[0001] Die Erfindung betrifft eine Montagevorrichtung zum Zusammensetzen und Zerlegen eines
sich aus Rotorscheiben zusammensetzenden Rotors einer Strömungsmaschine, welche Rotorscheiben
von mindestens einem Zuganker miteinander verspannt sind, umfassend einen auf einem
Fundament befestigten Wendebock und eine Sicherungsvorrichtung, welche einen am Wendebock
schwenkbar gelagerten, gegenüber einer Horizontalebene des Fundaments quer aufgestellten
Rotor gegen Umkippen sichert.
[0002] Gasturbinen sowie deren struktureller Aufbau sind allgemein bekannt. Die Rotoren
von Gasturbinen können dabei in unterschiedlicher Art und Weise aufgebaut und zusammengesetzt
sein. Eine Rotorvariante umfasst eine Vielzahl von aneinanderliegenden Elementen,
welche über einen sich zentral durch die Elemente erstreckenden Zuganker verspannt
sind. Diese Elemente sind einerseits Rotorscheiben und andererseits Rohrabschnitte,
so genannte Hohlwellen, die an den Rotorscheiben anliegen können. Das Verspannen der
Rotorscheiben und der Hohlwellen erfolgt mit jeweils endseitig auf dem Zuganker aufgeschraubten
Schraubenmuttern, wobei häufig die verdichterseitig vorgesehene Schraubenmutter als
Hohlwelle ausgebildet ist. Die stirnseitig flächig aneinander liegenden Rotorscheiben
tragen in der Regel an ihren Außenumfängen die Laufschaufeln der Turbine und des Verdichters.
Anstelle eines zentralen Zugankers ist es auch bekannt, mehrere dezentrale, außermittige
Zuganker zu verwenden.
[0003] Um einen derartigen mehrteiligen Rotor zusammenzusetzen und zu zerlegen ist ein Montagewerkzeug
bekannt, welches im Wesentlichen zwei Lagerböcke umfasst. Die beiden Lagerböcke werden
zueinander beabstandet aufgestellt und der Rotor wird auf ihnen abgelegt. Einer der
beiden Lagerböcke - der so genannte Wendebock - ist dabei mit einem zwischen Fuß und
Auflagefläche angeordnetem Gelenk ausgestattet, welches mit einem Ende des Rotors
befestigt wird. Der Rotor wird also so platziert, dass sein beispielsweise verdichterseitiges
Ende unmittelbar an dem Gelenk des Wendebocks befestigt werden kann. Der andere Lagerbock
stützt dann den Rotor turbinenseitig ab. Das am Wendebock befestigte Gelenk dient
zur Umlagerung des Rotors aus der waagerechten Lage in eine dazu senkrechte Position.
Dazu wird am turbinenseitigen Ende des Rotors eine Anhängemutter auf den Zuganker
aufgeschraubt. An die Anhängemutter wird mittels eines Schäkels ein Seil eines Krans
befestigt. Während der Kran das turbinenseitige Ende des Rotors anhebt, dreht sich
das verdichterseitige Ende um den Drehpunkt des Gelenks. Der Anhebevorgang ist abgeschlossen,
wenn der Rotor in einer annähernd senkrechten Position angelangt ist. Dann wird dieser
mittels einer Sicherung, welche auch am Wendebock vorgesehen ist, gegen Umkippen gesichert.
In der Regel umfasst diese Sicherung einen Blockierbolzen, der am Wendebock oberhalb
des Gelenks vorgesehen ist und das Zurückbewegen des Rotors aus der Senkrechten blockiert.
Anschließend wird die Anhängemutter demontiert, wonach dann die eigentlichen Arbeiten
am senkrecht aufgestellten Rotor (oder Zuganker) erfolgen können.
[0004] Für den Zusammenbau des Rotors wird zuerst der Zuganker senkrecht aufgestellt und
anschließend die einzelnen Rotorscheiben mittels eines Krans nacheinander von Oben
auf den Zuganker aufgefädelt. Anschließend wird eine turbinenseitige Rotormutter aufgeschraubt.
Bei der Demontage eines vollständig montierten Rotors wird nach dessen senkrechter
Aufstellung die turbinenseitig angeordnete Rotormutter entfernt, wonach die einzelnen
Rotorscheiben dem Zuganker entnommen werden können. Der Rotor umfasst dann im Wesentlichen
nur noch den Zuganker.
[0005] Eine ähnliche Aufstellvorrichtung mit einem Wendebock ist aus der deutschen Offenlegungsschrift
24 26 231 bekannt (nächstliegender Stand der Technik). Zentral unter dem Wendebock ist am Fundament
ein erster Anschlag befestigt. Im Unterschied zur vorgenannten Vorrichtung wird nicht
das Ende des Rotors am Wendebock befestigt, sondern ein vom Ende beabstandeter Rotorpunkt.
Beim Anheben des längeren Rotorabschnittes schwenkt dann der kürzere Rotorabschnitt
zum Fundament hin. Der am kürzeren Rotorabschnitt angeordnete Kupplungsflansch liegt
nach der senkrechter Aufstellung am ersten Anschlag an, wonach auf der anderen Seite
des Flansches dann ein zweiter Anschlag angepasst und über Schrauben mit dem ersten
Anschlag zur Sicherung des Rotors gegen Umkippen fest verbunden wird.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine neue Montagevorrichtung zum Zusammensetzen
und zum Zerlegen eines sich aus Rotorscheiben zusammensetzenden Rotors einer Strömungsmaschine
anzugeben, mit der eine erdbebensichere Abstützung des senkrecht aufgestellten Rotors
erreicht wird.
[0007] Die Aufgabe wird durch eine Montagevorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst.
[0008] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass eine erdbebensichere Montagevorrichtung
erhalten werden kann, wenn der Wendebock und die Sicherungsvorrichtung gegen Umkippen
getrennt voneinander am Fundament befestigbar sind. Bisher war die Sicherungsvorrichtung
entweder am Wendebock vorgesehen, oder vergleichsweise nah am Umschwenkpunkt. Aufgrund
dieser Anordnung war nur eine vergleichsweise schwache Sicherung des senkrecht stehenden
Rotors möglich, die in Gebieten, bei denen kleinere Erdbeben vergleichsweise häufig
auftreten - beispielsweise in Kalifornien oder Neuseeland -, eine sichere Abstützung
des zur Montage oder Demontage senkrecht aufgestellten Rotors nicht mehr gewährleisten
konnte. Aufgrund dieser Anforderung ist erfindungsgemäß die Verwendung von die Sicherungsvorrichtung
tragenden Stützen vorgesehen, welche am Fundament befestigt sind und eine Fundamentfläche
aufspannen, in der der Wendebock angeordnet ist. Die Sicherungsvorrichtung wird sozusagen
über ein aus Stützen gebildetes Gerüst aufgebockt. Der erfindungsgemäße Wendebock
nimmt dann lediglich die Gewichtskräfte des senkrecht aufgestellten Rotors auf und
leitet diese in das Fundament weiter. Eine Drehmomentbelastung der Wendebockbefestigung,
wie beim Stand der Technik, wird somit vermieden. Folglich kann dieser vergleichsweise
einfach ausgebildet sein. Die von dem Rotor seitlich auf die Sicherungsvorrichtung
wirkenden Kräfte können über die in der Umgebung des Wendebocks befestigten Stützen
abseits des Wendebocks in das Fundament geleitet werden.
[0009] Weiter ist der Abstand zwischen dem auf das Fundament projizierten Abstützpunkt des
Rotors und den ebenso projizierten Punkten seiner seitlichen Abstützung, welches ein
Umkippen des Rotors um die Drehachse des Gelenks verhindert, signifikant vergrößert
durch die Verwendung von vorzugsweise vier Stützen. Mit anderen Worten: der auf der
vertikalen Höhe des Fundaments bestimmte Abstand zwischen dem zentralen Befestigungspunkt
des Rotors am Wendebock und dem Punkt seiner seitlichen Abstützung ist signifikant
vergrößert, wodurch die von der Sicherungsvorrichtung aufzunehmenden und von den Stützen
abzuleitenden seitlichen Abstützkräften vergleichsweise klein gehalten werden können.
[0010] Zudem kann durch die Konstruktion von zentral angeordnetem Wendebock und den diesen
am Fundament punktuell umgebenden Stützen eine leichtbauende Montagevorrichtung ermöglicht
werden.
[0011] Durch die Trennung von Abstützung des Rotors im Wendebock und der Sicherung des Rotors
gegen Umkippen mittels der Sicherungsvorrichtung können nun von dem Rotor ausgehende
größere seitliche wirkenden Kräfte und Momente, welche beispielsweise bei einem vergleichsweise
schwächeren Erdbeben auftreten, von der Sicherungsvorrichtung aufgenommen und in das
Fundament abgeleitet werden, ohne dass dabei der senkrecht aufgestellte Rotor umzukippen
droht oder tatsächlich umkippt. Die Aufnahme der Kräfte zur seitlichen Abstützung
erfolgt dabei auf eine Höhe - bezogen auf die Fundamentebene - welche wesentlich größer
ist als die Höhe der Drehachse des Gelenks des Wendebocks, an der der Rotor angeschlagen
ist.
[0012] Durch die Erfindung kann somit eine besonders sichere und zuverlässige Montagevorrichtung
zum Zusammensetzen und Zerlegen eines sich aus Rotorscheiben zusammensetzenden Rotors
einer Strömungsmaschine angegeben werden.
[0013] Die Sicherungsvorrichtung umfasst dabei eine Abstützfläche, an welcher der Rotor
anliegt. Vorzugsweise ist die Abstützfläche geringfügig verlagerbar. Insbesondere,
wenn der Rotor in die Lotrechte ausgerichtet werden soll, sind die vom Rotor auf die
Sicherungsvorrichtung quer zur Normalkraft einwirkenden Kräfte vergleichsweise gering,
so dass die Sicherungsvorrichtung dementsprechend angepasst dimensioniert werden kann.
Des Weiteren ermöglicht der lotrecht stehende Rotor eine besonders einfache Auf- bzw.
Abfädelung von Rotorscheiben auf den Zuganker. Sofern die Abstützfläche, an welcher
sich der Rotor anlegt, in einer Ebene annähernd parallel zur Horizontalebene verlagerbar
ist, kann der bereits schon annähernd senkrecht stehende Rotor so ausgerichtet werden,
dass lediglich Balancekräfte von der Sicherungsvorrichtung und dessen Gerüst aufgenommen
werden müssen. Die gesamte Gewichtskraft des Rotors wird in diesem Fall dann von dem
Wendebock getragen und in das Fundament geleitet.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0015] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist die Sicherungsvorrichtung über vier auf dem
Fundament im Rechteck angeordnete Stützen oberhalb des Fundaments angeordnet.
[0016] Die Sicherungsvorrichtung muss nur vergleichsweise geringe Kräfte aufnehmen, wenn
sie mindestens eine Abstützfläche umfasst, durch welche der zur Horizontalebene quer
aufgestellte Rotor seitlich abstützbar ist, und bei der der vertikale Abstand zwischen
einem Gelenk des Wendebocks und der darüber angeordneten Abstützfläche 2 m bis 3 m
beträgt.
[0017] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Sicherungsvorrichtung weist diese oberhalb
des Fundamentes eine auf mehreren Stützen und Streben aufgebockte Plattform oder Arbeitsbühne
auf. Die Plattform dient beispielsweise als Arbeitsplattform für Monteure, welche
die Ausrichtung des Rotors in die Lotrechte vornehmen. Insbesondere dann ist es von
Vorteil, wenn die Abstützfläche auf der Höhe der Plattform, beispielsweise in deren
Boden, vorgesehen ist. Die eine oder mehrere Abstützflächen, welche an horizontal
verlagerbaren Elementen vorgesehen sind, können dann mit der Plattform über die Verschraubungen
oder der Hydraulikzylinder verbunden sein.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Wendebock derartig ausgebildet,
dass er die Gewichtskraft des Rotors kreisflächig in das Fundament weiterleitet. Hierdurch
kann eine punktuelle, ggf. unzulässig hohe Gewichtsbelastung des Fundaments weitgehend
vermieden werden. Vielmehr wird die Gewichtsbelastung des Rotors von Wendebock auf
die kreisförmige Verbindungsfläche von Wendebock und Fundament verteilt.
[0019] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung erläutert. Es zeigen schematisch und in
nicht maßstäblicher Weise:
- FIG 1
- die Montagevorrichtung zum Zusammensetzen und Zerlegen eines Rotors mit parallel zur
Horizontal- ebene (waagerecht) angeordnetem Rotor,
- FIG 2
- die Montagevorrichtung gemäß FIG 1 mit senkrecht aufgestelltem Rotor,
- FIG 3
- die Draufsicht auf die Sicherungsvorrichtung bei geöffneter Aufnahme und
- FIG 4
- die Draufsicht auf die Sicherungsvorrichtung mit eingelegtem Rotor.
[0020] In den Figuren sind identische Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0021] In FIG 1 ist ein auf zwei Lagerböcken 11 abgelegter Rotor 13 einer schweren stationären
Gasturbine dargestellt. Der Rotor 13 umfasst einen Zuganker 15, der sich zentral durch
eine Vielzahl von Turbinenscheiben 17 und Verdichterscheiben 19 erstreckt. Im dargestellten
Beispiel ist das verdichterseitige Ende des Rotors 13 links dargestellt. Die Turbinenscheiben
17 und die Verdichterscheiben 19 sind Rotorscheiben 21 und tragen an ihren äußeren
Enden Laufschaufeln, die einem kompressiblen Strömungsmedium der Gasturbine aussetzbar
sind.
[0022] Zum Verspannen der Rotorscheiben 21 ist am verdichterseitigen Ende 33 des Rotors
13 eine vordere Hohlwelle 22 auf den Zuganker 15 aufgeschraubt. Turbinenseitig ist
eine Schraubenmutter 24 vorgesehen.
[0023] Um den modularen Rotor 13 der Gasturbine in seine Einzelteile zu zerlegen, ist neben
den beiden Lagerböcken 11 eine Montagevorrichtung 23 vorgesehen, welche rotorendseitig
angeordnet ist. Die Montagevorrichtung 23 umfasst einen Wendebock 27, der auf einem
Fundament 29 befestigt ist. Der Wendebock 27 ist zu den beiden Lagerböcken 11 fluchtend
aufgestellt und weist dabei an seiner Spitze ein Gelenk 31 auf, welches mit dem verdichterseitigen
Ende 33 des Rotors 13 verbunden ist. Der Rotor 13 ist dabei um eine zur Horizontalebene
47 parallele Drehachse des Gelenks 31 drehbar. Ferner umfasst das Gelenk 31 eine wälzgelagerte
Aufnahme für einen um eine senkrechte Achse 35 drehbaren Drehteller 37. Auf der senkrechten
Achse 35 liegt außerdem der Rotorabstützpunkt.
[0024] Am turbinenseitigen Ende 39 des Rotors 13 ist eine Anhängemutter 41 montiert, an
der mittels eines Schäkels das Seil eines Krans angeschlagen werden kann.
[0025] Die Montagevorrichtung 23 umfasst des Weiteren eine als Gerüst 43 ausgebildete Sicherungsvorrichtung
45, welche vom Wendebock 27 getrennt im Fundament 29 verankert ist.
[0026] Das Gerüst 43 umfasst eine auf vier senkrechten Stützen 64 aufgebockte Plattform
49 oder Arbeitsbühne. Zur Versteifung des Gerüsts 43 sind an jeder Seitenkante des
Gerüsts 43 weitere sich quer zu den Stützen 64 erstreckende Streben 65 vorgesehen,
die die fundamentseitigen Enden der Stützen 64 mit der Plattform 49 zusätzlich verbinden.
[0027] Damit der Rotor 13 in das Gerüst 43 und in die Sicherungsvorrichtung 45 eingeschwenkt
werden kann, kann ein Teil der Plattform 49 und die darunter angeordneten Streben
65 aus dem Schwenkbereich des Rotors 13 herausbewegt werden. Die Plattform 49 und
die Sicherungsvorrichtung 45 weisen dann eine geöffnete Aufnahme auf (vgl. FIG 3).
[0028] Durch das Anheben des turbinenseitigen Endes 39 des Rotors 13 mit dem Kran wird dieser
aus den beiden Lagerböcken 11 gehoben, wobei das verdichterseitige Ende des Rotors
13 sich um die Drehachse des Gelenks 31 dreht. Bei geöffneter Aufnahme kann dann der
Rotor 13 aus seiner horizontalen Lage (FIG 1) in die vertikale Lage (FIG 2) gewendet
werden, wonach dieser mittels der Sicherungsvorrichtung 45 gegen Umkippen gesichert
wird. Hierzu wird die Aufnahme geschlossen. Anschließend befindet sich der Rotor 13
in der in FIG 2 gestellten Lage.
[0029] Die gesamte Gewichtskraft des bei stationären Gasturbinen vergleichsweise schweren
Rotors 13 lastet dann auf dem Wendebock 27, wohingegen das Gerüst 43 das Umkippen
des Rotors 13 mit vergleichsweise geringen Kräften verhindern kann. Die geringste
Kraft ist erforderlich, wenn der Rotor 13 lotrecht ausgerichtet ist und die Symmetrieachse
46 des Rotors 13 mit der Achse 35 des Drehtellers 37 übereinstimmt.
[0030] Aufgrund des vergleichsweise großen Abstands zwischen Gelenk 31 und der seitlichen
Abstützung des Rotors 13 auf Höhe der Plattform 49 kann eine besonders zuverlässige
und zudem auch erdbebensichere seitliche Abstützung des Rotors 13 angegeben werden.
Erdbebensicher heißt in diesem Umfang, dass die bei vergleichsweise schwachen Erdbeben
mit einer vergleichsweise geringen Stärke auftretenden Beschleunigungskräfte auf den
Rotor 13 in der Größenordnung von ca. ½ g (1g = einfache Erdbeschleunigung) von der
Sicherungsvorrichtung 45 aufgefangen und über die Plattform 49 und die Streben 65
ins Fundament 29 abgeleitet werden können.
[0031] Die Draufsicht auf die Plattform 49 der Sicherungsvorrichtung 45 zeigen die Figuren
3 und 4, wobei FIG 3 die zur Aufnahme des Rotors 13 geöffnete Plattform 49 zeigt und
FIG 4 die verschlossene Plattform 49 mit zentral angeordnetem Zuganker 15 und vorderer
Hohlwelle 22 gemäß der Schnittansicht IV-IV der FIG 2. In der Plattform 49 der Sicherungsvorrichtung
45 ist eine zentral angeordnete Öffnung 51 vorgesehen, in welcher ein axialer Abschnitt
der Hohlwelle 22 eingelegt werden kann. Die Öffnung 51 wird von einem segmentierten
Ring 53 umschlossen, dessen erstes Segment 55 einen Segmentbogen von ungefähr 270°
und dessen zweites Segment 57 einen Segmentbogen von ca. 90° umfasst. Das zweite Ringsegment
57 ist gegenüber dem ersten Ringsegment 55 um eine Drehachse 59 verschwenkbar, was
zum einfachen und schnellen Schließen und Öffnen des Rings 53 dient (vgl. FIG 4).
Beide Segmente 55, 57 weisen je eine nach innen gerichtete Abstützfläche 61 auf, die
jeweils an einem Abschnitt der Mantelfläche des Rotors 13 bzw. des Zugankers 15 anlegbar
ist.
[0032] Der Ring 53 liegt in einer Ebene parallel zur Horizontalebene 47, also parallel zum
Fundament 29, und kann mittels einer ihn tragenden Hilfsvorrichtung innerhalb dieser
Ebene zur lotrechten Ausrichtung des Rotors 13 verlagert werden. Die Hilfsvorrichtung
umfasst beispielsweise mehrere an der Plattform 49 befestigte Verschraubungen 63.
Jede dieser Verschraubung 63 weist eine Schraubenachse 67 auf, die ebenfalls in der
Ebene parallel zur Horizontalebene 47 liegt. Die Verschraubungen 63 sind bei geschlossenem
Ring 53 strahlenförmig angeordnet, so dass sich deren Schraubenachsen 67 in einem
virtuellen Mittelpunkt 66 treffen. Anstelle der Verschraubungen 63 kann auch jeweils
eine Hydraulikanordnung mit bewegbaren Kolbenstange vorgesehen sein, um den Ring 53
seinerseits seitlich abzustützen und dabei den Rotor 13 (oder auch Zuganker 15) gegenüber
dem Wendebock 27 derart auszurichten, dass von dieser von einer annähernd senkrechten
Ausrichtung in eine lotrechte Ausrichtung verlagert werden kann.
[0033] Anstelle der Verschraubung oder anstelle von Hydraulikzylindern kann auch der Ring
53 in einem zweifach geschachtelten Excenter gelagert sein, so dass die Öffnung 51
gegenüber der Achse 35 des Wendebocks 27 beliebig ausrichtbar ist.
[0034] Auch der Ring 53 ist insgesamt nur optional. Es ist beispielsweise auch möglich,
dass die seitliche Abstützung des Rotors 13 unmittelbar von den Verschraubungen 63
oder unmittelbar von den Kolbenstangen der Hydraulikzylinder erfolgt. Die Abstützflächen
61 wären dann an den nach innen ragenden freien Enden 69 der Verschraubungen 63 oder
den nach innen ragenden freien Enden der Kolbenstangen der Hydraulikzylindern angeordnet,
welche dann unmittelbar an die Mantelfläche des Rotors 13 anlegbar wären.
[0035] Damit der Rotor 13 beim Anheben seines turbinenseitigen Endes 39 in die Öffnung 51
eingeschwenkt werden kann, ist der Ring 53 und die Plattform 49 zuvor zu öffnen. Hierzu
ist vorgesehen, dass das zweite Segment 57 des Rings 53 um die Drehachse 59 gemäß
dem Pfeil 60 von einer geschlossenen Position in eine offene Position (dargestellt)
schwenkbar ist. In gleicher Art und Weise sind die in der FIG 3 unten dargestellten
Streben 65 und das Geländer 70 der Arbeitsbühne von der Plattform 49 gemäß dem Pfeil
62 weggeklappt, so dass insgesamt die Aufnahme geöffnet ist.
[0036] FIG 4 zeigt die Draufsicht auf die Sicherungsvorrichtung 45 mit dem annähernd vollständig
geschlossenen Ring 53. Der Ring 53 umgreift die Hohlwelle 22, so dass die Abstützflächen
61 an der Mantelfläche der Hohlwelle 22 anliegen. Der Ring 53 ist über die einzelnen
Verschraubungen 63 in der Ebene parallel zum Fundament 29 verschiebbar, so dass der
Mittelpunkt des Rings 53 und somit der Mittelpunkt des Zugankers 15 gegenüber dem
Wendebock 27 und somit gegenüber dem zentralen Rotorabstützpunkt geringfügig verlagerbar
ist, um den Rotor 13 in eine lotrechte Ausrichtung zu bringen.
[0037] Insgesamt kann durch die konstruktive Trennung von Wendebock und Sicherungsvorrichtung
die letztgenannte größere, vom Rotor ausgehende Kräfte und Momente aufnehmen und ins
Fundament weiterleiten als eine Sicherungsvorrichtung, welche unmittelbar am Wendebock
angebracht ist. Größere Kräfte können beispielsweise bei vergleichsweise kleineren
Erdbeben auftreten, so dass nun die erfindungsgemäße Vorrichtung Erdbebenanforderungen
in einem gewissen Maße erfüllt. Außerdem kann das Gerüst auch als Arbeitsplattform
dienen, so dass die Ausrichtung des Rotors in eine Lotrechte wesentlich einfacher
von Monteuren ausgeführt werden kann.
1. Montagevorrichtung (23) zum Zusammensetzen und Zerlegen eines sich aus Rotorscheiben
(21) zusammensetzenden Rotors (13) einer Strömungsmaschine, welche Rotorscheiben (21)
von mindestens einem Zuganker (15) miteinander verspannt sind, umfassend:
ein auf einem Fundament (29) befestigten Wendebock (27) und
eine Sicherungsvorrichtung (45), durch welche Sicherungsvorrichtung (45) ein am Wendebock
(27) schwenkbar gelagerten, gegenüber einer Horizontalebene (47) des Fundaments (29)
quer aufgestellten Rotor (13) gegen Umkippen sicherbar ist, wobei
die Sicherungsvorrichtung (45) vom Wendebock (27) getrennt am Fundament (29) befestigbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicherungsvorrichtung (45) mittels mehrerer Stützen (64) am Fundament (29) befestigt
und
der Wendebock (27) innerhalb der von den Stützen aufgespannten Fundamentfläche angeordnet
ist.
2. Montagevorrichtung (23) nach Anspruch 1,
bei der die Sicherungsvorrichtung (45) über vier auf dem Fundament (29) im Rechteck
angeordnete Stützen (64) oberhalb des Fundaments (29) angeordnet ist.
3. Montagevorrichtung (23) nach Anspruch 1 oder 2,
bei der die Sicherungsvorrichtung (45) mindestens eine Abstützfläche (61) umfasst,
durch welche der zur Horizontalebene (47) quer aufgestellte Rotor (13) seitlich abstützbar
ist, und
bei der der vertikale Abstand zwischen einem Gelenk (31) des Wendebocks (27) und der
darüber angeordneten Abstützfläche (61) 2 m bis 3 m beträgt.
4. Montagevorrichtung (23) nach Anspruch 1, 2 oder 3,
bei der die Stützen (64) eine Plattform (49) tragen.
5. Montagevorrichtung (23) nach Anspruch 4,
bei der die Abstützfläche (61) auf der Höhe der Plattform (49) vorgesehen ist.
6. Montagevorrichtung (23) nach einem der Ansprüche 4 bis 5,
bei der die Plattform (49) als Arbeitsbühne für Monteure ausgebildet ist.
7. Montagevorrichtung (23) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
bei der der Wendebock (27) die Gewichtskraft des Rotors (13) kreisflächig in das Fundament
(29) weiterleitet.
1. Assembly apparatus (23) for assembling and dismantling a turbomachine rotor (13) composed
of rotor disks (21), which rotor disks (21) are braced with respect to one another
by means of at least one tie rod (15), comprising:
a turning block (27) fastened on a foundation (29) and a securing device (45), by
means of which securing device (45) a rotor (13) mounted pivotably on the turning
block (27) and set up transversely with respect to a horizontal plane (47) of the
foundation (29) can be secured against tipping over,
the securing device (45) being fastenable to the foundation (29) separately from the
turning block (27),
characterized
in that the securing device (45) is fastened to the foundation (29) by means of a plurality
of stays (64), and
the turning block (27) is arranged within the foundation surface spanned by the stays.
2. Assembly apparatus (23) according to Claim 1, in which the securing device (45) is
arranged above the foundation (29) via four stays (64) arranged in a rectangle on
the foundation (29).
3. Assembly apparatus (23) according to Claim 1 or 2, in which the securing device (45)
comprises at least one supporting surface (61), by means of which the rotor (13) set
up transversely with respect to the horizontal plane (47) can be supported laterally,
and in which the vertical distance between a joint (31) of the turning block (27)
and the supporting surface (61) arranged above it is 2 m to 3 m.
4. Assembly apparatus (23) according to Claim 1, 2 or 3, in which the stays (64) carry
a platform (49).
5. Assembly apparatus (23) according to Claim 4, in which the supporting surface (61)
is provided at the height of the platform (49).
6. Assembly apparatus (23) according to either of Claims 4 and 5, in which the platform
(49) is designed as a work stage for fitters.
7. Assembly apparatus (23) according to one of the preceding claims, in which the turning
block (27) conducts the weight force of the rotor (13) further on into the foundation
(29) over a circular area.
1. Dispositif ( 23 ) de montage pour l'assemblage et le démontage d'un rotor ( 13 ) se
composant de disques ( 21 ) de rotor d'une turbomachine, lesquels disques ( 21 ) de
rotor sont serrés les uns avec les autres par au moins un tirant ( 15 ), comprenant
:
un chevalet ( 27 ) fixé sur un socle ( 29 ) et un dispositif ( 45 ) de sécurité, dispositif
( 45 ) de sécurité par lequel un rotor ( 13 ) monté pivotant est mis transversalement
par rapport à un plan ( 47 ) horizontal du socle ( 29 ) et est empêché de basculer,
dans lequel
le dispositif ( 45 ) de sécurité peut être fixé au socle ( 29 ) séparément du chevalet
( 27 ),
caractérisé
en ce que le dispositif ( 45 ) de sécurité est fixé au socle ( 29 ) au moyen de plusieurs montants
( 64 ),
le chevalet ( 27 ) est disposé à l'intérieur de la surface du socle délimité par les
montants.
2. Dispositif ( 23 ) de montage suivant la revendication 1, dans lequel le dispositif
( 45 ) de sécurité est disposé au-dessus du socle ( 29 ) sur quatre montants ( 64
) disposés suivant un rectangle sur le socle ( 29 ).
3. Dispositif ( 23 ) de montage suivant la revendication 1 ou 2,
dans lequel le dispositif ( 45 ) de sécurité comprend au moins une surface ( 61 )
d'appui par laquelle le rotor ( 13 ) mis transversalement par rapport au plan ( 47
) horizontal peut s'appuyer latéralement, et
dans lequel la distance verticale entre une articulation ( 31 ) du chevalet ( 27 )
et la surface ( 61 ) d'appui disposée au-dessus va de 2 m à 3 m.
4. Dispositif ( 23 ) de montage suivant la revendication 1, 2 ou 3,
dans lequel les montants ( 64 ) portent une plateforme ( 49 ).
5. Dispositif ( 23 ) de montage suivant la revendication 4, dans lequel la surface (
61 ) d'appui est prévue au niveau de la plateforme ( 49 ).
6. Dispositif ( 23 ) de montage suivant l'une des revendications 4 à 5,
dans lequel la plateforme ( 49 ) est constituée en échafaudage de travail pour des
monteurs.
7. Dispositif ( 23 ) de montage suivant l'une des revendications précédentes,
dans lequel le chevalet ( 27 ) applique le poids du rotor ( 13 ) au socle ( 29 ) suivant
un cercle.