[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für Wertgegenstände mit einem Substrat,
auf dessen Oberfläche eine Druckfarbe mit mindestens einer Aussparung aufgebracht
ist, ein Sicherheitspapier, einen Wertgegenstand sowie ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Sicherheitselements.
[0002] Wertgegenstände im Sinne der vorliegenden Erfindung umfassen insbesondere Wertdokumente,
wie Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, Lotteriescheine, hochwertige
Eintrittskarten, Pässe, Ausweise, Kreditkarten, sowie andere Wertgegenstände. Solche
Wertgegenstände werden durch Einbringen oder Aufbringen von Sicherheitselementen gegen
Fälschungen gesichert. Im Folgenden wird die Erfindung am Beispiel von aus Sicherheitspapier
hergestellten Wertdokumenten erläutert. Die Erfindung kann jedoch auch auf Wertgegenstände
aus anderen Materialien angewendet werden.
[0003] Bei dem Sicherheitselement handelt es sich üblicherweise um einen Sicherheitsfaden,
der vollständig oder auch nur teilweise in das Papier des Wertdokuments eingebettet
ist, um einen Folienstreifen, der über eine Öffnung oder ein Fenster im Papier auf
das Wertdokument aufgebracht ist, oder ein Transferelement, wie einem sogenannten
Patch, der in Form eines Etiketts auf das Wertdokument oder gegebenenfalls über eine
Öffnung darin aufgebracht wird.
[0004] Sicherheitselemente dieser Art beinhalten typischerweise eine transluzente, also
transparente oder semi-transparente Kunststofffolie als Substrat, welche metallisch
beschichtet, bedruckt, eingefärbt oder auch mit pigmenthaltigen Substanzen versehen
ist. Ist ein solches Sicherheitselement teilweise oder ganz im Inneren eines Wertdokuments
angeordnet, so zeigen die Bereiche, in denen sich das Sicherheitselement befindet,
in Aufsicht ein anderes Erscheinungsbild als in Durchsicht. Beispielsweise ist ein
Sicherheitsfaden in Aufsicht eher unauffällig, erscheint in Durchsicht dagegen als
auffälliger, beispielsweise vorwiegend dunkler Streifen. Ein derartiger Effekt kann
durch einen Aufdruck auf das Papier nicht nachgeahmt werden und trägt daher besonders
zur Fälschungssicherheit bei.
[0005] Es sind auch Sicherheitselemente bekannt, die Beugungsmuster, wie Hologramme, Kinegramme
oder Pixelgramme, enthalten, wobei der Fälschungsschutz solcher Elemente auf dem variablen
Farbeindruck beruht, den diese dem Betrachter abhängig von der Blickrichtung vermitteln.
[0006] Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit sind solche Sicherheitselemente häufig mit
Aussparungen, beispielsweise beschichtungsfreien Bereichen, in Form von Mustern, graphischen
Zeichen oder Codierungen versehen.
[0007] Zur Herstellung metallfreier Bereiche ist in der Druckschrift
WO 99/13157 ein sogenanntes Waschverfahren beschrieben, bei dem ein Substrat, beispielsweise
eine transluzente Trägerfolie, unter Verwendung einer Druckfarbe mit hohem Pigmentanteil
mit einem gewünschten Muster bedruckt wird. Diese Druckfarbe wird als Waschfarbe bezeichnet
und bildet nach dem Trocknen aufgrund des hohen Pigmentanteils einen porigen, erhabenen
Farbauftrag auf dem Substrat. Auf das derart bedruckte Substrat wird dann eine dünne
Abdeckschicht, beispielsweise eine metallische Schicht, aufgebracht, die den Farbauftrag
der Waschfarbe wegen deren großer Oberfläche und deren poröser Struktur nur teilweise
abdeckt. Der Farbauftrag der Waschfarbe und die darüberliegende Abdeckschicht können
dann durch Auswaschen mit einem geeigneten Lösungsmittel entfernt werden, so dass
in der Abdeckschicht an den zuvor mit der Waschfarbe bedruckten Bereichen des Substrats
Aussparungen in der Abdeckschicht erzeugt werden. Durch die dabei erreichbaren scharfen
Konturen kann ein gut lesbarer Schriftzug in das Sicherheitselement eingebracht werden.
Ein solcher Schriftzug, insbesondere als sogenannte Negativschrift, ist dann in Durchsicht
besonders gut zu erkennen.
[0008] Eine Weiterentwicklung dieses Waschverfahrens ist in der
WO 03/091042 A2 beschrieben. Darin ist ein Sicherheitselement mit zwei Metallschichten beschrieben,
in welche mithilfe des Waschverfahrens Aussparungen eingebracht werden. Dabei werden
auf einem Substrat beispielsweise zunächst die Bereiche mit Waschfarbe bedruckt, in
denen Aussparungen in beiden Metallschichten entstehen sollen und dann die erste Metallschicht
aufgebracht. Anschließend werden auf der ersten Metallschicht die Bereiche mit Waschfarbe
bedruckt, in denen Aussparungen nur in der zweiten Metallschicht entstehen sollen,
und danach wird die zweite Metallschicht aufgebracht. Schließlich wird die Waschfarbe
ausgewaschen und somit die gewünschten Aussparungen geschaffen. Gegebenenfalls kann
auch ein weiterer Auswaschschritt zwischen dem Aufbringen der beiden Metallschichten
liegen. Durch die Verwendung verschiedener Materialien und verschiedener Schichtdicken
für die beiden Metallschichten können unterschiedliche Farb- und Helligkeitseindrücke
in Auf- und Durchsicht erzeugt werden.
[0009] In der Druckschrift
EP 1609 619 A2 werden weitere Sicherheitselemente mit Aussparungen beschrieben, welche bei Betrachtung
von einer Seite metallisch erscheinen und bei Betrachtung von der anderen Seite einen
Farbkippeffekt aufweisen, welcher durch eine auf Flüssigkristallen basierende Effektschicht
erzeugt wird.
[0010] Ein Nachteil der bekannten Sicherheitselemente bzw. deren Herstellungsverfahren ist,
dass mehrfarbige Sicherheitselemente, also Sicherheitselemente, die dem Betrachter
verschiedene Farbeindrücke vermitteln, nur durch komplexe Herstellungsverfahren erhältlich
sind. So muss bei der Herstellung eines mehrfarbigen Sicherheitselementes in der vorgenannten
WO 03/091042 A2 zweimal metallisiert und auch zweimal eine Waschfarbe aufgedruckt werden. Das zweimalige
Metallisieren ist aufwendig und kostspielig.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein kostengünstiges Herstellungsverfahren
mit einer geringen Anzahl von Herstellungsschritten anzugeben, welches ein mehrfarbiges
Sicherheitselement mit hoher Fälschungssicherheit schafft. Es ist weiterhin Aufgabe
der Erfindung, ein Sicherheitspapier und einen Wertgegenstand mit hoher Fälschungssicherheit
zu schaffen sowie eine geeignete Verwendung eines solchen Sicherheitselements anzugeben.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein Herstellungsverfahren, ein Sicherheitselement, ein Sicherheitspapier,
einen Wertgegenstand sowie eine Verwendung mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Die abhängigen Ansprüche und die nachfolgende Beschreibung betreffen bevorzugte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen.
[0013] Die vorliegende Erfindung stützt sich auf die Erkenntnis, dass ein passergenaues
Einbringen von Bereichsgrenzen, wie beispielsweise Aussparungen in Sicherheitselementen,
als Echtheitsmerkmal dienen kann. Die Fälschungssicherheit kann dabei durch eine möglichst
geringe Passertoleranz erhöht werden.
[0014] Dementsprechend wird zur Herstellung des Sicherheitselements eine Druckfarbe auf
eine Seite eines transluzenten Substrats aufgedruckt. Die dabei entstehende Druckschicht
weist eine erste Aussparung auf, vorzugsweise in Form von alphanumerischen oder sonstigen
graphischen Zeichen. Im gleichen Druckvorgang wird innerhalb der Aussparung auch eine
Waschfarbe derart aufgedruckt, dass die dabei entstehende Waschschicht einen Teilbereich
der ersten Aussparung überdeckt. Die Waschfarbe wird dadurch mit der höchstmöglichen
Passergenauigkeit relativ zu den Konturen der Aussparung positioniert. Anschließend
wird eine Abdeckschicht auf die bedruckte Seite des Substrats aufgebracht, welche
einen von der Druckfarbe verschiedenen Farbeindruck vermittelt. Danach wird die Waschfarbe
ausgewaschen. Die Waschfarbe enthält dabei, wie zuvor beschrieben, einen hohen Pigmentanteil
und bildet nach dem Aufdrucken einen porig erhabenen Farbauftrag mit einer porösen
Struktur. Die Schichtdicke der aufgebrachten Abdeckschicht wird ausreichend dünn gewählt,
so dass diese die poröse Struktur der Waschfarbe nur teilweise abdeckt. Daher wird
durch das Auswaschen der Waschfarbe auch die auf dem Druckauftrag der Waschfarbe aufgebrachte
Abdeckschicht durch das Auswaschen der Waschfarbe entfernt und es entsteht eine Aussparung
in der Abdeckschicht, wobei diese zweite Aussparung sich räumlich innerhalb der ersten
Aussparung in der Druckschicht der Druckfarbe befindet. Die zweite Aussparung entsteht
in dem Teilbereich, in dem zuvor die Waschfarbe aufgebracht war, und bildet einen
nach dem Auswaschen beschichtungsfreien Teilbereich auf dem Substrat, in welchem weder
die Abdeckschicht noch die Druckfarbe aufgebracht sind. Wegen der passergenauen Positionierung
relativ zu den Konturen der ersten Aussparung, erhält man auf diese Weise eine entsprechend
passergenaue Positionierung der zweiten Aussparung innerhalb der ersten Aussparung.
Die Transluzenz der zweiten Aussparung entspricht dabei unmittelbar nach dem Auswaschen,
also abgesehen von möglichen weiteren Beschichtungen des Sicherheitselements, der
Transluzenz des Substrats.
[0015] Mit dem Herstellungsverfahren wird ein Sicherheitselement geschaffen, welches ein
transluzentes Substrat mit einer bedruckten Seite umfasst, auf welcher eine Druckschicht
einer Druckfarbe mit einer ersten Aussparung aufgebracht ist. Ein Teil der ersten
Aussparung ist durch die Abdeckschicht abgedeckt, welche einen von der Druckfarbe
verschiedenen Farbeindruck vermittelt. Der nicht durch die Abdeckschicht abgedeckte
Teil bildet eine weitere, zweite Aussparung, welche somit innerhalb der ersten Aussparung
liegt. Die zweite Aussparung ist aufgrund des Herstellungsverfahrens passerhaltig
zu der ersten Aussparung angeordnet, d. h. beide Aussparungen weisen wegen des Aufbringens
der Druck- und Waschfarbe im gleichen Druckvorgang eine geringe Passertoleranz auf.
[0016] Die Druckfarbe überdeckt vorzugsweise einen Großteil der Oberfläche des Substrats
und wird vom Betrachter des Sicherheitselementes dann als Hintergrund des Sicherheitselementes
wahrgenommen.
[0017] In dem Sicherheitselement werden als Abdeckschicht und als Druckfarbe Materialien
verwendet, welche nach dem Aufbringen auf das Substrat beim Betrachter unterschiedliche
Farbeindrücke erzeugen. Dadurch kann ein Betrachter zumindest in Aufsicht die Bereiche
der Druckfarbe, also den Hintergrund des Sicherheitselementes, deutlich von den beiden
Aussparungen unterscheiden und somit die visuellen Informationen, die durch die beiden
Aussparungen geschaffen werden, gut erkennen. Somit schafft die Erfindung ein Sicherheitselement
mit wenigstens drei passerhaltig zu einander angeordneten Bereichen, welche jeweils
beim Betrachter verschiedene Farbeindrücke erzeugen und somit leicht erkennbar sind.
[0018] Die Erfindung nutzt bei der Herstellung des Sicherheitselements zum einen die Vorteile,
die der Druck verschieden löslicher Farben bietet. Zum Auswaschen der Waschfarbe wird
ein Lösungsmittel verwendet, in welchem die Waschfarbe löslich und die Druckfarbe
unlöslich ist, was ein selektives Entfernen der Waschfarbe von dem Substrat ermöglicht.
Im einfachsten Fall ist das Lösungsmittel Wasser und die Waschfarbe ist wasserlöslich,
während die Druckfarbe wasserfest, also in Wasser unlöslich, ist.
[0019] Die Erfindung nutzt zum anderen die Möglichkeit, die Druckfarbe und die Waschfarbe
in einem einzigen, gemeinsamen Druckvorgang auf das Substrat aufzubringen. Das Drucken
von Druck- und Waschfarbe geschieht vorzugsweise gleichzeitig oder zumindest unmittelbar
nacheinander im selben Druckvorgang, so dass kein weiterer Verfahrensschritt zwischen
dem Aufdrucken der Druckfarbe und dem Aufdrucken der Waschfarbe liegt. Dadurch können
die Druckfarbe und die Waschfarbe passergenau, d. h. mit einer minimalen Passertoleranz
auf das Substrat aufgedruckt werden.
[0020] In dem in der vorgenannten
WO 03/091042 A2 beschriebenen Verfahren werden die verschiedenen Aussparungen durch Aufdrucken der
Waschfarbe erzeugt, wobei das Aufdrucken teilweise vor dem Aufbringen der ersten Metallschicht
und teilweise danach geschieht. Mit anderen Worten wird das Aufdrucken der Waschfarbe
durch eine Metallisierung und gegebenenfalls durch weitere Schritte beispielsweise
Ätzschritte unterbrochen. Dadurch weisen die entsprechenden Aussparungen eine große
Passertoleranz von bestenfalls 0,3 mm zueinander auf. Durch das Aufdrucken von Druck-
und Waschfarbe in einem Druckvorgang kann ein solcher Insetterdruck vermieden werden.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Aufdrucken von Druck- und Waschfarbe in einem Druckvorgang,
beträgt die Passertoleranz der beiden Druckschichten dagegen weniger als 0,1 mm, vorzugsweise
weniger als 0,05 mm, 0,02 mm oder sogar weniger als 0,01 mm.
[0022] Das erfindungsgemäße Drucken von Druck- und Waschfarbe in einem Druckvorgang kann
gleichzeitig oder nacheinander, d.h. sequentiell in vorzugsweise unmittelbar aufeinanderfolgenden
Teil-Druckvorgängen geschehen. Dabei müssen die einzelnen Teil-Druckvorgänge mit einer
hohen Passergenauigkeit relativ zueinander durchgeführt werden, damit die unterschiedlich
Druckschichten von Druck- und Waschfarbe nicht lateral, in der Ebene des transluzenten
Substrats gegeneinander verschoben sind.
[0023] Dazu wird bei einer Druckmaschine üblicherweise das zu bedruckende Substrat zwischen
zwei parallel stehenden, drehbar gelagerten Zylindern hindurchgeführt. Auf dem einen
Zylinder, dem Druckzylinder, ist auf der Oberfläche eine eingefärbte Druckplatte angeordnet.
Der andere Zylinder dient als Gegenzylinder, um unter Druck ein zu druckendes Motiv
von der Druckplatte auf das Substrat zu übertragen.
[0024] Zum sequentiellen Drucken mehrerer Farben ist beispielsweise eine Mehrzylinderdruckmaschine
bekannt. Bei dieser durchläuft das Substrat nacheinander mehrere Druckwerke, von denen
jedes ein Paar von Zylindern und Einrichtungen zum Auftragen der Farbe auf den jeweiligen
Druckzylinder aufweist. Mit jedem Druckwerk wird eine andere Farbe, beispielsweise
Druck-und Waschfarbe, gedruckt. Dazwischen läuft das Substrat mehr oder weniger frei.
[0025] Als weitere Druckmaschine ist die Einzylinder- oder Zentralzylinderdruckmaschine
bekannt. Bei einer solchen Zentralzylinderdruckmaschine läuft das Substrat straff
gespannt um einen einzigen Zentralzylinder, an dessen Umfang mehrere Druckwerke mit
jeweils einem Druckzylinder angeordnet sind. Auf jedem der Druckzylinder ist eine
Druckplatte für eine andere Farbe angeordnet. Das um den Zentralzylinder umlaufende
Substrat passiert so in Umfangsrichtung des Zentralzylinders nacheinander die Druckzylinder
für die unterschiedlichen Farben, beispielsweise Druck- und Waschfarbe. Der Vorteil
einer solchen Zentralzylinderdruckmaschine ist, dass das zu bedruckende Substrat stets
auf dem Zentralzylinder anliegt und somit zwischen den Druckwerken keine freie Bahnlänge
des Substrats verläuft, wodurch eine optimale Substratführung des zu bedruckenden
Substrats zwischen den einzelnen Druckwerken gewährleistet ist. Daher gestattet die
Zentralzylinderdruckmaschine ein Drucken von mehreren Farben in einem Druckvorgang,
was eine besonders hohe Passergenauigkeit gewährleistet.
[0026] Durch die Wahl der geometrischen Form sowohl der ersten als auch der zweiten Aussparung
auf dem Substrat können jeweils visuell Informationen an den Betrachter gegeben werden,
beispielsweise in Form von alphanumerischen oder anderen graphische Zeichen oder auch
in Form von künstlerischen Motiven. Die Information der ersten Aussparung kann sich
dabei von der Information der zweiten Aussparung unterscheiden.
[0027] Beide Aussparungen können jedoch dem Betrachter auch eine identische Information
vermitteln. Vorteilhafterweise umschließt dazu die Abdeckschicht die zweite Aussparung
vollständig und bildet für die zweite Aussparung eine Kontur mit gleichmäßiger, konstanter
Breite innerhalb der ersten Aussparung. Die geometrische Form der ersten und zweiten
Aussparung unterscheiden sich dann nur um einen Vergrößerungsfaktor. Eine solche Kontur
erhöht zum einen die Lesbarkeit der visuellen Information, da sowohl die Form der
zweiten Aussparung, als auch die Form der ersten Aussparung im Hintergrund des Sicherheitselements
dem Betrachter die gleiche Information geben. Zum anderen können Abweichungen von
einer solchen konstanten Breite der Kontur von einem Betrachter leicht wahrgenommen
werden, weswegen die konstante Konturbreite als weiteres Echtheitsmerkmal zur Verfügung
steht. Wegen der hohen Passergenauigkeit der in einem Druckvorgang aufgebrachten Druck-
und Waschfarbe kann eine solche Kontur konstanter Breite leicht hergestellt werden.
Schlechte Passertoleranzen sind insbesondere bei Konturen geringer Breite leicht erkennbar.
[0028] Als Abdeckschicht kann eine weitere Druckfarbe oder auch eine metallische Schicht
verwendet werden. Im letzteren Fall ist es mithilfe der Erfindung möglich, zweite
Aussparungen in eine metallische Schicht einzubringen, welche eine hohe Passergenauigkeit
zu ersten Aussparungen in der Druckschicht der Druckfarbe aufweisen. Dadurch kann
um jede der zweiten Aussparungen des Sicherheitselements herum eine metallische Kontur
mit einer sehr hohen Gleichförmigkeit der Breite erzeugt werden.
[0029] Die metallische Beschichtung wird bei der Herstellung vorzugsweise vollflächig aufgetragen
und überdeckt somit auch die Druckfarbe. Bei Verwendung einer lasierenden oder semi-transparenten
Druckfarbe kann somit optisch ein metallischer Eindruck nicht nur in einem Teilbereich
der zweiten Aussparung, also beispielsweise im Bereich der Kontur, sondern auch im
Bereich der Druckfarbe erzeugt werden. Mit anderen Worten kann damit ein metallischer
optischer Eindruck auch im gesamten Hintergrundbereich des Sicherheitselements erzeugt
werden. Bei Verwendung eines hellen Metalls, wie beispielsweise Aluminium, kann dabei
in Kombination mit einer gelb lasierenden Druckfarbe in diesem Bereich ein goldfarbener
metallischer Eindruck erzeugt werden, während bei Verwendung einer rot lasierenden
Druckfarbe ein kupferfarbener metallischer Eindruck erzeugt werden kann. Es können
somit mehrere verschiedene metallische Farbeindrücke erzeugt werden, während nur eine
einzige metallische Schicht aufgetragen wird.
[0030] Vorzugsweise wird in einem sich anschließenden Herstellungsschritt eine weitere Schicht
auf die bedruckte Seite des Sicherheitselements aufgebracht. Diese weitere Schicht
ist dann durch die zweiten Aussparungen des Sicherheitselementes, also durch die Teilbereiche,
in denen zuvor die Waschfarbe aufgedruckt wurde, hindurch sichtbar und bestimmt den
Farbeindruck der zweiten Aussparungen. Dadurch wird ein weiterer Freiheitsgrad zum
Erreichen der gewünschten Farbeindrücke des herzustellenden Sicherheitselements geschaffen.
[0031] In einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht diese weitere Schicht aus einer Metallschicht,
welche einen Farbeindruck erzeugt, der von dem Farbeindruck der Druckfarbe und dem
Farbeindruck der Abdeckschicht verschieden ist. Wird als Abdeckschicht eine Metallschicht
verwendet, so wird für die weitere Schicht ein davon verschiedenes Metall verwendet.
Bei geeigneter Wahl des Farbeindrucks (Farbton, Farbwert, etc.) der Druckfarbe und
der Abdeckschicht kann ein hoher Kontrast und damit eine gute Erkennbarkeit der durch
die erste und zweite Aussparung geschaffenen Bereiche erreicht werden.
[0032] In einer alternativen vorteilhaften Ausgestaltung umfasst die weitere Schicht Deckweiß.
In Aufsicht auf das Sicherheitselement ist die zweite Aussparung somit als helle,
weiße Fläche visuell wahrnehmbar. Wird weiterhin als Abdeckschicht ein helles Metall,
wie beispielsweise Aluminium, und als Druckfarbe eine lasierende und somit abdunkelnde
Druckfarbe verwendet, so erscheint dem Betrachter der gesamte Bereich der ersten Aussparung
hell, während der Hintergrund des Sicherheitselements dunkel erscheint.
[0033] Werden die weitere Schicht weiterhin als transluzente Schicht und die Abdeckschicht
als opake Schicht ausgebildet, so erscheint, wenn die Abdeckschicht auch die Druckfarbe
überdeckt oder die Druckfarbe selbst bereits opak ist, in Durchsicht lediglich der
Bereich der zweiten Aussparung hell, während die übrigen Bereiche des Sicherheitselements,
also der durch die Abdeckschicht abgedeckte Teil der ersten Aussparung und der Bereich
der Druckfarbe, dunkel erscheinen.
[0034] Erzeugt die Abdeckschicht dabei eine Kontur um die zweite Aussparung, das heißt,
bilden die erste und die zweite Aussparung das gleiche nur um einen Vergößerungsfaktor
unterschiedliche, graphische Zeichen, so erscheint dem Betrachter das gleiche Zeichen
in Aufsicht größer als in Durchsicht, was ein weiteres leicht zu prüfendes Echtheitsmerkmal
des Sicherheitselements bildet.
[0035] In einem weiteren Schritt des Herstellungsverfahrens wird vorzugsweise eine Effektschicht
aufgebracht, welche einen optisch variablen Effekt erzeugt. Die Effektschicht wird
vorzugsweise auf der der bedruckten Seite gegenüberliegenden Seite des Substrats aufgebracht.
Die Effektschicht kann beispielsweise eine thermochrome Schicht, eine beugungserzeugende
Schicht, wie beispielsweise eine Schicht mit Reliefstruktur, oder eine einen Farbkippeffekt
zeigende Schicht, wie beispielsweise eine Interferenzschicht, eine Flüssigkristallschicht
oder eine Schicht mit Interferenzschichtpigmenten oder Flüssigkristallpigmenten umfassen.
Die Hintergrundfarbe des Sicherheitselementes, also der Farbton im Bereich der aufgebrachten
Druckfarbe, wird dabei vorzugsweise so gewählt, dass die Sichtbarkeit des optisch
variablen Effekts unterstützt wird. Beispielsweise wird bei Verwendung einer Effektschicht
mit Farbkippeffekt eine dunkle, vorzugsweise schwarze Druckfarbe für den Hintergrund
verwendet, welche dann gegebenenfalls nicht lasierend ist.
[0036] Weitere Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend beispielhaft
anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- eine Banknote;
- Fig. 2a - 2c
- ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens;
- Fig. 3
- einen Schichtaufbau eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Sicherheitselementes;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel des Sicherheitselementes;
- Fig. 5
- einen Schichtaufbau des zweiten Ausführungsbeispiels des Sicherheitselementes;
- Fig. 6
- einen Schichtaufbau eines dritten Ausführungsbeispiels des Sicherheitselementes;
- Fig. 7a - 7c
- Herstellungsschritte eines vierten Ausführungsbeispiels des Sicherheitselementes;
- Fig. 8a, 8b
- Herstellungsschritte eines fünften Ausführungsbeispiels des Sicherheitselementes;
- Fig. 9a, 9b
- einen weiteren Herstellungsschritt und Schichtaufbau eines sechsten Ausführungsbeispiels
des Sicherheitselementes; und
- Fig.10a - 10e
- Herstellungsschritte und Schichtaufbau eines siebenten Ausführungsbeispiels des Sicherheitselementes.
[0037] In Fig. 1 ist beispielhaft eine Banknote mit einem Sicherheitselement in Form eines
Sicherheitsfadens 11 schematisch dargestellt. Die nachfolgend beispielhaft erläuterte
Erfindung kann etwa in einem solchen Sicherheitsfaden realisiert sein, der als Fensterfaden
oder als vollständig eingebetteter Sicherheitsfaden oder gegebenenfalls auch als auf
die Oberfläche aufgebrachtes Patch vorliegen kann. Auch andere Formen und Anbringungsorte,
insbesondere über Öffnungen in der Banknote, sind möglich.
[0038] In den Fig. 2a bis 2c sind die Schritte eines ersten Ausführungsbeispiels zur Herstellung
eines solchen Sicherheitselements skizziert. In Fig. 3 ist der Schichtaufbau des dabei
erhaltenen Sicherheitselements im Querschnitt dargestellt.
[0039] Auf eine transparente Kunststofffolie, wie beispielsweise eine PET-Folie 1, als Substrat
wird zunächst eine Druckschicht 2 einer wasserfesten Druckfarbe mit Aussparungen 3
aufgebracht (Fig. 2a). Die Aussparungen 3 können die Form von alphanumerischen oder
sonstigen graphischen Zeichen oder anderen Motiven annehmen. In den Teilbereichen
4 der Aussparungen 3 wird eine wasserlösliche Waschfarbe aufgedruckt. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel entspricht die geometrische Form der Teilbereiche 4 bis auf einen
Vergrößerungsfaktor derjenigen der Aussparungen 3, und es bleibt in den Aussparungen
3 jeweils ein Randbereich 5 konstanter Breite, welcher weder mit der wasserfesten
Druckfarbe, noch mit der wasserlöslichen Waschfarbe bedruckt ist. Dieser nicht bedruckte
Randbereich trennt die mit der Waschfarbe bedruckten Teilbereiche 4 von der wasserfesten
Druckfarbe räumlich auf dem Substrat 1. Anschließend wird vollflächig eine metallische
Schicht 5' aus Aluminium aufgebracht und danach die Waschfarbe zusammen mit der darüber
aufgebrachten Metallschicht entfernt, wodurch weitere, zweite Aussparungen in der
Metallschicht an den Stellen der Teilbereich 4 entstehen (Fig. 2c). Das entstehende
Sicherheitselement erhält dadurch eine silbrig glänzende, metallische Kontur in den
Randbereichen 5 der Aussparungen 3, welche sich für einen Betrachter in Aufsicht klar
von der wasserfesten Druckfarbe unterscheidet, die selbst beispielsweise gelb lasierend
ist. Die metallische Schicht 5', welche auch oberhalb der Druckschicht 2 der wasserfesten
Druckfarbe aufgetragen ist, wird durch den Waschschritt nicht entfernt, weswegen die
aufgetragene Metallschicht 5' einen definierten Hintergrund für die gelb lasierende,
also semitransparente Druckfarbe, bildet. Auf das Sicherheitselement wird dann eine
weitere transparente Kunststofffolie 6 und/ oder ein Kaschierkleber und eine Deckweißschicht
7 aufgebracht (Fig. 3).
[0040] Das dadurch geschaffene Sicherheitselement zeigt dem Betrachter drei Bereiche mit
verschiedenen Farbeindrücken. Die in den Fig. 2a bis 2c gezeigte Ansicht in Aufsicht
(Draufsicht) entspricht der Betrachtung des in Fig. 3 im Querschnitt gezeigten Sicherheitselementes
von unten. Der die zweiten Aussparungen bildende Teilbereich 4, in welchem während
des Herstellungsverfahrens zeitweilig die wasserlösliche Waschfarbe aufgetragen war,
erscheint in Aufsicht wegen der dahinter liegenden Deckweißschicht 7 weiß, während
die durch den Randbereich 5 gebildete Kontur wegen der aufgetragenen Aluminiumschicht
5' silbrig, metallisch-glänzend erscheint. Im Bereich der wasserfesten Druckfarbe
ergibt sich aufgrund der aufgedruckten Metallschicht 5' ebenfalls ein metallischer
Farbeindruck. Wegen der lasierenden Eigenschaft der für die Druckschicht 2 verwendeten
Druckfarbe wird der silbrig glänzende Farbeindruck der dahinter liegenden Aluminiumschicht
5' jedoch eingefärbt. Dabei ergibt sich bei Verwendung einer gelb lasierenden Druckfarbe
für die Druckschicht 2 im Zusammenspiel mit der dahinter liegenden Aluminiumschicht
5' ein goldfarbener Farbeindruck, während sich bei Verwendung beispielsweise einer
rot lasierenden Druckfarbe im Zusammenspiel mit der dahinter liegenden Aluminiumschicht
5' ein kupferfarbener Farbeindruck ergibt.
[0041] Das Sicherheitselement gemäß dem in den Fig. 2a bis 2c und 3 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel
erzeugt beim Betrachter daher zwei verschiedene metallische Farbeindrücke, während
nur eine Metallschicht 5', also nur ein einziger metallischer Stoff, vorhanden ist.
[0042] In Aufsicht erzeugt die Aluminiumschicht 5' in der durch den Randbereich 5 gebildeten
Kontur wie auch die Deckweißschicht 7 beim Betrachter einen insgesamt hellen Farbeindruck,
so dass die gesamte Aussparung 3 hell erscheint, während der Hintergrund des Sicherheitselements,
also der Bereich der Druckschicht 2, dunkler erscheint. Der Betrachter nimmt somit
als Information besonders den gesamten Bereich der Aussparung 3 wahr. Dagegen sind
wegen der aufgebrachten Aluminiumschicht 5' sowohl der Hintergrund des Sicherheitselements,
also der Bereich der Druckschicht 2, als auch der die Kontur bildende Randbereich
5 innerhalb der Aussparung 3 opak und erscheinen in Durchsicht dunkel, wohingegen
der die zweite Aussparung bildende Teilbereich 4 wegen der transluzenten Deckweißschicht
7 beim Betrachter in Durchsicht einen hellen Farbeindruck erzeugt. Somit erscheint
dem Betrachter das durch die Aussparung gebildete graphische Zeichen in Aufsicht größer
als in Durchsicht.
[0043] In den Fig. 4 und 5 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselementes
in Aufsicht und im Querschnitt dargestellt. Der Aufbau und die Herstellung entsprechen
dabei in weiten Teilen dem in den Fig. 2a bis 2c und 3 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel.
Zusätzlich wird hierbei unterhalb der Deckweißschicht 7 eine weitere metallische Schicht
8 aus Gold aufgebracht. Dadurch erscheinen die Teilbereiche 4 der Aussparungen 3 anders
als in dem ersten Ausführungsbeispiel in Aufsicht nicht mehr weiß, sondern goldfarben.
Insbesondere bei Verwendung einer rot lasierenden, wasserfesten Druckfarbe für die
Druckschicht 2 können somit in Aufsicht durch Aufdruck von zwei metallischen Schichten
5', 8 drei metallische Farbeindrücke erzeugt werden, nämlich kupferfarben als Hintergrund,
also im Bereich der wasserfesten Druckschicht 2, silberfarben im den Bereichen der
die Konturen bildenden Randbereiche 5 und goldfarben in den die zweiten Aussparungen
bildenden Teilbereichen 4. Die Schichtdicke der aufgebrachten Goldschicht 8 wird dabei
ausreichend gering gewählt, so dass der zentrale Teilbereich 4 der Aussparungen 3
weiterhin transluzent ist und somit in Durchsicht hell erscheint.
[0044] In Fig. 6 ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines Sicherheitselementes im Querschnitt
gezeigt. Darin werden auf der der Druckschicht 2 der wasserfesten Druckfarbe gegenüberliegenden
Seite des Substrats 1 zunächst ein Kaschierlack 9 und anschließend eine Effektschicht
10 aufgetragen, welche durch eine weitere transparente Kunststofffolie 6 geschützt
ist. Die Effektschicht erzeugt dabei einen Farbkippeffekt (Color-Shift-Effect) und
umfasst dazu eine gerichtet reflektierende Schicht, die bei Änderung des Betrachtungswinkels
in Reflexion unterschiedliche Farbeindrücke erzeugt. Derartige optische variable Eigenschaften
können beispielsweise mit Interferenzschichtpigmenten und/oder Flüssigkristallpigmenten
erzeugt werden, die einem transparenten Bindemittel oder einer transparenten Kunststofffolie
beigemischt werden.
[0045] Im in Fig. 6 gezeigten, dritten Ausführungsbeispiel umfasst die Effektschicht 10
cholesterische Flüssigkristalle, die je nach Betrachtungswinkel einen Farbwechsel
zwischen Magenta und Grün zeigen. Dieser Farbwechsel ist vor einem dunklen Hintergrund
besonders gut sichtbar, weswegen als wasserfeste Druckfarbe 2 hier eine schwarze Druckfarbe
anstelle der gelb oder rot lasierenden Druckfarbe gewählt wird. Die Effektschicht
10 ist trotz des Farbkippeffekts hochtransparent, wodurch in Aufsicht innerhalb der
Aussparung 3 sowohl der die silbrig glänzende Aluminiumkontur bildende Randbereich
5 wie auch der zentrale, wegen der Deckweißschicht 7 weiße Teilbereich 4 visuell gut
erkennbar sind.
[0046] In einer nicht dargestellten Variante des dritten Ausführungsbeispiels kann auch
hier eine zusätzliche Goldschicht 8, wie in dem zweiten Ausführungsbeispiel gezeigt,
hinzugefügt werden. Dann erscheint auch bei Verwendung der Effektschicht der zentrale
Teilbereich 4 der Aussparungen 3 in Aufsicht goldfarben.
[0047] Anstelle der den Farbkippeffekt erzeugenden Effektschicht 10 kann auch eine andersartige
Effektschicht vorgesehen sein, beispielsweise eine thermochrome Schicht, die unterhalb
einer bestimmten Umschlagtemperatur, beispielsweise 30° C, opak ist und oberhalb der
Umschlagtemperatur farblos oder durchscheinend wird, so dass erst dann die darunterliegende
Information erkennbar wird. Alternativ kann der erwünschte optisch variable Effekt
der Effektschicht 10 auch durch eine Reliefstruktur erzeugt werden, die in einer transparenten
Lack- oder Kunststoffschicht in Form von Beugungsstrukturen eingeprägt ist.
[0048] In den Fig. 7a bis 7c sind die Herstellungsschritte eines Sicherheitselementes gemäß
eines vierten Ausführungsbeispiels gezeigt. Auch hierbei wird zunächst eine Waschfarbe
in Aussparungen 3 einer Druckschicht einer wasserfesten Druckfarbe in einem gemeinsamen
Druckvorgang passergenau zueinander gedruckt (Fig. 7a, 7b). Dabei unterscheidet sich
jedoch die geometrische Form des Teilbereichs 4, in dem die Waschfarbe aufgedruckt
ist, von der Form der Aussparung 3. Nach dem Metallisieren und Auswaschen erhält man
wiederum ein Sicherheitselement, welches wenigstens drei verschiedene Farbeindrücke
vermittelt (Fig. 7c). Hierbei vermittelt die geometrische Form der Aussparungen 3
dem Betrachter jedoch eine andere Information als die Form der zweiten Aussparungen
3. Auch in diesem Ausführungsbeispiel liegt der transluzente Teilbereich 4 in einem
metallischen Randbereich 5, welcher durch eine Aluminiumschicht 5 gebildet wird. Dieser
Randbereich 5 bildet jedoch im Gegensatz zu den vorher gezeigten Ausführungsbeispielen
keine Kontur konstanter Breite. Dennoch lässt sich zumindest maschinell die Passerhaltigkeit
der Bereiche 3 und 4 als Echtheitsmerkmal überprüfen.
[0049] In den Fig. 8a und 8b ist das Herstellungsverfahren eines fünften Ausführungsbeispiels
skizziert. Darin zeigt die aufgedruckte wasserfeste Druckfarbe zwei verschiedene Arten
von Aussparungen 3, zum einen alphanumerische Zeichen in Form einer Negativschrift
und zum anderen durchgehend freie Bereiche in Form von Schrägstreifen. In diese Schrägstreifen
wird in Teilbereiche 4 die wasserlösliche Waschfarbe gedruckt (Fig. 8a). Nach dem
Metallisieren mit z.B. Aluminium 5' und dem anschließenden Auswaschen der Waschfarbe
ergeben sich alternierend zwei Arten von Schrägstreifen, welche aus insgesamt drei
verschiedenen Farbeindrücken zusammengesetzt sind: In einem ersten Schrägstreifen
ist die Druckschicht 2 der gelb lasierenden, wasserfesten Druckfarbe von der Aluminiumschicht
5' unterlegt, und die aufgedruckte Information zeigt sich dem Betrachter in Form von
silberfarbenen Motiven "100" in einem goldfarbenen Hintergrund. In dem benachbarten
Schrägstreifen zeigt sich dem Betrachter die Information in Form von transluzenten
Motiven "PL", gebildet durch die Teilbereich 4, in einem silberfarbenen Hintergrund.
[0050] In Fig. 9a ist ein Herstellungsschritt dargestellt, welcher sich an die in den Fig.
2a bis 2c gezeigten Herstellungsschritte des ersten Ausführungsbeispiels anschließt
und ein sechstes Ausführungsbeispiel des Sicherheitselementes schafft. Fig. 9b zeigt
eine Schnittansicht des Schichtaufbaus des resultierenden sechsten Ausführungsbeispiels.
Im ersten Ausführungsbeispiel ist die wasserfeste Druckfarbe 2 auf der Seite des Substrats
1 angeordnet, die die Rückseite des Sicherheitselementes bildet, also in Blickrichtung
eines Betrachtes hinter dem Substrat 1 liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite des
Substrats 1, die die Vorderseite des Sicherheitselementes bildet, wird zur Schaffung
des siebenten Ausführungsbeispiels zunächst im Bereich 11 wiederum eine wasserlösliche
Waschfarbe aufgedruckt. Anschließend wird auf diese Substratseite eine Effektschicht
10 vollflächig aufgetragen, welche einen Farbkippeffekt (Color-Shift-Effect) erzeugt.
In Fig. 9b ist die Effektschicht einschichtig dargestellt und sie enthält beispielsweise
Interferenzschichtpigmente und/oder Flüssigkristallpigmente. Die Effektschicht 10
kann jedoch auch als durchgehende Interferenzschicht ausgebildet werden und dazu einen
mehrschichtigen Aufbau aufweisen mit einer Reflektorschicht, einer Dielektrikumschicht
und einer Teilreflektorschicht, welche beispielsweise aus Al, SiO
2 und Cr gebildet sind. Anschließend wird die wasserlösliche Waschfarbe von der Vorderseite
des Sicherheitselementes zusammen mit der darauf angeordneten Effektschicht 10 entfernt,
wodurch eine Aussparung 11 in der Effektschicht 10 geschaffen wird. Liegen die Aussparungen
4 auf der Rückseite des Sicherheitselementes in Blickrichtung vollständig innerhalb
der Aussparungen 11 auf der Vorderseite des Sicherheitselementes, wie dies in den
Fig. 9a und 9b dargestellt ist, so liegt die Effektschicht 10 auf der Vorderseite
des Sicherheitselementes vollständig innerhalb von Bereichen, in denen auf der Rückseite
des Sicherheitselementes die metallische Schicht 5' aufgetragen ist. Diese metallische
Schicht 5' schafft wegen ihrer Opazität einen ausreichend dunklen Hintergrund, vor
welchem der Farbkippeffekt der Effektschicht 10 gut beobachtet werden kann. Der Farbkippeffekt
schafft beispielsweise einen Farbwechsel zwischen Magenta und Grün. Dieser Farbkippeffekt
zeigt sich in den Bereichen außerhalb der Aussparung 11. Innerhalb der Aussparung
11 sieht der Betrachter die Druckschicht 2 der wasserfesten Druckfarbe. Ist die Druckfarbe
gelb lasierend und die in Betrachtungsrichtung dahinter liegende metallische Schicht
5' eine Aluminumschicht, so ergibt sich ein goldfarbener Farbeindruck für einen Betrachter.
Ist die Druckfarbe rot lasierend, ergibt sich ein kupferfarbener Farbeindruck. Im
Bereich der Aussparung 4 ist das Sicherheitselement sowohl auf der Vorderseite als
auch auf der Rückseite transparent und gestattet somit den Blick auf eine gegebenenfalls
dahinter liegende weitere Schicht, beispielsweise eine Deckweißschicht 7 oder eine
weitere Metallschicht, wie aus dem zweiten Ausführungsbeispiel bekannt. Die Aussparung
4 besitzt weiterhin die bereits in dem ersten Ausführungsbeispiel beschriebene Kontur
5, welche wenn sie durch eine Aluminiumschicht 5' geschaffen wird, einen silberfarbenen
Farbeindruck schafft.
[0051] In den Fig. 10a bis 10d sind die Herstellungsschritte eines siebenten Ausführungsbeispiels
des Sicherheitselementes dargestellt und in Fig. 10e eine Schnittansicht des Schichtaufbaus
des resultierenden siebenten Sicherheitselementes. Auf ein transparentes Substrat
1 wird zunächst, wie in Fig. 10a dargestellt, im Bereich 4 eine wasserlösliche Waschfarbe
aufgebracht. Anschließend wird darüber eine metallische Schicht 5' beispielsweise
aus Aluminium, Kupfer oder Gold aufgebracht, wodurch ein silberfarbener, ein kupferfarbener
oder ein goldfarbener Farbeindruck geschaffen wird. Anschließend wird die Waschfarbe
entfernt, wobei in der metallischen Schicht 5' Aussparungen 4 geschaffen werden, wie
dies in Fig. 10b dargestellt ist. Die metallisierte Seite des Substrats 1 bildet die
Rückseite des Sicherheitselementes. Auf der gegenüberliegenden Seite des Substrats
1, d.h. auf der Vorderseite des zu schaffenden Sicherheitselementes, wird im Bereich
11 wiederum eine wasserlösliche Waschfarbe aufgetragen. Anschließend wird auf der
Vorderseite die Effektschicht 10 aufgetragen, wobei die Effektschicht 10 wiederum
Interferenzschichtpigmente oder Flüssigkristallpigmente umfasst oder einen mehrschichtigen,
durchgehenden Interferenzschichtaufbau oder eine durchgehende Flüssigkristallschicht
aufweist. Anschließend wird die Waschfarbe auch auf die Vorderseite des Sicherheitselementes
aufgewaschen, wodurch Aussparungen 11 in der Effektschicht 10 geschaffen werden. Der
Farbkippeffekt der Effektschicht 10 kann in solchen Bereichen gut wahrgenommen werden,
in denen keine Aussparung 4 in der metallischen Schicht 5' auf der Rückseite des Sicherheitselementes
vorliegt. Im Bereich von Aussparung 4 in der metallischen Schicht 5' auf der Rückseite
des Sicherheitselementes kann der Farbkippeffekt der Effektschicht dagegen im Wesentlichen
nicht wahrgenommen werden. Mit anderen Worten kann ein Farbkippeffekt in Bereichen
wahrgenommen werden, in denen weder Aussparungen 4 auf der Rückseite noch Aussparungen
11 auf der Vorderseite des Sicherheitselementes vorliegen. Die Anordnung der Aussparungen
4 und 11 auf der Rück- und Vorderseite des Sicherheitselementes zueinander kann auf
verschiedene Art und Weise gestaltet werden. Einerseits kann die Aussparung 4 in Draufsicht
auf das Sicherheitselement vollständig innerhalb einer Aussparung 11 liegen, wie beispielsweise
auf der rechten und der linken Seite in Fig. 10d gezeigt wird. Andererseits können
die Aussparungen 4 auch außerhalb von Aussparungen 11 liegen, wie in dem mittleren
Bereich der Fig. 10d dargestellt ist. Weiterhin können die Aussparungen 4 auf der
Rückseite des Sicherheitselementes eine Information für den Betrachter, beispielsweise
in Form eines so genannten Cleartexts, bilden.
[0052] So kann somit zum einen diese Information direkt innerhalb des den Farbkippeffekt
zeigenden Bereichs angeordnet werden, indem die Aussparung nur auf der Rückseite,
nicht aber auf der Vorderseite des Sicherheitselementes vorliegt, wie dies im mittleren
Bereich der Fig. 10d dargestellt ist. Zum anderen kann diese Information innerhalb
eines metallfarbenen Bereichs angeordnet werden, wie dies auf der rechten und der
linken Seite in Fig. 10d dargestellt ist. Im letzteren Fall ist der metallfarbene
Bereich durch die Aussparung 11 in der Effektschicht 10 auf der Vorderseite des Sicherheitselementes
begrenzt. Der metallfarbene Bereich zeigt dann die Farbe des für die metallische Schicht
5' verwendeten Metalls.
[0053] Somit kann auf einem Sicherheitsfaden eine Abfolge von Informationen (Aussparungen)
geschaffen werden, wobei diese Informationen beispielsweise abwechselnd von einem
metallfarbenen Bereich umgeben sind oder direkt innerhalb eines einen Farbkippeffekt
zeigenden Bereichs angeordnet sind, wie dies in Fig. 10d angedeutet ist.
[0054] Liegt die Effektschicht 10 in Form einer mehrlagigen Interferenzschicht vor, so genügt
es, um deren Farbkippeffekt zu unterdrücken, in einer dieser mehreren Schichten eine
Aussparung 11 vorzusehen. Bei der Herstellung des Sicherheitselement gemäß des siebenten
Ausführungsbeispiels kann die jeweils auf der Rück- und Vorderseite aufgetragene wasserlösliche
Waschfarbe auch in einem gemeinsamen Auswaschschritt entfernt werden.
1. Verfahren zur Herstellung eines Sicherheitselements für Wertgegenstände umfassend
die Schritte:
- Drucken einer Druckfarbe auf eine Seite eines transluzenten Substrats (1), wobei
die dabei entstehende Druckschicht (2) zumindest eine erste Aussparung (3) aufweist,
und Drucken einer Waschfarbe innerhalb der ersten Aussparung (3), so dass die dabei
entstehende Waschfarbschicht einen Teilbereich (4) der ersten Aussparung (3) überdeckt,
wobei das Drucken der Druckfarbe und das Drucken der Waschfarbe in einem Druckvorgang
geschieht;
- Aufbringen einer Abdeckschicht (5') auf die bedruckte Seite des Substrats, wobei
die Abdeckschicht (5') einen von der Druckfarbe verschiedenen Farbeindruck vermittelt;
und
- Auswaschen der Waschfarbe einschließlich der darauf aufgebrachten Abdeckschicht
(5'), wodurch eine innerhalb der ersten Aussparung (3) der Druckschicht (2) liegende
zweite Aussparung (4) in der Abdeckschicht (5') geschaffen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (5') für die zweite Aussparung (4) eine Kontur mit gleichförmiger
Breite bildet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (5') eine metallische Schicht ist, welche vorzugsweise opak ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe lasierend ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch den sich an das Auswaschen anschließenden Schritt:
- Aufbringen einer weiteren Schicht (7, 8), vorzugsweise einer Deckweißschicht (7)
und/oder einer metallischen Schicht (8), auf die bedruckte Seite des Substrat (1),
welche durch die zweite Aussparung (4) hindurch sichtbar ist und vorzugsweise transluzent ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch den sich an das Auswaschen anschließenden Schritt:
- Aufbringen einer Effektschicht (10) auf die der bedruckten Seite ge genüberliegende
Seite des Substrats (1), wobei die Effektschicht (10) einen optisch variablen Effekt
erzeugt.
7. Sicherheitselement für Wertgegenstände, umfassend ein transluzentes Substrat (1) mit
einer bedruckten Seite, auf welcher eine Druckschicht (2) einer Druckfarbe mit einer
ersten Aussparung (3) aufgebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der ersten Aussparung (3) eine Abdeckschicht (5') aufgebracht ist, welche
einen von der Druckfarbe verschiedenen Farbeindruck vermittelt, wobei sich eine innerhalb
der ersten Aussparung (3) liegende zweite Aussparung (4) passergenau zur ersten Aussparung
(3) in der Abdeckschicht (5') befindet.
8. Sicherheitselement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Passertoleranz der zweiten Aussparung (4) gegenüber der ersten Aussparung (3)
weniger als 0,1 mm beträgt.
9. Sicherheitselement nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (5') für die zweite Aussparung (4) eine Kontur mit gleichförmiger
Breite bildet.
10. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (5') eine metallische Schicht ist, welche vorzugsweise opak ist.
11. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarbe lasierend ist.
12. Sicherheitselement nach Anspruch 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die metallische Schicht (5') auf der bedruckten Seite des Substrats (1) zusätzlich
über der Druckfarbe aufgebracht ist.
13. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 12, gekennzeichnet durch eine auf der bedruckten Seite des Substrats (1) angeordnete weitere Schicht (7, 8),
vorzugsweise eine Deckweißschicht (7) oder eine metallische Schicht (8), welche den
Farbeindruck der zweiten Aussparung (4) bestimmt und vorzugsweise transluzent ist.
14. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 13, gekennzeichnet durch eine auf der der bedruckten Seite gegenüberliegenden Seite angeordnete Effektschicht
(10), welche einen optisch variablen Effekt erzeugt.
15. Sicherheitspapier, umfassend ein Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis
14, wobei das Sicherheitselement vorzugsweise einen Fensterbereich oder ein Loch des
Sicherheitspapiers bedeckt.
16. Wertgegenstand, umfassend ein Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 7 bis 14,
wobei das Sicherheitselement vorzugsweise einen Fensterbereich oder ein Loch des Wertgegenstands
bedeckt.
17. Verwendung eines Sicherheitselements nach einem der Ansprüche 7 bis 14, eines Sicherheitspapiers
nach Anspruch 15 oder eines Wertgegenstands nach Anspruch 16 zur Sicherung von Waren.