[0001] Die Erfindung betrifft eine Kolbenstangendichtung für einen Isolationszylinder einer
elektrostatischen Beschichtungsanlage und ein entsprechendes Betriebsverfahren gemäß
den nebengeordneten Ansprüchen.
[0002] Aus
DE 10 2005 048 223 A1 ist eine Lackieranlage bekannt, bei der ein Lackspeicher über einen Isolationszylinder
mit einem stromabwärts angeordneten Lackdosierer verbunden ist, wobei der Lackdosierer
den zu applizierenden Lack gesteuert dosiert und einem Rotationszerstäuber oder einem
sonstigen Applikationsgerät zuführt. Der Isolationszylinder ermöglicht hierbei eine
elektrische Isolierung des Lackdosierers gegenüber dem Lackspeicher. Dies ist vorteilhaft,
weil der Lackdosierer bei einem elektrostatischen Lackierverfahren in der Regel auf
Hochspannungspotenzial liegt, während der von dem Lackdosierer elektrisch isolierte
Lackspeicher auf Erdpotenzial liegt und deshalb während des Lackiervorgangs bereits
wiederbefüllt werden kann. Zur elektrischen Isolierung werden die in dem Isolationszylinder
befindlichen Lackreste von einem Abstreifkolben von der Innenwand des Isolationszylinders
entfernt, um die erforderliche Durchschlagsfestigkeit herzustellen. Der Abstreifkolben
ist hierbei an einem Ende einer Kolbenstange angebracht, die in einer Kolbenstangenführung
verschiebbar gelagert ist und an ihrem anderen Ende einen Pneumatikkolben trägt, der
in einem Pneumatikzylinder pneumatisch angetrieben werden kann, um den Abstreifkolben
in dem Isolationszylinder zu verschieben.
[0003] Problematisch an diesem bekannten Isolationszylinder ist die Tatsache, dass die Kolbenstange
im Bereich zwischen dem Abstreifkolben und der Kolbenstangenführung dem zu applizierenden
Lack aufgesetzt ist, so dass der an der Mantelfläche der Kolbenstange anhaftende Lack
durch die Kolbenstangenführung hindurch in den Pneumatikzylinder gelangen kann, wo
der Lack dann den Pneumatikzylinder verkleben und im schlimmsten Fall blockieren kann.
In der Praxis kommt es im Betrieb zunächst zu einer Verlangsamung der Bewegungsgeschwindigkeit
des Pneumatikzylinders und damit zu Taktzeitproblemen. Schließlich kann der Pneumatikzylinder
dann vollständig blockieren, was zu einem Produktionsausfall in der Lackiererei führt.
Eine besondere Gefahr geht hierbei von längeren Stillstandszeiten (z.B. nachts oder
am Wochenende) aus, in denen die Bauteile durch aushärtende Farbrückstände verkleben
und dann beim erneuten Produktionsanlauf versagen.
[0004] Ein weiteres Problem des vorstehend beschriebenen bekannten Isolationszylinders ist
die unbefriedigende Standzeit der Kolbenstangendichtung bei einem sogenannten trockenen
Betrieb der Kolbenstange, da dann geringe Lackmengen an der Kolbenstange antrocknen
können, was zu einer erhöhten Abrasivität und zu einem vorzeitigem Ausfall der Kolbenstangendichtung
führt.
[0005] Ferner ist zum Stand der Technik hinzuweisen auf
GB 775232,
FR 2675402 (vgl. Oberbegriff der Ansprüche 1 und 13),
DE 196 11 003,
DE 197 564 88,
GB 2319737,
US 5 364 035,
GB 2256679,
US 5 562 406,
US 4 863 101 A,
DE 692 03 299 T2,
US 5 964 408 A,
US 4 469 251 A,
US 4 266 468 A,
US 4 126 321 A,
DE 10 2005 060 959 A1,
DE 692 28 249 T2,
DE 195 24 853 C2 und
US 5 458 927 A. Keine dieser Entgegenhaltungen offenbart jedoch eine Beschichtungsmittel-Versorgungseinrichtung
mit einem Isolierzylinder, bei dem eine Kolbenstangen-dichtung vorgesehen ist, die
eine befriedigende Leckagesicherheit aufweist.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, den vorstehend beschriebenen bekannte
Isolationszylinder entsprechend zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine erfindungsgemäße Kolbenstangendichtung bzw. durch ein
entsprechendes Betriebsverfahren gemäß den nebengeordneten Ansprüchen gelöst.
[0008] Die Erfindung umfasst die allgemeine technische Lehre, dass die Kolbenstangendichtung
nicht nur eine einzige Dichtung aufweist, sondern mindestens zwei Dichtungen, die
in axialer Richtung versetzt angeordnet sind.
[0009] Zum einen bietet die zusätzliche Dichtung eine erhöhte Sicherheit, da die Dichtfunktion
auch beim Ausfall einer Dichtung nicht beeinträchtigt wird.
[0010] Zum anderen ermöglicht die erfindungsgemäße Anordnung mehrerer räumlich getrennter
Dichtungen eine Fehlerüberwachung, indem der Zwischenraum zwischen den beiden Dichtungen
auf eine Leckage hin überwacht wird.
[0011] Zwischen den beiden Dichtungen ist deshalb in axialer Richtung vorzugsweise ein Leckageraum
angeordnet, wobei sich der Leckageraum in radialer Richtung zwischen der Kolbenstangenführung
und der Mantelfläche der Kolbenstange befindet und bei einer Undichtigkeit der lackseitigen
Dichtung eine Leckage des durchtretenden Lacks aufnimmt.
[0012] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung geht von dem Leckageraum eine
Leckagebohrung ab, um die in den Leckageraum eintretende Leckage abzuführen.
[0013] Darüber hinaus kann die Leckagebohrung verwendet werden, um eine Leckage zu erkennen.
Hierzu kann die Leckagebohrung beispielsweise zu einem Sensor führen, wobei es sich
beispielsweise um einen Drucksensor oder einen Feuchtigkeitssensor handeln kann. Falls
der Leckagesensor eine Leckage erkennt, so wird die Kolbenstangendichtung bei nächster
Gelegenheit ausgewechselt, was beispielsweise bei regulären Betriebsunterbrechungen
in der Nacht oder am Wochenende erfolgen kann, so dass der reguläre Lackierbetrieb
durch eine Leckage in der Kolbenstangendichtung nicht beeinträchtigt wird.
[0014] Der mechanische Antrieb der Kolbenstange und damit auch des Abstreifkolbens erfolgt
bei der Erfindung vorzugsweise pneumatisch, wie es bereits aus
DE 10 2005 048 223 A1 bekannt ist, so dass der Inhalt dieser Patentanmeldung der vorliegenden Beschreibung
in vollem Umfang zuzurechnen ist. Die Kolbenstange trägt deshalb vorzugsweise auf
der dem Abstreifkolben gegenüberliegenden Seite einen Pneumatikkolben, der in einem
Pneumatikzylinder verschiebbar angeordnet ist und mit Druck beaufschlagt werden kann,
um den Pneumatikkolben und damit auch die Kolbenstange sowie den Abstreifkolben in
axialer Richtung zu verschieben. Bei einem derartigen Antrieb der Kolbenstange durch
einen Pneumatikzylinder weist die erfindungsgemäße Kolbenstangendichtung vorzugsweise
eine weitere Dichtung auf, die gegenüber den beiden vorstehend erwähnten redundanten
Dichtungen axial versetzt angeordnet ist und die Aufgabe hat, gegenüber dem Pneumatikzylinder
abzudichten.
[0015] In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Kolbenstangendichtung
also drei Dichtungen auf, nämlich zwei Nasslackdichtungen auf der Seite des Abstreifkolbens
bzw. auf der Seite des Isolationszylinders und mindestens eine Pneumatikdichtung auf
der Seite des Pneumatikzylinders. Weiterhin ist es im Rahmen der Erfindung vorteilhaft,
wenn die Dichtungen mehrere Dichtkanten aufweisen, wodurch die Lebensdauer der Dichtungen
erhöht wird. In dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung weisen deshalb die
Nasslackdichtungen jeweils doppelte Dichtkanten auf.
[0016] Ferner ist zu erwähnen, dass die Nasslackdichtungen vorzugsweise aus einem thermoplastischen
Dichtungsmaterial bestehen, wie beispielsweise Polytetrafluoretylen (PTFE) oder Polyetylen
(PE). Die Erfindung ist jedoch hinsichtlich des Dichtungsmaterials nicht auf die vorstehend
genannten Beispiele beschränkt, sondern grundsätzlich auch mit anderen Dichtungsmaterialien
realisierbar.
[0017] Hierbei können die Dichtungen optional durch eine Metallfeder unterstützt werden,
um eine befriedigende Dichtwirkung zu erreichen.
[0018] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Kolbenstange an ihrer Mantelfläche eine geringe
Oberflächenrauhigkeit mit einer Rauhzahl Rz<20µm, Rz<10µm, Rz<5µm oder sogar Rz<2µm
aufweist. Zum einen ist dies vorteilhaft, weil eine glatte Dichtfläche der Kolbenstange
Farbverschleppungen in axialer Richtung durch die Kolbenstangeführung erschwert. Zum
anderen wird die Standzeit der Kolbenstangendichtung durch eine geringe Oberflächenrauhigkeit
erhöht.
[0019] Zur Vermeidung von Farbverschleppungen in axialer Richtung ist es weiterhin vorteilhaft,
wenn die Kolbenstange an ihrer Dichtfläche einen Materialtraganteil von mehr als 60%,
70% oder sogar mehr als 80% aufweist.
[0020] Dies lässt sich vorteilhaft dadurch erreichen, dass die Kolbenstange an ihrer Dichtfläche
eine verschleißmindernde Oberflächenbeschichtung aufweist, die beispielsweise aus
einer diamantartigen Kohlenstoffschicht bestehen kann, wie beispielsweise Dylyn
® oder DLC
™ (DLC: Diamond-like Carbon).
[0021] Die Aufbringung dieser Oberflächenbeschichtung kann beispielsweise mittels eines
plasma-unterstützten chemischen Dampfabscheideverfahrens (PACVD:
Plasma
Assisted
Chemical
Vapor
Deposition) oder durch ein physikalisches Dampfabscheideverfahren (PVD:
Physical
Vapor
Deposition) erfolgen.
[0022] Ferner ist zu erwähnen, dass die Erfindung nicht nur auf eine neuartige Kolbenstangendichtung
als einzelnes Bauteil gerichtet ist, sondern auch eine Beschichtungsmittel-Versorgungseinrichtung
und eine Lackieranlage umfasst, die eine derartige Kolbenstangendichtung als Bauteil
aufweisen.
[0023] Schließlich umfasst die Erfindung auch ein neuartiges Betriebsverfahren für eine
derartige Kolbenstangendichtung, bei dem der Isolationszerstäuber zwischen dem Abstreifkolben
und der Kolbenstangendichtung mit einem Spülmittel oder einem Beschichtungsmittel
gespült wird, um zu verhindern, dass sich Beschichtungsmittelreste an der Mantelfläche
der Kolbenstange ablagern und dann durch die Kolbenstangenführung hindurch in axialer
Richtung verschleppt werden.
[0024] Dieses Spülen kann regelmäßig erfolgen, um die eingangs beschriebenen Nachteile von
vornherein zu vermeiden.
[0025] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
oder werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße elektrostatische Lackieranlage mit einem Isolationszylinder
zur elektrischen Isolie- rung eines Lackspeichers gegenüber einem stromabwärts hinter
dem Lackspeicher angeordneten Lackdosierer,
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht der Kolbenstangenführung bei dem Isolationszylinder aus Figur
1 sowie
- Figur 3
- eine vereinfachte Querschnittsansicht einer Dichtung in der Kolbenstangenführung gemäß
Figur 2.
[0026] Die Zeichnung in Figur 1 zeigt eine elektrostatische Lackieranlage zur serienweisen
Lackierung von Kraftfahrzeugkarosserieteilen oder sonstigen Bauteilen, wobei der Aufbau
und die Funktionsweise dieser Lackieranlage detailliert in der bereits vorstehend
zitierten Patentanmeldung
DE 10 2005 048 223 A1 beschrieben ist, so dass der Inhalt dieser Patentanmeldung hinsichtlich des Aufbaus
und der Funktionsweise der Lackieranlage dieser Beschreibung in vollem Umfang zuzurechnen
ist.
[0027] Es ist deshalb lediglich zu erwähnen, dass die Lackieranlage einen Farbwechsler 1,
eine Ventilanordnung 2, einen Lackspeicher 3, eine weitere Ventilanordnung 4, einen
Lackdosierer 5 und einen Rotationszerstäuber 6 als Applikationsgerät aufweist.
[0028] Der Lackspeicher 3 einerseits und der Lackdosierer 5 andererseits können hierbei
im Betrieb der Lackieranlage auf unterschiedlichen elektrischen Potenzialen liegen.
[0029] So liegt der Lackdosierer 5 beim Applizieren des Lacks in der Regel auf einem Hochspannungspotenzial,
um eine optimale Anhaftung des applizierten Lacks an den elektrisch geerdeten Kraftfahrzeugkarosserieteilen
zu erreichen.
[0030] Der Lackspeicher 3 liegt dagegen im Betrieb der Lackieranlage in der Regel auf Massepotenzial,
so dass der Lackspeicher 3 während des Lackierens bereits mit einem neuen Lack gefüllt
werden kann.
[0031] Zur elektrischen Isolation des Lackspeichers 3 gegenüber dem Lackdosierer 5 ist hierbei
ein Isolationszylinder 7 vorgesehen, in dem ein Abstreifkolben 8 axial verschiebbar
geführt wird. Zur elektrischen Isolierung des Isolationszylinders 7 wird der Abstreifkolben
8 in die in der Zeichnung dargestellten Stellung nach rechts bewegt, wobei der Abstreifkolben
8 Farbreste von der Innenwand des Isolationszylinders 7 abstreift und dadurch die
Durchschlagsfestigkeit des Isolationszylinders 7 erhöht.
[0032] Die Bewegung des Abstreifkolbens 8 in dem Isolationszylinder 7 erfolgt hierbei durch
einen Pneumatikzylinder 9, der auf der dem Isolationszylinder 7 gegenüberliegenden
Seite angeordnet ist. In dem Pneumatikzylinder 9 ist ein Pneumatikkolben 10 axial
verschiebbar, wobei der Pneumatikkolben 10 über eine Kolbenstange 11 mit dem Abstreifkolben
8 verbunden ist. Der Pneumatikkolben 10 kann über Ventile beidseitig mit Druck beaufschlagt
werden, um den Pneumatikkolben 10 und damit auch die Kolbenstange 11 und den Abstreifkolben
8 in axialer Richtung zu bewegen.
[0033] Die erfindungsgemäße Besonderheit besteht hierbei in dem konstruktiven Aufbau einer
Kolbenstangendichtung 12, die in Figur 2 dargestellt ist.
[0034] So weist die Kolbenstangendichtung 12 mehrere miteinander verschraubte Bauteile 13,
14, 15, 16 auf, welche die Kolbenstange 11 umgeben und zwei Nasslackdichtungen 17,
18 sowie eine Pneumatikdichtung 19 aufnehmen.
[0035] Die beiden Nasslackdichtungen 17, 18 sind hierbei auf der dem Isolationszylinder
7 zugewandten Seite angeordnet und verhindern, dass aus dem Isolationszylinder 7 Lack
in axialer Richtung durch die Kolbenstangendichtung 12 in den Pneumatikzylinder 9
oder in die Kolbenstangendichtung 12 eintritt.
[0036] Die Pneumatikdichtung 19 ist dagegen auf der dem Pneumatikzylinder 9 zugewandten
Seite der Kolbenstangendichtung 12 angeordnet und druckfest, damit ein pneumatischer
Antriebsdruck in dem Pneumatikzylinder 9 aufrecht erhalten bleibt.
[0037] Weiterhin weist die Kolbenstangendichtung 12 einen Leckageraum 20 auf, der in axialer
Richtung zwischen den beiden Nasslackdichtungen 17, 18 und in radialer Richtung zwischen
der Mantelfläche der Kolbenstange 11 und dem umgebenden Bauteil 14 angeordnet ist.
[0038] Hierbei geht von dem Leckageraum 20 eine Leckagebohrung 21 ab, die nach außen geführt
ist und den Anschluss eines Leckagesensors ermöglicht, der hier zur Vereinfachung
nicht dargestellt ist. Bei einer Undichtigkeit der Nasslackdichtung 17 tritt dann
Nasslack in den Leckageraum 20 ein, was über die Leckagebohrung 21 von dem Leckagesensor
detektiert werden kann. In diesem Zustand wird die Dichtfunktion noch durch die zweite
Nasslackdichtung 18 aufrecht erhalten, so dass der Betrieb der Lackieranlage nicht
gestört wird. Bei der nächsten regulären Betriebsunterbrechung kann dann die Kolbenstangendichtung
12 ausgewechselt werden.
[0039] Figur 3 zeigt schließlich eine mögliche Ausführungsform der Nasslackdichtung 17 mit
zwei Dichtkanten 22, 23, wodurch die Standzeit der Nasslackdichtung 17 vorteilhaft
erhöht wird.
Bezugszeichenliste:
[0040]
- 1
- Farbwechsler
- 2
- Ventilanordnung
- 3
- Lackspeicher
- 4
- Ventilanordnung
- 5
- Lackdosierer
- 6
- Rotationszerstäuber
- 7
- Isolationszylinder
- 8
- Abstreifkolben
- 9
- Pneumatikzylinder
- 10
- Pneumatikkolben
- 11
- Kolbenstange
- 12
- Kolbenstangendichtung
- 13-16
- Bauteile
- 17, 18
- Nasslackdichtungen
- 19
- Pneumatikdichtung
- 20
- Leckageraum
- 21
- Leckagebohrung
- 22, 23
- Dichtkanten
1. Kolbenstangendichtung (12) für einen Isolationszylinder (7) einer Beschichtungsanlage,
insbesondere einer elektrostatischen Beschichtungsanlage, mit
a) einer Kolbenstangenführung zur axial verschiebbaren Führung einer Kolbenstange
(11), wobei die Kolbenstange (11) einen Abstreifkolben (8) trägt, um Farbreste von
der Innenwand des Isolationszylinders (7) abzustreifen, und
b) einer ersten Dichtung (17) zur Abdichtung der Kolbenstangenführung gegenüber der
Kolbenstange (11),
gekennzeichnet durch
c) eine zweite Dichtung (18) zur Abdichtung der Kolbenstangenführung gegenüber der
Kolbenstange (11), wobei die zweite Dichtung (18) gegenüber der ersten Dichtung (17)
axial versetzt angeordnet ist.
2. Kolbenstangendichtung (12) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Leckageraum (20), der in axialer Richtung zwischen der ersten Dichtung (17)
und der zweiten Dichtung (18) und in radialer Richtung zwischen der Kolbenstange (11)
und der Kolbenstangenführung angeordnet ist und bei einer Undichtigkeit der ersten
Dichtung (17) eine Leckage aufnimmt.
3. Kolbenstangendichtung (12) nach Anspruch 2,
gekennzeichnet durch
a) eine von dem Leckageraum (20) abgehende Leckagebohrung (21) zum Abführen der Leckage
aus dem Leckageraum (20), und/oder
b) einen Lackagesensor zur Detektion der Leckage, wobei der Leckagesensor in dem Leckageraum
angeordnet oder über die Leckagebohrung mit dem Leckageraum verbunden ist.
4. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine dritte Dichtung (19) zur Abdichtung der Kolbenstangenführung gegenüber der Kolbenstange
(11), wobei die dritte Dichtung (19) gegenüber der ersten Dichtung (17) und der zweiten
Dichtung (18) axial versetzt angeordnet ist.
5. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (11) einerseits den Abstreifkolben (8) und andererseits einen Pneumatikkolben
(10) trägt, der in einem Pneumatikzylinder (9) verschiebbar geführt ist.
6. Kolbenstangendichtung (12) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die erste Dichtung (17) und die zweite Dichtung (18) Nasslackdichtungen sind und
auf der Seite des Isolationszylinders (7) angeordnet sind, und
b) dass die dritte Dichtung (19) eine Pneumatikdichtung ist und auf der Seite des Pneumatikzylinders
(9) angeordnet ist.
7. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtung (17) und/oder die zweite Dichtung (18) und/oder die dritte Dichtung
(19) mehrere Dichtkanten (22, 23) aufweisen, die gegenüber der Mantelfläche der Kolbenstange
(11) abdichten.
8. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtung (17) und/oder die zweite Dichtung (18) aus einem thermoplastischen
Dichtungsmaterial bestehen, insbesondere aus Polytetrafluorethylen oder Polyethylen.
9. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dichtung (17) und/oder die zweite Dichtung (18) eine Metallfeder aufweisen.
10. Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die Kolbenstange (11) an ihrer Dichtfläche eine Oberflächenrauigkeit mit einer Rauzahl
Rz<20µm, Rz<10µm, Rz<5µm oder Rz<2µm aufweist, und/oder
b) dass die Kolbenstange (11) an ihrer Dichtfläche einen Materialtraganteil von mehr als
60%, 70% oder 80% aufweist,und/oder
c) dass die Kolbenstange (11) an ihrer Dichtfläche eine verschleißmindernde Oberflächenbeschichtung
aufweist.
11. Kolbenstangendichtung (12) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass die Oberflächenbeschichtung aus einer diamantartigen Kohlenstoffschicht besteht,
insbesondere aus Dylyn® oder DLC™, und /oder
b) dass die Oberflächenbeschichtung durch ein plasmaunterstütztes chemisches Dampfabscheideverfahren
oder durch ein physikalisches Dampfabscheideverfahren aufgebracht ist.
12. Beschichtungsmittel-Versorgungseinrichtung mit einem Isolationszylinder (7) zur elektrischen
Isolierung von Bauteilen auf einem unterschiedlichem Potential, gekennzeichnet durch eine Kolbenstangendichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Betriebsverfahren für eine Beschichtungseinrichtung, insbesondere für eine elektrostatische
Beschichtungsanlage, mit einem Isolationszylinder (7) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, in dem ein Abstreifkolben (8) von einer Kolbenstange (11) geführt wird,
wobei die Kolbenstange (11) in einer Kolbenstangenführung mit einer Kolbenstangendichtung
(12) geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationszylinder (7) zwischen dem Abstreifkolben (8) und der Kolbenstangendichtung
(12) mit einem Spülmittel oder mit einem Beschichtungsmittel gespült wird.
14. Betriebsverfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass das Spülen regelmäßig erfolgt, und/oder
b) dass die Kolbenstangendichtung mindestens zwei axial versetzte Dichtungen (17, 18) aufweist,
die einen Leckageraum (20) einschließen, wobei der Leckageraum (20) gespült wird.
1. A piston rod seal (12) for an insulating cylinder (7) of a coating system, in particular
an electrostatic coating system, comprising
a) a piston rod guide for axially displaceable guidance of a piston rod (11), wherein
the piston rod (11) supports a scraping piston (8) in order to scrape paint residues
from the inner wall of the insulating cylinder (7), and
b) a first seal (17) for sealing the piston rod guide relative to the piston rod (11),
characterised by
c) a second seal (18) for sealing the piston rod guide relative to the piston rod
(11), wherein the second seal (18) is arranged axially offset relative to the first
seal (17).
2. The piston rod seal (12) according to claim 1, characterised by a leakage chamber (20) which is arranged in the axial direction between the first
seal (17) and the second seal (18), and is arranged in the radial direction between
the piston rod (11) and the piston rod guide and, in the event of a leak in the first
seal (17), takes up the leakage.
3. The piston rod seal (12) according to claim 2,
characterised by
a) a leakage bore (21) which extends away from the leakage chamber (20) in order to
conduct the leakage away from the leakage chamber (20), and/or
b) a leakage sensor for detecting a leak, wherein the leakage sensor is arranged in
the leakage chamber or is connected to the leakage chamber via the leakage bore.
4. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims, characterised by a third seal (19) for sealing the piston rod guide relative to the piston rod (11),
wherein the third seal (19) is axially offset in relation to the first seal (17) and
the second seal (18).
5. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims, characterised in that the piston rod (11) supports the scraping piston (8) on one side and, on the other
side, a pneumatic piston (10) which is displaceably guided in a pneumatic cylinder
(9).
6. The piston rod seal (12) according to claim 5,
characterised in that
a) the first seal (17) and the second seal (18) are wet seals and are arranged on
the side of the insulating cylinder (7), and
b) the third seal (19) is a pneumatic seal and is arranged on the side of the pneumatic
cylinder (9).
7. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims, characterised in that the first seal (17) and/or the second seal (18) and/or the third seal (19) comprise
a plurality of sealing edges (22, 23) which seal relative to the outer surface of
the piston rod (11).
8. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims, characterised in that the first seal (17) and/or the second seal (18) are made from a thermoplastic sealing
material, particularly polytetrafluoroethylene or polyethylene.
9. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims, characterised in that the first seal (17) and/or the second seal (18) comprise a metal spring.
10. The piston rod seal (12) according to one of the preceding claims,
characterised in that
a) the piston rod (11) has a surface roughness on the sealing surface thereof with
a roughness value of Rz<20µm, Rz<10µm, Rz<5µm or Rz<2µm, and/or
b) the piston rod (11) comprises a percentage contact area, at the sealing surface
thereof, of more than 60%, 70% or 80%, and/or
c) the piston rod (13) comprises, at the sealing surface thereof a wear-reducing surface
coating.
11. The piston rod seal (12) according to claim 10,
characterised in that
a) the surface coating comprises a diamond-like carbon layer, in particular Dylyn®
or DLC™, and/or
b) surface coating is applied by means of a plasma-supported chemical vapour-deposition
method or with a physical vapour-deposition method.
12. A coating supply device comprising an insulating cylinder (7) for electrical insulation
of components at a different potential, characterised by a piston rod seal (12) according to one of the preceding claims.
13. An operating method for a coating device, in particular for an electrostatic coating
system, comprising an insulating cylinder (7) according to one of the preceding claims,
wherein a scraping piston (8) is guided by a piston rod (11), wherein the piston rod
(11) is guided in a piston rod guide with a piston rod seal (12), characterised in that the insulating cylinder (7) is rinsed, between the scraping piston (8) and the piston
rod seal (12) with a rinsing agent or with a coating material.
14. The operating method according to claim 13,
characterised in that
a) the rinsing is carried out regularly and/or
b) the piston rod seal comprises at least two axially offset seals (17, 18), which
enclose a leakage chamber (20), wherein the leakage chamber (20) is rinsed.
1. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) pour un cylindre d'isolation (7) d'une
installation de revêtement, en particulier d'une installation de revêtement électrostatique,
comportant
a) un guidage de tige de piston pour le guidage mobile dans la direction axiale d'une
tige de piston (11), ladite tige de piston (11) portant un piston racleur (8) pour
racler les résidus de peinture adhérant sur la paroi intérieure du cylindre d'isolation
(7), et
b) un premier joint d'étanchéité (17) pour étancher le guidage de la tige de piston
par rapport à la tige de piston (11),
caractérisée par
c) un deuxième joint d'étanchéité (18) pour étancher le guidage de la tige de piston
par rapport à la tige de piston (11), ledit deuxième joint d'étanchéité (18) étant
agencé en étant décalé axialement par rapport au premier joint d'étanchéité (17).
2. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon la revendication 1, caractérisée par un espace pour fuite (20), qui est disposé dans la direction axiale entre le premier
joint d'étanchéité (17) et le deuxième joint d'étanchéité (18) et dans la direction
radiale entre la tige de piston (11) et le guidage de la tige de piston, et qui reçoit
une fuite en cas d'inétanchéité du premier joint d'étanchéité (17).
3. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon la revendication 2,
caractérisée par
a) une forure (21) partant de l'espace pour fuite (20) pour évacuer la fuite hors
de l'espace pour fuite (20), et/ou
b) un capteur de fuite destiné à détecter la fuite, ledit capteur de fuite étant disposé
dans l'espace pour fuite ou étant relié à l'espace pour fuite via la forure.
4. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée par un troisième joint d'étanchéité (19) destiné à étancher le guidage de la tige de
piston par rapport à la tige de piston (11), ledit troisième joint d'étanchéité (19)
et le deuxième joint d'étanchéité (18) étant disposés en étant décalés axialement.
5. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée en ce que la tige de piston (11) porte, sur un côté, le piston racleur (8) et, sur l'autre
côté, un piston pneumatique (10), qui est logé de manière mobile dans un vérin pneumatique
(9).
6. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon la revendication 5,
caractérisée
a) en ce que le premier joint d'étanchéité (17) et le deuxième joint d'étanchéité (18) sont des
joints pour peinture humide et sont disposés sur le côté du cylindre d'isolation (7),
et
b) en ce que le troisième joint d'étanchéité (19) est une garniture d'étanchéité pneumatique et
est agencé sur le côté du vérin pneumatique (9).
7. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée en ce que le premier joint d'étanchéité (17) et/ou le deuxième joint d'étanchéité (18) et/ou
le troisième joint d'étanchéité (19) comportent plusieurs arêtes d'étanchéité (22,
23), qui assurent l'étanchéité par rapport à la paroi latérale de la tige de piston
(11).
8. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée en ce que le premier joint d'étanchéité (17) et/ou le deuxième joint d'étanchéité (18) sont
réalisés dans un matériau d'étanchéité thermoplastique, en particulier en polytétrafluoréthylène
ou en polyéthylène.
9. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisée en ce que le premier joint d'étanchéité (17) et/ou le deuxième joint d'étanchéité (18) comportent
un ressort métallique.
10. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes,
caractérisée
a) en ce que la tige de piston (11), sur sa surface étanche, présente une rugosité de surface
avec un coefficient de rugosité Rz < 20 µm, Rz < 10 µm, Rz < 5 µm ou Rz < 2 µm, et/ou
b) en ce que la tige de piston (11), sur sa surface étanche, présente un pourcentage de portée
de matière de plus de 60 %, 70 % ou 80 %, et/ou
c) en ce que la tige de piston (11), sur sa surface étanche, est munie d'un revêtement de surface
réduisant l'usure.
11. Garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon la revendication 10,
caractérisée
a) en ce que le revêtement de surface est formé par une couche de carbone de type diamant, en
particulier en Dylin® ou DLC™, et/ ou
b) en ce que le revêtement de surface est déposé par un procédé de dépôt chimique en phase vapeur
assisté par plasma ou par un procédé de dépôt physique en phase vapeur.
12. Dispositif d'alimentation en produit de revêtement, comportant un cylindre d'isolation
(7) pour l'isolation électrique des pièces à un potentiel différent, caractérisé par une garniture d'étanchéité pour tige de piston (12) selon l'une quelconque des revendications
précédentes.
13. Procédé d'exploitation pour un dispositif de revêtement, en particulier une installation
de revêtement électrostatique, comportant un cylindre d'isolation (7) selon l'une
quelconque des revendications précédentes, dans lequel un piston racleur (8) est guidé
par une tige de piston (11), ladite tige de piston (11) étant guidée dans un guidage
de tige de piston muni d'une garniture d'étanchéité pour tige de piston (12), caractérisé en ce que le cylindre d'isolation (7) est balayé entre le piston racleur (8) et la garniture
d'étanchéité pour tige de piston (12) avec un produit de nettoyage ou avec un produit
de revêtement.
14. Procédé d'exploitation selon la revendication 13,
caractérisé
a) en ce que le balayage est effectué régulièrement, et/ou
b) en ce que la garniture d'étanchéité pour tige de piston comporte au moins deux joints d'étanchéité
(17, 18) décalés dans la direction axiale, lesquels délimitent un espace pour fuite
(20), ledit espace pour fuite (20) étant balayé.