[0001] Die Erfindung betrifft eine Brennkraftmaschine mit mindestens einem Brennraum, aus
dem mittels mindestens eines Auslassventils Abgas abführbar ist, umfassend eine Motorbremseinrichtung
mit einer hydraulischen Ventil-Zusatzsteuereinheit, die in einen das Auslassventil
mit einer Nockenwelle verbindenden Verbindungsmechanismus integriert ist und die das
Auslassventil bei betätigter Motorbremseinrichtung in einer zwischengeöffneten Stellung
hält.
[0002] Derartige Brennkraftmaschinen sind beispielsweise in der
EP 0 736 672 B1 und
EP 1 526 257 A2 beschrieben. Bei den Motorbremseinrichtungen dieser Brennkraftmaschinen handelt es
sich jeweils um eine Mischform aus einer Motorstaubremse und einer Dekompressionsbremse,
die insbesondere auch als EVB (= Exhaust Valve Brake) bezeichnet wird. Die hydraulische
Ventil-Zusatzsteuereiriheit ist bei der Variante gemäß der
EP 0 736 672 B1 in einen Kipphebel des Verbindungsmechanismus und bei der Variante gemäß der
EP 1 526 257 A2 einseitig in eine zwei Auslassventile zugleich betätigende Ventilbrücke des Verbindungsmechanismus
eingebaut. Die Speisung der hydraulischen Ventil-Zusatzsteuereinheit mit Öl erfolgt
mittels des ohnehin vorhandenen Ölkreises der jeweiligen Brennkraftmaschine. Bei beiden
Varianten sind zum Ausgleich des Spiels des Auslassventils gesonderte Einstellschrauben
vorgesehen, anhand derer bei der Motormontage und danach in regelmäßigen Serviceabständen
die Ventilspieleinstellung vorgenommen wird. Dies ist aufwändig. Falls das Ventilspiel
vom Montage- oder Servicepersonal versehentlich zu klein eingestellt wird, kommt es
zu einem Klappergeräusch des Auslassventils und es besteht die Gefahr einer Beschädigung
am Ventiltrieb. Falls das Ventilspiel versehentlich zu groß eingestellt wird, öffnet
das Auslassventil nicht ausreichend, so dass ein vollständiger Gasaustausch nicht
gewährleistet ist.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, eine Brennkraftmaschine der eingangs
bezeichneten Art anzugeben, die mit möglichst geringem Montage- und Service-Aufwand
einen sicheren und zuverlässigen Betrieb ermöglicht.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Brennkraftmaschine entsprechend den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 angegeben. Die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine umfasst auch
einen hydraulischen Ventilspielausgleichsmechanismus für das Auslassventil, wobei
der hydraulische Ventilspielausgleichsmechanismus zur Ölspeisung an einen Hauptölkreis
angeschlossen ist, und die hydraulische Ventil-Zusatzsteuereinheit zur Ölspeisung
an einen zusätzlich zu dem Hauptölkreis vorgesehenen Zusatzölkreis angeschlossen ist.
[0005] Die erfindungsgemäße Brennkraftmaschine hat also sowohl die für die Motorbremskraftwirkung
günstige Ventil-Zusatzsteuereinheit als auch einen Ausgleichsmechanismus, der die
Ventilspieleinstellung insbesondere automatisch durchführt. Eine zeit- und kostenaufwändige
sowie fehleranfällige regelmäßige Einstellung von Hand erübrigt sich. Die erfindungsgemäße
Brennkraftmaschine bietet also verglichen mit bisherigen mit einer Motorbremseinrichtung
ausgestatteten Brennkraftmaschinen eine Zusatzfunktionalität, die den Betrieb sicherer
und effizienter gestaltet.
[0006] Der parallele Betrieb der Ventil-Zusatzsteuereinheit und des Ventilspielausgleichsmechanismus,
die beide hydraulisch funktionieren, wird insbesondere auch durch die wechselseitige
Entkopplung der Ölspeisung ermöglicht. Der Ventilspielausgleichsmechanismus deckt
seinen Ölbedarf über den bei der Brennkraftmaschine insbesondere ohnehin vorhandenen
Hauptölkreis, in dem während des Betriebs vorzugsweise ein im Wesentlichen konstanter
Öldruck herrscht. Dagegen ist für den Betrieb der Ventil-Zusatzsteuereinheit und damit
der Motorbremseinrichtung ein gesonderter Zusatzölkreis vorgesehen, der insbesondere
weitestgehend unabhängig von dem Hauptölkreis arbeitet. Alternativ können der Hauptölkreis
und der Zusatzölkreis auch an eine zentrale Ölpumpe zur Druckerzeugung angeschlossen
sein.
[0007] Der Zusatzölkreis, insbesondere dessen Öldruck, lässt sich ohne weiteres und vor
allem auch ohne, die durch den Hauptölkreis gespeisten Bereiche und Komponenten der
Brennkraftmaschine störend zu beeinflussen, gezielt und gesondert an die Funktionsweise
und den Betriebszustand der Motorbremseinrichtung anpassen. So ist beispielsweise
eine Aktivierung und Deaktivierung der Motorbremseinrichtung möglich, indem die Ventil-Zusatzsteuereinheit
dementsprechend mittels des Zusatzölkreises, vorzugsweise zentral, zu- bzw. abgeschaltet
wird. Die Ventil-Zusatzsteuereinheit der Motorbremseinrichtung wird vorzugsweise nur
dann aktiviert, wenn dies tatsächlich gewünscht wird, also wenn die Motorbremse vom
Fahrer betätigt worden ist. Während des normal befeuerten Motorbetriebs ist die Ventil-Zusatzsteuereinheit
der Motorbremseinrichtung dagegen deaktiviert, wodurch eine in dieser Betriebssituation
unerwünschte Bremswirkung zuverlässig unterbunden wird. Auch dies bietet einen verglichen
mit dem Stand der Technik sichereren und effizienteren Betrieb sowohl während einer
Motorbremsphase als auch während einer normalen Motorbetriebsphase.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine ergeben sich
aus den Merkmalen der von Anspruch 1 abhängigen Ansprüche.
[0009] Günstig ist eine Variante, bei der ein Öldruck des Zusatzölkreises vorzugsweise zentral
steuer- oder regelbar ist. Damit lassen sich sowohl der Einsatz der Motorbremswirkung
als auch deren Stärke sehr genau einstellen und insbesondere auch je nach Betriebssituation
verändern. Außerdem kann die Ventil-Zusatzsteuereinheit so besonders einfach zu- oder
abgeschaltet werden. Zur Beeinflussung des Öldrucks bzw. des Öldruckniveaus kann der
Zusatzölkreis mit geeigneten Komponenten, wie z.B. Druckminderventilen oder Druckerhöhungsmitteln
in Form einer Zusatzölpumpe, ausgestattet sein.
[0010] Weiterhin kann der Zusatzölkreis insbesondere mittels eines beispielsweise als Anschlag
ausgeführten und insbesondere ohnehin vorhandenen Gegenhalters an die Ventil-Zusatzsteuereinheit
angeschlossen sein. Dies ist sehr platzsparend. Für die Speisung der Ventil-Zusatzsteuereinheit
mit dem Öl des Zusatzölkreises ist dann zumindest im ventilnahen Bereich praktisch
kein zusätzlicher Platz erforderlich.
[0011] Gemäß einer anderen bevorzugten Variante umfasst der Gegenhalter einen Ölzuleitungskanal
mit einem Rückschlagventil, das insbesondere während einer Motorbremsphase einen dann
unerwünschten Ölrückfluss in den Zusatzölkreis verhindert und die Ventil-Zusatzsteuereinheit
blockt, so dass das Auslassventil in einer leicht geöffneten (= zwischengeöffneten)
Stellung gehalten wird. Die Integration des Rückschlagventils in den Gegenhalter ist
platzsparend.
[0012] Vorzugsweise hat der Gegenhalter weiterhin als Anschlagelement einen ersten Kolben
einer in den Gegenhalter integrierten ersten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit.
Dadurch wird ein Spiel zwischen dem Gegenhalter und dem daran anstoßenden Teil des
Verbindungsmechanismus automatisch ausgeglichen. Der Spielausgleich ist erforderlich,
da aufgrund des Ventilspielausgleichsmechanismus die Lage des an den Gegenhalter anstoßenden
Teils des Verbindungsmechanismus undefiniert ist. Die erste hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit
enthält außerdem vorzugsweise eine Rückstellstellfeder, die im normal befeuerten Motorbetrieb,
bei dem im Zusatzölkreis insbesondere ein niedriger Öldruck eingestellt ist, eine
Rückstellung des ersten Kolbens bewirkt. Bei Rückstellung des ersten Kolbens kann
das verdrängte Öl durch insbesondere eine dem Zusatzölkreis zugehörige Durchgangsbohrung
des Gegenhalters ablaufen.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Ventil-Zusatzsteuereinheit
als eine rückschlagventilfreie zweite hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit mit einem
zweiten Kolben und insbesondere mit einer Nachstellfeder ausgeführt.
[0014] Günstig ist weiterhin eine Variante, bei der die Ventil-Zusatzsteuereinheit mittels
einer dritten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit an den Ventilspielausgleichsmechanismus
angeschlossen ist. Diese dritte hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit koppelt die Ventil-Zusatzsteuereinheit
und den Ventilspielausgleichsmechanismus in günstiger Weise miteinander. Die dritte
hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit erfüllt dabei mehrere Funktionen. So dient sie
zum einen als Umschaltelement zwischen dem Motorbremsbetrieb und dem normal befeuerten
Motorbetrieb. Außerdem nimmt sie Öl auf, das aus der ersten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit
beim Ausgleich des Spiels zwischen dem Gegenhalter und dem daran anstoßenden Teils
des Verbindungsmechanismus verdrängt wird. Insofern ist es gemäß einer weiteren günstigen
Ausgestaltung vorgesehen, dass ein vorderer Ölaufnahmeraum der dritten hydraulischen
Kolben-Zylinder-Einheit ein Aufnahmevolumen hat, das mindestens so groß ist wie dasjenige
eines Öldruckraums der ersten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist ein dritter Kolben der dritten
hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit in einer Seitenwand eine erste Absteueröffnung
auf. Bei einer bestimmten Stellung des dritten Kolbens gibt diese erste Absteueröffnung
einen mit dem Ventilspielausgleichsmechanismus verbundenen Ölkanal frei, so dass Öl
aus dem Ventilspielausgleichsmechanismus und/oder aus der Ventil-Zusatzsteuereinheit
abfließen kann.
[0016] Bevorzugt ist es weiterhin, wenn der Ventilspielausgleichsmechanismus als vierte
hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit mit einem vierten Kolben ausgeführt ist, der
in einer Seitenwand eine zweite Absteueröffnung aufweist. Bei einer bestimmten Stellung
des vierten Kolbens gibt diese zweite Absteueröffnung einen mit der Ventil-Zusatzsteuereinheit
verbundenen Ölkanal frei, so dass Öl aus der Ventil-Zusatzsteuereinheit in den Ölaufnahmeraum
der vierten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit fließen und von dort abfließen kann.
[0017] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Die einzige Figur zeigt
eine ausschnittsweise Querschnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels einer Brennkraftmaschine
1 mit einer Motorbremseinrichtung 2 und mit einem automatischen Ausgleichsmechanismus
für sowohl das Ventilspiels als auch das Anschlagspiel der Motorbremseinrichtung 2.
[0018] Die Brennkraftmaschine 1 hat mehrere in der Figur nicht gezeigte Zylinder, die jeweils
einen Brennraum aufnehmen. Jedem dieser Brennräume ist mittels mindestens eines Einlassventils
Luft oder ein Luft-Kraftstoff-Gemisch zuführbar. Darüber hinaus hat bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel jeder Brennraum zwei Auslassventile 3 und 4, mittels derer Abgas
in einen Abgaskanal abführbar ist. Die Auslassventile 3 und 4 sind mittels einer gemeinsamen
Ventilbrücke 5 mechanisch ansteuer- und betätigbar. Die Ventilbrücke 5 ist Teil eines
Verbindungsmechanismus, der die Auslassventile 3 und 4 mit einer in der Figur nicht
mit dargestellten Nockenwelle der Brennkraftmaschine 1 verbindet. Der Verbindungsmechanismus
umfasst außerdem einen ebenfalls in der Figur nicht mit dargestellten drehbar gelagerten
Kipphebel. Der Kipphebel wirkt über einen teilweise dargestellten Kontaktbolzen 6
auf die Ventilbrücke 5. Hierzu ist der Kontaktbolzen 6 an seinem freien Ende mit einer
kugelgelenkig angelenkten Stützkalotte 7 versehen.
[0019] Im Innern des Kontaktbolzens 6 und der Stützkalotte 7 verläuft ein Ölzufuhrkanal
8 eines insbesondere zur Schmierung, aber auch zur hydraulischen Steuerung vorgesehenen
Hauptölkreises der Brennkraftmaschine 1. Das in diesem Ölzufuhrkanal 8 geführte Öl
hat während des Betriebs im Wesentlichen stets den gleichen konstanten Öldruck P
Konstant.
[0020] Daneben verfügt die Brennkraftmaschine 1 über einen Zusatzölkreis, der im Wesentlichen
unabhängig von dem Hauptölkreis ausgeführt ist. Der Zusatzölkreis ist mittels eines
Ölzufuhrkanals 9 in einen Gegenhalter 10 geführt. Der Gegenhalter 10 umfasst eine
erste Kolben-Zylinder-Einheit 11 mit einem runden Anschlagkolben 12 und mit einer
Rückstellstellfeder 13, deren Federkraft den Anschlagkolben 12 in seine eingefahrene
Stellung, d.h. in Richtung des Ölzufuhrkanals 9 zurück drängt. In der in der Figur
gezeigten ausgefahrenen Stellung des Anschlagkolbens 12 ist zwischen seiner hinteren
Begrenzungsfläche 14 und dem Ölzufuhrkanal 9 ein Öldruckraum 15 gebildet. Ein Rückschlagventil
16 (= Rücklaufsperrventil) mit einer Kugel und einem Kugelsitz trennt den Öldruckraum
15 von dem Ölzufuhrkanal 9. Der ansonsten massiv und mit einer doppelt gestuften Außenkontur
ausgebildete Anschlagkolben 12 hat eine zentrale Durchgangsbohrung 17, die durchgehend
von der hinteren Begrenzungsfläche 14 bis zu einer vorderen Begrenzungsfläche 18 verläuft
und die als Ölkanal dient. Die vordere Begrenzungsfläche 18 bildet einen in der Position
variablen Anschlag für die Ventilbrücke 5.
[0021] Die Motorbremseinrichtung 2 der Brennkraftmaschine 1 ist vom EVB-Typ. Sie umfasst
neben einem in der Figur nicht näher gezeigten Drosselelement im Abgaskanal sowie
einer ebenfalls nicht näher gezeigten zentralen Steuer-/Regeleinheit auch für jeden
Zylinder eine hydraulische Ventil-Zusatzsteuereinheit 19, die als zweite Kolben-Zylinder-Einheit
in die Ventilbrücke 5 eingebaut ist. Das zweite Auslassventil 4 ist beim gezeigten
Ausführungsbeispiel dagegen nicht mit einer derartigen Steuereinheit versehen. Nur
das Auslassventil 3 trägt zum Betrieb der Motorbremseinrichtung 2 bei.
[0022] Die Auslassventile 3 und 4 sind mit einem Schaft 20 bzw. 21 im Zylinderkopf axial
beweglich gelagert und durch eine Schließfeder 22 bzw. 23 mit einer bestimmten Vorspannkraft
in Schließrichtung beaufschlagt. Die Schließkraft der Schließfeder 22 ist mit F
Fed bezeichnet.
[0023] Die dem Auslassventil 3 zugeordnete Motorbremseinrichtung 2 enthält, wie vorstehend
bereits ausgerührt, die hydraulische Ventil-Zusatzsteuereinheit 19, deren runder Steuerkolben
24 in einer in der Ventilbrücke 5 vorgesehenen Zylinderbohrung 25 axial beweglich
geführt ist. Der im Längsquerschnitt H-förmige Steuerkolben 24 stützt sich am oberen
Ende des Schafts 20 des Auslassventils 3 ab. Die insbesondere rückschlagventilfreie
Ventil-Zusatzsteuereinheit 19 umfasst außerdem eine Nachstellfeder 26, die auf einer
von dem Schaft 20 abgewandten Seite des Steuerkolbens 24 in einem Steuerdruckraum
27 angeordnet ist und den Steuerkolben 24 gegen den Schaft 20 drückt. Die mit F
NFed bezeichnete Federkraft der Nachstellfeder 26 wirkt damit auch gegen die Schließkraft
F
Fed der Schließfeder 22.
[0024] In den Steuerdruckraum 27 mündet an einer vom Steuerkolben 24 abgewandten Seite ein
Ölkanal 28, mittels dessen Öl in den Steuerdruckraum 27 gelangen und auch aus dem
Steuerdruckraum 27 wieder entweichen kann. Der Ölkanal 28 verläuft von dem Steuerdruckraum
27 zu einem Bereich einer Oberfläche der Ventilbrücke 5, der bei betätigter Motorbremseinrichtung
2 während eines Teils einer Bremszyklusperiode an der vorderen Begrenzungsfläche 18
des Anschlagkolbens 12 anliegt. Diese Betriebssituation mit am Anschlagkolben 12 anliegender
Ventilbrücke 5 ist in der Figur dargestellt.
[0025] An der vorderen Begrenzungsfläche 18 mündet die Durchgangsbohrung 17 des Anschlagkolbens
12 in eine Austrittsöffnung, die bei an der Ventilbrücke 5 anliegendem Anschlagkolben
12 konzentrisch zu einer Austrittsöffnung des Ölkanals 28 angeordnet ist. In dieser
Konstellation kann Öl des Zusatzölkreises über den Ölzufuhrkanal 9, den Öldruckraum
15, die Durchgangsbohrung 17, den Ölkanal 28 in den Steuerdruckraum 27 der hydraulischen
Ventil-Zusatzsteuereinheit 19 gelangen. Die Ventil-Zusatzsteuereinheit 19 ist also
mittels der im Gegenhalter 10 eingebauten ersten Kolben-Zylinder-Einheit 11 temporär
an den Zusatzölkreis angeschlossen. Solange die vordere Begrenzungsfläche 18 des Anschlagkolbens
12 an der Ventilbrücke 5 anliegt, besteht eine hydraulische Verbindung zwischen dem
Zusatzölkreis und der Ventil-Zusatzsteuereinheit 19.
[0026] Ein Öldruck p
Steuer bzw. ein Öldruckniveau des Zusatzölkreises lässt sich mittels nicht dargestellter
Öldruckvariationsmittel verändern. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Druckminderventil
oder um eine Ölpumpe handeln. Auf diese Weise ist es möglich, den Öldruck p
Steuer innerhalb des Zusatzölkreises sehr fein einzustellen, was insbesondere über eine
Steuerung oder Regelung erfolgt. Diese Aufgabe wird wiederum durch die in der Figur
nicht mit dargestellte zentrale Steuer-/Regeleinheit der Motorbremseinrichtung 2 wahrgenommen.
Je nach dem in dem Zusatzölkreis eingestellten Öldruck p
Steuer wird die hydraulische Ventil-Zusatzeinheit 19 ein- oder ausgeschaltet oder in ihrer
im Folgenden noch näher erläuterten Wirkung auf die Verschiebeposition des Auslassventils
3 gesteuert oder geregelt. Damit lässt sich die Bremskraftwirkung der Motorbremseinrichtung
2 sehr fein justieren.
[0027] Die Ventil-Zusatzsteuereinheit 19, insbesondere deren Steuerdruckraum 27, ist hydraulisch
an eine einen runden und im Längsquerschnitt U-förmigen Kolben 29, eine Rückstellfeder
30 sowie einen vorderen und einen hinteren Ölaufnahmeraum 31 bzw. 32 aufweisende dritte
Kolben-Zylinder-Einheit 33 und an eine einen runden und im Längsquerschnitt ebenfalls
U-förmigen Kolben 34, eine Nachstellfeder 35, einen Ölaufnahmeraum 36 aufweisende
vierte Kolben-Zylinder-Einheit 37 angeschlossen. Dazu ist ein Ölkanal 38 vorgesehen,
der den Steuerdruckraum 27, den vorderen Ölaufnahmeraum 31 und - bei einer bestimmten
Stellung des Kolbens 34 - den Ölaufnahmeraum 36 miteinander verbindet. Der Ölkanal
38 ist durch eine erste innerhalb der Ventilbrücke 5 quer, d.h. senkrecht zu den Längsachsen
der Schäfte 20 und 21, verlaufende Querbohrung gebildet. Diese Querbohrung ist mit
einem Verschluss 39 versehen.
[0028] Die dritte Kolben-Zylinder-Einheit 33 ist ein Umschaltelement, dessen Kolbenstellungen
je nachdem, ob der Benutzer der Brennkraftmaschine 1 den normal befeuerten Motorbetrieb
oder den Motorbremsbetrieb vorgibt, unterschiedlich sind. Außerdem dient sein vorderer
Ölaufnahmeraum 31 zur Aufnahme des in dem Öldruckraum 15 befindlichen Öls, wenn dieses
Öl bei einer Rückwärtsbewegung des Anschlagkolbens 12 verdrängt wird. Das maximale
Aufnahmevolumen des vorderen Ölaufnahmeraums 31 ist deshalb mindestens so groß wie
das des Öldruckraums 15. Weiterhin dient der dritte Kolben-Zylinder-Einheit 33 auch
zur Ölableitung. Sein hinterer Ölaufnahmeraum 32 ist deshalb mit einer Ölaustrittsöffnung
40 versehen. Zusätzlich weist eine Seitenwand des Kolbens 29 eine Absteueröffnung
41 auf. Bei einer bestimmten Stellung des Kolbens 29, nämlich genau der in der Figur
gezeigten Stellung, verbindet diese Absteueröffnung 41 den hinteren Ölaufnahmeraum
32 mit einem weiteren quer innerhalb der Ventilbrücke 5 verlaufenden Ölkanal 42. Letzterer
ist wiederum als Querbohrung ausgeführt, die mittels eines weiteren Verschlusses 43
gegenüber einem Ölaustritt abgedichtet ist.
[0029] Die vierte Kolben-Zylinder-Einheit 37 bildet einen hydraulischen Ventilspielausgleichsmechanismus,
der das Spiel der Auslassventile 3 und 4 automatisch ausgleicht. Die vierte Kolben-Zylinder-Einheit
37 ist an den Hauptölkreis angeschlossen. Hierzu hat der mit der Stützkalotte 7 des
Kontaktbolzens 6 aufgrund der Federkraftwirkung der Nachstellfeder 35 in permanentem
Kontakt stehende Kolben 34 in seinem Kolbenboden einen zentralen Ölzufuhrkanal 44,
der konzentrisch zu dem Ölzufuhrkanal 8 des Kontaktbolzens 6 angeordnet ist. An einem
dem Ölaufnahmeraum 36 zugewandten Ende des Ölzufuhrkanals 44 ist ein Rückschlagventil
45 (= Rücklaufsperrventil) vorgesehen, dessen Kugel bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
mittels einer zusätzlichen Rückschlagventilfeder in den Kugelsitz gedrückt wird. Der
Ölaufnahmeraum 36 ist an einer vom Kolben 34 abgewandten Seite zur Ölabsteuerung an
den Ölkanal 42 angeschlossen. Außerdem weist auch eine Seitenwand des Kolbens 34 eine
Absteueröffnung 46 auf, die bei einer bestimmten Stellung des Kolbens 34 den Ölaufnahmeraum
36 mit dem Ölkanal 38 verbindet.
[0030] Im Folgenden werden die Wirkungsweisen und besondere Vorteile der Motorbremseinrichtung
2 sowie des Ventilspielausgleichsmechanismus näher beschrieben.
[0031] Zunächst wird der Motorbremsbetrieb erläutert. Bei Betätigung der Motorbremseinrichtung
2 wird das Drosselelement im Abgaskanal in Drosselstellung gebracht, wodurch sich
Abgas im Abgaskanal zwischen der Auslassventilöffnung des Zylinders und dem Drosselelement
staut. Dieser Staudruck im Abgaskanal kann eine Zwischenöffnung des Auslassventils
3 bewirken, welche insbesondere am Ende des ersten Motortaktes (= Ansaugtakt) jedes
Vier-Takt-Zyklus der Brennkraftmaschine 1 eintritt. Aufgrund der im Brennraum des
Zylinders und im Abgaskanal herrschenden Druckverhältnisse resultiert eine pneumatische
Kraft F
pn, die der Schließkraft F
Fed der Schließfeder 22 entgegenwirkt und unter bestimmten Umständen das angesprochene
Zwischenöffnen des Auslassventils 3 verursacht.
[0032] Während des Ansaugtakts befindet sich der Kipphebel der Auslassventile 3 und 4 auf
dem Nockengrundkreis der Nockenwelle. Dadurch ist der Kolben 34 der vierten Kolben-Zylinder-Einheit
37 an seinem oberen Totpunkt. Die Absteueröffnung 46 ist verschlossen. Diese Betriebssituation
ist in der Figur gezeigt.
[0033] Beaufschlagt man nun aufgrund der Betätigung der Motorbremse alle Zylinder des Motorzylinderblocks
der Brennkraftmaschine 1 zentral mit dem Öl des Zusatzölkreises, indem ein entsprechend
hoher Öldruck p
Steuer eingestellt wird, wird der Anschlagkolben 12 jeder ersten Kolben-Zylinder-Einheit
11 auf die zugehörige Ventilbrücke 5 gedrückt. Der Steuerdruckraum 27 der Ventil-Zusatzsteuereinheit
19 (= zweite Kolben-Zylinder-Einheit) befüllt sich ebenso mit dem Öl des Zusatzölkreises
wie der vordere Ölaufnahmeraum 31 der dritten Kolben-Zylinder-Einheit 33. Deren Kolben
29 bewegt sich deshalb in seinen unteren Totpunkt, wodurch die Absteueröffnung 41
geöffnet wird. Diese Betriebssituation ist in der Figur gezeigt
[0034] In diesem Betriebszustand wird die aufgrund der Druckverhältnisse im Abgaskanal hervorgerufene
pneumatische Kraft F
pn durch eine hydraulische Kraft F
Hyd unterstützt, die sich aufgrund der Beaufschlagung des Steuerdruckraums 27 mit dem
Öl des Zusatzölkreises einstellt. Darüber hinaus unterstützt die Federkraft F
NFed der Nachstellfeder 26 das Zwischenöffnen. Ist die Summe der Federkraft F
NFed, der pneumatischen Kraft F
pn und der hydraulischen Kraft F
Hyd größer als die Schließkraft F
Fed der Schließfeder 22, erfolgt die Zwischenöffnung des Auslassventils 3.
[0035] Über die Stärke der hydraulischen Kraft F
Hyd kann also regulierend in diesen Prozess eingegriffen werden. Je nach dem im Zusatzölkreis
eingestellten Öldruck p
Steuer öffnet sich das Auslassventil 3 mehr oder weniger weit oder - bei sehr niedrigem
Öldruck p
Steuer im Zusatzölkreis - überhaupt nicht.
[0036] Bei einer Zwischenöffnung des Auslassventils 3, folgt der Steuerkolben 24 aufgrund
der Federkraft der Nachstellfeder 26 der Öffnungsbewegung des Auslassventils 3, wodurch
sich zugleich das Volumen des Steuerdruckraums 27 vergrößert. Es fließt Öl aus dem
Zusatzölkreis in den Steuerdruckraum 27 nach, wodurch die Kraftwirkung der Nachstellfeder
26 unterstützt wird. Da das Öl aufgrund des Rückschlagventils 16 nicht aus dem Steuerdruckraum
27 zurück in den Ölzufuhrkanal 9 des Zusatzölkreises fließen und aufgrund der geschlossenen
Absteueröffnung 46 der vierten Kolben-Zylinder-Einheit 37 auch nicht anderweitig abfließen
kann, wird der Steuerkolben 24 gegen die Schließkraft F
Fed der Schließfeder 22 in Position und somit auch das mechanisch mit dem Steuerkolben
24 gekoppelte Auslassventil 3 in der zwischengeöffneten Stellung gehalten. Der Steuerkolben
24 ist also in der Ventilbrücke 5 hydraulisch geblockt, wenn das Auslassventil 3 nach
der anfangs des zweiten Taktes erfolgten Zwischenöffnung im weiteren Verlauf des zweiten
und dritten Taktes wieder zum Schließen neigt. Das Auslassventil 3 bleibt damit während
des zweiten Taktes (= Kompressionstakt) und des folgenden dritten Taktes (= Expansionstakt)
in der zwischengeöffneten Stellung, wodurch sich die gewünschte Motorbremswirkung
einstellt.
[0037] Wenn am Ende des dritten Taktes der Kipphebel die Ventilbrücke 5 aufgrund der Nockenwellensteuerung
wieder belastet, um das Auslassventil 3 in die während des vierten Taktes vorgesehene
vollständig geöffnete Stellung zu bringen, wird der Kolben 34 der vierten Kolben-Zylinder-Einheit
37 nach unten in Richtung seines unteren Totpunkts gedrückt, so dass sich die Absteueröffnung
46 öffnet. Dann kann das im Steuerdruckraum 27 befindliche Öl über den Ölkanal 38,
die Absteueröffnung 46, den Ölaufnahmeraum 36, den Ölkanal 42, die ohnehin bereits
geöffnete Absteueröffnung 41 der dritten Kolben-Zylinder-Einheit 33, den hinteren
Ölaufnahmeraum 32 und die Ölaustrittsöffnung 40 abfließen. Zugleich bewegt sich die
Ventilbrücke 5 aufgrund der Belastung durch den Kipphebel von dem Anschlagkolben 12
weg, so dass der Kontakt abreißt und sich auch der Ölkanal 28 öffnet. Das in dem Steuerdruckraum
27 befindliche Öl kann also auch durch den Ölkanal 28 in den Bereich des Zylinderdeckels
ausströmen. Damit wird die hydraulische Blockung des Steuerkolbens 24 aufgehoben.
Der Ölabfluss aus dem Steuerdruckraum 27 wird auch dadurch unterstützt, dass der Steuerkolben
24 bei sich wieder schließendem Auslassventil 3 in Richtung seiner eingefahrenen Grundstellung
(= oberer Totpunkt) zurückgedrückt wird.
[0038] Beim Kipphebel-Rückhub wird nach dem erneuten Kontaktschluss zwischen der Ventilbrücke
5 und dem Anschlagkolben 12 außerdem auch der Anschlagkolben 12 in seinen oberen Totpunkt
zurückgedrängt. Das bis dahin im Öldruckraum 15 befindliche Öl kann in dem vorderen
Ölaufnahmeraum 31 der dritten Kolben-Zylinder-Einheit 33 aufgenommen werden. Das Aufnahmevolumen
des vorderen Ölaufnahmeraums 31 der dritten Kolben-Zylinder-Einheit 33 muss zur Aufnahme
des aus dem Öldruckraums 15 abfließenden Öls ausreichend groß dimensioniert werden,
damit sich das aus dem Öldruckraum 15 abfließende Öl nicht aufstaut und zu einer unerwünschten
Bewegung des Steuerkolbens 24 führt. Das Aufnahmevolumen des vorderen Ölaufnahmeraums
31 darf aber ein maximales Aufnahmevolumen nicht überschreiten, damit der Kolben 29
der dritten Kolben-Zylinder-Einheit 33 sicher in seinen unteren Totpunkt gelangt.
Andernfalls ist bei einer nachfolgenden Bewegung des Steuerkolbens 24 zum Zwischenöffnen
des Auslassventils 3 der Steuerdruckraum 27 wegen des noch möglichen Resthubs des
Kolbens 29 elastisch, wodurch das Auslassventil nicht in der zwischengeöffneten Stellung
gehalten werden kann. Am Ende des vierten Taktes (= Ausschubtakt) liegt die Ventilbrücke
5 jedenfalls wieder am Anschlagkolben 12 an und der Kipphebel hat wieder den Nockengrundkreis
erreicht. Ein neuer Bremszyklus kann beginnen.
[0039] Der Anschlagkolben 12 ist vorteilhafterweise (hydraulisch) nachführbar, so dass ein
Anschlagspiel zwischen dem Gegenhalter 10 und der Ventilbrücke 5 automatisch ausgeglichen
wird. Dies ist auch deshalb günstig, da die genaue Lage der Ventilbrücke 5 aufgrund
des durch die vierte Kolben-Zylinder-Einheit 37 bewirkten Ventilspielausgleichs nicht
exakt definiert ist. Aufgrund der automatischen Nachführung des Anschlagkolbens 12
wird dessen Lage der jeweils aktuellen Lage der Ventilbrücke 5 angepasst, so dass
kein Spalt zwischen dem Gegenhalter 10 und der Ventilbrücke 5 bleibt und die Versorgung
der Ventil-Zusatzsteuereinheit 19 mit dem Öl des Zusatzölkreises sicher gestellt ist.
[0040] Der Kolben 34 der vierten Kolben-Zylinder-Einheit 37, der primär für den Ventilspielausgleich
bestimmt ist, erfüllt bei der Brennkraftmaschine 1 weitere Funktionen. Er ist auch
ein Steuerelement für den (EVB-)Motorbremszyklus und ein Durchflusselement für das
abgesteuerte Öl.
[0041] Weiterhin ist die in der Ventilbrücke 5 vorgesehene Bohrungskonfiguration besonders
günstig. Sie ermöglicht insbesondere eine Verwendung des Öls sowohl für die funktionelle
Bewegung, z.B. um das Auslassventil 3 in die zwischengeöffnete Stellung zu bringen
und dort zu halten, als auch zur hydraulischen Steuerung der verschiedenen mechanisch
bewegten Komponenten. So ist es beispielsweise besonders vorteilhaft, wenn die Längsachsen
des Schafts 20, des Steuerkolbens 24, des Steuerdruckraums 27, des Anschlagkolbens
12 und des Öldruckraums 15 sowie die Mittenachsen des Ölkanals 28 und der Durchgangsbohrung
17 miteinander fluchten.
[0042] Im Folgenden wird der normal befeuerte Motorbetrieb erläutert. Dabei ist die Motorbremseinrichtung
2 deaktiviert bzw. ausgeschaltet. Hierzu bleibt zum einen das Drosselelement im Abgaskanal
in geöffneter Stellung und zum anderen wird der Öldruck p
Steuer im Zusatzölkreis - ggf. auch bis auf Null - reduziert. Die Anschlagkolben 12, der
Steuerkolben 24 und der Kolben 29 sind dann am jeweiligen oberen Totpunkt. Der Anschlagkolben
12 wird in diesem Betriebszustand ohne nennenswerten Öldruck p
Steuer aufgrund der Kraftwirkung der Rückstellfeder 13 in seine komplett eingefahrene Stellung
gebracht. In diesem Zustand schlägt der Anschlagkolben 12 nie an der Ventilbrücke
5 an.
[0043] Befindet sich der Kipphebel auf dem Nockengrundkreis der Nockenwelle ist auch der
Kolben 34 der vierten Kolben-Zylinder-Einheit 37 an seinem oberen Totpunkt. Die Absteueröffnung
41 ist verschlossen. Damit kann Öl des Hauptölkreises mittels der Ölzufuhrkanäle 8
und 44 in den Ölaufnahmeraum 36 strömen, von wo aus es nicht mehr entweichen kann,
solange die Absteueröffnung 41 geschlossen bleibt. Von dem unter dem konstanten Öldruck
p
Konstant stehenden Öl des Hauptölkreises strömt eine so große Menge in den Ölaufnahmeraum
36, dass das aktuelle Ventilspiel aufgrund der hydraulisch und durch die Nachstellfeder
35 bedingten Nachführung des Kolbens 34 ausgeglichen ist. Dies erfolgt ebenfalls automatisch.
Hierbei kommt es auf nur sehr geringe Ölmengen an. Deshalb wird bei dem Rückschlagventil
45 die Kugel mittels einer gesonderten Feder in dem Kugelsitz gehalten.
[0044] Die vorstehend im Zusammenhang mit dem Motorbremsbetrieb beschriebene Wirkung der
durch den Öldruck p
Steuer des Zusatzölkreises bewirkten hydraulischen Kraft F
Hyd auf die Zwischenöffnung des Auslassventils 3 kann mit Vorteil sowohl zur Motorbremsung
als auch zur Sicherstellung eines ungestörten normal befeuerten Motorbetriebs verwendet
werden. So kann es insbesondere im Zusammenhang mit den zur Reduzierung der Abgasemission
veranlassten Maßnahmen dazu kommen, dass sich auch während des normal befeuerten Motorbetriebs
im Abgaskanal ein hoher Staudruck ausbildet, so dass das Auslassventil 3 zu einer
Zwischenöffnung tendiert. Dies ist während des normal befeuerten Motorbetriebs unerwünscht
und wird bei der mit der Motorbremseinrichtung 2 ausgestatteten Brennkraftmaschine
1 dadurch unterdrückt, dass der Öldruck p
Steuer im Zusatzölkreis während des normal befeuerten Motorbetriebs stark reduziert oder
sogar komplett abgeschaltet wird. Damit sinkt auch die hydraulische Kraft F
Hyd. Sie liefert dann keinen nennenswerten gegen die Schließkraft F
Fed wirkenden Beitrag. Die Federkraft F
NFed und die pneumatische Kraft F
pn reichen alleine aber nicht aus, um eine geblockte Zwischenöffnung des Auslassventils
3 zu bewirken. Aufgrund des eingestellten niedrigen Öldrucks p
Steuer im Zusatzölkreis wird die hydraulische Ventil-Zusatzsteuereinheit 19 während des
normal befeuerten Motorbetriebs abgeschaltet bzw. deaktiviert.
[0045] Aufgrund des Zusatzölkreises mit dem gezielt einstellbaren Öldruck p
Steuer lässt sich also sowohl während des Motorbremsbetriebs eine fein justierbare Bremskraftwirkung
erreichen als auch während des normal befeuerten Motorbetriebs eine dann unerwünschte
Motorbremswirkung sicher unterdrücken.
[0046] Bei der Brennkraftmaschine 1 entfällt während der Motormontage und auch während des
späteren Betriebs jegliche Einstellung des Ventilspiels und auch des Anschlagspiels
(= EVB-Spiels) zwischen dem Gegenhalter 10 und der Ventilbrücke 5. Der Ausgleich beider
Spiele erfolgt aufgrund der diesbezüglich besonders günstigen Ausgestaltung der Motorbremseinrichtung
2 und des Ventilspielausgleichsmechanismus (= vierte Kolben-Zylinder-Einheit 37) automatisch.
Insbesondere erfolgt auch ein automatischer Ausgleich der thermischen Ausdehnung der
Auslassventile 3 und 4. Da keine Spiele überbrückt werden müssen, können die theoretisch
vorgegebenen Steuerzeitpunkte exakter eingehalten werden. Dies wirkt sich günstig
auf die Abgaswerte aus. Außerdem reduziert der Ausgleich des Ventil-Spiels und des
EVB-Spiels die Geräuschentwicklung der Brennkraftmaschine 1. Es ergeben sich akustische
Vorteile.
[0047] Grundsätzlich können die beschriebenen Ausgleichsmechanismen auch bei den Einlassventilen
eingesetzt werden. Die bei der Brennkraftmaschine 1 verwendeten Komponenten sind keine
Sonderbauteile. So kann z.B. die Ventilbrücke 5 in ihrer Grundbauform auch bei anderen
Brennkraftmaschinen verwendet werden, die nicht mit einer Motorbremseinrichtung ausgestattet
sind. Die Ventilbrücke enthält dann nur die vierte Kolben-Zylinder-Einheit 37 mit
einem Kolben 34 ohne eine Absteueröffnung 46. Die anderen drei Kolben-Zylinder-Einheiten
11, 19 und 33 sind dagegen überflüssig. Sie entfallen.
1. Brennkraftmaschine mit mindestens einem Brennraum, aus dem mittels mindestens eines
Auslassventils (3, 4) Abgas abführbar ist, umfassend
a) eine Motorbremseinrichtung (2) mit einer hydraulischen Ventil-Zusatzsteuereinheit
(19), die in einen das Auslassventil (3) mit einer Nockenwelle verbindenden Verbindungsmechanismus
(5, 6, 7) integriert ist und die das Auslassventil (3) bei betätigter Motorbremseinrichtung
(2) in einer zwischengeöffneten Stellung hält, und
b) einen hydraulischen Ventilspielausgleichsmechanismus (37) für das Auslassventil
(3, 4),
wobei
c) der hydraulische Ventilspielausgleichsmechanismus (37) zur Ölspeisung an einen
Hauptölkreis angeschlossen ist, und
d) die hydraulische Ventil-Zusatzsteuereinheit (19) zur Ölspeisung an einen zusätzlich
zu dem Hauptölkreis vorgesehenen Zusatzölkreis angeschlossen ist.
2. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Öldruck (pSteuer) des Zusatzölkreises steuer- oder regelbar ist.
3. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzölkreis mittels eines Gegenhalters (10) an die Ventil-Zusatzsteuereinheit
(19) angeschlossen ist.
4. Brennkraftmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenhalter (10) einen Ölzuleitungskanal (9, 17) mit einem Rückschlagventil (16)
enthält.
5. Brennkraftmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenhalter (10) als Anschlagelement einen ersten Kolben (12) einer in den Gegenhalter
(10) integrierten ersten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit (11) enthält.
6. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventil-Zusatzsteuereinheit (19) als eine rückschlagventilfreie zweite hydraulische
Kolben-Zylinder-Einheit mit einem zweiten Kolben (24) ausgeführt ist.
7. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventil-Zusatzsteuereinheit (19) mittels einer dritten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit
(33) an den Ventilspielausgleichsmechanismus (37) angeschlossen ist.
8. Brennkraftmaschine nach Anspruch 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein vorderer Ölaufnahmeraum (31) der dritten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit
(33) ein Aufnahmevolumen hat, das mindestens so groß ist wie dasjenige eines Öldruckraums
(15) der ersten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit (11).
9. Brennkraftmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein dritter Kolben (29) der dritten hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit (33) in
einer Seitenwand eine erste Absteueröffnung (41) aufweist.
10. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilspielausgleichsmechanismus als vierte hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit
(37) mit einem vierten Kolben (34), der in einer Seitenwand eine zweite Absteueröffnung
(46) aufweist, ausgeführt ist.