[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Befüllen
von textilen Schläuchen unmittelbar während der Herstellung derselben, insbesondere
zum Befüllen von Schüttgütern, wie z. B. mit mineralischen Substanzen oder mit anderen
Substanzen, die eine Öl aufsaugende oder isolierende Wirkung haben.
[0002] Schlauchförmige Textilien werden im Allgemeinen erst bei ihrem bestimmungsgemäßen
Einsatz gefüllt (Säcke, Sand befüllte Schlauchabschnitte, etc.). Insbesondere für
Schläuche mit geringem Durchmesser ist ein nachträgliches Befüllen von größeren Schlauchlängen
problematisch, weil das erforderliche Aufraffen nur im begrenzten Umfang über kürzere
Längen erfolgen kann.
[0003] In
EP 1 908 870 A2 wird ein Verfahren zur Herstellung eines substratgefüllten Geokunststoffgitter-Schlauches
und die Befüllung desselben beschrieben. Der gesamte beschriebene Herstellungsprozess
für diesen substratgefüllten Geogitterschlauch umfasst die Produktion des Endlosschlauches
in einer Extruderanlage, die mögliche Verstärkung des strukturierten Geokunststoffgitterschlauches
durch ein ebenes Geokunststoffgitter, die Endengestaltung und die Befüllung, die mit
dem Verschließen des Schlauches abschließt. Bei diesem Verfahren wird der Schlauch
nicht durch eine fadenverarbeitende Textilmaschine sondern durch Extrusion thermoplastischer
Granulate hergestellt. Nach diesem Formgebungsprozess wird der Endlosschlauch aufgerollt
und der weiteren Verarbeitung zugeführt. Die Befüllung des Schlauches erfolgt erst
anschließend und nicht gleichzeitig bei der Herstellung des Schlauches und auch nur
in begrenzten Längen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung endlos gefüllter Schläuche
sowie eine Vorrichtung zur Herstellung desselben bereit zu stellen. Erfindungsgemäß
wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass einer Textilmaschine zur Herstellung von Schläuchen
eine Füll- und Dosiereinrichtung zugeordnet wird, mit deren Hilfe unmittelbar bei
der Schlauchherstellung ins Innere der Textilstruktur das Füllgut eingebracht wird.
Hierzu ist ein trichterartiger Einfüllstutzen vorgesehen der mit seinem Auslauf im
Führungsrohr der Schlauchherstellungsmaschine mündet. Die Förderung und Dosierung
des Schüttgutes erfolgt in Abhängigkeit der Abzugsgeschwindigkeit des Textilschlauches
und des Durchmessers desselben. Hierzu ist der trichterförmige Einfüllstutzen mit
einem Füllstandssensor ausgerüstet, der den Füllstand reguliert und die Arbeitsweise
der Fördereinrichtung steuert. Als Fördereinrichtung kommen bekannte Systeme wie Schneckenförderer
oder pneumatische Einrichtungen und als Schlauchherstellungsmaschinen Rundstrickmaschinen,
Rundwirkmaschinen, Rundwebmaschinen, Rundflechtmaschinen sowie KEMAFIL
®-Maschinen zum Einsatz.
Ausführungsbeispiel
[0005] Die Erfindung wird nachfolgend durch ein Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Die
dazugehörige Zeichnung zeigt in Figur 1 die Gesamtansicht der Vorrichtung zum Befüllen
von textilen Schläuchen während der Herstellung.
Die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen besteht aus
einer Textilmaschine (1) zum Herstellen der textilen Schlauchstruktur, einer vorgeschalteten
Zuführ- und Dosiereinrichtung (2), bestehend aus einem Lagerbehälter (5) für das Schüttgut
und einer Fördereinrichtung, zum Beispiel eines Schneckenförderers (6). Auf der Textilmaschine
(1) ist ein trichterartiger Einfüllstutzen (3) mit einem Führungsrohr (4) angebracht
in das das Schüttgut durch die Zuführ- und Dosiereinrichtung (2) mittels Schneckenförderer
(6) eingebracht wird. Der Auslauf des Führungsrohres (4) des trichterartigen Einfüllstutzens
(3) reicht bis unterhalb der Arbeitszone (7) der Textilmaschine (1), d. h. der Schlauchherstellungszone
bzw. Arbeitsstelle oder auch Abschlagkante der schlauchherstellenden Textilmaschine.
Für die Herstellung des textilen Schlauches (8) werden einzelne Fäden (Filamentgarne,
Fasergarne, Foliebändchen u. ä.) verwendet.
Das zu verfüllende Schüttgut wird über die Zuführ- und Dosiereinheit (2) mittels Schneckenförderer
(6) in den trichterartigen Einfüllstutzen (3) und dem daran befindlichen Führungsrohr
(4) zugeführt. Das Schüttgut gelangt danach durch die Wirkung der Schwerkraft und
in Abhängigkeit der Produktionsgeschwindigkeit der Textilmaschine sowie des Durchmessers
in den textilen Schlauch (8). Dieser befüllte Schlauch (8) wird über entsprechende
Walzensysteme von der Arbeitszone (7) weg transportiert und einer entsprechenden Speichervorrichtung
zugeführt.
Dabei ist es möglich den textilen Schlauch (8) je nach Granulatart und -größe in seinen
Porenöffnungen variabel zu konstruieren, um die Wirkungsweise des Granulates zu optimieren.
1. Verfahren zum Befüllen von textilen Schläuchen direkt während der Herstellung derselben
unter Verwendung schlauch-herstellender Textilmaschinen dadurch gekennzeichnet, dass in eine schlauch-herstellende Textilmaschine (1) unmittelbar im Bereich der Arbeitszone
(7) eine Füllung so eingebracht wird, dass diese unterhalb der Arbeitszone direkt
im Führungsrohr (4) austritt, wobei der Füllstand des Trichters (3) über einen Niveauregler
reguliert wird, der die Zuführung des Füllgutes über eine Zuführ- und Dosiereinrichtung
(2) steuert.
2. Verfahren zum Befüllen von textilen Schläuchen nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung des Füllgutes zu einer Rundstrickmaschine, Rundwirkmaschine, Rundwebmaschine,
Rundflechtmaschine oder KEMAFIL®-Maschine erfolgt.
3. Verfahren zum Befüllen von textilen Schläuchen nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zum Füllgut in den Bereich der Arbeitszone (7) eine zum Schlauch geformte
Textilbahn zugeführt wird, die das Füllgut umhüllt.
4. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen direkt während der Herstellung unter
Verwendung schlauch-herstellender Textilmaschinen (1) und Zuführ- und Dosiereinrichtung
(2) dadurch gekennzeichnet, dass ein trichterartiger Einfüllstutzen (3) im Bereich der Arbeitszone (7) der Textilmaschine
so angeordnet ist, dass dieser in das Führungsrohr (4) mit seinem zylindrischen Ausgangsstutzen
hinein ragt und ein gleichmäßiges Befüllen des Stutzens über eine Zuführ- und Dosiereinrichtung
(2) erfolgt, wobei der Förderstrom über einen im Trichter (3) angeordneten Füllstandsmesser
geregelt wird und das in dem Trichter der Auswurf einer Zuführ- und Dosiereinrichtung
(2) mündet, wobei der Anfang der Förder- und Dosiereinrichtung einem Lagerbehälter
(5) zugeordnet ist, indem sich das Füllgut befindet.
5. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die textilen Schlauchbildungsmaschinen (1) sowohl Rundstrickmaschinen, Rundwirkmaschinen,
Rundwebmaschinen, Rundflechtmaschinen und /oder KEMAFIL®-Maschinen sind.
6. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach Anspruch 4 und 5 dadurch gekennzeichnet, dass der trichterförmige Stutzen (3) einen Sensor zur Regulierung des Füllstandes besitzt.
7. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach einem der Ansprüche 4 bis 6
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführ- und Dosiereinrichtung (2) aus einem Lagerbehälter (5) und einem Schneckenförderer
(6) besteht.
8. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach einem der Ansprüche 4 bis 6
dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführ- und Dosiereinrichtung (2) aus einem Lagerbehälter (5) und einem pneumatischen
Förderer (6) besteht.
9. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach einem der Ansprüche 4 bis 6
dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerbehälter (5) nicht unmittelbar konstruktiv mit dem Förderersystem (6) verbunden
ist.
10. Vorrichtung zum Befüllen von textilen Schläuchen nach einem der Ansprüche 4 bis 9
dadurch gekennzeichnet, dass eine Formschulter zur Schlauchformung einer textilen Bahn angebracht ist, wobei der
zylindrische Stutzen dieser Formschulter im Füllstutzen mündet bzw. der zylindrische
Stutzen der Formschulter den Füllstutzen selbst bildet.