[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Strömungsarbeitsmaschine gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf eine Strömungsarbeitsmaschine mit einem
von einer Nabe und einem Gehäuse begrenzten Hauptströmungspfad, in welchem zumindest
eine Reihe von Schaufeln angeordnet ist, die zu der Nabe oder dem Gehäuse einen Laufspalt
bildet.
[0003] Die aerodynamische Belastbarkeit und die Effizienz von Strömungsarbeitsmaschinen,
beispielsweise Bläsern, Verdichtern, Pumpen und Ventilatoren, wird insbesondere durch
das Wachstum und die Ablösung von Grenzschichten im Rotor- und Statorspitzenbereich
nahe der Gehäuse- beziehungsweise Nabenwand begrenzt. Die führt bei Schaufelreihen
mit Laufspalt bei höherer Belastung zu Rückströmerscheinungen und dem Auftreten von
Instabilität der Maschine.
[0004] Strömungsarbeitsmaschinen nach dem Stand der Technik besitzen entweder keine besonderen
Merkmale zur Abhilfe in diesem Bereich oder es werden als Gegenmaßnahme sogenannte
Casing Treatments eingesetzt, die:
- a.) aus Schlitzen/Öffnungen und Kammern im Gehäuse über dem Rotor bestehen; die Öffnungen
haben dabei stets Rechteck- beziehungsweise Parallelogrammform,
- b.) aus Schlitzen im Gehäuse, die im Wesentlichen in Strömungsrichtung orientiert
sind und eine schlanke Form mit einer in Umfangsrichtung der Maschine betrachtet geringen
Ausdehnung besitzen,
- c.) Umfangsnuten mit rechteckigem oder parallelogrammförmigem Querschnitt.
Dazu gehören bekannte Lösungen, die in folgenden Dokumenten offenbart sind:
[0006] Eine Skizze üblicher Schlitze und Nuten 10 ist in den Fig.1a und Fig.1b gegeben.
[0007] Einfache aus dem Stand der Technik bekannte Konzepte von Casing Treatments in Form
von Schlitzen und/oder Kammern in der Ringkanalwand bieten eine Steigerung der Stabilität
der Strömungsarbeitsmaschine. Diese wird jedoch aufgrund der ungünstig gewählten Anordnung
oder Formgebung nur bei Verlust an Wirkungsgrad erzielt. Die bekannten Lösungen nehmen
teils einen großen Bauraum an der Peripherie des Ringkanals der Strömungsarbeitsmaschine
ein oder sind aufgrund ihrer Form (z. B. einfache parallelogrammförmige Umfangsgehäusenuten)
nur bedingt wirksam und sind auf die Anordnung einer von einem Gehäuse umgebenen Rotorschaufelreihe
begrenzt.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Strömungsarbeitsmaschine
der eingangs genannten Art zu schaffen, welche unter Vermeidung der Nachteile des
Standes der Technik eine wirkungsvolle Grenzschichtbeeinflussung im Schaufelspitzenbereich
aufweist.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination des Hauptanspruchs
gelöst, die Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Erfindungsgemäß wird somit eine optimierte Ausgestaltung der Nut beschrieben, durch
welche sich die Strömungsverhältnisse im Bereich des Schaufelrandes und des Laufspaltes
optimieren lassen.
[0011] Im Einzelnen betrifft die Erfindung einen Abschnitt des Ringkanals einer Strömungsarbeitsmaschine,
im Bereich einer Schaufelreihe mit freiem Ende und Laufspalt, in dem eine im wesentlichen
in Umfangsrichtung der Maschine verlaufende Nut mit strömungsgünstigem Querschnitt
vorgesehen ist, wobei der Nutquerschnitt keine Parallelogrammform besitzt und durch
seine Konturgebung stromaufwärts orientiert ist. Die Anordnung betrifft Anordnungen
mit Laufspalt und Relativbewegung zwischen Schaufelende und Hauptströmungspfadberandung,
sowohl am Gehäuse als auch an der Nabe.
[0012] Die vorliegende Erfindung bezieht sich somit auf Strömungsarbeitsmaschinen wie etwa
Bläser, Verdichter, Pumpen und Ventilatoren, sowohl in axialer, halbaxialer als auch
in radialer Bauart. Das Arbeitsmedium oder Fluid kann gasförmig oder flüssig sein.
[0013] Die Strömungsarbeitsmaschine kann eine oder mehrere Stufen mit jeweils einem Rotor
und einem Stator umfassen, in Einzelfällen wird die Stufe lediglich durch einen Rotor
gebildet.
[0014] Der Rotor besteht aus einer Anzahl von Schaufeln, die mit der rotierenden Welle der
Maschine verbunden sind und Energie an das Arbeitsmedium abgeben: Der Rotor kann mit
oder ohne Deckband am äußeren Schaufelende ausgeführt sein.
[0015] Der Stator besteht aus einer Anzahl feststehender Schaufeln, die nabenseitig wie
gehäuseseitig mit festem oder freiem Schaufelende ausgeführt sein können.
[0016] Die Rotortrommel und die Beschaufelung sind üblicherweise von einem Gehäuse umgeben,
in anderen Fällen, z. B. bei Propellern oder Schiffsschrauben, existiert kein Gehäuse.
[0017] Die Maschine kann auch einen Stator vor dem ersten Rotor, ein sogenanntes Vorleitrad,
aufweisen. Mindestens ein Stator oder Vorleitrad kann -abweichend von der unbeweglichen
Fixierung- drehbar gelagert sein, um den Anstellwinkel zu verändern. Eine Verstellung
erfolgt beispielsweise durch eine von außerhalb des Ringkanals zugängliche Spindel.
[0018] In besonderer Ausgestaltung kann die Strömungsarbeitsmaschine mindestens eine Reihe
verstellbarer Rotoren aufweisen.
[0019] Alternativ kann die erfindungsgemäße Strömungsarbeitsmaschine bei Mehrstufigkeit
zwei gegenläufige Wellen besitzen, so dass die Rotorschaufelreihen von Stufe zu Stufe
die Drehrichtung wechseln. Hierbei existieren keine Statoren zwischen aufeinander
folgenden Rotoren.
[0020] Schließlich kann die Strömungsarbeitsmaschine alternativ eine Nebenstromkonfiguration
derart aufweisen, dass sich der einstromige Ringkanal hinter einer bestimmten Schaufelreihe
in zwei konzentrische Ringkanäle aufteilt, die ihrerseits mindestens jeweils eine
weitere Schaufelreihe beherbergen.
[0021] Fig.2 zeigt Beispiele erfindungsgemäß relevanter Strömungsarbeitsmaschinen.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
den Figuren beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1a:
- eine Skizze des Standes der Technik, Rotorgehäusestrukturierung;
- Fig. 1b:
- eine Skizze des Standes der Technik, Rotorgehäuse, Umfangsnuten;
- Fig. 2:
- Beispiele erfindungsgemäß relevanter Strömungsarbeitsmaschinen;
- Fig. 3:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut, Ansicht im Meridianschnitt;
- Fig. 4a:
- eine erfindungsgemäße Position der Umfangsnut im Meridianschnitt;
- Fig. 4b:
- eine erfindungsgemäße Position der Umfangsnut im Meridianschnitt, Beispiele;
- Fig. 4c:
- eine erfindungsgemäße, günstige Ausführung mit Anstreifbelag;
- Fig. 4d:
- eine erfindungsgemäße, günstige Ausführung mit Anstreifbelag und Ausnehmung am Schaufelende;
- Fig. 5a:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut im Meridianschnitt, Formkenngrößen,
- Fig. 5b:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnutformen im Meridianschnitt;
- Fig. 5c:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen im Meridianschnitt;
- Fig. 5d:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen im Meridianschnitt;
- Fig. 5e:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen im Meridianschnitt;
- Fig. 6a:
- erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 6b:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 6c:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 6d:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 6e:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 6f:
- weitere erfindungsgemäße Umfangsnutformen in der Ansicht Q-Q;
- Fig. 7a:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit Unterbrechung;
- Fig. 7b:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit geformter Unterbrechung;
- Fig. 8a:
- erfindungsgemäße Umfangsnuten mit internem Umlenkmittel, Meridianansicht;
- Fig. 8b:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit internem Umlenkmittel (parallel);
- Fig. 8c:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit internem Umlenkmittel (schräg);
- Fig. 8d:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit internem Umlenkmittel (schräg und konturiert);
- Fig. 8e:
- eine erfindungsgemäße Umfangsnut mit internem Umlenkmittel (schräg und profiliert).
[0023] Die Fig.3 zeigt die erfindungsgemäße Lösung einer Schaufelreihe 5 mit freiem Ende
und Laufspalt 11 sowie einer in Umfangsrichtung verlaufenden Nut 7 im Bereich des
Laufspaltes 11, dargestellt in der durch die Axialrichtung x und die Radialrichtung
r aufgespannten Meridianebene.
[0024] Der Laufspalt 11 trennt die Schaufelspitze von einem zum Hauptströmungspfad gehörenden
Bauteil an der Nabe 3 oder dem Gehäuse 1 der Strömungsarbeitsmaschine.
[0025] Zwischen der Schaufelspitze und dem zum Hauptströmungspfad gehörenden Bauteil liegt
eine rotierende Relativbewegung vor. Die Darstellung gilt somit gleichermaßen für
folgende Anordnungen:
- 1.) rotierende Schaufel an stehendem Gehäuse;
- 2.) ruhende Schaufel an rotierender Nabe;
- 3.) ruhende Schaufel an rotierendem Gehäuse;
- 4.) rotierende Schaufel an stehender Nabe.
[0026] Die Hauptströmungsrichtung ist mit einem dicken Pfeil dargestellt. Stromauf der Schaufelreihe
mit Laufspalt kann sich, wie hier gestrichelt angedeutet ist, eine weitere Schaufelreihe
befinden.
[0027] Der Vorderkantenpunkt der Schaufel 5 am Laufspalt 11 ist mit A bezeichnet und der
Hinterkantenpunkt der Schaufel am Laufspalt ist mit B bezeichnet.
[0028] Die Öffnung 12 der Nut 7 am Rand des Hauptströmungspfades wird durch den Startpunkt
C und den Endpunkt D begrenzt. Von der Nutöffnung 12 aus ist eine in das Gehäuse 1
bzw. in die Nabenkontur eingelassene Ausnehmung vorgesehen, die eine stromaufwärts
gerichtete Neigung besitzt. Die Ausdehnung der Nut 7 in Umfangsrichtung ist erfindungsgemäß
groß gegenüber der Ausdehnung der Nut 7 in Meridionalströmungsrichtung. Die erfindungsgemäße
Nut 7 kann demnach entweder am gesamten Umfang der Maschine oder lediglich an einem
Abschnitt des Umfangs vorgesehen sein.
[0029] Die in dieser Darstellung gewählte Form der erfindungsgemäßen Nut 7 ist exemplarisch
und als stellvertretend für eine Anzahl erfindungsgemäß möglicher Nutformen mit Stromaufwärtsneigung
zu betrachten, die in weiteren Figuren weiter ausgeführt werden.
[0030] Ebenfalls erfindungsgemäß vorteilhaft ist die trivial ableitbare Lösung einer Mehrfachanordnung
erfindungsgemäßer Nuten 7 im Bereich eines Schaufelendes mit Spalt. Eine derartige
Anordnung ist in Fig.3 am Beispiel zweier weiterer (hier gepunktet eingezeichneter)
Nuten 7 aufgezeigt. Der Einfachheit halber ist jedoch in weiteren folgenden Bildern
und Ansichten stets nur eine Nut 7 dargestellt.
[0031] Schließlich enthält die Darstellung noch die Ansicht Q-Q, die in weiteren Darstellungen
erfindungsgemäßer Lösungen Verwendung findet.
[0032] Die Fig.4a zeigt die erfindungsgemäße Nut 7 in vergrößerter Darstellung, wiederum
in der durch die Axialrichtung x und die Radialrichtung r aufgespannten Meridianebene.
Enthalten sind jetzt nur noch die Kontur der Nut 7, der relevante Teil der Hauptströmungspfadberandung
und ein Schaufelende mit Spalt 11. Ebenfalls gezeigt sind die Eckpunkte des Schaufelendes
A und B, sowie der Nutöffnungsstartpunkt C und der Nutöffnungsendpunkt D.
[0033] Die gestrichelte Linie durch die Schaufelspitzeneckpunkte A und B gibt die Referenzrichtung
für weitere kennzeichnende Größen einer erfindungsgemäßen Nut vor. Alle weiteren eingezeichneten
gestrichelten Hilfslinien verlaufen entweder parallel oder senkrecht zur Referenzlinie
A-B. So verläuft eine Parallele zu A-B durch den Nutöffnungsendpunkt D. Außerdem verläuft
jeweils eine Senkrechte zu A-B durch den Nutöffnungsstartpunkt C und durch den außerhalb
des Hauptströmungspfades gelegenen Schwerpunkt der Nutquerschnittsfläche S.
[0034] Der Nutöffnungsmittelpunkt M ist definiert als ein Punkt auf der Hilfslinie durch
den Punkt D, und zwar in Referenzrichtung A-B betrachtet bei halbem Abstand zwischen
den Punkten C und D.
[0035] Erfindungsgemäß weicht der Querschnitt der Nut 7 wesentlich von einer Parallelogrammform
ab und ist aufgrund seiner Konturgebung stromaufwärts geneigt. Dies ist unter anderem
dadurch sichergestellt, dass der Schwerpunkt S der Nutquerschnittsfläche um einen
Betrag d > 0 stromauf des Mittelpunktes M der Nutöffnung vorgesehen ist.
[0036] Die erfindungsgemäße Positionierung der Nut 7 im Bereich des Schaufelendes ist durch
den zwischen den Punkten A und C in der Referenzrichtung A-B gegebenen Abstand VN
in Relation zur meridionalen Sehnenlänge an der Schaufelspitze Lm wie folgt gegeben:
-0,25 < VN / Lm < 0,95. Folglich kann der Nutstartpunkt maximal um 25% der meridionalen
Schaufelsehnenlänge stromauf des Vorderkantenpunktes A und maximal um 95% der meridionalen
Schaufelsehnenlänge stromab des Vorderkantenpunktes A liegen.
[0037] Erfindungsgemäß vorteilhaft ist eine Positionierung gemäß -0,15 < VN / Lm < 0,35.
Erfindungsgemäß besonders günstig ist eine Positionierung gemäß -0,15 < VN / Lm <
0,15.
[0038] Die Fig. 4b zeigt vier Beispiele für erfindungsgemäße Positionierung von Nuten.
[0039] Die Fig. 4c zeigt drei Beispiele für eine erfindungsgemäße Nut 7 für den Fall, dass
in der Hauptströmungspfadberandung im Bereich des Laufspaltes ein Schaufelanstreifbelag
vorgesehen ist. Eine besonders günstige erfindungsgemäße Lösung beinhaltet, dass,
wie dargestellt, der Anstreifbelag nur innerhalb eines Teilabschnitts der Schaufellaufpfadbreite
vorgesehen ist, der Anstreifbelag innerhalb dieses Teilabschnitts eine glatte und
ununterbrochene Oberfläche an der Hauptströmungspfadberandung bildet und eine erfindungsgemäße
Nut den Anstreifbelag nach stromauf und / oder stromab derart begrenzt, dass der Schaufelspitzeneckpunkt
A und / oder der Schaufelspitzeneckpunkt B in einem nicht mit Anstreifbelag überdeckten
Bereich liegen. Dies ist für alle drei Darstellungen der Fig. 4c zutreffend, wobei
die Darstellung oben links eine Nut 7 im Bereich der Schaufelvorderkante, die Darstellung
oben rechts eine Nut 7 im Bereich der Vorder- und Hinterkante, und die Darstellung
unten links eine Nut 7 im Bereich der Vorderkante mit Absatz (hier sogar mit einer
Überlappung von Nutöffnungsstartkante und Schaufelende quer zur Meridianströmungsrichtung)
zeigt.
[0040] Die Fig. 4d zeigt ähnliche erfindungsgemäße Konfigurationen mit Anstreifbelag, wobei
hier der Anstreifbelag an den Übergängen zur Nut 7 an seinen Rändern vollständig vom
Material des die Hauptströmungspfadberandung bildenden Bauteils eingefasst ist. In
diesem Fall ist es erfindungsgemäß günstig, dort, wo das Schaufelende direkt dem Material
des die Hauptströmungspfadberandung bildenden Bauteils gegenüber steht, eine Ausnehmung
am Schaufelende vorzusehen, die ein Anstreifen des Schaufelendes lokal vermeidet.
[0041] Die Fig. 5a zeigt die erfindungsgemäße Nut 7 in vergrößerter Darstellung mit der
Definition ihrer Formkenngrößen, wiederum in der durch die Axialrichtung x und die
Radialrichtung r aufgespannten Meridianebene. Die erfindungsgemäße Nut 7 ist durch
eine Anordnung von sechs Hilfslinien definiert, für die bestimmte Bedingungen gelten.
Die Hilfslinien verlaufen entweder parallel oder senkrecht zur Referenzrichtung A-B:
Die Linie L1 verläuft parallel zu A-B durch den Nutöffnungsendpunkt D.
Die Linie L2 verläuft parallel zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C.
Die Linie L3 verläuft parallel zu L1 tangential entlang der Nutkontur, sodass sie
erfindungsgemäß mindestens einen Punkt G an einem Ort bei maximaler Eindringtiefe
h mit L3 gemeinsam hat.
Die Linie L4 verläuft senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur, sodass sie
erfindungsgemäß mindestens einen Punkt F an einem Ort bei maximaler Stromauf-Überhang
m mit L4 gemeinsam hat.
Die Linie L5 verläuft senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur, sodass sie
erfindungsgemäß mindestens einen Punkt E an einem Ort bei maximalem Stromab-Überhang
n mit L5 gemeinsam hat.
Die Linie L6 verläuft senkrecht zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C und teilt
die Querschnittsfläche der Nut erfindungsgemäß in zwei Teilflächen auf: die stromauf
von L6 befindlichen Fläche AF (dick schraffiert) und die stromab von L6 befindlichen
Fläche AR (dünn schraffiert).
[0042] Der Schwerpunkt der gesamten Nutquerschnittsfläche (AF+AR) ist auch hier als Punkt
S eingezeichnet, ebenso wie der Nutöffnungsmittelpunkt M und der zwischen S und M
vorgesehenen Abstand d.
[0043] Die Abstände k, h, m, n, d haben in der eingezeichneten Pfeilrichtung positives Vorzeichen.
[0044] Für eine erfindungsgemäße Nut gelten schließlich gemeinsam folgende weitere Merkmale:
w / Lm < 0,2
h/w < 10
m / w > 0,1
AF / AR > 0,1
d / w > 0,05
Betrag (k / w) < 2
[0045] Die Fig. 5b zeigt beispielhaft vier erfindungsgemäß mögliche Nutformen in vergrößerter
Darstellung in der durch die Axialrichtung x und die Radialrichtung r aufgespannten
Meridianebene. Zur besseren Orientierung des Betrachters sind die in Fig. 5a beschriebenen
Hilfslinien ebenfalls angedeutet. Auch sind die schraffierten Teilflächen der Nut
in jedem Bildteil enthalten. Es wird hier deutlich, dass innerhalb der oben beschriebenen
erfindungsgemäßen Definition der Nut in der Meridianansicht unterschiedliche Formen,
bestehend aus einer Kombination von geraden und gekrümmten Konturabschnitten, vorgesehen
sein können.
[0046] Dabei ist insbesondere eine wenigstens abschnittweise in Stromauf-Richtung weisende
Neigung der Nutkontur (0° < γ F < 90°) im Bereich der Teilfläche AF vorteilhaft, siehe
Fig. 5b, Bildteil oben links.
[0047] Besonders günstig ist es, wenn der Neigungswinkel der Nutkontur an der Teilfläche
AF wenigstens abschnittweise Werte im Bereich zwischen 15° und 55° annimmt (15°< γ
R < 55°). Dies gilt im Speziellen für die Konturneigung im Nutöffnungsstartpunkt C.
[0048] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Nutkontur an der Teilfläche AF geradlinig
oder konkav (bezogen auf das Innere der Nut) geformt ist.
[0049] Weiterhin ist eine wenigstens abschnittweise in Stromauf-Richtung weisende Neigung
der Nutkontur im Bereich der Teilfläche AR vorteilhaft (0 < γ R < 90°), siehe Fig.
5b, Bildteil unten links.
[0050] Besonders günstig ist es, wenn der Neigungswinkel der Nutkontur an der Teilfläche
AR wenigstens abschnittweise Werte im Bereich zwischen 15° und 55° annimmt (15°< γ
R < 55°). Dies gilt im Speziellen für die Konturneigung im Nutöffnungsendpunkt D.
[0051] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Nutkontur an der Teilfläche AR geradlinig
oder konkav (bezogen auf das Innere der Nut) geformt ist.
[0052] Die Figuren 5c und 5d zeigen beispielhaft jeweils vier weitere erfindungsgemäß mögliche
Nutformen in vergrößerter Darstellung in der Meridianebene. Hier ist die Nutkontur
entweder durch einen reinen Polygonzug oder durch eine Kombination aus Kreisbogen
und Polygonzug gebildet.
[0053] Während die Figuren 5a bis 5c Beispiele für erfindungsgemäße Nuten zeigen, bei denen
der Nutöffnungsstartpunkt C und der Nutöffnungsendpunkt D auf derselben Hilfslinie
liegen (also der Versatz k gleich null ist) zeigt die Fig. 5e Beispiele für Nutkonfigurationen
mit einem erfindungsgemäßen positiven oder negativen Versatz k.
[0054] Die Fig. 6a zeigt zwei erfindungsgemäße Lösungen einer Nut in der Ansicht Q-Q, die
in Fig. 3 eingezeichnet ist. Gezeigt ist ein Blick auf die Oberfläche der Hauptströmungspfadberandung
in der durch die Umfangsrichtung u und die Meridionalrichtung m aufgespannten Ebene.
Dargestellt ist hier nur ein Ausbruch der Hauptströmungspfadberandung, abgewickelt
in die Zeichnungsebene. Die Profile zweier benachbarter Schaufelenden der Schaufelreihe
sind gestrichelt dargestellt. Die Hauptströmung verläuft von links nach rechts, wie
durch den dicken Pfeil angedeutet.
[0055] Der linke Teil der Fig. 6a zeigt eine erfindungsgemäße Nut 7, die exakt in Umfangsrichtung
bei gleichbleibender Nutquerschnittform entlang des gesamten Umfangs der Maschine
in der Hauptströmungspfadberandung vorgesehen ist. Die Linien, die durch die Nutöffnungsstartpunkte
C und Nutöffnungsendpunkte D gebildet werden sind entsprechend mit LC und LD gekennzeichnet.
Die verdeckte Kante, die sich als Verbindung aller Nutfrontpunkte F ergibt, ist mit
LF bezeichnet und gepunktet eingezeichnet. Der parallele, entlang des gesamten Umfangs
vorgesehene Verlauf der drei Linien LF, LC und LD stellt die einfachste Variante der
erfindungsgemäßen Lösung dar. Der Abstand zweier benachbarter Schaufeln, die sogenannte
Schaufelteilung, hat, wie ebenfalls im Bild gekennzeichnet, direkt am Spalt den Betrag
t.
[0056] Der rechte Teil der Fig. 6a zeigt eine erfindungsgemäße Nut 7 in Form einer Umfangsnut
13, die zwar im Wesentlichen in Umfangsrichtung und bei gleichbleibender Nutquerschnittform
entlang des gesamten Umfangs der Maschine in der Hauptströmungspfadberandung vorgesehen
ist, aber erfindungsgemäß eine in Umfangsrichtung variierende Position der Nut relativ
zum Schaufelende in Meridionalrichtung m aufweist. Besonders günstig sind mit einer
bestimmten Periode f wiederkehrende Verläufe der Nut. Der Verlauf der Nut kann wie
hier einer Sinusform ähnelnd schwingend beschaffen sein.
[0057] Wie der linke Teil der Fig. 6b zeigt, kann es weiterhin erfindungsgemäß günstig sein,
nur eine oder zwei der drei Linien LF, LC und LD schwingend verlaufen zu lassen,
wobei dann auch die Querschnittsform der Nut (in den erfindungsgemäßen Grenzen) entlang
des Umfangs variiert. Erfindungsgemäß kann es strömungstechnisch, konstruktiv oder
fertigungstechnisch vorteilhaft sein, mindestens eine der drei Linien LF, LC und LD
polygonzugartig beziehungsweise gezackt verlaufen zu lassen, siehe rechte Seite der
Fig. 6b. Wie bei den bislang beschriebenen erfindungsgemäßen Nuten ist auch hier ein
periodisches Wiederkehren eines Nutabschnitts, und insbesondere ein mit ganzem Teiler
oder ganzem Vielfachen der Schaufelteilung t periodisches Wiederkehren eines Nutabschnitts,
von Vorteil.
[0058] Ebenfalls erfindungsgemäß ist ein Verlauf der Nut, die in Umfangsrichtung unterbrochen
ist.
[0059] Die Fig. 6c zeigt erfindungsgemäße Beispiele für einen unterbrochenen sowie einen
unterbrochen und versetzten Verlauf der Nut, wobei die Ränder der Unterbrechung im
Wesentlichen in Meridionalrichtung m ausgerichtet sind. Die dargestellten Konfigurationen
erfüllen erfindungsgemäß die Bedingung, dass die Umfangsersteckung e einer einzelnen
Nut deutlich größer ist, als die (möglicherweise in Umfangsrichtung variierende) Weite
w der Nutöffnung, und sich auf diese Weise eine in Umfangsrichtung schlanke Formation
der Nut vorgesehen ist. Besonders günstig ist dabei, wenn die Nutlänge e mindestens
die Größe der Schaufelteilung t aufweist (e/t größer gleich 1).
[0060] Auch Nuten mit veränderlichem (schrägem, gekrümmtem oder schwingendem) Verlauf der
Linien LF, LC und/oder LD sind erfindungsgemäß. Zwei Beispiele hierfür sind in Fig.
6d gezeigt.
[0061] Die Fig. 6e zeigt zwei weitere Beispiele für den entlang des Umfangs in Meridianrichtung
variierenden Verlauf einer unterbrochenen Nut.
[0062] Die Fig. 6f zeigt schließlich erfindungsgemäße Ausführungen der Nut, bei der die
zwei Ränder der Nutunterbrechung zum einen unterschiedlich und zum anderen schräg
zur Meridionalrichtung ausgerichtet sind.
[0063] Die Fig. 7a zeigt eine erfindungsgemäße Nut mit Unterbrechung in unterschiedlichen
Ansichten. Rechts oben im Bild ist die Nut in der Meridianebene dargestellt, in der
die Ansicht Z-Z und der Schnitt X-X markiert sind. Die Ansicht Z-Z schneidet die Schaufel
in der Nähe des Spaltes und bietet einen Blick auf die Oberfläche der Hauptströmungspfadberandung
und die Nutöffnung. Nicht sichtbare Kanten sind gepunktet eingezeichnet. Die hier
dargestellte erfindungsgemäße Lösung mit Nutunterbrechung umfasst eine Neigung der
unterbrechenden Wandung in Umfangsrichtung auf. Dies ist besonders im Schnitt X-X
(siehe Fig. 7a, unten rechts) zu erkennen. Der Schnitt X-X zeigt den Fall einer in
dieser Ansicht konkav gekrümmten Hauptströmungspfadberandung (Gehäuse), die vorliegende
relative Bewegungsrichtung des Schaufelendes ist mit einem Pfeil gekennzeichnet. Selbstverständlich
sind die gezeigten Merkmale der Nutunterbrechung ebenso für den hier nicht dargestellten
Fall einer konvex gekrümmten Hauptströmungspfadberandung (Nabe) erfindungsgemäß. Die
Unterbrechungswand kann in vorteilhafter Ausführung, wie hier dargestellt, derart
in Umfangsrichtung geneigt sein, dass ausgehend vom Hauptströmungspfad ein schräges
Zulaufen auf den Boden der Nut in Richtung der Relativbewegung des Schaufelendes gegeben
ist. Eine in Laufrichtung der Schaufel verlaufende Strömung kann auf diese Weise ungestörter
in die Nut eintreten. Erfindungsgemäß besonders vorteilhaft sind Neigungswinkel am
Hauptströmungspfad von δ1 größer 45°.
[0064] Die Fig. 7b zeigt in äquivalenter Darstellung zu Fig. 7a eine weitere vorteilhafte
Gestaltung der Nutunterbrechung. Die beiden Seiten der Nutunterbrechung besitzen eine
besonders konturierte Form, die zur Folge hat, dass die Nutunterbrechung im Schnitt
X-X deutlich von einer einfachen stegartigen Form abweicht, derart, dass die in (relative)
Laufrichtung des Schaufelendes weisende Seite der Unterbrechung sich flach und gegebenenfalls
geschwungen bei Einhaltung von Werten δ1>45° dem Boden der Nut annähert, und die gegen
die (relative) Laufrichtung des Schaufelendes weisende Seite der Unterbrechung sich
vom Hauptströmungspfad aus zunächst steil und dann ausrundend dem Boden der Nut annähert.
Dabei sind Werte des Neigungswinkels am Hauptströmungspfad von δ2 zwischen 25° und
-25° besonders günstig.
[0065] Die Fig. 8a zeigt neun Beispiele erfindungsgemäß möglicher Konfigurationen von Nuten
mit internem Umlenkmittel, dargestellt in der Meridianansicht. Das interne Umlenkmittel
stellt erfindungsgemäß zunächst ein Hindernis innerhalb der Nut dar, das einen in
Umfangsrichtung ungestörten und kontinuierlichen Strömungsverlauf in einem Teil des
Nutquerschnitts unterbricht und durch seine Formgebung eine Um- oder Ablenkung der
Strömung bewirkt. Die freie Kante des internen Umlenkmittels ist erfindungsgemäß entweder
vollständig innerhalb der Nut angeordnet (d.h., sie tritt nicht über eine geradlinige
Verbindung der Start- und Endpunkte der Nutöffnung C und D in Richtung der Hauptströmung
hinaus) oder sie tangiert die geradlinige Verbindung zwischen den Punkten C und D
in einem Teil ihres Verlaufes.
[0066] Die Fig. 8b zeigt eine detailliertere Darstellung einer erfindungsgemäßen Nut mit
internem Umlenkmittel in drei Ansichten. Rechts oben findet sich die Meridianansicht,
die die Nut im Querschnitt zeigt. Innerhalb der Nut ist zwischen Nutboden und etwa
halber Nuttiefe ein Umlenkmittel vorgesehen, dessen freie Kante hier parallel zur
Hilfslinie durch den Punkt D verläuft. Die Ansicht Z-Z oben links in Fig. 8b zeigt
den Verlauf der Nut entlang eines Teils des Umfangs sowie das Umlenkmittel innerhalb
der Nut, von dem die hintere Hälfte sichtbar, die vordere Hälfte verdeckt ist (gepunktete
Linien). Wie der Schnitt X-X zeigt, besteht das Umlenkmittel hier aus einem einfachen,
in Umfangsrichtung geneigten Steg. Selbstverständlich sind auch noch einfachere Stege
ohne Neigung erfindungsgemäß.
[0067] Die Fig. 8c zeigt eine erfindungsgemäße Nut mit internem Umlenkmittel, das vom Nutöffnungsstartpunkt
C beginnend schräg und mit gekrümmtem Verlauf der freien Kante im stromauf gelegenen
Teil der Nut vorgesehen ist. Wie Ansicht Z-Z und der Schnitt X-X verdeutlichen, handelt
es sich auch hier um einen geneigten Steg. Wie in Fig. 8b wird auch hier beispielhaft
eine vollständig runde Nutform ohne Versatz zwischen den Punkten C und D (k=0) betrachtet.
[0068] Die Fig. 8d zeigt eine erfindungsgemäße Nut mit internem Umlenkmittel, das in der
Meridianansicht dem in Fig. 8c dargestellten gleicht. Allerdings ist hier nun, wie
die Ansicht Z-Z und der Schnitt X-X zeigen, eine Konturierung des Umlenkmittels vorgesehen.
[0069] Die Fig. 8e zeigt schließlich eine erfindungsgemäße Nut mit internem Umlenkmittel,
das in der Meridianansicht dem in Fig. 8c dargestellten ähnelt. Allerdings ist hier
beispielhaft eine Nutkonfiguration mit Versatz (k<0) dargestellt. Wie die Ansicht
Z-Z und der Schnitt X-X zeigen, ist hier zur besseren Strömungsführung/-umlenkung
eine Profilierung und Krümmung des Umlenkmittels vorgesehen.
Die Erfindung kann auch wie folgt beschrieben werden:
[0070] Strömungsarbeitsmaschine mit einem von einer Nabe und einem Gehäuse berandeten Hauptströmungspfad,
in welchem mindestens eine Reihe von Schaufeln angeordnet ist, wobei an mindestens
einer Schaufelreihe zwischen einem Schaufelende und einer Hauptströmungspfadberandung
ein Spalt vorgesehen ist,
wobei das Schaufelende und die Hauptströmungspfadberandung eine rotierende Relativbewegung
zueinander ausführen und im Bereich des Spaltes in der Hauptströmungspfadberandung
mindestens eine im wesentlichen in Umfangsrichtung der Maschine verlaufende Nut mit
strömungsgünstigem Querschnitt entlang mindestens eines Teils des Umfangs vorgesehen
ist, wobei die Ausdehnung der Nut in Umfangsrichtung groß gegenüber der Ausdehnung
der Nut in Meridionalströmungsrichtung ist, und wobei die Querschnittsfläche der Nut
in der Meridianansicht der Strömungsarbeitsmaschine betrachtet wesentlich von einer
Parallelogrammform abweicht und aufgrund ihrer Konturgebung stromaufwärts geneigt
ist, wobei der Schwerpunkt des Nutquerschnittsfläche stromauf des Mittelpunktes der
Nutöffnung am Hauptströmungspfad vorgesehen ist,
wobei die Position der mindestens einen Nut, beschrieben durch den Abstand VN zwischen
dem Schaufelvorderkanteneckpunkt A und dem Nutöffnungsstartpunkt C, durch die Bedingung
-0,25 < VN / Lm < 0,95 gegeben ist, wobei Lm die meridionale Sehnenlänge am Schaufelende
am Spalt ist,
wobei die Position der mindestens einen Nut relativ zur Schaufelvorderkante wie folgt
festgelegt ist: -0,15 < VN / Lm < 0,35,
wobei die Position der mindestens einen Nut relativ zur Schaufelvorderkante wie folgt
festgelegt ist: -0,15 < VN / Lm < 0,15,
wobei die mindestens eine Nut eine stark stromauf geneigte Gestalt besitzt, deren
Kenngrößen in der durch die Axialrichtung x und die Radialrichtung r aufgespannten
Meridianebene durch ein Netz von sechs Hilfslinien definiert sind, wobei
- a.) alle Hilfslinien parallel oder senkrecht zur Referenzrichtung A-B entlang des
Schaufelendes verlaufen,
- b.) eine Linie L1 parallel zu A-B durch den Nutöffnungsendpunkt D verläuft,
- c.) eine Linie L2 parallel zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C verläuft,
- d.) eine Linie L3 parallel zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie mindestens einen Punkt G an einem Ort bei maximaler Nuteindringtiefe h mit L3
gemeinsam hat,
- e.) eine Linie L4 senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie mindestens einen Punkt F an einem Ort bei maximalem Nut-Stromauf-Überhang m mit
L4 gemeinsam hat,
- f.) eine Linie L5 senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie erfindungsgemäß mindestens einen Punkt E an einem Ort bei maximalem Nut-Stromab-Überhang
n mit L5 gemeinsam hat,
- g.) eine Linie L6 senkrecht zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C verläuft und die
Querschnittsfläche der Nut in die stromauf von L6 befindlichen Fläche AF und die stromab
von L6 befindlichen Fläche AR aufteilt,
- h.) der Schwerpunkt S der Nutquerschnittsgesamtfläche und der Nutöffnungsmittelpunkt
M einen Abstand d aufweisen,
- i.) zwischen den Randpunkten C und D der Nutöffnung eine Nutöffnungsweite w gegeben
ist,
- j.) zwischen den Hilfslinien L1 und L2 ein Versatz k vorgesehen ist,
- k.) die Schaufel an ihrem Ende eine meridionale Sehnenlänge Lm besitzt, und wobei
Kenngrößen der Nut in folgender Weise festgelegt sind:
w / Lm < 0,2 und h / w < 10 und d / w > 0,05 und m / w > 0,1, und
AF / AR > 0,1 und Betrag von (k / w) < 2,
wobei im Bereich der Fläche AR im Abschnitt zwischen dem Nutöffnungsendpunkt D und
dem Punkt G bei maximaler Nuteindringtiefe der Neigungswinkel der Nutkontur γR ausschließlich Werte zwischen 0° und 90° annimmt,
wobei im Bereich der Fläche AR in mindestens einem Teil des Abschnitts zwischen dem
Nutöffnungsendpunkt D und dem Punkt G bei maximaler Nuteindringtiefe die Nutkontur
linear oder konkav (bezogen auf das Innere der Nut) beschaffen ist,
wobei der Neigungswinkel der Nutkontur γR am Nutöffnungsendpunkt D Werte zwischen 15° und 55° annimmt,
wobei im Bereich der Fläche AF im Abschnitt zwischen dem Nutöffnungsstartpunkt C und
dem Punkt F bei maximaler Stromaufausdehnung der Neigungswinkel der Nutkontur γF ausschließlich Werte zwischen 0° und 90° annimmt,
wobei im Bereich der Fläche AF in mindestens einem Teil des Abschnitts zwischen dem
Nutöffnungsstartpunkt C und dem Punkt F bei maximaler Stromaufausdehnung die Nutkontur
linear oder konkav (bezogen auf das Innere der Nut) beschaffen ist,
wobei der Neigungswinkel der Nutkontur γF am Nutöffnungsstartpunkt C Werte zwischen 15° und 55° annimmt,
wobei gemeinsam mit der mindestens einen Nut ein Schaufelanstreifbelag als Hauptströmungspfadberandung
im Bereich des Laufspaltes vorgesehen ist, wobei der Anstreifbelag nur innerhalb eines
Abschnitts der meridionalen Erstreckung des Schaufellaufpfades beziehungsweise Laufspaltes
vorgesehen ist, und der Anstreifbelag nach stromauf und / oder stromab von einer Nut
derart begrenzt wird, dass mindestens einer der Schaufelkantenpunkte A und B in einem
nicht mit Anstreifbelag überdeckten Abschnitt liegen,
wobei der Anstreifbelag an seinem Übergang zu mindestens einer Nut eine vollständig
vom Material des die Hauptströmungspfadberandung bildenden Bauteils eingefassten Rand
aufweist, und an mindestens einer Stelle, an der das Schaufelende direkt dem Material
des den Anstreifbelag umrandenden Bauteils gegenüber steht, eine Ausnehmung am Schaufelende
vorgesehen ist, die lokal ein Anstreifen des Schaufelendes vermeidet,
wobei die Signaturlinien mindestens einer Nut, d. h. die Frontlinie LF, die Nutöffnungsstartlinie
LC und die Nutöffnungsendlinie LD, exakt in Umfangsrichtung entlang der Hauptströmungspfadberandung
verlaufen,
wobei mindestens eine Signaturlinie mindestens einer Nut (Frontlinie LF, Nutöffnungsstartlinie
LC, Nutöffnungsendlinie LD) einen entlang des Umfangs in meridionaler Richtung variierenden
Verlauf aufweist,
wobei der entlang des Umfangs in meridionaler Richtung variierende Verlauf der mindestens
einen Signaturlinie mindestens einer Nut eine Periodizität aufweist,
wobei die im Meridianschnitt betrachtete Querschnittsform mindestens einer Nut entlang
des Umfangs variiert,
wobei der Verlauf mindestens einer Nut entlang des Umfangs mindestens einmal vollständig
unterbrochen ist,
wobei benachbarte Enden mindestens einer Nut im Bereich der Unterbrechung in meridionaler
Richtung versetzt angeordnet sind,
wobei die Tiefe h mindestens einer Nut in Richtung der Relativbewegung des betreffenden
Schaufelendes kontinuierlich wenigstens über einen Abschnitt ihres Verlaufes zunimmt,
wobei innerhalb mindestens einer Nut mindestens ein Umlenkmittel vorgesehen ist, das
für eine nutinterne Strömung ein örtliches Hindernis darstellt und so beschaffen ist,
dass eine Richtungsänderung der Strömung erreicht wird, wobei das mindestens eine
Umlenkmittel von der Hauptströmungspfadberandung zurückgesetzt angeordnet ist, derart,
dass eine freie Kante des Umlenkmittels höchstens die geradlinige Verbindung der Nutöffnungspunkte
C und D in einem Teil ihres Verlaufes tangierend erreicht,
wobei ein nutinternes Umlenkmittel vorgesehen ist, das im Bereich seiner freien Kante
zur besseren Strömungsführung eine Wölbung und/oder Profilierung aufweist.
Bezugszeichenliste
[0071]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Ringkanal / Hauptströmungspfad
- 3
- Rotortrommel (Nabe)
- 4
- Maschinenachse
- 5
- Schaufel / Schaufelreihe
- 6
- Naben- oder Gehäusebaugruppe
- 7
- Ringnut / Nut (stromauf orientiert)
- 8
- Schaufelreihe mit freiem Ende und Laufspalt
- 9
- stromaufliegende Schaufelreihe (Optional)
- 10
- Schlitz / Nut
- 11
- Spalt / Laufspalt
- 12
- Nutöffnung
- 13
- Umfangsnut
1. Strömungsarbeitsmaschine mit einem von einer Nabe (3) und einem Gehäuse (1) berandeten
Hauptströmungspfad (2), in welchem mindestens eine Reihe von Schaufeln (5) angeordnet
ist, wobei an mindestens einer Schaufelreihe (5) zwischen einem Schaufelende und einer
Hauptströmungspfadberandung ein Spalt (11) vorgesehen ist, wobei das Schaufelende
und die Hauptströmungspfadberandung eine rotierende Relativbewegung zueinander ausführen
und im Bereich des Spaltes (11) in der Hauptströmungspfadberandung mindestens eine
im wesentlichen in Umfangsrichtung der Maschine verlaufende Nut (7) entlang mindestens
eines Teils des Umfangs vorgesehen ist, wobei die Ausdehnung der Nut (7) in Umfangsrichtung
groß gegenüber der Ausdehnung der Nut (7) in Meridionalströmungsrichtung ist, und
wobei die Querschnittsfläche der Nut (7) in der Meridianansicht der Strömungsarbeitsmaschine
betrachtet wesentlich von einer Parallelogrammform abweicht und aufgrund seiner Konturgebung
stromaufwärts geneigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwerpunkt der Nutquerschnittsfläche stromauf des Mittelpunktes der Nutöffnung
(12) am Hauptströmungspfad vorgesehen ist.
2. Strömungsarbeitsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der mindestens einen Nut (7), beschrieben durch den Abstand VN zwischen
dem Schaufelvorderkanteneckpunkt A und dem Nutöffnungsstartpunkt C, durch die Bedingung
-0,25 < VN / Lm < 0,95 gegeben ist, wobei Lm die meridionale Sehnenlänge am Schaufelende
am Spalt (11) ist, und/oder dass die Position der mindestens einen Nut (7) relativ
zur Schaufelvorderkante wie folgt festgelegt ist: -0,15 < VN / Lm < 0,35, und/oder,
dass die Position der mindestens einen Nut (7) relativ zur Schaufelvorderkante wie
folgt festgelegt ist: -0,15 < VN / Lm < 0,15.
3. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Nut (7) eine stark stromauf geneigte Form aufweist, deren Kenngrößen
in der durch die Axialrichtung x und die Radialrichtung r aufgespannten Meridianebene
durch ein Netz von sechs Hilfslinien definiert sind, wobei
a.) alle Hilfslinien parallel oder senkrecht zur Referenzrichtung A-B entlang des
Schaufelendes verlaufen,
b.) eine Linie L1 parallel zu A-B durch den Nutöffnungsendpunkt D verläuft,
c.) eine Linie L2 parallel zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C verläuft,
d.) eine Linie L3 parallel zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie mindestens einen Punkt G an einem Ort bei maximaler Nuteindringtiefe h mit L3
gemeinsam hat,
e.) eine Linie L4 senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie mindestens einen Punkt F an einem Ort bei maximalem Nut-Stromauf-Überhang m mit
L4 gemeinsam hat,
f.) eine Linie L5 senkrecht zu L1 tangential entlang der Nutkontur verläuft, sodass
sie erfindungsgemäß mindestens einen Punkt E an einem Ort bei maximalem Nut-Stromab-Überhang
n mit L5 gemeinsam hat,
g.) eine Linie L6 senkrecht zu L1 durch den Nutöffnungsstartpunkt C verläuft und die
Querschnittsfläche der Nut in die stromauf von L6 befindlichen Fläche AF und die stromab
von L6 befindlichen Fläche AR aufteilt,
h.) der Schwerpunkt S der Nutquerschnittsgesamtfläche und der Nutöffnungsmittelpunkt
M einen Abstand d aufweisen,
i.) zwischen den Randpunkten C und D der Nutöffnung eine Nutöffnungsweite w gegeben
ist,
j.) zwischen den Hilfslinien L1 und L2 ein Versatz k vorgesehen ist,
k.) die Schaufel an ihrem Ende eine meridionale Sehnenlänge Lm besitzt und wobei Kenngrößen
der Nut in folgender Weise festgelegt sind:
w / Lm < 0,2 und h / w < 10 und d / w > 0,05 und m / w > 0,1 und
AF / AR > 0,1 und Betrag von (k / w) < 2.
4. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Fläche AR im Abschnitt zwischen dem Nutöffnungsendpunkt D und dem
Punkt G bei maximaler Nuteindringtiefe der Neigungswinkel der Nutkontur γR ausschließlich Werte zwischen 0° und 90° annimmt, und vorzugsweise im Bereich der
Fläche AR in mindestens einem Teil des Abschnitts zwischen dem Nutöffnungsendpunkt
D und dem Punkt G bei maximaler Nuteindringtiefe die Nutkontur linear oder konkav
(bezogen auf das Innere der Nut) beschaffen ist, und/oder der Neigungswinkel der Nutkontur
γR am Nutöffnungsendpunkt D Werte zwischen 15° und 55° annimmt.
5. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Fläche AF im Abschnitt zwischen dem Nutöffnungsstartpunkt C und dem
Punkt F bei maximaler Stromaufausdehnung der Neigungswinkel der Nutkontur γF ausschließlich Werte zwischen 0° und 90° annimmt, und vorzugsweise im Bereich der
Fläche AF in mindestens einem Teil des Abschnitts zwischen dem Nutöffnungsstartpunkt
C und dem Punkt F bei maximaler Stromaufausdehnung die Nutkontur linear oder konkav
(bezogen auf das Innere der Nut) beschaffen ist, und/oder der Neigungswinkel der Nutkontur
γF am Nutöffnungsstartpunkt C Werte zwischen 15° und 55° annimmt.
6. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass gemeinsam mit der mindestens einen Nut (7) ein Schaufelanstreifbelag als Hauptströmungspfadberandung
im Bereich des Laufspaltes (11) vorgesehen ist, wobei der Anstreifbelag nur innerhalb
eines Abschnitts der meridionalen Erstreckung des Schaufellaufpfades beziehungsweise
Laufspaltes (11) vorgesehen ist, und der Anstreifbelag nach stromauf und / oder stromab
von einer Nut (7) derart begrenzt wird, dass mindestens einer der Schaufelkantenpunkte
A und B in einem nicht mit Anstreifbelag überdeckten Abschnitt liegen, und vorzugsweise
der Anstreifbelag an seinem Übergang zu mindestens einer Nut (7) eine vollständig
vom Material des die Hauptströmungspfadberandung bildenden Bauteils eingefassten Rand
aufweist, und an mindestens einer Stelle, an der das Schaufelende direkt dem Material
des den Anstreifbelag umrandenden Bauteils gegenüber steht, eine Ausnehmung am Schaufelende
vorgesehen ist, die lokal ein Anstreifen des Schaufelendes vermeidet.
7. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Signaturlinien mindestens einer Nut, d. h. die Frontlinie LF, die Nutöffnungsstartlinie
LC und die Nutöffnungsendlinie LD, exakt in Umfangsrichtung entlang der Hauptströmungspfadberandung
verlaufen, und/oder mindestens eine Signaturlinie mindestens einer Nut (Frontlinie
LF, Nutöffnungsstartlinie LC, Nutöffnungsendlinie LD) einen entlang des Umfangs in
meridionaler Richtung variierenden Verlauf aufweist, wobei vorzugsweise der entlang
des Umfangs in meridionaler Richtung variierende Verlauf der mindestens einen Signaturlinie
mindestens einer Nut (7) eine Periodizität aufweist.
8. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die im Meridianschnitt betrachtete Querschnittsform mindestens einer Nut (7) entlang
des Umfangs variiert und/oder der Verlauf mindestens einer Nut entlang des Umfangs
mindestens einmal vollständig unterbrochen ist, wobei vorzugsweise die Tiefe h mindestens
einer Nut (7) in Richtung der Relativbewegung des betreffenden Schaufelendes kontinuierlich
wenigstens über einen Abschnitt ihres Verlaufes zunimmt, und/oder benachbarte Enden
mindestens einer Nut (7) im Bereich der Unterbrechung in meridionaler Richtung versetzt
angeordnet sind, wobei vorzugsweise die Tiefe h mindestens einer Nut (7) in Richtung
der Relativbewegung des betreffenden Schaufelendes kontinuierlich wenigstens über
einen Abschnitt ihres Verlaufes zunimmt.
9. Strömungsarbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb mindestens einer Nut (7) mindestens ein Umlenkmittel vorgesehen ist, das
für eine nutinterne Strömung ein örtliches Hindernis darstellt und so beschaffen ist,
dass eine Richtungsänderung der Strömung erreicht wird, wobei das mindestens eine
Umlenkmittel von der Hauptströmungspfadberandung zurückgesetzt angeordnet ist, derart,
dass eine freie Kante des Umlenkmittels höchstens die geradlinige Verbindung der Nutöffnungspunkte
C und D in einem Teil ihres Verlaufes tangierend erreicht, wobei vorzugsweise ein
nutinternes Umlenkmittel vorgesehen ist, das im Bereich seiner freien Kante zur besseren
Strömungsführung eine Wölbung und/oder Profilierung aufweist.