[0001] Die Erfindung betrifft eine Schriftguthülle gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Schriftguthüllen weisen eine Schriftguttasche zur Aufnahme von Schriftgut auf, das
in der Schriftguttasche geschützt aufbewahrt werden kann. Sie finden überwiegend da
Anwendung, wo einzelne Blätter von Schriftgut transportiert werden müssen, beispielsweise
zu einer Präsentation. Das Schriftgut kann ungelocht in der Schriftguttasche aufgenommen
werden. Wird das Schriftgut vorerst nicht mehr benötigt und soll es in einem Aktenordner,
einem Ringbuch oder dergleichen abgeheftet werden, muß es aus der Schriftguthülle
entnommen und gegebenenfalls noch gelocht werden. Es wurden daher bereits Schriftguthüllen
entwickelt, die einen einstückig an der Schriftguttasche angeformten Abheftstreifen
mit Löchern zur Aufnahme der Aufreihstifte von Aktenordnern und dergleichen aufweisen.
Solche Schriftguthüllen können mit in der Schriftguttasche aufgenommenem Schriftgut
in Aktenordnern abgeheftet werden. Bei der Handhabung dieser Schriftguthüllen wird
jedoch als nachteilig empfunden, dass der Abheftstreifen ihre Abmessungen vergrößert
und beispielsweise bei einer Präsentation des aufgenommenen Schriftguts im Wege ist.
Desweiteren sind Schriftguthüllen bekannt, die einen einstückig an der Schriftguttasche
angeformten Beschriftungsstreifen für die Anbringung einer Kennzeichnung aufweisen.
Der Beschriftungsstreifen weist beispielsweise eine Einstecktasche für die Aufnahme
eines Beschriftungsschilds auf. Dabei wird wiederum als nachteilig empfunden, dass
der Beschriftungsstreifen die Abmessungen der Schriftguthülle vergrößert, wodurch
sie schlechter handhabbar ist.
[0003] Aus der
AT-280944 B und der
EP-A-0 142 489 sind Schriftguthüllen bekannt, die jeweils mit einem Abheftstreifen versehen sind,
der zur Verkleinerung ihrer Abmessungen umgeklappt werden kann. Aus der
DE 15 36 654 A1 und der
DE 1 104 488 B sind Schriftguthüllen bekannt, die jeweils mit einem verschiebbar geführten Beschriftungsschild
versehen sind.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Schriftguthülle der eingangs genannten Art
derart weiterzubilden, dass ihre Handhabung verbessert wird.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Schriftguthülle mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass mittels des Abheftstreifens eine einfache
Möglichkeit zum Abheften des Schriftguts in einem Aktenordner gegeben ist, ohne dass
das Schriftgut aus der Schriftguttasche entnommen werden muß. Im täglichen Gebrauch
ist die Schriftguthülle leicht handhabbar, da der Abheftstreifen gegenüber der Schriftguttasche
beweglich ist und in eine Position gebracht werden kann, in der die Abmessungen der
Schriftguthülle gegenüber denen einer Schriftguthülle ohne Abheftstreifen nicht wesentlich
vergrößert sind. Dies geschieht durch Einschieben in die Einstecktasche. Der Vorderdeckel
wird in der Regel aus transparenter Kunststoffolie gefertigt, während der Rückdeckel
auch aus nicht transparentem Kunststoff gefertigt sein kann und zudem stärker ausgeführt
sein kann als der Vorderdeckel.
[0007] Es wird bevorzugt, dass die Einschubtasche mit der ersten Seitenkante bündig abschließt.
Wenn der Abheftstreifen vollständig in die Einschubtasche eingeschoben ist, sind die
Abmessungen der Schriftguthülle nicht größer als die Abmessungen einer herkömmlichen
Schriftguthülle ohne Abheftstreifen. Der Abheftstreifen weist Durchbrüche als Führungen
auf, durch die jeweils ein die Schriftguttasche mit dem aufgesetzten Folienstreifen
verbindendes Führungselement durchgreift. Der Abheftstreifen ist gegen die Führungselemente
zwischen zwei die erste und die zweite Position definierenden Anschlägen verschiebbar.
Die Führungselemente können Klammern sein, die den Folienstreifen mit der Schriftguttasche
verbinden. Es wird jedoch bevorzugt, dass die Führungselemente Schweißnähte sind.
Vorteilhaft weist der aufgesetzte Folienstreifen an der Öffnung der Einschubtasche
einen Greifausschnitt zum Ergreifen des Abheftstreifens auf. Die Löcher stehen in
der ersten Position des Abheftstreifens über den Umriß der Schriftguttasche über.
[0008] Es ist möglich, dass der Abheftstreifen eine Einstecktasche für die Aufnahme eines
Beschriftungsschilds aufweist. Die verschiedenen Ausführungsformen sind auch miteinander
kombinierbar.
[0009] Die Schriftguttasche ist zweckmäßig an ihrer ersten Seitenkante und an einer quer
zur ersten Seitenkante verlaufenden Unterkante geschlossen. Sie kann zudem an ihrer
der ersten Seitenkante gegenüberliegenden zweiten Seitenkante von der Unterkante ausgehend
ein Stück weit geschlossen sein. Dies hindert in der Schriftguttasche aufgenommenes
Schriftgut am Herausrutschen insbesondere dann, wenn die Schriftguthülle in einem
aufrecht stehenden Aktenordner abgeheftet ist.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung weist der Rückdeckel am der Seitenkante und
der Unterkante gegenüberliegenden Eck einen seine dem Vorderdeckel zugewandte Innenseite
ein Stück weit überdeckenden Winkel aus Kunststoffolie zum Einstecken eines Eckabschnitts
des Vorderdeckels auf. Auch das in der Schriftguttasche enthaltene Schriftgut wird
zwischen diesen Winkel und den Rückdeckel eingesteckt. Dadurch wird das Schriftgut
besser in der Schriftguttasche gehalten, und der Vorderdeckel wird am Aufklappen gehindert.
Um den Vorderdeckel gut unter den Winkel stecken zu können, weist dieser an seinem
Eckabschnitt zweckmäßig eine gegen den Umriß der Schriftguttasche zurücktretende Kontur
auf.
[0011] Die Schriftguttasche kann durch eine oder mehrere Zwischenfolien zwischen dem Vorderdeckel
und dem Rückdeckel in mehrere Fächer unterteilt sein. Dadurch wird ermöglicht, dass
mehrere Blätter Schriftgut vorsortiert in der Schriftguttasche aufgenommen werden
können.
[0012] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1a
- eine Schriftguthülle gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in perspektivischer Rückansicht;
- Fig. 1b
- einen Schnitt durch die Schriftguthülle gemäß Fig. 1a;
- Fig. 2a
- eine Schriftguthülle gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel in perspektivischer Rückansicht;
- Fig. 2b
- eine Detaildarstellung eines Schnitts durch die Schriftguthülle gemäß Fig. 2a;
- Fig. 3a
- eine Schriftguthülle gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel in perspektivischer Rückansicht;
- Fig. 3b
- eine Detaildarstellung eines Schnitts durch die Schriftguthülle gemäß Fig. 3a und
- Fig. 4a, 4b
- eine Schriftguthülle gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel in perspektivischer Vorderansicht
mit ausgezogenem und eingeschobenem Abheftstreifen.
[0013] Eine Schriftguthülle 10 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1a, 1b) weist
eine Schriftguttasche 12 zur Aufnahme von Schriftgut auf. Die Schriftguttasche 12
wird durch einen Vorderdeckel 14 und einen Rückdeckel 16 aus einem Stück transparenter
Kunststoffolie gebildet, welches um eine Unterkante 18, die den Vorderdeckel 14 vom
Rückdeckel 16 trennt, gefaltet ist. An einer quer zur Unterkante 18 verlaufenden ersten
Seitenkante 20 sind Vorder- und Rückdeckel 14, 16 miteinander verschweißt. Parallel
zur ersten Seitenkante 20 und an diese anschließend verläuft ein Falz 22, über den
ein Abheftstreifen 24 einstückig an die Schriftguttasche 12 angeformt ist. Der Abheftstreifen
24 weist Löcher 26 auf, die zur Aufnahme von Aufreihstiften eines Aktenordners bestimmt
sind. Der Abheftstreifen 24 läßt sich um den Falz 22 bis zur Anlage am Rückdeckel
16 umklappen. Auf den Rückdeckel 16 ist zudem ein Haltestreifen 28 aus demselben Kunststoffmaterial,
aus dem auch Vorder- und Rückdeckel 14, 16 bestehen, angeschweißt. Die Schweißnaht
30, mit der der Haltestreifen 28 am Rückdeckel 16 befestigt ist, erstreckt sich entlang
einer Längskante des Haltestreifens 28, während die dem Abheftstreifen 24 zugewandte
andere Längskante 32 frei ist, so dass der Haltestreifen 28 hochgebogen werden kann
und der Abheftstreifen 24 unter ihm anliegend an dem Rückdeckel 16 gehalten werden
kann (Fig. 1 b).
[0014] Die Schriftguthülle 110 gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 2a, 2b) entspricht
in ihrem Aufbau im wesentlichen der Schriftguthülle 10 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel.
Gleiche Merkmale sind daher mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Anstelle des
Haltestreifens 28 weist die Schriftguthülle 110 an ihrem Rückdeckel 16 vier Teile
von Klettverbindungen 34 auf, zu denen jeweils ein Gegenstück 36 am Abheftstreifen
24 angebracht ist. Nach dem Umklappen des Abheftstreifens 24 um den Falz 22 wird dieser
durch die Klettverbindungen 34, 36 in seiner umgeklappten Position gehalten. Desweiteren
ist die Schriftguttasche 12 auch an ihrer zweiten Seitenkante 40, ausgehend von der
Unterkante 18, ein Stück weit geschlossen.
[0015] Hierzu ist ein Abschnitt 42 des Vorderdeckels 14 über die Rückseite des Rückdeckels
16 umgebogen und an diesem angeschweißt. Schließlich weist der Rückdeckel 16 an seinem
der ersten Seitenkante 20 und der Unterkante 18 gegenüberliegenden oberen Eck 44 einen
seine Innenseite ein Stück weit überlappenden, dreieckigen Winkel 46 aus Kunststoffolie
auf. Zwischen den Winkel 46 und den Rückdeckel 16 ist ein Eckabschnitt 48 des Vorderdeckels
eingesteckt. Am Eckabschnitt 48 tritt die Außenkontur des Vorderdeckels 14 gegen den
Umriß der Schriftguttasche 12 etwas zurück, um ein vollständiges Einstecken unter
den Winkel 46 zu ermöglichen.
[0016] Die Schriftguthülle 200 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel (Fig. 3a, 3b) entspricht
in ihrem Aufbau wiederum im wesentlichen der Schriftguthülle 110 gemäß dem zweiten
Ausführungsbeispiel. Insofern wird auf die obige Beschreibung verwiesen. Zum Festhalten
des Abheftstreifens 24 in umgeklappter Position ist wiederum ein Haltestreifen 28
auf den Rückdeckel 16 aufgeschweißt, wie schon beim ersten Ausführungsbeispiel. Der
Abheftstreifen 24 ist aber nicht einstückig an die Schriftguttasche 12 angeformt.
Er ist vielmehr als separater Streifen auf den Rückdeckel 16 aufgesetzt und mittels
einer Schweißnaht 202 fest mit ihm verbunden. Der Falz 22, um den er umgeklappt werden
kann, verläuft im Abstand zur ersten Seitenkante 20 parallel zu ihr. In Fig. 3a ist
die Schriftguthülle 200 mit auf den Rückdeckel 16 umgeklapptem Abheftstreifen 24 dargestellt.
[0017] Bei der Schriftguthülle 210 gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel (Fig. 4a, 4b),
bei dem wiederum gleiche Bezugszeichen gleichwirkende Merkmale bezeichnen, ist der
Abheftstreifen 24 nicht gegenüber der Schriftguttasche 12 umklappbar, sondern gegenüber
dieser linear verschiebbar. Hierzu ist ein Folienstreifen 50 aus dem gleichen Material,
aus dem auch Vorder- und Rückdeckel 14, 16 gebildet sind, auf den Rückdeckel 16 aufgeschweißt.
In der durch den Folienstreifen 50 und den Rückdeckel 16 begrenzten Einschubtasche
52, die zur ersten Seitenkante 20 hin offen ist und bündig mit dieser abschließt,
ist der Abheftstreifen 24 eingesteckt. Dieser weist vier Durchbrüche 54 auf, die als
Führungen für den Folienstreifen 50 mit dem Rückdeckel 16 verbindende punktförmige
Schweißnähte 56 dienen. Der Abheftstreifen 24 kann damit zwischen zwei Positionen
verschoben werden, wobei in der ersten Position die Löcher 26 über den Umriß der Schriftguttasche
12 hervortreten und in einer zweiten Position (Fig. 4b) in der Einschubtasche 52 aufgenommen
sind. Um den Abheftstreifen 24 besser greifen zu können, weist der Folienstreifen
50 einen randoffenen Greifausschnitt 58 auf.
[0018] Die in den Ausführungsbeispielen dargestellten Abheftstreifen 24 können noch weitere
Funktionen aufweisen. So können sie gleichzeitig als Beschriftungsstreifen dienen,
deren Beschriftung eine Identifizierung des in der Schriftguttasche 12 enthaltenen
Schriftguts ermöglicht. Zu diesem Zweck können sie auch in einer vordefinierten Farbe
eingefärbt sein. Desweiteren kann anstelle des Abheftstreifens 24 ein Beschriftungsstreifen
oder eine Einstecktasche für die Aufnahme eines Beschriftungsschilds angebracht sein.
Die Einstecktasche kann auch für die Aufnahme von anderen Gegenständen, wie Stifte
oder Lineale, verwendet werden. Insbesondere ist es auch möglich, dass eine Schriftguthülle
zwei solcher Streifen mit unterschiedlicher Funktion aufweist: einen Abheftstreifen
an einer ersten Seitenkante und einen Beschriftungsstreifen oder eine Einstecktasche
an einer weiteren Kante der Schriftguttasche 12.
1. Schriftguthülle mit einer durch einen Vorderdeckel (14) und einen Rückdeckel (16)
aus Kunststoffolie begrenzten Schriftguttasche (12) zur Aufnahme von Schriftgut und
mit einem gegen die Schriftguttasche (12) beweglichen Funktionsstreifen (24), der
in einer ersten Position zumindest teilweise über den Umriß der Schriftguttasche (12)
an einer ersten Seitenkante (20) übersteht, wobei der Funktionsstreifen (24) in einer
durch den Vorder- oder den Rückdeckel (14, 16) und einen auf diesen aufgesetzten Folienstreifen
(50) gebildeten, nach der ersten Seitenkante (20) offenen Einschubtasche (52) zwischen
der ersten Position und einer zweiten Position, in der er in der Einschubtasche (52)
aufgenommen ist, verschiebbar geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Funktionsstreifen ein Abheftstreifen (24) mit Löchern (26) zur Aufnahme von Aufreihstiften
oder Aufreihbändern ist, dass die Löcher (26) in der ersten Position des Abheftstreifens
(24) über den Umriß der Schriftguttasche (12) überstehen, und dass der Abheftstreifen
(24) Durchbrüche (54) als Führungen aufweist, durch die jeweils ein die Schriftguttasche
(12) mit dem aufgesetzten Folienstreifen (50) verbindendes Führungselement (56), vorzugsweise
eine Schweißnaht, durchgreift, gegen das der Abheftstreifen (24) zwischen zwei die
erste und die zweite Position definierenden Anschlägen verschiebbar ist.
2. Schriftguthülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschubtasche (52) mit der ersten Seitenkante (20) bündig abschließt.
3. Schriftguthülle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der aufgesetzte Folienstreifen (50) an der Öffnung der Einschubtasche (52) einen
Greifausschnitt (58) zum Ergreifen des Abheftstreifens (24) aufweist.
4. Schriftguthülle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abheftstreifen (24) eine Einstecktasche für die Aufnahme eines Beschriftungsschilds
oder dergleichen aufweist.
5. Schriftguthülle nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schriftguttasche (12) an ihrer ersten Seitenkante (20) und an einer quer zur
ersten Seitenkante (20) verlaufenden Unterkante (18) geschlossen ist.
6. Schriftguthülle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schriftguttasche (12) an ihrer der ersten Seitenkante (20) gegenüberliegenden
zweiten Seitenkante (40) von der Unterkante (18) ausgehend ein Stück weit geschlossen
ist.
7. Schriftguthülle nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rückdeckel (16) am der ersten Seitenkante (20) und der Unterkante (18) gegenüberliegenden
Eck (44) einen seine dem Vorderdeckel (14) zugewandte Innenseite ein Stück weit überdeckenden
Winkel (46) aus Kunststoffolie zum Einstecken eines Eckabschnitts (48) des Vorderdeckels
(14) aufweist.
8. Schriftguthülle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorderdeckel (14) an seinem Eckabschnitt (48) eine gegen den Umriß der Schriftguttasche
(12) zurücktretende Kontur aufweist.