[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung des
Propellerschubes eines Schiffsantriebssystems mit wenigstens einem elektrischen Antriebsmotor,
dessen antreibendes und/oder bremsendes Drehmoment steuerbar ist, insbesondere durch
eine Steuerung oder Regelung des Motorstroms, um dadurch die Motordrehzahl einem Drehzahlsollwert
nachführen zu können, wobei der Sollwert für das Motordrehmoment bzw. für den Motorstrom
durch eine positive und/oder durch eine negative Drehmoment- oder Stromgrenze begrenzt
ist, wobei eine oder beide Drehmoment- oder Stromgrenzen konstant vorgegeben oder
Funktion(en) des Drehzahlistwertes sein können ("statische Stromgrenzen bzw. Stromgrenzfunktionen"),
und wobei die positive und/oder negative Drehmoment- oder Stromgrenze bei Vor- und/oder
Rückwärtsfahrt abweichend von der rein statischen Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion
auf wenigstens einen engeren Wert mit einem kleineren Absolutwert begrenzbar ist/sind
("dynamische Stromgrenze"). Im Rahmen der Erfindung soll er Begriff "Schiffsantriebssystem"
weit gefaßt sein; neben den konventionellen, dieselelektrischen Schiffsantrieben,
d.h. Schiffsantrieben mit einem oder mehreren, im Schiffsrumpf ortsfest gelagerten
Schiffswellen, sollen davon bspw. auch sog. Ruderpropeller umfaßt sein, welche im
Fachjargon auch als Pod oder poded drive bezeichnet werden. Solche Ruderpropeller
bestehen meistens aus einer drehbaren Gondel, worin der Elektromotor mit ein oder
zwei Propellern montiert ist; da die Gondel insgesamt drehbar ist, lassen sich damit
die Funktionen von Ruder und Schiffsantrieb zusammenführen.
[0002] Seeschiffe erhalten ihren Vortrieb zumeist von einem oder mehreren Propellern. Während
solche Propeller früher direkt an die Abtriebswelle einer Dampfmaschine oder eines
Dieselmotors gekoppelt waren, treiben bei modernen Seeschiffen immer häufiger Elektromotoren
die Propellerwelle an, welche die dazu benötigte Antriebsleistung von Elektrogeneratoren
erhalten, welche ihrerseits mechanisch mit Dieselmotoren und/oder Gasturbinen gekoppelt
sind. Der Vorteil besteht darin, dass ein oder mehrere Dieselgeneratoren und/oder
Gasturbinengeneratoren das elektrische Bordnetz mit konstanter Frequenz und konstanter
Spannung versorgen können und dieses Bordnetz die Eigenschaft hat, bspw. über ein
oder mehrere Transformatoren die elektrischen Verbraucher (Hotellast) und über regelbare
Um- und/oder Stromrichter die Elektromotore der Propeller gemeinsam mit der benötigten
elektrischen Leistung versorgen zu können.
Für Seeschiffe gibt es verschiedene Fahrzustände:
[0003] Im Bereich eines Hafens ist häufig ein hohes Antriebsmoment erforderlich, sogar mit
unvermittelter Schubumkehr, d.h. Bremswirkung, um das Schiff genau an die gewünschte
Position zu manövrieren. Beim Manövrieren kann ein elektrischer Schiffsantrieb in
allen vier Quadranten gefahren werden, d.h. Antreiben und Abbremsen in beide Richtungen.
[0004] Noch extremer ist der Fall eines sog. "Crash-Stopps", wobei das Schiff in einem kürzestmöglichen
Zeitintervall auf eine Fahrtgeschwindigkeit Null abgebremst werden soll. Ein solches
Fahrmanöver kann durch die verschiedensten Ursachen ausgelöst werden, bspw. durch
einen drohenden Zusammenstoß od. dgl.
[0005] Bei einem dieselelektrischen Antrieb wird bei einem Bremsvorgang die überschüssige
kinetische Energie der bewegten Schiffsmasse und der am Propeller mitschwingenden
Wassermassen von den dann im Bremsbetrieb arbeitenden Propellern über die Antriebswelle
in die elektrischen Antriebsmotoren geschoben und von dort über Umrichter in das bordeigene
Netz zurückgespeist oder von gesteuerten Bremswiderständen zwischengespeichert und
dann in Wärme umgewandelt.
[0006] Üblicherweise werden seegehende Schiffe mit elektrischen Antrieben meistens von einem
oder mehreren Schiffspropellern mit fester Steigung angetrieben.
[0007] Wenn das Produkt aus der Drehzahl und der Steigung des Propellers größer ist als
die Schiffsgeschwindigkeit, dann geht der Schub des Propellers in die Richtung der
Propellersteigung. Bei einem Propeller mit der Drehrichtung vorwärts geht in diesem
Fall der Propellerschub nach vorne.
[0008] Ist andererseits das Produkt aus der Drehzahl und der Steigung des Propellers kleiner
als die Schiffsgeschwindigkeit, dann geht der Schub des Propellers in die entgegengesetzte
Richtung der Propellersteigung.
[0009] Dieses Betriebsverhalten eines Propellers führt dazu, dass sich bei einem fahrenden
Schiff der Propellerschub umkehrt, wenn bei Reduzierung der Propellerdrehzahl der
sogenannte Turbineneffekt einsetzt. Der Turbineneffekt beschreibt einen Betriebszustand,
bei dem der Propeller Leistung aus dem Seewasser aufnimmt und dabei das Schiff bremst.
Dieses Betriebsverhalten eines Propellers ist unerwünscht, wenn auf einem fahrenden
Schiff bei einer Reduzierung der Propellerdrehzahl die das Schiff antreibende Leistung
bis auf Null zurückgenommen werden soll, aber danach kein deutlich spürbares Bremsen
des Schiffes über den Propeller gewünscht wird. Dieser Betriebszustand des Schiffsantriebes
wird englisch als trailing oder freewheeling bezeichnet.
[0010] Die Bremswirkung des sich im Schiffsbetrieb einstellenden Turbineneffektes des Propellers
wird durch die mögliche Bremsleistung des Schiffsantriebes begrenzt. Bisher wurden
Schiffe häufig von Dieselmotoren direkt angetrieben. Dort wird während des Turbineneffektes
des Propellers kein Kraftstoff in den Dieselmotor eingespritzt, und der Dieselmotor
bremst den Propeller mit seinen Kompressionsverlusten, die bei ca. 6 % seiner Nennleistung
liegen. Bei einem dieselmechanischen Antrieb ist deshalb die Auswirkung des Turbineneffektes
des Propellers bauartbedingt so gering, dass er kein Problem darstellt.
[0011] Der Turbineneffekt des Propellers kann am Propeller jedoch eine mechanische Leistung
in der Größenordnung bis zu etwa 30 % der Nenn-Antriebsleistung erreichen. Diese Bremsleistung
kann von einem dieselelektrischen Schiffsantrieb mit Rückspeisung der Bremsenergie
in ein ausreichend großes Bordnetz und/oder Umwandlung derselben mittels ausreichend
groß dimensionierten Bremswiderständen in Wärme auch vollständig aufgenommen werden.
[0012] Damit ist die (potentielle) Bremsleistung eines dieselelektrischen Schiffsantriebs
mit Rückspeisung der Bremsenergie in das Bordnetz oder Umwandlung derselben mittels
Bremswiderständen in Wärme um ein Vielfaches größer als die Bremsleistung eines Dieselmotors
bzw. dieselmechanischen Schiffsantriebs, die bei einer Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit
oder bei einem normalen Stoppen des Schiffes fast nicht und bei einem Crash-Stopp-Manöver
nur begrenzt aktiv werden darf.
[0013] Mit einer langen Rücklaufzeit im Hochlaufgeber vom Drehzahlsollwert kann die Drehzahl
des Propellers so langsam reduziert werden, dass das Schiff im mittleren und insbesondere
im oberen Drittel der Schiffsgeschwindigkeit nur oder zumindest überwiegend über den
Schiffswiderstand im Wasser bremst. Dieses Verfahren führt aber beim Stoppen des Schiffes
und insbesondere beim Crash-Stopp-Manöver zu überlangen Stoppwegen des Schiffes, die
unerwünscht und insbesondere beim Crash-Stopp-Manöver durch Sicherheitsvorschriften
begrenzt sind.
[0014] Insbesondere bei dieselelektrischen Schiffsantrieben, die ihre Bremsleistung mittels
Bremswiderständen in Wärme umwandeln, ist es aus wirtschaftlichen Gründen wichtig,
dass bei einer Reduzierung des Absolutwertes des Drehzahlsollwertes über den Turbineneffekt
des Propellers keine oder nur eine geringe Bremsleistung auftritt, damit die Bremswiderstände
für die dabei anfallende Wärmemenge nicht zusätzlich größer ausgelegt werden müssen,
als es für das Manövrieren und insbesondere für den Crash-Stopp erforderlich ist.
[0015] Aus diesen Nachteilen des beschriebenen Standes der Technik resultiert das die Erfindung
initiierende Problem, eine Möglichkeit zu finden, wie bei einem Schiff mit elektrisch
angetriebener Propellerwelle eine Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit, ein normales
Stoppen des Schiffes oder ein Crash-Stopp-Manöver ausgeführt werden kann, ohne dass
es dabei zu unerwünschten Bremseffekten im elektrischen Schiffsantrieb kommen kann.
[0016] Die Lösung dieses Problems gelingt dadurch, dass bei Vor-und/oder Rückwärtsfahrt
das/der für eine Verlangsamung des Absolutwertes der Drehzahl eines Antriebsmotors
maßgebende Bremsmoment bzw. -strom nicht durch eine statische, d.h. unabänderliche
Grenze beschränkt wird; bevorzugt erfolgt stattdessen zur Verringerung nachteiliger
Turbineneffekte des Propellers eine dynamische und/oder individuelle Ermittlung der
negativen bzw. bremsenden Drehmoment- und/oder Stromgrenze(n), insbesondere unter
Berücksichtigung der aktuellen (Drehzahl-) Sollwertvorgabe.
[0017] Der Sinn dieser Maßnahme besteht darin, die eingangs erwähnten Fahrsituationen anhand
der Art und/oder Veränderung des Drehzahlsollwertes zu erkennen bzw. zu unterscheiden
und das Verhalten des Schiffsantriebes entsprechend zu beeinflussen. Damit ist es
möglich, das vom Kapitän oder Steuermann gewünschte Verhalten des Schiffsantriebes
- bspw. Rücknahme des Vorwärtsschubes bis zu einer Art "Leerlauf", jedoch ohne wahrnehmbares
Bremsmoment, einerseits, sowie Schubumkehr bzw. Bremsschub andererseits - voneinander
zu unterscheiden, und eben genau diese Drehmomentencharakteristik einzustellen bzw.
zu verwenden. Vorzugsweise wird dabei als Informationsquelle nur die (aktuelle) Drehzahlsollwertvorgabe
bzw. die Stellung des Fahrhebels ausgewertet, so dass eine zusätzliche Eingabe seitens
des Kapitäns oder Steuermanns nicht erforderlich ist.
[0018] Es hat sich als günstig erwiesen, dass bei einer Reduzierung des absoluten Drehzahlsollwertes,
insbesondere mittels des Fahrhebels, die Grenze für das/den der aktuellen Fahrtrichtung
entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw. Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor auf einen gegenüber dem Nennmoment oder -strom reduzierten Wert eingestellt
wird. Beim Bremsvorgang ist in fast allen Fahrsituationen ohne (Vorwärts-) Schub in
der betreffenden Fahrtrichtung eine Begrenzung des Bremsmomentes vorteilhaft:
[0019] Bei einer "geringen" Rücknahme des Sollwertes bzw. Fahrhebels soll noch kein Bremsmoment
einsetzen, sondern zunächst eine Art "Leerlauf" eingestellt werden, so dass das Schiff
nur oder fast nur über den Schiffswiderstand gebremst wird.
[0020] Beim Manövrieren bei kleinen Schiffsgeschwindigkeiten, bspw. im Hafen, sind zwar
höhere Bremsmomente erforderlich; zu starkes Bremsen könnte hier jedoch zu unvorhersehbaren
Überreaktionen des Schiffes führen, bspw. Kavitationseffekte am Propeller.
[0021] Schließlich besteht beim sog. Crash-Stopp sogar die Gefahr, dass der Propeller infolge
eines zu hohen Bremsmomentes durchgezogen wird, der Propeller "schlägt Schaum". Dabei
bricht der Wirkungsgrad des Propellers völlig ein, und es geht von dem Propeller keine
oder nur noch eine äußerst geringe Bremsleistung aus, das Schiff wird überwiegend
nur über den Schiffswiderstand gebremst, was zu unzulässig langen Stoppwegen führen
kann.
[0022] Bei einem Crash-Stopp auf einem Schiff mit zwei oder mehreren Schiffsantrieben sollte
auf eine möglichst relativ gesehen gleichmäßige Verteilung der Bremsleistung auf die
Schiffsantriebe bei relativ gesehen annähernd gleichen Propellerdrehzahlen geachtet
werden, was den Stoppweg des Schiffes zusätzlich reduziert und sich bei Umrichtern,
die die Bremsleistung in das Bordnetz zurückspeisen, stabilisierend auf das Bordnetz
auswirkt.
[0023] Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, dass bei einer Reduzierung des absoluten Drehzahlsollwertes
mittels des Fahrhebels die Grenze für das/den der aktuellen Fahrtrichtung entgegengesetzte(n)
Bremsmoment bzw. Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf einen
von dem aktuellen Drehzahlsollwert und/oder der neuen (End-) Stellung des Fahrhebels
abhängigen Wert eingestellt wird. Hierbei sind zwei
[0024] Funktionen des Drehzahlsollwertes voneinander zu unterscheiden: Einerseits die Vorgabe
für den Drehzahlistwert, andererseits sein Einfluss auf die negative Drehmoment- bzw.
Stromgrenze bzw. auf die Grenzwerte für die jeweils bremsenden Drehmomente bzw. Motorströme.
[0025] Zur Verdeutlichung sei erwähnt, dass mit dieselelektrischen Antrieben ein vollständiger
Vier-Quadranten-Betrieb möglich ist, also:
- Antrieb bei Vorwärtsfahrt bzw. positives Drehmoment Mist bei positiver Drehzahl nist, also (in einem Diagramm mit der Drehzahl als Abszisse und dem Drehmoment als Ordinate)
Betrieb im I. Quadranten;
- Antrieb bei Rückwärtsfahrt bzw. negatives Drehmoment Mist bei negativer Drehzahl nist, also (in einem Diagramm mit der Drehzahl als Abszisse und dem Drehmoment als Ordinate)
Betrieb im III. Quadranten;
- Bremsen bei Vorwärtsfahrt bzw. negatives Drehmoment Mist bei positiver Drehzahl nist, also (in einem Diagramm mit der Drehzahl als Abszisse und dem Drehmoment als Ordinate)
Betrieb im IV. Quadranten; sowie
- Bremsen bei Rückwärtsfahrt bzw. positives Drehmoment Mist bei negativer Drehzahl nist, also (in einem Diagramm mit der Drehzahl als Abszisse und dem Drehmoment als Ordinate)
Betrieb im II. Quadranten.
[0026] Für die erfindungsgemäß zu beeinflussenden Stromgrenzen ist vor allem der Betrieb
in den Quadranten IV und/oder II relevant. In beiden Fällen sind Drehmoment M
ist und Drehzahl n
ist einander entgegengesetzt, so dass der Schiffsantrieb elektrisch gebremst wird.
[0027] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass bei einem Bremsvorgang das maximal erreichbare
Bremsmoment bzw. der maximal erreichbare Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor davon abhängt, ob der Drehzahlsollwert bzw. die Stellung des Fahrhebels
über die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen bzw. in die entgegengesetzte
Drehrichtung des Antriebes verstellt wird oder nicht.
[0028] Es kann demnach erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass eine (ggf. neue) Momenten-
oder Stromgrenze für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf einen Absolutwert
von weniger als 10 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes festgelegt wird, solange der
Drehzahlsollwert und/oder die Stellung des Fahrhebel nicht über die neutrale Nullstellung
hinweg zurückgenommen bzw. in die entgegengesetzte Fahrtrichtung verstellt wird, vorzugsweise
auf weniger als 2 % des maximalen Moment-oder Stromwertes, insbesondere auf einen
Bereich von 0,5 % bis 1 % des maximalen Moment- oder Stromwertes. Damit wird die Bremswirkung
des Antriebs absichtlich erheblich eingeschränkt, damit das Schiff - seinem innewohnenden
Schwung folgend - möglichst antriebslos weiter treiben kann.
[0029] Es sollte eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze
für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf einen Absolutwert von 80 % des
Momenten-oder Strom-Nenn-Wertes oder weniger festgelegt werden, wenn der Drehzahlsollwert
bzw. die Stellung des Fahrhebels über die neutrale Nullstellung hinaus in die entgegengesetzte
Drehrichtung des Schiffsantriebes verstellt wird, vorzugsweise auf 50 % des Moment-
oder Strom-Nenn-Wertes oder weniger, insbesondere auf 45 % des maximalen Moment- oder
Strom-Nenn-Wertes oder weniger. In diesem Fall nimmt die erfindungsgemäße Schiffssteuerung
an, dass ein Manöver mit Schubumkehr oder gar ein Crash-Stopp gewünscht wird, und
erlaubt deutlich höhere Werte für das Bremsmoment bzw. den Bremsstrom. Dass dennoch
die Werte für das Bremsmoment begrenzt werden, ist in anderen Faktoren begründet.
Einerseits soll das Durchziehen oder zu starkes Kavitieren des Propellers vermieden
werden, wobei dessen Wirkungsgrad drastisch zurückginge und/oder Schäden durch Kavitation
am Propeller oder Schiff auftreten können. Andererseits bedeutet jeder Bremsvorgang
eine negative Leistung, die von den Antriebsmotoren mechanisch aufgenommen wird und
elektrisch abgeführt werden muß. Hierzu ist das Bordnetz und/oder der Umrichter meistens
nur in beschränktem Umfang geeignet, und selbst bei Bedarf eingeschaltete Bremswiderstände
können jeweils nur eine bestimmte Energiemenge pro Zeiteinheit aufnehmen, weil sie
sich ansonsten überhitzen.
[0030] Andererseits sollte eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder
Stromgrenze für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf einen Absolutwert
von 20 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes oder mehr festgelegt werden, wenn der
Drehzahlsollwert bzw. die Stellung des Fahrhebels über die neutrale Nullstellung hinaus
in die entgegengesetzte Drehrichtung des Schiffsantriebes verstellt wird, vorzugsweise
auf 30 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes oder mehr, insbesondere auf 35 % bis 50
% des maximalen Moment- oder Strom-Nenn-Wertes. Damit steht eine ausreichende Bremsleistung
bzw. ausreichendes Bremsmoment bei einem Fahrmanöver zur Verfügung, was in den meisten
Fällen für einen effizienten Bremsvorgang ausreicht.
[0031] Es hat sich als günstig erwiesen, dass eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende
Momenten- oder Stromgrenze für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor innerhalb
des IV. und II. Quadranten und auch über die entgegengesetzte Drehrichtung des Schiffsantriebes
hinaus im III. und I. Quadranten unabhängig von der Drehzahl des Schiffsantriebes
ist, bspw. bis sie 10 % der Nenn-Drehzahl in der nun umgekehrten Drehrichtung erreicht
hat, vorzugsweise bis sie 20 % der Nenn-Drehzahl oder weniger in der neuen, umgekehrten
Drehrichtung erreicht hat, insbesondere bis sie 30 % der Nenn-Drehzahl oder weniger
in der neuen, umgekehrten Drehrichtung erreicht hat. Damit lässt sich bei einem Bremsmanöver
und insbesondere bei einem Crash-Stopp auf einem Schiff mit zwei oder mehreren Schiffsantrieben
eine möglichst relativ gesehen gleichmäßige Verteilung der Bremsleistung auf die Schiffsantriebe
bei relativ gesehen annähernd gleichen Propellerdrehzahlen erreichen, was sich zusätzlich
reduzierend auf den Stoppweg des Schiffes und bei Umrichtern, die ihre Bremsleistung
in das Bordnetz zurückspeisen, stabilisierend auf das Verhalten des Bordnetzes auswirkt.
[0032] Bevorzugt ist und/oder wird die positive Drehmoment- oder Stromgrenze auf die betreffende,
statische Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion eingestellt, sobald der Drehzahlsollwert
positiv ist. Damit wird für den antreibenden Antrieb des Schiffes in Vorwärtsfahrtrichtung
das volle, nur von der statischen Stromgrenze bzw. der drehzahlabhängigen Stromgrenzfunktion
eingeschränkte Antriebsmoment zur Verfügung gestellt.
[0033] Ebenso sollte die negative Drehmoment- oder Stromgrenze auf die betreffende, statische
Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion eingestellt sein und/oder werden, sobald der Drehzahlsollwert
negativ ist, um auch für die angetriebene Rückwärtsfahrt stets ein ausreichendes Antriebsmoment
zur Verfügung zu haben.
[0034] Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, dass die Verstellung einer Drehmoment- oder
Stromgrenze zwischen statischer und dynamischer Stromgrenze entlang einer Rampe mit
einer endlichen Steigung erfolgt, insbesondere mittels eines Hoch- oder Rücklaufgeberbausteins.
Damit soll erreicht werden, dass bei einer solchen Umstellung keine Drehmomentstöße
erzeugt werden, welche eine Belastung für das Schiff darstellen könnten.
[0035] Im Rahmen der Erfindung ist und/oder wird ein Hoch- oder Rücklaufgeberbaustein derart
angesteuert, dass für den Übergang von/zur statischen Stromgrenze der Ausgangs- bzw.
Zielpunkt seiner Rampe stets um einen voreingestellten Betrag, beispielsweise um einen
Betrag von etwa 10 %, jenseits, d.h. oberhalb des Betrags des aktuellen Drehmoment-
oder Stromsoll- oder -istwertes liegt. Damit wird beim Aufheben einer dynamischen
Grenze schließlich ein entsprechendes Regelungsfenster geöffnet, innerhalb dessen
sich der Momenten- und/oder Stromsoll- oder -istwert J*,J sodann - dem Regelungsalgorithmus
folgend - frei einstellen kann.
[0036] Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist, dass ein Bremsvorgang (IV. und II. Quadrant)
zwangsweise beendet wird, wenn sich der Drehzahlsollwert bzw. die Stellung des Fahrhebels
eine einstellbare Zeit in der Nullstellung befindet, indem über eine zeitabhängige
Funktion bspw. über die Rampe eines Hoch- oder Rücklaufgeberbausteins eine positive
und/oder negative Drehmoment- oder Stromgrenze den Drehmoment bzw. den Stromsollwert
auf einen Absolutwert von 10 % oder weniger, insbesondere auf 2 % oder weniger des
Moment- oder Strom-Nenn-Wertes begrenzt. Mit dieser Funktion kann ein elektrischer
Schiffsantrieb gestoppt werden, auch wenn der Turbineneffekt des Propellers ein antreibendes
Moment an dem Propeller in der Größe erreicht, das der Schiffsantrieb bspw. auf Grund
einer wirksamen Moment- oder Stromgrenze nicht abbremsen kann.
[0037] In Weiterverfolgung dieses Erfindungsgedankens kann vorgesehen sein, dass beide Drehmoment-
oder Stromgrenzen auf die betreffenden, dynamischen Stromgrenzen gefahren werden,
wenn sich der Drehzahlsollwert im Bereich der Nullstellung befindet und gleichzeitig
beide Drehmoment- oder Stromgrenzen über einen vorgegebenen Zeitraum hinweg jeweils
auf die betreffende, statische Stromgrenze eingestellt bleiben. Bei der nächstfolgenden,
eindeutigen Sollwertvorgabe n* für die Drehzahl wird sodann die für diese Momentenrichtung
maßgebliche, dynamische Stromgrenze aufgehoben, und das Schiff kann sodann in der
dann ausgewählten Fahrtrichtung mit dem vollen, allenfalls durch die betreffende,
statische Stromgrenze eingeschränkten Drehmoment angetrieben werden.
[0038] Natürlich kann die maximale Bremsleistung ggf. durch weitere Randbedingungen begrenzt
sein und/oder werden.
[0039] Sofern die Bremsenergie von einem den Elektromotor im Fahrbetrieb speisenden Um-
und/oder Stromrichter in das Bordnetz zurückgespeist wird, kann beispielsweise vorgesehen
sein, dass die maximale Bremsleistung bei Einspeisung der Bremsleistung in das Bordnetz
durch dessen Wirkleistungsaufnahmefähigkeit begrenzt wird.
[0040] Wenn die zurückgespeiste Bremsenergie zumindest teilweise in wenigstens einem, vorübergehend
an einem den Elektromotor im Fahrbetrieb speisenden Um- und/oder Stromrichter und/oder
an das Bordnetz angeschalteten Bremswiderstand in Wärme umgewandelt wird, sieht die
Erfindung vor, dass die maximale Bremsleistung beim Betrieb von Bremswiderständen
durch deren Energieaufnahmefähigkeit begrenzt wird.
[0041] Eine weitere, erfindungsgemäße Maßnahme besteht darin, dass bei einem Bremsvorgang,
insbesondere bei einem Crash-Stopp, die in das Bordnetz eingespeiste Leistung jedes
aktiven Generators gemessen wird. Dadurch ist es möglich, bei einem Bremsvorgang die
minimale, von einem Generator in das Bordnetz eingespeiste Leistung mit einem Schwellwert
zu vergleichen, und bei Unterschreitung desselben die zurückgespeiste Bremsleistung
zu reduzieren, insbesondere durch eine engere Begrenzung des Drehmoment- oder Stromsollwertes
J*.
[0042] Bevorzugt wird bei einem Bremsvorgang die Struktur der Drehzahlregelung des elektrischen
Propellerantriebssystems gegenüber der Struktur bei Normalbetrieb nicht verändert,
und/oder mit Ausnahme ggf. der Stromgrenze(n) werden keine weiteren Parameter der
Drehzahlregelung des elektrischen Propellerantriebssystems gegenüber den entsprechenden
Parametern bei Normalbetrieb verändert.
[0043] Die Drehzahlregelung des elektrischen Propellerantriebes wird normalerweise von dem
Drehzahlsollwert bzw. der Stellung des Fahrhebels über den Hochlaufgeber für den Drehzahlsollwert
geführt. Bei einem Fahrmanöver, bspw. bei einer Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit,
bei einem normalen Stoppen eines Schiffes oder bei einem Crash-Stopp-Manöver kann/wird
der Propellerantrieb zeitweise von einer statischen oder dynamischen Drehmoment- oder
Stromgrenze bzw. von einer drehzahlabhängigen Drehmoment- oder Stromgrenzfunktion
geführt. Während der Führung des Propellerantriebes über Drehmoment oder Stromsollwert
bzw. Drehmoment- oder Stromsollwertgrenze wird der Hochlaufgeber des Drehzahlsollwertes
erfindungsgemäß in der Weise nachgeführt, dass der Ausgang des Hochlaufgebers, der
gleichzeitig der Sollwerteingang vom Drehzahlregler ist, innerhalb der Hochlaufgeberfunktion
dem Drehzahlistwert nachgeführt wird. Diese Hochlaufgebernachführungsfunktion bewirkt,
dass der Ausgang des Hochlaufgebers der Drehzahlsollwertvorgabe an seinem Eingang
verzögert folgt, weil der Drehzahlistwert sich lastbedingt langsamer dem Drehzahlsollwert
nähert als es der Hoch- oder Rücklaufzeit vom Hochlaufgeber entspricht. Mit dieser
erfindungsgemäßen Hochlaufgebernachführung wird erreicht, dass in allen Betriebszuständen
der Drehzahlregelung des elektrischen Propellerantriebes der Sollwert am Eingang des
Drehzahlreglers gleich oder nur mit einer kleinen Regeldifferenz dem Drehzahlistwert
folgt, was den wesentlichen erfindungsgemäßen Vorteil hat, dass die Drehzahlregelung
sofort und ohne oder nur mit einem unwesentlichen Überschwingverhalten die Führung
des Propellerantriebes übernimmt, wenn das aktuell vom Schiffsantrieb lieferbare Drehmoment
wieder größer wird als das aktuell vom Propeller geforderte Lastmoment ist.
[0044] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Steuerung des Propellerschubes eines elektrisch
angetriebenen Schiffsantriebssystems zeichnet sich aus durch eine Einrichtung, die
bei Vor- und/oder Rückwärtsfahrt das für eine Verlangsamung des Absolutwertes der
Drehzahl eines Antriebsmotors maßgebende Bremsmoment zur Verringerung nachteiliger
Turbineneffekte vom Propeller dynamisch vorgibt.
[0045] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung kann über eine Einrichtung verfügen, die während
der Vor- und/oder Rückwärtsfahrt bei einer Reduzierung des absoluten Drehzahlsollwertes,
insbesondere mittels des Fahrhebels, das für eine Verlangsamung des Absolutwertes
der Drehzahl eines Antriebsmotors maßgebende Bremsmoment zur Verringerung nachteiliger
Turbineneffekte vom Propeller dynamisch begrenzt.
[0046] Bewährt hat sich eine Einrichtung, die bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes,
insbesondere mittels des Fahrhebels, die Grenze für das/den der aktuellen Fahrtrichtung
entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw. Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor auf einen gegenüber dem Nennmoment oder -strom reduzierten Wert einstellt.
[0047] Im Rahmen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt auch eine Einrichtung, die bei
einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes mittels des Fahrhebels die Grenze
für das/den der aktuellen Fahrtrichtung entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw. Bremsstrom
für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor auf einen von der aktuellen und/oder
der neuen Stellung des Fahrhebels abhängigen Wert einstellt.
[0048] Eine erfindungsgemäße Einrichtung sollte bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung
des (absoluten) Drehzahlsollwertes, bspw. mittels des Fahrhebels, eine (ggf. neue)
Grenze für das/den der aktuellen Fahrtrichtung entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw.
Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor je nach dem einstellen,
ob der Fahrhebel über die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen bzw. in die
entgegengesetzte Fahrtrichtung verstellt wird oder nicht.
[0049] Besondere Vorteile bietet eine Einrichtung, die bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer
Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes, bspw. mittels des Fahrhebels, eine
(ggf. neue) Momenten- oder Stromgrenze für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor
auf einen Absolutwert von weniger als 10 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes festlegt,
solange der Fahrhebel nicht über die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen bzw.
in die entgegengesetzte Fahrtrichtung verstellt wird, vorzugsweise auf weniger als
2 % des maximalen Moment- oder Stromwertes, insbesondere auf einen Bereich von 0,5
% bis 1 % des maximalen Moment- oder Stromwertes.
[0050] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Einrichtung, die bei einem Bremsvorgang bzw.
bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes, bspw. mittels des Fahrhebels,
eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze für wenigstens
einen elektrischen Antriebsmotor auf einen Absolutwert von 80 % des Momenten- oder
Strom-Nenn-Wertes oder weniger festlegt, wenn der Fahrhebel über die neutrale Nullstellung
hinaus in die entgegengesetzte Fahrtrichtung verstellt wird, vorzugsweise auf 50 %
des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes oder weniger, insbesondere auf 45 % des maximalen
Moment- oder Strom-Nenn-Wertes oder weniger.
[0051] Eine solche Einrichtung sollte andererseits die bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer
Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes, bspw. mittels des Fahrhebels, eine
(ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze für wenigstens
einen elektrischen Antriebsmotor auf einen Absolutwert von 20 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes
oder mehr festlegen, wenn der Drehzahlsollwert bzw. Fahrhebel über die neutrale Nullstellung
hinaus in die entgegengesetzte Fahrtrichtung verstellt wird, vorzugsweise auf 30 %
des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes oder mehr, insbesondere auf 35 % bis 50 % des maximalen
Moment- oder Strom-Nenn-Wertes.
[0052] Die Erfindung sieht ferner eine Einrichtung vor, die eine (ggf. neue), den Bremsvorgang
beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor
bei einer Zurücknahme bzw. Verstellung des Drehzahlsollwertes bzw. Fahrhebels über
die neutrale Nullstellung hinaus in die entgegengesetzte Fahrtrichtung wenigstens
so lange eingestellt lässt, bis die Drehzahl des Antriebsmotors nach dessen Drehrichtungsumkehr
-10 % der Nenn-Drehzahl oder weniger erreicht hat, vorzugsweise -20 % der Nenn-Drehzahl
oder weniger, insbesondere -30 % der Nenn-Drehzahl oder weniger.
[0053] Bei Umkehr der Drehrichtung hält eine Einrichtung die Grenze für das/den in die ursprüngliche
Drehrichtung treibende(n) Moment bzw. Strom, welche bei Drehzahl Null eingestellt
ist, nach der Drehrichtungsumkehr konstant, vorzugsweise bis zur maximalen negativen
bzw. umgekehrten Drehzahl.
[0054] Sofern der Drehzahlsollwert zum einen, ferner der Drehzahlistwert und schließlich
der Drehmoment- oder Stromsoll- oder -istwert jeweils negatives Vorzeichen haben,
stellt eine Einrichtung die positive Drehmoment- oder Stromgrenze auf einen dynamischen
Stromgrenzwert anstelle der statischen Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion ein.
[0055] Sofern der Drehzahlsollwert zum einen, ferner der Drehzahlistwert und schließlich
der Drehmoment- oder Stromsoll- oder -istwert jeweils positives Vorzeichen haben,
stellt eine Einrichtung die negative Drehmoment- oder Stromgrenze auf einen dynamischen
Stromgrenzwert anstelle der statischen Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion ein.
[0056] Sobald der Drehzahlsollwert positiv ist, stellt eine Einrichtung die positive Drehmoment-
oder Stromgrenze auf die betreffende, statische Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion
ein.
[0057] Sobald der Drehzahlsollwert negativ ist, stellt eine Einrichtung die negative Drehmoment-
oder Stromgrenze auf die betreffende, statische Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion
ein.
[0058] Ein Hoch- und/oder Rücklaufgeberbaustein dient der Verstellung einer Drehmoment-
oder Stromgrenze zwischen statischer und dynamischer Stromgrenze entlang einer Rampe
mit einer endlichen Steigung.
[0059] Eine Ansteuerung für den Hoch- und/oder Rücklaufgeberbaustein sollte derart ausgebildet
sein, dass für den Übergang von/zu der statischen Stromgrenze der Ausgangs- bzw. Zielpunkt
der Rampe stets um einen voreingestellten Betrag, beispielsweise um einen Betrag von
etwa 10 %, jenseits, d.h. oberhalb des Betrags des aktuellen Drehmoment- oder Stromsoll-
oder - istwertes liegt.
[0060] Bewährt hat sich eine Einrichtung, die bei einem Drehzahlsollwert in der Nähe des
Nullpunktes die beiden Drehmoment- oder Stromgrenzen daraufhin überwacht, ob wenigstens
eine von beiden auf die betreffende, dynamische Stromgrenze eingestellt ist.
[0061] Ferner sollte eine Einrichtung vorhanden sein, welche beide Drehmoment- oder Stromgrenzen
auf die betreffenden, dynamischen Stromgrenzen fährt, wenn sich der Drehzahlsollwert
im Bereich der Nullstellung befindet und gleichzeitig beide Drehmoment- oder Stromgrenzen
über einen vorgegebenen Zeitraum hinweg jeweils auf die betreffende, statische Stromgrenze
eingestellt bleiben.
[0062] Besondere Vorteile bietet eine Einrichtung, die während der Führung des Propellerantriebes
über einen Drehmoment- oder Stromsollwert bzw. eine Drehmoment- oder Stromsollwertgrenze
den Hochlaufgeber des Drehzahlsollwertes in der Weise nachführt, dass der Ausgang
des Hochlaufgebers, der gleichzeitig der Sollwerteingang vom Drehzahlregler ist, innerhalb
der Hochlaufgeberfunktion dem Drehzahlistwert nachgeführt wird. Die Einrichtung der
Hochlaufgebernachführung bewirkt, dass der Ausgang des Hochlaufgebers der Drehzahlsollwertvorgabe
an seinem Eingang verzögert folgt, wenn der Drehzahlistwert sich lastbedingt langsamer
dem Drehzahlsollwert nähert, als es der Hoch- oder Rücklaufzeit vom Hochlaufgeber
entspricht.
[0063] Die Erfindung empfiehlt, einen den Elektromotor im Fahrbetrieb speisenden Um- und/oder
Stromrichter zu verwenden, der in der Lage ist, bei einem Bremsvorgang die von wenigstens
einem Elektromotor des Schiffsantriebs zurückgespeiste Bremsenergie in das Bordnetz
einzuspeisen und/oder über einen Bremswiderstand in Wärme umzuwandeln.
[0064] Ferner umfasst die Erfindung einen oder mehrere Sensoren, Wandler od. dgl., um die
in das Bordnetz eingespeiste Leistung jedes aktiven Generators zu messen.
[0065] Die Erfindung zeichnet sich weiterhin aus durch einen Komparator, Integrator od.
dgl., um bei einem Bremsvorgang die minimale, von einem Generator in das Bordnetz
eingespeiste Leistung P
min mit einem vorgegebenen Schwellwert P zu vergleichen.
[0066] Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, dass das Ausgangssignal des Komparators,
Integrators od. dgl. zu einer den Sollwert für das oder den Strom J* begrenzenden
Baugruppe geführt ist, um den Bremsmomentsollwert oder Stromsollwert J* zu reduzieren,
wenn die minimale, von einem Generator in das Bordnetz eingespeiste Leistung P
min geringer wird als ein vorgegebener Schwellwert P.
[0067] Weitere Merkmale, Einzelheiten, Vorteile und Wirkungen auf der Basis der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigt:
FIG 1 ein Blockschaltbild mit allen für die Erfindung wichtigen Komponenten eines
Schiffsantriebs;
- FIG 2
- die Schaltkreisstruktur des Bausteins 29 aus FIG 1 zur Bestimmung zusätzlicher Grenzwerte
J*max und/oder J*min für den Stromsollwert J*; sowie
- FIG 3
- den Verlauf verschiedener Momenten- oder Stromgrenzen, jeweils als Funktion der Drehzahl.
[0068] Eine in der Zeichnung beispielhaft dargestellte Antriebseinrichtung 1 für ein Motorschiff
umfasst im vorliegenden Beispiel einen Schiffspropeller 2, der über eine Antriebswelle
3 mit einem elektrischen Propellermotor 4 gekoppelt ist. Dieser wird von einer Dieselgeneratoranlage
5 über ein Bordnetz 6 und einen Um- bzw. Stromrichter 7 mit elektrischer Energie versorgt.
[0069] Die Dieselgeneratoranlage 5 kann eine unterschiedliche Anzahl von Dieselgeneratoren
aufweisen. Im vorliegenden Beispiel umfasst sie zwei Dieselmotoren 8 mit je einem
angekoppelten Synchrongenerator 9.
[0070] Dem elektrischen Propellermotor 4 ist eine Drehzahlregelung 10 und ein Leistungssteuerungsblock
11 zugeordnet. Als Stellglied dient dem letzteren der besagte Um- bzw. Stromrichter
7; dieser ist Bestandteil einer Stromregelschleife mit Stromistwerterfassung 12, Wandler
13 zur Erzeugung eines normierten Stromistwertsignals J, Summationspunkt 14 zur Bildung
der Regelabweichung zwischen dem Stromsollwertsignal J* und dem Stromistwertsignal
J, dem eigentlichen Stromregler 15 sowie einem Ansteuerbaustein 16, der das Ausgangssignal
des Stromreglers 15 in Ansteuersignale für den Um- bzw. Stromrichter 7 umsetzt.
[0071] Eingangsseitig erhält der Stromregler 15 des Um- bzw. Stromrichters 7 einen Stromsollwert
J* von einem Drehzahlregler 17. Mit dem vom Drehzahlregler 17 erzeugten Stromsollwert
J* wird im Normalfall ein am Fahrhebel 18 vorgegebener Drehzahlsollwert n* ausgeregelt.
Hierzu wird die Drehzahl des Propellermotors 4 von einem Sensor erfasst, vorzugsweise
von einem Inkrementalgeber 19. Dessen Ausgangsimpulse 20 werden in einem Wandler 21
in ein normiertes Drehzahlistwertsignal n gewandelt. Zur Ermittlung der auszuregelnden
Regelabweichung im Drehzahlregelkreis wird der Drehzahlistwert n in einem Summationspunkt
22 von dem Drehzahlsollwert n* subtrahiert; das Differenzsignal als Maß für die Regelabweichung
gelangt zum Eingang des Drehzahlreglers 17.
[0072] Da aufgrund der großen, rotierenden Massen im mechanischen Antriebsstrang 2-4 der
Drehzahlistwert einer sprunghaften Änderung des Drehzahlsollwertes n* nicht folgen
kann und stattdessen vielmehr zum Schwingen angeregt werden könnte, ist zwischen dem
Fahrhebel 18 und dem Summationspunkt 22 für die Bildung der Drehzahlregelabweichung
ein Hochlaufgeber 23 für den Drehzahlsollwert n* eingefügt, welcher mit einer Hochlaufzeit
T
U und einer Rücklaufzeit T
D arbeitet; diese kann bspw. fest eingestellt sein oder von einem Funktionsgeber vorgegeben
werden, bspw. in Abhängigkeit vom Drehzahlistwert, insbesondere als leicht ansteigende
Funktion des Absolutbetrags |n| des Drehzahlistwerts n.
[0073] U.a. um die Schiffskonstruktion vor zu starken Drehmomenten an der Antriebswelle
3 zu schützen, ist eine Begrenzung des Drehmoment- bzw. Stromsollwertes J* vorgesehen.
Hierzu dient eine obere Stromwertbegrenzungseinheit 24 und eine untere Stromwertbegrenzungseinheit
25.
[0074] Eine erste Stromwertbegrenzung für die untere Stromwertbegrenzungseinheit 25 wird
in Form eines Signals 26 durch einen Funktionsgeber 27 als Funktion des Drehzahlistwertes
n vorgegeben. Diese Stromwertbegrenzung durch das Signal 26 ist immer aktiv und soll
daher als negative, statische Stromgrenze bezeichnet werden, obwohl ihr aktueller
Funktionswert von der jeweiligen Drehzahl n des Antriebsmotors 4 abhängig ist.
[0075] Die negative, statische Stromgrenze 26 ist auch in dem Diagramm nach FIG 3 zu erkennen.
In diesem Diagramm ist die Drehzahl n entlang der Abszisse aufgetragen, das Drehmoment
J bzw. dessen Sollwert J* entlang der Ordinate, jeweils genormt auf 100 % bei Nennbetrieb.
[0076] Wie aus FIG 3 zu entnehmen ist, begrenzt die negative, statische Stromgrenze 26 das
Drehmoment bzw. den Strom J bzw. dessen Sollwert J* in den Quadranten III, also bei
angetriebener Rückwärtsfahrt, und IV, also bei abgebremster Vorwärtsfahrt.
[0077] Bei Vorwärtsfahrt ist das maximal erreichbare Bremsmoment auf etwa -40 % des Nennmomentes
eingestellt. Dieser Grenzwert gilt im gesamten vierten Quadranten sowie im dritten
Quadranten bis zu einer Drehzahl oberhalb von etwa -30 % der Nenndrehzahl. Sodann
sinkt die Drehmomentkurve ab bis zu etwa -60 % des Nennmomentes bei etwa -45 % der
Nenndrehzahl und bleibt unterhalb dieses Wertes etwa konstant.
[0078] Wie man aus FIG 3 weiter entnehmen kann, gibt es in ähnlicher Form auch eine obere,
statische Stromgrenze 28, die jedoch in FIG 1 nicht eingezeichnet ist. Diese obere,
statische Stromgrenze 28 befindet sich in den Quadranten I (angetriebene Vorwärtsfahrt)
und II (abgebremste Rückwärtsfahrt). Diese Kurve 28 kann im dritten Quadranten konstant
bei etwa 40 % des Nennmomentes liegen und steigt im ersten Quadranten ab einer Drehzahl
von etwa 30 % der Nenndrehzahl an bis auf 100 % (= Nenndrehzahl) in dem Drehzahlbereich
von etwa 80 % bis 100 % der relativen Nenndrehzahl.
[0079] Die obere Strombegrenzungseinheit 24 und die untere Strombegrenzungseinheit 25 sorgen
dafür, dass das Ausgangssignal des Drehzahlreglers 17 auf ein statisches "Fenster"
begrenzt wird, innerhalb dessen der ausgangsseitige Stromsollwert J*, der an den Stromregler
15 weitergegeben wird, zu verbleiben hat. Zwischen den beiden solchermaßen vorgegebenen,
statischen Stromgrenzen gibt es daher ein statisches "Fenster", in dem sich der Stromsollwert
J* bei normaler Fahrt im Rahmen der Drehzahlregelung frei einstellen kann. Im Normalbetrieb
werden die statischen Stromgrenzen 26, 28 nur selten erreicht.
[0080] Der Drehzahlistwert n wie auch der aktuelle Stromsollwert J* wird außer an den Stromregler
15 vom Drehzahlregler 17 noch als Rechengröße J* zur Eingangsseite eines Bausteins
29 zur Bestimmung zusätzlicher Grenzwerte J*
max und/oder J*
min für den Stromsollwert J* geführt, die ebenfalls in Form von Signalen 30, 31 zu je
einer der beiden Stromwertbegrenzungseinheiten 24, 25 geführt sind. Da die zusätzlichen
Grenzwerte J*
max und/oder J*
min für den Stromsollwert J* von dem Baustein 29 in Abhängigkeit von dem Drehzahlsollwert
n*, dem Drehzahlistwert n und dem Drehmomentsollwert J* bestimmt werden, sollen sie
als positiver dynamischer Grenzwert J*
max und als negativer dynamischer Grenzwert J*
min bezeichnet werden.
[0081] In FIG 2 erkennt man auf der linken Seite die Eingangsgrößen des Bausteins 29, nämlich
den Drehzahlsollwert n*, den Drehzahlistwert n und den Drehmoment- oder Stromsollwert
J*, an der rechten Seite dessen Ausgangsgrößen, nämlich die positive, dynamische Stromgrenze
J*
max einerseits und die negative, dynamische Stromgrenze J*
min andererseits, welche lt. FIG 1 je einer der beiden Stromwertbegrenzungseinheiten
24, 25 zugeleitet werden.
[0082] Im Rahmen des Bausteins 29 werden der Drehzahlsollwert n* und der Drehzahlistwert
n im Wesentlichen nur auf ihre Polarität überprüft, nicht auf ihren Absolutwert; nur
der Stromsollwert J* wird auch mit seinem tatsächlichen bzw. analogen Wert berücksichtigt.
[0083] An allen drei Eingängen n*, n und J* ist je ein Baustein 32, 33, 34 angeschlossen,
um aus den analogen Eingangssignalen digitale Informationssignale zu generieren, welche
Aufschluss über die Polarität des jeweiligen Eingangssignals n*, n und J* geben.
[0084] Hierzu würde im einfachsten Fall je ein Komparator genügen, der auf eine Schaltschwelle
von null eingestellt ist, so dass das Ausgangssignal bei positiver Eingangsgröße auf
einen Maximalwert, bspw. high bzw. logisch '1', springt, bei negativer Eingangsgröße
dagegen auf einen Minimalwert, bspw. low oder logisch '0'. Ein solcher Komparator
hat jedoch den Nachteil, dass bei Eingangssignalen an der Schaltgrenze häufig ein
schnelles Umschalten am Ausgang auftreten kann.
[0085] Um dies zu vermeiden, wird anstelle eines Komparators mit einer einzigen Schaltschwelle
jeweils ein Schmitt-Trigger verwendet, also ein Komparator mit Hysterese. Infolge
der Hysterese gibt es zwei voneinander getrennte Schaltschwellen in einem vergleichsweise
geringen Abstand von bspw. 2 bis 5 %, also bspw. einmal bei +2 % und einmal bei -2
% des (genormten) Eingangssignals. Infolge dieser Schaltschwelle wird der Definitionsbereich
des betreffenden Eingangssignals in drei Bereiche unterteilt, also in einen Bereich
L (low) unterhalb der unteren Schaltschwelle, einen Bereich M (medium) zwischen der
unteren und der oberen Schaltschwelle und einen Bereich H (high) oberhalb der oberen
Schaltschwelle. Die Besonderheit eines Schmitt-Triggers ist, dass im Fall eines einzigen
Ausgangssignals dasselbe bei Überschreiten der oberen Schaltschwelle, also erst beim
Erreichen des Bereichs H, auf den High-Pegel springt, aber erst beim Unterschreiten
der unteren Schaltschwelle, also beim Erreichen des Bereichs L, wieder auf den Low-Pegel
zurückgesetzt wird. Dazwischen, also im Bereich M, bleibt das bisherige Ausgangssignal
erhalten. Die Bausteine 32, 33 und 34 verfügen jeweils über einen Q
H-, Q
M- und Q
L-Ausgang. Der Q
H-Ausgang wird auf High bzw. logisch 1 gesetzt, wenn das Eingangssignal x größer ist
als das Eingangssignal M
1. Der Q
L-Ausgang wird auf High bzw. logisch 1 gesetzt, wenn das Eingangssignal x kleiner ist
als das Eingangssignal M
1*(-1). Der Q
M-Ausgang wird auf High bzw. logisch 1 gesetzt, wenn das Eingangssignal x kleiner ist
als die Eingangssignale M
1 - Hy und größer als M
1*(-1) + Hy. Die Setzbedingung von einem Q
H-, Q
M- oder Q
L-Ausgang setzt die jeweils anderen Ausgänge zurück auf Low bzw. logisch 0. Das Eingangssignal
Hy bestimmt die Hysterese der Schaltschwellen der Q
H- Q
M- und Q
L-Ausgänge der Bausteine 32, 33 und 34.
[0086] Die Ausgangssignale Q
H und Q
L des am Drehzahlsollwerteingang n* angeschlossenen Schmitt-Trigger-Bausteins 32 sind
jeweils mit dem Set-Eingang S eines statischen Binärwertspeicher 35, 36 - auch als
bistabile Kippschaltung oder RS-Flip-Flop bezeichnet - verbunden. Durch einen High-Pegel
an diesem Eingang S des betreffenden Binärwertspeichers 35, 36 wird der betreffende
Ausgang Q auf High bzw. logisch '1' gesetzt und bleibt sodann in diesem Zustand, auch
wenn das Eingangssignal S wieder zum Low-Pegel zurückkehrt, und zwar so lange, bis
an dem betreffenden Reset-Eingang R ein High-Pegel anliegt.
[0087] Die Ausgangssignale Q der beiden Binärwertspeicher 35, 36 wiederum sind mit dem Steuereingang
je eines (vorzugsweise elektronisch realisierten) Umschalters 37, 38 verbunden. Diese
beiden Umschalter 37, 38 haben jeweils zwei Eingänge, aber nur einen Ausgang. Das
Ausgangssignal des Umschalters 37 entspricht der positiven, dynamischen Stromgrenze
J*
max, während das Ausgangssignal des Umschalters 38 der negativen, dynamischen Stromgrenze
J*
min entspricht. Die Umschalter 37, 38 haben am Eingang jeweils einen Ruhekontakt, dessen
Eingangssignal bei einem Low-Pegel am Steuereingang zum jeweiligen Ausgang J*
max, J*
min durchgeschalten wird, und einen Arbeitskontakt, dessen Eingangssignal bei einem High-Pegel
am Steuereingang zum jeweiligen Ausgang J*
max, J*
min durchgeschalten wird.
[0088] Am Eingang des Ruhekontakts des Umschalters 37, welcher an seinem Ausgang die positive,
dynamische Stromgrenze J*
max generiert, liegt ein fest eingestellter, kleiner positiver Pegel an, bspw. von etwa
1 %, als normierter Wert, insbesondere bezogen auf den Nennwert des Signals J*. Dieses
Signal von etwa 1 % wird als positive, dynamische Stromgrenze J*
max verwendet, solange das Ausgangssignal Q des Binärwertspeichers 35 low bzw. logisch
'0' ist. Da der Binärwertspeicher 35 S-dominant ausgelegt ist, d.h. bei einem High-Pegel
am Setz- Eingang S unabhängig vom Pegel am Rücksetzeingang R in jedem Fall auf High
bzw. logisch '1' springt, erfordert dies in jedem Fall, dass der Drehzahlsollwert
n* nahe 0 oder negativ ist, d.h. kleiner als das Eingangssignal M
1.
[0089] Am Eingang des Ruhekontakts des Umschalters 38, welcher an seinem Ausgang die negative,
dynamische Stromgrenze J*
min generiert, liegt ein fest eingestellter, kleiner negativer Pegel an, bspw. von etwa
-1 %, als normierter Wert, insbesondere bezogen auf den Nennwert des Signals J*. Dieses
(normierte) Signal von etwa -1 % wird als negative, dynamische Stromgrenze J*
max verwendet, solange das Ausgangssignal Q des Binärwertspeichers 36 low bzw. logisch
'0' ist. Da der Binärwertspeicher 36 ebenfalls S-dominant ausgelegt ist, d.h. bei
einem High-Pegel am Setz-Eingang S unabhängig vom Pegel am Rücksetzeingang R in jedem
Fall auf High bzw. logisch '1' springt, erfordert dies in jedem Fall, dass der Drehzahlsollwert
n* nahe 0 oder positiv ist, d.h. größer als das Eingangssignal M
1*(-1).
[0090] Da zumindest an einem Ausgang Q
H oder Q
L des Schmitt-Trigger-Bausteins 32 normalerweise immer ein High-Pegel anliegt, ist
normalerweise auch immer zumindest der Ausgang Q eines Binärwertspeichers 35, 36 gesetzt,
also auf High-Pegel bzw. logisch '1', und demnach sollte im Normalfall auch immer
wenigstens eine dynamisch Stromgrenze J*
max, J*
min auf das Eingangssignal an dem betreffenden Arbeitskontakt gesetzt sein.
[0091] Das Eingangssignal am jeweiligen Arbeitseingang der beiden ausgangsseitigen Umschalter
37, 38 wird durch den Ausgang eines Bausteins 39 vorgegeben sowie - im Fall des Umschalters
38 - durch einen zwischengeschalteten Vorzeichen-Inverter 40, welcher das Analogsignal
mit dem Wert -1 multipliziert, und hat stets einen Analogpegel, dessen Absolutwert
gleich oder größer ist als das fest (bspw. auf ±1 %) eingestellte Eingangssignal am
jeweiligen Ruhekontakt-Eingang. Wenn der Absolutwert dieses Pegels größer ist als
das an der selben Stromwertbegrenzungseinheit 24, 25 angeschlossene, statische Stromgrenzwert-Signal
26, 28, so entspricht dies für die betreffende, positive und/oder negative Stromgrenze
der Auswahl der betreffenden statischen Stromgrenze(n) 26, 28 für die Begrenzung des
Drehmoment- oder Stromsollwertes J*.
[0092] Wird andererseits das Ausgangssignal Q wenigstens eines Binärwertspeichers 35, 36
durch einen High-Pegel an dem betreffenden Rücksetzeingang R auf logisch '0' gezogen,
so kehrt die Schaltzunge des angeschlossene Umschalters 37, 38 zum jeweiligen Ruhekontakt
zurück und schaltet dieses als dynamische Stromgrenze J*
max oder J*
min an die betreffende Stromwertbegrenzungseinheit 24, 25 durch. Aufgrund des geringen
Absolutwertes von etwa 1 % ist diese Grenze dann stets enger als die statische Stromgrenze
26, 28, deren Absolutwert stets gleich oder größer ist als etwa 40 %. In diesem Fall
wird der betreffende Stromgrenzwert nun durch die dynamische Stromgrenze J*
max, J*
min bestimmt und nicht mehr durch die betreffende statische Stromgrenze 26, 28.
[0093] Das dazu erforderliche Rücksetzen der Binärwertspeicher 35, 36 erfolgt in Abhängigkeit
von der "Polarität" der weiteren Eingangsgrößen n, J*. Auch hier ist der Begriff "Polarität"
genau genommen nicht ganz korrekt, weil auch die hier angeschlossenen Bausteine 33,
34 nicht als Komparatoren mit je einer einzigen Schaltschwelle aufgebaut sind, sondern
als hysteresebehaftete Schmitt-Trigger mit zwei Schaltschwellen und drei dadurch voneinander
unterschiedenen Eingangssignalbereichen L (unterhalb der unteren Schaltschwelle, knapp
unterhalb des Nullpunktes), M (zwischen beiden Schaltschwellen) und H (oberhalb der
oberen Schaltschwelle, knapp oberhalb des Nullpunktes). Jeder Baustein 33, 34 verfügt
über einen Q
H-Ausgang (Eingangssignal x positiv, d.h. größer als das Eingangssignal M
1) und einen dem gegenüber invertierten Q
L-Ausgang (Eingangssignal x negativ, d.h. kleiner als das Eingangssignal M
1*(-1)). Die Q
H- und Q
L-Ausgänge werden auf Low bzw. Logisch 0 gesetzt, wenn das Eingangssignal x kleiner
als die Eingangssignale M
1 - Hy und größer als M
1*(-1) + Hy ist. Für sämtliche Bausteine 32, 33, 34 können dieselben (Soft- oder Hardware-)
Komponenten verwendet werden.
[0094] Jeweils die Q
H-Ausgänge der beiden Bausteine 33, 34 sind an je einem Eingang eines UND-Gatters 41
angeschlossen, dessen Ausgang mit dem Rücksetzeingang R des Binärwertspeichers 36
verbunden ist. Befinden sich daher sowohl die Drehzahl n als auch der Drehmoment-
oder Stromsollwert J* im H-Bereich, also oberhalb der jeweiligen oberen Schaltschwelle
(gleichbedeutend mit angetriebener Fahrt in Vorwärtsrichtung), so wird der Binärwertspeicher
36 zurückgesetzt, wenn der Drehzahlsollwert n* sich jedenfalls nicht in seinem L-Bereich
- besser in seinem H-Bereich - befindet, so dass der Setz-Eingang S dieses Binärwertspeichers
36 auf logisch '0' liegt. In diesem Fall - alle Eingangssignale n*, n und J* sind
"positv" bzw. von den Bausteinen 32, 33, 34 nicht dem jeweiligen L-Bereich bzw. -Ausgang
zugeordnet - wird die negative Stromgrenze definitiv auf J*
min = -1 % gesetzt. Solange diese Konstellation - n* > 0, n > 0, J* > 0 (gewünschte und
tatsächliche, angetriebene Fahrt vorwärts) - erhalten bleibt, ändert sich auch an
dieser Stromgrenze nichts. Erst wenn der Kapitän durch Umlegen des Fahrhebels auf
negative Drehzahlen das Vorzeichen des Drehzahlsollwerts n* bis in den betreffenden
L-Bereich hinein umkehrt, wird dieser Schaltzustand geändert.
[0095] Andererseits sind die Q
L-Ausgänge der beiden Bausteine 33, 34 an je einem Eingang eines UND-Gatters 42 angeschlossen,
dessen Ausgang mit dem Rücksetzeingang R des Binärwertspeichers 35 verbunden ist.
Befinden sich daher sowohl die Drehzahl n als auch der Drehmoment- oder Stromsollwert
J* im L-Bereich, also unterhalb der jeweiligen unteren Schaltschwelle (gleichbedeutend
mit angetriebener Fahrt in Rückwärtsrichtung), so wird der Binärwertspeicher 35 zurückgesetzt,
wenn der Drehzahlsollwert n* sich jedenfalls nicht in seinem H-Bereich - besser in
seinem L-Bereich - befindet, so dass der Setz- Eingang S dieses Binärwertspeichers
35 auf logisch '0' liegt. In diesem Fall - alle Eingangssignale n*, n und J* sind
"negativ" bzw. von den Bausteinen 32, 33, 34 nicht dem jeweiligen H-Bereich bzw. -Ausgang
zugeordnet - wird die positive Stromgrenze definitiv auf J*
max = 1 % gesetzt. Solange diese Konstellation - n* < 0, n < 0, J* < 0 (gewünschte und
tatsächliche, angetriebene Fahrt rückwärts) - erhalten bleibt, ändert sich auch an
dieser Stromgrenze nichts. Erst wenn der Kapitän durch Umlegen des Fahrhebels auf
positive Drehzahlen das Vorzeichen des Drehzahlsollwerts n* bis in den betreffenden
H-Bereich hinein umkehrt, wird dieser Schaltzustand geändert.
[0096] Bei auf logisch 1 gesetztem Ausgang Q vom Binärwertspeicher 35 und auf logisch 0
zurückgesetztem Ausgang Q vom Binärwertspeicher 36 kann der Um- und/oder Stromrichter
über den Elektromotor den Propeller nur in Vorwärtsrichtung antreiben. Bei auf logisch
1 gesetztem Ausgang Q vom Binärwertspeicher 36 und auf logisch 0 zurückgesetztem Ausgang
Q vom Binärwertspeicher 35 kann der Um- und/oder Stromrichter über den Elektromotor
den Propeller nur in Rückwärtsrichtung antreiben.
[0097] Bedingt durch die hysteresebehafteten Eingangsbausteine 32, 33 und 34 einerseits
sowie die angeschlossenen, multistabilen Kippschaltungen in Form der Binärwertspeicher
35, 36 mit jeweils dominantem Setz-Eingang S kann in der Praxis der Fall eintreten,
dass die Ausgänge Q beider Binärwertspeicher 35, 36 gleichzeitig gesetzt, also logisch
'1' sind. In diesem Schaltzustand kann der Um- und/oder Stromrichter über den Elektromotor
den Propeller in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung antreiben und bremsen (4-Quadrantenbetrieb),
was betriebsmäßig dann auftritt, wenn sich bei fahrendem Schiff der Drehzahlsollwert
n* entgegen der Fahrtrichtung des Schiffes befindet. Dieser Schaltzustand tritt betriebsmäßig
auf, wenn das Schiff manövriert und insbesondere bei einem Crash-Stopp.
[0098] Andererseits ist dieser Schaltzustand jedoch nicht wünschenswert, wenn der Drehzahlsollwert
n* gleich 0 oder nahe 0 ist und der vom Turbineneffekt angetriebene Propeller über
den Elektromotor vom Um- und/oder Stromrichter nicht gestoppt, d.h. momentenlos gehalten
werden kann, sondern gebremst wird.
[0099] Aus diesem Grund wird diese Situation von dem Baustein 29 überwacht. Hierfür verfügt
der darin integrierte Baustein 32 über einen zusätzlichen Q
M-Ausgang, welcher nur dann einen High-Pegel erzeugt, wenn sich der Drehzahlsollwert
n* gerade eben in dem Bereich M, also zwischen den beiden Schaltschwellen des Schmitt-Triggers
32, befindet. Dieses Signal Q
M ist zusammen mit den Ausgangssignalen Q der beiden Binärwertspeicher 35, 36 je einem
Eingang eines UND-Gatters 43 zugeführt. Dessen Ausgangssignal nimmt also nur dann
einen High-Pegel an, wenn der Schiffsantrieb gestoppt werden soll und der möglicherweise
vom Turbineneffekt angetriebene Propeller über den Elektromotor vom Um- und/oder Stromrichter
momentenlos gehalten werden soll.
[0100] Um bspw. ein Manövrieren oder einen Crash-Stopp nicht zu stören, wird während dieses
Schaltzustandes der schnelle Wechsel des Drehzahlsollwertes von positiv auf negativ
oder umgekehrt, d.h., das Signal QM vom Baustein 32 ist logisch 1, für einen sehr
kurzen Zeitraum von bspw. etwa 3 Sekunden toleriert. Um dieses Zeitintervall verzögert
wird das Signal vom Ausgang des UND-Gatters 43 von dem daran angeschlossenen Einschaltverzögerungsbaustein
44 durchgeschalten und gelangt über einen nachgeschalteten Inverter 45 als negiertes
Signal an den Setzeingang S des Bausteins 39.
[0101] Der Baustein 39 hat zwei Eingänge x, SV: Während am Eingang x der fest eingestellte
(normierte) Wert von etwa 1 % anliegt, hängt der Wert am Eingang SV von dem aktuellen
Drehmoment- bzw. Stromsollwert J* ab. Hierzu wird aus dem aktuellen (normierten) Drehmoment-
bzw. Stromsollwert J* von einem daran angeschlossenen Baustein 46 zunächst der Absolutwert,
d.h., der Betrag, gebildet. Diesem Analogsignal wird sodann in einem weiteren, nachgeschalteten
Baustein 47 ein fester (normierter) Betrag von bspw. etwa 10 % hinzuaddiert. Das analoge
Ausgangssignal dieses Addierers 47 entspricht dem Eingangssignal SV.
[0102] Je nach dem Signal am Steuereingang S des Bausteins 39 wird nun zwischen diesen beiden
Eingängen x, SV umgeschalten. Das analoge Signal am Eingang SV wird unverzögert auf
den Ausgang y geschaltet, wenn das binäre Signal am Eingang S logisch 1 ist. Das analoge
Signal am Eingang x wird verzögert auf den Ausgang y geschaltet, wenn das binäre Signal
am Eingang S logisch 0 ist. Beim Signalwechsel am Eingang S von logisch 1 auf logisch
0 erfolgt der Umschaltvorgang vom Ausgang y auf den Eingang x aber nicht abrupt, sondern
erfolgt nach Art eines Hochlauf- oder Rücklaufgebers entlang einer Rampe, wobei die
dabei verwendete Hoch- und oder Rücklaufzeiten T
U, T
D an jeweils unterschiedlichen Eingängen TU, TD des Bausteins 39 einstellbar sind.
Vorzugsweise sind beide Werte auf jeweils etwa 30 Sekunden eingestellt.
[0103] Das Ausgangssignal y des Bausteins 39 ist also im statischen Fall etwa gleich dem
x-Eingang: y = x = 1 %, oder dynamisch gleich dem SV-Eingang: y = SV = |J*| + 10 %;
während der dynamischen Umschalt- bzw. Übergangsphasen bewegt sich das Ausgangssignal
y unverzögert auf den Wert vom Eingang SV und entlang einer Rampe verzögert auf dem
Wert vom Eingang x.
[0104] Im Normalfall liegt am Steuereingang S High-Pegel an: S = 1. In diesem Fall ist der
SV-Eingang zum Ausgang durchgeschalten: y = SV = |J*| + 10 %. Dieser Wert wird dem
Arbeitskontakt-Anschluss des Umschalters 37 direkt, dem Arbeitskontakt-Anschluss des
Umschalters 38 in mathematisch invertierter Form (Vorzeichenumkehr) zugeleitet. Diese
Werte liegen aufgrund des von dem Addierer 47 bewirkten Offsets von + 10 % damit stets
oberhalb bzw. stets unterhalb des aktuellen Drehmoment- bzw. Stromsollwertes J* und
begrenzen diesen daher nicht.
[0105] Ist in diesem Normalfall der Ausgang Q eines Binärwertspeichers 35, 36 gesetzt und
demzufolge an dem angeschlossenen Umschalter 37, 38 das Signal an dem betreffenden
Arbeitskontakt ausgewählt und zum jeweiligen Ausgang J*
max, J*
min durchgeschalten, so ist der einzige, tatsächlich wirksame Stromgrenzwert die betreffende,
statische Stromgrenze 26, 28.
[0106] In der zu vermeidenden Situation sind jedoch die Ausgänge Q beider Binärwertspeicher
35, 36 gleichzeitig gesetzt, und außerdem liegt n* im Bereich M. In diesem Fall gelangt
um etwa 3 Sekunden von dem Baustein 44 verzögert das Signal vom Ausgang des UND-Gatters
43 als negiertes Signal an den Steuereingang S des Bausteins 39 und löst dort den
Umschaltvorgang von dem Eingangssignal SV zum Eingangssignal x = 1 % aus.
[0107] Da das Signal am Eingang SV aufgrund des Addierers 47 stets bei mindestens 10 % oder
darüber liegt: SV = 10 % + |J*| ≥ 10 %, wird also das Ausgangssignal y entlang einer
Rampe dem niedrigeren Wert x = 1 % zustreben. Die Signale an den durchgeschalteten
Arbeitskontakten beider Umschalter 37, 38 werden demnach gleichzeitig zu den Werten
±1 % hinlaufen, und damit auch J*
max und J*
min. Damit ist der unerwünschte Fall, dass weder J*
max noch J*
min auf 1 % bzw. -1 % eingestellt sind, vermieden. Dieser Umschaltvorgang erfolgt ganz
sanft, weil der aktuelle Sollwert J* infolge des Addierers 47 von beiden Seiten umfangen
und allmählich entlang einer Rampe der "Nullstellung" zwischen -1 % und 1 % zugeleitet
wird.
1. Verfahren zur Steuerung des Propellerschubes eines Schiffsantriebssystems (1) mit
wenigstens einem elektrischen Antriebsmotor (4), dessen antreibendes und/oder bremsendes
Drehmoment steuerbar ist, insbesondere durch eine Steuerung oder Regelung des Motorstroms
J, um dadurch die Motordrehzahl n einem Drehzahlsollwert n* nachführen zu können, wobei der Sollwert
J* für das Motordrehmoment bzw. für den Motorstrom durch eine positive und/oder durch
eine negative Drehmoment- oder Stromgrenze (24,25) begrenzt ist, wobei eine oder beide
Drehmoment- oder Stromgrenzen (24,25) konstant vorgegeben oder Funktion(en) des Drehzahlistwertes
sein können ("statische Stromgrenzen bzw. Stromgrenzfunktionen",26,28), und wobei
die positive und/oder negative Drehmoment- oder Stromgrenze (24,25) bei Vor- und/oder
Rückwärtsfahrt abweichend von der rein statischen Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion
(26,28) auf wenigstens einen engeren Wert J*max,J*min mit einem kleineren Absolutwert begrenzbar ist/sind ("dynamische Stromgrenze",30,31),
dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswahl zwischen einer statischen Stromgrenze oder Stromgrenzfunktion (26,28)
einerseits und der betreffenden dynamischen Stromgrenze (30,31) andererseits wenigstens
in Abhängigkeit von dem aktuellen Drehzahlsollwert n* getroffen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Reduzierung des absoluten Geschwindigkeits- und/oder Drehzahlsollwertes
|n*|, insbesondere mittels des Fahrhebels (18), die Grenze (24,25) für den der aktuellen
Fahrt- oder Propellerdrehrichtung n entgegengesetzten Bremsmoment- bzw. Bremsstromsollwert
J* für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) auf einen gegenüber dem Nennmoment
oder - strom Jnenn reduzierten Wert eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes |n*|, bspw. mittels des
Fahrhebels (18), die Grenze (24,25) für den der aktuellen Fahrt- oder Propellerdrehrichtung
n entgegengesetzten Bremsmoment- bzw. Bremsstromsollwert J* für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor (4) auf einen Wert eingestellt wird, der von dem aktuellen bzw. neuen
Sollwert n* und/oder von der aktuellen bzw. neuen Stellung des Fahrhebels (18) abhängig
ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes
|n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), die Festlegung einer (ggf. neuen) Grenze
für den der aktuellen Fahrtrichtung n entgegengesetzten Bremsmoment- bzw. Bremsstromsollwert
J* für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) davon abhängt, ob der neue
Sollwert n* und/oder der Fahrhebel (18) über die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen
bzw. in die entgegengesetzte Fahrt- oder Propellerdrehrichtung n verstellt wird oder
nicht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes
|n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), eine (ggf. neue) Momenten- oder Stromgrenze
für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) auf einen Absolutwert von weniger
als 10 % des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn festgelegt wird, solange der Fahrhebel (18) nicht über die neutrale Nullstellung
hinweg zurückgenommen bzw. in die entgegengesetzte Fahrt- oder Propellerdrehrichtung
n verstellt wird, vorzugsweise auf weniger als 2 % des maximalen Moment- oder Stromwertes
und/oder des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn, insbesondere auf einen Bereich von 0,5 % bis 1 % des maximalen Moment- oder Stromwertes
und/oder des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes
|n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), wenn der Drehzahlsollwert n* und/oder der
Fahrhebel (18) über die neutrale Nullstellung hinaus in die entgegengesetzte Fahrtrichtung
verstellt wird, eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze
für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) auf einen Absolutwert von 80 %
des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn oder weniger festgelegt wird, und/oder auf einen Absolutwert von 20 % des Moment-
oder Strom-Nenn-Wertes JNenn oder mehr vorzugsweise auf einen Wert im Bereich 30 bis 50 % des Moment- oder Stromwertes
und/oder des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn, insbesondere auf einen Wert im Bereich von 35 bis 45 % des maximalen Moment- oder
Stromwertes und/oder des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine (ggf. neue), den Bremsvorgang beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze für
wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) bei einer Zurücknahme bzw. Verstellung
des (absoluten) Drehzahlsollwertes |n*| und/oder des Fahrhebels (18) über die neutrale
Nullstellung hinaus in die entgegengesetzte Fahrt- oder Propellerdrehrichtung n auf
einen reduzierten Absolutwert eingestellt bleibt, bis die Drehzahl n des Antriebsmotors
(4) nach dessen Drehrichtungsumkehr -10 % der Nenn-Drehzahl nNenn oder weniger erreicht hat, vorzugsweise -20 % der Nenn-Drehzahl nNenn oder weniger, insbesondere -30 % der Nenn- Drehzahl nNenn oder weniger.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Umkehr der Propellerdrehrichtung n die Grenze des in die ursprüngliche
Propellerdrehrichtung n treibenden Momentes, welche bei einer Drehzahl n von Null
eingestellt ist, nach der Umkehr der Propellerdrehrichtung n konstant bleibt, vorzugsweise
bis zur maximalen negativen bzw. umgekehrten Drehzahl n.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung einer Drehmoment- oder Stromgrenze (24,25) zwischen statischer und
dynamischer Stromgrenze (26,28,30,31) entlang einer Rampe mit einer endlichen Steigung
erfolgt, insbesondere mittels eines Hoch- oder Rücklaufgeberbausteins (39).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Drehzahlsollwert n* in der Nähe des Nullpunktes eine oder beide Drehmoment-
oder Stromgrenzen daraufhin überwacht werden, ob wenigstens eine von beiden auf die
betreffende, dynamische Stromgrenze eingestellt ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass beide Drehmoment- oder Stromgrenzen (24,25) auf die betreffenden, dynamischen Stromgrenzen
gefahren werden, wenn sich der Drehzahlsollwert n* im Bereich der Nullstellung befindet
und gleichzeitig beide Drehmoment- oder Stromgrenzen (24,25) über einen vorgegebenen
Zeitraum T hinweg jeweils auf die betreffende, statische Stromgrenze (26,28) eingestellt
bleiben.
12. Vorrichtung zur Steuerung des Propellerschubes eines Schiffsantriebssystems (1) mit
wenigstens einem elektrischen Antriebsmotor (4), dessen antreibendes und/oder bremsendes
Drehmoment steuerbar ist, insbesondere durch eine Steuerung oder Regelung des Motorstroms
J, um dadurch die Motordrehzahl n einem Drehzahlsollwert n* nachführen zu können, wobei der Sollwert
J* für das Motordrehmoment bzw. für den Motorstrom durch eine positive und/oder durch
eine negative Drehmoment- oder Stromgrenze (24,25) begrenzt ist, wobei eine oder beide
Drehmoment- oder Stromgrenzen (24,25) konstant vorgegeben oder Funktion(en) des Drehzahlistwertes
sein können ("statische Stromgrenzen bzw. Stromgrenzfunktionen",26,28), und wobei
die positive und/oder negative Drehmoment- oder Stromgrenze (24,25) bei Vor- und/oder
Rückwärtsfahrt abweichend von der rein statischen Stromgrenze bzw. Stromgrenzfunktion
(26,28) auf wenigstens einen engeren Wert J*max,J*min mit einem kleineren Absolutwert begrenzbar ist/sind ("dynamische Stromgrenze",30,31),
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die eine Auswahl zwischen einer statischen Stromgrenze
oder Stromgrenzfunktion (26,28) einerseits und der betreffenden dynamischen Stromgrenze
andererseits wenigstens in Abhängigkeit von dem aktuellen Drehzahlsollwert n* trifft.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die während der Vor- und/oder Rückwärtsfahrt bei einer
Reduzierung des absoluten Drehzahlsollwertes |n*|, insbesondere mittels des Fahrhebels
(18), das für eine Verlangsamung des Absolutwertes der Drehzahl |n| eines Antriebsmotors
(4) maßgebende Bremsmoment zur Verringerung nachteiliger Turbineneffekte vom Propeller
dynamisch begrenzt, insbesondere durch eine Begrenzung des Motorstromsollwertes J*.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes
|n*|, insbesondere mittels des Fahrhebels (18), die Grenze für den der aktuellen Fahrt-
oder Propellerdrehrichtung n entgegengesetzten Bremsmoment- und/oder Bremsstromsollwert
J* für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor (4) auf einen gegenüber dem Nennmoment
oder -strom JNenn reduzierten Wert einstellt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die bei einer Reduzierung des (absoluten) Drehzahlsollwertes
|n*| mittels des Fahrhebels (18) die Grenze (24,25) für das/den der aktuellen Fahrt-
oder Propellerdrehrichtung n entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw. Bremsstrom für wenigstens
einen elektrischen Antriebsmotor (4) auf einen von dem aktuellen bzw. neuen Drehzahlsollwert
n* und/oder der aktuellen bzw. neuen Stellung des Fahrhebels (18) abhängigen Wert
einstellt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des
(absoluten) Drehzahlsollwertes |n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), eine (ggf.
neue) Grenze (24,25) für das/den der aktuellen Fahrt- oder Propellerdrehrichtung n
entgegengesetzte(n) Bremsmoment bzw. Bremsstrom für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor (4) je nach dem einstellt, ob der Drehzahlsollwert n* und/oder der Fahrhebel
(18) über die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen bzw. in die entgegengesetzte
Fahrtrichtung verstellt wird oder nicht.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des
(absoluten) Drehzahlsollwertes |n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), eine (ggf.
neue) Momenten- oder Stromgrenze (24,25) für wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor
(4) auf einen Absolutwert von weniger als 10 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes
JNenn festlegt, solange der Drehzahlsollwert n* und/oder der Fahrhebel (18) nicht über
die neutrale Nullstellung hinweg zurückgenommen bzw. in die entgegengesetzte Fahrt-
oder Propellerdrehrichtung n verstellt wird, vorzugsweise auf weniger als 2 % des
maximalen Moment- oder Stromwertes und/oder des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn, insbesondere auf einen Bereich von 0,5 % bis 1 % des maximalen Moment- oder Stromwertes
und/oder des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes JNenn.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 17,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (10,29), die bei einem Bremsvorgang bzw. bei einer Reduzierung des
(absoluten) Drehzahlsollwertes |n*|, bspw. mittels des Fahrhebels (18), wenn der Drehzahlsollwert
n* und/oder der Fahrhebel (18) über die neutrale Nullstellung hinaus in die entgegengesetzte
Fahrt- oder Propellerdrehrichtung n verstellt wird, eine (ggf. neue), den Bremsvorgang
beeinflussende Momenten- oder Stromgrenze (24,25) für wenigstens einen elektrischen
Antriebsmotor (4) auf einen Absolutwert von 80 % des Momenten- oder Strom-Nenn-Wertes
JNenn oder weniger festlegt, und/oder auf einen Absolutwert von 20 % des Moment- oder Strom-Nenn-Wertes
JNenn oder mehr, vorzugsweise auf einen Wert in einem Bereich von 30 bis 50 % des Moment-
oder Strom-Nenn-Wertes JNenn, insbesondere auf einen Wert in einem Bereich von 35 bis 45 % des maximalen Moment-
oder Strom-Nenn-Wertes JNenn.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18,
gekennzeichnet durch einen Hoch- und/oder Rücklaufgeberbaustein (39) zur Verstellung einer Drehmoment-
oder Stromgrenze zwischen statischer und dynamischer Stromgrenze entlang einer Rampe
mit einer endlichen Steigung.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 19,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (43-45), die bei einem Drehzahlsollwert n* in der Nähe des Nullpunktes
die beiden Drehmoment- oder Stromgrenzen daraufhin überwacht, ob wenigstens eine von
beiden auf die betreffende, dynamische Stromgrenze eingestellt ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung (39), welche beide Drehmoment- oder Stromgrenzen (24,25) auf die
betreffenden, dynamischen Stromgrenzen fährt, wenn sich der Drehzahlsollwert n* im
Bereich der Nullstellung befindet und gleichzeitig beide Drehmoment- oder Stromgrenzen
über einen vorgegebenen Zeitraum T hinweg jeweils auf die betreffende, statische Stromgrenze
(26,28) eingestellt bleiben.