[0001] Die Erfindung betrifft eine Austragvorrichtung für ein flüssiges Medium mit einem
Mediumreservoir zur Aufnahme des Mediums, einer Austragöffnung zum Austragen des Mediums
aus dem Mediumreservoir und einem in das Mediumreservoir mündenden Druckausgleichskanal
mit einer darin eingesetzten mikrobiologisch wirksamen Filteranordnung.
[0002] Gattungsgemäße Austragvorrichtungen, sind aus dem Stand der Technik bekannt. Sie
werden für pharmazeutische Flüssigkeiten verwendet, beispielsweise für Augen- und
Nasentropfen. Durch den Austragvorgang wird bei gattungsgemäßen Austragvorrichtungen
die Menge des in dem Mediumreservoir befindlichen Mediums verringert, so dass Luft
nachströmen muss, um zu verhindern, dass das Mediumreservoir dauerhaft unter Unterdruck
steht.
[0003] Hierfür ist es bei den aus dem Stand der Technik bekannten Austragvorrichtungen vorgesehen,
einen Druckausgleichskanal von einer äußeren Umgebung bis zum Mediumreservoir zu führen,
durch den Luft nachströmen kann. Um eine Kontamination des Mediums zu verhindern,
ist es bei gattungsgemäßen Austragvorrichtungen weiterhin bekannt, eine Filteranordnung
im Bereich des Druckausgleichskanals vorzusehen, die mittels eines Bakterienfilters
Mikrobakterien aus der einströmenden Luft filtert.
[0004] Bei gattungsgemäßen Austragvorrichtungen ist es nicht ganz auszuschließen, dass Medium
bis an diesen Bakterienfilter gelangt. Dies gilt insbesondere für solche Austragvorrichtungen,
die zur Benutzung bestimmungsgemäß in eine von ihrer Ruhelage abweichende Lage gebracht
werden, so dass das die vormals oben angeordnete Auslassöffnung nach unten weist.
Der zumeist in der Ruhelage oberhalb des Flüssigkeitsspiegels in das Mediumreservoir
mündende Druckausgleichskanal liegt dann während der Benutzung unterhalb des Flüssigkeitsspiegels.
Zwar bleibt bei einem Drehen der Austragvorrichtung üblicherweise zwischen dem Medium
und dem Bakterienfilter ein Luftkissen vorhanden, welches einen unmittelbaren Kontakt
der Flüssigkeit mit dem Bakterienfilter verhindert. Insbesondere bei solchen Austragvorrichtungen,
bei denen das Medium im Mediumreservoir zur Durchführung eines Austragvorgangs unter
Druck gesetzt wird, kann das Medium jedoch auch in Kontakt mit dem Bakterienfilter
gelangen.
[0005] Diese Situation ist deshalb sehr nachteilig, da die geringe Porengröße des Bakterienfilters
zu einer hohen Oberflächenspannung des Mediums in diesen Poren führt, was auch nach
Rücküberführung der Austragvorrichtung in ihre Ruhelage einen Verbleib dieses Mediums
am Bakterienfilter zur Folge hat. Diese Medium verhindert durch die genannte Oberflächenspannung
dann den Eintritt von Luft in das Mediumreservoir, so dass ein Ausgleich für das ausgetragene
Medium nicht mehr ausreichend stattfinden kann. Eine Vergrößerung der Porengröße ist
jedoch problematisch, da dadurch das Eindringen von Bakterien in den Bakterienfilter
wieder begünstigt würde.
Aufgabe und Lösung
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Austragvorrichtung dahingehend
weiterzubilden, dass die genannten Nachteile des Standes der Technik vermieden oder
vermindert werden.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Filteranordnung einen zum Mediumreservoir
hin weisenden Flüssigkeitsfilter und einem vom Mediumreservoir weg weisenden Bakterienfilter
aufweist. Diese beiden Filter sind derart angeordnet, dass die beim Druckausgleich
durch den Druckausgleichskanal strömende Luft beide Filter durchdringen muss. Der
Flüssigkeitspfad, entlang dessen während des Austragvorgangs das Medium vom Mediumspeicher
zur Austragöffnung gelangt, ist vom Druckausgleichskanal separat ausgebildet, so dass
das austretende Medium nicht durch den Flüssigkeitsfilter und den Bakterienfilter
hindurchtreten muss, um zur Austragöffnung zu gelangen.
[0008] Die beiden Filter sind innerhalb des Druckausgleichskanals hintereinander angeordnet,
so dass beim bestimmungsgemäßen Druckausgleich die einströmende Luft zunächst den
Bakterienfilter und anschließend den Flüssigkeitsfilter durchquert. Auf umgekehrtem
Weg kann die Flüssigkeit jedoch nicht bis zum Bakterienfilter gelangen, da sie bereits
durch den Flüssigkeitsfilter aufgehalten wird.
[0009] Vorzugsweise ist der Austragöffnung ein Auslassventil zugeordnet, welches ab einem
Öffnungsüberdruck öffnet, wobei der Flüssigkeitsfilter derart ausgebildet ist, dass
am Flüssigkeitsfilter anliegendes Medium mindestens bis zu diesem Öffnungsüberdruck
nicht durch den Flüssigkeitsfilter hindurchtreten kann. Da der Öffnungsüberdruck des
Auslassventils gleichzeitig auch den Maximaldruck bildet, der im Mediumreservoir auftreten
kann, ist hierdurch gewährleistet, dass kein Medium bis zum Bakterienfilter gelangt.
Der Flüssigkeitsfilter ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass am Flüssigkeitsfilter
anliegendes Medium bis zu einem Überdruck von mindestens 0,5 bar, vorzugsweise bis
zu einem Überdruck von mindestens 1,0 bar, nicht durch den Flüssigkeitsfilter hindurchtreten
kann. Da der während eines Austragvorgangs im Mediumreservoir üblicherweise gegebenen
maximale Überdruck bei den meisten Austragvorrichtungen unter 0,5 bar, zumindest aber
unter 1,0 bar liegt, führt eine solche Gestaltung des Flüssigkeitsfilters dazu, dass
keinerlei Medium bis zum Bakterienfilter gelangen kann, selbst wenn das Medium während
der Austragvorgangs unmittelbar am Flüssigkeitsfilter anliegt und druckbeaufschlagt
wird.
[0010] Selbst wenn der Flüssigkeitsfilter keine vollständige Sperre für die Flüssigkeit
bietet, so vermindert er jedoch den Druck, mit dem die Flüssigkeit nach etwaigem Durchqueren
des Flüssigkeitsfilters gegen den Bakterienfilter gedrückt wird, so dass ein Eindringen
der Flüssigkeit in die Poren des Bakterienfilters nicht zu befürchten ist. Besonders
vorteilhaft ist die Verwendung der beschriebenen Filteranordnung bei Austragvorrichtungen,
die bestimmungsgemäß bezüglich ihrer Lage verändert werden, beispielsweise so, dass
die Mündung des Druckausgleichskanals während der Benutzung unterhalb des Flüssigkeitsspiegels
des Mediums liegt.
[0011] Die Filter können als Filter aus einem porösen Material, beispielsweise einem Sintermaterial,
ausgebildet sein. Auch Gewebemembrane und andere Filtermaterialien können Verwendung
finden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung, bei der der Flüssigkeitsfilter und
der Bakterienfilter jeweils Filterporen aufweisen, wobei die mittlere Porengröße der
Filterporen des Flüssigkeitsfilters größer ist als die mittlere Porengröße der Filterporen
des Bakterienfilters. Da die Porengröße maßgeblich die Oberflächenspannung einer am
Filter anliegenden und in die Poren gelangenden Flüssigkeit beeinflusst und deshalb
der erforderliche Differenzdruck zwischen den beiden Seiten des Filters zur Ablösung
der Flüssigkeit umso größer sein muss, je kleiner die Filterporen sind, ist es von
Vorteil, am Flüssigkeitsfilter größere Poren vorzusehen. Wenn nach einer zwischenzeitlichen
Überkopfposition der Austragvorrichtung eine Flüssigkeitsschicht am Flüssigkeitsfilter
verbleibt, kann diese aufgrund der vergleichsweise großen Poren schon durch einen
recht geringen Differenzdruck zwischen Außenumgebung und Mediumreservoir vom Filter
abgelöst werden.
[0013] Als besonders vorteilhaft hat sich ein mittlerer Porendurchmesser beim Flüssigkeitsfilter
von mindestens 6 µm. Besonders von Vorteil ist es, wenn der Flüssigkeitsfilter einen
mittleren Porendurchmesser größer 10 µm, insbesondere größer 15 µm aufweist. Diese
vergleichsweise große Porengröße führt auf dem Flüssigkeitsfilter zu einer vorteilhaft
geringen Oberflächenspannung, so dass ein Flüssigkeitsfilm auf der dem Bakterienfilter
abgewandeten Seite des Flüssigkeitsfilters zuverlässig beim Druckausgleich entfernt
wird, so dass nachfolgend Luftblasen zum Zweck des Drucksausgleichs eintreten können.
[0014] In Hinblick auf den Bakterienfilter hat sich ein mittlerer Porendurchmesser von höchsten
5 µm, vorzugsweise von höchstens 1 µm, insbesondere von höchstens 0,2 µm als vorteilhaft
herausgestellt. Je nach konkretem Anwendungszweck können beliebige Kombinationen der
angegebenen Grenzwerte zweckmäßig sein.
[0015] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind der Flüssigkeitsfilter und der Bakterienfilter
voneinander beabstandet, vorzugsweise um mindestens 1 mm. Diese Beabstandung verhindert,
dass durch den Flüssigkeitsfilter hindurch gelangendes Medium unmittelbar mit dem
Bakterienfilter in Kontakt kommt. Stattdessen kann eine begrenzte Menge des Mediums
ohne nachteilige Wirkung auf den Bakterienfilter in den Zwischenbereich zwischen Flüssigkeitsfilter
und Bakterienfilter gelangen, von wo diese Flüssigkeitsmenge beim Druckausgleich zurück
in das Reservoir gedrückt wird.
[0016] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind der Flüssigkeitsfilter und der Bakterienfilter
Teil einer Filterbaueinheit, die in den Druckausgleichskanal eingesetzt sind. Die
Filtereinheit kann somit während der Montage als Ganzes gehandhabt werden und den
gewünschten Abstand zwischen dem Flüssigkeitsfilter und dem Bakterienfilter bereits
fest vorgeben. Die Filterbaueinheit kann auch derart in den Druckausgleichskanal eingesetzt
sein, dass sie selbst eine Verlängerung des Druckausgleichskanals bildet. Zu diesem
Zweck ist sie vorzugsweise rohrförmig ausgebildet.
[0017] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist der Druckausgleichskanal zumindest abschnittsweise
als Kapillarkanal ausgebildet. Durch einen solchen Kapillarkanal wird das Austreten
von im Mediumreservoir verdunstetem Medium behindert. Als Kapillarkanal wird dabei
ein Kanal von mindestens 10 mm Länge angesehen, dessen mittlere Querschnittsfläche
kleiner 1 mm
2 ist, vorzugsweise kleiner 0,5 mm
2. Das Vorsehen eines Kapillarkanals führt dazu, dass der Druckausgleichskanal nicht
durch ein vergleichsweise aufwendiges Ventil gegenüber dem Mediumreservoir abgedichtet
werden muss. Dies ist insbesondere deshalb von Vorteil, da ein solches Ventil in Hinblick
auf einen funktionierenden Druckausgleich schwierig auszulegen ist.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0018] Weitere Aspekte und Vorteile der Erfindung ergeben sich außer aus den Ansprüchen
auch aus der nachfolgenden Beschreibung zweier bevorzugter Ausführungsbeispiele der
Erfindung, die anhand der Figuren erläutert werden. In den Figuren zeigt:
- Fig. 1.
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Austragvorrichtung in einer geschnittenen
Seitenansicht und
- Fig. 2a und 2b
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Austragvorrichtung in zwei geschnittenen
Seitenansichten
[0019] In Figur 1 dargestellt ist eine Austragvorrichtung 10, die über ein flaschenartiges
Mediumreservoir 20 sowie einen darauf aufgerasteten Dosierkopf 30 verfügt.
[0020] Am Dosierkopf 30 ist eine Auslassöffnung 32 vorgesehen, die durch ein Ventil 34 verschlossen
ist, bis der Druck im Medium in einer mit dem Mediumreservoir verbundenen Ventilkammer
36 eine vorgegebene Höhe erreicht hat. Sobald dies der Fall ist, wird das Ventil 34
vom Flüssigkeitsdruck gegen eine Federkraft aufgedrückt und der Austragvorgang beginnt.
Bei der dargestellten Austragvorrichtung 10 ist vorgesehen, dass diese während des
Austragvorgangs derart gehalten wird, so dass die Auslassöffnung 32 nach unten weist.
[0021] Die Druckbeaufschlagung des Mediums im Mediumreservoir 20 findet bei der dargestellten
Austragvorrichtung dadurch statt, dass das Mediumreservoir 20 manuell zusammengedrückt
wird. Das Mediumreservoir 20 ist über einen in Fig. 1 nicht dargestellten Kanal mit
der Ventilkammer 36 verbunden, so dass das Zusammendrücken des Mediumreservoirs 20
eine Druckerhöhung sowohl im Mediumreservoir 20 als auch in der Ventilkammer 36 bewirkt.
Alternative Ausführungsformen können jedoch auch ein anderweitig geartetes Druckerzeugungsmittel
vorsehen, beispielsweise eine Kolbenpumpe, die zwischen dem Mediumreservoir und der
Austrittsöffnung 32 angeordnet ist.
[0022] Im Dosierkopf 30 ist ein Druckausgleichskanal 40 vorgesehen, durch den hindurch entlang
der Pfeile 42a, 42b, 42c Luft aus einer Umgebung in das Mediumreservoir einströmen
kann. Dadurch kann die zuvor ausgetragene Flüssigkeitsmenge durch nachströmende Luft
ersetzt werden, so dass sich im Mediumreservoir nach einem Austragvorgang wieder der
Normaldruck einstellt. Der Druckausgleichskanal 40 dient lediglich dem Einlass von
Luft. Flüssiges Medium, welches vom Mediumreservoir 20 zur Ventilkammer 36 geleitet
und durch die Austragöffnung 32 ausgegeben wird, wird hierfür nicht durch den Druckausgleichskanal
40 und die nachfolgend noch beschriebenen Filter 50, 52 hindurchgeführt.
[0023] Im Druckausgleichskanal 40 ist eine Filterbaueinheit 44 eingeschoben, welche durch
einen Presssitz an der dargestellten Position gehalten wird. Diese Filterbaueinheit
weist ein zylinderförmigen Rohrabschnitt 44a auf, in dem kaskadiert hintereinander
zwei Filter 50, 52 angeordnet sind. Die einströmende Luft muss beide Filter 50, 52
durchqueren, um in das Mediumreservoir 20 zu gelangen. Der obere Filter 50 ist von
dem Kunststoffmaterial des Rohrabschnitts 44a umspritzt, während der untere Filter
auf der Stirnfläche befestigt ist, beispielsweise mittels einer Klebverbindung.
[0024] Bei dem bezogen auf die Figur 1 oberen Filter 50 handelt es sich um einen Bakterienfilter,
also einen Filter, der kontaminierende Bestandteile aus der Luft zumindest zum Teil
herausfiltert. Idealerweise ist er hierzu aus einem porösen Material gefertigt, welches
eine Porengröße von 0,5 bis 1,5 µm aufweist. Je nach Anforderungen an die dekontaminierende
Wirkung können auch andere Porengrößen vorgesehen sein. Je kleiner die Porengrößen
des Bakterienfilters sind, desto vorteilhafter ist der untere Filter 52, der einen
Flüssigkeitsfilter mit einer mittleren Porengröße von etwa 15 µm bildet. Dieser Flüssigkeitsfilter
52 verhindert in einer Überkopflage, in der die Auslassöffnung 32 nach unten weist,
dass das Medium im Mediumreservoir 20 ungehindert bis zum Bakterienfilter 50 gelangen
kann. Stattdessen gelangt es lediglich bis zum Flüssigkeitsfilter 52 und wird allenfalls
in sehr geringer Menge bei der Druckbeaufschlagung des Mediums durch den Flüssigkeitsfilter
52 hindurchgedrückt. Selbst in einem solchen Fall reicht diese Menge der Flüssigkeit
jedoch nicht aus, um den Bakterienfilter 50 vollflächig zu benetzen oder gar in die
Poren des Bakterienfilters 50 eindringen zu können.
[0025] Sobald die Austragvorrichtung nach einem Austragvorgang wieder in ihre in der Figur
dargestellte ursprüngliche Lage zurückgedreht wird und die Druckbeaufschlagung des
Mediums wegfällt, wird durch den sich dann im Mediumreservoir 20 einstellenden Unterdruck
Luft durch den Druckausgleichskanal 40 angesogen. Ein eventuell auf dem Flüssigkeitsfilter
52 noch vorhandener Flüssigkeitsfilm wird dabei vom Filter 52 gelöst. Hierzu bedarf
es keines großen Unterdrucks im Mediumreservoir 20, da die Poren des Flüssigkeitsfilters
52 vergleichsweise groß sind, so dass nur eine geringe Oberflächenspannung an der
zum Flüssigkeitsfilter hinweisenden Seite des verbleibenden Flüssigkeitsfilms besteht.
[0026] Nach Entfernen des Flüssigkeitsfilms kann die für den Druckausgleich erforderliche
Luftmenge ungehindert durch den Druckausgleichskanal 40 in das Mediumreservoir 20
gelangen. Sofern zuvor Flüssigkeit zwischen die Filter 50, 52 gelangt ist, wird diese
dabei zum Teil zurück in das Mediumreservoir 20 gedrückt.
[0027] Die Ausführungsform der Fig. 2a und 2b ist weitgehend identisch zu der Ausführungsform
der Fig. 1 aufgebaut. Da sich jedoch einige Aspekte dieser zweiten Ausführungsform
geringfügig anders realisiert sind und/oder besser erkennbar sind, werden diese Aspekte
an dieser zweiten Ausführungsform nochmals erläutert. Soweit nicht anders erwähnt,
sind die Ausführungsformen der Fig. 1 und 2a / 2b funktionell identisch aufgebaut.
[0028] Die Fig. 2a und 2b zeigen diese zweite Ausführungsform mit jeweils unterschiedlichen
Schnittebenen.
[0029] Die Schnittebene der Fig. 2a dient der Verdeutlichung des Medienpfades 43, entlang
dessen das Medium bei Kraftbeaufschlagung des Mediumreservoirs 20 in Überkopfstellung
austritt. Das Medium tritt dabei in den an das Mediumreservoir 20 angrenzenden Austrittskanal
21 ein und gelangt von dort aus durch eine Radialbohrung 22 und einen schmalen Spalt
23 in die Ventilkammer 36, aus der heraus es durch die Austragöffnung 32 hindurch
ausgetragen wird. Die Pfeile 43a bis 43d verdeutlichen diesen Medienpfad.
[0030] Der nachfolgende Druckausgleich ist anhand der Darstellung der Fig. 2b verdeutlicht.
Der Druckausgleichskanal 40 dieser zweiten Ausführungsform verläuft etwas anders als
bei der Ausführungsform der Fig. 1. Der Druckausgleichskanal weist entsprechend der
Gestaltung der Fig. 1 einen axialen Kanalabschnitt 40a auf, der mit einer Ventilgegenkammer
40c durch eine Bohrung 40b verbunden ist. Diese Ventilgegenkammer 40c ist über eine
radiale Bohrung 40d, einen als Kapillarkanal wirkenden Ringkanal 40e sowie eine Einlassbohrung
40f mit der Umgebung verbunden. Der sich nach einem Austragvorgang einstellende Unterdruck
im Mediumreservoir 20 führt dazu, dass Luft entlang dieses Druckausgleichskanals und
entlang der Pfeile 42a - 42d in das Mediumreservoir nachströmt. Dabei durchquert die
Luft in der zur Ausführungsform der Fig. 1 beschriebenen Art und Weise die Filter
50, 52.
[0031] Somit besteht eine vollständige Trennung zwischen dem Pfad 42a - 42d, durch den hindurch
Luft zum Zwecke des Druckausgleichs in das Mediumreservoir 20 strömt, und dem Medienpfad
43a - 43d, entlang dessen das flüssige Medium aus dem Mediumreservoir 20 an die Umgebung
abgegeben wird.
[0032] Wie auch bei der Ausführungsform der Fig. 1 ist der Druckausgleichskanal 40, 40a-40f
stets für den Luftdurchfluss offen. Es wird allerdings durch den Kapillarkanalabschnitt
40e wirksam verhindert, dass relevante Mengen des Mediums, die innerhalb des Mediumreservoirs
20 verdunstet sind, aus der Austragvorrichtung 10 austreten können.
1. Austragvorrichtung (10) für ein flüssiges Medium mit
- einem Mediumreservoir (20) zur Aufnahme des Mediums,
- einer Austragöffnung (32) zum Austragen des Mediums aus dem Mediumreservoir (20)
und
- einem in das Mediumreservoir mündenden Druckausgleichskanal (40, 40a-40f) mit einer
darin eingesetzten mikrobiologisch wirksamen Filteranordnung (44),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Filteranordnung (44) einen zum Mediumreservoir hin weisenden Flüssigkeitsfilter
(52) und einen vom Mediumreservoir weg weisenden Bakterienfilter (50) aufweist.
2. Austragvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Austragöffnung (32) ein Auslassventil (34) zugeordnet ist, welches ab einem Öffnungsüberdruck
öffnet, wobei der Flüssigkeitsfilter (52) derart ausgebildet ist, dass am Flüssigkeitsfilter
(52) anliegendes Medium mindestens bis zu diesem Öffnungsüberdruck nicht durch den
Flüssigkeitsfilter (52) hindurchtreten kann.
3. Austragvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flüssigkeitsfilter (52) derart ausgebildet ist, dass am Flüssigkeitsfilter (52)
anliegendes Medium bis zu einem Überdruck von mindestens 0,5 bar, vorzugsweise bis
zu einem Überdruck von mindestens 1,0 bar, nicht durch den Flüssigkeitsfilter (52)
hindurchtreten kann.
4. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flüssigkeitsfilter (52) und der Bakterienfilter (50) jeweils Filterporen aufweisen,
wobei die mittlere Porengröße der Filterporen des Flüssigkeitsfilters (52) größer
ist als die mittlere Porengröße der Filterporen des Bakterienfilters (50).
5. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Flüssigkeitsfilter (52) eine mittlerer Porengröße von mindestens 6 µm, vorzugsweise
von mindestens 10 µm, insbesondere von mindestens 15 µm aufweist und/oder
- der Bakterienfilter (50) eine mittlerer Porengröße von höchstens 5 µm, vorzugsweise
von höchstens 1 µm, insbesondere von höchstens 0,2 µm aufweist.
6. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Druckausgleichskanal (40, 40a-40f) derart angeordnet ist, dass er in einer Ruhelage
oberhalb des Flüssigkeitsspiegels des Mediums und in einer Benutzungslage unterhalb
des Flüssigkeitsspiegels des Mediums angeordnet ist.
7. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flüssigkeitsfilter (52) und der Bakterienfilter (50) voneinander beabstandet sind,
vorzugsweise um mindestens 0,5 mm.
8. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Flüssigkeitsfilter (52) und der Bakterienfilter (50) Teil einer Filterbaueinheit
(44) sind, die in den Druckausgleichskanal (40, 40a-40e) eingesetzt ist.
9. Austragvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Druckausgleichskanal (40, 40a-40f) zumindest abschnittsweise als Kapillarkanal
(40e) ausgebildet ist.