[0001] Die Erfindung betrifft einen Steckverbinder gemäß der im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegeben Art.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Steckverbinder in den unterschiedlichsten Formen für
den gleichen Zweck bekannt, vornehmlich für die Elektrotechnik. Zum Beispiel ist ein
elektrisches Kontaktelement aus der
DE 2 216 174 A bekannt. Steckverbinder die aus zwei unterschiedlichen Kontaktpaaren bestehen, offenbaren
die
GB 1 433 382 A, sowie die
US 3 065 448 A,
US 3 706 960 A und
US 3 914 004 A. Die bekannten Steckverbinder weisen alle eine mehr oder weniger komplizierte und
störungsanfällige Form auf, die meist nicht eigensicher, sowie in Herstellung und
Anwendung aufwendig und teuer sind, vor allem weil diese meist als Paar aus Steckerstift
und Steckerhülse bestehen.
[0003] Darüber hinaus offenbart die
US 2 787 774 einen Steckverbinder, der einen ausgeformten Kontaktbügel und eine Kontaktzunge aufweist.
Der Kontaktboden des Kontaktbügels liegt parallel zur Kontaktzungenfläche. Die Kontaktzunge,
die planeben unter den Kontaktbügel geschoben wird, weist eine halbkugelförmige Erhebung
auf. Passend dazu, ist im Kontaktboden eine halbkugelförmige Ausnehmung ausgeformt.
Eine Sicherung des Steckverbinders erfolgt lediglich über die Reibung der beiden Halbkugelflächen.
[0004] Aus der
US 3 065 451 ist ein Steckverbinder bekannt, der einen Steckerstift und eine Steckerhülse umfasst.
Der Steckerstift weist eine ebene Kontaktzunge mit Rückzugssicherung auf. Die Steckerhülse
weist einen Kontaktbügel und eine Aufnahme für die Rückzugssicherung auf.
[0005] Die
US 2 406 895 offenbart einen Steckverbinder, welcher einen Kontaktbügel und eine Kontaktzunge
aufweist, wobei die Kontaktzunge gabelförmig ausgebildet ist. Der Kontaktboden des
Kontaktbügels ist parallel zur Kontaktzungenfläche angeordnet.
[0006] Aus der
US 3 514 740 ist ein Steckverbinder bekannt, welcher eine Kontaktzunge und ein Paar Druckbügel
aufweist. Beide Komponenten des Steckverbinders sind gleichartig ausgebildet. Die
Kontaktzunge weist eine halbkugelförmige Erhebung auf, die von den beiden Druckbügeln
geführt wird und ein gefluchtetes Ineinanderstecken zweier gleichartiger Komponenten
ermöglicht. Der Kontaktdruck wird durch die beim Einschieben der Kontaktzunge aufgebogenen
Druckbügel erzeugt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Steckverbinder gemäß der im Oberbegriff
aus Anspruch 1 angegebenen Art derart weiterzubilden, dass dieser universeller, einfacher,
robuster, eigensicherer und preiswerter ausgebildet ist und mit dem Bänder und Leiterenden
verbindbar sind.
[0008] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 in Verbindung
mit seinen Oberbegriffsmerkmalen gelöst.
[0009] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
[0010] Bekanntlich umfasst ein Steckverbinder einen Grundkörper aus elektrisch leitfähigem
Material mit mindestens einer Oberfläche und eine in Steckrichtung liegende Stirnseite.
Eine Oberfläche ist abhängig von der Gestalt des Grundkörpers, beispielsweise eine
beliebige Seitenfläche eines quaderförmigen Grundkörpers oder die Mantelfläche eines
Zylinders. An der Stirnseite des erfindungsgemäßen Steckverbinders ist eine Kontaktzunge
angeordnet. Insbesondere kann die Kontaktzunge des Steckverbinders mit ihrer Oberfläche
parallel zu der entsprechenden Oberfläche des Steckverbinders liegen, beispielsweise
in einer Ebene mit dieser angeordnet sein. Dies vereinfacht den Herstellungsprozess
und reduziert damit die Herstellungskosten. Weiter umfasst der Steckverbinder mindestens
eine Verbindungskontaktfläche über die ein elektrischer Kontakt herstellbar ist.
[0011] Erfindungsgemäß weist der Steckverbinder mindestens eine, an mindestens eine Oberfläche
des Grundkörpers angeformte Kontakttasche mit einem Kontaktboden auf. Der Kontaktboden
steigt gegenüber der entsprechenden Oberfläche in eine Richtung an. Die Kontakttasche
ist mit mindestens einer Öffnung versehen. Durch die Neigung der Kontakttasche gegenüber
der Oberfläche, verspannt sich eine, parallel zur Oberfläche in die Kontakttasche
eingeführte Kontaktzunge eines korrespondierenden Steckverbinders. Die Verspannung
wird dadurch ermöglicht, dass die Kontaktzunge des Steckverbinders mit dem korrespondierenden
Steckverbinder orthogonal zur Oberfläche unbeweglich verbunden ist. Somit wird eine
mechanisch äußerst stabile Verbindung mindestens zweier Steckverbinder hergestellt.
Der elektrische Übergangswiderstand ist dabei sehr gering, und wird durch eine Temperaturerhöhung,
atypischer Weise, noch zusätzlich reduziert, da durch die, durch Erwärmung auftretenden
Spannungen im Steckverbinder die Anlagekraft erhöhen. Dies erlaubt hohe Nennströme,
was einen flexiblen Einsatz des Steckverbinders gewährleistet.
[0012] Der Steckverbinder ist mit einem korrespondierenden Gegenstück verbindbar, welches
ebenfalls mindestens eine Kontakttasche und mindestens eine Kontaktzunge aufweist.
Die Kontakttasche des Steckverbinders ist derart ausgebildet, dass diese die Kontaktzunge
des Gegenstücks aufnehmen kann. Die Kontaktzunge des Steckverbinders ist so ausgestaltet,
dass diese in die Kontakttasche des Gegenstücks einsteckbar ist. Wird der Steckverbinder
und ein entsprechendes Gegenstück mit parallel liegenden Oberflächen ineinander gesteckt,
so wird, aufgrund der unterschiedlichen Anstellung von Kontaktboden und Kontaktzunge
zur Oberfläche, die Kontaktzunge aus ihrer ursprünglichen Lage ausgelenkt. Durch diese
Auslenkung wird eine Rückstellkraft erzeugt, die einen Anpressdruck der jeweiligen
Kontaktzunge auf den jeweils zugeordneten Kontaktboden hervorruft. Durch den hohen
Anpressdruck ist eine mechanisch stabile Verbindung des Steckverbinders mit seinem
Gegenstück gegeben. Durch diesen Druck werden auch die jeweiligen Bereiche zwischen
Kontaktzunge und Kontakttasche aufeinander gepresst. Aufgrund des Anpressdrucks und
der relativ großen aneinandergepressten Flächen ergibt sich ein geringer Übergangswiderstand,
was hohe Nennströme zulässt und niedrige Verluste bedeutet. Wie oben dargelegt verstärken
die durch Temperaturerhöhung im Betrieb auftretenden Spannungen den Anpressdruck.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Breite einer Kontakttasche
geringfügig größer als die Breite der zugeordneten Kontaktzunge. Die Kontaktzunge
ist fluchtend zu den Seiten der Kontakttasche ausgerichtet. Der Steckverbinder weist
eine Aussparung entsprechend der Projektion des Kontaktbodens auf die entsprechende
Oberfläche des Steckverbinders auf. Diese Ausführungsform ermöglicht ein ineinander
Stecken zweier baugleicher Steckverbinder die axial um 180° gegeneinander verdreht
sind. Die jeweiligen Kontaktzungen werden durch die entsprechenden Kontaktbodenfläche
aus ihrer ursprünglichen Lage ausgelenkt. Dadurch entsteht eine besonders großflächige
und kraftschlüssige elektrisch leitfähige Kontaktierung durch die sich verschränkenden
Steckverbinder. Die mechanische Verspannung, die durch das verschränkte Ineinanderstecken
generiert wird, wird durch eine Erhöhung der Temperatur zusätzlich erhöht. Entgegen
der sonst üblichen Erhöhung des Kontaktwiderstands bei Erwärmung, bleibt in der Kontaktwiderstand
bei erfindungsgemäßen Steckverbindern bei Erwärmung konstant, bzw. nimmt sogar ab.
[0014] Besonders hervorzuheben ist eine Ausführungsform die genau eine Kontakttasche und
entsprechend auch genau eine Kontaktzunge aufweist. Diese Ausführungsform eignet sich
besonders zum Verbinden von Drähten und / oder Litzen. Alternativ ist die Ausführung
eines Steckverbinders mit mehreren Kontaktzungen und entsprechend mehreren fluchtend
zu den Kontaktzungen ausgerichtete Kontakttaschen ermöglicht die Kontaktierung mit
einzelnen korrespondierenden Steckverbindern. Dadurch kann eine Stromverteilung erzielt
werden.
[0015] Insbesondere kann ein Steckverbinder mit mehreren Kontakttaschen und Kontaktzungen
mit einem korrespondierenden Steckverbinder mit ebenfalls mehreren Kontakttaschen
und Kontaktzungen verbunden werden. Dadurch wird eine größerer Stromfluss (Nennstrom)
ermöglicht. Ein korrespondierendes Steckverbindersystem kann auf diese Weise bedarfsgerecht
modular genutzt werden.
[0016] Vorzugsweise kann die Kontaktzunge mit mindestens einem Rastmittel versehen sein.
Das Rastmittel wirkt zusammen mit einer, innerhalb der Kontakttasche vorgesehenen
Ausnehmung, welche in Steckrichtung eine Kante aufweisen kann. Je nach Ausbildung
des Rastmittels lassen sich die beiden korrespondierenden Steckverbinder schwerer
voneinander lösen, und sind besser vor einer ungewollten Trennung geschützt. Besonders
wirkungsvoll ist diese Ausgestaltung, wenn beide korrespondierenden Steckverbinder
mit entsprechenden Rastmitteln versehen sind, weil gleichzeitig deren zwei wirken.
Das Rastmittel kann in Form einer Rastnoppe, also einer Halbkugel, einem Federkeil
oder Ähnlichem ausgebildet sein. Je nach Ausgestaltung des Rastmittels in Verbindung
mit der Ausbildung der Kantenausprägung können zwei korrespondierende Steckverbinder
lösbar oder unlösbar verrasten.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform, umfasst ein Steckverbinder einen Grundkörper aus
elektrisch leitfähigem Material mit mindestens einer Oberfläche, und eine, in Steckrichtung
liegende Stirnseite. Eine Oberfläche ist abhängig von der Gestalt des Grundkörpers
beispielsweise eine beliebige Seitenfläche eines Quaders oder die Mantelfläche eines
Zylinders. An der Stirnseite des erfindungsgemäßen Steckverbinders ist mindestens
eine Kontaktbrücke angeordnet. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Brückenunterkante
aufweist, die im wesentlichen parallel zu der zugeordneten Oberfläche liegt, und zu
dieser beabstandet ist. Zwischen Brückenunterkante und Oberfläche ist eine Flachsteckzunge
in die Kontakttasche einsteckbar. Diese Ausführungsform erlaubt die Verbindung mit
herkömmlichen Flachsteckzungen-Steckverbindern.
[0018] Erfindungsgemäß weist der Steckverbinder mindestens eine, an mindestens eine Oberfläche
des Grundkörpers angeformte Kontakttasche mit einem Kontaktboden auf. Der Kontaktboden
steigt gegenüber der entsprechenden Oberfläche in eine Richtung an. Die Kontakttasche
weist mindestens eine Öffnung auf. Durch die Neigung der Kontakttasche gegenüber der
Oberfläche, verspannt sich eine, parallel zur Oberfläche in die Kontakttasche eingeführte
Kontaktzunge mit der in Steckrichtung vor der Kontakttasche liegenden Kontaktbrücke.
Dadurch wird eine mechanisch stabile Verbindung mindestens zweier Steckverbinder hergestellt.
Der Übergangswiderstand ist sehr gering, und wird durch eine Temperaturerhöhung, die
unter anderem durch den Stromfluss selbst verursacht wird, atypischer Weise noch weiter
reduziert. Dies erlaubt hohe Nennströme, was eine flexiblen Einsatz gewährleistet.
[0019] In besonders vorteilhafter Weise steigt der Kontaktboden gegenüber der Oberfläche
in Steckrichtung an und bildet auf diese Weise eine Öffnung zwischen Kontaktboden
und Oberfläche. Die daraus resultierende Öffnung weist daher in Steckrichtung. Dies
hat den Vorteil, dass ein "frontales" Ineinanderstecken eines korrespondierenden Steckerpaares
ermöglicht wird.
[0020] Vorzugsweise ist gegenüber der Stirnseite des Grundkörpers mindestens ein Leiteranschluss
angeordnet, um den Kontakt mit einem elektrischen Leiter herzustellen. Alternativ
dazu, kann der Leiteranschluss, je nach Zweckmäßigkeit, auch seitlich des Grundkörpers,
beispielsweise 90° zur Steckrichtung angeordnet sein. Dadurch wird eine eigensichere
Zugentlastung realisiert. Eine darüber hinausgehende Eigensicherheit kann dadurch
erreicht werden, indem der Leiteranschluss in Steckrichtung liegt. Allerdings muss
dieser in einer von der Oberfläche des Steckverbinders beabstandeten Ebene liegen,
da dieser ansonsten das Ineinanderstecken zweier baugleicher Steckverbinder verhindern
würde. Indem der Leiteranschluss in Steckrichtung liegt, wirkt eine Kraft am Leiter
ebenfalls in Steckrichtung was ein zusätzliches Verschränken von zwei Steckverbindern
bewirkt.
[0021] Insbesondere kann der Leiteranschluss so ausgebildet sein, dass die Kontaktierung
eines Leiters durch Anpressen ermöglicht wird. Besonders dafür geeignet ist beispielsweise
eine Crimp-Kontaktierung. Daher sind Crimpkrallen als Leiteranschluss zum Anpressen
des Steckverbinders an die Enden elektrischer Leitungen, insbesondere Litzen vorgesehen.
Crimpkontakte sind weit verbreitet und für ihre einfache Handhabung und ihre temperaturstabile
Verbindung bekannt.
[0022] Weiter denkbar ist es, den Steckverbinder über seinen Leiteranschluss formschlüssig
und / oder stoffschlüssig mit einer Gerätewand, einem Kontaktkörper, einem Band oder
einer Erdungsschiene zu verbinden. Natürlich kann der erfindungsgemäße Steckverbinder
auch mit Metallplatinen und Formteilen aus Metall entsprechend verbunden werden.
[0023] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist der Steckverbinder aus Bandmaterial
hergestellt. Die Kontakttasche kann in dieser Ausführungsform aus dem Grundkörper
ausgeformt werden. Das Bandmaterial kann alternativ kalt oder warmverformbar sein.
Diese Ausführungsform ist besonders robust, preiswert und einfach in der Herstellung.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Steckverbinder angeformte
Seitenwände auf. Die Seitenwände des Steckverbinders können plan, abgewinkelt, sowie
profiliert sein. Sie können ferner als Führung mit Anschlag ausgebildet sein und /
oder Rastzungen aufweisen. Durch die zusätzlichen Seitenwände ergibt sich eine Vergrößerung
des Querschnitts des Steckverbinders. Diese Ausführungsform findet vor allem für die
Isolierung und Verrastung innerhalb von Isoliergehäusekammern Anwendung.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen,
[0026] Die Erfindung wird im folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben. In der Beschreibung, in den Ansprüchen und in der Zeichnung werden
die in der hinten angeführten Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe und zugeordnete
Bezugszeichen verwendet. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen mit einer Kontakttasche ausgestatteten Steckverbinder in perspektivischer Ansicht
von oben;
- Fig. 2
- einen axial um 180° gedrehten Steckverbinder nach Fig.1 in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 3
- zwei ineinander gesteckte Steckverbinder in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht von zwei ineinander gesteckten Steckverbindern nach Fig. 1;
- Fig. 5
- ein axiales Schnittbild zweier ineinander gesteckter Steckverbinder nach Fig. 2;
- Fig. 6
- zwei Steckverbinder die an einem Leiterbandende angeschlossen sind.
- Fig. 7
- einen Verteilerstecker mit zwei weiteren Steckverbindern nach Fig.1 in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 8
- einen Steckverbinder mit Seitenwand und seitlich ausgelenkten Rasthaken in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 9
- einen, zu dem Steckverbinder aus Fig. 8 korrespondierenden Steckverbinder in perspektivischer
Ansicht
- Fig. 10
- ein Steckverbinder mit Seitenwand und vertikal ausgelenkten Rasthaken in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 11
- ein zu dem Steckverbinder aus Fig. 10 korrespondierenden Steckverbinder;
- Fig. 12
- einen Steckverbinder mit einer stirnseitigen, herausgeprägten Kontaktbrücke mit einem
als Flachsteckzunge ausgebildeten Steckverbinder;
- Fig. 13
- einen Steckverbinder mit einer stirnseitig angeformten Kontaktbrücke mit einem als
Flachsteckzunge ausgebildeten Steckverbinder;
- Fig. 14
- einen Steckverbinder mit stirnseitig angeformter Kontaktbrücke verbunden mit einem
als Flachsteckzunge ausgebildeten Steckverbinder;
- Fig. 15
- einen Steckverbinder mit einem Leiteranschluss an einer Seitenfläche 90° zur Steckrichtung,
und
- Fig. 16
- zwei zusammengesteckte Steckverbinder mit einem Leiteranschluss an einer Seitenfläche
90° zur Steckrichtung
- Fig. 17
- einen Stecker mit in Steckrichtung liegenden Krimmkrallen in perspektivischer Draufsicht;
- Fig. 18
- einen Steckverbinder mit in Steckrichtung liegenden Krimmkrallen in perspektivischer
Ansicht von unten;
- Fig. 19
- zwei zusammengesteckte Steckverbinder mit in Steckrichtung liegenden Krimmkrallen.
[0027] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines aus Bandmaterial hergestellten Steckverbinders
1. Sein Grundkörper 2 ist mit einer Oberfläche 2a, sowie eine in Steckrichtung liegende
Stirnseite 6 versehen, an welcher eine Kontaktzunge 7 angeordnet ist. Gegenüber der
Stirnseite 6 ist ein Leiteranschluss in Form von Crimpkrallen 9 dargestellt. Aus dem
Grundkörper 2 ist mit einer, Kontakttasche 3 mit einem Kontaktboden 4 geformt, wobei
der Abstand von Oberfläche 2a zum Kontaktboden in Steckrichtung zunimmt. Da die Kontakttasche
3 in diesem Fall aus dem Grundkörper 2 herausgeformt ist, ergibt sich eine Ausnehmung
des Grundkörpers 2 in Größe und Form der Projektion des ausgeformten Kontaktbodens
3 auf die Oberfläche 2a. Durch die Ausformung entsteht in Steckrichtung die Rastkante
12. Darüber hinaus weist der in Fig. 1 dargestellte Steckverbinder 1 einen Rasthaken
8 auf. Durch diesen kann der Steckverbinder 1 in einem entsprechendem Gehäuse eines
korrespondierenden Gegenstücks des Steckverbinders fixiert werden.
[0028] Fig. 2 zeigt einen Steckverbinder 1 wie in Fig. 1 in axial um 180° gedrehter Lage.
Dieser umfasst eine Kontakttasche 3 und eine, in Steckrichtung weisende Öffnung 10.
An der Stirnseite 6 ist eine Kontaktzunge 7angeordnet, auf der eine Rastnoppe 11 ausgeprägt
ist. Die Rastnoppe 11 gelangt nach Einschieben der Kontaktzunge 7 in einen baugleichen
Steckverbinder 1a in die Ausnehmung des Grundkörpers 2 und rastet dort ein, siehe
hierzu insbesondere Fig. 3.
[0029] Fig. 3 zeigt einen Steckverbinder 1 zusammengesteckt mit einem baugleichen Steckverbinder
1a in dessen Kontakttasche 3 die Kontaktzunge 7 des Steckverbinders 1a aufnimmt, wobei
gleichzeitig die Kontaktzunge 7 des Steckverbinders 1 in die Kontakttasche 3 des Steckverbinders
1a eingesteckt ist. Die Rastnoppen 11 verrasten jeweils hinter den jeweiligen Rastkanten
12. Durch die Rastnoppen 11 in Verbindung mit den Rastkanten 12 wird die Eigensicherheit
der Steckverbindung erhöht.
[0030] Fig. 4 zeigt die zusammengesteckten; wie in Fig. 3 ausgebildeten Steckverbinder 1
und 1a in einer Seitenansicht. Dieser Darstellung ist die parallele Lage der Oberflächen
der beiden Steckverbinder 1 und 1a zu entnehmen.
[0031] Fig. 5 zeigt einen Längsschnitt durch die Steckverbinder 1 und 1a nach Fig. 4 deren
Kontaktzungen 7 in den Kontakttaschen 3 durch die ansteigende Schräge der Kontaktböden
4 sich verschränkend verrasten. Es entsteht eine Kontaktierung zwischen dem Kontaktboden
4 des ersten Steckverbinders 1 und der Kontaktzunge 7 des zweiten Steckverbinders
1a, sowie ein weiter analog. Ferner wird ein weiterer Kontakt durch die, zwischen
der jeweiligen Kontakttasche 3 und Kontaktzunge 7 liegenden Flächen hergestellt. Über
die Herstellung einer elektrisch leitfähigen Verbindung hinaus, werden drei Verbindungskontaktflächen
5 zusätzlich durch die Rückstellfederung der Kontaktzungen 7 noch aneinander gepresst,
wobei die Rückstellfederung des Bandmaterials nicht überfordert wird. Durch Erwärmung
tritt kein Kontaktdruckverlust ein, sondern es wird im Gegenteil durch die Erwärmung
die Verspannung erhöht und der Übergangswiderstand reduziert und Eigensicherheit erzielt
wird.
[0032] Fig. 6 zeigt einen an ein Bandende 15 angeformten Steckverbinder 1. Diese Art des
Anschlusses eignet sich besonders für Erdungsleiter, Gehäusewände oder Ähnliches.
Darüber hinaus sind Steckkarten mit einem Gehäuse verbindbar.
[0033] Fig. 7 zeigt einen, an ein Verteilerblech 16 angeformten Steckverbinder 1. Hier sind
jedoch mehrere Kontakttaschen und entsprechend zugeordneten Kontaktzungen dargestellt.
Diese Art des Steckverbinders hat hier eine Verteilerfunktion, An einen Steckverbinder
1 sind mehrere Steckverbinder 1a, wie in Fig. 1 gezeigt ansteckbar.
[0034] Fig. 8 zeigt einen Steckverbinder 1 nach Fig. 1 jedoch mit seitlich abgewinkelten
Seitenwänden 13 und an diesen, seitlich damit verbundene Rasthaken 8. Durch diese
Wände wird die Stabilität der Steckverbindung erhöht und der Querschnitt des Steckverbinders
vergrößert.
[0035] Fig. 9 zeigt einen Steckverbinder nach Fig. 8 jedoch mit einer an der Unterseite
des Grundkörpers 2 liegenden Oberfläche 2b angeformten Kontakttasche 3.
[0036] Die Figuren 10 und 11 zeigen Steckverbinder nach den Fig. 8 und Fig. 9. In diesen
Figuren sind an den Seiten des Grundkörpers gewinkelte Seitenwände 14 angeformt. Die
gewinkelten Seitenwände 14 haben eine zur Oberfläche 2a senkrechte Fläche und eine
nach außen weisende zur Oberfläche 2a parallele Fläche. An die zur Oberfläche 2a parallele
Fläche schließt sich ein Rasthaken 8 an.
[0037] Fig. 12 zeigt einen Steckverbinder mit Kontakttasche 1, der an seiner Stirnseite
6 eine Kontaktbrücke aufweist. Weiter dargestellt ist ein handelsüblicher Flachsteckzungen-Steckverbinder
1b. Der Flachsteckzungen-Steckverbinder 1b wird parallel zur Oberfläche 2a des Steckverbinders
1 unter der Kontaktbrücke durchgesteckt, und in die Kontakttasche 3 eingesteckt. Dadurch,
dass der Kontaktboden 4 schräg zur Oberfläche 2a verläuft, wird der Flachsteckzungen-Steckverbinder
1b zwischen Kontaktbrücke 17 und Kontakttasche 4 verklemmt. Beide Auflager und die
Oberfläche zwischen Kontakttasche 4 und Kontaktbrücke 17 stellen je eine Verbindungskontaktfläche
5 dar. Die Kontaktbrücke 17 ist aus dem Grundkörper 2 herausgeprägt.
[0038] Fig. 13 zeigt einen Steckverbinder 1 mit Kontakttasche 4 und Kontaktbrücke 17, sowie
einen Flachsteckzungen-Steckverbinder 1 b. Der Steckverbinder 1 ist aus Bandmaterial
hergestellt. Die Kontaktbrücke 17 ist an der Stirnseite 6 des Steckverbinders 1 angeformt.
Die Kontaktbrücke 17 wird hier aus dem Grundkörper 2 aufgebogen. Durch die Öffnung
unter der Kontaktbrücke 17 wird der Flachsteckzungen-Steckverbinder 1b in die Kontakttasche
4 eingesteckt. Zusätzlich weist der Steckverbinder 1 noch eine an die Kontaktbrücke
17 angeprägte Führungskante 20 auf. Wie in Fig. 4 wird dadurch, dass der Kontaktboden
4 schräg zur Oberfläche 2a verläuft, der Flachsteckzungen-Steckverbinder 1b zwischen
Kontaktbrücke 17 und Kontakttasche 4 verklemmt. Beide Auflager und die Oberfläche
zwischen Kontakttasche 4 und Kontaktbrücke 17 stellen je eine Verbindungskontaktfläche
5 dar.
[0039] Fig. 14 zeigt einen Steckverbinder 1 mit einem, Flachsteckzungen-Steckverbinder 1b
wie in Fig. 13, wobei der Flachsteckzungen-Steckverbinder 1b in die Kontaktasche 4
eingesteckt ist und unter der Kontaktbrücke 17 liegt.
[0040] Fig. 15 zeigt einen Steckverbinder 1 mit einer Kontakttasche 4 deren Öffnung 10 in
Steckrichtung liegt, in perspektivischer Ansicht. In dieser Ausführungsform liegt
der Leiteranschluss, welcher als Crimpanschluss ausgebildet ist 90 ° zur Stirnseite
bzw. ebenfalls zur Steckrichtung.
[0041] Fig. 16 zeigt zwei zusammengesteckte Steckverbinder 1, 1a nach Fig.15. An dieser
Darstellung wird besonders deutlich, dass diese Anordnung die Eigensicherheit der
Steckverbindung signifikant erhöht. Anschaulich wird klar, dass ein Zug an einem,
am Leiteranschluss befestigten Kabel, orthogonal zur Steckrichtung wirkt. Daher resultiert
keine Kraft aus dem Zug, die dahingehend wirkt die Steckverbinder voneinander zu lösen.
Diese Kraft muss bewusst in der entsprechenden Richtung aufgebracht werden.
[0042] Fig. 17 zeigt einen Steckverbinder 1 mit einem Grundkörper 2 und einer Oberfläche
2a, sowie eine Stirnseite 6 und eine sich daran anschließende Kontaktzunge 7. Darüber
hinaus zeigt der Steckverbinder 1 eine, an die Oberfläche 2a angeformte Kontakttasche
3, diese ist in Steckrichtung geöffnet. Weiter weist der in Fig. 17 dargestellte Steckverbinder
1 einen Leiteranschluss in Form von Crimpkrallen 9 auf. Die Crimpkrallen 9 liegen
in diesem Ausführungsbeispiel in Steckrichtung in einer parallel zur Oberfläche 2a
beabstandeten Ebene. Die Crimpkrallen 9 sind an den Seitenflächen des Grundkörpers
2 mit diesem verbunden.
[0043] Fig. 18 zeigt einen Steckverbinder 1 nach Fig. 17 in axial um 180° gedrehter Lage.
Besonders deutlich wird in dieser Ansicht, dass die Crimpkrallen 9 in einer Ebene
liegen, die zur Oberfläche 2a des Grundkörpers 2 beabstandet ist.
[0044] Fig. 19 zeigt zwei baugleiche Steckverbinder 1, 1a nach Fig. 17 oder Fig. 18. An
dieser Figur sieht man besonders gut, dass sich die beiden Steckverbinder 1, 1a zusammenstecken
lassen, obwohl die Crimpkrallen 9, 9a in Steckrichtung liegen. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass sich ein eventueller Zug am Kabel, das an den Crimpkrallen 9,
9a zu befestigen ist, eine Kraft in Steckrichtung zur Folge hat. Durch die, in Steckrichtung
wirkende Kraft werden die Steckverbinder 1, 1a bei Zug weiter ineinander gesteckt.
Dadurch wird die Eigensicherheit des Steckverbindersystems erhöht. Wie auch schon
in den zuvor genannten Figuren beschrieben, greifen auch hier Kontaktzunge 7 und Kontakttasche
3 der Steckverbinder 1, 1a ineinander.
[0045] Durch diese Erfindung wird ein platzsparender, eigensicherer, günstig herzustellender
Steckverbinder geschaffen. Dieser erzielt aufgrund der verschränkenden Verbindung
einen temperaturstabilen deutlich niedrigeren Kontaktwiderstand als bisher bekannte
Steckverbinder.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- Steckverbinder
- 1
- a Steckverbinder
- 1b
- Flachsteckzungen-Steckverbinder
- 2
- Grundkörper
- 2a
- Oberfläche
- 2b
- Oberfläche
- 3
- Kontakttasche
- 4
- Kontaktboden
- 5
- Verbindungskontaktfläche
- 6
- Stirnseite
- 7
- Kontaktzunge
- 8
- Rasthaken
- 9
- Crimpkrallen
- 10
- Öffnung
- 11
- Rastnoppe
- 12
- Rastkante
- 13
- Seitenwand
- 14
- abgewinkelte Seitenwand
- 15
- Bandende
- 16
- Verteilerblech
- 17
- Kontaktbrücke
- 18
- Führungskante
1. Steckverbinder (1) umfassend einen Grundkörper (2) mit mindestens einer Oberfläche
(2a, 2b) und einer, in Steckrichtung liegenden Stirnseite (6), an der mindestens eine
Kontaktzunge angeordnet ist, sowie mindestens eine Verbindungskontaktfläche (5) um
einen elektrischen Kontakt herzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Oberfläche (2a, 2b) des Grundkörper (2) mindestens eine Kontakttasche
(3) mit einem Kontaktboden (4) angeformt ist, wobei der Kontaktboden (4) zu der zugeordneten
Oberfläche (2a, 2b) des Grundkörpers (2) ansteigt, und die Kontakttasche (3) mindestens
eine Öffnung (10) aufweist.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die Kontakttasche (3) des Steckverbinders (1) die Kontaktzunge (7) eines korrespondierenden
Steckverbinders (1a) einsteckbar ist und ein elektrischer Kontakt hergestellt wird.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Kontakttasche (3) mindestens so groß wie die Breite der Kontaktzunge
(7) ist, wodurch die Kontaktzunge (7) in die Kontakttasche (3) eines baugleichen Steckverbinders
(1a) steckbar ist.
4. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch genau eine Kontakttasche (3) und genau eine Kontaktzunge (7).
5. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mehrere Kontakttaschen (3) und mehrere Kontaktzungen (7).
6. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Rastmittel (11) an der Kontaktzunge (7) vorgesehen ist.
7. Steckverbinder (1) umfassend einen Grundkörper (2) mit mindestens einer Oberfläche
(2a) und einer, in Steckrichtung liegenden Stirnseite (6), an der mindestens eine
Kontaktbrücke (17) angeordnet ist, sowie mindestens eine Verbindungskontaktfläche
(5) um einen elektrischen Kontakt herzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Oberfläche (2a) des Grundkörper (2) mindestens eine Kontakttasche
(3) mit einem Kontaktboden (4) angeformt ist, wobei der Kontaktboden (4) zu der zugeordneten
Oberfläche (2a) des Grundkörpers (2) ansteigt, und die Kontakttasche (3) mindestens
eine Öffnung (10) aufweist.
8. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Kontaktboden (4) und die Oberfläche (2a) des Grundkörpers (2) mindestens eine Öffnung
(10) in Steckrichtung bilden.
9. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der, der Stirnseite (6) gegenüberliegenden Seite des Grundkörpers (2) ein Leiteranschluss
(9, 15) vorgesehen ist.
10. Steckverbinder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiteranschluss (9) eine Verbindung mit den Enden elektrischer Leitungen durch
Anpressen ermöglicht.
11. Steckverbinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Leiteranschluss formschlüssig und / oder stoffschlüssig mit weiteren elektrisch
leitfähigen Bauteilen verbindbar ist.
12. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) eine Ausnehmung aufweist, die in Position, Form und Größe, der
Projektion des Kontaktbodens (4) auf den Grundkörper (2) entspricht.
13. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckverbinder (1) aus Bandmaterial hergestellt ist.
14. Steckverbinder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bandmaterial kalt oder warm verformbar ist.
15. Steckverbinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Seiten des Grundkörpers (2) entlang der Steckrichtung Seitenwände (13,14)
angeformt sind.