlich ausgestaltete Urnendeckel auswechselbar zugeordnet.
[0004] Aus der
KR 10 2005 0045054 A bzw. der
JP 2005 137820 A ist eine Urne bekannt, bei der ein wahres Bild des Verstorbenen auf der Oberseite
des Deckels (der Urne) ausgebildet ist.
[0005] Diesen Urnen ist gemein, dass standardisierte Gefäße verwendet werden, möglicherweise
aus Kostengründen.
[0006] Die vorliegende Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Urnen in möglichst individueller
Form zur Verfügung zu stellen. Dies wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände sowie
der Verfahrensschritte der unabhängigen Ansprüche erreicht. Vorteilhafte Ausführungsformen
und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Das erfindungsgemäße Gefäß weist wenigstens einen Hohlraum mit einem Innenteil auf.
Dieses ist zur Aufnahme von Krematoriumsasche eines Wesens geeignet. Das Gefäß hat
auch eine Wandung, welche diesen Hohlraum wenigstens teilweise umgibt. Weiterhin weist
das Gefäß eine verschließbare Öffnung zu diesem wenigstens einen Hohlraum auf. Diese
Wandung definiert wenigstens teilweise eine Außenfläche und weist eine Schicht auf.
Diese Schicht ist Teil dieser Wandung. Dabei ist diese Schicht mehrdimensional ausgebildet.
Dabei ist diese Schicht zur Erzielung einer im wesentlichen bildhaften Oberflächengestaltung
ausgebildet.
[0008] Das Gefäß weist wenigstens einen Hohlraum mit einem Innenteil auf. Das Gefäß kann
aber auch mehrere solche Hohlräume aufweisen. Wenigstens einer der vorhandenen Hohlräume
ist geeignet, Krematoriumsasche eines Wesens aufzunehmen. Dieser Hohlraum ist so bemessen,
dass er wenigstens die Krematoriumsasche eines Wesens aufnehmen kann. Ein solcher
Hohlraum kann bei Bedarf aber auch andere und/oder weitere Gegenstände aufnehmen.
Dieses Gefäß kann als Urne verwendet werden. Das Innenteil ist vorzugsweise als staubdichte
Hülle ausgebildet.
[0009] Bei der Krematoriumsasche eines Wesens handelt es sich um die Rückstände, welche
als Folge der Kremierung eines Lebewesens entstehen. Diese können in einem erfindungsgemäßen
Gefäß aufbewahrt werden. Dabei kann dieses Gefäß in einem dafür bestimmten Raum aufbewahrt
oder aber beigesetzt werden.
[0010] Das Gefäß weist eine Wandung auf. Dabei kann diese Wandung aus einem beliebigen Werkstoff
gefertigt sein, welcher durch Urformen, Umformen spanerzeugende oder andere Bearbeitungsverfahren
formbar ist. Diese Wandung hat wenigstens eine äußere Oberfläche. Weiter umgibt diese
Wandung diesen wenigstens einen Hohlraum, wenigstens teilweise. Dabei ist die Wandung
wenigstens staubdicht ausgeführt. Der Werkstoff der Wandung ist beliebig. Es kommen
Bronze, eisenhaltige Gussmaterialien, Aluminium, Gold, Silber, Glas, verschiedene
Kunststoffe, kohlefaserhaltige Materialien, Ton oder Keramik, Gips, Wachs oder auch
andere gieß- bzw. modellierbare Werkstoffe in Frage. Auch können verrottbare Materialien
Anwendung finden, wie beispielsweise die zellulose- und/oder stärkehaltiges Holz,
Papier, Pappe bzw. verrottbare Kunststoffe.
[0011] Das Gefäß weist wenigstens eine verschließbare Öffnung zu diesem wenigstens einen
Hohlraum auf. Nach Einfüllen der Krematoriumsasche in einen Hohlraum der Urne kann
diese Öffnung verschlossen werden. Dabei kann diese Krematoriumsasche von einem gasdichten
Beutel umgeben sein. Die verschlossene Öffnung verhindert zumindest den unbeabsichtigten
Austritt von Krematoriumsasche aus diesem Hohlraum.
[0012] Diese Wandung weist wenigstens teilweise eine Schicht auf. Diese Schicht kann sich
über diese Wandung teilweise oder auch vollständig erstrecken. Dabei kann diese Schicht
mit der äußeren Oberfläche dieser Wandung oder auch mit der inneren Oberfläche dieser
Wandung zusammenfallen. Diese Schicht kann aber auch teilweise oder gänzlich von dieser
Wandung eingeschlossen sein.
[0013] Diese Schicht kann die Gestalt einer zweidimensionalen ebenen Fläche haben. Die Schicht
kann aber auch in der dritten Dimension gewölbt bzw. geformt sein, wie etwa bei einer
Kugeloberfläche oder einem Relief. Dabei ist es nicht erforderlich, dass diese Wölbung
regelmäßig ist. Die Schicht kann so ausgebildet sein, dass sie Erhebungen und Senken
entsprechend "Hügeln" bzw. "Tälern" aufweist. Betrachtet man diese Schicht beispielsweise
in einem dreidimensionalen kartesischen Koordinatensystem, so weisen benachbarte Punkte
der Schicht unterschiedliche Werte zu wenigstens einer Koordinate auf. Es können aber
auch sämtliche Werte zu den Koordinaten zweier benachbarter Punkte dieser Schicht
voneinander abweichen.
[0014] Die Schicht ist dabei so ausgebildet, dass deren mehrdimensionale Oberflächengestaltung
dem Oberflächenverlauf einer Skulptur oder einer Plastik entspricht. Die Oberflächengestaltung
dieser Schicht erweckt den Eindruck eines Bilds oder einer Skulptur bzw. einer Plastik.
Zusätzlich kann diese Schicht eine Beschriftung aufweisen, vorzugsweise wenigstens
einen Namensbestandteil des Wesens.
[0015] Die Schicht ist kann so ausgebildet sein, dass deren Oberflächengestaltung wenigstens
der Augenpartie eines Wesens entspricht. Sie kann auch einer künstlerischen Darstellung
der Augenpartie eines Wesens entsprechen. Mit "entsprechend" ist gemeint, dass ein
Betrachter beim Anblick dieser Schicht sich entsprechende Partien des Gesichts eines
Wesens erinnert, etwa wie bei einem Bild, einem Foto, einer Skulptur und/oder einer
Plastik. Die Schicht kann auch entsprechend einer größeren Gesichtspartie ausgebildet
sein.
[0016] Je nach Herstellungsaufwand für das Gefäß bzw. diese Schicht kann diese Schicht koordinatengetreu
der Augenpartie des Wesens entsprechen. Es sind jedoch gewisse Abweichungen möglich,
wie sie durch Ungenauigkeiten bei der Herstellung oder im Bereich der Kunst üblich
sind. Solche Abweichungen sind zulässig, solange die Gestalt dieser Schicht dem Beobachter
noch die Zuordnung mit wenigstens der Augenpartie dieses Wesens ermöglicht bzw. diesen
Beobachter an das Wesen erinnert.
[0017] Das Gefäß weist wenigstens eine bevorzugte Standfläche auf. Diese ist zumindest eben
ausgebildet, kann aber auch Erhebungen wie beispielsweise Füße aufweisen. Sofern das
Gefäß unter Verwendung dieser bevorzugten Standfläche aufgestellt wird, erscheint
die dargestellte Gesichtspartie in ihrer natürlichen Position aufrecht. Diese Standfläche
kann auch einen Sockel aufweisen. Im Bereich der Standfläche bzw. des Sockels kann
eine Beschriftung angebracht sein. Diese Beschriftung enthält vorzugsweise wenigstens
einen Namensbestandteil des Wesens.
[0018] Jede Öffnung zu einem Hohlraum ist bevorzugt wasserdicht verschließbar. So wird das
Eintreten von Nässe in diesen Hohlraum verhindert. Bevorzugt ist eine solche Öffnung
staubdicht verschließbar. So wird der unerwünschte Austritt von Krematoriumsasche
unterbunden. Besonders bevorzugt ist eine solche Öffnung gasdicht verschließbar. So
wird der Zutritt von Luftfeuchtigkeit in den Hohlraum sowie ggf. anderer schädigender
Teile der Umgebungsatmosphäre zur Erhaltung der Krematoriumsasche verhindert. Beispielsweise
ist eine solche Öffnung mit einer Siegelmasse oder einem Klebstoff dauerhaft verschlossen
wird. Auch kann eine solche Öffnung durch Löten oder Schweißen dauerhaft verschlossen
werden, sofern die beteiligten Werkstoffe den Einsatz dieser Fügeverfahren zulassen.
Auch kann eine solche Öffnung ein Gewinde zur Verbindung mit einem Schraubdeckel aufweisen.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gefäßes entspricht die
bildhafte Oberflächengestaltung dieser Schicht wenigstens der Augenpartie des Wesens,
dessen Asche von diesem Hohlraum aufgenommen ist. Diese bildhafte Oberflächengestaltung
dieser Schicht ist dabei geeignet, einen Beobachter an das Wesen zu erinnern, dessen
Asche von diesem Hohlraum aufgenommen ist. Bei diesem Wesen kann es sich um einen
Menschen oder ein Tier handeln.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Schicht mit der bildhaften Oberflächengestaltung
wenigstens der Augenpartie eines Wesens. Besonders bevorzugt umfasst die Schicht den
Bereich von der Unterlippe bis zu den Augenbrauen eines Menschen. Besonders bevorzugt
umfasst die Schicht den Bereich vom Kinn bis zur Stirn eines Menschen. Besonders bevorzugt
umfasst die Schicht den Bereich vom Hals bis einschließlich der Haupthaare bzw. der
Kopfhaut eines Menschen.
[0021] Die absolute Größe des Gefäßes kann innerhalb gewisser Grenzen gewählt werden. Eine
untere Grenze ist durch die erforderliche Größe zur Unterbringung der Krematoriumsasche
in diesem Hohlraum gegeben. Eine obere Grenze wird durch Gewicht bzw. den zur Verfügung
stehenden Raum zur Aufbewahrung des Gefäßes bzw. der Urne bestimmt. Unter der Annahme,
dass das Gefäß als Büste des Kopfes eines Menschen vom Hals aufwärts ausgebildet ist,
kann die absolute Höhe zwischen 10 cm und 60 cm betragen. Bevorzugt ist das Gefäß
entsprechend den Abmessungen der dargestellten Augenpartie des Wesens mit einer Abweichung
von +/- 50% ausgebildet. Unter der Annahme, dass die Schicht ausgebildet ist, ausgedehnte
Bereiche des Körpers des Wesens darzustellen, kann die absolute Größe von den vorgenannten
Maßen abweichen.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gefäßes ist die Wandung
dünn ausgebildet. So kann Material gespart werden. Vorzugsweise ist diese Wandung
dünner als ein Zehntel eines Vergleichswerts ausgebildet. Dieser Vergleichswert wird
aus den Abmessungen des Gefäßes ermittelt. Dabei werden diese Abmessung unter Verwendung
eines kartesischen Koordinatensystems (mit drei zueinander orthogonalen Achsen) ermittelt.
Diese Abmessungen werden zu diesem Vergleichswert addiert. Je nach absoluter Größe
des Gefäßes kann diese Wandung jedoch auch dicker als ein Zehntel dieses Vergleichswerts
oder aber erheblich dünner als ein Zehntel eines Vergleichswerts ausgebildet sein.
Eine untere Grenze ist durch Werkstoffeigenschaften wie spezifisches Gewicht und Festigkeitswerte
gegeben, gerade bei größeren Gefäßen. Eine obere Grenze ergibt sich aus wirtschaftlichen
Erwägungen bzw. dem maximal gewünschten Gewicht des Gefäßes. Auch spielt die Art der
Verarbeitung des Werkstoffs bzw. dessen diesbezügliche Eigenarten eine Rolle.
[0023] Ein erfindungsgemäßes Gefäß weist eine höchst individuelle Form auf, welche zusätzlich
einen hohen Wiedererkennungswert bietet, und löst somit die zugrundeliegende Aufgabe.
[0024] Zur Herstellung eines Gefäßes sind verschiedene Verfahren anwendbar, auch abhängig
vom verwendeten Werkstoff. Das Gefäß kann durch Urformung hergestellt werden, beispielsweise
durch Gießen unter Verwendung einer Negativform, durch Verfestigen einer Flüssigkeit
bzw. einer Paste oder eines pulverförmigen Feststoffs. Dass Gefäß kann aus einem Rohling
umgeformt werden, beispielsweise durch Verfahren der Blechbearbeitung ebenfalls unter
Verwendung einer Negativform. Das Gefäß kann auch durch Trennverfahren aus einem Rohling
gefertigt werden, beispielsweise durch Spanen oder Abtragen von Teilen eines Rohlings.
Auch kann das Gefäß durch fügende Verfahren aus Einzelteilen verbunden werden.
[0025] Für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Gefäßes als Plastik beispielsweise wenigstens
einer Augenpartie kann ein Negativ entsprechend dieses menschlichen Gesichts verwendet
werden. Ein Verfahrensschritt zur Herstellung ist erfindungsgemäß die Abformung der
gewünschten Körperpartie, beispielsweise durch Abgießen oder Anfertigung eines Abdrucks,
zur Ausbildung der Oberflächengestaltung der mehrdimensionalen Schicht. Unter Verwendung
dieses Negatives wird eine Form gebaut. Dabei kann dieses Negativ in die Wand dieser
Form aufgenommen werden. Anschließend wird die Form beispielsweise ausgegossen. Auch
kann die Form mit einem beweglichen flächigen Material ausgekleidet werden. Dieses
bewegliche flächige Material wird anschließend gehärtet oder anderweitig versteift.
[0026] Für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Gefäßes beispielsweise wenigstens einer
Augenpartie kann erfindungsgemäß auch ein Foto angefertigt werden. Dieses liefert
die Daten beispielsweise zur Einfärbung dieser Schicht, beispielsweise durch verschiedene
Druckverfahren oder Laserbearbeitung. Auch kann das Foto als Grundlage für die Anwendung
eines abtragenden oder materialeigenschaftsändernden Laserbearbeitungsverfahrens dienen.
Die Schicht wird entsprechend den Informationen des Fotos bearbeitet. Bevorzugt wird
das Foto mit einer Digitalkamera angefertigt und abgespeichert, es kann aber auch
analog erzeugt werden. Die Bilddaten werden beispielsweise zur Steuerung eines Laserstrahls
oder eines Druckers verwendet.
[0027] Für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Gefäßes beispielsweise wenigstens einer
Augenpartie können erfindungsgemäß mehrdimensionale Koordinaten durch ein abtastendes
Gerät ermittelt und bevorzugt abgespeichert werden, beispielsweise durch einen Scanner.
Diese Koordinaten können zur spanenden oder abtragenden Bearbeitung eines Rohlings
oder auch zur Steuerung eines gravierenden Geräts verwendet werden. Beispielsweise
kann eine Laserinnengravur eines im wesentlichen durchsichtigen Werkstoffs, beispielsweise
Glas oder ein Kunststoff, unter Verwendung dieser Koordinaten durchgeführt werden.
Dabei wird der Werkstoff unter thermischem Einfluss verändert.
[0028] Die spanende Bearbeitung eines Rohlings unter Verwendung von Bilddaten oder ermittelten
dreidimensionalen Koordinaten kann beispielsweise durch Fräsen erfolgen. Ein Laserstrahl
kann mit diesen Daten beispielsweise zur Gravur, zum Ändern von Stoffeigenschaften
(z.B. Farbändern oder Vernetzen) oder zum Abtragen von Material eines Rohlings gesteuert
werden.
[0029] Auch unter Verwendung biometrischer Daten kann ein Rohling bearbeitet oder ein Negativ
erzeugt werden. Fehlende Informationen zu Koordinaten werden dabei beispielsweise
durch Geraden oder vorgegebene gekrümmte Elemente zwischen wenigstens zwei bekannten
Punkten ergänzt. Ein derart gebildetes Koordinatennetz braucht nicht regelmäßig aufgebaut
zu sein. Je nach betriebenem Aufwand und erwünschtem Grad der Übereinstimmung kann
dieses Koordinatennetz unterschiedlich fein ermittelt werden.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Zusammenhang mit den Figuren. Es
zeigt:
- Fig. 1
- Eine Skizze eines erfindungsgemäßen Gefäßes, ausgebildet als Plastik eines menschlichen
Kopfes
- Fig. 2
- Ein Foto einer gegossenen Ausführung nach Fig.1
- Fig. 3
- Ein Koordinatennetz auf Grundlage biometrischer Erfassung einer menschlichen Gesichtspartie
[0031] Fig. 1 zeigt eine Skizze eines erfindungsgemäßen Gefäßes als Büste. Diese umfasst
den Kopf eines Menschen und teilweise dessen Hals. Markiert sind der Hohlraum (1)
und die zugehörige Öffnung (3), beide gestrichelt dargestellt. Auch ist die Wandung
(2) markiert. Diese Schicht ist nicht markiert. Sie ist auf der Außenfläche der Wandung
angeordnet und entsprechend einem Abdruck des Gesichts ausgebildet. Die übrigen Partien
der Büste wurden während des Formenbaus ohne zwingende Ähnlichkeit mit dem dargestellten
Kopf ergänzt.
[0032] Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Gefäß bzw. Urne als gegossene Büste aus Bronze.
Diese Büste ist weitgehend hohl und weist eine Wandung von etwa 5mm Stärke auf. Die
zugehörige Form wurde unter Verwendung eines Abdrucks gebaut. Dieser Abdruck wurde
in die Wand der Form aufgenommen. Der Abdruck aus hitzebeständigem Material wurde
von einer künstlerischen Darstellung des Kopfes der verstorbenen Person angefertigt.
Die Öffnung ist im Fuß der Büste angeordnet und auf dem Bild nicht erkennbar. Auf
die Öffnung soll nach Befüllen der Urne ein Deckel gelötet werden.
[0033] Unter Verwendung dieser Form kommen als Werkstoffe beispielsweise Bronze, eisenhaltige
Gussmaterialien, Aluminium, Kunststoff, Ton, Gips, Wachs oder auch andere gieß- bzw.
modellierbare Werkstoffe in Frage.
[0034] Fig. 3 zeigt ein Koordinatennetz. Zunächst wurden ausgewählte markante Punkte eine
menschliche Gesichtspartie ermittelt. Unter Verwendung von Geraden und/oder vorgegebener
gekrümmter Elemente zwischen zwei ermittelten Punkten wurde das Koordinatennetz verfeinert.
Es ist nun zur Steuerung von Einrichtungen zur Bearbeitung eines Rohlings oder Erzeugung
eines Negativs geeignet. Je nach betriebenem Aufwand und erwünschtem Grad der Übereinstimmung
kann dieses Koordinatennetz unterschiedlich fein ermittelt werden.
1. Gefäß, welches aufweist
wenigstens einen Hohlraum (1) mit einem Innenteil, geeignet zur Aufnahme von Krematoriumsasche
eines Wesens,
eine Wandung (2), welche diesen wenigstens einen Hohlraum wenigstens teilweise umschließt;
und wenigstens eine verschließbare Öffnung (3) zu diesem wenigstens einen Hohlraum;
dadurch gekennzeichnet, dass
diese Wandung (2) ferner wenigstens teilweise eine Außenfläche definiert und weiterhin
eine Schicht aufweist, welche Teil dieser Wandung (2) ist, und dass diese Schicht
wenigstens teilweise zweidimensional oder dreidimensional zur Erzielung einer im wesentlichen
bildhaften Oberflächengestaltung ausgebildet ist.
2. Gefäß gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese Schicht wenigstens teilweise zwei- oder dreidimensional entsprechend wenigstens
der Augenpartie eines oder mehrerer Wesen oder entsprechend einer künstlerischen Darstellung
der Augenpartie eines oder mehrerer Wesen ausgebildet ist.
3. Gefäß gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
dieses Gefäß wenigstens eine bevorzugte Standfläche aufweist, wobei im Bereich der
Standfläche ein Sockel und/oder wenigstens ein Fuß angeordnet sein kann.
4. Gefäß gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede dieser verschließbaren Öffnungen (3) wasserdicht verschließbar, bevorzugt staubdicht
verschließbar, besonders bevorzugt gasdicht verschließbar ist.
5. Gefäß gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese dargestellte Augenpartie die des bzw. der Wesen ist, dessen bzw. deren Asche
von einem Hohlraum (1) aufgenommen ist.
6. Gefäß gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese Öffnung (3) vorzugsweise im Bereich dieser Standfläche angeordnet ist.
7. Gefäß gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese Wandung (2) dünner ausgebildet ist, als 1/10 der Summe der Abmessungen dieses
Gefäßes in einem kartesischen Koordinatensystem.
8. Verfahren zur Anfertigung eines Gefäßes, insbesondere entsprechend den Ansprüchen
1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
auch wenigstens die Augenpartie eines oder mehrerer Wesen oder die künstlerische Darstellung
der Augenpartie eines oder mehrerer Wesen mechanisch abgeformt und/oder fotografiert
und/oder deren mehrdimensionale Koordinaten ermittelt und/oder abgespeichert werden.
9. Verfahren zur Anfertigung eines Gefäßes gemäß Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese Fotografie vorzugsweise mit einer Digitalkamera angefertigt wird.
10. Verfahren zur Anfertigung eines Gefäßes gemäß Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese mehrdimensionale Koordinaten unter Verwendung eines Datenerfassungsgeräts, welches
wenigstens eine Augenpartie auf eine systematische, regelmäßige Weise abtastet oder
vermisst, ermittelt und/oder abgespeichert werden.