[0001] Die Erfindung betrifft eine Trocknungsanordnung zum Trocknen einer laufenden Faserstoffbahn,
insbesondere Papier-, Karton- oder Tissuebahn, mit einem beheizbaren, einen drehbaren
Mantel umfassenden Zylinder, insbesondere Trockenzylinder, um den die Faserstoffbahn
zwischen diesem und mit einem äußeren impermeablen Pressband geführt ist, sowie mit
wenigstens einer Druckvorrichtung zur Beaufschlagung des den beheizbaren Zylinder
zusammen mit der Faserstoffbahn umschlingenden äußeren Pressbandes. Sie betrifft ferner
einen beheizbaren, drehbaren Mantel aufweisenden Zylinder für eine solche Trocknungsanordnung.
Trocknungsvorrichtungen der genannten Art sind in den Druckschriften
EP-A-1 780 331,
WO-A-2005/100682,
DE-A-10 2004 017 810 und
WO-A-2006/072505 beschrieben.
[0002] Bei diesen so genannten "BoostDryers" wird die Faserstoffbahn zur Verbesserung der
Trocknungsrate an den beheizten Zylinder gepresst, um den Wärmeübergang vom Zylinder
auf die Bahn durch einen entsprechend verbesserten Kontakt zu erhöhen. Insbesondere
bei sehr feuchten Faserstoffbahnen stellt auch das Auspressen des Wassers aus der
Bahn einen wesentlichen Faktor dar. Durch den Anpressvorgang in Kombination mit der
Temperatur sind die Eigenschaften der Faserstoffbahn positiv beeinflussbar. Das Anpressen
kann beispielsweise durch einen unter Druck stehenden Wassermantel erfolgen, der den
Zylinder z.B. über einen Winkelbereich von 270 bis 300° umschlingt, so dass die Faserstoffbahn
durch davor und danach angeordnete Walzen um den Zylinder geführt werden kann. Der
Wassermantel kann also nicht geschlossen sein, so dass sich je nach Druckbeaufschlagung
und Druckverteilung innerhalb der Druckhaube bzw. Druckzonen innerhalb der Haube erhebliche
Differenzkräfte ergeben, die bei rotierendem Trockenzylinder hohe Biegekräfte verursachen
und in den führerseitig und triebseitig angeordneten Lagern zu hohen Lagerkräften
führen können.
[0003] Die zumeist verwendete gelenkige Lagerung über Pendelrollenlager führt vor allem
bei breiten Zylindermänteln und entsprechend großen Lagerabständen zu hohen Durchbiegungen
des Zylinders und bei wärmetechnisch optimierten Zylindern mit dünnwandiger Außenschale
bzw. Mantel zu hohen Belastungen in der äußeren Schale.
[0004] Systeme mit optimierter Haubendruckverteilung, die diese hohen Belastungen reduzieren
können, besitzen zumeist technologische Nachteile oder reduzieren die Effizienz der
Trocknung.
[0005] Bei der aus der
DE-A-10 2004 017 810 bekannten Trocknungsanordnung der eingangs genannten Art ist unterhalb des Zylinders
eine Stützeinrichtung vorgesehen, die ein oder zwei Stützwalzen, mehrere über die
Breite des Zylinders nebeneinander angeordnete Rollen, einen Stützschuh oder ein Stützband
umfassen kann. Eine derartige externe Stützeinrichtung erfordert jedoch relativ viel
Platz, der häufig nicht zur Verfügung steht.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Trocknungsanordnung der
eingangs genannten Art zu schaffen, bei der die zuvor erwähnten Probleme beseitigt
sind. Dabei soll insbesondere erreicht werden, dass trotz der hohen, aus den Druckdifferenzen
resultierenden Lasten, die auf den Zylinder wirken, die Belastungen in der äußeren
Schale oder Zylindermantel und entsprechend auch die Durchbiegung des Zylindermantels
möglichst gering gehalten werden.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Zylindermantel von einem
drehfesten Stützkern durchsetzt und drehbar an diesem abgestützt ist.
[0008] Durch den drehfesten Stützkern, bei dem es sich insbesondere um eine möglichst steife
Stützkonstruktion handeln kann, werden die Belastungen in dem Zylindermantel bzw.
Außenschale auf ein Minimum reduziert, wodurch entsprechend auch die Durchbiegung
des Zylindermantels geringer wird.
[0009] Bevorzugt ist der Stützkern fest mit einer dem Zylinder zugeordneten Stuhlung verbunden.
[0010] Da die durch den Kern gebildete Stützkonstruktion drehfest ausgeführt ist, kann sie
also starr mit der Stuhlung verbunden werden. Der je nach Anzahl und Art der Lagerung
mehr oder weniger steif ausgeführte Zylindermantel bzw. Außenschale rotiert auf dem
stehenden Stützkern.
[0011] Aufgrund der festen Einspannung in der Stuhlung kann der drehfeste Stützkern auch
Biegemomente in diese einleiten, wodurch bereits eine durchbiegungsreduzierte Biegelinie
erreicht werden kann. Da der Stützkern auch nicht beschleunigt oder verzögert werden
muss, ist dessen Gewicht, das bei einer besonders stabilen Bauweise auch größer sein
kann, von untergeordneter Bedeutung.
[0012] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn der Stützkern aus mehreren Segmenten zusammengesetzt
ist.
[0013] Indem der Aufbau des Stützkerns segmentweise durchgeführt werden kann, sind lediglich
einzelne, kleinere und entsprechend leichtere Komponenten zu transportieren, die dann
erst in der Papierfabrik zusammengesetzt werden müssen.
[0014] Der Stützkern kann eine zumindest im Wesentlichen zylindrische Form besitzen.
[0015] Von Vorteil ist aber auch, wenn der Stützkern eine Vorkrümmung besitzt.
[0016] Der Stützkern ist bevorzugt hohl. Er kann also beispielsweise eine hohlzylindrische
Form besitzen.
[0017] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Trocknungsanordnung
ist im Inneren des hohlen Stützkerns wenigstens ein sich vorzugsweise quer zur Zylinderachse
erstreckendes Stützelement, insbesondere Strebe, angeordnet.
[0018] Bevorzugt sind mehrere in Richtung der Zylinderachse aufeinander folgende, sich vorzugsweise
jeweils quer zur Zylinderachse erstreckende Stützelemente vorgesehen.
[0019] Dabei ist es von Vorteil, wenn wenigstens ein Stützelement variabel einstellbar ist.
[0020] Hierbei können das bzw. die Stützelemente vorteilhafterweise zur Einstellung an einer
jeweiligen vorgebbaren Vorkrümmung des Zylindermantels entsprechend variabel einstellbar
sein.
[0021] Der Stützkern kann also beispielsweise zusätzlich mit Stütz- oder Stellelementen
auf eine solche Weise fest eingestellt oder im Betrieb variabel verstellt werden,
dass unter der Betriebslast, wie insbesondere der sich je nach Anordnung ändernden
Gewichtskraft eine minimale Verformung der darauf rotierenden Schale bzw. des Zylindermantels
präsentiert.
[0022] Bei den Stütz- bzw. Stellelementen kann es sich insbesondere um mechanische, elektrische,
hydraulische und/oder pneumatische Elemente handeln.
[0023] Gemäß einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Trocknungsanordnung
sind Mittel vorgesehen, um die Einstellung des bzw. der Stützelemente insbesondere
automatisch auf die im Betrieb am Zylinder auftretende Belastungsverteilung entlang
einer Linie, vorzugsweise entlang der Zylinderachse, und/oder dreidimensional auf
die im Betrieb auftretende Zylindermantelverformung abzustimmen.
[0024] Bevorzugt sind Mittel zur insbesondere automatischen Überwachung der im Zylindermantel
und/oder im Stützkern während des Betriebs auftretenden Spannungen und/oder Verformungen
sowie Mittel, insbesondere Steuerungs- und/oder Regelungsmittel, vorgesehen, um insbesondere
während des Betriebs für eine zumindest teilweise Kompensation dieser Spannungen bzw.
Verformungen über das bzw. die Stützelemente den Stützkern entsprechend zu verformen.
[0025] Die Verstellung der Stützelemente kann also beispielsweise entlang einer Linie und/oder
je nach Belastungsverteilung dreidimensional auf die Schalen- oder Zylindermantelverformung
abgestimmt werden. Da der auf dem stehenden Stützkern gelagerte Zylindermantel zwar
auch axial gehalten, jedoch mit dem Stützkern nicht verbunden werden muss, sind grundsätzlich
auch unterschiedliche Wärmedehnungen des rotierenden Zylindermantels und des stehenden
Stützkerns in Achsrichtung zulässig bzw. ohne Bedeutung. Es sind also generell unterschiedliche
Ausdehnungen in Achsrichtung aufgrund unterschiedlicher Temperaturen und/oder Materialien
mit unterschiedlicher Wärmeausdehnung zulässig.
[0026] Bevorzugt ist der Zylindermantel über mehrere in Richtung der Zylinderachse aufeinander
folgende Lage drehbar an dem Stützkern abgestützt.
[0027] Die Lagerung des rotierenden Zylindermantels auf dem drehfesten oder stehenden Kern
kann auf herkömmliche Art und Weise über Kugel-, Rollen- oder Tonnenlager oder einer
beliebigen Kombination davon, über hydrostatische, hydrodynamische bzw. aerostatische
und/oder aerodynamische Lager wie beispielsweise Luftlager oder Heißdampflager erfolgen.
[0028] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn der Zylindermantel über Lager drehbar am
Stützkern abgestützt ist, denen Schmiermittel zugeführt ist, das gleichzeitig zum
Heizen des Zylindermantels oder zum Kühlen des Stützkerns vorgesehen ist.
[0029] Das Schmiermedium kann also beispielsweise auch zur Kühlung des Stützkerns verwendet
werden, z.B. bei einer Verwendung von Materialien höherer Temperaturempfindlichkeit
wie z.B. Kohlefaser mit Harzsystem. Es kann aber auch gleich dem Heizmedium sein,
z.B. Wasser und/oder Wasserdampf.
[0030] Als Lager können auch Wälzlager oder Gleitlager zum Einsatz kommen.
[0031] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausführungsform sind die Lager, über die der
Zylindermantel drehbar am Stützkern abgestützt ist, zumindest teilweise insbesondere
zur Konstanthaltung des Schmierspaltes und/oder zur Kompensation der unter Last auftretenden
Krümmung und/oder Verformung des Stützkerns in Radialrichtung des Zylinders nachstellbar.
[0032] Es ist also beispielsweise eine Überwachung der Spannungen und/oder Verformungen
des Zylindermantels bzw. des Stützkerns mit entsprechender gesteuerter Verformung
des Stützkerns zur Kompensation denkbar. Ist das Verformungsverhalten des Stützkerns
aufgrund der Zylinderbelastung hinreichend bekannt, kann auch aufgrund der Betriebsparameter
eine Verstellung erfolgen.
[0033] Der erfindungsgemäße Zylinder zeichnet sich entsprechend dadurch aus, dass dessen
Mantel von einem drehfesten Stützkern durchsetzt und drehbar an diesem abgestützt
ist. Im Übrigen kann dieser Zylinder insbesondere so ausgeführt sein, wie dies weiter
oben angegeben ist.
[0034] Vorteilhafterweise ist das äußere Pressband impermeabel ausgeführt. Dies ist insbesondere
bei der Anwendung einer Druckhaube als Druckvorrichtung günstig.
[0035] In einer bevorzugten Ausführung wird die Faserstoffbahn zwischen dem äußeren Pressband
und wenigstens einem zwischen diesem und der Faserstoffbahn angeordneten, der Aufnahme
von Feuchtigkeit dienenden porösen Bespannung geführt. Bei dieser Anordnung wird über
das kältere Fluid in der Druckhaube der aus der Faserstoffbahn verdampfte Wasserdampf
in der porösen Bespannung kondensiert.
[0036] Hierfür wird der beheizbare Zylinder zusammen mit der die Faserstoffbahn umschlingenden
porösen Bespannung und des äußeren Pressbandes durch eine Druckvorrichtung beaufschlagt.
[0037] Die Druckvorrichtung kann als Druckhaube ausgebildet sein. Dies ist für die Trocknung
nach dem Kondensationsprinzip, wie es bei der Ausführung "BoostDryer" zur Anwendung
kommt, vorteilhaft.
[0038] Die Druckvorrichtung kann auch als Bandpresse ausgebildet ist. Hierfür ist vorzugsweise
ein äußeres Band vorgesehen, das für hohe Zugspannungen ausgelegt ist. Durch die Zugspannung
kann Druck im Bereich der Umschlingung des Zylinders auf die Faserstoffbahn und/oder
die Bespannungen ausgeübt werden.
[0039] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung. In dieser
zeigt die einzige Figur einen Zylinder 10 für eine Trocknungsanordnung zum Trocknen
einer laufenden Faserstoffbahn, bei der sich insbesondere um eine Papier-, Karton-
oder Tissuebahn handeln kann.
[0040] Der Zylinder 10 umfasst einen beheizbaren, drehbaren Mantel 12.
[0041] In der betreffenden Trocknungsanordnung kann die Faserstoffbahn zusammen mit einem
äußeren impermeablen Pressband und wenigstens einer zwischen diesem und der Faserstoffbahn
angeordneten, der Aufnahme von Feuchtigkeit dienenden porösen Bespannung um den Zylinder
10 geführt sein. In der betreffenden Trocknungsanordnung kann zudem wenigstens eine
Druckhaube zur Beaufschlagung des den beheizbaren Zylinder 10 zusammen mit der porösen
Bespannung und der Faserstoffbahn umschlingenden äußeren Pressbandes vorgesehen sein.
[0042] Der Zylindermantel 12 ist von einem drehfesten Stützkern 14 durchsetzt und drehbar
an diesem abgestützt.
[0043] Dabei kann der Stützkern 14 insbesondere fest mit einer dem Zylinder 10 zugeordneten
Stuhlung verbunden sein. Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Stützkern 14
an seinen beiden Enden jeweils über einen Anschlussflansch 16 fest mit der Stuhlung
verbunden.
[0044] Der Stützkern 14 kann aus mehreren Segmenten zusammengesetzt sein.
[0045] Der Stützkern 14 kann eine zumindest im Wesentlichen zylindrische Form oder auch
eine Vorkrümmung besitzen.
[0046] Wie anhand der einzigen Figur zu erkennen ist, kann der Stützkern 14 insbesondere
hohl sein.
[0047] Im Innern des hohlen Stützkerns 14 kann wenigstens ein sich vorzugsweise quer zur
Zylinderachse 18 erstreckendes Stützelement 20 angeordnet sein, bei dem es sich insbesondere
um eine Strebe oder dergleichen handeln kann. Bevorzugt sind mehrere in Richtung der
Zylinderachse 18 aufeinander folgende, sich vorzugsweise jeweils quer zur Zylinderachse
18 erstreckende Stützelemente 20 vorgesehen.
[0048] Die Stützelemente 20 können zumindest teilweise variabel einstellbar sein. Dabei
können das bzw. die Stützelemente 20 insbesondere zur Einstellung einer jeweiligen
vorgebbaren Vorkrümmung des Zylindermantels 12 entsprechend variabel einstellbar sein.
[0049] Es können (nicht gezeigte) Mittel vorgesehen sein, um die Einstellung des bzw. der
Stützelemente 14 insbesondere automatisch auf die im Betrieb am Zylinder 10 auftretende
Belastungsverteilung entlang einer Linie, vorzugsweise entlang der Zylinderachse 18,
und/oder dreidimensional auf die im Betrieb auftretende Zylindermantelverformung abzustimmen.
[0050] Dabei können insbesondere Mittel zur beispielsweise automatischen Überwachung der
im Zylindermantel 12 und/oder im Stützkern 14 während des Betriebs auftretenden Spannungen
und/oder Verformungen sowie Mittel, insbesondere Steuerungs- und/oder Regelungsmittel,
vorgesehen sein, um insbesondere während des Betriebs für eine zumindest teilweise
Kompensation dieser Spannungen bzw. Verformungen über das bzw. die Stützelemente 20
den Stützkern 14 entsprechend zu verformen.
[0051] Wie anhand der einzigen Figur zu erkennen ist, kann der Zylindermantel 12 über mehrere
in Richtung der Zylinderachse 18 aufeinander folgende Lager 22 drehbar an dem Stützkern
14 abgestützt sein.
[0052] Das den Lagern 22 zugeführte Schmiermittel kann gleichzeitig zum Heizen des Zylindermantels
12 oder zum Kühlen des Stützkerns 14 vorgesehen sein.
[0053] Zudem können die Lager 22 zumindest teilweise zumindest insbesondere zur Konstanthaltung
des Schmierspalts und/oder zur Kompensation der unter Last auftretenden Krümmung und/oder
Verformung des Stützkerns 14 in Radialrichtung des Zylinders 10 nachstellbar sein.
[0054] Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß der einzigen Figur ist der Stützkern
14 also über die Anschlussflansche 16 fest mit der Stuhlung verbunden. Der Stützkern
14 wird durch Stützelemente 20 in Form von Streben verstärkt, die auch verstellbar
ausgeführt sein können, um dem Stützkern 14 eine entsprechende Vorkrümmung zu geben,
die dann unter Belastung durch eine unsymmetrische Haubendruckbelastung wieder kompensiert
wird. Die Stützelemente 20 können also fix bzw. fest oder variabel einstellbar ausgeführt
sein.
[0055] Der rotierende Zylindermantel 12, d.h. die Außenschale, die die Belastung aus dem
Haubendruck über die Lager 22 auf den stehenden Stützkern 14 weiterleitet, wird aufgrund
der steiferen Bauweise des Stützkerns 14 geringer gekrümmt oder verformt und erfährt
daher während der Drehbewegung eine geringere Biegewechselspannung. Dadurch kann der
Zylindermantel 12 für eine optimale Wärmeleitung entsprechend dünn ausgelegt werden,
so dass er auch durch geringere Wärmespannungen belastet wird. Das Heizmedium 24 kann
axial durch den Zylindermantel 12 strömen, aber auch radial durch die Lager 22 und/oder
den Stützkern 14 zugeführt und/oder abgeführt werden.
[0056] Das Schmiermittel für die Lager 22 kann auch zum Heizen und/oder Kühlen des Stützkerns
14 und/oder des Zylindermantels 12 bzw. Außenschale verwendet werden. Der Zylindermantel
12 muss also nicht mehr zwangsläufig wie in der einzigen Figur dargestellt als Kammer
ausgeführt sein.
[0057] Bei unterschiedlichen Dehnungen von Zylindermantel 12 und Stützkern 14 bei entsprechenden
Betriebszuständen kann es erforderlich sein, eine Nachstellmöglichkeit der Lager 22
in radialer Richtung vorzusehen, um den Schmierspalt konstant zu halten. Diese Nachstellmöglichkeit
kann auch zur Kompensation der Krümmung und/oder Verformung des Stützkerns 14 unter
Last genutzt werden.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 10
- Zylinder
- 12
- Zylindermantel
- 14
- Stützkern
- 16
- Anschlussflansch
- 18
- Zylinderachse
- 20
- Stützelement
- 22
- Lager
- 24
- Heizmedium
1. Trocknungsanordnung zum Trocknen einer laufenden Faserstoffbahn, insbesondere Papier-,
Karton- oder Tissuebahn, mit einem beheizbaren, einen drehbaren Mantel (12) umfassenden
Zylinder (10), insbesondere Trockenzylinder, um den die Faserstoffbahn zwischen diesem
und mit einem äußeren Pressband geführt ist, sowie mit wenigstens einer Druckvorrichtung
zur Beaufschlagung des den beheizbaren Zylinder (10) zusammen mit der Faserstoffbahn
umschlingenden äußeren Pressbandes,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylindermantel (12) von einem drehfesten Stützkern (14) durchsetzt und drehbar
an diesem abgestützt ist.
2. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkern (14) fest mit einer dem Zylinder (10) zugeordneten Stuhlung verbunden
ist.
3. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkern (14) aus mehreren Segmenten zusammengesetzt ist.
4. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkern (14) eine zumindest im Wesentlichen zylindrische Form besitzt.
5. Trocknungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkern (14) eine Vorkrümmung besitzt.
6. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkern (14) hohl ist.
7. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Innern des hohlen Stützkerns (14) wenigstens ein sich vorzugsweise quer zur Zylinderachse
(18) erstreckendes Stützelement (20), insbesondere Strebe, angeordnet ist.
8. Trocknungsanordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere in Richtung der Zylinderachse (18) aufeinander folgende, sich vorzugsweise
jeweils quer zur Zylinderachse (18) erstreckende Stützelemente (20) vorgesehen sind.
9. Trocknungsanordnung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Stützelement (20) variabel einstellbar ist.
10. Trocknungsanordnung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bzw. die Stützelemente (20) zur Einstellung einer jeweiligen vorgebbaren Vorkrümmung
des Zylindermantels (12) entsprechend variabel einstellbar sind.
11. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel vorgesehen sind, um die Einstellung des bzw. der Stützelemente (14) insbesondere
automatisch auf die im Betrieb am Zylinder (10) auftretende Belastungsverteilung entlang
einer Linie, vorzugsweise entlang der Zylinderachse (18), und/oder dreidimensional
auf die im Betrieb auftretende Zylindermantelverformung abzustimmen.
12. Trocknungsanordnung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel zur insbesondere automatischen Überwachung der im Zylindermantel (12) und/oder
im Stützkern (14) während des Betriebs auftretenden Spannungen und/oder Verformungen
sowie Mittel, insbesondere Steuerungs- und/oder Regelungsmittel, vorgesehen sind,
um insbesondere während des Betriebs für eine zumindest teilweise Kompensation dieser
Spannungen bzw. Verformungen über das bzw. die Stützelemente (20) den Stützkern (14)
entsprechend zu verformen.
13. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylindermantel (12) über mehrere in Richtung der Zylinderachse (18) aufeinander
folgende Lager (22) drehbar an dem Stützkern (14) abgestützt ist.
14. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylindermantel (12) über Lager (22) drehbar am Stützkern (14) abgestützt ist,
denen Schmiermittel zugeführt ist, das gleichzeitig zum Heizen des Zylindermantels
(12) oder zum Kühlen des Stützkerns (14) vorgesehen ist.
15. Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lager (22), über die der Zylindermantel (12) drehbar am Stützkern (14) abgestützt
ist, zumindest teilweise insbesondere zur Konstanthaltung des Schmierspaltes und/oder
zur Kompensation der unter Last auftretenden Krümmung und/oder Verformung des Stützkerns
(14) in Radialrichtung des Zylinders (10) nachstellbar sind.
16. Zylinder (10) für eine Trocknungsanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einem beheizbaren, drehbaren Mantel (12),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylindermantel (12) von einem drehfesten Stützkern (14) durchsetzt und drehbar
an diesem abgestützt ist.
17. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das äußere Pressband impermeabel ist.
18. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Faserstoffbahn zwischen dem äußeren Pressband und wenigstens einem zwischen diesem
und der Faserstoffbahn angeordneten, der Aufnahme von Feuchtigkeit dienenden porösen
Bespannung geführt ist.
19. Trocknungsanordnung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie wenigstens eine Druckvorrichtung zur Beaufschlagung des den beheizbaren Zylinder
(10) zusammen mit der porösen Bespannung und der Faserstoffbahn umschlingenden äußeren
Pressbandes aufweist.
20. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckvorrichtung als Druckhaube ausgebildet ist.
21. Trocknungsanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckvorrichtung als Bandpresse ausgebildet ist.