I. Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Molybdänfolie für den
Lampenbau gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Derartige Molybdänfolien können gasdicht in Quarzglasgefäßen eingebettet werden und
dienen daher als Bestandteil von Stromzuführungen für Leuchtmittel, die gasdicht von
Lampengefäßen aus Quarzglas umschlossen sind. Diese Verwendung von Molybdänfolien
ist, für Molybdänfolien mit einer Dicke von kleiner als 20 Mikrometer, beispielsweise
in der deutschen Patentschrift
DE 573 448 und für dickere Molybdänfolien beispielsweise in der britischen Patentschrift
GB 474 982 beschrieben. Mit dem Begriff Molybdänfolie werden im Folgenden und im Sinn der nachstehend
beschriebenen Erfindung Metallfolien auf der Basis von Molybdän bezeichnet, die im
Wesentlichen aus Molybdän bestehen. Das heißt, der Begriff Molybdänfolie umfasst Metallfolien,
die aus Molybdän oder aus mit Zusätzen bzw. Dotierstoffen versehenem Molybdän bestehen,
wobei der Gewichtsanteil der Zusätze oder Dotierstoffe deutlich geringer als der Gewichtsanteil
von Molybdän in der Metallfolie ist. Beispielsweise schließt der Begriff Molybdänfolie
auch eine Metallfolie ein, die aus Molybdän besteht, dem ca. 1 Gewichtsprozent Yttriumoxid
oder Yttrium-Cer-Mischoxid beigemischt ist.
II. Stand der Technik
[0003] Die Patentschrift
US 4,587,454 offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer Molybdänfolie für den Lampenbau, gemäß
dem die Oberfläche der Molybdänfolie durch Sandstrahlen aufgeraut wird, um dadurch
Sprünge oder Risse in dem die Molybdänfolie umgebenden Quarzglas des Lampengefäßes
zu verhindern.
[0004] Die Offenlegungsschrift
EP 1 156 505 A1 beschreibt eine Molybdänfolie zur Verwendung als Bestandteil von Stromdurchführungen
durch Lampengefäße, wobei die Molybdänfolie auf 5 bis 60 Flächenprozent ihrer Oberfläche
im Wesentlichen nicht zusammenhängende, inselartige Bereiche von Stoffagglomeraten
mit von der Rohfolie verschiedener Oberflächenstruktur oder bzw. und Werkstoffzusammensetzung
aus Molybdän bzw. aus dessen Legierungen, aus Titan, aus Silizium oder aus einem Oxid,
einem Mischoxid oder bzw. und einer oxidischen Verbindung mit einem Dampfdruck von
jeweils weniger als 10 Millibar bei 2000°C aufweist.
[0005] Die Patentschrift
US 6,815,892 offenbart eine Molybdänfolie für den Lampenbau, deren gesamte Oberfläche mit einer
Beschichtung versehen ist. Die Beschichtung besteht aus einem Metalloxid aus der Gruppe
von Titanoxid, Lanthanoxid, Tantaloxid, Zirkonoxid, Yttriumoxid und Hafniumoxid.
[0006] Die
DE 90 15 032 U1 offenbart eine Molybdänfolie mit aufgerauter Oberfläche zur Verwendung im Lampenbau.
Entlang der beiden Längsseiten der Molybdänfolie verlaufende Randstreifen sind mittels
Sandstrahlen aufgeraut.
[0007] Die
EP 0 871 202 A offenbart eine mit Molybdänfolien versehene Lampe, wobei die Oberfläche der Molybdänfolien
durch Sandstrahlen mit Korund aufgeraut ist.
[0008] Die
DE 199 30 336 A1 offenbart ein Widerstandsschweißverfahren zum Verschweißen von Molybdänfolien mit
Elektroden oder Stromzuführungsdrähten, bei dem die Oberfläche der Molybdänfolien
im Bereich der Schweißzone von Rückständen eines Sandstrahlmittels befreit wird.
[0009] Die
DE 103 37 335 A1 offenbart eine Molybdänfolie für den Lampenbau, die mit Ruthenium dotiert ist.
[0010] Die
DE 10 2006 036576 A1 offenbart ein Stromdurchführungssystem für eine Lampe mit Stromzuführungen, die abschnittweise
mit einer Beschichtung versehen sind, so dass ihr Anglasungsverhalten im Beschichtungsbereich
verschlechtert ist.
I. Darstellung der Erfindung
[0011] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer Molybdänfolie für
den Lampenbau bereitzustellen, das eine verbesserte Haftung zwischen der Molybdänfolie
und dem sie umgebenden Lampengefäßmaterial ermöglicht.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Besonders vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen
beschrieben.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer Molybdänfolie für den Lampenbau
zeichnet sich dadurch aus, dass zumindest ein Teil der Oberfläche der Molybdänfolie,
vorzugsweise die gesamte Oberfläche der Molybdänfolie, durch Sandstrahlen aufgeraut
wird und das dafür verwendete Sandstrahlmittel mehr als 99 Gew.%
[0014] Aluminiumoxid oder bzw. und Quarzsand sowie mindestens eine weitere Komponente enthält,
deren Gewichtsanteil kleiner als 1 Gew.% ist.
[0015] Durch die erfindungsgemäße Kombination von Aluminiumoxid oder bzw. und Quarzsand
sowie der mindestens einen weiteren Sandstrahlmittelkomponente wird eine verbesserte
Haftung der Molybdänfolie an dem Lampengefäßmaterial, insbesondere Quarzglas, erreicht.
Versuche haben gezeigt, dass bei Hochdruckentladungslampen, deren Entladungsgefäß
mit den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Molybdänfolien abgedichtet
wurden, eine längere Lebensdauer besitzen als die Hochdruckentladungslampen, deren
Entladungsgefäß mit den auf herkömmliche Weise sandgestrahlten Molybdänfolien abgedichtet
waren. Insbesondere trat bei den Hochdruckentladungslampen mit den erfindungsgemäß
hergestellten Molybdänfolien eine Abhebung der dem Entladungsraum zugewandten Folienkante
vom Quarzglas des Entladungsgefäßes seltener auf als bei den Hochdruckentladungslampen,
die mit den auf herkömmliche Weise hergestellten Molybdänfolien ausgestattet waren.
[0016] Durch das erfindungsgemäße Sandstrahlen bilden sich auf der Oberfläche der Molybdänfolie
Ablagerungen von feinen Partikeln des Sandstrahlmittels, das heißt, Ablagerungen von
Aluminiumoxidpartikeln oder bzw. und Quarzsandpartikeln sowie Partikeln der mindestens
einen weiteren Sandstrahlmittelkomponente, welche zusammen mit der aufgerauten Oberfläche
der Molybdänfolie für die gute Haftung zwischen der Molybdänfolie und dem Lampengefäßmaterial
verantwortlich sind.
[0017] Die mit geringer Flächenbelegungsdichte homogen verteilte Menge der auf der Oberfläche
der Molybdänfolie abgelagerten Sandstrahlmittelpartikel ist nicht ausreichend, um
eine geschlossene Schicht oder inselartige Agglomerate auf der Molybdänfolienoberfläche
zu bilden. Die durch das erfindungsgemäße Sandstrahlen auf der Molybdänfolienoberfläche
in geringer Menge gebildeten Ablagerungen haben den Vorteil, dass sie das Verschweißen
der Molybdänfolie mit anderen Stromzuführungsteilen, nicht behindern. Insbesondere
kann die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Molybdänfolie mit geringem
Übergangswiderstand und auf einfache Weise mit einer in den Entladungsraum hineinragenden
Gasentladungselektrode aus Wolfram und mit einem aus dem Entladungsgefäß herausragenden
Stromzuführungsdraht verschweißt werden, beispielsweise mittels Widerstandsschweißen
gemäß der
EP 1 066 912 A1 oder mittels LASER-Schweißen gemäß der
EP 1 604 772 A1.
[0018] Erfindungsgemäß wird die Hauptkomponente des Sandstrahlmittels von Aluminiumoxid
oder Quarzsand oder einer Mischung aus Aluminiumoxid und Quarzsand gebildet. Das heißt,
Aluminiumoxid oder Quarzsand oder die Mischung aus Aluminiumoxid und Quarzsand besitzen
den größten Gewichtsanteil im Sandstrahlmittel. Mit Hilfe dieser Hauptkomponente im
Sandstrahlmittel werden eine Aufrauung der Oberfläche der Molybdänfolie und eine Verdichtung
der Molybdänfolie erreicht.
[0019] Gemäß der Erfindung ist der Gewichtsanteil des Aluminiumoxids oder bzw. und des Quarzsandes
im Sandstrahlmittel größer als 99 Gewichtsprozent und der Gewichtsanteil der mindestens
einen weiteren Komponente in dem Sandstrahlmittel ist kleiner als 1 Gewichtsprozent.
[0020] Gute Ergebnisse werden mit einem Sandstrahlmittel erzielt, das aus Aluminiumoxid
oder bzw. und Quarzsand sowie Titanoxid besteht und bei dem der Gewichtsanteil von
Titanoxid im Bereich von 0,1 Gewichtsprozent bis 0,25 Gewichtsprozent liegt.
[0021] Anstelle von Titanoxid oder zusätzlich zu Titanoxid können als weitere Komponente
neben Aluminiumoxid oder bzw. und Quarzsand auch eines oder mehrere Oxide aus der
Gruppe von Zirkonoxid, Hafniumoxid, Lanthanoxid, Ceroxid und Tantaloxid verwendet
werden.
[0022] Die Partikelgröße der mindestens einen weiteren Komponente im Sandstrahlmittel ist
vorteilhafterweise kleiner oder gleich 1 Mikrometer, um eine ausreichend gute Haftung
der Partikel der mindestens einen weiteren Komponente an der rauen Molybdänfolienoberfläche
zu gewährleisten. Die mittlere Partikelgröße der von Aluminiumoxid oder bzw. und Quarzsand
gebildeten Hauptkomponente des Sandstrahlmittels ist vorteilhafterweise kleiner oder
gleich 100 Mikrometer, um die vorgenannte Aufrauung der Molybdänfolienoberfläche und
Verdichtung der Molybdänfolie zu erreichen.
[0023] Die erfindungsgemäß hergestellte Molybdänfolie eignet sich vorzugsweise als Bestandteil
von Stromdurchführungen durch Lampengefäße aus Glas, insbesondere aus Quarzglas oder
aus einem Glas mit einem sehr hohen Siliziumdioxidgehalt. Insbesondere wird die Molybdänfolie
gasdicht in Lampengefäßen aus Quarzglas eingebettet, so dass ein Ende der Molybdänfolie
mit einem aus dem Lampengefäß herausragenden Stromzuführungsdraht verbunden ist und
ihr anderes Ende mit einer in den Innenraum des Lampengefäßes hineinragenden Elektrode
oder mit einem Glühwendelabgang verbunden ist. Die Molybdänfolie gewährleistet somit
eine gasdichte Stromdurchführung durch ein Lampengefäß aus Quarzglas oder aus einem
Glas mit einem sehr hohen, üblicherweise mehr als 95 Gewichtsprozent betragenden,
Siliziumdioxidgehalt.
IV. Beschreibung der Figuren
[0024] Nachstehend wird die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- Eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung einer erfindungsgemäß hergestellten
Molybdänfolie für den Lampenbau
- Figur 2
- Eine schematische Darstellung einer Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampe mit
zwei der in Figur 1 abgebildeten Molybdänfolien
- Figur 3
- Den prozentualen Anteil der noch funktionsfähigen, getesteten Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampen
über der Betriebsdauer der Hochdruckentladungslampen
- Figur 4
- Den prozentualen Anteil der noch funktionsfähigen, getesteten quecksilberfreien Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampen
über der Betriebsdauer der Hochdruckentladungslampen
- Figur 5
- Eine schematische Darstellung der Verteilung von feinkörnigen Aluminiumoxidpartikeln
und Titanoxidpartikeln auf der Oberfläche der Molybdänfolie
V. Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
[0025] Die Figur 1 zeigt eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung einer erfindungsgemäß
hergestellten Molybdänfolie 21. Diese Molybdänfolie 21 ist linsenförmig oder lanzettförmig
oder kissenförmig gewölbt. Zur Verwendung als Dichtungsfolie im Entladungsgefäß einer
Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampe mit einer elektrischen Leistungsaufnahme
von ca. 35 Watt besitzt diese Molybdänfolie 21 eine maximale Dicke D von 25 Mikrometer.
Ihre Länge L in Längserstreckungsrichtung beträgt 6,5 Millimeter und ihre Breite B
beträgt 2 Millimeter. Die Molybdänfolie 21 wird üblicherweise von einem Molybdänband
abgeschnitten, das auf einer Vorratsrolle aufgerollt ist. Die Schnittflächen verlaufen
dabei senkrecht zur Längserstreckung der Molybdänfolie 21. Um die Gefahr einer Rissbildung
im die Molybdänfolie umgebenden Lampengefäßmaterial zu reduzieren, können die Schnittkanten
der Molybdänfolie 21 geplättet oder gewalzt werden, wie beispielsweise in der
EP 0 884 763 A2 offenbart ist.
[0026] Die Molybdänfolie 21 wird durch die bekannten metallurgischen Glühprozesse und Sinterprozesse
sowie Walzprozesse aus in eine Form gepresstem Molybdänpulver hergestellt. Dem Molybdänpulver
können Dotierstoffe oder Zusätze, wie beispielsweise die oben genannten Oxide Yttriumoxid
oder Yttrium-Cer-Mischoxid beigemischt sein.
[0027] Die auf diese Weise gefertigte Molybdänfolie 21 wird gemäß dem ersten, besonders
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung beidseitig mit einer homogenen Mischung
aus Aluminiumoxid und Titanoxid sandgestrahlt, wobei der Gewichtsanteil von Titanoxid
im Sandstrahlmittel 0,1 Gewichtsprozent beträgt und der Rest Aluminiumoxid, das auch
als Korund bezeichnet wird, ist. Die mittlere Partikelgröße der Aluminiumoxidpartikel
beträgt 100 Mikrometer und die mittlere Partikelgröße der Titanoxidpartikel beträgt
0,5 Mikrometer.
[0028] Es hat sich gezeigt, dass nach Beendigung des Sandstrahlprozesses feinkörnige Anteile
der Sandstrahlmittel auf der Oberfläche der Molybdänfolie 21 haften geblieben sind.
Das heißt, durch das Sandstrahlen wird nicht nur die Oberfläche der Molybdänfolie
21 aufgeraut, sondern es bilden sich auch Ablagerungen von Aluminiumoxidpartikeln
(Korundpartikeln) und Titanoxidpartikeln auf der Oberfläche der Molybdänfolie 21.
In Figur 5 ist schematisch, mit einer Maßstabsangabe (1 µm), die Oberfläche der Molybdänfolie
21 dargestellt. Auf der Molybdänfolienoberfläche haften mit geringer Flächenbelegungsdichte
homogen verteilte Ablagerungen von feinkörnigen Aluminiumoxidpartikeln und Titanoxidpartikeln.
Die feinkörnigeren Titanoxidpartikel besitzen eine bessere Haftung an der Molybdänfolienoberfläche
als die Aluminiumoxidpartikel. Daher entspricht der Anteil der an der Molybdänfolie
haftenden Titanoxidpartikel nicht seinem Mischungsverhältnis im Sandstrahlmittel.
Um die Menge der an der Oberfläche der Molybdänfolie 21 haftenden Aluminiumoxidpartikel
und Titanoxidpartikel zu bestimmen, wurde eine Vielzahl von erfindungsgemäß sandgestrahlten
Molybdänfolien 21 in Säure aufgelöst. Die Analyse ergab ein durchschnittliches Gewicht
der Molybdänfolie von 22,5 mg/cm
2 und ein durchschnittliches Gewicht der auf der Molybdänfolie haftenden Aluminiumoxidpartikel
von 0,247 mg/cm
2 sowie ein durchschnittliches Gewicht der auf der Molybdänfolie haftenden Titanoxidpartikel
von 0,062 mg/cm
2.
[0029] Gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird die Molybdänfolie 21 beidseitig
mit einer homogenen Mischung aus Aluminiumoxid und Titanoxid sandgestrahlt, wobei
der Gewichtsanteil von Titanoxid im Sandstrahlmittel 0,25 Prozent beträgt und der
Rest Aluminiumoxid ist. Die mittlere Partikelgröße der Korundpartikel beträgt 100
Mikrometer und die mittlere Partikelgröße der Titanoxidpartikel beträgt 0,5 Mikrometer.
Eine Analyse dieser Molybdänfolien ergab ein durchschnittliches Gewicht der Molybdänfolie
von 18,2 mg/cm
2 und ein durchschnittliches Gewicht der auf der Molybdänfolie haftenden Aluminiumoxidpartikel
von 0,197 mg/cm
2 sowie ein durchschnittliches Gewicht der auf der Molybdänfolie haftenden Titanoxidpartikel
von 0,117 mg/cm
2.
[0030] Die Figur 2 zeigt eine Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampe mit einer elektrischen
Leistungsaufnahme von ca. 35 Watt. Diese Hochdruckentladungslampe besitzt ein Entladungsgefäß
1 aus Quarzglas mit einem Innenraum 10 und zwei diametral angeordneten, abgedichteten
Enden 11, 12, die jeweils eine Stromdurchführung 2, 3 aufweisen. In den Innenraum
10 ragen zwei diametral angeordnete Elektroden 4, 5, die jeweils mit einer der Stromdurchführungen
2 bzw. 3 verbunden sind und zwischen denen sich während des Lampenbetriebs eine Gasentladung
ausbildet. In dem Innenraum 10 des Entladungsgefäßes 1 ist eine ionisierbare Füllung
eingeschlossen, die aus Xenon und mehreren Metallhalogeniden sowie gegebenenfalls
Quecksilber besteht. Das Entladungsgefäß 1 ist von einem Außenkolben 6 umgeben, der
aus Quarzglas besteht, das mit Ultraviolettstrahlung absorbierenden Dotierstoffen
versehen ist. Die Lampe weist ferner einen Kunststoffsockel 7 auf, der die beiden
Lampengefäße 1, 6 trägt und der mit den elektrischen Anschlüssen 8 der Lampe ausgestattet
ist. Die Stromdurchführung 2 des sockelfernen Endes 11 des Entladungsgefäßes 1 ist
über die Stromrückführung 9 mit dem ersten elektrischen Anschluss 8 verbunden, während
die andere Stromdurchführung 5 mit einem zweiten elektrischen Anschluss (nicht abgebildet)
der Lampe verbunden ist. Im Lampensockel 7 kann das komplette Betriebsgerät der Lampe
oder Teile des Betriebsgerätes, beispielsweise die Zündvorrichtung, angeordnet sein.
[0031] Die Stromdurchführungen 2, 3 weisen jeweils eine gasdicht in dem jeweiligen Ende
11 bzw. 12 eingebettete , erfindungsgemäß hergestellte, Molybdänfolie 21 bzw. 31 auf.
In Figur 1 ist die Molybdänfolie 21 bzw. 31 schematisch dargestellt. Die von dem Innenraum
10 des Entladungsgefäß 1 abgewandte Seite der jeweiligen Molybdänfolie 21 bzw. 31
ist jeweils mit einem Molybdändraht 22 bzw. 32 verschweißt, der aus dem entsprechenden
abgedichteten Ende 11 bzw. 12 herausragt. Die dem Innenraum 10 des Entladungsgefäßes
1 zugewandte Seite der jeweiligen Molybdänfolie 21 bzw. 31 ist jeweils mit einer stabförmigen,
aus Wolfram bestehenden Elektrode 4 bzw. 5 verschweißt, die in den Entladungsraum
10 hineinragen.
[0032] Die Figur 3 zeigt das Resultat einer Lebensdauermessung an einer Vielzahl von quecksilberhaltigen
Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampen mit dem Aufbau gemäß dem in Figur 1
dargestellten Beispiel, die aber mit unterschiedlichen Molybdänfolien ausgestattet
waren. Die Lampen gemäß der Messkurve 1 in Figur 3 waren mit gemäß dem Stand der Technik
sandgestrahlten Molybdänfolien ausgestattet. Bei 2000 Betriebsstunden fiel die erste
dieser Lampen aus. Die Lampen gemäß der Messkurve 2 bzw. 3 in Figur 3 waren mit Molybdänfolien
ausgestattet, die eine Beschichtung gemäß der
EP 1 156 505 A1 aufwiesen. Gemäß der Messkurve 2 in Figur 3 waren nach 2500 Betriebsstunden 20 Prozent
der Lampen ausgefallen, während bei den Lampen gemäß der Messkurve 3 in Figur 3 bereits
nach nur 1200 Betriebsstunden 20 Prozent dieser Lampen ausgefallen waren. Die Lampen,
die mit den erfindungsgemäß hergestellten Molybdänfolien ausgestattet wurden, zeigten
hingegen bis zu einer Betriebsdauer von 3000 Stunden keinen einzigen Ausfall, wie
aus Messkurve 4 in Figur 3 ersichtlich ist. Insbesondere war nur bei den Lampen mit
den erfindungsgemäß hergestellten Molybdänfolien nach 3000 Betriebsstunden noch kein
Anzeichen einer Folienabhebung zu sehen.
[0033] Die Figur 4 zeigt das Resultat eines speziellen Schnellschalttestes an einer Vielzahl
von quecksilberfreien Halogen-Metalldampf-Hochdruckentladungslampen mit dem Aufbau
gemäß dem in Figur 1 dargestellten Beispiel, die aber mit unterschiedlichen Molybdänfolien
ausgestattet waren. Die Lampen gemäß der Messkurve 1 in Figur 4 waren mit gemäß dem
Stand der Technik sandgestrahlten Molybdänfolien ausgestattet. Nach ca. 1100 Betriebsstunden
fielen bereits 40 Prozent dieser Lampen aus und nach 1500 Betriebsstunden waren nur
noch 20 Prozent dieser Lampen funktionsfähig und nach 1700 Betriebsstunden waren alle
Lampen mit unbeschichteten Molybdänfolien ausgefallen. Die Lampen gemäß der Messkurve
2 bzw. 3 in Figur 4 waren mit Molybdänfolien ausgestattet, die eine Beschichtung gemäß
der
EP 1 156 505 A1 aufwiesen. Entsprechend der Messkurve 2 bzw. 3 in Figur 4 waren nach nur 800 Betriebsstunden
bzw. 950 Betriebsstunden alle Lampen ausgefallen, deren Molybdänfolien eine Beschichtung
gemäß der
EP 1 156 505 A1 aufwiesen. Die quecksilberfreien Hochdruckentladungslampen, die mit den erfindungsgemäß
hergestellten Molybdänfolien ausgestattet wurden, zeigten hingegen bis zu einer Betriebsdauer
von 1800 Stunden keinen einzigen Ausfall, wie aus Messkurve 4 in Figur 4 ersichtlich
ist. Insbesondere war nach 1800 Betriebsstunden noch kein Anzeichen einer Folienabhebung
bei den Lampen mit den erfindungsgemäß hergestellten Molybdänfolien zu sehen.
[0034] Die vorgenannten Lampenausfälle waren alle durch ein Ablösen der Molybdänfolien von
dem Quarzglas des Entladungsgefäßes bedingt.
[0035] Die in den Figuren 3 und 4 dargestellten Messergebnisse wurden an Hochdruckentladungslampen
mit Molybdänfolien, die gemäß dem oben beschriebenen ersten und zweiten Ausführungsbeispiel
gefertigt bzw. behandelt wurden, erzielt.
[0036] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die oben näher erläuterten Ausführungsbeispiele.
Insbesondere kann die erfindungsgemäß hergestellte Molybdänfolie auch für andere Lampentypen,
beispielsweise für Stromzuführungen durch gasdicht verschlossene Gefäße von Halogenglühlampen
verwendet werden. Die Abmessungen der Molybdänfolie müssen dem Verwendungszweck angepasst
werden. Insbesondere die Dicke D und die Breite B der Molybdänfolie 21 sind an die
elektrische Leistungsaufnahme der Lampe bzw. die maximale Stromstärke des Lampenstroms
anzupassen. Das Mischungsverhältnis von Aluminiumoxid zu Titanoxid ist nicht auf die
beiden Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern kann variiert werden. Vorzugsweise
sollte es so gewählt werden, dass die Menge der Ablagerungen auf der Oberfläche der
Molybdänfolie nicht so groß wird, dass eine Beeinträchtigung der Schweißbarkeit mit
der Stromzuführung und der Elektrode eintritt. Anstelle von Titanoxid können auch
die oben genannten Oxide als weitere Komponente neben Aluminiumoxid in dem Sandstrahlmittel
verwendet werden. Außerdem kann das Aluminiumoxid teilweise oder vollständig durch
Quarzsand ersetzt werden, so dass die Hauptkomponente des Sandstrahlmittels nicht
mehr vom Aluminiumoxid sondern stattdessen vom Quarzsand oder von einer Mischung aus
Quarzsand und Aluminiumoxid gebildet wird.