[0001] Die vorliegende Erfindung umfasst ein Verfahren zur Isolierung von Ölen und/oder
Fetten aus Zellen und Biomasse sowie gemäss diesem Verfahren erhältliche Öle, Fette
und Ölmischungen.
[0002] Biologisch in Zellen erzeugte Produkte müssen oft aufwendig isoliert werden. Hierzu
ist es nötig, die Zellen zu zerstören. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise
geschehen. Im Stand der Technik beschriebene Methoden des Zellaufschlusses sind z.B.
chemische oder biologische Behandlung, Einwirken von osmotischem Druck, Gefrieren
und Auftauen, Ultraschall,. Gefrierdispersion, Pressen, Nassvermahlung in Rührwerkskugelmühlen
oder Hochdruckhomogenisation (
S. Schultz et al., Hochdruckhomogenisation als ein Verfahren zur Emulsionsherstellung,
Chem. Ing. Tech. 2002, 74 (7), 901-909).
[0003] Bei der Hochdruckhomogenisation wird das aufzuschliessende Fluid mit hohem Druck
durch einen engen Spalt gepresst. Durch die geringe Spalthöhe werden nach dem Gesetz
von Bernoulli eine sehr hohe Geschwindigkeit und ein sehr niedriger Druck erreicht.
Durch die sich schlagartig aufbauende hohe Energiedichte, den Druckabfall und der
daraus resultierenden Kavitation kommt es zu einer Beschädigung der Zellmembran.
[0004] Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass sie neben der erwünschten Zerstörung
der Zellmembranen auch zu einer unerwünschten Stabilisierung der entstehenden Emulsion
aufgrund der feinen Verteilung von Öltröpfchen in der kontinuierlichen wässrigen Phase
führt. Zudem enthält die homogenisierte Brühe fein verteilte Zellbestandteile, weswegen
man auch von einer Suspo-Emulsion spricht. Die Zellbestandteile können dabei zusätzlich
einen stabilisierenden Effekt auf die Emulsion ausüben. Weiterhin wird eine Emulsion
durch wasserlösliche Salze von Fettsäuren oder Proteinen stabilisiert, welche beide
in der Fermentationsbrühe zu erwarten sind.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren bereitzustellen, welches
die Isolation von Ölen, bevorzugt mehrfach ungesättigte Fettsäuren (engl: polyunsaturated
fatty acids (PUFAs)) enthaltender Öle, aus Zellen oder Biomasse in einer höheren Ausbeute
und mit besserer Qualität als mit aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemässe Verfahren gelöst, welches dadurch
gekennzeichnet ist, dass die mittels Hochdruckhomogenisation erzeugte Suspo-Emulsion
demulgiert wird.
[0007] Dabei kann die erfindungsgemässe Demulgation mechanisch, physikalisch, (elektro-)chemisch
oder durch beliebige Kombination dieser Demulgationsmethoden erfolgen.
[0008] Die mechanische Demulgation erfolgt bevorzugt mittels Zentrifugation, Sedimentation,
Flotation, Ultra-Filtration mit Kapillar-Membranen oder anderen Membranen.
[0009] Die mechanische Demulgation erfolgt bevorzugt in einem Temperaturbereich von 0-100°C.
[0010] Die physikalische Demulgation erfolgt bevorzugt mittels Physisorbtion oder Extraktion
der erhaltenen Suspo-Emulsion mit einem oder mehreren linearen, zyklischen oder aromatischen
Kohlenwasserstoffen, wie z.B. Propan, Hexan, Cyclohexan oder Toluol.
[0011] Ein besonders bevorzugtes Lösemittel ist Hexan.
[0012] Die physikalische Demulgation erfolgt bevorzugt in einem Temperaturbereich von 0-100°C.
[0013] Die elektrochemische Demulgation erfolgt bevorzugt mittels Elektrokoagulation oder
Elektrophorese. Die chemische Demulgation erfolgt bevorzugt mittels Chemisorption,
Elektrolytzugabe oder eines oberflächenaktiven Hilfsstoffes.
[0014] Bevorzugt ist die chemische Demulgation mittels eines Tensids, besonders bevorzugt
mit einem Fettalkoholethoxylat, insbesondere mit Triethylenglycolmonodecylether.
[0015] Das erfindungsgemässe Tensid wird in einer Konzentration von bis zu 25 g/l, bevorzugt
von 10-20 g/l und besonders bevorzugt von 20 g/l eingesetzt.
[0016] Die chemische Demulgation erfolgt bevorzugt in einem Temperaturbereich von 0-100°C.
[0017] Die Erfindung umfasst des Weiteren Öle erhältlich gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthalten diese Öle omega-3 und/oder omega-6
Fettsäuren wie z.B. Docosahexaensäure (DHA), Docosapentaensäure (DPA), Eicosapentaensäure
(EPA), Alphalinolensäure (ALA), Arachidonsäure (ARA), Gammalinolensäure (GLA), Dihomogammalinolensäure
(DHGLA), Linolensäure (LA), oder Mischungen der genannten Fettsäuren. Tab. 1 zeigt
ein Beispiel für ein DHA reiches Öl gemäss der vorliegenden Erfindung. Mischungen
von einer oder mehrerer der genannten omega-3 und/oder omega-6 Fettsäuren mit gesättigten
oder einfach ungesättigten Fettsäuren bilden eine weitere bevorzugte Ausführungsform.
Tabelle 1: Typische Zusammensetzung des erfindungsgemässen Öls
| Chemischer Name (englisch) |
Abkürzung |
Mittelwert aus Doppelbestimmung GC-Flächen% |
| Tetradecanoic acid |
Myristin |
1.7 |
| Pentadecanoic acid |
Pentadecan |
1.1 |
| Hexadecanoic acid |
Palmitin |
24.7 |
| Heptadecanoic acid |
Heptadecan |
0.4 |
| Octadecanoic acid |
Stearin |
0.7 |
| All-cis-4,7,10,13-eicosatetraenoic acid |
ETA (7) |
0.5 |
| All-cis-8,11,14,17-eicosatetraenoic acid |
ETA (3) |
0.7 |
| All-cis-5,8,11,14,17-eicosapentaenoic acid |
EPA |
0.1 |
| All-cis-4,7,10,13,16-docosapentaenoic acid |
DPA (6) |
12.2 |
| All-cis-7,10,13,16,19-docosapentaenoic acid |
DPA (3) |
0.4 |
| All-cis-4,7,10,13,16,19-docosahexaenoic acid |
DHA |
53.2 |
| Andere |
Andere |
3.5 |
| |
|
|
| |
|
Mass % |
| All-cis-4,7,10,13,16;19-docosahexaenoic acid |
DHA |
22.9 |
[0018] Das mit dem erfindungsgemässen Verfahren erhältliche Öl ist gegenüber dem mittels
der im Stand der Technik bekannten Verfahren erzeugten Öl durch eine besonders hohe
Qualität, welche sich in einer Peroxidzahl von < 5 meq/kg und einem Anisidinwert von
< 30 manifestiert, gekennzeichnet.
[0019] Erfindungsgemäss können Mikroorganismen verwendet werden, welche sich zur Gewinnung
von PUFA eignen. Diese Mikroorganismen finden sich beispielsweise bei den Bakterien
unter der Gattung
Vibrio (z. B.:
Vibrio marinus) oder unter den Dinoflagellaten (
Dinophyta), dort insbesondere die Gattung
Crypthecodinium, wie C.
cohnii oder unter den Stramenopiles, wie die
Pinguiophyceae wie z.B.
Glossomastix,
Phaeomonas, Pinguiochrysis, Pinguiococcus und
Polydochrysis. Bevorzugte Mikroorganismen zur fermentativen Herstellung von PUFA gehören zu den
Stramenopiles (oder
Labyrinthutomycota), insbesondere zur Ordnung
Thraustochytriales, (
Thraustchytriidea) und dort wieder insbesondere zu den Gattungen
Japonochytrium, Schizochytrium, Thraustochytrium,
Althomia, Labytinthuloides,
Aplanochytrium und
Ulkenia, sowie Zygomycetes wie Mortierella alpina, Mortierella elongata oder andere Spezies,
Pythium insidiosum, Pythium irregulare oder andere Spezies.
[0020] Durch Mischung von zwei oder mehr verschiedenen Öl-haltigen Biomassen in beliebigen
Verhältnissen können durch geschickte Auswahl der Biomassen, bzw. der entsprechenden
Ölzusammensetzungen der Biomassen, nahezu alle gewünschten spezifischen Öl- bzw.-
Fettsäurespektren gewonnen werden. Bevorzugt sind z.B. Mischungen von omega-3 DHA-haltiger
und omega-6 Arachidonsäure (ARA)-haltiger Biomasse, z.B. von Ulkenia spec. und Mortierella
alpina, gegebenenfalls unter Zugabe weiterer Öl-haltiger Biomassen.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform kann Biomasse oder Zellmaterial von ein oder mehr
Quellen gemeinsam unter Zugabe von weiteren Ölen extrahiert werden. Durch die Auswahl
der Biomasse(n) und der weiteren Öle, sowie der eingesetzten Verhältnisse, können
ebenfalls viele gewünschte Ölzusammensetzungen in einem Schritt gewonnen werden.
[0022] In einer bevorzugten Ausführung werden Biomassen oder Zellen mit einem hohen PUFA-Gehalt
unter Zugabe eines Überschuss an Ölen mit niedrigerem PUFA-Gehalt extrahiert, wodurch
eine Stabilisierung (Schutz vor Oxidation) der PUFA erfolgt. Als Öle eignen sich insbesondere
Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Olivenöl, Palmöl, Distelöl, Boregöl, Nachtkerzenöl,
Maisöl, Sojaöl, Leinöl, Rapsöl, aber auch tierische Öle, wie Fischöl, Krillöl, etc.
sowie fraktionierte Öle auf dieser Basis, sowie darüber hinaus beliebige Ölmischungen.
[0023] In einer besonders bevorzugten Form wird mit einem Überschuss von Palm Olein extrahiert.
Palm Olein (fraktioniertes Palm Öl) enthält ein Gemisch aus PUFA, einfach ungesättigten
und gesättigten Fettsäuren. Die relative Zusammensetzung ist ca. 44% Ölsäure, 10%
Linolsäure, 40% Palmitinsäure und 5% Stearinsäure. In einer ganz besonders bevorzugten
Form wird DHA und ARA-haltige Biomasse im Verhältnis von 5:1 bis 1:5 (bezogen auf
ARA bzw. DHA-Gehalt) mit einem bis zu zwanzigfachen Überschuss von pflanzlichen oder
tierischen Ölen, wie Sonnenblumenöl. Olivenöl, Palmolein-Öl, Fischöl etc. extrahiert.
[0024] Die Erfindung wird durch folgende, nicht limitierende Beispiele erläutert.
Beispiel 1
[0025] Wässrige Fermentationsbrühe Ulkenia sp. Stamm SAM2179 wird kontinuierlich einem Hochdruckhomogenisator
(z.B. APV 2000) zugeführt. Die Hochdruckhomogenisation kann dabei ein- oder zweistufig
erfolgen, wobei der Druck der letzten Stufe so hoch gewählt wird, dass der überwiegende
Teil der Algenzellen zerstört wird. Der für die obige Fermentationsbrühe notwendige
Druck des Hochdruckhomogenisators zum quantitativen Aufschluss der Zellen betrug dabei
mindestens 60MPa. Die dabei entstehende Suspo-Emulsion kann nun erfindungsgemäss durch
- a) mechanische
- b) physikalische
- c) chemische
Methoden demulgiert, d.h. eine Freisetzung des PUFA-haltigen Öls erreicht werden.
- a) Als mechanische Demulgation kann z.B. Zentrifugation in Betracht gezogen werden.
Aus 50mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Mikroalgensuspension erhielt man nach
24 Stunden Rühren bei 60°C und anschliessender Zentrifugation für 10 Minuten bei 3300
Umdrehungen pro Minute 0.74g Öl, entsprechend einer Ölausbeute von 62% (wobei davon
der DHA-Anteil 20.2 Gew% betrug).
- b) 500 g der hochdruckhomogenisierten Suspo-Emulsion wurden mit 200mL Hexan bei Zimmertemperatur
ausgeschüttelt und anschliessend wurde diese Lösung für 10 Minuten bei 3300 Umdrehungen
pro Minute zentrifugiert und die so erhaltene Hexanphase separiert. Die verbleibende
wässrige Phase wurde noch zweimal mit je 200mL Hexan extrahiert und zentrifugiert.
Nach Vereinigung der organischen Phasen und Abdampfen des Hexans bei 200 mbar und
40°C am Rotationsverdampfer verblieb 13.8 g Öl, entsprechend einer Ölausbeute von
92% (wobei davon der DHA-Anteil 33.1 Gew% betrug).
- c) 50mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Mikroalgensuspension wurden mit 0.75
g des Fettalkoholethoxylats Dehydol D3 sechs Stunden bei Zimmertemperatur gerührt.
Danach wurde diese Lösung für 10 Minuten bei 3300 Umdrehungen pro Minute zentrifugiert
und so 1.14 g Öl enthalten, entsprechend einer Ölausbeute von 95% (wobei davon der
DHA-Anteil 33.3 Gew% betrug).
Beispiel 2
[0026] Wässrige Fermentationsbrühe mit DHA-haltiger Ulkenia (Stamm SAM2179) Biomasse (Ölgehalt
ca. 50%, DHA-Gehalt im Öl ca. 44%) wurde mit ARA-haltiger Biomasse (Mortierella alpina,
Ölgehalt ca. 55%, ARA-Gehalt im Öl ca. 40%) im Verhältnis 1:1 (jeweils bezogen auf
Biomassetrockengewichtgehalt) kontinuierlich einem Hochdruckhomogenisator (z.B. APV
2000) zugeführt. Die Hochdruckhomogenisation kann dabei ein- oder zweistufig erfolgen,
wobei der Druck der letzten Stufe so hoch gewählt wird, dass der überwiegende Teil
der Zellen zerstört wird. Der für die obige Fermentationsbrühe notwendige Druck des
Hochdruckhomogenisators zum quantitativen Aufschluss der Zellen betrug dabei mindestens
60MPa. Die dabei entstehende Suspo-Emulsion kann nun erfindungsgemäss durch mechanische,
physikalische oder chemische Methoden demulgiert und somit eine Freisetzung des PUFA-haltigen
Öls erreicht werden. 50 mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Suspension wurden
mit 0.75 g des Fettalkoholethoxylats Dehydol D3 sechs Stunden bei Zimmertemperatur
gerührt. Danach wurde diese Lösung für 10 Minuten bei 3300 Umdrehungen pro Minute
zentrifugiert und so ca. 1 g Öl enthalten, entsprechend einer Ölausbeute von ca. 90-95%
und einem Verhältnis von DHA zu ARA von ca. 1:1.
Beispiel 3
[0027] Wässrige Fermentationsbrühe mit DHA-haltiger Ulkenia (Stamm SAM2179) Biomasse wurde
unter Zugabe von Sonnenblumenöl im Überschuss kontinuierlich einem Hochdruckhomogenisator
(z.B. APV 2000) zugeführt. Es wurde folgendes Mischungsverhältnis gewählt:
- i) Fermentationsbrühe von DHA-haltiger Ulkenia Biomasse (5,5 Liter, entsprechend ca.
335 g Biotrockenmasse, Ölgehalt ca. 50%, DHA-Gehalt im Öl ca. 50%)
- ii) 0.095 kg Sonnenblumenöl.
[0028] Die Hochdruckhomogenisation erfolgte gemäss Bsp. 2.
[0029] 50 mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Suspension wurden mit 0.75 g des Fettalkoholethoxylats
Dehydol D3 sechs Stunden bei Zimmertemperatur gerührt. Danach wurde diese Lösung für
10 Minuten bei 3300 Umdrehungen pro Minute zentrifugiert und so ca. 2.3 g Öl enthalten,
entsprechend einer Ölausbeute von ca. 95% und einem DHA-Gehalt von 32%.
Beispiel 4
[0030] Extraktion von ARA-haltiger Biomasse wurde unter Zugabe von Fischöl (DHA-Gehalt 25%)
und Plamitolein-Öl im Überschuss mittels Hochdruckhomogenisator (z.B. APV 2000). Es
wurde folgendes Mischungsverhältnis gewählt:
- i) ARA-haltige Mortierella alpina Biomasse (entsprechend ca. 225 g Biotrockenmasse,
Ölgehalt ca. 55%, ARA-Gehalt im Öl ca. 40%)
- ii) 0.3 kg Palmitolein-Öl.
- iii) 0.2 kg Fischöl (DHA 25%)
[0031] Die Hochdruckhomogenisation erfolgte gemäss Bsp. 2.
[0032] 50 mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Suspension wurden mit 0.75 g des Fettalkoholethoxylats
Dehydol D3 sechs Stunden bei Zimmertemperatur gerührt. Danach wurde diese Lösung für
10 Minuten bei 3300 Umdrehungen pro Minute zentrifugiert und so ca. 5 g Öl enthalten,
entsprechend einer Ölausbeute von ca. 95% und einem ARA-Gehalt von ca. 8% und einem
DHA Gehalt von ca. 8%.
Beispiel 5
[0033] Wässrige Fermentationsbrühe mit DHA-haltiger Ulkenia (Stamm SAM2179) Biomasse (Ölgehalt
ca. 50%, DHA-Gehalt im Öl ca. 44%) wurde mit ARA-haltiger Biomasse (Mortierella alpina,
Ölgehalt ca. 55%, ARA-Gehalt im Öl ca. 40%) im Verhältnis 1:2 (jeweils bezogen auf
trockene Biomasse) unter Zugabe von Palmolein im Überschuss kontinuierlich einem Hochdruckhomogenisator
(z.B. APV 2000) zugeführt. Es wurde folgendes Mischungsverhältnis gewählt:
- i) Fermentationsbrühe von DHA-haltiger Ulkenia Biomasse (5,5 Liter, entsprechend ca.
335 g Biotrockenmasse, Ölgehalt ca. 50%, DHA-Gehalt im Öl ca. 44%)
- ii) ARA-haltige Mortierella alpina Biomasse (entsprechend ca. 665 g Biotrockenmasse,
Ölgehalt ca. 55%, ARA-Gehalt im Öl ca. 40%)
- iii) 1.3 kg Palmolein Öl.
[0034] Die Hochdruckhomogenisation erfolgte gemäss Bsp. 2.
[0035] 50 mL der hochdruckhomogenisierten wässrigen Suspension wurden mit 0.75 g des Fettalkoholethoxylats
Dehydol D3 sechs Stunden bei Zimmertemperatur gerührt. Danach wurde diese Lösung für
10 Minuten bei 3300 Umdrehungen pro Minute zentrifugiert und so ca. 5 g Öl enthalten,
entsprechend einer Ölausbeute von ca. 95% und einem Verhältnis von DHA zu ARA von
ca. 1:2.
1. Verfahren zur Isolierung eines Öls aus Zellen und/oder Biomasse, dadurch gekennzeichnet, dass die nach der Zerstörung der Zellen mittels Hochdruckhomogenisation entstandene Emulsion
demulgiert wird.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, wobei die Demulgation chemisch erfolgt.
3. Verfahren gemäss Anspruch 2 wobei die Demulgation mittels eines Tensids erfolgt.
4. Verfahren gemäss Anspruch 3 wobei es sich bei dem Tensid um ein Fettalkoholethoxylat
handelt.
5. Verfahren gemäss Anspruch 4 wobei es sich bei dem Tensid um Triethylenglycolmonodecylether
handelt.
6. Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 3-5, wobei das Tensid in einer Konzentration
von bis zu 25 g/l, bevorzugt von 10-20 g/l und besonders bevorzugt von 20 g/l eingesetzt
wird.
7. Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 1-6, wobei die Demulgation bei einer
Temperatur von 0-100°C erfolgt.
8. Verfahren gemäss Anspruch 1, wobei die Demulgation mechanisch erfolgt.
9. Verfahren gemäss Anspruch 8, wobei die Demulgation mittels einer Zentrifuge erfolgt.
10. Verfahren gemäss den Ansprüchen 8 und/oder 9, wobei die Demulgation bei einer Temperatur
von 0-100°C erfolgt.
11. Verfahren gemäss Anspruch 1, wobei die Demulgation physikalisch erfolgt.
12. Verfahren gemäss Anspruch 11, wobei die Demulgation mittels Extraktion der Suspo-Emulsion
mit einem oder mehreren linearen, zyklischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen
erfolgt.
13. Verfahren gemäss Anspruch 12, wobei es sich bei dem Lösemittel um Hexan handelt.
14. Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 11-13, wobei die Demulgation bei einer
Temperatur von 0-100°C erfolgt.
15. Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 1-14, wobei Omega-3 PUFA-produzierende
Mikroorganismen verwendet werden, die zur Gruppe von Thraustochytriales gehören, wie
z.B. Stämme von Ulkenia, Thraustochytrium und/oder Schizochytrium und/oder omega-6
produzierende Mikroorganismen wie Mortierella oder Pythium
16. Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 1-15, wobei den Zellen bzw. der Biomasse
vor der Hochdruckhomogenisation mindestens ein weiteres Öl und/oder mindestens eine
weitere Öl-haltige Biomasse zugegeben wird.
17. Verfahren gemäss Anspruch 16, wobei es sich um Öle mit einer niedrigeren PUFA-Konzentration
handelt.
18. Verfahren gemäss Anspruch 17, wobei es sich um Pflanzenöle, tierische Öle und/oder
fraktionierte Öle handelt.
19. Verfahren gemäss Anspruch 18, wobei die Öle ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend
aus Sonnenblumenöl, Olivenöl, Palmöl, Distelöl, Boregöl, Nachtkerzenöl, Maisöl, Sojaöl,
Leinöl, Rapsöl, Fischöl und/oder Krillöl.
20. Verfahren gemäss Anspruch 18, wobei es sich um fraktioniertes Palmöl handelt.
21. Verfahren gemäss Anspruch 16, wobei es sich um eine DHA-haltige und eine ARA-haltige
Biomasse im Verhältnis von 5:1 bis 1:5 handelt.
22. Öl, erhältlich gemäss einem Verfahren gemäss mindestens einem der Ansprüche 1-21.
23. Öl gemäss Anspruch 22, enthaltend Docosahexaensäure (DHA) und/oder Docosapentaensäure
(DPA).
24. Öl gemäss Anspruch 23, wobei das Öl eine Peroxidzahl von < 5 meq/kg und einen Anisidinwert
von < 30 aufweist.
25. Mischung von mindestens 2 Zellarten und/oder Biomassen zur Anwendung in einem Verfahren
gemäss mindestens einem der Ansprüche 1-21.
26. Mischung gemäss Anspruch 25, enthaltend mindestens ein weiteres Öl.
27. Mischung gemäss Anspruch 26, wobei es sich bei dem Öl um Pflanzenöle, Tieröle und/oder
fraktionierte Öle handelt.
28. Mischung gemäss Anspruch 27, wobei es sich bei dem Öl um Sonnenblumenöl, Olivenöl,
Palmöl, Distelöl, Boregöl, Nachtkerzenöl, Maisöl, Sojaöl, Leinöl, Rapsöl, Fischöl
und/oder Krillöl handelt.
29. Verwendung des Öls gemäss mindesten einem der Ansprüche 22-24 als Zusatz für Lebensmittel,
Nahrungsergänzungsmittel, Tierfutter.
30. Verwendung gemäss Anspruch 29, wobei es sich um spezielle Ernährungsprodukte wie z.B.
Babymilch, Babynahrung, medizinische Ernährungsprodukte, dietätische Produkte sowie
um Produkte gemäss PARNUTS ("foods for particular nutritional uses") handelt.