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(11) |
EP 2 131 135 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.09.2014 Patentblatt 2014/36 |
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Anmeldetag: 30.05.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Waffe mit wählbarer Mündungsgeschwindigkeit
Gun with selectable muzzle velocity
Arme à vitesse initiale sélectionnable
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
07.06.2008 DE 102008027310
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.12.2009 Patentblatt 2009/50 |
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Patentinhaber: Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG |
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88662 Überlingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Pfersmann, Axel
90537 Feucht (DE)
- Ganghofer, Andreas
90552 Röthenbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Diehl Patentabteilung |
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c/o Diehl Stiftung & Co. KG
Stephanstrasse 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 264 618 US-A1- 2006 283 068
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US-A- 5 479 736
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- "MODIFIED M16 FOR LETHAL/NON-LETHAL ATTACK", JANE'S INTERNATIONAL DEFENCE REVIEW,
JANE'S INFORMATION GROUP, COULSDON, SURREY, GB, Bd. 29, 1. September 1996 (1996-09-01),
Seite 20, XP000627898, ISSN: 1476-2129
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Waffe zum Abfeuern eines mit einer Treibladung versehenen
nicht-letalen Wirkmittels nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie in der
US 2006/0283068 A beschrieben.
[0002] Derartige Waffen sind allgemein bekannt. Es kann sich dabei um zum Verschluss einer
Gummigeschoss-Munition geeignete Gewehre oder Pistolen handeln, welche mit einer pyrotechnischen
Treibladung versehen sind. Großkalibrige Gummigeschosse werden auch mit Granatpistolen
oder Sondergeräten verschossen.
[0003] Mit einer Treibladung versehene nicht-letale Wirkmittel lassen sich wie herkömmliche
Munition einfach handhaben und abfeuern. Sie sind mit einer einheitlichen Treibladung
versehen, so dass sie beim Abfeuern mit herkömmlichen Waffen in etwa immer dieselbe
Mündungsgeschwindigkeit aufweisen. Um ernsthafte Verletzungen einer Zielperson zu
vermeiden, ist es in Folge dessen erforderlich, dass ein Mindestabstand zur Zielperson
eingehalten wird. Gerade in unübersichtlichen Situationen wie bei Straßenschlachten
oder dgl. kann es dazu kommen, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
Daneben wäre es auch wünschenswert, ein Gummigeschoss über eine höhere Entfernung
als bisher mit hoher Wirksamkeit zu verschießen, um eine Gefährdung von Sicherheitskräften
zu reduzieren.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile auf dem Stand der Technik zu beseitigen.
Es soll insbesondere eine möglichst einfach und kostengünstig herstellbare Waffe angegeben
werden, mit der ein Abfeuern nicht-letaler Wirkmittel auf ein Ziel in einem größeren
Abstandsbereich zulässig ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 11.
[0006] Nach Maßgabe der Erfindung ist vorgesehen, dass zur wahlweisen Einstellung einer
Mündungsgeschwindigkeit des Wirkmittels am Lauf zumindest ein Durchbruch sowie ein
Verschlussmittel zum wahlweisen Verschließen des Durchbruchs vorgesehen sind. Mit
dem erfindungsgemäß vorgesehenen Verschlussmittel kann der Durchbruch vollständig
verschlossen werden. In diesem Fall ist die Mündungsgeschwindigkeit des Wirkmittels
wie bei einer herkömmlichen Waffe maximal und wird durch den von der Treibladung erzeugten
Impuls bestimmt. Durch ein teilweises oder vollständiges Öffnen des Durchbruchs mittels
des Verschlussmittels wird ein Teil der beim Abbrennen der Treibladung entstehenden
Treibgase durch den Durchbruch abgeführt. Es wird in diesem Fall also nicht mehr der
durch die gesamte Treibladung erzeugbare maximale Impuls auf das Wirkmittel übertragen.
Die Mündungsgeschwindigkeit kann damit auf einfache und kostengünstige Weise variiert
werden. Damit kann das nicht-letale Wirkmittel auch auf Ziele abgefeuert werden, welche
sich in einem geringeren Mindestabstand befinden, als bei herkömmlichen Waffen. Andererseits
ist es auch möglich, nicht-letale Wirkmittel mit einer Treibladung einzusetzen, die
eine höhere Wirkreichweite aufweisen. Durch eine geeignete Ausgestaltung des Durchbruchs
kann also der minimale Abstand zum Abfeuern des nicht-letalen Wirkmittels reduziert
und auch eine maximale Wirkreichweite erhöht werden.
[0007] Bei einer besonders einfachen Ausgestaltung ist der Durchbruch im Bereich einer Ladeposition
des Wirkmittels vorgesehen. Damit kann die grundsätzliche Konstruktion des Laufs im
Wesentlichen beibehalten werden. Bei dem Durchbruch kann es sich zweckmäßiger Weise
um einen schlitzartigen Durchbruch und beim Verschlussmittel um einen Schieber handeln,
mit dem der schlitzartige Durchbruch wahlweise geschlossen oder geöffnet werden kann.
Es ist auch denkbar, im Bereich einer rückwärtigen Verschlussplatte des Laufs, welche
vom Schlagbolzen durchgriffen wird, einen Durchbruch vorzusehen. Auch ist es denkbar,
den ohnehin zum Durchgriff des Schlagbolzens vorgesehenen Durchbruch zum wahlweisen
Abführen eines Teils der Treibgase zu verwenden.
[0008] Weiterhin hat es sich als zweckmäßig erwiesen, eine Kammer zum Entspannen der Treibgase
stromabwärts des Durchbruchs vorzusehen. Damit können die Treibgase einerseits abgekühlt
werden. Andererseits kann durch das Volumen der Kammer dem Aufbau eines wesentlichen
Gegendrucks stromabwärts des Durchbruchs entgegengewirkt werden. Beim Vorsehen mehrerer
Durchbrüche können diese zur Vereinfachung der Konstruktion gemeinsam in die Kammer
münden.
[0009] Nach einer weiteren Ausgestaltung ist ein Rohr zum Abführen der durch den Durchbruch
entweichenden Treibgase stromabwärts des Durchbruchs oder der Kammer vorgesehen. Ein
Rohr-Mündungsabschnitt des Rohrs weist etwa parallel zur Achse des Laufs in eine Schussrichtung.
Mit dem vorgeschlagenen Rohr können also die durch den zumindest einen Durchbruch
abgeführten Treibgase in einer für den Schützen ungefährlichen Art und Weise im Wesentlichen
in die Schussrichtung des nicht-letalen Wirkmittels ausgestoßen werden.
[0010] Zum Bedienen einer Mechanik zum wahlweisen Verschließen des Durchbruchs ist nach
einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ein parallel zum Lauf verschiebbarer Vorderschaft
vorgesehen. D. h. die Waffe kann nach Art eines Vorderschaft-Repetierers ausgeführt
sein. Sie kann insoweit auch ein Rohrmagazin umfassen. In diesem Fall kann mit dem
verschiebbaren Vorderschaft sowohl eine Nachlademechanik als auch die Mechanik zum
wahlweisen Verschließen des Durchbruchs bedient werden.
[0011] Mit der Mechanik zum wahlweisen Verschließen ist der Durchbruch zweckmäßigerweise
stufenweise, vorzugsweise in 2 bis 4 Stufen, verschließbar. Das erleichtert das Handling
beim Einsatz der Waffe.
[0012] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung weist die Mechanik zum wahlweisen
Verschließen des Durchbruchs ein um die Achse des Laufs drehbares Drehschieberrohr
mit einer Kulisse auf, in die zum Verstellen einer Verschlussposition des Drehschieberrohrs
eine sich vom Vorderschaft erstreckende Nocke eingreift. Damit kann eine parallel
zur Achse des Laufs gerichtete Verschiebebewegung des Vorderschafts in eine Drehbewegung
des Drehschieberrohrs umgesetzt werden. Damit kann ein beispielsweise in Form eines
radialen Schlitzes ausgestalteter Durchbruch mittels des Drehschieberrohrs bzw. eines
damit verbundenen oder daran angebrachten Verschlussmittels bzw. Schiebers, vorzugsweise
stufenweise, zum Verschließen des Durchbruchs bewegt werden.
[0013] Nach einer weiteren Ausgestaltung ist eine Zieleinrichtung mit einem Anzeigemittel
zur Anzeige des aktuell gewählten Verschlusszustands des Durchbruchs vorgesehen.
[0014] Dabei ist das Anzeigemittel so ausgewählt, dass der Schütze schnell und einfach entscheiden
kann, ob eine Entfernung des Ziels für den gewählten Verschlusszustand geeignet ist.
Sofern das nicht der Fall ist, kann der Schütze durch Verstellen des Verschlussmittels
einen anderen Verschlusszustand einstellen und erneut durch einen Vergleich des Anzeigemittels
der Größe des Ziels feststellen, ob ein für die Entfernung des Ziels geeigneter Verschlusszustand
eingestellt ist. Bei einer besonders einfachen Ausgestaltung besteht das Anzeigemittel
aus einem Ring. Dabei ist der Durchmesser des Rings so gewählt, dass der einem etwa
1,50 bis 2 m hohen Ziel, vorzugsweise einem 1,70 bis 1,80 hohen Ziel, in einer vorgegebenen
Entfernung entspricht. Der Durchmesser des Rings wird also umso kleiner sein, je weiter
das Ziel entfernt ist. Damit kann der Schütze schnell und einfach erkennen, ob das
Ziel innerhalb des Rings liegt. Wenn das der Fall ist kann ohne weiteres erkannt werden,
dass ein korrekter Verschlusszustand eingestellt ist. Sofern dagegen das Ziel größer
als der Durchmesser des Rings ist, erkennt der Schütze sofort, dass der gewählte Verschlusszustand
nicht korrekt ist. Es ist dann der Durchbruch durch Verstellen des Verschlussmittels
weiter zu öffnen. Dabei wird automatisch ein Ring mit einem größeren Durchmesser in
eine Zieleinrichtung eingeschaltet. Der Schütze kann erneut prüfen, ob das Ziel größer
ist als der Durchmesser dieses weiteren Rings. Sofern das nicht der Fall ist, ist
ein Abfeuern des nicht-letalen Wirkmittels zulässig. Andernfalls ist eine erneute
weitere Öffnung des Durchbruchs und ein Vergleich der Größe des Ziels mit dem dann
sichtbaren Ring zur Prüfung einer zulässigen Entfernung des Ziels erforderlich.
[0015] Die Zieleinrichtung kann eine weitere Mechanik umfassen, mit der als Anzeigemittel
zumindest ein Ring einer Mehrzahl von Ringen in einem Visierbereich bewegbar ist,
wobei der Durchmesser der Ringe mit zunehmender Öffnung des Durchbruchs zunimmt. Bei
dieser Ausgestaltung kann entweder ein zum jeweiligen Verschlusszustand des Durchbruchs
korrespondierender Ring in einen Visierbereich, beispielsweise einen Bereich zwischen
Kimme und Korn, bewegt werden. Es ist aber auch möglich, den größten Ring fest im
Visierbereich zu fixieren und nachfolgend in Richtung der Kimme je nach gewähltem
Verschlusszustand aufeinander folgend Ringe mit einem kleineren Durchmesser in konzentrischer
Anordnung zum größten Ring in den Visierbereich zu bewegen. Auch in diesem Fall kann
der Schütze klar und eindeutig abschätzen, ob das gewählte Ziel sich noch innerhalb
des Durchmessers des durch den Ring freigegebenen Sichtfelds befindet.
[0016] Nach einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung umfasst die Zieleinrichtung
ein Zielfernrohr, in dem als Anzeigemittel zumindest ein Ring erscheint, dessen Durchmesser
mit zunehmender Öffnung des Durchbruchs zunimmt. Selbstverständlich können auch im
Zielfernrohr mehrere konzentrische Ringe zur Abschätzung der Entfernung des Ziels
vorgesehen sein. In diesem Fall ist es zweckmäßig, wenn derjenige Ring, welcher zur
jeweils gewählten Verschlussstellung korrespondiert beispielsweise beleuchtet wird.
[0017] Anstelle des Rings können selbstverständlich auch andere geometrische Formen zur
Abschätzung einer Größe des Ziels verwendet werden. Beispielsweise kann der Ring durch
ein Rechteck, durch parallele horizontale und/oder vertikale Linien oder dgl. ersetzt
werden.
[0018] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindungen anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine teilweise perspektivische Ansicht einer ersten Ausgestaltung,
- Fig. 2
- eine teilweise perspektivische Ansicht einer zweiten Ausgestaltung,
- Fig. 3
- eine Zieleinrichtung gemäß Fig. 2 mit einem ersten Ring und
- Fig. 4
- die Zieleinrichtung gemäß Fig. 3 mit einem zweiten Ring.
[0019] In Fig. 1 ist eine teilweise perspektivische Ansicht einer ersten Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Waffe gezeigt. Ein Lauf 1 weist eine Ladeposition P auf, in der
z. B. eine mit einer pyrotechnischen Treibladung versehene Gummigeschosspatrone 2
aufgenommen ist. Zum Be- und Entladen ist der Lauf 1 mit einer herkömmlichen Be- und
Entladeeinrichtung versehen, welche hier der Einfachheit halber nicht dargestellt
ist.
[0020] Im Bereich der Ladeposition P weist der Lauf einen hier in Form eines radial sich
erstreckenden Schlitzes ausgebildeten ersten Durchbruch 3 auf. Es kann auch auf der
gegenüberliegenden Seite des Laufs 1 (hier nicht gezeigt) ein ähnlicher Durchbruch
vorgesehen sein. Ferner können auch mehrere radial aufeinander folgende rundliche
oder elliptische Durchbrüche vorgesehen sein. Daneben ist es auch möglich, dass die
Durchbrüche sich in axialer Richtung im Bereich der Ladeposition P erstrecken.
[0021] Mit dem Bezugszeichen 4 ist ein Verschlussmittel bezeichnet, welches drehbar um eine
Achse des Laufs 1 darauf aufgenommen ist. Zur Führung des Verschlussmittels 4 sind
am Lauf 1 erste Führungsmittel 5 vorgesehen, welche aus einer Vielzahl von Zapfen
oder auch aus einem oder mehreren Stegen bestehen können. Die Funktion der ersten
Führungsmittel 5 besteht darin, eine axiale Verschiebebewegung des Verschlussmittels
4 im Wesentlichen zu verhindern. Vom Verschlussmittel 4 erstreckt sich ein den ersten
Durchbruch 3 teilweise verschließendes Schließmittel 6, bei dem es sich beispielsweise
um ein Blech handeln kann. Der erste Durchbruch 3 ist von einer Kammer 7 umgeben,
welche dicht mit dem Lauf 1 verbunden ist und ein Abströmen von den in die Kammer
7 durch den ersten Durchbruch 3 entweichenden Treibgasen lediglich durch ein von der
Kammer 7 wegführendes Rohr 8 abführt. Ein Rohr-Mündungsabschnitt 9 weist etwa parallel
zur Achse des Laufs 1 in eine Schussrichtung.
[0022] Am Lauf 1 ist ferner eine allgemein mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnete Zieleinrichtung
vorgesehen. Die Zieleinrichtung 10 umfasst hier 4 Ringe 11a bis 11d. Ein erster Ring
11a ist fest mit dem Lauf 1 verbunden. Der erste Ring 11a weist den größten Durchmesser
auf. Die zweiten bis vierten Ringe (11b bis 11d) sind dagegen um die Achse des Laufs
1 rotierbar und können wahlweise je nach Drehstellung des Verschlussmittels 4 mittels
einer Welle 12 oder dgl. in eine Position benachbart des ersten Rings 11a eingeschwenkt
werden. Je weiter das Verschlussmittel 4 - aus Sicht des Schützen - entgegen dem Uhrzeigersinn
gedreht wird, desto mehr wird die Welle 12 nach hinten - also in Richtung des Schützen
- gezogen, so dass nacheinander alle Ringe - vom zweiten Ring 11b bis zum letzten
Ring 11d - in die Visierlinie eingeschwenkt werden können. Der zweite Ring 11b, der
dritte Ring 11c und der vierte Ring 11d weisen jeweils einen abnehmenden Innendurchmesser
auf. Sofern sämtliche schwenkbaren Ringe (11b bis 11d) vor dem ersten Ring 11a in
das Sichtfeld des Schützen eingeblendet sind, kann dieser ein Ziel nur durch den kleinsten
Innendurchmesser des vierten Rings 11d anvisieren.
[0023] Die Funktion der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung ist folgende: Zunächst wird mit
einer herkömmlichen Ladeeinrichtung eine Gummigeschosspatrone 2 in den Ladebereich
P des Laufs 1 eingelegt. Sodann wird ein Ziel anvisiert und vom Schützen das Verschlussmittel
4 solange verdreht, bis sich das Ziel vollständig innerhalb eines Innendurchmessers
eines der Ringe 11a bis 11d befindet. Gleichzeitig wird damit der erste Durchbruch
3 mit dem Verschlussmittel 4 völlig geöffnet, völlig geschlossen oder teilweise geschlossen
und durch die entsprechend gewählte Verschlussstellung eine geeignete Mündungsgeschwindigkeit
für das Gummigeschoss eingestellt. Beim Abfeuern der Ladung werden je nach Öffnungsquerschnitt
des ersten Durchbruchs 3 die dabei entstehenden Treibgase in die Kammer 7 ausgestoßen,
dort entspannt und abgekühlt und im weiteren Verlauf durch das Rohr 8 abgeführt. Je
mehr Treibgase durch den ersten Durchbruch 3 entweichen, desto geringer ist der Impuls
und damit die Mündungsgeschwindigkeit des Gummigeschosses. Bei vollständig geöffnetem
ersten Durchbruch 3 kann eine Mündungsgeschwindigkeit des Gummigeschosses so weit
herabgesetzt werden, dass noch eine Abwehr relativ naher Ziele möglich ist. Bei einem
vollständigen Verschluss des ersten Durchbruchs 3 entfaltet die Treibladung ihre maximale
Wirkung. Das Gummigeschoss wird mit maximaler Mündungsgeschwindigkeit ausgestoßen.
In diesem Fall ist im Visierbereich des Schützen der vierte Ring 11 d mit dem kleinsten
Innendurchmesser eingeklappt. Sofern das anvisierte Ziel darin vollständig auszumachen
ist, befindet es sich in einer für diese Mündungsgeschwindigkeit geeigneten Entfernung.
[0024] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel in einer teilweisen perspektivischen
Darstellung. Dabei ist auf dem Lauf 1 axial rotierbar um dessen Achse als Verschlussmittel
4 ein Drehschieberrohr und einem davon sich erstreckenden Schließmittel 6 bzw. Schieber
vorgesehen. Das Verschlussmittel 4 ist ähnlich wie in Fig. 1 durch vom Lauf 1 sich
erstreckende erste Führungsmittel 5 gegen eine axiale Verschiebung gesichert. Das
Verschlussmittel 4 weist zumindest einen zweiten Durchbruch 14 auf, welcher ein zweites
axial verlaufendes unterm Lauf 1 angebrachtes Führungsmittel 15 freigibt. Das zweite
Führungsmittel 15 weist in axialer Richtung jeweils Anschlagsmittel 16 auf. Ferner
ist das Verschlussmittel 4 hier mit einer Kulissenführung 17 versehen.
[0025] Das Verschlussmittel 4 bzw. das Drehschieberrohr ist umgeben von einem Vorderschaft
18, welcher mittels zu den zweiten Führungsmiftein 14 korrespondierender dritter Führungsmittel
19 für eine begrenzte axiale Verschiebebewegung auf dem Lauf 1 geführt ist. Mit den
Bezugszeichen 20 ist eine Nocke bezeichnet, welche sich von einer Innenseite des Vorderschafts
18 in die Kulissenführung 17 erstreckt. Infolge dessen wird durch das Zusammenwirken
der Nocke 20 mit der Kulissenführung 17 bei einer axialen Verschiebebewegung des Vorderschafts
18 das Schließmittel 6 gedreht. Damit kann eine gewünschte Verschlussstellung am ersten
Durchbruch 3 eingestellt werden. Mit Bezugszeichen 21 ist ein Zielfernrohr bezeichnet.
In das Zielfernrohr 21 können mit einer geeigneten herkömmlichen Einrichtung beispielsweise
beleuchtbare Ringe in ein Zielfeld des Schützen eingeblendet werden (hier nicht gesondert).
[0026] Fig. 3 zeigt ein erstes Beispiel eines Zielfelds des Fernrohrs 21. Darin ist in Fig.
3 beispielsweise ein zweiter eingeblendeter Ring 22a dargestellt. Ein Ziel 23 ist
größer als ein Durchmesser des zweiten eingeblendeten Rings 22b. Bei dem in Fig. 4
gezeigten weiteren Beispiel ist ein erster eingeblendeter Ring 22a in das Zielfeld
des Zielfernrohrs 21 eingeblendet. In diesem Beispiel findet sich das Ziel 23 vollständig
innerhalb des ersten eingeblendeten Rings 22a. In diesem Fall ist also eine Mündungsgeschwindigkeit
korrekt eingestellt.
[0027] Die vorgeschlagene Waffe ist besonders universell. Damit können nicht-letale Wirkmittel,
welche mit ein und derselben Treibladung versehen sind, innerhalb eines weiten Entfernungsbereichs
verschossen werden.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Lauf
- 2
- Gummigeschosspatrone
- 3
- erster Durchbruch
- 4
- Verschlussmittel
- 5
- erstes Führungsmittel
- 6
- Schließmittel
- 7
- Kammer
- 8
- Rohr
- 9
- Rohr-Mündungsabschnitt
- 10
- Zieleinrichtung
- 11 a-11 d
- erster bis vierter Ring
- 12
- Welle
- 13
- Drehring
- 14
- zweiter Durchbruch
- 15
- zweites Führungsmittel
- 16
- Anschlagsmittel
- 17
- Kulissenführung
- 18
- Vorderschaft
- 19
- drittes Führungsmittel
- 20
- Nocke
- 21
- Zielfernrohr
- 22a
- erster eingeblendeter Ring
- 22b
- zweiter eingeblendeter Ring
- 23
- Ziel
1. Waffe zum Abfeuern eines mit einer Treibladung versehenen nicht-letalen Wirkmittels
(2), insbesondere eines Gummigeschosses, mit einem Lauf (1) zur Aufnahme des Wirkmittels
(2) und einer manuell auslösbaren Vorrichtung zum Zünden der Treibladung,
wobei zur wahlweisen Einstellung einer Mündungsgeschwindigkeit des Wirkmittels (2)
am Lauf (1) zumindest ein erster Durchbruch (3) sowie ein Verschlussmittel (4) zum
wahlweisen Verschließen des ersten Durchbruchs (3) vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Verschlussmittel (4) ein um die Achse des Laufs (1) drehbares Drehschieberrohr
vorgesehen ist,
wobei ein parallel zum Lauf (1) verschiebbarer Vorderschaft (18) zum Bedienen einer
Mechanik zum wahlweisen Verschließen des ersten Durchbruchs (3) vorgesehen ist, welche
das um die Achse des Laufs (1) drehbare Drehschieberrohr mit einer Kulissenführung
(17) aufweist, in die zum Verstellen einer Verschlussposition des Drehschieberrohrs
eine sich vom Vorderschaft (18) erstreckende Nocke (20) eingreift.
2. Waffe nach Anspruch 1,
wobei der erste Durchbruch (3) im Bereich einer Ladeposition (P) des Wirkmittels vorgesehen
ist.
3. Waffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine Kammer (7) zum Entspannen der Treibgase stromabwärts des ersten Durchbruchs
(3) vorgesehen ist.
4. Waffe nach Anspruch 3,
wobei ein Rohr (8) zum Abführen der durch den ersten Durchbruch (3) entweichenden
Treibgase stromabwärts des ersten Durchbruchs (3) oder der Kammer (7) vorgesehen ist.
5. Waffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei ein Rohr-Mündungsabschnitt (9) des Rohrs (8) etwa parallel zur Achse des Laufs
(1) in eine Schussrichtung weist.
6. Waffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der erste Durchbruch (3) stufenweise, vorzugsweise in zwei bis vier Stufen,
verschließbar ist.
7. Waffe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine Zieleinrichtung (10, 21) mit einem Anzeigemittel (11a bis 11d, 22a, 22b)
zur Anzeige des aktuell gewählten Verschlusszustands des ersten Durchbruchs (3) vorgesehen
ist.
8. Waffe nach Anspruch 7,
wobei die Zieleinrichtung eine weitere Mechanik umfasst, mit der als Anzeigemittel
jeweils zumindest ein Ring (11a bis 11d) einer Mehrzahl von Ringen (11a bis 11d) in
einen Visierbereich bewegbar ist, wobei der Durchmesser der Ringe mit zunehmender
Öffnung des ersten Durchbruchs (3) zunimmt.
9. Waffe nach Anspruch 7,
wobei die Zieleinrichtung ein Zielfernrohr (21) umfasst, in dem als Anzeigemittel
zumindest ein Ring (22a, 22b) erscheint, dessen Durchmesser mit zunehmender Öffnung
des ersten Durchbruchs (3) zunimmt.
1. A weapon for firing a non-lethal means of force (2) provided with a propellant charge,
in particular, a rubber bullet, with a barrel (1) for receiving the means of force
(2) and a manually actuatable device for igniting the propellant charge,
wherein for the selective setting of a muzzle velocity of the means of force (2) in
the barrel (1) at least one first aperture (3) as well as a closing means (4) are
provided for the selective closing of the first aperture (3),
characterized in
that a rotary slide tube rotatable about the axis of the barrel (1) is provided as a closing
means (4),
wherein a front shaft (18) slidable parallel to the barrel (1) is provided for the
operation of the mechanics for the selective closing of the first aperture (3), which
has the rotary slide tube rotatable about the axis of the barrel (1) with a sliding
block guide (17), in which a pin (20) extending from the front shaft (18) engages
for the adjustment of a closing position of the rotary slide tube.
2. A weapon according to claim 1,
wherein the first aperture (3) is provided in the area of a loading position (P) of
the means of force.
3. A weapon according to one of the preceding claims,
wherein a chamber (7) for releasing the propellant gas is provided downstream of the
first aperture (3).
4. A weapon according to claim 3,
wherein a tube (8) for discharging the propellant gas escaping through the first aperture
(3) is provided downstream of the first aperture (3) or the chamber (7).
5. A weapon according to one of the preceding claims,
wherein a tube-outlet section (9) of the tube (8) approximately parallel to the axis
of the barrel (1) points in the direction of fire.
6. A weapon according to one of the preceding claims,
wherein the first aperture (3) can be closed in stages, preferable in two to four
stages.
7. A weapon according to one of the preceding claims,
wherein a sighting mechanism (10, 21) with a display means (11 a to 11 d, 22a, 22b)
is provided for displaying the currently selected closure status of the first aperture
(3).
8. A weapon according to claim 7,
wherein the sighting mechanism comprises a further mechanism, by which in each case
at least one ring (11a to 11d) of a plurality of rings (11a to 11d) can be moved as
a display means into a gunsight area, wherein the diameter of the rings increases
with increasing opening of the first aperture (3).
9. A weapon according to claim 7,
wherein the sighting mechanism comprises a telescopic sight, in which at least one
ring (22a, 22b) appears as display means, the diameter of which increases with increasing
opening of the first aperture (3).
1. Arme pour le tir d'un moyen actif (2) non létal muni d'une charge propulsive, en particulier
un projectile de caoutchouc, comportant un canon (1) destiné à recevoir le moyen actif
(2) et un dispositif à déclencher manuellement, destiné à amorcer la charge propulsive,
au moins une première percée (3), ainsi qu'un moyen de fermeture (4) permettant de
fermer au choix la première percée (3) étant prévus sur le canon (1) pour le réglage
au choix d'une vitesse initiale du moyen actif (2),
caractérisée en ce que pour former le moyen de fermeture (4), il est prévu un tube coulissant rotatif, apte
à tourner autour de l'axe du canon (1),
une tige avant (18), apte à coulisser parallèlement au canon (1), étant prévue pour
manoeuvrer un mécanisme pour la fermeture au choix de la première percée (3), lequel
comporte le tube coulissant rotatif, apte à tourner autour de l'axe du canon (1) et
muni d'une coulisse de guidage (17), dans laquelle s'engage un ergot (20) partant
de la tige avant (18) pour le réglage de la position de fermeture du tube coulissant
rotatif.
2. Arme selon la revendication 1, dans laquelle la première percée (3) est prévue dans
la zone d'une position de charge (P) du moyen actif.
3. Arme selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle une chambre
(7) pour la détente des gaz de propulsion est prévue en aval de la première percée
(3).
4. Arme selon la revendication 3, dans laquelle un tube (8) permettant d'évacuer les
gaz de propulsion s'échappant à travers la première percée (3) est prévu en aval de
la première percée (3) ou de la chambre (7).
5. Arme selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle une bouche
tubulaire (9) du tube (8) est dirigée sensiblement parallèlement à l'axe du canon
(1) dans une direction de tir.
6. Arme selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle la première
percée (3) peut être fermée progressivement, de préférence en deux à quatre étapes.
7. Arme selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans laquelle il est prévu
un dispositif de visée (10, 21) avec un moyen de signalisation (11a à 11 d, 22a à
22b), permettant d'afficher la position de fermeture choisie actuellement pour la
première percée (3).
8. Arme selon la revendication 7, dans laquelle le dispositif de visée comporte un mécanisme
supplémentaire, par lequel respectivement au moins une bague (11 a à 11 d) parmi une
pluralité de bagues (11a à 11 d) peut être déplacée, en tant que moyen de signalisation,
dans une zone de visée, le diamètre desdites bagues augmentant avec l'augmentation
de l'ouverture de la première percée (3).
9. Arme selon la revendication 7, dans laquelle le dispositif de visée comporte une lunette
de tir (21), dans laquelle apparaît au moins une bague (22a, 22b) formant le moyen
de signalisation, dont le diamètre augmente avec l'augmentation de l'ouverture de
la première percée (3).
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