Einleitung
[0001] Die Erfindung besteht in einer Verbesserung der Griffmechanik von Holzblasinstrumenten,
insbesondere von Oboen. Bei Blasinstrumenten entspricht die Tonhöhe der Länge der
schwingenden Luftsäule, die im Schallrohr im Prinzip vom Mundstück bis zur nächsten
Öffnung reicht. Holzblasinstrumente erzielen verschiedene Tonhöhen, indem das Schallrohr
akustisch durch Öffnen i.a. seitlich angebrachter Tonlöcher verkürzt wird.
[0002] In diesem Sinne sind die Querflöten Holzblasinstrumente, obwohl sie heute gewöhnlich
aus Metall ist, Alphörner, Panflöten und Orgeln hingegen nicht.
Stand der Technik
[0003] Die sieben Töne einer Oktave einer Dur-Tonleiter verlangen entsprechend sieben Tonlöcher.
Bis zur Erfindung der Griffmechanik waren die Tonlöcher der Holzblasinstrumente so
angebracht, dass sich eine aufsteigende Tonleiter der Grundtonart ergibt, indem man
alle seitlichen Tonlöcher verschließt und dann sukzessive die einzelnen Finger von
unten nach oben abhebt. Diese Griffe verschließen vom Mundstück aus gesehen alle Tonlöcher
bis zu einem bestimmten. Ab diesem stehen dann alle folgenden Tonlöcher offen. Solche
Griffe seien im Folgenden lineare Griffe genannt, alle anderen, in einer leichten
Verallgemeinerung der üblichen Verwendung des Begriffs, Gabelgriffe.
[0004] Zur Illustration stellt Figur 1 geschlossene bzw. offene Tonlöcher der modernen Französischen
Oboe für die Töne b bis c" als ausgefüllte bzw. unausgefüllte Kreise dar. Für die
Töne b' bzw. #a' sowie c" bzw. #h ist jeweils ein Gabelgriff angegeben, für alle anderen
hingegen ein linearer Griff.
[0005] Verglichen mit entsprechenden oder benachbarten linearen Griffen, bringen Gabelgriffe
tendenziell verhaltene bis stickige Töne mit verringerter Dynamik und instabiler Intonation
hervor, seltener auch besonders und unangenehm offene mit gesteigerter Dynamik.
[0006] Das Nebeneinander von linearen Griffen und Gabelgriffen, aber auch das von verschiedenen
Gabelgriffen führt zu erheblicher klanglicher Inhomogenität. Ein extremes Beispiel
hierfür sind die benachbarten Töne b' und c" auf der Französischen Oboe.
[0007] Manche beschreiben den Klang von b' als lieblich, andere als stickig. Objektiv ist
die Dynamik erheblich reduziert, die Intonation dagegen unproblematisch. Im Gegensatz
dazu klingt c" offen, fast schreiend bei ausgeprägter Dynamik und instabiler Intonation.
[0008] Bis zur Erfindung der Griffmechanik wurden die Töne der Grundtonleiter weitgehend
mit linearen Griffen, vorzeichenbehaftete Töne hingegen mit Gabelgriffen realisiert.
So war die Inhomogenität nicht nur verdeckt, sondern sogar begründet. Heute aber,
da man volle Chromatik wünscht, wird die Inhomogenität als störend empfunden.
[0009] Um Gabelgriffe zu vermeiden benötigt jeder Halbton sein eigenes Tonloch. Die übliche
Überblastechnik entwickelt den gesamten Tonumfang aus der untersten Oktave und verlangt
somit 12 Tonlöcher, die aber ein Spieler mit seinen 10 Fingern unmöglich direkt betätigen
kann, zumal ein Finger das Instrument hält und ein weiterer die Überblasklappe bedient.
Verschärft wird das Problem bei Instrumenten, die in die Duodezime statt in die Oktave
überblasen.
[0010] Während also eine diatonische Tonleiter mit linearen Griffen spielbar ist, indem
die Finger die Tonlöcher direkt schließen, benötigt eine chromatische Tonleiter dazu
eine Griffmechanik, die den Anschlag der Finger wenn nötig auf weiter entfernte Tonlöcher
überträgt.
[0011] Heutige Griffmechaniken eliminieren Gabelgriffe weitgehend und tragen damit wesentlich
zu einem homogenen Klang bei. Umgekehrt führen Griffmechaniken zusätzliche Gabelgriffe
ein, wenn eine Klappe, genannt K
1, ein entferntes Tonloch betätigen soll, dabei aber unerwünschterweise das unter K
1 liegende Tonloch U
1, verschließt, obwohl ein weiteres, näher am Mundstück liegendes Tonloch U
2 offen steht.
[0012] Figur 1 zeigt die Situation anhand der Töne b' und c" auf der Französischen Oboe,
Systeme Conservatoire: Der Zeigefinger deckt jeweils mit der #f-Klappe das darunterliegende
#f-Tonloch, um das b-Tonloch bzw. das c-Tonloch über eine schematisch dargestellte
Mechanik zu öffnen. Da aber jeweils u.a. das näher am Mundstück liegende g-Tonloch
offen steht, entstehen zwei Gabelgriffe.
[0013] Die beiden heute mit dem Systeme Conservatoire konkurrierenden Griffmechaniken für
Oboe vermeiden, die #f-Klappe zu schließen, und damit den Gabelgriff, indem sie b'
= #a' aus a' sowie c" = #h' aus h' durch Drücken einer weiteren Klappe gewinnen.
[0014] Die Wiener Oboe verwendet dazu eine Trillerklappe und büßt dadurch an Beweglichkeit
und Klangqualität ein. Das englische Daumenplattensystem verwendet einen zusätzlichen
Daumenhebel und verliert einen beträchtlichen Teil des Tonumfangs, da sich der Daumenhebel
nicht mit einer dritten Oktavklappe kombinieren lässt.
[0015] Oboen, die sowohl Griffweise des Daumenplattensystems als auch die des Systeme Conservatoire
erlauben, vereinigen nicht die Vorteile beider Systeme; der Spieler kann nur die für
ihn akzeptablere Unzulänglichkeit wählen. Fortgeschrittene Spieler nehmen neue oder
doppelte Griffweisen nur ungern an. Praktisch ist das Daumenplattensystem auf Länder
des Commonwealth beschränkt, die Wiener Oboe auf Wien und seine Philharmoniker.
[0016] Im Stand der Technik sind Resonanzklappen für Oboe (
FR452348) oder Klarinette (
FR2584222) vorhanden. Diese Resonanzklappen werden geschlossen und geöffnet in Abhängigkeit
von der Betätigung von näher am Mundstück gelegenen Tonlöchern.
Zu lösende technische Aufgabe
[0017] Ziel der Erfindung ist es, bei voller Beibehaltung der gewohnten Grifftechnik diese
mechanisch so umzusetzen, dass Gabelgriffe mit klanglichen Nachteilen vermieden werden.
Darstellung der Erfindung
[0018] Diese Aufgabe löst die Erfindung durch eine Griffmechanik gemäß Anspruch 1. Diese
Griffmechanik ist dadurch gekennzeichnet, dass durch Schließen einer zu einem ersten
Tonloch gehörigen ersten Klappe nicht in jedem Fall das erste Tonloch geschlossen
wird, sondern nur dann, wenn zumindest ein - vorzugsweise alle - näher am Mundstück
liegen-de(s) zweite(s) Tonloch/Tonlöcher ebenfalls geschlossen ist/sind. Die Erfindung
ermöglicht somit, bei jedem Griff, bei dem der Druck eines Fingers über eine Klappe
ein entferntes Tonloch betätigen soll, das unwillkürliche aber unerwünschte Schließen
des darunterliegenden ersten Tonlochs zu vermeiden, es sei denn jedes näher am Mundstück
liegende Tonloch ist auch geschlossen. Mit anderen Worten ist bevorzugt das erste
Tonloch nur zu schließen, wenn ein näher am Mundstück liegendes zweites Tonloch und
die erste Klappe beide geschlossen sind. Auf diese Weise wird ermöglicht, durch Betätigen
der ersten Klappe ein Halbtonloch, z.B. im Fall der Oboe vorzugsweise das c' oder
das b'-Loch, zu schließen, ohne das zu der ersten Klappe gehörige Tonloch, z.B. im
Fall des Oboe vorzugsweise das #f-Tonloch, zu schließen. Auf diese Weise werden Gabelgriffe
vermieden, und möglichst alle Töne durch lineare Griffe realisiert. Darüber hinaus
erlaubt die Erfindung, die alte Grifftechnik beizubehalten.
[0019] Besonders bevorzugt ist das Holzblasinstrument eine Oboe; die Erfindung kann jedoch
auch bei allen anderen Holzblasinstrumenten, insbesondere bei der Querflöte, der Klarinette,
dem Fagott und dem Saxophon, eingesetzt werden. Vorzugsweise handelt es sich um ein
Holzblasinstrument mit Ganzton- und Halbtonlöchern.
[0020] Auf die Töne b' und c" der Oboe angewandt bedeutet das, die klanglichen Vorzüge des
Daumenplattensystems mit der gängigeren Griffweise des Systeme Conservatoire zu kombinieren.
Der Erfinder hat erkannt, dass lineare Griffe tendenziell zu frei klingenden Tönen
mit ausgeprägter Dynamik fuhren. Die Klangqualität variiert wenig mit der Tonhöhe,
was einen homogenen Gesamtklang ergibt. Bei der Oboe füge sich die Töne c" und b'
nahtlos in die Reihe der umgebenden Töne ein; c" wird lieblicher, b' wird kräftiger,
bleibt aber schön, die Dynamik wird ausgeglichen und die Intonation problemlos.
[0021] Vorzugsweise handelt es sich um eine Modifikation der Mechanik der französischen
Oboe, bei welcher die am weitesten verbreitete Griffweise des Systeme Conservatoire
erhalten bleibt. Vorzugsweise wird bei der Oboe die Griffmechanik so verändert, dass
bei Beibehaltung der Griffe und aller sonstiger Eigenschaften verhindert wird, dass
beim Spielen von b', c", b" und c'" die #f-Klappe das darunter liegende #f-Tonloch
verschließt. Und zwar ist das #f-Tonloch genau dann zu verschließen, wenn sowohl die
#f-Klappe, als auch eine näher am Mundstück gelegene Klappe, vorzugsweise die g-Klappe,
geschlossen sind. Das bedeutet, dass der trotz gängiger Griffweise kein Gabelgriff
mehr vorliegt.
[0022] Das erste Tonloch ist bevorzugt ein Ganztonloch, das bei einer bekannten Griffmechanik
für das jeweilige Holzblasinstrument direkt unter einer Klappe liegt. Gemäß Stand
der Technik würde diese erste Klappe direkt das erste Tonloch schließen, wenn der
Spieler die Klappe betätigt, also sie mit seinem Finger gegen das Schallrohr drückt.
Das heißt, die erste Klappe betätigt das erste Tonloch direkt.
[0023] Bei der Erfindung sind dagegen die Griffmechanik und/oder das erste Tonloch bevorzugt
so verändert, dass die erste Klappe das erste Tonloch nicht direkt betätigt, sondern
über einen vermittelnden ersten Mechanismus. Dadurch wird ermöglicht, den Mechanismus
so zu gestalten, dass das Herunterdrücken der ersten Klappe nicht in jedem Fall das
erste Tonloch schließt. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, dies zu realisieren.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste Tonloch - bei der Oboe vorzugsweise
das #f-Tonloch - nicht direkt unter der dazugehörigen ersten Klappe angeordnet, sondern
z.B. entlang der Umfangslinie des Blasinstruments verschoben. Das erste Tonloch ist
dann nicht mehr in einer Reihe mit den darüber und darunter liegenden Tonlöchern angeordnet
und wird vorzugsweise über einen ersten Mechanismus durch Betätigen der ersten Klappe
geschlossen. Auf diese Weise ist es möglich, einen Mechanismus einzurichten, bei dem
bei Betätigen der Klappe eines ersten Tonlochs nicht automatisch das zugehörige Tonloch
geschlossen wird. Vorzugsweise wird das Tonloch, vom Spieler aus gesehen, um ca. 20
bis 120° Grad, vorzugsweise 40 bis 100° und am meisten bevorzugt ca. 90° ± 5°, entlang
des Umfangs verschoben, vorzugsweise im Uhrzeigersinn. Das verschobene Tonloch sollte
nicht zu weit von der herkömmlichen Bohrung angebracht werden, vor allem vorzugsweise
nicht auf der gegenüberliegenden, beim Spielen unten liegenden Seite des Schalkohrs,
damit es nicht durch Kondensat verstopft werden kann, welches auf der Rückseite des
Instruments herunter läuft.
[0025] Die zu diesem ersten Tonloch gehörige erste Klappe bleibt erhalten, verschließt aber
kein unter ihr liegendes Tonloch mehr. Stattdessen wird vorzugsweise ein Stopper aus
Kork, Gummi oder Kunststoff angebracht, der das Aufschlagen der Klappe auf das Schallrohr
abdämpft bzw. verhindert.
[0026] Diese Ausführungsform der Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass für die Akustik
lediglich der Abstand eines Tonlochs vom oberen Ende des Schallrohres, an dem das
Mundstück befestigt ist, entscheidend ist. Ein Tonloch kann also ohne weiteres auf
einer Kreisbahn rund um das Schallrohr verschoben werden.
[0027] Bevorzugt ist ein zweiter Mechanismus vorgesehen, der verhindert, dass das erste
Tonloch geschlossen wird, wenn das zweite Tonloch offen ist. Dieser zweite Mechanismus
ist vorzugsweise mit einer zu dem zweiten Tonloch gehörigen zweiten Klappe verbunden
und steht vorzugsweise mit dem ersten Mechanismus in Verbindung.
[0028] Sowohl der erste als auch der zweite Mechanismus umfassen vorzugweise eine Wippe,
die elastisch in ein ihrer beiden Kippstellungen beaufschlagt ist, wobei die Kippstellung
durch Betätigen der ersten bzw. zweiten Klappe vorzugsweise über einen Hebelmechanismus
verstellbar ist. Gemäß einer ersten Variante sind eine oder beide Wippen zumindest
im Wesentlichen parallel - d.h. mit einer Abweichung von bis zu 10° oder 20° - zur
Achse des Schallrohrs des Holblasinstruments angeordnet. Gemäß einer zweiten Variante
können eine oder beide Wippen auch quer zur Achse des Schallrohrs angeordnet sein,
also in Umfangsrichtung am Schallrohr angebracht sein, wobei auch hier eine Abweichung
von bis zu 10° oder 20° möglich ist.
[0029] Gemäß einer noch weiteren Variante weist die Griffmechanik eine Zusatzklappe auf,
welche durch eine Rückstellvorrichtung elastisch in der geschlossenen Stellung gehalten
wird und das erste Tonloch betätigt. Besonders bevorzugt öffnen die zu dem ersten
und dem zweiten Tonloch gehörigen beiden Klappen, welche eine Rückstellvorrichtung
wie z.B. eine Feder elastisch in offener Stellung hält, die oben genannte Zusatzklappe,
wenn die Klappen in offener Stellung sind.
[0030] Wenn das zweite Tonloch offen ist, verhindert also die Griffmechanik vorzugsweise,
dass das erste Tonloch geschlossen wird. Somit kann vorzugsweise vorgesehen werden,
dass durch Betätigen der ersten Klappe ein anderes, näher am Mundstück liegendes Halbtonloch
(z.B. bei der Oboe das b'- oder c"-Tonloch) geschlossen wird. Auf diese Weise werden
durch die Griffmechanik eine chromatische Spielweise und die Realisation von Halbtönen
ohne Gabelgriffe ermöglicht.
[0031] Vorzugsweise sind das erste und das zweite Tonloch aufeinander folgende Ganztonlöcher,
im Fall der Oboe vorzugsweise das #f- und g-Tonloch.
[0032] Schließlich ist die Erfindung auch auf eine Griffmechanik für Holzblasinstrumente
mit Ganzton- und Halbtonlöcher gerichtet, bei welchem bei jedem Ton alle Tonlöcher
vom Mundstück bis zu einem bestimmten Ton auch geschlossen sind und die anderen, unterhalb
des bestimmten Tonlochs vorhandenen Tonlöcher alle offen stehen. Die Griffmechanik
kann im Übrigen wir oben beschrieben ausgebildet sein.
[0033] Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten Ausführungsformen am Beispiel der Oboe
mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Kurbeschreibung der Zeichnungen
[0034] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- schematische Draufsichten auf eine Oboe mit Tonlöchern, demonstrierend die Griffe
gemäß Stand der Technik;
- Fig. 2
- schematische Schnittansichten durch das Oberteil einer Oboe im Bereich des ersten
Tonlochs (Zeichnungen O1 und C1) und durch das Mittelteil einer Oboe im Bereich des zweiten Tonlochs (Zeichnungen
O2 und C2), jeweils bei geöff- neter Klappe (O1 und O2) und bei geschlossener Klappe (C1 und C2), vom Spie- ler aus gesehen, mit einer Griffmechanik gemäß einem ersten Ausführungsbei-
spiel;
- Fig. 3
- schematische Draufsichten auf einen Ausschnitt der Oboe der Fig. 2 im Bereich des
ersten und des zweiten Tonlochs, wobei die Zeichnungen A-D nur Aus- schnitt mit dem
Wippen-Mechanismus in verschiedenen Öffnungszuständen zeigen;
- Fig. 4
- Um ca. 90° gedrehte Draufsichten auf das Mittelteil der Fig. 3, ohne den ersten Mechanismus
(links) und mit erstem Mechanismus (rechts);
- Fig. 5
- schematische Draufsichten auf einen Ausschnitt der Oboe mit Griffmechanik gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel im Bereich des ersten und des zwei- ten Tonlochs, wobei
die Zeichnungen A-D nur Ausschnitt mit dem Wippen- Mechanismus in verschiedenen Öffnungszuständen
zeigen;
- Fig. 6
- schematische Schnittansichten durch das Oberteil einer Oboe im Bereich des ersten
Tonlochs (Zeichnungen O1, und C1) und durch das Mittelteil einer Oboe im Bereich des zweiten Tonlochs (Zeichnungen
O2 und C2), jeweils bei geöff- neter Klappe (O1 und O1) und bei geschlossener Klappe (C1 und C2), vom Spie- ler aus gesehen, mit einer Griffmechanik gemäß dem zweiten Ausfiihrungsbei-
spiel;
- Fig. 7
- Eine schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt der Griffmechanik gemäß einem dritten
Ausführungsbeispiel im Bereich des ersten und des zweiten Ton- lochs;
- Fig. 8
- schematische Schnittansichten durch das Oberteil einer Oboe im Bereich des ersten
Tonlochs (Zeichnungen O1, und C1) und durch das Mittelteil einer Oboe im Bereich des zweiten Tonlochs (Zeichnungen
O2 und C2), jeweils bei geöff- neter Klappe (O1 und O2) und bei geschlossener Klappe (C1 und C2), vom Spie- ler aus gesehen, mit einer Griffmechanik gemäß dem vierten Ausführungsbei-
spiel;
- Fig. 9
- eine schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt der Griffmechanik gemäß dem vierten
Ausführungsbeispiel im Bereich des ersten und des zweiten Ton- lochs;
- Fig. 10
- eine schematische perspektivische Ansicht auf die Kupplung zwischen den bei- den Wellen
gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 11
- schematische Schnittansichten durch das Oberteil einer Oboe im Bereich des ersten
Tonlochs (Zeichnungen O1 und C1) und durch das Mittelteil einer Oboe im Bereich des zweiten Tonlochs (Zeichnungen
O2 und C2), jeweils bei geöff- neter Klappe (O1 und O2) und bei geschlossener Klappe (C1 und C2), vom Schallbecher aus gesehen, mit einer Griffmechanik gemäß einem fünften Aus-
führungsbeispiel;
- Fig. 12
- eine schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt der Griffmechanik gemäß dem fünften
Ausführungsbeispiel im Bereich des ersten und des zweiten Ton- lochs;
- Fig. 13
- Schematische Draufsichten auf eine Oboe, wobei nur die Ganztonlöcher in ver- schiedenen
Nebengriffen dargestellt sind.
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen
[0035] Vorzugsweise handelt es sich um eine Modifikation der Mechanik der Oboe und vorzugsweise
wird die Erfindung zugleich auf die Töne b' und c" angewandt. Dann entsprechen sich
das #f- und das erste Tonloch, sowie vorzugsweise das g- und das zweite Tonloch. Analog
entsprechen sich die #f- und die erste Klappe, sowie die g- und die zweite Klappe.
[0036] Figuren 2 und 3 zeigen schematisch eine Oboe mit einer Griffmechanik gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel vom Mundstück aus in Richtung der Innenbohrung gesehen
bzw. in seitlicher Draufsicht. Zusätzlich zeigt Figur 4 Schrägbilder, auf dem das
Tonloch U
1 zu sehen ist, das sonst von der Klappe K
1 verdeckt ist. Alle angegebenen Figuren stellen Teile der Mechanik, die dem Stand
der Technik entsprechen, flächig dar, neue Teile hingegen schraffiert.
[0037] Wie auf Figur 2 zu sehen, ist die Klappe K
1 an der Welle ℓ
1 drehbar aufgehängt und wird von einer Feder F
1 "offen", d.h. weg vom Schallrohr gehalten. Durch Druck mit dem Finger auf die Klappe
K
1 wird das darunterliegende Tonloch U
1 verschlossen. Entsprechend betätigt die Klappe K
2 das Tonloch U
2. Sie ist an einer Welle ℓ
2 in der Verlängerung von ℓ
1 drehbar angebracht und wird von einer Feder F
2 in offener Stellung gehalten. Wie Figur 3 zeigt, befinden sich K
1, ℓ
1, F
1, und U
1, üblicherweise auf dem Mittelteil T
1, der Oboe an der Grenze zum Oberteil, K
2, ℓ
2, F
2 und U
2 hingegen sind am Oberteil T
2 an der Grenze zum Mittelteil T
1 angebracht.
[0038] Das erste Ziel der Erfindung ist es, mit dem Drücken der Klappe K
1 nicht mehr unwillkürlich das darunterliegende Tonloch U
1 zu verschließen.
[0039] Vorzugsweise wird dies erreicht, indem das Tonloch U
1 nicht mehr direkt unter der dazugehörigen Klappe K
1 angeordnet, sondern, wie in Figur 4 links gezeigt, entlang einer Kreisbahn um die
Längsachse des Schallrohrs verschoben wird. Das Tonloch U
1 ist damit durch U
1' ersetzt. Diese Ausführungsform der Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die
akustische Wirkung eines Tonlochs nur von dessen Abstand vom Mundende des Schallrohres
abhängt. Die Drehung ist vorzugsweise so gewählt, dass U
1' an einer Stelle ist, die nicht von K
1 verdeckt wird, von herab laufendem Kondenswasser frei bleibt und gegebenenfalls genügend
Platz für zusätzliche Mechanik bietet. Bei der hier beschriebenen Ausführungsform
der Mechanik ist die bevorzugte Drehung vom Spieler aus gesehen ca. 90° im Uhrzeigersinn.
[0040] Die Klappe K1 bleibt vorzugsweise an Ort und Stelle erhalten. Vorzugsweise tritt
an die Stelle von U
1 ein Stopper S der verhindert, dass K
1 auf dem Schallrohr aufschlägt.
[0041] Das neue Tonloch U
1' wird nicht mehr wie das ursprüngliche durch K
1 direkt betätigt, sondern vorzugsweise durch einen mit der Klappe K
1 starr verbundenen aber auf der anderen Seite von der Welle ℓ
1 angebrachten Hebel H
1, der an bzw. über ein Ende E
1 einer Wippe W
1 greift, die vorzugsweise parallel zu der Welle ℓ
1 verläuft und an deren anderem Ende eine Platte P
1 angebracht ist, die das Tonloch U
1' öffnen und schließen kann (siehe Figur 3). Die Wippe W
1, ist drehbar an einem Lager L
1 zwischen E
1 und P
1 gelagert. Eine Feder f
1 hält die Wippe W
1, in der waagrechten Stellung, in der die Platte P
1 das Tonloch U
1' verschließt. Der Mechanismus ist vollständig am Mittelteil T
1 der Oboe angebracht, eine Nase N
1 am E
1 gegenüber liegenden Ende von W
1 an der Platte P
1 reicht bis an die Nahtstelle zum Oberteil.
[0042] Symmetrisch zur Mechanik am Mittelteil der Oboe, besteht der Teil der Mechanik am
Oberteil T
2 der Oboe aus einem mit der Klappe K
2 starr verbundenen aber auf der anderen Seite von der Welle ℓ
2 angebrachten Hebel H
2, der an ein Ende E
2 einer Wippe W
2 greift, die vorzugsweise parallel zu ℓ
2 angebracht ist und deren anderes Ende eine Nase N
2 trägt, die bis an das Mittelteil T
1 der Oboe reicht. Die Wippe W
2 ist drehbar in einem Lager L
2 zwischen E
2 und N
2 gelagert. Eine Feder f
2 hält W
2 in der waagrechten Stellung in der N
2 nahe am Schallrohr ist. Die Klappe K
2 ist die normale Klappe zum betätigen eines darunter liegenden zweiten Tonlochs U
2.
[0043] Am Übergang von Ober- zu Mittelteil der Oboe greifen die beiden Mechanismen an den
Nasen N
1 und N2 ineinander.
[0044] Drückt der Spieler die Klappe K
1 zum Schallrohr hin, so bewegt sich der Hebel H
1 gegenläufig vom Schallrohr weg und gibt die Wippe W
1 frei. Ist zusätzlich K
2 gedrückt, so gibt auch der Hebel H
2 die Wippe W
2 frei. Gemäß Figur 3 A gehen beide Wippen, getrieben durch die Federn f
1 und f
2, in die waagrechte Stellung, in der die beiden Nasen nahe am Schallrohr sind und
in der U
1' geschlossen ist.
[0045] Lässt man K
1 los, so "öffnet" die Feder F
1 die Klappe K
1 und bewegt den Hebel H
1 zum Schallrohr hin. Gegen den Widerstand der Feder f
1, bringt der Hebel H
1 die Wippe W
1 in Kippstellung und P
1 öffnet das Tonloch U
1'. Wie Figur 3 B zeigt, gilt dies unabhängig von der Position von K
2 bzw. von H
2.
[0046] Lässt man stattdessen K
2 los, so "öffnet" F
2 die Klappe K
2 bzw. das zugehörige Tonloch U
2 und bewegt H
2 zum Schallrohr hin. Wie Figur 3 C zeigt, hält der Hebel H
2 die Wippe W
2 in der Kippstellung, d.h. so, dass die Nase N
2 vom Schallrohr entfernt ist. Da die beiden Wippen an deren Nasen N
1 und N
2 geeignet gekoppelt sind, wobei z.B. die Nase N
2 unter die Nase N
1 greift, geht damit auch W
1 in die Kippstellung und U
1' öffnet sich, vorausgesetzt, die Feder F
2 überwiegt f
1 und f
2 zusammengenommen. Offensichtlich gilt dies unabhängig von der Position von K
1 bzw. von H
1.
[0047] Vorzugsweise ist die Wippe W
2 mit zwei Einbuchtungen B
2 versehen, die in Figur 3 oben beispielhaft zwischen Lager L
2 und Nase N
2 angebracht sind. Sie dienen dazu, die beiden in der üblichen Griffmechanik an dieser
Stelle angebrachten Lager zu überbrücken, die die Wippe W
2 vorzugsweise rechtwinkelig kreuzen. Eines der Lager gehört zu einer weiteren Wippe,
die ebenfalls mit einer Einbuchtung versehen werden muss, die den Hebel H
2 überbrückt.
[0048] Die Enden der Wippen W
1 und W
2 sind vorzugsweise mit Kork zu besetzen und die Hebel H
1 und H
2 sind mit Stellschrauben zu versehen. Zur Vereinfachung sind diese Teile der Mechanik
nicht zeichnerisch dargestellt.
[0049] An der Nahtstelle zwischen Oberteil T
2 und Mittelteil T
1 der Oboe greifen die Wippen der neuen Mechanik an den Nasen N
1 und N
2 ineinander. Um die Oboe beim Zusammenbauen von Ober- und Mittelteil nicht zu beschädigen,
drückt man üblicherweise am Oberteil die C-D-Trillerklappe und an der anderen Seite
die oben genannte weitere Wippe. Mit der neuen Mechanik ist zusätzlich die g-Klappe
zu drücken um die Wippe W
2 in die waagrechte Stellung zu bringen. Wie üblich lässt man die Klappe K
1 in Ruhelage und damit die Welle W
1 in Kippstellung. Wie Figur 3 D zeigt, ist dann N
2 nahe am Schallrohr, N
1 hingegen entfernt. So lassen sich Ober- und Mittelteil leicht ineinanderschieben
und wieder voneinander trennen.
[0050] Bei Oboen wird die Erfindung besonders vorteilhaft eingesetzt, wenn Ober- und Mittelteil
mit einem Bajonettverschluss verbunden sind, der so schmal ist, dass das #f-Tonloch
an der akustisch idealen Position nahe dem Übergang zwischen Ober- und Mittelteil
angebracht werden kann.
[0051] Im Kern besteht die Erfindung darin, das U
1 Tonloch nur zu schließen, wenn U
2 und K
1 beide geschlossen sind, nicht aber in einer speziellen Realisierung dieser Logik.
Nachdem nun eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt wurde, seien nochmals die
wesentlichen Aspekte aufgelistet.
[0052] Vorzugsweise werden die Mechanik und/oder das Tonloch U
1 so verändert, dass die Klappe K
1 das gegebenenfalls modifizierte Tonloch U
1' nicht mehr notwendig verschließt. Vorzugsweise wird U
1' nicht mehr wie ursprünglich durch K
1 direkt betätigt, sondern vorzugsweise durch eine Platte P
1, die über U
1 liegt. Die Platte P
1 ist vorzugsweise an einer Wippe W
1 angebracht die in einem Lager L
1 drehbar gelagert und mit einer Rückstellvorrichtung, etwa einer Feder f
1 versehen ist, die für sich genommen W
1 in einer "waagrechten" Stellung hält, in der die Platte P
1 das Tonloch U
1' verschließt.
[0053] Um zu ermitteln, ob das Tonloch U
2 offen ist wird vorzugsweise eine Klappe K
2 wie oben beschrieben verwendet. Bei Griffmechaniken wie sie etwa bei älteren Oboen
vorkommen, muss die Klappe K
2 nebst Rückstellvorrichtung erst angebracht werden.
[0054] Sind beide Klappen, K
1 und K
2 gedrückt, also in geschlossener Stellung, so wird die Wippe W1 in geschlossener Stellung
belassen. Wird jedoch mindestens eine Klappe losgelassen, so geht W
1, getrieben durch die Rückstellvorrichtung F
1 bzw. F
2 von K
1 bzw. von K
2, und entgegen der Kraft von f
1 in die offene "Kippstellung" über.
[0055] Um einen Eindruck von der Vielfalt der möglichen Realisierungen zu vermitteln, geben
wir im Folgenden einige weitere Ausführungsbeispiele an.
[0056] In der in Figur 3 gezeigten ersten Ausführungsform liegt das Ende E
2 der Wippe W
2 zwischen dem Hebel H
2 und dem Schallrohr und die Feder f
2 hält W
2 waagrecht.
[0057] Eine äquivalente Mechanik ergibt sich, wenn der Hebel H
2 zwischen Schallrohr und dem Ende E
2 liegt und dafür die Feder f
2 so angebracht wird, dass sie für sich genommen die Wippe W
2 in die Kippstellung bringt, wie in Figur 5 oben gezeigt, wenn nur f
2 die Feder f
1 überwiegt. Deshalb ist diese zweite Ausführungsform verglichen mit der zuerst beschriebenen
etwas leichter zu realisieren. Eine Stellschraube ist an E
1 statt an H
1 anzubringen.
[0058] Das Ende E
1 der Wippe W
1 und der Hebel H
1 können gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel auch so gestaltet sein, dass sie sich
immer gleichläufig bewegen, indem sie z.B. fest ineinander greifen wie Figur 7 illustriert.
Eine der Federn F
2 oder f
2 ist dann überflüssig.
[0059] Neben den oben beschrieben recht nahe verwandten Ausführungsbeispielen, gibt es auch
weitere, mit quer zur Achse des Schallrohrs angebrachter Zusatzklappe. Eine davon
stellen Figuren 8 und 9 dar. Bei diesem vierten Ausführungsbeispiel sind die beiden
Wellen ℓ
1 und ℓ
2 miteinander derart verbunden, dass die Bewegung des Klappe K
2 am Oberteil auf den Hebel H
2 übertragen werden kann, der bei diesem Ausführungsbeispiel am Mittelteil T
1 angeordnet ist. Die Elemente dieser Mechanik, die Elementen der oben beschriebenen
Realisierungen entsprechen, sind gleich benannt.
[0060] Die beiden oberen Bilder aus Figur 8 zeigen, wie die Hebel H
1 und das Ende E
1 der Wippe W
1 ineinandergreifen. Durch die Art der Anbringung der Feder f
1 am Ende E
1 hält sie W
1 für sich genommen in geschlossener Stellung. Öffnet sich K
1, so nähern sich der Hebel H
1 und das Ende E
1 der Wippe W
1 dem Schallrohr und die Platte P
1 an der Wippe W
1 öffnet das Tonloch U
1'. Der Hebel H
2, der von der zweiten Klappe K
2 aus bedient wird, greift an das Ende E
1 in gleicher Weise an wie H
1. Damit öffnet P
1 das Tonloch U
1', wenn entweder K
1 oder K
2 offen sind. Figur 9 zeigt, wie sich die Mechanik auf Oberteil T
2 und Mittelteil T
1 verteilt.
[0061] Vorzugsweise ist der Hebel H
2 an der Welle ℓ
1, also am Mittelteil T
1 befestigt, die Klappe K
2 aber an der Welle ℓ
2 am Oberteil ℓ
2 der Oboe. Das macht eine Kupplung K nötig, die die Drehbewegung von der Welle am
Oberteil ℓ
2 auf die Welle am Mittelteil ℓ
1 überträgt. Eine Möglichkeit dazu ist in Figur 10 dargestellt. Die Kopplung besteht
aus zwei komplementären Zahnkränzen, die jeweils an den Enden der Wellen ℓ
1 und ℓ
2 angebracht sind. Wenn sie zusammengesetzt sind, greift ein Innenzahnkranz auf einer
Welle über einen Außenzahnkranz an der anderen Welle, so dass diese drehfest miteinander
verbunden sind. Die Wellen ℓ
1, ℓ
2 können jedoch ohne weiteres durch Zug entlang der Achsen voneinander getrennt werden.
[0062] Optional kann H
2 mit einer eigenen Feder F
2' (nicht dargestellt) ausgestattet sein, die in die gleiche Richtung wie F
2 wirkt.
[0063] In Figur 8 unten ist zu beachten, dass sich die Klappe K
2 im Vordergrund auf dem Oberteil der Oboe befindet, die Wippe W
1 und der daran angreifende Hebel H
2 aber auf dem Mittelteil, also im Hintergrund.
[0064] Abschließend stellen Figuren 11 und 12 ein fünftes Ausführungsbeispiel dar, die bei
der Oboe allerdings verlangt, die bereits vorhandene Mechanik zu modifizieren, um
Platz für die neue Mechanik zu schaffen. Vorsicht: Figur 11 zeigt die Mechanik vom
Schalltrichter aus gesehen.
[0065] Das Tonloch U
1' ergibt sich aus dem ursprünglichen Tonloch U
1 durch Drehung um wenige Grad im Uhrzeigersinn vom Schallbecher aus gesehen. Wie in
den anderen Realisierungen, wird U
1' durch eine Platte P
1 abgedeckt, die an einer Wippe W
1 angebracht ist, welche drehbar an einem Lager L
1 gelagert ist und durch eine Feder f
1 in geschlossener Stellung gehalten wird.
[0066] Wie in dem vorher beschriebenen Ausführungsbeispiel steht die neue Klappe quer zur
Achse - also ungefähr in Umfangsrichtung - des Schallrohrs, diesmal aber mit der Platte
P
1 nach oben. So greift K
1 direkt, ohne zusätzlichen Hebel H
1, unter eine starr mit P
1 verbundene Nase N
1. Öffnet sich die Klappe K
1, so öffnet sich auch die Platte P
1. Die Platte P
1 kann aber offen sein, wenn K
1 geschlossen ist. Die Kraftübertragung von K
2 zu P
1 ist ähnlich der in der vorherigen Variante. Der Hebel H
2 greift in derselben Weise wie K
1 unter die asymmetrisch geformte Nase N
1. In Figur 11 unten ist zu beachten, dass K
2 am Oberteil, H
2 aber am Mittelteil liegt. Deshalb ist nicht K
2, sondern H
2 im Vordergrund und betätigt W
1 an der Nase N
1. Figur 12 zeigt eine Kraftübertragung von K
2 zu P
1 über die Wellen ℓ
1 und ℓ
2 analog zu der in Figur 9 dargestellten.
[0067] Anhand der Fig. 12 wurden die Nebengriffe nach Goossens, Leon & Roxburgh, Edwin:
"Die Oboe" (Yehudi Menuhins Musikführer), Edition Sven Erik Bergh, 1979, ISBN 3-88065-107-8,
untersucht. Die Wirkung der neuen Griffmechanik auf diese kritischen Griffe, bei denen
die #f-Klappe geschlossen, die g-Klappe hingegen offen ist, ist wie im Folgenden dargestellt:
- b'
- Der Hauptgriff bringt einen etwas offeneren Ton und erlaubt eine ausgeprägtere Dynamik.
Die Nebengriffe klingen kaum anders als der Hauptgriff.
- c"
- Der Hauptgriff führt zu einem schöneren, stabileren Klang, der sich besser in die
Reihe der benachbarten Töne einfügt. Die Nebengriffe klingen beide offener und praktisch
gleich.
- #c"
- Während der Hauptgriff unberührt bleibt, führt der Nebengriff zu einem schöneren Ton.
Die bisherige Wirkung des Nebengriffs kann mit dem dritten angegebenen Griff erzielt
werden, der bei Goosens nicht angegeben ist.
- b"
- Beim Hauptgriff ist die neue Mechanik von der alten kaum zu unterscheiden. Die Nebengriffe
sind unverändert.
- c'"
- Wie bei b" ist beim Hauptgriff die neue Mechanik von der alten kaum zu unter- scheiden.
Der Nebengriff klingt mit der neuen Mechanik etwas besser.
1. Griffmechanik für ein Holzblasinstrument, bei welchem durch Drücken einer ersten Klappe
(K1) gegen das Schallrohr mit einem Finger des Spielers sowohl ein zu der ersten Klappe
(K1) gehöriges erstes Tonloch (U1') verschließbar ist, welches in Bezug auf die Luftsäule den gleichen Abstand vom
Mundstück hat wie die erste Klappe (K1), als auch ein von der ersten Klappe entferntes Tonloch betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Tonloch (U1') nicht direkt unter der ersten Klappe (K1) angeordnet ist, sondern gegenüber der erste Klappe (K1) entlang der Umfangsrichtung des Holzblasinstruments verschoben ist, und dass durch
Schließen der ersten Klappe (K1) nicht in jedem Fall das erste Tonloch (U1') geschlossen wird, sondern nur dann, wenn ein in Bezug auf die Luftsäule näher am
Mundstück liegendes zweites Tonloch (U2) ebenfalls geschlossen ist.
2. Griffmechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Klappe (K1) das erste Tonloch (U1') nicht direkt betätigt, sondern über einen vermittelnden ersten Mechanismus (H1, W1).
3. Griffmechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Mechanismus (H2, W2) verhindert, dass das erste Tonloch (U1') geschlossen wird, wenn das zweite Tonloch (U2) offen ist.
4. Griffmechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Tonloch (U2) durch Betätigung einer zweiten Klappe (K2) zu verschließen ist.
5. Griffmechanik nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und/oder der zweite Mechanismus jeweils eine erste bzw. eine zweite Wippe
(W1, W2) umfassen, die elastisch in eine seiner beiden Kippstellungen beaufschlagt ist, wobei
die Kippstellung durch Betätigen der ersten bzw. zweiten Klappe (K1, K2) über einen Hebelmechanismus (H1, H2) verstellbar ist.
6. Griffmechanik nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Wippe (W1, W2) zumindest im Wesentlichen parallel zur Achse des Schallrohrs des Holzblasinstruments
angeordnet ist.
7. Griffmechanik nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Wippe (W1, W1) zumindest im Wesentlichen quer zur Achse des Schallrohrs des Holzblasinstruments
angeordnet ist.
8. Griffmechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zusatzklappe (P1), welche durch eine Rückstellvorrichtung elastisch in der geschlossenen Stellung
gehalten wird, das erste Tonloch (U1') betätigt.
9. Griffmechanik nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zu den beiden Tonlöchern (U1, U2) gehörige Klappen (K1, K2), welche eine Rückstellvorrichtung (f1) elastisch in offener Stellung hält, die oben genannte Zusatzklappe (P1) öffnen, wenn die Klappen (K1, K2) in offener Stellung sind.
10. Griffmechanik nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Schließen der zu dem ersten Tonloch (U1') gehörigen Klappe (K1) außerdem ein weiteres Tonloch geschlossen wird.
11. Griffmechanik nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Holzblasinstrument eine Oboe, Querflöte oder Klarinette ist.
12. Griffmechanik nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Tonloch (U1') das #f-Tonloch und das zweite Tonloch (U2) das g-Tonloch ist.
1. Fingering mechanism for a woodwind instrument, in which, when the finger of the player
presses a first key (K1) against the acoustic tube, both a first tone hole (U1') which corresponds to the first key (K1) and which, relative to the air column, has the same distance from the mouthpiece
as the first key (K1), and a tone hole spaced at a distance from the first key can be actuated,
characterized by the fact that the first tone hole (U1') is arranged not directly below the first key (K1) but moved along the circumferential direction of the woodwind instrument relative
to the first key (K1), and by the fact that by closing the first key (K1) the first tone hole (U1') is not closed in every case, but only if a second tone hole (U2) which, relative to the air column, is located closer to the mouthpiece is closed
as well.
2. Fingering mechanism according to Claim 1, characterized by the fact, that the first key (K1) does not actuate the first tone hole (U1') directly, but via an intermediate first mechanism (H1, W1).
3. Fingering mechanism according to one of the claims above, characterized by the fact, that a second mechanism (H2, W2) prevents the first tone hole (U1') from being closed if the second tone hole (U2) is open.
4. Fingering mechanism according to one of the claims above, characterized by the fact, that the second tone hole (U2) can be closed by actuating the second key (K2).
5. Fingering mechanism according to one of the Claims 2 to 4, characterized by the fact, that the first and/or the second mechanism each comprise a first and a
second rocker (W1, W2), held elastically in one of two inclined positions and where the position is adjustable
via a lever mechanism (H1, H2) by actuating the first or the second key (K1, K2).
6. Fingering mechanism according to Claim 5, characterized by the fact, that the first and/or the second rocker (W1, W2) is mounted at least approximately parallel to the axis of the acoustic tube of the
instrument.
7. Fingering mechanism according to Claim 5, characterized by the fact, that the first and/or the second rocker (W1, W2) is mounted at least approximately rectangular to the axis of the acoustic tube of
the instrument.
8. Fingering mechanism according to Claims 1 to 4, characterized by the fact, that an auxiliary key (P1), held in closed position by an elastic resetting device, controls the first tone
hole (U1').
9. Fingering mechanism according to Claim 8, characterized by the fact, that two keys (K1, K2) held open by an elastic resetting device (f1) and corresponding to the two tone holes (U1, U2) open the auxiliary key (P1) mentioned above, if the two aforementioned keys (K1, K2) are in open position.
10. Fingering mechanism according to one of the Claims above, characterized by the fact, that by closing the key (K1) corresponding to the first tone hole (U1') at the same time a further tone hole is closed.
11. Fingering mechanism according to one of the Claims above, characterized by the fact, that the woodwind instrument is an oboe, transverse flute or clarinet.
12. Fingering mechanism according to Claim 11, characterized by the fact, that the first tone hole (U1') is the F# tone hole and the second tone hole (U2) is the G tone hole.
1. Mécanisme de clés pour un instrument de musique de la famille des bois, dans lequel
en poussant un premier clapet (K1) contre le tuyau avec un doigt de l'instrumentiste, il est possible aussi bien de
fermer un premier trou (U1') appartenant au premier clapet (K1) qui présente, par référence à la colonne d'air, la même distance depuis l'embouchure
que le premier clapet (K1), que d'actionner un trou éloigné du premier clapet,caractérisé en ce que le premier trou (U1') n'est pas agencé directement au-dessous du premier clapet (K1), mais est décalé par rapport au premier clapet (K1) le long de la direction périphérique de l'instrument de la famille des bois, et
en ce qu'en fermant le premier clapet (K1) le premier trou (U1') n'est pas fermé dans tous les cas, mais uniquement quand un second trou (U2) qui, par référence à la colonne d'air, se trouve plus proche de l'embouchure, est
également fermé.
2. Mécanisme de clés selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier clapet (K1) n'actionne pas directement le premier trou (U1'), mais via un premier mécanisme intermédiaire (H1, W1).
3. Mécanisme de clés selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un second mécanisme (H2, W2) empêche que le premier trou (U1') soit fermé quand le second trou (U2) est ouvert.
4. Mécanisme de clés selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le second trou (U2) est fermé par actionnement d'un second clapet (K2).
5. Mécanisme de clés selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que le premier et/ou le second mécanisme comprennent chacun une première et respectivement
une seconde bascule (W1, W2), laquelle est sollicitée élastiquement vers l'une de ses deux positions en basculement,
ladite position en basculement pouvant être déplacée via un mécanisme à levier (H1, H2) par actionnement du premier ou du second clapet (K1, K2).
6. Mécanisme de clés selon la revendication 5, caractérisé en ce que la première et/ou la seconde bascule (W1, W2) est agencée au moins sensiblement parallèlement à l'axe du tuyau de l'instrument.
7. Mécanisme de clés selon la revendication 5, caractérisé en ce que la première et/ou la seconde bascule (W1, W2) est agencée au moins sensiblement perpendiculairement à l'axe du tuyau de l'instrument.
8. Mécanisme de clés selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'un clapet additionnel (P1), qui est maintenu par un dispositif de rappel élastiquement
dans la position fermée, actionne le premier trou (U1').
9. Mécanisme de clés selon la revendication 8, caractérisé en ce que des clapets (K1, K2) appartenant aux deux trous (U1, U2), qui sont maintenus élastiquement
en position ouverte par un dispositif de rappel (F1), ouvrent le clapet additionnel
(P1) mentionné ci-dessus, quand les clapets (K1, K2) sont en position ouverte.
10. Mécanisme de clés selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que par fermeture du clapet (K1) appartenant au premier trou (U1'), un autre trou est
en outre fermé.
11. Mécanisme de clés selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'instrument est un hautbois, une flûte traversière ou une clarinette.
12. Mécanisme de clés selon la revendication 11, caractérisée en ce que le premier trou (U1') est le trou #f, et le second trou (U2) est le trou g.