[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauarbeitsgerät mit einem Grundträger, einem Mast, der
schwenkbar am Grundträger angeordnet ist, einem ersten Hydraulikzylinder und einem
zweiten Hydraulikzylinder zum Aufrichten des Mastes, welche in einem Verbindungsabschnitt
gelenkig miteinander verbunden sind, wobei der erste Hydraulikzylinder am Grundträger
und der zweite Hydraulikzylinder am Mast angelenkt ist, und einer Koppelschwinge,
welche auf einer Seite am Mast und auf einer anderen Seite an dem Verbindungsabschnitt
angelenkt ist.
[0002] Ein gattungsgemäßes Bauarbeitsgerät ist aus der
US 4,708,581 bekannt. Gemäß dieser Druckschrift wird eine gattungsgemäße Doppelzylinderanordnung
zum Aufrichten und Umlegen eines Transferarmes eingesetzt, welcher einen mastartigen
Abschnitt aufweist. Der eigentliche Bohrmast wird mittels eines Teleskopzylinders
aufgerichtet.
[0003] Ein weiteres Bauarbeitsgerät mit einem Mast, an dessen Halter zwei Hydraulikzylinder
hintereinander angeordnet sind, ist aus der
JP 05-202686 A bekannt.
[0004] Die
JP 2002-285775 A offenbart ein Bauarbeitsgerät, dessen Mast teleskopierbar ausgeführt ist und mittels
eines Hydraulikzylinders um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Bauarbeitsgerät so weiterzubilden, dass
eine besonders hohe Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit erreicht wird.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bauarbeitsgerät mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0007] Das erfindungsgemäße Bauarbeitsgerät ist
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Verbindungsabschnittes ein Abstandshalter angeordnet ist, durch welchen
der Verbindungsabschnitt lösbar am Mast abgestützt ist.
[0008] Nach der Erfindung sind zum Aufstellen des Mastes zwei in Reihe gekoppelte Aufstellzylinder
vorgesehen, die über eine am Mast angelenkte Koppelschwinge miteinander verbunden
sind. Bei einer solchen Anordnung ist der erste Hydraulikzylinder im Eckbereich eines
Dreiecks angelenkt, welches von dem zweiten Hydraulikzylinder, der Koppelschwinge
und einem zwischen dem zweiten Hydraulikzylinder und der Koppelschwinge verlaufenden
Mastabschnitt gebildet wird.
[0009] Die Erfindung hat erkannt, dass bei einer derartigen Zylinderanordnung insbesondere
zu Beginn des Aufrichtvorganges unter Umständen relativ hohe Kräfte aufgebracht werden
müssen. Dies kann seinen Grund darin haben, dass zu Beginn des Aufrichtvorganges die
Hydraulikzylinder, insbesondere der zweite Hydraulikzylinder, vergleichsweise flach
zur Mastlängsachse verlaufen. Der von den Zylindern aufgebrachte Kraftvektor verläuft
somit flach zur Mastlängsachse und dementsprechend klein ist die Kraftkomponente,
welche quer zur Mastlängsachse und somit in Aufstellrichtung wirkt.
[0010] Ein Grundgedanke der Erfindung liegt in einem Abstandshalter, mit dem sich der Verbindungsabschnitt
zwischen dem zweiten Hydraulikzylinder und der Koppelschwinge in der Anfangsphase
des Aufrichtvorganges am Mast abstützten kann. Dieser Abstandshalter erlaubt eine
zusätzliche Krafteinleitung vom Verbindungsabschnitt in den Mast und kann somit den
zweiten Hydraulikzylinder, aber auch die Koppelschwinge entlasten. Insbesondere kann
der Abstandshalter steil zur Längsachse des Mastes, bevorzugt unter einem Winkel von
zumindest annähernd 90° zur Längsachse des Mastes angeordnet werden, so dass der über
den Abstandshalter übertragene Kraftvektor zumindest annähernd in Aufstellrichtung
weisen kann. Da somit keine unnötigen Kraftkomponenten senkrecht zur Aufstellrichtung
aufgebracht werden müssen, sind die aufzubringenden Kräfte vergleichsweise klein und
die Hydraulikzylinder werden entlastet. Insbesondere können die Hydraulikzylinder
somit bei gleichem Mastgewicht für kleinere Betriebskräfte ausgelegt werden, so dass
die Anschaffungskosten reduziert sind.
[0011] Nach der Erfindung ist der Verbindungsabschnitt lösbar am Mast abgestützt. Der über
den Abstandshalter gegebene Kontakt zwischen Verbindungsabschnitt und Mast kann somit
gelöst werden, wenn, insbesondere in einem späten Stadium des Aufrichtvorganges, keine
Krafteinleitung über den Abstandshalter in den Mast mehr erforderlich ist. Im einfachsten
Fall liegt der Abstandshalter für eine lösbare Verbindung am Mast oder am Verbindungsabschnitt
auf, das heißt der Mast beziehungsweise der Verbindungsabschnitt bildet einen Anschlag
für den Abstandshalter, welcher eine weitere Bewegung des Abstandshalters zum Mast
beziehungsweise Verbindungsabschnitt hin begrenzt, ein Ablösen des Abstandshalters
durch eine Bewegung vom Mast beziehungsweise
[0012] Verbindungsabschnitt hinweg jedoch erlaubt. Gemäß dieser Ausführungsform wird der
Abstandshalter vom Mast beziehungsweise Verbindungsabschnitt lediglich auf Druck,
nicht jedoch auf Zug gehalten. Für eine komplexere Kraftübertragung kann grundsätzlich
auch eine Arretiervorrichtung vorgesehen sein, mit welcher der Abstandshalter lösbar
sowohl auf Druck als auch auf Zug am Mast beziehungsweise Verbindungsabschnitt gehalten
wird.
[0013] Bei dem Grundträger kann es sich beispielsweise um ein Trägerfahrzeug handeln, oder
um einen Aufbau, welcher lösbar an einem Trägerfahrzeug befestigbar ist. Bevorzugt
weist der Grundträger einen zumindest annähernd horizontal verlaufenden Rahmen auf.
Am Grundträger kann auch eine Seilwinde zum Verfahren eines Bohrschlittens längs des
Mastes vorgesehen sein. Zweckmäßigerweise ist der Mast am Grundträger um eine horizontal
verlaufende Achse schwenkbar angeordnet. Insbesondere kann der Mast aus einer zumindest
annähernd horizontal verlaufenden Transportposition in eine zumindest annähernd vertikal
verlaufende Betriebsposition schwenkbar sein. Erfindungsgemäß ist der erste Hydraulikzylinder
an seinem dem Verbindungsabschnitt abgewandten Ende am Grundträger angelenkt, und
der zweite Hydraulikzylinder an seinem dem Verbindungsabschnitt abgewandten Ende am
Mast angelenkt. Besonders bevorzugt ist es, dass der erste Hydraulikzylinder an seinem
Zylindergehäuse am Grundträger angelenkt ist und/oder dass der zweite Hydraulikzylinder
an seiner Kolbenstange am Mast angelenkt ist. Hierdurch können die aufzubringenden
Kräfte weiter reduziert werden.
[0014] Grundsätzlich kann vorgesehen sein, dass der Abstandshalter am Mast angeordnet ist.
Besonders bevorzugt ist es jedoch, dass der Abstandshalter am Verbindungsabschnitt
befestigt, insbesondere gelenkig befestigt ist. Gemäß dieser Ausführungsform ist der
Abstandshalter bezüglich dem Mast lösbar vorgesehen und bewegt sich mit dem Verbindungsabschnitt
mit, wenn sich dieser beim Aufstellen des Mastes vom Mast weg bewegt. Diese Ausführungsform
kann in konstruktiv besonders einfacher Weise realisiert werden.
[0015] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung liegt darin, dass der Abstandshalter
drehfest mit der Koppelschwinge verbunden ist. Hierdurch kann in konstruktiv besonders
einfacher und wirtschaftlicher Weise sichergestellt werden, dass der Abstandshalter
beim Einfahren des zweiten Hydraulikzylinders automatisch seine korrekte Position
zur Anlage am Mast einnimmt. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Abstandshalter
relativ zum ersten Hydraulikzylinder und zum zweiten Hydraulikzylinder schwenkbar
ist.
[0016] Alternativ kann vorgesehen sein, dass der Abstandshalter drehfest mit dem zweiten
Hydraulikzylinder verbunden ist, wobei der Abstandshalter dann relativ zur Koppelschwinge
schwenkbar sein kann.
[0017] Der Abstandshalter kann beispielsweise am zweiten Hydraulikzylinder angeordnet sein.
Hinsichtlich des konstruktiven Aufwandes ist es besonders bevorzugt, dass der Abstandshalter
an der Koppelschwinge angeordnet ist.
[0018] Der konstruktive Aufwand kann weiter dadurch verringert werden, dass der Abstandshalter
endseitig an der Koppelschwinge angeordnet ist. In diesem Fall bilden die Koppelschwinge
und der Abstandshalter zweckmäßigerweise zusammen eine L-Form, wobei der Winkel, welcher
vom Abstandshalter und der Koppelschwinge eingeschlossen wird, vorzugsweise kleiner
als 90° ist.
[0019] Hinsichtlich des Herstellungsaufwandes ist es weiterhin bevorzugt, dass der Abstandshalter
integral mit der Koppelschwinge ausgebildet ist. Gemäß dieser Ausführungsform sind
der Abstandshalter und die Koppelschwinge miteinander fest verbunden und bestehen
aus demselben Material.
[0020] Der konstruktive Aufwand kann weiter dadurch verringert werden, dass der Abstandshalter
stirnseitig eine Auflagefläche zur Auflage am Mast aufweist. Beispielsweise kann der
Abstandshalter zylindrisch oder quaderförmig ausgebildet sein.
[0021] Zweckmäßigerweise ist der Abstandshalter kürzer als die Koppelschwinge ausgebildet.
Grundsätzlich kann am Mast ein korrespondierender zweiter Abstandshalter vorgesehen
sein, an welchem der erfindungsgemäße Abstandshalter zur Auflage kommt.
[0022] Im Hinblick auf die Kraftaufnahme ist es überdies vorteilhaft, dass die beiden Hydraulikzylinder
und die Koppelschwinge im Verbindungsabschnitt koaxial aneinander angelenkt sind.
Gemäß dieser Ausführungsform ist eine gemeinsame Schwenkachse für die beiden Hydraulikzylinder
und die Koppelschwinge vorgesehen, über welche die Zylinder und die Schwinge miteinander
verbunden sind. Zweckmäßigerweise ist im Verbindungsabschnitt die Kolbenstange des
ersten Hydraulikzylinders mit dem Zylindergehäuse des zweiten Hydraulikzylinders verbunden.
[0023] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass der Abstandshalter zumindest
annähernd rechtwinklig zu einer Längsachse des Mastes verläuft, wenn der Verbindungsabschnitt
durch den Abstandshalter am Mast abgestützt ist. Gemäß dieser Ausführungsform können
über den Abstandshalter in besonders effizienter Weise quer zur Längsachse des Mastes,
also in Aufstellrichtung weisende Kräfte in den Mast eingeleitet werden. Die rechtwinklige
Anordnung des Abstandshalters ist insbesondere zu den Zeitpunkten vorteilhaft, zu
denen der Verbindungsabschnitt durch den Abstandshalter am Mast abgestützt wird, zu
denen also der Verbindungsabschnitt über den Abstandshalter am Mast anliegt. Zu den
Zeitpunkten, zu denen der Abstandshalter keine Stützaufgaben wahrnimmt und zu denen
der Abstandshalter vom Mast beabstandet ist, kann auch eine andere Winkelposition
des Abstandshalters vorgesehen sein.
[0024] Der konstruktive Aufwand kann weiter dadurch verringert werden, dass der Mast einen
ersten Vorsprung aufweist, an welchem die Koppelschwinge angelenkt ist, und dass der
Mast einen zweiten Vorsprung aufweist, an welchem der zweite Hydraulikzylinder angelenkt
ist. Zweckmäßigerweise ist zwischen den Vorsprüngen eine Anlagefläche für den Abstandshalter
vorgesehen. Die Anlenkpunkte für den zweiten Hydraulikzylinder und die Koppelschwinge
am Mast weisen bevorzugt etwa denselben Abstand von der Mastlängsachse auf. Die Anlagefläche
ist vorzugsweise gegenüber diesen Anlenkpunkten und/oder den Vorsprüngen zur Mastlängsachse
hin versetzt.
[0025] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass der zweite
Hydraulikzylinder und die Koppelschwinge auf einer dem ersten Hydraulikzylinder zugewandten
Mastrückseite am Mast angelenkt sind. Dies ist im Hinblick auf die Krafteinleitung
in den Mast und aus geometrischen Gründen besonders vorteilhaft.
[0026] Weiterhin ist es nach der Erfindung besonders bevorzugt, dass, insbesondere auf einer
dem ersten Hydraulikzylinder abgewandten Mastvorderseite, ein längs des Mastes verschiebbarer
Bohrschlitten angeordnet ist. An diesem Bohrschlitten ist zweckmäßigerweise ein Bohrantrieb
zum Betätigen eines Bohrgestänges vorgesehen, bei dem es sich insbesondere um einen
Drehantrieb handeln kann.
[0027] Ferner ist es besonders zweckmäßig, dass der erste Hydraulikzylinder einen größeren
Hub aufweist als der zweite Hydraulikzylinder. Hierdurch können besonders kompakte
Abmessungen realisiert werden. Zweckmäßigerweise ist der erste Hydraulikzylinder länger
als der zweite Hydraulikzylinder.
[0028] Insbesondere im Hinblick auf die Geräteabmessungen ist es weiterhin vorteilhaft,
dass der Abstandshalter kürzer ausgebildet ist als die Koppelschwinge.
[0029] Zum Aufstellen des Mastes eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes kann ein Verfahren
vorgesehen werden, bei dem zunächst der erste Hydraulikzylinder, insbesondere vollständig,
ausgefahren wird, wobei sich die Koppelschwinge über den Abstandshalter am Mast abstützt,
und anschließend der zweite Hydraulikzylinder ausgefahren wird, wobei sich der Abstandshalter
vom Mast weg bewegt. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass sich die Koppelschwinge
beim Ausfahren des zweiten Zylinders verdreht und, vorzugsweise mitsamt dem Abstandshalter,
vom Mast weg bewegt.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert,
die schematisch in den beiliegenden Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen:
- Figuren 1 bis 6
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes in verschiedenen
Stadien beim Aufrichten des Mastes in Seitenansicht.
[0031] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bauarbeitsgerätes ist in verschiedenen
Stadien beim Aufrichten des Mastes in den Figuren 1 bis 6 gezeigt. Fig. 1 zeigt den
Mast dabei in einer annähernd horizontalen Transportstellung, die Figuren 5 und 6
in einer vertikalen Betriebsstellung.
[0032] Wie beispielsweise Fig. 1 zeigt, weist das Bauarbeitsgerät einen Grundträger 10 auf,
der als im Wesentlichen horizontal verlaufender Rahmen ausgebildet ist, und der zu
Transportzwecken auf ein nicht dargestelltes Fahrzeug aufschiebbar ist. Der Grundträger
10 weist insgesamt vier ausfahrbare Stützen 15 auf, über welche der Grundträger 10
auf dem Boden 99 aufsteht.
[0033] Über ein Schwenkgelenk 18 mit horizontaler Schwenkachse ist am Grundträger 10 ein
Mast 20 zwischen der in Fig. 1 dargestellten Transportposition und der in den Figuren
5 und 6 dargestellten vertikalen Betriebsposition schwenkbar angelenkt. An einer Mastvorderseite
61 des Mastes 20 ist am Mast 20 ein Bohrschlitten 29 längs des Mastes 20 verschiebbar
gelagert. Der Bohrschlitten 29 kann der beispielsweise einen Drehantrieb oder einen
drehschlagenden Antrieb für ein in den Figuren nicht dargestelltes Bohrgestänge aufweisen.
Zum Längsverschieben des Bohrschlittens 29 längs des Mastes 20 ist am Grundträger
10 eine Seilwinde 11 angeordnet.
[0034] Zum Aufrichten des Mastes 20 aus der in Fig. 1 dargestellten Transportstellung in
die in den Figuren 5 und 6 dargestellte Betriebsstellung sind zwei Hydraulikzylinder
1 und 2 vorgesehen, die in Serie angeordnet sind. Der erste Hydraulikzylinder 1 ist
auf seiner einen Seite am Grundkörper 10 und auf seiner gegenüberliegenden anderen
Seite in einem Verbindungsabschnitt 5 am zweiten Hydraulikzylinder 2 angelenkt. Der
zweite Hydraulikzylinder 2 wiederum ist auf seiner dem ersten Hydraulikzylinder 1
und dem Verbindungsabschnitt 5 abgewandten Seite am Mast 20 angelenkt. Die Anlenkung
des ersten Hydraulikzylinders 1 am Grundkörper 10 erfolgt über das Zylindergehäuse
des ersten Hydraulikzylinders 1, wohingegen die Anlenkung des zweiten Hydraulikzylinders
2 am Mast 20 über die Kolbenstange des zweiten Hydraulikzylinders 2 erfolgt, das heißt
der Verbindungsabschnitt 5 verbindet die Kolbenstange des ersten Hydraulikzylinders
1 mit dem Zylindergehäuse des zweiten Hydraulikzylinders 2.
[0035] Damit der Verbindungsabschnitt 5 zwischen den beiden Hydraulikzylindern 1 und 2 beim
Aufrichten des Mastes 20 nicht ausknickt, ist eine stabförmige Koppelschwinge 8 vorgesehen,
welche an ihrem einen Ende am Mast 20 und an ihrem anderen Ende im Verbindungsabschnitt
5 an den beiden Hydraulikzylindern 1 und 2 angelenkt ist. Die beiden Hydraulikzylinder
1 und 2 und die Koppelschwinge 8 sind dabei im Verbindungsabschnitt 5 um eine gemeinsame
Schwenkachse 6 schwenkbar miteinander verbunden. Die Schwenkachse des Schwenkgelenks
18, die gemeinsame Schwenkachse 6, die Schwenkachse der Anlenkung des ersten Hydraulikzylinders
1 am Grundkörper 10, die Schwenkachse der Anlenkung des zweiten Hydraulikzylinders
2 am Mast 20 sowie die Schwenkachse der Anlenkung der Koppelschwinge 8 am Mast 20
verlaufen parallel zueinander.
[0036] Auf einer der Mastvorderseite 61 abgewandten Mastrückseite 62, welche dem ersten
Hydraulikzylinder 1 zugewandt ist und welche in der in Fig. 1 dargestellten Transportposition
auch dem Grundträger 10 zugewandt ist, sind am Mast 20 zwei Vorsprünge 21 und 22 vorgesehen.
Am ersten Vorsprung 21 ist die Koppelschwinge 8 angelenkt und am zweiten Vorsprung
22 der zweite Hydraulikzylinder 2.
[0037] Wie insbesondere Fig. 1 zeigt, verläuft der zweite Hydraulikzylinder 2 in der Transportstellung
des Mastes 20 sehr flach bezüglich der Längsachse 100 des Mastes 20. Die vom zweiten
Hydraulikzylinder 2 auf den Mast 20 ausgeübten Kräfte wirken somit vorwiegend parallel
zur Längsachse 100 und nur zu einem geringen Teil senkrecht zur Längsachse 100 in
Aufstellrichtung 101. Insbesondere um auch in diesem Falle eine besonders wirksame
Kraftübertragung vom ersten Hydraulikzylinder 1 auf den Mast 20 in Aufstellrichtung
101 gewährleisten zu können, ist ein Abstandshalter 4 vorgesehen, welcher vom Verbindungsabschnitt
5 vorsteht, und welcher in der in Fig. 1 dargestellten Transportstellung an einer
stirnseitigen Auflagefläche 41 längsseitig am Mast 20 anliegt. Der Abstandshalter
4 ist auf seiner mastabgewandten Seite im Verbindungsabschnitt 5 über die Schwenkachse
6 mit den beiden Hydraulikzylindern 1 und 2 verbunden und kann somit die vom ersten
Hydraulikzylinder 1 ausgeübten Kräfte an den Mast 20 weitergeben.
[0038] Der Abstandshalter 4 ist endseitig an der Koppelschwinge 8 angeordnet, das heißt
der Abstandshalter 4 dreht sich bei Drehung der Koppelschwinge 8 relativ zum Mast
20 mit der Koppelschwinge 8 mit, wie beispielsweise in Fig. 4 gezeigt ist. Wie Fig.
1 zeigt, verläuft der Abstandshalter 4 in der Transportstellung des Mastes 20 etwa
senkrecht zur Längsachse 100 des Mastes 20 und kann somit in Aufstellrichtung 101
wirkende Kräfte besonders gut übertragen.
[0039] Der Abstandshalter 4 liegt in der Transportstellung des Mastes 20 mit seiner Auflagefläche
41 an einer Anlagefläche 24 an, die am Mast 20 zwischen den beiden Vorsprüngen 21
und 22 und somit zwischen dem Anlenkpunkt für den zweiten Hydraulikzylinder 2 und
dem Anlenkpunkt für die Koppelschwinge 8 ausgebildet ist. Die Anlagefläche 24 ist
auf der Mastrückseite 62 des Mastes 20 vorgesehen.
[0040] Die Kinematik beim Aufstellen des Mastes 20 aus der Transportposition in die Betriebsposition
ist in den Figuren 1 bis 5 dargestellt.
[0041] Wie Fig. 1 zeigt, befinden sich die beiden Hydraulikzylinder 1 und 2 in der Transportposition
des Mastes 20 in einer zumindest annähernd fluchtenden Anordnung und der Verbindungsabschnitt
5 wird über den Abstandshalter 4 am Mast 20 abgestützt.
[0042] Zum Aufrichten des Mastes 20 wird zunächst der erste Hydraulikzylinder 1 betätigt
und ausgefahren. Die dabei wirkenden Kräfte werden zumindest teilweise über den Abstandshalter
4 an den Mast 20 übertragen und der Mast 20 somit in Aufstellrichtung 101 hochgeschwenkt.
Der zweite Hydraulikzylinder 2 bleibt zunächst eingefahren und der Abstandshalter
4 bleibt somit am Mast 20 liegen. Dieses Stadium, bei dem die beiden Hydraulikzylinder
1 und 2 aus der fluchtenden Anordnung gelangen, ist in Fig. 2 dargestellt.
[0043] Der erste Hydraulikzylinder 1 wird weiter ausgefahren, bis dieser seine maximale
Betriebsposition erreicht hat. Dieser Zustand ist in Fig. 3 dargestellt.
[0044] Ist der maximale Hub des ersten Hydraulikzylinders 1 erreicht, wird der zweite Hydraulikzylinder
2 zum weiteren Aufrichten des Mastes 20 ausgefahren, wie in Fig. 4 dargestellt. Durch
Betätigung des zweiten Hydraulikzylinders 2 ändern sich die relativen Abmessungen
des Dreiecks, welches durch den zweiten Hydraulikzylinder 2, die Koppelschwinge 8
und den Mastabschnitt zwischen Hydraulikzylinder 2 und Koppelschwinge 8 gebildet wird.
Insbesondere wird der mastferne Eckpunkt des Dreiecks, der mit dem Verbindungsabschnitt
5 zusammenfällt, vom Mast 20 hinweg gefahren. Hierbei wird die Koppelschwinge 8 relativ
zum Mast 20 verschwenkt. Hierbei wiederum löst sich der Abstandshalter 4, der am mastabgewandten
Ende der Koppelschwinge 8 drehfest mit der Koppelschwinge 8 verbunden ist, von der
Anlagefläche 24 des Mastes 20 ab und steht somit fortan für eine Kraftübertragung
nicht mehr zur Verfügung.
[0045] Der zweite Hydraulikzylinder 2 wird weiter ausgefahren, wobei der Abstandshalter
4 vom Mast 20 beabstandet bleibt. Schließlich erreicht auch der zweite Hydraulikzylinder
2 seinen maximalen Hub. In dieser Position, die in Fig. 5 dargestellt ist, hat der
Mast 20 seine vertikale Betriebsstellung erreicht. In dieser Betriebsstellung befinden
sich auch die beiden Hydraulikzylinder 1 und 2 wieder in einer zumindest annähernd
fluchtenden Anordnung.
[0046] Wie insbesondere Fig. 1 und 5 zeigt, weist der Grundträger 10 eine Mastverlängerung
17 auf, auf welcher der Mast 20 in der vertikalen Betriebsposition aufsteht, und welche
den Hub des Bohrschlittens 29 verlängert. An dieser Mastverlängerung 17 ist das Schwenkgelenk
18 angeordnet.
[0047] Wie Fig. 6 zeigt, ist der Mast 20 zweiteilig teleskopierbar mit einem ersten, unteren
Mastabschnitt 27 und einem zweiten, oberen Mastabschnitt 28 ausgebildet, wobei der
zweite Mastabschnitt 28 in den ersten Mastabschnitt 27 einfahrbar ist. Zum Verschieben
der beiden Mastabschnitte 27 und 28 relativ zueinander ist ein Hydraulikzylinder 51
vorgesehen, der innerhalb der beiden Mastabschnitte 27 und 28 verläuft. Zweckmäßigerweise
ist der Mast 20 so ausgebildet, dass der Bohrschlitten 29 längs der beiden Mastabschnitte
27 und 28 verschiebbar ist.
1. Bauarbeitsgerät mit
- einem Grundträger (10),
- einem Mast (20), der schwenkbar am Grundträger (10) angeordnet ist,
- einem ersten Hydraulikzylinder (1) und einem zweiten Hydraulikzylinder (2) zum Aufrichten
des Mastes (20), welche in einem Verbindungsabschnitt (5) gelenkig miteinander verbunden
sind,
- wobei der erste Hydraulikzylinder (1) am Grundträger (10) und der zweite Hydraulikzylinder
(2) am Mast (20) angelenkt ist, und
- einer Koppelschwinge (8), welche auf einer Seite am Mast (20) und auf einer anderen
Seite an dem Verbindungsabschnitt (5) angelenkt ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass im Bereich des Verbindungsabschnittes (5) ein Abstandshalter (4) angeordnet ist,
durch welchen der Verbindungsabschnitt (5) lösbar am Mast (20) abgestützt ist.
2. Bauarbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) am Verbindungsabschnitt (5) gelenkig befestigt ist.
3. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) drehfest mit der Koppelschwinge (8) verbunden ist, und
dass der Abstandshalter (4) relativ zum ersten Hydraulikzylinder (1) und zum zweiten Hydraulikzylinder
(2) schwenkbar ist.
4. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) endseitig an der Koppelschwinge (8) angeordnet ist,
5. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) integral mit der der Koppelschwinge (8) ausgebildet ist.
6. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) stirnseitig eine Auflagefläche (41) zur Auflage am Mast (20)
aufweist.
7. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Hydraulikzylinder (1, 2) und die Koppelschwinge (8) im Verbindungsabschnitt
(5) koaxial aneinander angelenkt sind.
8. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Abstandshalter (4) zumindest annähernd rechtwinklig zu einer Längsachse (100)
des Mastes (20) verläuft, wenn der Verbindungsabschnitt (5) durch den Abstandshalter
(4) am Mast (20) abgestützt ist.
9. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mast (20) einen ersten Vorsprung (21) aufweist, an welchem die Koppelschwinge
(8) angelenkt ist, dass der Mast (20) einen zweiten Vorsprung (22) aufweist, an welchem
der zweite Hydraulikzylinder (2) angelenkt ist, und
dass zwischen den Vorsprüngen (21, 22) eine Anlagefläche (24) für den Abstandshalter (4)
vorgesehen ist.
10. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Hydraulikzylinder (2) und die Koppelschwinge (8) auf einer dem ersten
Hydraulikzylinder (1) zugewandten Mastrückseite (62) am Mast (20) angelenkt sind,
und
dass auf einer dem ersten Hydraulikzylinder (1) abgewandten Mastvorderseite (61) ein längs
des Mastes (20) verschiebbarerer Bohrschlitten (29) angeordnet ist.
11. Bauarbeitsgerät nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Hydraulikzylinder (1) einen größeren Hub aufweist als der zweite Hydraulikzylinder
(2), und
dass der Abstandshalter (4) kürzer ausgebildet ist als die Koppelschwinge (8).