(19)
(11) EP 2 138 394 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.02.2013  Patentblatt  2013/07

(21) Anmeldenummer: 09005452.9

(22) Anmeldetag:  17.04.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B63G 8/18(2006.01)

(54)

Vorrichtung für U-Boote als Abweiser

Device for submarines as deflector

Dispositif pour sous-marins en tant que déflecteur


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 26.06.2008 DE 102008031044

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
30.12.2009  Patentblatt  2009/53

(73) Patentinhaber: Emder Werft-und Dockbetriebe GmbH
26725 Emden (DE)

(72) Erfinder:
  • Bruhn, Christian
    26725 Emden (DE)

(74) Vertreter: Hansmann, Dierk 
Patentanwälte Hansmann-Klickow-Hansmann Jessenstrasse 4
22767 Hamburg
22767 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 3 242 290
US-A1- 2007 202 328
DE-C- 305 132
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein U-Boot mit einer Abweiservorrichtung im Bereich von Antriebs- und Steuereinrichtungen als gespannte drahtförmige Elemente zur Umspannung von Ruder und/oder Flossen in X-Anordnung.

    [0002] Es ist aus der DE 32 42 290 A1 bekannt, sogenannte Drahtabweiser an den hinteren Ruderblättern von U-Booten anzuordnen. Bei diesen Abweisern handelt es sich um eine Anordnung, die die kreuzförmige Kontur der hinteren Ruderblätter eines U-Bootes zu einer umlaufenden, glatten, rechteckigen Kontur durch einzelne Stränge mit Federelementen und Spannschlössern verbindet. Durch diese Kontur des Abweisers wird verhindert, daß beispielsweise ein Lenkdraht eines Torpedos in einen Propeller des U-Bootes sich verhakt. Vorhandene Abweiser bestehen somit aus einem System mit vielen Einzelteilen, wie aus Drehlagern, Kipphebeln, Kardangelenken, Gummifederelementen, Spannelementen, Verkleidungsteilen und einem tragenden Niro-Rundstahl-Draht.

    [0003] Die Lage des Drahtabweisers an einem U-Boot mit X-Rudern ist sehr exponiert, so daß der Abweiser beim An- und Ablegen des U-Bootes oft beschädigt wird. Hierbei werden zahlreiche teure Bauteile des Drahtabweisers zerstört. Während die Demontage des Abweisers unter Wasser nur mit Schwierigkeiten möglich ist, ist die Reparatur unter Wasser praktisch nicht möglich. Im Normalfall wird das U-Boot zur Reparatur des Abweisers eingedockt.

    [0004] Weiterhin wurde nach der DE 305 132 A ein Abweiser für Tiefenruder vorgeschlagen, wobei aber keine X-Anordnung von Rudern mit einer Umspannung vorgeschlagen wird. Hierbei sind zwei über Rollen geführte Abweiserseile mit zwischengeschalteten Federn vorgeschlagen worden, die mit einem Ende ins Bootsinnere geführt werden und bei Bewegung der Ruderwelle über eine Kurbelwelle ein Längenausgleich einstellbar sind. Diese Anordnung erfordert einen großen Wartungsaufwand und verursacht entsprechende Geräusche bei einer Verstellung.

    [0005] Nach der US 2007/202328 A1 ist ein Faserseil für einen Marineeinsatz bekannt. Ein gattungsgemäßer Einsatz ist dabei nicht vorgesehen.

    [0006] Die Aufgabe der Erfindung ist eine einfache Abweiservorrichtung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, die um die Ruder herumführbar ist und eine Austauschbarkeit kurzfristig Unterwasser ermöglicht und ein gutes hydrodynamisches und akustisches Verhalten aufweist.

    [0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß der Abweiser durch ein Faserseil aus Kunststoff gebildet ist, das über Führungselemente als Rollenelemente zur Umlenkung im Außenbereich von Ruder und/oder Flossen umlaufend geführt ist und die Rollenelemente über Drehlager angeordnet und die Drehlager in der Drehachse der Ruder angeordnet sind.

    [0008] Hierdurch wird eine umlaufende Anordnung geschaffen, die eine Dehnung des gesamten Seiles ausnutzt und durch eine punktförmige Berührung in den Umlenkpunkten nachgibt. Ferner wird das Pendeln eines sich unter Last verformenden Kunststoff-Ruders ausgeglichen. Gegenüber einem Stahlseil ist zusätzlich eine größere Schwingungsdämpfung vorhanden.

    [0009] Eine günstige Ausbildung besteht darin, daß das Faserseil aus hochfesten Kunststoffasern gebildet ist.

    [0010] Um bei Überlastung der Ruder einen Schutz zu erzielen, wird vorgeschlagen, daß das Faserseil derart gespannt angeordnet ist, daß bei Lastüberschreitung einer eingestellten Größe über die Ruder oder Flossen ein Abriß erfolgt.

    [0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine Heckansicht auf einer Ruderanordnung eines U-Bootes und
    Fig. 2
    eine vergrößerte Detailansicht II der Fig. 1


    [0012] Bei der dargestellten Anordnung sind im Heckteile 1 des U-Bootes vier Ruder 2 angeordnet, die über eine Drehachse 3 bewegbar sind. Im außenliegenden Bereich der Ruder 2 sind in der Drehachse 3 Rollenelemente 4 als Führungselemente angeordnet, die über ein Drehlager 6 angeordnet sind.

    [0013] Die Rollenelemente 4 sind dabei als Seilrollen ausgebildet und dienen zur Aufnahme eines Faserseils 5 aus Kunststoff, das als geschlossener umlaufender Ring als Umspannung angeordnet ist und über eine Spannvorrichtung 7 zusammengefügt ist. Durch die umlaufende Anordnung ist es möglich, eine Dehnung des gesamten Faserseils 5 auszunutzen.

    [0014] Das Faserseil 5 besteht zweckmäßigerweise hochfesten Kunststoffasern, beispielsweise aus einem hochfesten Polyethylen, wie es unter dem Handelsnamen Dyneema bekannt ist.

    [0015] Eine Umspannung durch das Faserseil 5 ermöglicht somit durch eine punktförmige Berührung in den Umlenkbereichen 8 eine gute Nachgiebigkeit, das zentral über Wasser spannbar ist und ein Pendeln der sich unter Last verformenden Ruder 2 aus Kunststoff ausgleichbar ist.


    Ansprüche

    1. U-Boot mit einer Abweiservorrichtung im Bereich von Antriebs- und Steuereinrichtungen als gespannte drahtförmige Elemente zur Umspannung von Ruder und/oder Flossen in X-Anordnung, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweiser durch ein Faserseil (5) aus Kunststoff gebildet ist, das über Führungselemente (4) als Rollenelemente zur Umlenkung im Außenbereich (8) von Ruder (2) und/oder Flossen umlaufend geführt ist und die Rollenelemente (4) über Drehlager (6) angeordnet und die Drehlager (6) in der Drehachse (3) der Ruder (2) angeordnet sind.
     
    2. U-Boot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Faserseil (5) aus hochfesten Kunststoffasern gebildet ist.
     
    3. U-Boot nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Faserseil (5) derart gespannt angeordnet ist, daß bei Lastüberschreitung einer eingestellten Größe über die Ruder (2) oder Flossen ein Abriß erfolgt.
     


    Claims

    1. A submarine having a deflector device in the region of drive and control devices constructed as tensioned wire-shaped elements for extending around the rudder and/or fins in an X-arrangement, characterised in that the deflector is formed by a fibre rope (5) made of plastic material, which is guided in continuous manner by way of guide elements (4) constructed as roller elements for deflection in the outer region (8) of the rudder (2) and/or fins and the roller elements (4) are arranged via pivot bearings (6) and the pivot bearings (6) are arranged in the rotational axis (3) of the rudders (2).
     
    2. A submarine according to Claim 1, characterised in that the fibre rope (5) is made from high-strength plastic fibres.
     
    3. A submarine according to one of Claims 1 to 2, characterised in that the fibre rope (5) is arranged tensioned in such a way that, when a specified load variable is exceeded, a tear is produced by the rudders (2) or fins.
     


    Revendications

    1. Sous-marin, avec un dispositif déflecteur dans la zone de dispositifs d'entraînement et de commande, en tant qu'éléments en forme de fils tendus, destinés à entourer un gouvernail et / ou des stabilisateurs en agencement en X, caractérisé en ce que le déflecteur est formé par un câble (5) en matière plastique, qui est conduit périphériquement au moyen d'éléments de guidage (4) réalisés sous la forme d'éléments à rouleaux pour le renvoi dans la zone extérieure (8) du gouvernail (2) et / ou des stabilisateurs, et que les éléments à rouleaux (4) sont montés par l'intermédiaire de supports pivotants (6) et que les supports pivotants (6) sont disposés dans l'axe de rotation (3) du gouvernail (2).
     
    2. Sous-marin selon la revendication 1, caractérisé en ce que le câble (5) est formé par des fibres en matière plastique haute résistance.
     
    3. Sous-marin selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que le câble (5) est agencé en étant tendu de sorte que, lorsque la charge est dépassée d'une valeur déterminée sur le gouvernail (2) ou sur les stabilisateurs, il se produit une rupture.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente