[0001] Die Erfindung betrifft einen Flachschlüssel der an wenigstens einer der beiden Längskanten
des Schlüsselschaftes wenigstens eine Einschnittfräsung aufweist, wobei die Einschnittfräsung
eine Einlaufflanke und eine Auslaufflanke umfasst, die durch Verbindungsflanken miteinander
verbunden sind und durch die, den Grund der Einschnittfräsung bildenden, Verbindungsflanke
die Positionierflanke gebildet ist.
[0002] Derartige Flachschlüssel dienen zum Sperren von Zylinderschlössem, wobei die Einschnittfräsungen
entweder an einer oder an beiden Längskanten des Flachschlüssels vorgesehen sind.
Die zugehörigen Zylinderschlösser weisen in bekannter Weise einen Schlüsselkanal auf,
in den der Flachschlüssel bis zum Anschlag eingeschoben werden kann. Im Zylinderkern
des Zylinderschlosses sind die Kernstifte als Bestandteil der zwei- oder mehrgeteilten
Stiftzuhaltungen verschieblich angeordnet, wobei die Einschnittfräsungen des Schlüssels
so tief sein müssen, dass die zugehörige Teilung des Kemstiftes ein Verdrehen des
Zylinderkerns im Zylindergehäuse zulässt. Die Funktion von Schliesszylindern ist seit
Ende des 19. Jahrhunderts Stand der Technik und bedarf keiner weiteren Erläuterung.
[0003] Ein Flachschlüssel umfasst einen Schlüsselschaft, dessen beide Längskanten in Einschubrichtung
des Schlüssels liegen. Zumindest eine der beiden Längskanten weist einer oder mehrere
hintereinander angeordnete Einschnittfräsungen auf, wobei heute zumeist fünf oder
sechs Einschnittfräsungen an einer Längskante vorgesehen sind. Im Falle von sogenannten
Wendeschlüsseln tragen beide Längskanten die gleiche Aufeinanderfolge von Einschnittfräsungen,
damit der Schlüssel in jeweils 180° verdrehter Lage eingeschoben werden kann.
[0004] Es versteht sich von selbst, dass die Längskanten bei Anordnung von Einschnittfräsungen
unterbrochen sind und bei durchgehender Anordnung von Einschnittfräsungen nur in einem
kleinen Teilbereich stehen bleiben.
[0005] Jede Einschnittfräsung verfügt über eine Einlaufflanke und eine Auslaufflanke. Beide
Flanken sind durch eine Positionierflanke verbunden, wobei diese Positionierflanke
den Grund der Einschnittfräsung bildet und für den zugehörigen Kernstift des Zylinderschlosses
die Positionierung bestimmt.
[0006] Ein schon länger bekanntes Problem bei derartigen Schlüsseln liegt darin, dass das
Schlüsselmaterial an jenen Stellen leicht einreißt und sogar abbrechen kann, an denen
die Einschnittfräsungen tief ausgebildet sind. Dieser Nachteil wird dadurch hervorgerufen,
dass scharfkantige Fräskanten oder kleine Radien vorgesehen werden, wenn die Fräsung
durchgeführt wird. Dieses Problem soll gelöst werden.
[0007] Eine weitere Aufgabe bei derartigen Flachschlüsseln liegt darin, das Einschubverhalten
des Schlüssels in den Schlüsselkanal komfortabel auszugestalten. Zu steile Flanken
der Einschnittfräsungen bewirken ein schlechtes Einschubverhalten und es kommt sogar
zu einem Steckenbleiben des Schlüssels. Die Winkelstellung der Einlaufflanken und
Auslaufflanken soll etwa 45° betragen, um die sonstigen geometrischen Verhältnisse
derartiger Flachschlüssel beibehalten zu können. Im Übrigen müssen die Einschnittfräsungen
so ausgebildet sein, dass der Schlüssel nur in einer genau definierten Lage die Sperre
zulässt und vermeidet, dass der Zylinderkern verdreht werden kann, noch bevor der
Schlüssel zur Gänze eingeschoben ist. Zu flache Flanken können hierbei Probleme machen.
[0008] Gemäß Erfindung sollen alle diese Nachteile vermieden werden.
[0009] Der erfindungsgemäße Schlüssel ist
dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen der Einlaufflanke und der Positionierflanke liegende Einlaufverbindungsflanke
einen kleineren Radius aufweist, als die zwischen der Positionierungsflanke und der
Auslaufflanke liegende Auslaufverbindungsflanke.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale sind den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen
zu entnehmen.
[0011] Gemäß Erfindung wird also eine Einlaufverbindungsflanke mit einem kleineren Radius
und nach der Positionierflanke eine Auslaufverbindungsflanke mit einem oder mehreren
größeren Radien vorgesehen. Damit ist sichergestellt, dass schon die Einlaufverbindungsflanke
über einen Radius verfügt, der ein Einreißen des Schlüsselmaterials verhindert. Weiters
wird eine Auslaufverbindungsflanke gebildet, die zufolge eines oder mehrerer größeren
Radien einerseits das Einreißen des Materials verhindert und andererseits den federbelasteten
Zylinderkernstift weich aus der Einschnittfräsung herausschiebt, wenn der Schlüssel
verschoben wird.
[0012] Nachfolgend wird sowohl der Stand der Technik als auch die Erfindung anhand von zwei
Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
[0013] Die Figuren 1 bis 3 zeigen die Seitenansicht von Schlüsseln. Figur 1 zeigt einen
herkömmlichen Schlüssel zur Darstellung des Problems. Figur 2 zeigt einen Schlüssel
der erfindungsgemäßen Art in einer ersten Ausführungsvariante und die Figur 3 einen
solchen in einer zweiten Ausführungsvariante. Die Figur 4 zeigt die Systematik für
die Konstruktion einer erfindungsgemäßen Einschnittfräsung und Figur 5 zeigt die Bewegung
eines Kernstiftkopfes in einer Einschnittfräsung..
[0014] Die Flachschlüssel der vorliegenden Art sind üblicherweise aus einer Metallplatte
mit einer Dicke von 2 bis 3 mm ausgestanzt, wobei vorerst ein Schlüsselrohling hergestellt
wird, der den Schlüsselschaft 1 mit der Schlüsselspitze 19 und den Schlüsselgriff
23 umfasst. Der Schüsselrohling verfügt noch über unbearbeitete Längskanten 2, 3,
wie sie in Figur 1 eingezeichnet sind. Gemäß Figur 1 weist der Schlüsselschaft entlang
einer der Längskanten 3 die Einschnittfräsungen 4 bis 8 auf, die dazu dienen, in seit
langem bekannter Weise zwei oder mehrgeteilte Zuhaltungsstifte des zugehörigen Zylinderschlosses
in eine solche Position zu bringen, dass der Zylinderkern im Zylindergehäuse gedreht
und damit das Schloss betätigt werden kann. Die Einschnittfräsungen müssen dabei so
ausgestaltet werden, dass der Schlüssel leicht in den Schlüsselkanal des Zylinderkerns
eingeschoben und aus diesem wieder herausgezogen werden kann, wobei die Hubbewegungen
der Stiftzuhaltungen möglichst leichtgängig sein sollen. Die Einschnittfräsungen müssen
sowohl in der Tiefe als auch in der Erstreckung längs der Einschubrichtung 18 des
Schlüssels exakt und definiert sein, sodass einerseits die Stellung der Stiftzuhaltung
richtig ist und zum Anderen das Schloss erst in der voll eingeschobenen Stellung des
Schlüssels gesperrt werden kann, wenn also der Anschlag 24 des Schlüssels am zugehörigen
Bund des Zylinderkerns ansteht.
[0015] Die Figuren 2 und 3 zeigen die Seitenansicht von zwei erfindungsgemäßen Schlüsseln,
bei denen jede der Einschnittfräsungen nach dem Schema gemäß Figur 4 ausgebildet ist.
Die Einschnittfräsung umfasst demnach eine Einlaufflanke 9 und eine Auslaufflanke
10. Diese beiden Flanken sind gegenüber der Längskante 3 des Schlüssels um die beiden
Winkel α und β geneigt, wobei beide Winkel bevorzugt bei 45° liegen. Die Längskante
3 ist selbstverständlich nur dann vorhanden, wenn der Schlüssel noch keine Einschnittfräsung
trägt. Durch das Fräsen wird zumindest im Abschnitt der Einschnittfräsung diese Längskante
3 weggefräst. Die Ausrichtung der Längskante 3 entspricht jedenfalls der Einschubrichtung
des Schlüssels, die in Figur 1 mit dem Bezugzeichen 18 bezeichnet ist.
[0016] Die Einlaufflanke 9 und Auslaufflanke 10 sind durch Verbindungsflanken 12, 13 miteinander
verbunden, wobei am Grund der Einschnittfräsung als weitere Verbindungsflanke noch
die Positionierflanke 11 ausgebildet ist, die gerade in Einschubrichtung steht. Diese
Positionierflanke 11 positioniert den unter Federdruck vorgespannten Kernstift der
zugehörigen Stiftzuhaltung.
[0017] Gemäß vorliegender Erfindung weist die zwischen der Einlaufflanke 9 und der Positionierflanke
11 liegende Einlaufverbindungsflanke 12 einen kleineren Radius auf, als die zwischen
der Posftionierflanke 11 und der Auslaufflanke 10 liegende Auslaufverbindungsflanke
13. In Figur 4 sind bevorzugte Radien der einzelnen Flankenabschnitte eingezeichnet.
Die Mittelpunkte sind selbstverständlich so entsprechend in der Zeichnung nach unten
zu verlegen, dass die Kurvenstücke mit den eingezeichneten Radien sich in die Gesamtkurve
anschmiegen.
[0018] Die Einlaufverbindungsflanke hat einen Radius von gleich/kleiner x, wenn x die Variationstiefendifferenz
14 ist. Die Variationstiefendifferenz x ist in Figur 1 eingezeichnet und ergibt sich
aus der kleinstmöglichen Variationstiefendifferenz zwischen zwei Tiefen der Einschnittfräsungen.
Üblicherweise liegt diese Differenz bei etwa 0,5 mm. Bei einer maximalen Einschnitttiefe
von 5 mm haben somit 10 Variationstiefen an jeder Einschnittfräsung Platz.
[0019] Gemäß Figur 4 hat die Auslaufverbindungsflanke 13 einen größeren Radius, nämlich
einen Radius von 3x oder größer. In der dargestellten besonders bevorzugten Ausführung
besteht die Auslaufverbindungsflanke 13 aus einem ersten Abschnitt 15 mit einem Radius
von etwa 3x, einem zweiten Abschnitt 16 mit einem Radius von etwa 5x und einem dritten
Abschnitt 17 mit einem Radius von etwa 4x.
[0020] Diese gewählten Fräsradien ermöglichen es, die sonst üblichen scharfen Kanten in
der Einschnittfräsung zu vermeiden, sodass sich das Problem der Materialschwächung
nicht stellt. Andererseits wird das Einschubverhalten des Schlüssels dadurch günstig
beeinflusst, dass die Auslaufverbindungsflanke 13 mit einem relativ großen Radius
ausgebildet ist, sodass der Kernstift des Zylinderschlosses sanft aus der Einschnittfräsung
herausgeführt wird und ohne Haken von der Positionierflanke 11 in Richtung Auslaufflanke
10 bewegt wird, um beim Einschieben des Schlüssels in den Schlüsselkanal nachfolgend
wieder in die nächste Einschnittfräsung eintauchen zu können.
[0021] Figur 5 zeigt den Ablauf in einer Einschnittfräsung 4, wenn sie über einen Kemstiftkopf
21 darüber gleitet. Die zugehörige Druckfeder ist mit dem Bezugszeichen 25 bezeichnet
und nur schematisch angedeutet, wobei auch der dazwischenliegende Gehäusestift nur
schematisch angedeutet ist.
[0022] In der Stellung a) der Figur 5 greift der Kemstiftkopf 21 genau an der Positionierflanke
11 an und der Kernstift liegt in oberster Position.
[0023] In der Stellung b) läuft der Kemstiftkopf 21 zufolge des Verschiebens des Schlüssels
gemäß Pfeil 18 nach links vorerst gegen die Auslaufverbindungsflanke 13 und der Kemstiftkopf
wird zufolge der relativ großen Radien der Auslaufflanke 13 sanft aus der Einschnittfräsung
4 gegen die Kraft der Feder 25 herausgedrückt.
[0024] Der Schlüssel gemäß Fig. 3 weist zusätzlich zu den Einschnittfräsungen gemäß Fig.
2 eine Schlüsselspitze 19 auf, deren Anschlagflanke, die zur ersten Einschnittfräsung
4 führt, entsprechend der Auslaufverbindungsflanke und Auslauftlanke ausgebildet ist.
Auch dadurch wird das Einschieben des Schlüssels in den Schlüsselkanal erleichtert.
Bezugszeichenliste:
[0025]
| 1 |
Schlüsselschaft |
| 2 |
Längskante (Rücken) |
| 3 |
Längskante (Bart) |
| 4 |
Einschnittfräsung |
| 5 |
Einschnittfräsung |
| 6 |
Einschnittfräsung |
| 7 |
Einschnittfräsung |
| 8 |
Einschnittfräsung |
| 9 |
Einlaufflanke |
| 10 |
Auslaufflanke |
| 11 |
Positionierflanke |
| 12 |
Einlaufverbindungsflanke |
| 13 |
Auslaufverbindungsflanke |
| 14 |
Variationstiefendifferenz |
| 15 |
erster Abschnitt |
| 16 |
zweiter Abschnitt |
| 17 |
dritter Abschnitt |
| 18 |
Einschubrichtung des Schlüssels |
| 19 |
Schlüsselspitze |
| 20 |
Anschlagflanke |
| 21 |
Kernstiftkopf |
| 22 |
Riss |
| 23 |
Schlüsselgriff |
| 24 |
Anschlag |
| 25 |
Druckfeder |
| 26 |
Gehäusestift |
1. Flachschlüssel, der an wenigstens einer der beiden Längskanten (2,3) des Schlüsselschaftes
(1) wenigstens eine Einschnittfräsung (4 - 8) aufweist, wobei die Einschnittfräsung
eine Einlaufflanke (9) und eine Auslaufflanke (10) umfasst, die durch Verbindungsflanken
(12,13) miteinander verbunden sind und durch die, den Grund der Einschnittfräsung
bildenden, Verbindungsflanke die Positionierflanke (11) gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen der Einlaufflanke (9) und der Positionierflanke (11) liegende Einlaufverbindungsflanke
(12) einen kleineren Radius aufweist, als die zwischen der Positionierflanke (11)
und der Auslaufflanke (10) liegende Auslaufverbindungsflanke (13).
2. Flachschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauf- und Auslaufflanken (9,10) gerade ausgebildet sind.
3. Flachschlüssel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Variationstiefendifferenz (14) von x die Einlaufverbindungsflanke (12)
einen Radius von gleich/kleiner x aufweist.
4. Flachschlüssel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslaufverbindungsflanke (13) einen Radius von 3 x oder größer aufweist.
5. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslaufverbindungsflanke (13) aus einem ersten Abschnitt (15) mit einem Radius
von etwa 3 x, einen zweiten Abschnitt (16) mit einem Radius von etwa 5 x und einen
dritten Abschnitt (17) mit einem Radius von etwa 4 x zusammengesetzt ist.
6. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierflanke (11) für den Anschlag des Kemstiftkopfes (21), wenn der Schlüssel
in den Schlüsselkanal des zugehörigen Schließzylinders eingeschoben ist, gerade und
parallel zur Einschubrichtung (18) des Schlüssels ausgebildet ist.
7. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauf- und Auslaufflanken in einem Winkel (a,β) von etwa 45° zur Einschubrichtung
(18) und/oder Längskante (2,3) des Schlüssels angeordnet sind.
8. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlüsselspitze (19) eine Anschlagflanke (20) aufweist, die durch die Auslaufverbindungsflarike
(13) und die Auslaufflanke (10) gebildet ist.
9. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er fünf oder sechs Einschnittfräsungen an einer oder an beiden Längskanten des Schaftes
aufweist, die nach den Ansprüchen 1 bis 7 ausgebildet sind.
10. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass x etwa 0,5 mm ist.
11. Flachschlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass maximal 10 Variationstiefendifferenzen (14) von je etwa 0,5 mm verfügbar sind.