[0001] Die Erfindung betrifft einen Dehnungsfugenstreifen für Estrichböden, mit einem aufragenden
Schenkel, der mindestens eine Schicht aus Schaumkunststoff und mindestens auf einer
Seite eine luftdurchlässige aber wasserfeste Decklage aufweist, die zu einem abgewinkelten
Fuß verlängert ist.
[0002] Solche Dehnungsfugenstreifen werden beim Gießen von Estrichböden so auf einer Unterlage
aufgestellt, daß sie in der Estrichschicht oder an deren Rand eine Dehnungsfuge bilden,
die Wärmeausdehnungen des Estrichs ausgleichen kann. Bei am Rand der Estrichschicht
angeordneten Dehnungsfugenstreifen, die mit ihrem aufragenden Schenkel an einer angrenzenden
Wand anliegen, spricht man auch von Randdämmstreifen. Diese dienen zugleich dazu,
die Entstehung von Schall- und Wärmebrücken zu verhindern.
[0003] Aus
DE 20 2005 016 222 U1 ist ein Randdämmstreifen dieser Art bekannt, bei dem die Decklage aus dichterem Schaumkunststoff
besteht.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Dehnungsfugenstreifen zu schaffen, der besser
an angrenzenden Materialien haftet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Decklage ein Vlies aus
thermisch gebundenen Kunststoffasern ist.
[0006] Das Vlies bildet eine Haftbrücke, die für eine bessere Bindung des Dehnungsfugenstreifens
an andere Materialien sorgt, insbesondere an sogenannte Sanierungsestriche, Spachtelmassen
und dergleichen.
[0007] Dadurch, daß der Schaumkunststoff im flachen Zustand mit dem Vlies kaschiert wird,
läßt sich der aufragende Schenkel im flachen Zustand so fixieren, daß eine etwaige
herstellungs- oder lagerungsbedingte Vorkrümmung weitgehend eliminiert wird. Man erhält
so eine ebene, brettartige Struktur, die sich sauber aufstellen bzw. an die Wand anlegen
läßt. Der verlängerte und zu einem Fuß abgewinkelte Teil der Decklage stützt sich
auf der beispielsweise durch eine Wärmedämmung gebildeten Unterlage ab und hat, bei
einem Randdämmstreifen, aufgrund seiner elastischen Eigenschaften die Tendenz, den
Wandanlageschenkel stets gegen die Wand zu verschwenken und vorzuspannen, so daß eine
sichere Anlage des Wandanlageschenkels an der Wand gewährleistet ist. Bei frei aufgestellten
Dehnungsfugenstreifen mit Füßen auf beiden Seiten hält diese Vorspannung den aufragenden
Schenkel stabil in seiner Position.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
[0009] Sowohl die Decklage als auch die Schaumkunststoffschicht können beispielsweise aus
Polyethylen- oder Polypropylen bestehen. Die Verwendung gleicher Kunststoffe ermöglicht
eine sortenreine Entsorgung.
[0010] Die Decklage ist luftdurchlässig, ist jedoch vorzugsweise an der Oberfläche so verdichtet,
daß sie eine wasserundurchlässige Haut bildet. Der durch die verlängerte Decklage
gebildete Fuß läßt sich dann mit einer luft- und wasserdichten Folie verkleben, die
eine Unterlage für den Fließestrich bildet. So erhält man eine wasserdichte "Wanne"
für den Fließestrich. Besonders vorteilhaft ist dabei, daß die Decklage luftdurchlässig
ist, so daß Luft nach außen entweichen kann, wenn Luftblasen, die sich unter der Folie
gebildet haben, zum Rand hin ausgestrichen werden.
[0011] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen horizontalen Schnitt durch einen Randdämmstreifen;
- Fig. 2
- einen vertikalen Schnitt durch den Randdämmstreifen nach Figur 2;
- Fig. 3
- einen horizontalen Schnitt durch einen frei aufgestellten Dehnungsfugenstreifen;
- Fig. 4
- einen vertikalen Schnitt durch den Dehnungsfugenstreifen nach Figur 3;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer Schaumkunststoffschicht, zur Illustration
der intrinsischen Krümmung einer solchen Schicht;
- Fig. 6
- einen horizontalen Schnitt durch eine mit dem Randdämmstreifen nach Figuren 1 und
2 gebildete Innenecke; und
- Fig. 7 und 8
- Schnittdarstellungen eines Randdämmstreifens gemäß der Erfindung in verschiedenen
Einbausituationen.
[0013] Der in Figur 1 gezeigte Dehnungsfugenstreifen dient als Randdämmstreifen und weist
einen aufragenden Schenkel 10 (Wandanlageschenkel) und einen rechtwinklig davon abgewinkelten
Fuß 12 auf. Der Schenkel 10 hat eine etwa 0,5 -1 cm dicke Schicht 14 aus relativ grobzelligem
Polyethylenschaum. Auf einer Seite ist eine etwa 0,3 bis 1 mm dicke Decklage 16 aufkaschiert,
die aus einem luftdurchlässigen aber wasserfesten und reißfesten Vlies aus thermisch
gebundenen (thermobonded) Kunststoffasern besteht, vorzugsweise ebenfalls aus Polyethylen.
Die Decklage 16 bildet den abgewinkelten Fuß 12 (Fig. 2) und ist zumindest auf der
Außen- bzw. Oberseite so verdichtet, daß dort eine wasserdichte, im gezeigten Beispiel
etwas genarbte Haut gebildet wird. Die durch das Vlies gebildete Deckschicht hat daher
eine relativ große Steifigkeit.
[0014] Weiterhin ist in Figur 2 zu erkennen, daß der Schenkel 10 in der Nähe seines oberen
Randes durch mehrere randparallele, von der Rückseite her eingebrachte Einschnitte
20 vorgeschwächt ist, die die Decklage 16 und einen Teil Schicht 14 durchtrennen.
Dies ermöglicht es, nach dem Abbinden des Estrichs die überstehenden Teile des Schenkels
10 einfach zu entfernen, indem die verbleibende Materialbrücke der Schicht 14 in Höhe
der jeweils gewünschten Vorschwächungslinie abgerissen wird.
[0015] Figuren 3 und 4 zeigen analog zu Figuren 1 und 2 einen frei aufgestellten Dehnungsfugenstreifen,
der den gleichen Aufbau wie der Randdämmstreifen nach Fig. 1 und 2 hat, nur mit dem
Unterschied, daß Decklagen 16, 18 und Füße 12 aus dem Vlies auf beiden Seiten vorgesehen
sind. Die Decklagen 16, 18 reichen in diesem Beispiel nicht ganz so hoch wie die mittlere
Schicht 14, so daß diese sich leichter abschneiden läßt.
[0016] Figur 5 zeigt einen Abschnitt der Schicht 14 in ihrem natürlichen Zustand vor dem
Aufkaschieren der Decklagen. Man erkennt, daß diese Schicht sowohl im Querschnitt
als auch in Längsrichtung gekrümmt ist. Die entsprechenden Krümmungen sind mit R1
und R2 bezeichnet. Wenn die Schicht 14 im ebenen Zustand mit wenigstens einer der
Decklagen 16, 18 kaschiert wird, werden diese Krümmungen beseitigt.
[0017] Figur 6 zeigt in einem horizontalen Schnitt die Ausbildung einer Innenecke. Der Fuß
12 wird an der Innenecke eingeschnitten, so daß sich beim Abwinkeln die beiden getrennten
Abschnitte des Fußes flach übereinanderlegen. In dem in Figur 6 gezeigten Beispiel
ist die Schicht 14 auf beiden Seiten mit den Decklagen 16, 18 kaschiert, doch wurde
die Flexibilität des Wandanlageschenkels dadurch erhöht, daß die Decklage 18 und ein
Teil der Schicht 14 mit Hilfe eines Einschnittes 22 durchtrennt wurden, so daß sie
an der Knickstelle auseinanderklaffen können.
[0018] Figur 7 zeigt ein Beispiel eines Randdämmstreifens mit einer an den Fuß 12 angeklebten
Folie 24. Die Schicht 14 lehnt sich an eine Wand 26 an und steht mit ihrem unteren
Rand auf einer Trittschalldämmung 28 auf, die auf einer beispielsweise durch Beton
gebildeten Bodenfläche 30 verlegt ist. Die Folie 24 bildet auf der Trittschalldämmung
eine wasserdichte Unterlage für den Fließestrich.
[0019] Beim Verlegen der Folie 24 kommt es leicht zur Bildung von Luftblasen 32, die dann,
wenn sie nicht entfernt werden, zu unerwünschten Hohlräumen unter dem Estrichboden
führen.
[0020] Häufig weist auch die Bodenfläche 30 kleine Unebenheiten auf, oder es liegen noch
kleine Steinchen 34 auf dem Boden, die dann zu einem Kippeln der Trittschalldämmung
28 führen können, wie ein Vergleich der Figuren 7 und 8 zeigt. Wenn nun Folie 24 in
Randnähe belastet wird, so daß die Trittschalldämmung 28 in die in Figur 8 gezeigte
Position kippt und/oder etwas komprimiert wird, so sollte vermieden werden, daß der
Schenkel 10 von der Wand 26 weg schwenkt und ein unerwünschter Hohlraum zwischen der
Wand 26 einerseits und dem Schenkel 10 entsteht.
[0021] Mit dem erfindungsgemäßen Randdämmstreifen lassen sich diese Probleme auf elegante
Weise vermeiden. Bei diesem Randdämmstreifen bildet die Decklage 16 eine wasserundurchlässige
Haut, die dicht mit der Folie 24 verklebt wird. Da die Decklage luftdurchlässig ist,
kann die Luft aus den Luftblasen 32 zur Wand 26 hin entweichen.
[0022] Im Hinblick auf die Instabilität der Trittschalldämmung 28 erweist es sich außerdem
als sehr vorteilhaft, daß Decklage 16 an der Knickstelle zwischen Wandanlageschenkel
und Fuß elastisch ist und die Tendenz hat, den Wandanlageschenkel so zu verschwenken,
daß er stets unter Spannung an der Wand 26 anliegt. Wenn nun die Trittschalldämmung
28 in der in Figur 8 gezeigten Weise nachgibt, so senkt sich der Schenkel 10 allenfalls
etwas ab, wird jedoch durch die von der Decklage 16 erzeugte Kraft F auch weiterhin
gegen die Wand 26 vorgespannt. So läßt sich die Entstehung unerwünschter Hohlräume
wirksam vermeiden.
[0023] In Figuren 7 und 8 ist außerdem ein doppelseitiges Klebeband 36 angedeutet, das dazu
dient, den Fuß 12 mit der Trittschalldämmung 28 zu verkleben. Im Anlieferungszustand
ist das doppelseitige Klebeband 36 durch einen abziehbaren Schutzstreifen abgedeckt.
Ein entsprechendes doppelseitiges Klebeband kann auch an der Oberseite des Fußes 20
vorgesehen sein, um den Fuß mit der Folie 24 zu verkleben.
[0024] In modifizierten, nicht gezeigten Ausführungsformen kann der Schenkel 10 auch zusätzlich
durch Verstärkungsschichten versteift sein, beispielsweise durch Stegplatten, wie
aus
DE 10 2005 045 278 A1 bekannt ist, oder durch Mehrschicht-Kunststoffolien mit Wellpappstruktur, wie aus
EP 1 710 370 A1 bekannt ist.
1. Dehnungsfugenstreifen für Estrichböden, mit einem aufragenden Schenkel (10), der mindestens
eine Schicht (14) aus Schaumkunststoff und mindestens auf einer Seite eine luftdurchlässige
aber wasserfeste Decklage (16, 18) aufweist, die zu einem abgewinkelten Fuß (12) verlängert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Decklage (16, 18) ein Vlies aus thermisch gebundenen Kunststoffasern ist.
2. Dehnungsfugenstreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Schichten (14, 16, 18) des aufragenden Schenkels (10) aus demselben Material,
beispielsweise aus Polyethylen bestehen.
3. Dehnungsfugenstreifen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Decklage (16, 18) wasserdicht ist oder zumindest auf der Außenseite eine wasserundurchlässige
Haut aufweist.
4. Dehnungsfugenstreifen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (12) an seiner Oberseite mit dem Rand einer Folienunterlage (24) für die
Estrichschicht dicht verbunden ist.
5. Dehnungsfugenstreifen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fuß (12) an seiner Oberseite und/oder Unterseite ein doppelseitiges Klebeband
(38) aufweist.
6. Dehnungsfugenstreifen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Decklage (16, 18) eine genarbte Oberfläche hat.